26 Februar 2020, 08:41:43

Autor Thema: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?  (Gelesen 7620 mal)

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verbumclemens

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Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« am: 18 Februar 2016, 18:47:58 »
Was für eine toll verschachtelte Frage, da muss ich mir erst einmal selbst gratulieren. Tut mir Leid. Aber man will sich ja kurz halten. ;)

Also Ihr Lieben, ich glaube in Elizabeth Georges Schreibratgeber "Write Away" beschreibt sie (aber nagelt mich nicht drauf fest, eventuell habe ich das auch woanders her) ihren Tagesablauf. Ursprünglich hatte sie wohl ein Problem, zum Schreiben "in Stimmung" zu kommen. Ihre Lösung: Sie liest zehn Seiten (und nur zehn Seiten) in einem ihrer Lieblingsromane. Das dient ihr als Inspiration.

Ich hab es mal versucht, und an manchen Tagen klappt es. An anderen Tagen aber demotiviert es mich eher, wenn ich zum 1000. Mal den Anfang von The Lord of the Rings lese und denke "Holy shit das ist so gut, so gut wird meins nie, warum überhaupt anfangen und die Zeit drauf verwenden..." Deswegen habe ich jetzt eine andere Methode komplementär entwickelt: ich lese bis zu 10 Seiten in einem veröffentlichten Werk das super schlecht ist. So, ich hab´s gesagt, jetzt habt Ihr meine gehässige Seite kennen gelernt. Aber es ist nun einmal so, dass eine ganze Reihe Bücher, die es bis zur Veröffentlichung schaffen, furchtbar geschrieben (und manchmal auch schlimm geplottet) sind. Aber auch hier klappt es manchmal nicht, weil ich davon nur wütend werde ("wieso wird sowas veröffentlicht und ich placke mich hier unsinnig ab..."). Ab heute versuch ich es mal mit je 5 Seiten aus einem guten und einem schlechten Buch.

Macht Ihr sowas auch? Akzeptiert Ihr überhaupt meine Prämisse? Nützt es Euch was?

Freue mich auf Eure Perspektive

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Aure

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #1 am: 18 Februar 2016, 19:16:49 »
Puh.
Mir geht es da ganz ähnlich wie dir. Manchmal finde ich es inspirierend, etwas zu lesen, das mir gefällt, und anderntags demotiviert es mich unendlich.
Derzeit habe ich mir das Lesen gründlich vermiest, ich nehme keinen Satz mehr wahr, ohne ihn gleichzeitig zu kritisieren. Dabei lerne ich sicher viel, aber mir geht Leichtigkeit verloren - vor Allem beim Schreiben.
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vulture

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #2 am: 18 Februar 2016, 19:54:54 »
Vor dem Schreiben lese ich immer nur das durch, was ich am Vortag geschrieben habe. Ich glaube, ein anderes Buch mit einer anderen Erzählstimme würde mich da nur irritieren.

Zitat
ich lese bis zu 10 Seiten in einem veröffentlichten Werk das super schlecht ist.
Das mache ich auch hin und wieder. Und ja, mir geht's da wie dir: Schlechte Bücher motivieren mich. Nicht, weil ich gehässig bin (obwohl ich das auch nicht ganz ausschließen will), sondern weil es meinen eigenen Perfektionismus im Zaum hält.

Viskey

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #3 am: 18 Februar 2016, 20:04:26 »
Ein Lieblingsbuch zu lesen ginge gar nicht. Da könnte ich nämlich nicht mehr aufhören. Ein schlechtes Buch zu lesen ginge auch nicht, weil ich nicht einsehe, wieso ich meine Zeit mit Mist vertrödeln soll.

Ich halte es da lieber mit Hemmingway, der vor dem Weiterschreiben erst mal gelesen hat, was er bis an diesen Punkt geschrieben hat. Wenn ich nicht regelmäßig mein "Was bisher geschah" durchlese, habe ich spätestens nach 2 Wochen eine Schreibblockade.
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verbumclemens

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #4 am: 18 Februar 2016, 20:12:40 »
Das klingt ja interessant, vulture - aber wenn Du Deinen Perfektionismus bremst, glaubst Du dann nicht, dass es einen auch sozusagen davon abhält, das Bestmögliche zu schreiben?
Im Übrigen weiß ich ja nicht, ob Du gehässig bist, bei mir liegts aber zu 100% daran - wenn Du mal richtig Spaß haben willst, lass Dir das Paket Leseproben vom Amrûn Verlag schicken... :o


Und an Viskey: Das habe ich früher auch immer gemacht, aber spätestens nach 40 Seiten nimmt einem das ja den halben Tag. Außerdem entdeckt immer noch verbesserungswürdiges und dann ist man nicht nur beschäftigt sondern auch noch in destruktiver Laune...oder wie hälst Du Dich davon ab, sofort "nachzubessern"?
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Ginger

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #5 am: 18 Februar 2016, 20:44:45 »
Hmmmm ... also im Endeffekt lese ich. Nur meistens kein Buch  :devgrin:

Immer, wenn ich Inspiration oder Motivation brauche, gehe ich auf Twitter, Instagram oder Facebook und stalke meine Lieblingsautoren. Dann lese ich über eine Veröffentlichung hier ... ein Buch dort ... ein Buch, das bald in einem anderen Land rauskommt ... über die tollen Dinge, die sie sich inzwischen leisten können, weil sie TRILLIARDEN DOLLAR verdienen ... über die Signings, auf denen sie sind

Dann setze ich mich an mein MacBook ... und schreibe schon mal 2000 Wörter in einer Stunde. Und das sind mit ein paar Ausnahmen meist auch gute Wörter. (Das merke ich dann beim Überarbeiten. Letztens habe ich mir zwei Kapitel einfach nur durchgelesen, weil ich die beiden Kapitel wirklich gut fand und gar nichts ändern wollte)

Mich inspiriert also nicht das in einem Buch geschriebene Wort (Wobei mich das natürlich auch inspiriert, nur eben anders. Ich bin jeden Tag am Lesen ... das ist Inspiration genug :P ) sondern die Worte von denen, die die Bücher geschrieben haben.

Nichts ist motivierender als das Foto einer Autorin zu sehen, die stolz all die Bücher zeigt, die sie veröffentlich hat. Denn dann denke ich mir. "Das willst du auch. Also setzt dich hin und schreibe!"

LaHallia

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #6 am: 18 Februar 2016, 20:59:31 »
Ich lese nicht absichtlich etwas, um mich in Stimmung zu bringen. Dafür höre ich bestimmte Musik, die in mir die Gefühle auslöst, die ich versuche zu vermitteln.
Prinzipiell lese ich natürlich schon, aber wie gesagt nicht bewusst vor dem Schreiben, oder ein bestimmtes Genre, das auf das angepasst ist, was ich schreibe.
Früher, zu meinen Schreibanfängen hatte ich oft das Problem, dass mich das was ich gelesen habe stark beeinflusst hat. Auch vom Stil, in dem ich dann geschrieben habe. Das habe ich als sehr störend empfunden und es vermieden irgendetwas zu lesen, solange ich an einem Projekt gearbeitet habe.
Mittlerweile macht mir das nichts mehr aus (ich habe meinen Stil wohl gefunden) und ich kann daher lesen was und wann ich will.  8)
Sie müssen erzählerische Risiken eingehen. Vor allem aber: niemals versuchen, den anderen zu gefallen. Sie müssen so hoch zielen, dass Sie ganz tief fallen können. Dann vielleicht haben Sie Erfolg. (Frank Schätzing)

merin

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #7 am: 18 Februar 2016, 21:11:12 »
Ich lese auch das, was ich das letzte Mal geschrieben habe, um in Stimmung zu kommen und die Erzählstimme wiederzufinden.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Stahlkarnickel

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #8 am: 18 Februar 2016, 22:17:03 »
Wenn ich Schreiben möchte und gerade keine Motivation finde, verwende ich eigentlich jede der Methoden, die ihr bis jetzt genannt habt. Gute Texte lesen, schlechte Texte lesen, eigene Texte lesen, Lesen überhaupt und Musik hören. Da gibt es für mich (noch) keine perfekte Variante. Naja, vielleicht stechen Texte über das Schreiben an sich bei mir ein bisschen heraus.
Vielleicht liegt es daran, dass ich mich noch nicht für ein Projekt entschieden habe und eher Textschnipsel fabriziere, aber ich schreibe auch sehr gerne nach Stimmung. Etwa wenn ich Lust auf Sport habe, eine Szene mit Action.
Zitat
ich lese bis zu 10 Seiten in einem veröffentlichten Werk das super schlecht ist.
Das mache ich auch hin und wieder. Und ja, mir geht's da wie dir: Schlechte Bücher motivieren mich. Nicht, weil ich gehässig bin (obwohl ich das auch nicht ganz ausschließen will), sondern weil es meinen eigenen Perfektionismus im Zaum hält.
Na ich sehe es schon kommen: "Dein Text hat mich so motiviert, dass ich in einer Nacht 12 Kapitel geschrieben habe."  :biggrin:

Viskey

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #9 am: 18 Februar 2016, 23:11:31 »
... spätestens nach 40 Seiten nimmt einem das ja den halben Tag. Außerdem entdeckt immer noch verbesserungswürdiges und dann ist man nicht nur beschäftigt sondern auch noch in destruktiver Laune...oder wie hälst Du Dich davon ab, sofort "nachzubessern"?

:cheese: Ich lese nicht unbedingt jeden Tag die letzten 40 Seiten, das zum ersten. Zum zweiten, es versetzt mich nie in destruktive Stimmung, etwas von mir selbst zu lesen. Entweder macht es mich glücklich, weil ich etwas echt gut hingekriegt habe, oder es motiviert mich, etwas noch nicht so tolles zu verbessern, das ist eine Herausforderung von mir selbst an mich. Das ist aufregend, manchmal auch frustrierend, geb ich zu, aber insgesamt ist es nie destruktiv, sondern immer konstruktiv.
Drittens: Ich halte mich nicht davon ab, etwas nachzubessern. Das ist mit der Grund, wieso ich immer wieder nachlese.
Und doch, man kommt trotzdem weiter. Im NaNo-Camp im Juli hab ich mit der Methode 70k geschafft. - Keine Ginger, aber doch ein ganz fleißiges Schreiberlein. :devgrin:
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #10 am: 18 Februar 2016, 23:33:08 »
Zum zweiten, es versetzt mich nie in destruktive Stimmung, etwas von mir selbst zu lesen. Entweder macht es mich glücklich, weil ich etwas echt gut hingekriegt habe, oder es motiviert mich, etwas noch nicht so tolles zu verbessern, das ist eine Herausforderung von mir selbst an mich. Das ist aufregend, manchmal auch frustrierend, geb ich zu, aber insgesamt ist es nie destruktiv, sondern immer konstruktiv.

Schonmal an eine Karriere als motivational speaker gedacht?  :deveek:
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #11 am: 19 Februar 2016, 08:58:26 »
@verbumclemens:

Zitat
aber wenn Du Deinen Perfektionismus bremst, glaubst Du dann nicht, dass es einen auch sozusagen davon abhält, das Bestmögliche zu schreiben?
Ich glaube, dass es zwei Formen von Perfektionismus gibt: produktiven und destruktiven. Ich kämpfe gerade mit Letzterem.

Zitat
wenn Du mal richtig Spaß haben willst, lass Dir das Paket Leseproben vom Amrûn Verlag schicken...

Ich beziehe meine wöchentliche Dosis Trash aus Amazon-Leseproben. Ich bin ein Arschloch. Die haben wenigstens was zu Ende geschrieben - ich nicht. Das muss ich mir immer wieder vorhalten. Gar nicht so einfach, wenn man gleichzeitig mit dreckigem Gelächter beschäftigt ist.



@LaHallia:

Musik verwende ich auch. Hilft mir ungemein, um mich in eine gewollte Stimmung zu versetzen.



@Stahlkarnickel:

Zitat
Na ich sehe es schon kommen: "Dein Text hat mich so motiviert, dass ich in einer Nacht 12 Kapitel geschrieben habe."
Den muss ich mir merken.


Aure

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #12 am: 19 Februar 2016, 09:48:55 »
Ich glaube, dass es zwei Formen von Perfektionismus gibt: produktiven und destruktiven. Ich kämpfe gerade mit Letzterem.
Das kommt mir bekannt vor.

Mir fällt es sehr schwer mich gezielt in eine Stimmung zu versetzen. Ich werde eher von meinen Stimmungen mitgerissen, und kann sie dann problemlos verstärken oder feinjustieren (mit Musik).
Das ist natürlich sehr bequem, wenn man nur Schnipsel schreibt (Danke, Stahlkarnikel, für die treffende Beschreibung). Leider ein wenig hinderlich, wenn das Projekt an dem man sitzt, grade eine ganz andree Stimmung erfordert. Dann hilft es mir, zu lesen, was ich kürzlich geschrieben habe. Wenn ich es gut finde bin ich sehr schnell wieder drin.
(Und wenn nicht, nunja, heul ich ein paar Tage rum und will nie wieder schreiben, und irgendwann geht es weiter. ;) )
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #13 am: 19 Februar 2016, 13:33:43 »
Bei mir ist es meistens lesen oder schreiben.
Wobei eher weil ich beim Lesen fast kein Mass kenne. Ich darf auch spät abends nicht mehr anfangen zu lesen, weil dann werde ich hellwach und lese bis ich nicht mehr kann - und dann noch schnell das Kapitel fertig und uff, aber das ist jetzt ein Cliffie, also rasch noch Auflösung und tja ... Plötzlich nerven mich die Vögel mit ihrem Morgengezwitscher.
Ab und zu mache ich früher Feierabend, mit der festen Absicht, erst 1 Stunde zu lesen, um runterzukommen und zu entspannen, und dann noch 1 Stunde schreiben vor dem Abendessen.
Ihr ahnt es, nicht?   :devgrin: Bislang bin ich noch fast nie zum Schreiben gekommen.

Lesen als Inspiration ginge bei mir nämlich eigentlich ganz gut. Solange es miese Bücher sind. Oder gleichwertige, die ganz meinem Geschmack entsprechen aber noch erreichbar sind. Es gibt ein paar, die lese ich voller Staunen und weiss, mann, das kriege ich nie so hin. Und das deprimiert mich manchmal bis zur Schreibunlust. Aber zum Glück, meistens ist es eher der umgekehrte Fall von: Ha, na warte, das kann ich besser oder Na, das kann ich auch! Ja, so was treibt mich zu ziemlicher Motivation.
Ab und zu ist das Buch zwar verdammt gut, aber die Autorin hat schlicht und einfach nicht in meinem Sinne gehandelt, wo ich finde, Ne, so hätte ich es nicht gemacht - und auch das motiviert, weil ich es bei mir eben dann anders machen will. Oder es hat mich auch schon zu ganz eigenen Projekten inspiriert, um es so richtig anders zu machen.
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #14 am: 20 Februar 2016, 00:53:06 »
Schonmal an eine Karriere als motivational speaker gedacht?  :deveek:

Nö. :devgrin: Außer beim Schreiben funktioniert das bei mir nämlich nirgends. Überall sonst bin ich sofort demotiviert, wenn etwas nicht so hinhaut, wie ich es mir vorstelle. Drum zeichne ich zB nicht.
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #15 am: 20 Februar 2016, 00:57:23 »
Ich lese nie andere Bücher um mich zu inspirieren. Ich lese auch die letzen Kapitel meiner Story nicht, wenn ich mich im „Schreibmodus“ befinde. Nach längerer Pause muss ich aber schon wieder in den Text bzw. die Erzählstimme finden, dann lese ich schon letzten Kapitel. Allerdings mit dem Hintergrund des ersten Überarbeiten.

Was ich manchmal gern mache … Musik beim Schreiben hören. Passend zur Szene. Klappt aber nur, wenn ich die grobe Handlung schon im Kopf habe.
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #16 am: 20 Februar 2016, 12:30:31 »
Ich lese nie vor dem Schreiben, sondern zwischen Schreiphasen und trinke literweise Kaffee dazu - zur Erholung des Hirns.
Inspiration durch andere Texte:  höchstens unbewusst. Sinnvoll ist es sicher, eher gut geschriebene Bücher zu lesen, denn die Wortwahl und der Stil färben ab.

Musik? Ausgeschlossen. Die würde ich sowieso nicht hören, wenn ich konzentriert bin. Und wenn ich sie höre, kann ich nicht schreiben.

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #17 am: 20 Februar 2016, 14:50:38 »
Ich lese nie vor dem Schreiben, sondern zwischen Schreiphasen und trinke literweise Kaffee dazu - zur Erholung des Hirns.
Schreiphasen hab ich in letzter Zeit auch immer öfter..
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Mondstern

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #18 am: 20 Februar 2016, 18:01:26 »
Musik? Ausgeschlossen. Die würde ich sowieso nicht hören, wenn ich konzentriert bin. Und wenn ich sie höre, kann ich nicht schreiben.

Gebe ich dir schon Recht  :) Wie soll ichs sagen? Es ist wie eine Welle, die das Surfbrett trägt ...

Laute, aggressive Musik taugt allerdings wenig bei einer romantischen Liebesszene  :devgrin:

Ginger

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #19 am: 21 Februar 2016, 17:12:59 »
Ich höre Musik oder schau Filme xD wenn ich das NICHT mache, dann kann ich mich kaum konzentrieren ;)

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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #20 am: 27 Februar 2016, 12:51:05 »
Lesen und Schreiben schließen sich bei mir so gut wie aus. Und wenn ich etwas lese, dann aus einem Bereich, zu dem ich gerade nicht schreibe.
Einzige Ausnahme ist Recherche.
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #21 am: 28 Februar 2016, 20:59:52 »
Ich schreibe jeden Tag und ich lese jeden Tag. Und das, was ich lese inspiriert mich, produziert Ideen und die Ideen schreibe ich mir auf. Sie haben aber nicht immer etwas mit dem Projekt zu tun, das ich gerade bearbeite.

Und ich lese, bevor ich den ersten neuen Satz schreibe, meist ein oder zwei Seiten oder die letzte Szene von dem, was ich gesterng eschrieben habe, um wieder in die richtige Stimmung zu kommen. Nicht Schreibstimmung, sondern die meiner Geschichte. Was mich überhaupt nicht kümmert, ist irgendein Vergleich mit einem anderen Autor, egal ob der brillant ist oder eine Flasche leer. So etwas lenkt nur ab.

Liebe Grüße
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Re: Lest Ihr, bevor Ihr schreibt, und wenn ja, was?
« Antwort #22 am: 27 März 2017, 16:36:33 »
Das ist eine gute Frage.  auf die es nicht nur eine Antwort gibt.

In manchen Phasen, wenn ich das Gefühl habe zu hängen, lese ich mein bisher Geschriebenes (manchmal nur diese eine Szene manchmal mein komplettes Werk) noch einmal komplett durch.
Wenn ich längere Zeit nicht geschrieben habe lese ich sowieso mein Werk noch mindestens 2x durch ehe ich erneut die Feder ansetze, damit ich mich wieder in der Welt heimisch fühle.

Bei manchen Stellen (vor allem Kampfstellen) "recherchiere" ich auch in meinen Lieblingsbüchern. Dann kommt es vor dass ich mir Bücher von 3-4 verschiedenen Autoren schnappe und mir gezielt Kampfstellen raussuche und teilweise auch abschreibe. Dadurch bekomme ich ein Gefühl dafür warum meine Szene gerade nicht so wirkt wie ich will und bekomme Ideen was ich noch hinzufügen bzw. weglassen sollte.

Ansonsten habe ich mein Leseverhalten eigentlich nicht verändert seit dem ich schreibe. Wenn ich etwas Gutes in meine gierigen Finger kriege wird es verschlungen, wenn nicht nicht. Einfluss auf meine Kreativität hatte das bisher noch nicht. (Mit einer einzigen Ausnahme... die Beschreibung einer Frisur fand ich derart interessant, dass ich daraus einfach mal eine Szene von ca. einer halben Seite geschrieben habe... Jetzt ist sie eine meiner vier wichtigsten Figuren ._.)
« Letzte Änderung: 10 April 2017, 13:40:13 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.