21 Juli 2019, 00:26:06

Autor Thema: Science Fiction - Karsten Kruschel - Galdäa - Der ungeschlagene Krieg  (Gelesen 1429 mal)

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merin

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Ich möchte dieses Buch vorstellen, weil es deutsche Science Fiction ist, wie ich finde mit Anspruch und Fantasie. Ich mochte schon die Vilm-Bücher, dieses hier spielt im selben Universum hat aber eine ganz eigene abgeschlossene Geschichte. Diese ist packend erzählt.

Es gibt 3 Protagonisten mit jeweils eigenen Erzählsträngen:
Ja'ana K'jonasoidt Hakon T'Arastoydt, eine Galdani, mit deren Flucht aus einem Institut, an dem mit ihr Versuche angestellt wurden, das Buch beginnt.

Michael Sanderstorm, ein Student, der nach dem Verschwinden seines Bruders eine suizidale Krise hatte und nun, nach langer Krankheit, eine Arbeit schreiben muss und nur noch das blöde Thema Galdäa abbekommt. Er löst damit eine Kettenreaktion aus, die unter anderem Ja'anas Flucht bedingt.

Markus Hataka, ein Musiker, der nach seinem Drogenentzug Ja'ana getroffen hat und seit dem nach ihr süchtig ist. Er ist derjenige, an den sie sich wendet, als sie Hilfe braucht, und der ihr Geld sendet, damit sie weiter fliehen kann.

Der Plot ist komplex und nicht alles, was an Fragen aufgeworfen wird, wird beantwortet. Ich möchte auch nicht zu viel verraten. Grob gesagt flieht Jana und setzt dabei die Fähigkeiten ihrer verschiedenen Persönlichkeiten ein, was sehr eindrucksvoll ist, weil sie enorme Fähigkeiten hat: Sie kann ihre inneren Organe steuern, kämpfen und auf eine Art innere Datenbank zugreifen. Und sich mit sich selbst unterhalten. ;) Sie wird verfolgt und findet Hilfe von verschiedenen Personen, die man als Leser auch lieb gewinnt. Angeblich ist der Krieg mit dem Planeten, auf dem sie lebt, lange vorbei, aber im Laufe des Buches hat der Leser da so seine Zweifel. Michael nimmt seine Arbeit ernst und findet bei den Recherchen nicht nur jede Menge Ungereimtheiten, sondern auch Hinweise auf seinen verschwundenen Bruder. Und Markus wird Ziel eines Mordanschlags, den er nur knapp überlebt, nur um beim  Aufwachen festzustellen, dass jemand seinen Körper in bemerkenswerter Weise verändert hat.

Ich finde das Buch enorm spannend, die Welt eindrücklich beschrieben, den Stil flüssig und humorvoll. Die Charaktere wirken an manchen Stellen unglaubwürdig naiv, aber darüber konnte ich hinweglesen. Insgesamt also ein Buch von dem ich mich sicher gern inspirieren lasse. Nur verstehe ich bis zum Schluss nicht, was ein "ungeschlagener Krieg" sein soll...
« Letzte Änderung: 15 April 2017, 22:57:21 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.