19 Oktober 2017, 19:57:44

Autor Thema: Ein-Satz-Röstung  (Gelesen 1616 mal)

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Naleesha

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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #15 am: 03 Januar 2017, 14:59:49 »
ich habe mich bisher mal ein wenig bewusst aus der "Katzen sind keine Rudeltiere"-Diskussion herausgehalten.

jetzt möchte ich mich aber doch mal dazu äußern und zwar mit einem ganz spezifischen Beispiel, angewand auf das Schreibhandwerk.  :klug:

in einem Buch kann man (nur als triviales Beispiel) sehr wohl etablieren, dass Katzen sich zu gemeinschaftlichen Gruppen zusammentun, Rudeln, die mit klarer Hierarchie und Aufgabenverteilung arbeiten.

bestes Beispiel dafür ist die von mir an anderer Stelle schonmal erwähnte Romanreihe "Warrior Cats" von Erin Hunter.

in diesem Buch geht es nämlich genau darum, dass sich Katzen (Waldkatzen um genau zu sein) in vier verschiedenen Clans (Donner-Clan, Wind-Clan, Fluss-Clan und Schatten-Clan) aufteilen, gemeinsam jagen, patroullieren um das Clan-Territorium vor Katzen aus anderen Clans zu schützen/verteidigen, gegenseitig bei der Aufzucht und Ausbildung der Jungen helfen und sogar einen Anführer und einen Stellvertreter haben.

das sprichwörtliche Rudel Katzen ist zudem noch ganz allgemein ein gängiges Vergleichsbild um Chaos darstellen zu können.

somit ist es in der Literatur durchaus etabliert, auch solche Bilder mehr oder weniger wörtlich umzusetzen.

und damit würde ich auch gerne zum Ausgangspunkt zurückkehren, obwohl die Katzen-Diskussion durchaus interessant ist, geht es doch eher darum, diesen einen Satz zu seiner beabsichtigten Funktion zu verhelfen.

ich möchte, denke ich, die Information, dass ungewöhnlicherweise der Vater verschwunden ist durchaus geben, mag es aber auch, wenn das nebenher geschieht (denn wie bereits angemerkt, hat das später durchaus noch eine wichtige Rolle).

ob meine Änderung hier etwas bewirkt hat, das funktioniert, oder nun ein anderes Problem (das nichts mit den Katzenrudeln zu tun hat ^^) noch weiter in den Vordergrund gerückt ist, ist hier die eigentliche Kernfrage. und demnach auch, was es braucht um den Satz so zu formulieren, dass er sich flüssig liest und gleichzeitig seine Funktion erfüllt. oder ob man es vielleicht nochmal ganz anders macht und mehrere Sätze daraus formt.

Meinungen erwünscht und gern gesehen.
LG, Nalee
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Aure

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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #16 am: 03 Januar 2017, 15:24:50 »
Der Satz erklärt für mich, warum Nick von seiner "armen" Mutter spricht. Darum geht es an der Stelle, und nicht um das auslösende Ereignis (Verschwinden des Vaters) an sich. (Wie kass ja auch schon bemerkte.)
Wenn das also die Gewichtung ist, die du beabsichtigst, und so hatte ich dich verstanden, dann ja, für mich funktioniert der Satz.

@kass
"Es müssen nicht immer kurze Sätze sein."
Das knallst du einfach so in den Raum. Herrlich.
Herrlich deshalb, weil ich dir ohne zu zögern zustimme, und dabei war ich es, die noch wenige Beiträge vorher den Ursprungssatz in seine knappen Einzelteile zerlegt hat.
Ja, doch, ich stimme dir zu.
« Letzte Änderung: 03 Januar 2017, 15:26:54 von Aure »

Trippelschritt

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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #17 am: 03 Januar 2017, 15:38:08 »
Ich denke auch, dass die Katzendiskussion uns auf ein Nebengleis geführt hat. Aber ich bin sofort über das Katzenrudel gestolpert und meine Assoziationen passten an dieser Stelle nicht.
Genaus wäre es mir wohl mit dem Begriff Herde gegangen. Auch eine Herde Katzen würde mich stolpern lassen. Nicht aber "eine Gruppe" oder besser noch "eine Horde", weil das in diesem Fall unspezifischere Begriffe wären.

Und was den Satz angeht. Ich mache da ungern Vorschläge, weil ich meine, das wäre Sache der Autorin, denn es ist ihre Geschichte. Aber um das Prinzip zu zeigen hier ein Grobvorschlag:
1. Nachdem mein Vater die Stadt verlassen hatte, blieb unsere Familie verstört zurück.
2. Mutter musste nicht nur den Vater ersetzen, sondern auch noch auf mich aufpassen.
3. Da hätte sie auch gleich versuchen können, (und jetzt ein passendes Bild) einen Sack Flöhe zu hüten (abgegriffen), eine Horde wildgewordener Jungtatzen, (dein Bild) oder iregnetwas ganz anderes.

Alles klar?
Liebe Grüße
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Naleesha

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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #18 am: 03 Januar 2017, 15:54:28 »
hallo Trippel,

deine Vorschläge sind sehr nüchtern. sie klingen sehr nach einem Bericht, einem Telegramm oder ähnliches.
die Prämisse ist ja, dass man das Gefühl einer Erzählung bekommen soll.
eine eigentlich wichtige Info in einem Nebensatz zu erwähnen um später drauf zusückzukommen finde ich klasse. und mit dem Vergleichsbild findet man sich auch ein wenig in einer Erzählung wieder.

inzwischen finde ich einen eher langen Satz vielleicht auch besser, als drei kurze, da dein Beispiel mir sehr gut aufgezeigt hat, dass ich eben keinen nüchternen Bericht, sondern ein Erzählen mit Gefühl haben möchte.

ich denke, ich werde noch ein paar Kommentare abwarten und wenn nicht noch einige hier explizit sagen, dass der Satz nicht funktioniert, denke ich, dass ich ihn nehmen werde.

Danke euch soweit schonmal :)
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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #19 am: 03 Januar 2017, 16:53:34 »
Nur kurz und ohne Rudelkatzendiskussion: Für mich funktioniert diese neue Version gut.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #20 am: 03 Januar 2017, 16:59:54 »
@ Neleesha

Das ist das Prinzip. das sind nicht die Sätze. Die überlasse ich dir. Wie selbstverständlich auch die Entscheidung.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #21 am: 12 Januar 2017, 09:51:16 »
ich denke, hier kann jetzt zugemacht werden.

danke für eure Hilfe :)
 :daaanke:
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Re: Ein-Satz-Röstung
« Antwort #22 am: 12 Januar 2017, 13:53:57 »
 :closed:
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.