18 Dezember 2017, 07:52:49

Autor Thema: Szenenschnitt und -auswahl  (Gelesen 160 mal)

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merin

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Szenenschnitt und -auswahl
« am: 02 Oktober 2017, 15:45:30 »
Wer an einem längeren Text, allem voran einem Roman, arbeitet, wird das Problem kennen: Wann lässt man eine Szene beginnen und wann endet sie? Eine etwas erfahrenere Autorin gab mir vor kurzem dazu folgenden kurzen, aber für mich sehr hilfreichen Hinweis:
Beginne die Szene so spät wie möglich (wenn schon was passiert) und ende so früh wie möglich.

Zur Szenenauswahl bekam ich den Hinweis, Massenszenen zu vermeiden, weil mehr als zwei Sprecher immer schwierig zu händeln sind. Daher: Massenszenen kurz halten und, wenn möglich, das was darin geschah, anders einbringen (zum Beispiel durch einen Boten, der davon berichtet oder durch ein Gespräch zwischen zwei Auswertenden oder direkt durch den Erzähler).
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Mondstern

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Re: Szenenschnitt und -auswahl
« Antwort #1 am: 03 Oktober 2017, 01:36:31 »
Zur Szenenauswahl bekam ich den Hinweis, Massenszenen zu vermeiden, weil mehr als zwei Sprecher immer schwierig zu händeln sind. Daher: Massenszenen kurz halten und, wenn möglich, das was darin geschah, anders einbringen (zum Beispiel durch einen Boten, der davon berichtet oder durch ein Gespräch zwischen zwei Auswertenden oder direkt durch den Erzähler).

Diesen Tipp würde ich Schreibanfängern geben.

An alle anderen - vergesst das, und stellt euch der Herausforderung.  :devcool:

LG Mondstern

Ryrke

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Re: Szenenschnitt und -auswahl
« Antwort #2 am: 03 Oktober 2017, 11:41:12 »
Hallo ;)

Ich verfahre da wie bei der Kurzgeschichte: mitten ins Geschehen rein.
Auch in Kapitel 1. Lange Hinführungen sind mir zu laaaaaaaang. [Ein Autorenkollege in USA steigt in Kapitel 1 mit einer komplett abgeschlossenen Kurzgeschichte ein und dann geht bei Kapitel 2 das Buch los - daran halte ich mich seit einer Weile auch, weil es Spannung bringt und ich in KGs eh besser bin ;)]

Und dann so 2-3 Cliffhänger über das Buch verteilt, nicht an jedem Kapitel, weil das die Mehrzahl der Leser angeblich ermüdet. (das stammt nicht von mir)

Massenszenen sind die, wo es viele Statisten gibt? Sprich, ein Thronsaal voller Gefolge, wo man A nicht von C, Z und X unterscheiden kann? Die mag ich auch nicht sonderlich.

LG, Ryrke
"What we call imagination is actually the universal library of what's real. You couldn't imagine it if it weren't real somewhere, sometime." Terence McKenna

merin

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Re: Szenenschnitt und -auswahl
« Antwort #3 am: 03 Oktober 2017, 13:33:36 »
Viele Statisten und vor allem viele Sprecher. Meines Erachtens ist es enorm schwer, mehrere Szenen davon in enger Folge gut zu gestalten.

Dauernde Cliffhanger finde ich auch ermüdend und zu gewollt.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.