27 Januar 2021, 20:59:53

Autor Thema: Reset - meine Mom starb  (Gelesen 9678 mal)

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LaHallia

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #30 am: 05 März 2016, 19:43:21 »
Hi Ginger,

Zitat
Weil das erst noch kommt. Weil sei das erst noch lernen muss. Gefühle zuzulassen, die sie eingemauert hat. Verstehst du?
Ja, verstehe ich. Sie ist noch in der Verdrängungsphase. Trotzdem glaube ich, dass ganz hinten im Kopf, gut versteckt und unterdrückt das Gewissen lauert, dass alles, was sie jetzt unterdrück, irgendwann ausbrechen wird.
Hin und wieder hat sie vielleicht das Gefühl: scheiße, jetzt kommt etwas (Trauer, Verzweiflung, Wut, Hass... was auch immer es sein mag) und dann arbeitet sie vielleicht doppelt so hart daran, es nicht rauszulassen. So etwas wäre für mich auch ein interessanter Moment. Man weiß da ist etwas, aber aus Gründen ab) b) und c) schafft sie es jetzt nicht, sich damit auseinander zu setzen. Also weiter verdrängen, alles weiter aufstauen lassen. Besser dann doppelt so schlimm als jetzt.

Zitat
Die Szene ist kein Rückblick, sondern eher eine Einsicht um zu wissen, wieso sie alleine rumfährt und in ihrem Auto schläft, ohne Geld da steht und keine Ahnung hat, wo sie hinmuss (Sie ist übrigens 21, also ist der Tod 3 Jahre her).
Dann zeig mir das. Zeig es mir, mal die Bilder.
Sie hat tagelang in dem Auto geschlafen, wie sieht es aus? Liegt eine Menge Müll drinnen herum? Konnte sie sich duschen oder stinkt sie?
Morgen: Any wacht auf, Blick aus der Fensterscheibe, komplett verlegen, Rückenschmerzen, Genackschmerzen, schlecht geschlafen, die Haare hängen ihr in fettigen Strähnen ins Gesicht, der aktuelle Typ hat sie gerade sitzen lassen, sie wühlt im Müll zwischen den Vordersitzen rum und findet eine alte Dose Cola, naja, besser als nichts. Und dann der Gedanke: danke, Mom, du elende Drecksau, als ich ein Kind war hast du dich nicht gekümmert, da hatten wir zwar eine Wohnung, aber besser hat's dort auch nicht ausgesehen, aber jetzt, jetzt bin ich komplett unten. Sogar der Typ hat mich verlassen, weil du mich so verkorkst gemacht hast. Danke, MOM, dass du dir dein scheiß Hirn weggepustet hast; hat ja nichts zum Leben gegeben für dich; hattest ja nur eine Tochter, die gerne eine Mutter gehabt hätte... etc. Verstehst du was ich meine?
Zeig mir ruhig mehr auch mit dem Setting wie es ihr geht. Dann brauchst du nicht zu schreiben: Prota war am Ende; Prota war das und das, dann sehe ich es, dann rieche ich es, dann fühle ich es.

Zitat
Ich befürchte erneut, dass hier zu wenig gezeigt wird. Vllt hätte ich das halbe Kapitel posten sollen und nicht nur den Ausschnitt ... oder so.
Hätte vermutlich geholfen, kann man aber vorher schlecht einschätzen, denke ich. DU kennst die Geschichte ja in und auswendig.

Zitat
Hmmm .... wenn ich genau darüber nachdenke. Vielleicht kann ich doch ein paar deiner Vorschläge einbauen. Vielleicht ein "Ich erinnere mich noch daran wie ich vor ihr saß, sie angesehen hatte und da war nur Erleichterung. Mir kamen nicht einmal die Tränen. Ich saß vor ihr, während sich das Blut immer weiter auf dem Boden ausbreitete und fühlte Erleichterung. Ich ekelte mich nicht davor. Sogar der Geruch machte mir nichts aus. Ich sah ihn Moms Gesicht, ihre Augen noch offen, ihr Mund zu einem angedeuteten Lächeln verzogen. Sie war tot. Aber ... wo waren meine Tränen? Wo war meine Trauer - sie kam einfach nicht und auch jetzt hatte sie mich noch nicht eingeholt. Keine Tränen."
Würde dir so etwas mehr gefallen? Wäre das für dich besser?
Welche Emotion du beschreibst, musst du nach Prota und Richtung der Geschichte wählen. Aber ich will irgendeine Emotion sehen bei ihr. Und im obigen Beispiel hast du schon mehr mit meinen Sinnen gearbeitet, sie sieht das Blut, sie riecht es, ekelt sich aber nicht davor, etc ect.

Liebe Grüße,
LaHallia

Sie müssen erzählerische Risiken eingehen. Vor allem aber: niemals versuchen, den anderen zu gefallen. Sie müssen so hoch zielen, dass Sie ganz tief fallen können. Dann vielleicht haben Sie Erfolg. (Frank Schätzing)

Ginger

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #31 am: 05 März 2016, 19:45:50 »
Zitat
Oder wenn du stilistische Probleme siehst - auch sehr gerne.

Okay. Da sehe ich nämlich ein paar.

Momentan hat der Text so, wie er jetzt da steht, nicht viel zu bieten. 
Du lieferst mir Informationen auf die denkbar simpelste Weise in Form von Behauptungen. »Ich war wütend.« »Mom war seltsam fröhlich.« »Mom war fertig.« »Dad war ihr Fels.« »Es war nicht so schlimm.« »Das war ihr Ende.« »Das war alles andere als schön gewesen.« »Ich war nicht dumm.« War, war, war.
Subjekt war Adjektiv.

Das ist ein Stil, dem ich unterstelle, dass du dir die Sache zu einfach machst. Ich fühle mich nicht in kompetenten Händen, während ich das lese, ganz im Gegenteil.

Ich will konkrete Bilder, keine Allgemeinplätze. Ich will nachempfinden und keine Behauptungen serviert bekommen. Nur weil deine Protagonistin eine Scheißegal-Einstellung zu der Sache hat, muss ich die beim Lesen nicht auch haben.
Trau dich mehr. Spiel mit dem Text, spiel mit dem Leser. Schreib nicht einfach nur die Szene runter.

Ich vermisse so vieles in diesem Abschnitt.
Leidenschaft für Sprache, Freude an Bildern, an Formulierungen, an Worten, daran, Emotionen zu wecken, Risiken einzugehen, kreative Ansatzpunkte zu finden - das gehört alles dazu. Und das kostet Zeit.
Und wenn du wirklich besser werden willst: Nimm sie dir.


Wenn’s dich so nervt, dass ein paar Leute dir vorgeschlagen haben, diese Szene zu streichen, dann schreib doch einfach eine, die so verdammt gut ist, dass niemand es auch nur wagen würde, ihre Relevanz in Frage zu stellen.

Das soll auch irgendwie so sein. Ich will keine Bilder liefern. Und ich will auch nicht, dass der Leser nachempfinden kann. Ich will keine Emotionen wecken. Das ist nicht der Sinn der Szene. Ich will den Leser über die Ausgangssituation informieren. Über das, was Any schon erlebt hat. Über das, was ihr passiert ist. Und wissen, ob ich dabei eventuell zu kühl bin. Kühl soll es sein. Sie soll sich noch nicht öffnen. Ich schreibe aus der Ich-Perspektive. Ich schreibe das, was gerade passiert. Im Moment, in dem Punkt der Story, öffnet sich Any nicht. Da hat sie keine Phantasievolle Beschreibung des Ortes, an dem sich ihre Mom umgebracht hat. Und auch nicht viele Worte übrig für die ganze Situation.

Das kommt noch. Und es kommt noch sehr ausführlich. Man erfährt noch einiges über das Verhältnis zwischen ihrer Mom und ihr. Wenn es Zeit dafür ist. Wenn Any bereit ist sich selbst zu öffnen. Man erfährt es.
Weshalb Mom selten fröhlich war, weshalb sie fertig war, weshalb Dad ihr Fels war und weshalb so viele "war"s darin sind. Das kann aber erst kommen, wenn Any sich öffnet.
Ist es glaubwürdig, wenn sie diese Szene gefühlvoll beschreibt,  mit Bildern ausschückt, ihr der Tod ihrer Mom in dem Moment aber überhaupt nichts ausmacht?

In dem Moment gehört all das, was du beschreibst, in meinen Augen eben nicht dazu. Ja, ich bin der Autor, aber in dem Moment, in dem der Leser die Geschichte liest, befindet er sich nicht in meinem Kopf sondern im Kopf von Any. Der Protagonistin. Und die ist im Moment nicht fähig, Gefühle gegenüber ihrer Mom zu haben - weshalb sie auch keine Bilder heraufbeschwört sondern das Thema "Mom" lieber schnell hinter sich bringt.

Zeit? Glaube mir, ich habe mir für die Überarbeitung dieses Buches sehr viel Zeit genommen.

Egal wie ich die Szene schreibe, die Informationen bleiben doch gleich. Und die Informationen, die darin beschrieben werden, die werden doch als "Unwichtig" und "nicht relevant" betitelt. Oder?


Ginger

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #32 am: 05 März 2016, 19:56:25 »
Hi LaHallia


Siehst du mit SO etwas kann ich arbeiten. Mit genau so etwas! Hier kommen konkrete Sachen, konkrete Dinge. Hier wird der Text nicht verrissen, sondern es wird geguckt, wie er verbessert werden kann - ohne zu sagen "das muss weg." 


Hi Ginger,

Zitat
Weil das erst noch kommt. Weil sei das erst noch lernen muss. Gefühle zuzulassen, die sie eingemauert hat. Verstehst du?
Ja, verstehe ich. Sie ist noch in der Verdrängungsphase. Trotzdem glaube ich, dass ganz hinten im Kopf, gut versteckt und unterdrückt das Gewissen lauert, dass alles, was sie jetzt unterdrück, irgendwann ausbrechen wird.
Hin und wieder hat sie vielleicht das Gefühl: scheiße, jetzt kommt etwas (Trauer, Verzweiflung, Wut, Hass... was auch immer es sein mag) und dann arbeitet sie vielleicht doppelt so hart daran, es nicht rauszulassen. So etwas wäre für mich auch ein interessanter Moment. Man weiß da ist etwas, aber aus Gründen ab) b) und c) schafft sie es jetzt nicht, sich damit auseinander zu setzen. Also weiter verdrängen, alles weiter aufstauen lassen. Besser dann doppelt so schlimm als jetzt.

Also eine Art "Sich selbst in den Gedanken unterbrechen"? Grade, wenn man dabei ist, aus der Haut zu fahren, sich selbst wieder zurück zu halten. Im Sinne von "Die Lippen aufeinanderpressen und runter damit" Maske wieder drauf und weiter.

Zitat
Zitat
Die Szene ist kein Rückblick, sondern eher eine Einsicht um zu wissen, wieso sie alleine rumfährt und in ihrem Auto schläft, ohne Geld da steht und keine Ahnung hat, wo sie hinmuss (Sie ist übrigens 21, also ist der Tod 3 Jahre her).
Dann zeig mir das. Zeig es mir, mal die Bilder.
Sie hat tagelang in dem Auto geschlafen, wie sieht es aus? Liegt eine Menge Müll drinnen herum? Konnte sie sich duschen oder stinkt sie?
Morgen: Any wacht auf, Blick aus der Fensterscheibe, komplett verlegen, Rückenschmerzen, Genackschmerzen, schlecht geschlafen, die Haare hängen ihr in fettigen Strähnen ins Gesicht, der aktuelle Typ hat sie gerade sitzen lassen, sie wühlt im Müll zwischen den Vordersitzen rum und findet eine alte Dose Cola, naja, besser als nichts. Und dann der Gedanke: danke, Mom, du elende Drecksau, als ich ein Kind war hast du dich nicht gekümmert, da hatten wir zwar eine Wohnung, aber besser hat's dort auch nicht ausgesehen, aber jetzt, jetzt bin ich komplett unten. Sogar der Typ hat mich verlassen, weil du mich so verkorkst gemacht hast. Danke, MOM, dass du dir dein scheiß Hirn weggepustet hast; hat ja nichts zum Leben gegeben für dich; hattest ja nur eine Tochter, die gerne eine Mutter gehabt hätte... etc. Verstehst du was ich meine?
Zeig mir ruhig mehr auch mit dem Setting wie es ihr geht. Dann brauchst du nicht zu schreiben: Prota war am Ende; Prota war das und das, dann sehe ich es, dann rieche ich es, dann fühle ich es.

Gar keine so schlechte Idee. Sie sitzt gerade sowieso im Auto. (Auch wenn es nicht "tragisch" ist, wie du es beschreibst. Das Auto ist sauber und ihr tut der Rücken auch nicht weh :P)
Sie schläft auch erst seit einer Nacht in dem Auto, weil das der erste Tag in Los Angeles ist, aber das Prinzip dahinter ist gar nicht schlecht. Mehr "Bewegung" in die Szene zu bringen. Sie sitzt gerade sowieso im Auto.
Die Wut auf ihre Mom will ich allerdings gar nicht sooo sehr zeigen. Das, was du schreibst, das klingt gut, wäre aber auch nicht Any. Sie geht immer noch neutral an die Sache ran, aber ich kann auf jeden Fall mehr Bewegung in die Sache bringen. Ein kurzes aufs Gas treten, weil sie daran denkt, dass sie ihrer Mom nicht helfen konnte oder so etwas in der Art. Etwas, das ihre Gefühle zwar nicht direkt sagt, aber andeutet.

Zitat
Zitat
Ich befürchte erneut, dass hier zu wenig gezeigt wird. Vllt hätte ich das halbe Kapitel posten sollen und nicht nur den Ausschnitt ... oder so.
Hätte vermutlich geholfen, kann man aber vorher schlecht einschätzen, denke ich. DU kennst die Geschichte ja in und auswendig.
Eben :P

Zitat
Zitat
Hmmm .... wenn ich genau darüber nachdenke. Vielleicht kann ich doch ein paar deiner Vorschläge einbauen. Vielleicht ein "Ich erinnere mich noch daran wie ich vor ihr saß, sie angesehen hatte und da war nur Erleichterung. Mir kamen nicht einmal die Tränen. Ich saß vor ihr, während sich das Blut immer weiter auf dem Boden ausbreitete und fühlte Erleichterung. Ich ekelte mich nicht davor. Sogar der Geruch machte mir nichts aus. Ich sah ihn Moms Gesicht, ihre Augen noch offen, ihr Mund zu einem angedeuteten Lächeln verzogen. Sie war tot. Aber ... wo waren meine Tränen? Wo war meine Trauer - sie kam einfach nicht und auch jetzt hatte sie mich noch nicht eingeholt. Keine Tränen."
Würde dir so etwas mehr gefallen? Wäre das für dich besser?
Welche Emotion du beschreibst, musst du nach Prota und Richtung der Geschichte wählen. Aber ich will irgendeine Emotion sehen bei ihr. Und im obigen Beispiel hast du schon mehr mit meinen Sinnen gearbeitet, sie sieht das Blut, sie riecht es, ekelt sich aber nicht davor, etc ect.


Dann werde ich schaun, dass ich damit bei der Überarbeitung arbeite. ;) Ich will keine mega Bilder haben und auch keine überragenden Emotionen. Aber ein bisschen was. Nicht viel, das darf noch nicht sein. Das kommt noch später :)

Danke!!


« Letzte Änderung: 05 März 2016, 20:04:17 von Ginger »

vulture

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #33 am: 05 März 2016, 20:03:06 »
Zitat
Ist es glaubwürdig, wenn sie diese Szene gefühlvoll beschreibt,  mit Bildern ausschückt, ihr der Tod ihrer Mom in dem Moment aber überhaupt nichts ausmacht? 
Darum geht's nicht. Man kann auch eine emotionale Betonwand in Sätze und Bilder verpacken, die Eindruck hinterlassen. Die mehr sind als das, was du mir hier gibst.

Zitat
Doch es war weiß Gott nicht so schlimm, wie es hätte sein sollen. Eigentlich war nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Ja, eigentlich war ich sogar eher wütend. Weil sie mir meinen Geburtstag für immer versaut hatte. Keine Frage, es war alles andere als schön gewesen sie dort liegen zu sehen und die Bilder würde ich auch nie wieder auf meinem Kopf bekommen, aber es war ... keine Ahnung. 
Mom hatte ein Problem gehabt. Es war nicht nur der Alkohol und die Drogen, von denen sie zwar behauptete sie nicht zu nehmen, aber ich war nicht dumm.
Jetzt mal ganz im Ernst: Ist das hier das Beste, was du zu dem Thema schreiben kannst?
Sag "ja", und ich verspreche dir, ab heute für immer die Klappe zu halten.


Ginger

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #34 am: 05 März 2016, 20:09:09 »
Zitat
Ist es glaubwürdig, wenn sie diese Szene gefühlvoll beschreibt,  mit Bildern ausschückt, ihr der Tod ihrer Mom in dem Moment aber überhaupt nichts ausmacht? 
Darum geht's nicht. Man kann auch eine emotionale Betonwand in Sätze und Bilder verpacken, die Eindruck hinterlassen. Die mehr sind als das, was du mir hier gibst.
Ich will ja kaum mehr als das geben, was ich hier gebe.
Wie würdest du das denn schreiben? (Ganz abgesehen davon, dass du Any nicht kennst und nicht weißt, wie ihre Erzählstimme denn sonst so ist)

Zitat
Zitat
Doch es war weiß Gott nicht so schlimm, wie es hätte sein sollen. Eigentlich war nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Ja, eigentlich war ich sogar eher wütend. Weil sie mir meinen Geburtstag für immer versaut hatte. Keine Frage, es war alles andere als schön gewesen sie dort liegen zu sehen und die Bilder würde ich auch nie wieder auf meinem Kopf bekommen, aber es war ... keine Ahnung. 
Mom hatte ein Problem gehabt. Es war nicht nur der Alkohol und die Drogen, von denen sie zwar behauptete sie nicht zu nehmen, aber ich war nicht dumm.
Jetzt mal ganz im Ernst: Ist das hier das Beste, was du zu dem Thema schreiben kannst?
Sag "ja", und ich verspreche dir, ab heute für immer die Klappe zu halten.
[/quote]

Ähm ... Nein! Sonst würde der Text hier auch nicht auf dem Rost liegen. Und ich habe noch etwas anderes zu dem Thema (exakt demselben Thema, mit den gleichen Personen) geschrieben, was ganz anders klingt :) Nur eben nicht in die Entwicklung des Charakters an der Stelle passt. Erklärung genug?
« Letzte Änderung: 05 März 2016, 20:10:46 von Ginger »

vulture

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #35 am: 05 März 2016, 20:24:56 »
Zitat
Wie würdest du das denn schreiben? (Ganz abgesehen davon, dass du Any nicht kennst und nicht weißt, wie ihre Erzählstimme denn sonst so ist)

Schwer zu sagen, da ich den Rest der Geschichte nicht kenne.

Mein erster Gedanke: Die emotionale Wand noch wesentlich dicker machen. Das heißt, ja, du wirst mich hassen, ich würde die Szene streichen und sie auch nie komplett im Text ausarbeiten.
Stattdessen würde ich einzelne Details durch den Rest der Handlung bluten lassen. Assoziationen. Gedankenfetzen. Blitzlichter. Schnelle Schnitte. Kein Gesamtbild.
Dieses Erlebnis zu einem Tabu machen, einer Unaussprechlichkeit, die hin und wieder auszubrechen droht und die sie mit allen Mitteln hinter Schloss und Riegel zu halten versucht. Nicht drüber nachdenken. Bloß nicht drüber nachdenken.

Ich würde dem Leser auf diese Weise gerade genug Informationen geben, damit er sich irgendwann im Verlauf der Geschichte das Bild selbst zusammensetzen kann.

Ja, ich glaube, so würde ich das angehen. Hilft dir das? Eher nicht, oder?
Unsere Schreibweisen unterscheiden sich dafür zu sehr, schätze ich.

Ginger

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #36 am: 05 März 2016, 20:40:04 »
Zitat
Ja, ich glaube, so würde ich das angehen. Hilft dir das? Eher nicht, oder?
Unsere Schreibweisen unterscheiden sich dafür zu sehr, schätze ich.

Glaube ich auch. Ich hab Geschichten von dir gelesen (Bzw. Ausschnitte) und das sind zwei unterschiedliche Arten und Weisen zu schreiben. Auch für unterschiedliches Publikum. Das hier ist New Adult. Contemporary Romance. Liebesromane - für Frauen und die ein oder anderen Männer ;)

Das, was du sagst, würde in das ganze Konzept der Geschichte und den Aufbau leider nicht reinpassen.
Passt tatsächlich überhaupt nicht rein.
In andere Geschichten mit Sicherheit. Aber nicht in die hier.

Auch weil:
Zitat
Ich würde dem Leser auf diese Weise gerade genug Informationen geben, damit er sich irgendwann im Verlauf der Geschichte das Bild selbst zusammensetzen kann.

Das total ... schwachsinn wäre (Aus Mangel an einem anderen Wort), weil die Mutter gar nicht so im Vordergrund steht sondern andere Dinge. Wie gesagt ... ich habs mir durch den Kopf gehen lassen, aber es passt nirgends rein.

Und wegen 427 Wörtern, die manchen Leuten nicht gefallen, schreibe ich kein ganzes Buch um.
« Letzte Änderung: 05 März 2016, 20:43:21 von Ginger »

merin

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #37 am: 05 März 2016, 20:41:22 »
Hier geht es ja hoch her. Ich versuche mal, mich Post für Post entlangzuarbeiten und hoffe, ich erzeuge nicht zu viele Redundanzen.

Zitat
Wer sagt etwas von gleich? Es braucht keine 15 Jahre, aber es braucht gravierende Ereignisse. Was verstehst du denn unter einer "reifen" Beziehung? Und was verstehst du unter einer "unreifen" Beziehung? Würde mich interessieren. Vllt haben wir eine ganz andere Definition davon und das macht das Verständis etwas schwer.

Ja das mag gut sein. Ich nahm an, dass Du keinen Entwicklungsroman schreiben möchtest, sondern einen Liebesroman. Für mich gehört zum Genre eine Menge Herzschmerz, auf und ab, Trennung und Versöhnung. Das gibt es in unreifen Beziehungen viel mehr als in reifen, daher nahm ich an, dass in diesem Genre reife Beziehungen eigentlich kaum eine Rolle spielen würden. Wenn Du dann noch Deine Protagonistin so anlegst, dass sie zu ihrer Gefühlswelt keinen Zugang hat (was Du, wie ich finde, durchaus dargestellt hast), nehme ich an, dass es um unreife Beziehungen geht.
Tja und was ist nun unreif. Das was für mich viele Teenybeziehungen ausmacht: Unrealistische Ansprüche vom Märchenprinzen, sich gegenseitig Wünsche von den Augen ablesen, sich gegenseitig retten oder glücklich machen; ein noch nicht gut gelernter Umgang mit Frustrationen und Differenzen (sprich häufige sehr emotionale Streits mit großer Verzweiflung und viel Leid); eine unzureichende Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und angemessen in die Beziehung einzubringen sowie eine nicht gut entwickelte Fähigkeit, den Anderen mit seinen/ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und ernstzunehmen - und dann zu schauen, was davon man erfüllen kann und was nicht; eine ausreichende Trennung von Ich und Du.... ich könnte jetzt lange so weiterschreiben, in psychologisch ist das ziemlich ausführlich definiert, wenn es auch Einzelpunkte gibt, über die viel diskutiert wird.

Zitat
Was bedeutet bei dir Klischee? Etwas, das schon einmal vorgekommen ist? Wenn das so ist, dann kann man aufhören zu lesen. Und ich aufhören zu schreiben. So wie die Hälfte der Autoren, die Bestseller rausbringen. Danke dafür.

Ich verstehe nicht wirklich, warum ich jetzt hier so viel Wut abbekomme. Kannst Du es mir erklären? Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass ich finde, dass die Arbeit mit Klischees seine Berechtigung hat. Ich habe damit deutlich zu machen versucht, dass ich das durchaus schätze. Warum ich dafür jetzt so abgewatscht werde verstehe ich nicht.

Zu der Frage: Nein, das beschreibt nicht das, was ich als Klischee meine. Ich habe ja gestern meinen Workshop dazu eröffnet (der offenbar niemanden hinter dem Ofen hervorlockt). Dort habe ich eine Definition benutzt, die der ähnelt, die Du nach von Wilpert zitiert hast.

Zitat
Wenn es das ist, was du meinst, dann ... kann ich eigentlich in deinen Augen aufhören zu schreiben. Weil ich meine Charaktere ja dann immer einfach nur in gewisse Schubladen stecke und sie so indivuell sind wie die Massenproduktion von weißen T-Shirts.

Ginger auf der Ebene können wir das rösten lassen. Ich habe so etwas weder gemeint, noch geschrieben. Andere hier im Thread waren wesentlich schärfer, verwechselst Du mich? Ist es das Gesamtbild, dass Dich zu diesem Angriff drängt? Ich nahm es so wahr, dass meine Röstung die war, die dem Text am meisten Gutes bescheinigte. Und nun kriege ich die Wut ab? ich verstehs nicht, ehrlich nicht. Gib mir Nachhilfe.

Zitat
Der Abschiedsbrief am 18. Geburtstag der Tochter ist für dich ein Klischee? Wieso? Einen Abschiedsbrief zu schreiben, wenn man sich umbringt, ist für mich kein Klischee sondern eine ... Sache, die man eben macht. Abschiedsbriefe von Leuten, die sich umbringt ungleich Klischee. Ist es für dich ein Klischee, weil es an ihrem 18. Geburtstag ist? Auch hier -> Wieso? Wo siehst du hier das Klischee?

Ich habe versucht zu erklären, was andere in diesem Thread gemeint haben. Vielleicht war das ein Fehler und ich hätte es ihnen selbst überlassen sollen. Etwas, was "man macht" ist ja schon sehr klischeenah. Per definitionem. Ich persönlich finde, dass die Idee, genau am Geburtstag der Tochter den eigenen Tod zu inszenieren, sehr an Klischee grenzt. Das ist halt sehr zugespitzt. Mich hat es aber nicht gestört, ich hab Dir diese Zuspitzung abgekauft.

Zitat
Und nein. Ich habe nicht vor Geschichten zu schreiben, die von Klischees leben. Für mich ist die Aussage "Du schreibst mit Klischees" eine Beleidigung. 
Und ja. Ich bin wütend. Und angepisst. Nicht, weil ich nicht mit Kritik umgehen kann (Bei meinem YA Roman habe ich jeden Satz und jede Handlung überdacht, die von meinen Testlesern angemerkt wurde und habe sie dementsprechend verbesser), sondern weil ich dieses "Habe ich schon mal gelesen, irgendwo gehört - ist Klischee" einfach bescheuert finde.

Ja, das hat hier aber niemand so geschrieben. Un dich schon gar nicht.
Ich habe geschrieben, dass ich es wichtig und berechtigt finde, im Schreiben mit Klischees zu arbeiten. Und das meine ich auch so. Ich habe auch geschrieben, dass einige Genres mehr mit Klischees arbeiten als andere - und Deins, das Liebesroman-Genre, arbeitet viel mit Klischees. Ich nahm an, dass Du Dich bewusst dafür entschieden hast, weil Du das spannend findest. Dass jemand, der sich für dieses Genre entschieden hat und es liebt, den Hinweis auf Klischees (der nicht von mir eingebracht wurde!) als beleidigend empfindet - darauf wäre ich nie gekommen. Für mich ist ein Liebesroman ohne Klischee kein Liebesroman. Vielleicht verstehe ich ja das Genre falsch, aber ich dachte Du meinst das, was bei Wikipedia so beschrieben ist:

Zitat
Der Liebes- und Familienroman bezeichnet ein umfangreiches Genre der Trivialliteratur, das sich vorwiegend an das weibliche Leserpublikum wendet und in seinem Aufbau meist einfachen Grundmustern folgt.

Ja, ich persönliche halte mehr von hoher Literatur, aber leben kann man ganz sicher besser von Trivialliteratur.

Zitat
Sie trinkt Kaffee um in der Früh wach zu werden; ist das für dich ein Klischee?
Sie isst wie am Schlot, wird aber nicht dick. Ist das für dich ein Klischee?

nein und nein

Zitat
Wenn ich einen Text einstelle, dann hätte ich gerne eine Meinung. Einen Eindruck. Und keine Verbesserungsvorschläge, die eigentlich nur diejenigen machen könnten, die den ganzen Text kennen.

Das hättest Du mal vorher schreiben sollen. Ich persönlich finde Streichungsvorschläge hilfreich, oft machen sie mir Dinge klar, auch wenn ich die Streichungen dann vielleicht nicht übernehme. Ich nahm an, es gehe Dir genauso. Wenn diese Form der Röstung Dir nicht hilft, ist es gut, dies vorab zu schreiben - damit die Röstenden wissen, was Du möchtest und was nicht.

Zitat
Woher will derjenige, der nur diesen Ausschnitt gelesen hatt denn wissen, ob Info 1 unwichtig ist? Woher? Kann er nicht wissen.

Natürlich kann niemand das in jedem Fall wissen. Aber meine Streichungsvorschläge haben Redundanzen gestrichen. Wenn etwas doppelt da steht muss man nicht den ganzen Roman kennen um vorschlagen zu können, eines zu streichen.

Zitat
Für alle Fantasyschreiber. Dass ihr Held irgendwann mal eine Schwertwunde bekommt, oder dass er sich auf seiner Heldenreise verletzt und kurz mit Problem zu kämpfen hat -> KLISCHEE.

Super, das ist das Beispiel was ich meine: Natürlich sind Schwertwunden in Fantasy ein Klischee. Dies hat genrebedingt seine Berechtigung und ist für den Text unter Umständen wichtig. Aber das macht es nicht weniger klischeehaft.

Zitat
Zu sagen "Das klingt scheiße", ist auch noch in Ordnung (Vllt nicht mit Scheiße), dann weiß ich, dass etwas an meinem Schreibstil harkt. Dass ich daran arbeiten muss. Aber besonders wenn es um Informationen geht, keine Ahnung ob ich in dieser Hinsicht jemals wieder einen Text einstellen werde.

Ich steh auf dem Schlauch. Um welche Informationen geht es?

Zitat
Die Röstungen haben mir klar gemacht, warum ich in letzter Zeit nur noch sehr wenig zum Rösten einstelle.
Nämlich weil es sehr schwer ist, einen kurzen Textausschnitt ohne den Kontext des ganzen Textes zu beurteilen. Und weil - aus meiner Sicht - beim rösten der eingestellte Text oft viel zu sehr zerflückt wird.
Das empfinde ich eher als demotivierend und es bringt mich nicht weiter, deshalb halte ich mich hier mit eigenen Texten so sehr zurück.

Damit kann ich etwas anfangen. Vielleicht wäre es gut, nochmal die Frage aufzugreifen, welche Sorte Textkritik sich wer hier wünscht.

Zitat
Es ist furchtbar demotivieren. Sehr sogar. Vor Allem, da ich sowieso das Gefühl habe, dass ... meine Texte nicht bei jedem ankommen - was sie aber auch nicht müssen -, das aber immer wieder erwähnt wird.

Ist das ein verbrämtes "merin bitte röste meine Texte generell nicht mehr, auf bei neuen Projekten nicht?". das hätte ich dann lieber direkt hingeschrieben. Ich weiß nähmlich so nicht, ob Du Aure meinst oder mich oder wen?

Zitat
Im Grunde habe ich ja nichts Klischees, wenn die Reaktion so ist, wie zum Beispiel gerade von dir ist. Nur habe ich bei Merin zum Beispiel das Gefühl, auch wenn sie es so nicht schreibt (GEFÜHL!!!!), dass ihr Klischees nicht gefallen und ein Text für sie dadurch schlechter wird. Und das gefällt mir nicht.

Ah, da ist die Unterstellung ja mal schwarz auf weiß. Sie stimmt so nicht, dazu habe ich ja oben schon einiges geschrieben.

Zitat
Aber ... wer drückt seinen Wunsch die Intention des Textes zu verstehen damit aus, zu sagen "Das muss raus?" und wenn ich dann erkläre, weshalb es nicht raus kann zu sagen, dass ich meinen Text verteidige? Natürlich verteidige ich meinen Text.

Für mich gab es hier keine derartige Diskussion. Also in diesem Thread hier nicht. Offenbar hast Du da etwas völlig in den falschen Hals bekommen. Das tut mir leid.
Was meiner Meinung nach passiert ist, ist, dass Du etwas gegen eine Streichung verteidigt hast, wo ich geschrieben hatte "das muss drin bleiben". Und ich wollte dieses Missverständnis aufklären. Welche Dineg Du streichst ist natürlich völlig Dir überlassen.

Mein Gefühl ist grad, dass Du irgendwie Wut auf mich angesammelt hast und daher meine Röstungen megakritisch liest. Was ich zu Deinem Text meine, kann kurz zusammengefasst werden: Ich finde die Prota nicht zu kühl und kann mir vorstellen, dass sie so reagiert. Ich finde ihre Emotionen unterschwellig gut rübergebracht. Stilistisch finde ich den Text mangelhaft weil zu schwafelnd, da würde ich kürzern und dadurch die Erzählstimme knackiger machen.

Da kann ich nichts von dem drin finden, was Du mir vorwirfst.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Ginger

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #38 am: 05 März 2016, 21:07:59 »
Hi Merin


Zitat
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Wer sagt etwas von gleich? Es braucht keine 15 Jahre, aber es braucht gravierende Ereignisse. Was verstehst du denn unter einer "reifen" Beziehung? Und was verstehst du unter einer "unreifen" Beziehung? Würde mich interessieren. Vllt haben wir eine ganz andere Definition davon und das macht das Verständis etwas schwer.

Ja das mag gut sein. Ich nahm an, dass Du keinen Entwicklungsroman schreiben möchtest, sondern einen Liebesroman. Für mich gehört zum Genre eine Menge Herzschmerz, auf und ab, Trennung und Versöhnung. Das gibt es in unreifen Beziehungen viel mehr als in reifen, daher nahm ich an, dass in diesem Genre reife Beziehungen eigentlich kaum eine Rolle spielen würden. Wenn Du dann noch Deine Protagonistin so anlegst, dass sie zu ihrer Gefühlswelt keinen Zugang hat (was Du, wie ich finde, durchaus dargestellt hast), nehme ich an, dass es um unreife Beziehungen geht.
Tja und was ist nun unreif. Das was für mich viele Teenybeziehungen ausmacht: Unrealistische Ansprüche vom Märchenprinzen, sich gegenseitig Wünsche von den Augen ablesen, sich gegenseitig retten oder glücklich machen; ein noch nicht gut gelernter Umgang mit Frustrationen und Differenzen (sprich häufige sehr emotionale Streits mit großer Verzweiflung und viel Leid); eine unzureichende Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und angemessen in die Beziehung einzubringen sowie eine nicht gut entwickelte Fähigkeit, den Anderen mit seinen/ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und ernstzunehmen - und dann zu schauen, was davon man erfüllen kann und was nicht; eine ausreichende Trennung von Ich und Du.... ich könnte jetzt lange so weiterschreiben, in psychologisch ist das ziemlich ausführlich definiert, wenn es auch Einzelpunkte gibt, über die viel diskutiert wird.

Herzschmerz? Es geht so. Eigentlich nicht besonders.
Auf und Ab? Hmmmm .... auch nicht so sehr
Trennung? - Findet nicht statt; dadurch auch keine Versöhnung -> Was übrigens Absicht ist.
Das, was du über unreife Beziehungen schreibst, kommt zu vllt. 15% vor, der Rest kommt nicht vor. Keine Vorstellung vom Märchenprinzen - Die hat Any zum Beispiel schon lange davor verloren.
In manchen Punkten muss ich dir auch ... wiedersprechen bzw. würde ich das nicht in eine unreife Beziehung packen (Ganz abgesehen davon, dass meine Charaktere keine Teenager mehr sind)

Das sich retten und glücklich machen - sich zu retten und sich glücklich zu machen, das macht für mich eine ernste Beziehung aus. Sich gegenseitig zu unterstützen und Mut zu geben in schweren Zeiten. Unreif wäre es für mich hier, wenn dann die Trennung folgt und fertig ist.

" eine unzureichende Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und angemessen in die Beziehung einzubringen sowie eine nicht gut entwickelte Fähigkeit, den Anderen mit seinen/ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und ernstzunehmen" Das kommt auch nicht vor :)


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Was bedeutet bei dir Klischee? Etwas, das schon einmal vorgekommen ist? Wenn das so ist, dann kann man aufhören zu lesen. Und ich aufhören zu schreiben. So wie die Hälfte der Autoren, die Bestseller rausbringen. Danke dafür.

Ich verstehe nicht wirklich, warum ich jetzt hier so viel Wut abbekomme. Kannst Du es mir erklären? Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass ich finde, dass die Arbeit mit Klischees seine Berechtigung hat. Ich habe damit deutlich zu machen versucht, dass ich das durchaus schätze. Warum ich dafür jetzt so abgewatscht werde verstehe ich nicht.

Wahrscheinlich, weil ich es schon ein paar Mal zu oft aus deinem Mund gehört habe  :diablo: und es jedes Mal - für mich - negativ klingt. Egal, ob du schreibst, dass es seine Berechtigung hat. Wenn die Arbeit mit Klischees in Ordnung ist, wieso wird dann jedes "Klischee" hervorgehoben? Wieso muss auf alles, was man für ein Klischee hält, zeigen, obwohl man es doch in Ordnung findet? DAS verstehe ich nicht.



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Wenn es das ist, was du meinst, dann ... kann ich eigentlich in deinen Augen aufhören zu schreiben. Weil ich meine Charaktere ja dann immer einfach nur in gewisse Schubladen stecke und sie so indivuell sind wie die Massenproduktion von weißen T-Shirts.

Ginger auf der Ebene können wir das rösten lassen. Ich habe so etwas weder gemeint, noch geschrieben. Andere hier im Thread waren wesentlich schärfer, verwechselst Du mich? Ist es das Gesamtbild, dass Dich zu diesem Angriff drängt? Ich nahm es so wahr, dass meine Röstung die war, die dem Text am meisten Gutes bescheinigte. Und nun kriege ich die Wut ab? ich verstehs nicht, ehrlich nicht. Gib mir Nachhilfe.

Das hier bezieht sich alles auf das Klischee  und nicht auf das, was die anderen so sagen.
Deshalb ja auch das "Wenn es das ist, was du meinst". Wenn. Es ist tatsächlich das Wort Klischee, was mich so stört. Mit einem Wort wie "Genretypisch" könnte ich mich wahrscheinlich besser anfreunden, weil Klischee doch in den meisten Zusammenhängen negativ ist. Wer will schon über abgelutschte Dinge schreiben?


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Der Abschiedsbrief am 18. Geburtstag der Tochter ist für dich ein Klischee? Wieso? Einen Abschiedsbrief zu schreiben, wenn man sich umbringt, ist für mich kein Klischee sondern eine ... Sache, die man eben macht. Abschiedsbriefe von Leuten, die sich umbringt ungleich Klischee. Ist es für dich ein Klischee, weil es an ihrem 18. Geburtstag ist? Auch hier -> Wieso? Wo siehst du hier das Klischee?

Ich habe versucht zu erklären, was andere in diesem Thread gemeint haben. Vielleicht war das ein Fehler und ich hätte es ihnen selbst überlassen sollen. Etwas, was "man macht" ist ja schon sehr klischeenah. Per definitionem. Ich persönlich finde, dass die Idee, genau am Geburtstag der Tochter den eigenen Tod zu inszenieren, sehr an Klischee grenzt. Das ist halt sehr zugespitzt. Mich hat es aber nicht gestört, ich hab Dir diese Zuspitzung abgekauft.

Aber wieso ? Wieso grenzt das für dich an einem Klischee? Das ist es vllt, was ich nicht verstehe. Was ist für dich ein Klischee,  und was ist keines?

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Und nein. Ich habe nicht vor Geschichten zu schreiben, die von Klischees leben. Für mich ist die Aussage "Du schreibst mit Klischees" eine Beleidigung. 
Und ja. Ich bin wütend. Und angepisst. Nicht, weil ich nicht mit Kritik umgehen kann (Bei meinem YA Roman habe ich jeden Satz und jede Handlung überdacht, die von meinen Testlesern angemerkt wurde und habe sie dementsprechend verbesser), sondern weil ich dieses "Habe ich schon mal gelesen, irgendwo gehört - ist Klischee" einfach bescheuert finde.

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Ja, das hat hier aber niemand so geschrieben. Un dich schon gar nicht.
Ich habe geschrieben, dass ich es wichtig und berechtigt finde, im Schreiben mit Klischees zu arbeiten. Und das meine ich auch so. Ich habe auch geschrieben, dass einige Genres mehr mit Klischees arbeiten als andere - und Deins, das Liebesroman-Genre, arbeitet viel mit Klischees. Ich nahm an, dass Du Dich bewusst dafür entschieden hast, weil Du das spannend findest. Dass jemand, der sich für dieses Genre entschieden hat und es liebt, den Hinweis auf Klischees (der nicht von mir eingebracht wurde!) als beleidigend empfindet - darauf wäre ich nie gekommen. Für mich ist ein Liebesroman ohne Klischee kein Liebesroman. Vielleicht verstehe ich ja das Genre falsch, aber ich dachte Du meinst das, was bei Wikipedia so beschrieben ist:

Siehe oben. Dem Wort Klischee ist in meinen Augen zu viel Negatives angehaftet. Genretypisch, das ist etwas anderes. Das ist der Aufbau, das gewisse Etwas, das ein Roman haben muss, um als Liebesroman gelten zu können.
Ich habe mich dazu entschieden Liebesromane zu schreiben, weil ich die Liebe  ... liebe ;) Weil ich es liebe den Weg zweier Menschen zu schreiben, wie sie sich ineinander verlieben. Ich schreibe keine Liebesromane, weil ich Klischees benutzen möchte. Ich mag das Gerne.


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Wenn ich einen Text einstelle, dann hätte ich gerne eine Meinung. Einen Eindruck. Und keine Verbesserungsvorschläge, die eigentlich nur diejenigen machen könnten, die den ganzen Text kennen.

Das hättest Du mal vorher schreiben sollen. Ich persönlich finde Streichungsvorschläge hilfreich, oft machen sie mir Dinge klar, auch wenn ich die Streichungen dann vielleicht nicht übernehme. Ich nahm an, es gehe Dir genauso. Wenn diese Form der Röstung Dir nicht hilft, ist es gut, dies vorab zu schreiben - damit die Röstenden wissen, was Du möchtest und was nicht.
Streichungen von einzelnen Wörtern, damit habe ich kein Problem. Überhaupt nicht. Wenn ein Wort zu viel im Text ist - gerne. Oder wenn an der einen Stelle etwas beschrieben wird, was an der anderen noch einmal, nur in anderen Worten steht. Auch dann habe ich kein Problem damit, wenn man mir sagt, dass es reicht, wenn es ein einziges Mal dort steht. Dann freue ich mich, dass das jemand bemerkt hat.

Aber keine Streichung von Informationen und dann das Anzweifeln, dass diese Information tatsächlich relevant ist. DAS möchte ich nicht. Und das gehört für mich auch nicht zur Textarbeit dazu und damit kann ich mich auch nicht verbessern. Es sei denn, die Person hat den ganzen Text gelesen. Dann schon.
Meine Agentin hat mir geraten, 3 Seiten der Leseprobe komplett zu streichen und das Ganze in den Teil dahinter zu packen. Habe darüber nachgedacht, gesehen, dass es stimmt und die Szene gestrichen. SIE kennt den ganzen Text. SIE hat das ganze Ding gelesen. SIE weiß, dass die Information Zeitnahm kommt und den Leser mit keiner Verwirrung hinterlässt. SIE weiß das.
Würde ich euch die gleiche Szene vorsetzen -> IHR wüsstest das nicht.

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Woher will derjenige, der nur diesen Ausschnitt gelesen hatt denn wissen, ob Info 1 unwichtig ist? Woher? Kann er nicht wissen.

Natürlich kann niemand das in jedem Fall wissen. Aber meine Streichungsvorschläge haben Redundanzen gestrichen. Wenn etwas doppelt da steht muss man nicht den ganzen Roman kennen um vorschlagen zu können, eines zu streichen.

Siehe oben. Gegen deine Streichungsvorschläge hatte in der Hinsicht dann auch nichts. Aber ich kommentiere eben nicht jedes gestrichende Wort, sondern nur die Teile, zu denen ich ebenfalls noch etwas zu sagen habe. Das mit dem Streichen war auch hauptsächlich auf Ryek Kommentar bezogen :)
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Für alle Fantasyschreiber. Dass ihr Held irgendwann mal eine Schwertwunde bekommt, oder dass er sich auf seiner Heldenreise verletzt und kurz mit Problem zu kämpfen hat -> KLISCHEE.

Super, das ist das Beispiel was ich meine: Natürlich sind Schwertwunden in Fantasy ein Klischee. Dies hat genrebedingt seine Berechtigung und ist für den Text unter Umständen wichtig. Aber das macht es nicht weniger klischeehaft.

Jap. Mir gefällt das Wort einfach nicht. Genretypisch finde ich viel schöner und auch korrekter.
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Zu sagen "Das klingt scheiße", ist auch noch in Ordnung (Vllt nicht mit Scheiße), dann weiß ich, dass etwas an meinem Schreibstil harkt. Dass ich daran arbeiten muss. Aber besonders wenn es um Informationen geht, keine Ahnung ob ich in dieser Hinsicht jemals wieder einen Text einstellen werde.

Ich steh auf dem Schlauch. Um welche Informationen geht es?

Die im Text. Die "irrelevant" und "geschwafel" sind, obwohl sie wichtig sind.
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Die Röstungen haben mir klar gemacht, warum ich in letzter Zeit nur noch sehr wenig zum Rösten einstelle.
Nämlich weil es sehr schwer ist, einen kurzen Textausschnitt ohne den Kontext des ganzen Textes zu beurteilen. Und weil - aus meiner Sicht - beim rösten der eingestellte Text oft viel zu sehr zerflückt wird.
Das empfinde ich eher als demotivierend und es bringt mich nicht weiter, deshalb halte ich mich hier mit eigenen Texten so sehr zurück.

Damit kann ich etwas anfangen. Vielleicht wäre es gut, nochmal die Frage aufzugreifen, welche Sorte Textkritik sich wer hier wünscht.

Ich finde, dass man sich vllt mehr an die Fragen halten soll. Ich habe gefragt, ob die Person zu kühl ist. Und habe dafür Vorschläge bekommen, lauter Informationen rauszustreichen, die aber noch wichtig sind. DAS war nicht meine Frage. Und das war auch nicht Grund, weshalb der Text hier eingestellt wurde.

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Es ist furchtbar demotivieren. Sehr sogar. Vor Allem, da ich sowieso das Gefühl habe, dass ... meine Texte nicht bei jedem ankommen - was sie aber auch nicht müssen -, das aber immer wieder erwähnt wird.

Ist das ein verbrämtes "merin bitte röste meine Texte generell nicht mehr, auf bei neuen Projekten nicht?". das hätte ich dann lieber direkt hingeschrieben. Ich weiß nähmlich so nicht, ob Du Aure meinst oder mich oder wen?

Nein! Absolut nicht. Auch, weil ich dann wohl keine Röster mehr finde, weil Liebesroman für keinen hier der Knüller ist. Es ist eher ein - wenn das Genre nicht gefällt, wenn man aber trotzdem etwas darüber sagen möchte, dann sollte man alles, was mit Genre zu tun hat, einfach ... weglassen in der Röstung und sich stattdessen eher auf die Fragen konzentrieren. Zum Beispiel eben, ob die Prota zu kühl rüberkommt. Nur das.


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Aber ... wer drückt seinen Wunsch die Intention des Textes zu verstehen damit aus, zu sagen "Das muss raus?" und wenn ich dann erkläre, weshalb es nicht raus kann zu sagen, dass ich meinen Text verteidige? Natürlich verteidige ich meinen Text.

Für mich gab es hier keine derartige Diskussion. Also in diesem Thread hier nicht. Offenbar hast Du da etwas völlig in den falschen Hals bekommen. Das tut mir leid.
Was meiner Meinung nach passiert ist, ist, dass Du etwas gegen eine Streichung verteidigt hast, wo ich geschrieben hatte "das muss drin bleiben". Und ich wollte dieses Missverständnis aufklären. Welche Dineg Du streichst ist natürlich völlig Dir überlassen.

Doch. Von Ryek. Ich würde mich erklären wollen.


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Mein Gefühl ist grad, dass Du irgendwie Wut auf mich angesammelt hast und daher meine Röstungen megakritisch liest. Was ich zu Deinem Text meine, kann kurz zusammengefasst werden: Ich finde die Prota nicht zu kühl und kann mir vorstellen, dass sie so reagiert. Ich finde ihre Emotionen unterschwellig gut rübergebracht. Stilistisch finde ich den Text mangelhaft weil zu schwafelnd, da würde ich kürzern und dadurch die Erzählstimme knackiger machen.

Bei dir war es auch hauptsächlich das Klischee. Deine Streichungen habe ich nicht bemängelt (Es sei denn es waren Streichungen von Infos, dann schon :P ). Du hast Vorschläge gemacht und ich konnte sie leider nicht nutzen, weil sie zur Erzählstimme meiner Prota nicht passen, aber das ist auch normal, du kennst sie ja gar nicht ;)

LG
Ginger


« Letzte Änderung: 05 März 2016, 21:24:20 von Ginger »

Trippelschritt

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #39 am: 05 März 2016, 21:35:51 »
Danke für die schnelle Antwort, Ginger
Kapitel 3 relativiert meine aussage ein wenig.
Ich mache da jetzt aber nicht weiter, weil ich Deine Mutmaßungen über meine Gedanken oder Geisteshaltung nicht so recht verstehe. Ich möchte Dich also nicht weiter ärgern oder verstimmen.
Sorry, wenn das passiert sein sollte.

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #40 am: 05 März 2016, 21:36:20 »
Hi Ginger,

Zitat
Wahrscheinlich, weil ich es schon ein paar Mal zu oft aus deinem Mund gehört habe  :diablo: und es jedes Mal - für mich - negativ klingt. Egal, ob du schreibst, dass es seine Berechtigung hat. Wenn die Arbeit mit Klischees in Ordnung ist, wieso wird dann jedes "Klischee" hervorgehoben? Wieso muss auf alles, was man für ein Klischee hält, zeigen, obwohl man es doch in Ordnung findet? DAS verstehe ich nicht.

Das kann ich ganz leicht erklären: Ich halte viel davon, Stilmittel bewusst einzusetzen. Deshalb benenne ich sie. Vor allem, wenn sie gehäuft auftreten. Hier habe ich von mir aus das Klischee nicht benannt - bewusst. Ich hatte es bemerkt, ging aber davon aus, dass es bewusst eingesetzt war, weil es auf mich so wirkte. Und dann sah ich keinen Grund mehr dafür, es zu benennen.

Zitat
Deshalb ja auch das "Wenn es das ist, was du meinst". Wenn.

Na dann ist es ja leicht, das als erledigt abzuhaken. 

Zitat
Aber wieso ? Wieso grenzt das für dich an einem Klischee? Das ist es vllt, was ich nicht verstehe. Was ist für dich ein Klischee,  und was ist keines?

Wär das nicht vielleicht was für den Workshop? Ich kann es verkürzt versuchen, zu erklären: Für mich gibt es mehrere Klischees die mit Suizid verbunden sind. Definition von Suizid ist: "Jemand bringt sich geplant selbst um". Nun gibt es verschiedene Klischeesuizide, die, die in Filmen, Witzen, Büchern häufig vorkommen, die man schon kennt:
- der Mann, der sich erschießt, vor seinem Schreibtisch
- die Frau, die Tabletten nimmt
- die Frau, die es für ihre Kinder hinauszögert und dann geht, wenn sie frei ist.

Du hast das letzte Klischee benutzt - und Nr. 1 und 2. zwar aufgenommen, aber gebrochen: Du hast einer Frau eine männlich assoziierte Todesart zugeschrieben. Damit hast Du (so lese ich es) mit dem Klischee gespielt. Du hast es weiter zugespitzt mit dem Suizid am Geburtstag direkt: Dass sowas real so passiert, ist enorm unwahrscheinlich, dadurch wirkt es unecht - klischeehaft. Aber es hat einen Ausdruck, wird so noch gewaltvoller, würgt der Prota wirklich eins rein. Daher hab ich es Dir abgekauft als für die Handlung relevante Überzeichnung. Für mich wirkt Überzeichnung schnell klischeehaft, aber das ist ein Stilmittel, das man verwenden kann. Dass Du hier, meiner Meinung nach, verwendet hast.

Zitat
Aber keine Streichung von Informationen und dann das Anzweifeln, dass diese Information tatsächlich relevant ist. DAS möchte ich nicht. Und das gehört für mich auch nicht zur Textarbeit dazu und damit kann ich mich auch nicht verbessern. Es sei denn, die Person hat den ganzen Text gelesen.

Ja, das kann ich verstehen. Für mich ist das hier nicht passiert, aber offenbar habe ich etwas als reine Wiederholung gelesen, was für Dich keine solche ist. Vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass die enthaltene Zusatzinfo besser herausgearbeitet werden sollte. Vielleicht ist es auch einfach ein Hinweis auf meine Matschbirne (bin immer noch mehr krank als gesund).

Zitat
Die im Text. Die "irrelevant" und "geschwafel" sind, obwohl sie wichtig sind.

Ahso. Geschwafel wird es für mich durch Redundanzen und Füllwörter.

Zitat
Nein! Absolut nicht. Auch, weil ich dann wohl keine Röster mehr finde, weil Liebesroman für keinen hier der Knüller ist. Es ist eher ein - wenn das Genre nicht gefällt, wenn man aber trotzdem etwas darüber sagen möchte, dann sollte man alles, was mit Genre zu tun hat, einfach ... weglassen in der Röstung und sich stattdessen eher auf die Fragen konzentrieren. Zum Beispiel eben, ob die Prota zu kühl rüberkommt. Nur das.

Ich werds versuchen. Oh Mann, das wird nicht leicht. *auf die Finger setz*

lg
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oldlady

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #41 am: 05 März 2016, 22:47:42 »
Hallo Ginger,

in diesem Thread geht es ja heiß her.  Da bin ich neugierig geworden und habe nicht nur Deinen Text, sondern auch gleich die Kommentare gelesen.
Klischees habe ich keine entdeckt. Für mich ist es die Innensicht der Prota, sie erzählt vom Tod ihrer Mutter. So, als würde sie das Weinen ganz weit von sich weg schieben, dazu passt der flapsige Ton. Für mich klingt die Trauer trotzdem durch, und zwar vor allem die Trauer darüber, wie ihre Mutter gelebt hat. Dass ihr Tod dann für die Prota nicht mehr so tragisch war - der Mutter ging es ja miserabel, und der Tochter natürlich auch - ist nachvollziehbar. Genauso wie ihre Schuldgefühle, dass sie nicht mehr dabei empfunden hat, und ihre Wut auf ihre Mutter.
Ich kann also die gemischte Gefühlslage der Prota ganz gut nachvollziehen, zu kühl kommt sie nicht rüber.
Die Story wirkt wie eine authentische Erzählung. Dazu passt es durchaus, dass einiges redundant ist. Wie das ankommt, hängt sehr vom Geschmack des Lesers ab; für mich ist es schwierig.  Und um „romance“ mache ich normalerweise einen großen Bogen  :deveek:, das  lese ich nur in Auszügen hier im Forum.


LG

Odlady

sorgenlos

  • Gast
Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #42 am: 27 April 2016, 16:03:07 »
Ich würde gerne meine Meinung zu dem Text schreiben, denkt aber bitte daran, dass ich selber Neuling bin. Ist alles also eher unprofessionell geprägt.

Ich weiß nicht, ob es so sein soll. Aber ich finde gerade die "Gefühlskälte" der Prota toll. Das ist einfach mal was anderes. Wobei ich es nicht unbedingt als gefühlskalt bezeichnen würde, auch wenn es abgebrüht rüber kommt. Für mich steht da ein junger Mensch, der so viel erlebt hat, dass er wahrscheinlich daran zugrunde gehen würde, wenn er derzeit wirklich FÜHLEN würde, was da so alles passiert. Wahrscheinlich ist sie dazu irgendwann mal in der Lage aber nicht jetzt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich ansonsten auch gleich die Kugel gegeben hätte.
Die Erzählung von ihr wirkt bei mir daher so, als würde sie nicht von ihrem Leben erzählen - als wäre sie ganz weit weg. Und das ist wie gesagt wahrscheinlich auch gut so und ich kann mich da sogar ein wenig rein fühlen. Sie hat eine Mauer um sich gebaut und das ist nichts anderes wie ein Schutzmechanismus.

Ich wäre gespannt, wie es weiter geht. Bleibt diese Distanz erhalten oder bricht es irgendwann doch so aus ihr heraus, dass sie in Tränen ausbricht und man beim Lesen des Textes dann auch wirklche teife Trauer spürt?

gorditamaria

  • Gast
Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #43 am: 02 September 2016, 09:33:37 »

Die hauptsächliche Frage ist: Ist meine Prota zu kühl?



Meine Mutter starb, als ich achtzehn Jahre alt war. Wobei ich »sterben« vielleicht nicht unbedingt als passendes Wort dafür wählen würde. Sie pustete sich eher die Birne weg, weil sie es auf der Gott verdammten Welt, die nur noch Leid mit sich brachte, nicht mehr ausgehalten hatte. An meinem achtzehnten Geburtstag. Ich Trottel Hier dachte ich erst, es wäre eine männliche Figur. dachte auch noch, dass alles besser werden würde. Sie war seltsam fröhlich an diesem Tag, so fröhlich Wortwiederholung notwendig?wie schon lang nicht mehr. Ich war nur für ein paar Minuten in den Laden an der Ecke gegangen, um Zutaten für ein leckeres Abendessen zu kaufen, da hörte ich den Schuss. Keine Ahnung, woher sie die Waffe hatte. Aber das war ihr Ende. Das würde ich weglassen, weil es mich aus dem Text rausholt. Der Sinn ergibt sich auch ohne. Ich wäre ja jetzt immerhin achtzehn, stand auf dem Zettel, den sie noch hin gekritzelt hatte. Und ich würde schon allein klar kommen. Ich könnte mich jetzt selbst um mich kümmern. Sie dankte mir für die Zeit, in der ich ihre Tochter war und auch für die vielen Versuche sie am Leben zu halten. Aber am Ende hatte sie einfach festgestellt, dass es nichts mehr gab, dass das Leben nichts mehr für sie bereithielt und es besser war zu gehen. 
Ihr Tod hatte mich mitgenommen. Klar, sie war meine Mutter. Doch es war weiß Gott nicht so schlimm, wie es hätte sein sollen. Eigentlich war esnur noch eine Frage der Zeit gewesen. Ja, eigentlich war ich sogar eher wütend. Weil sie mir meinen Geburtstag für immer versaut hatte. tat die Mutter das wirklich? Immerhin wird das Leben bei so einer Mutter, die sich ständig umbringen wollte und ja scheinbar nicht/nie/selten fröhlich war, kein Zuckerschlecken sein.Keine Frage, es war alles andere als schön gewesen sie dort liegen zu sehen und die Bilder würde ich auch nie wieder auf ausmeinem Kopf bekommen, aber es war ... keine Ahnung. 
Mom hatte ein Problem gehabt. Das zeigst du in den nächsten Sätzen anschaulich.Es war nicht nur der Alkohol und die Drogen, von denen sie zwar behauptete sie nicht zu nehmen, aber ich war nicht dumm. Mom war fertig, völlig zerstört. Ich konnte ihr nicht helfen. Es war sowieso schon schwer genug, die Schule zu bewerkstelligen und gleichzeitig aufzupassen, dass sie nichts anstellte. Als Dad noch lebte, da war es anders. Er war ihr Fels. Er hatte sie im Griff. Sie liebte ihn und er liebte sie. Dad war das perfekte Heilmittel.
Meine Liebe hingegen hatte nie gereicht, obwohl ich Mom nicht nur einmal angefleht hatte, nichts zu tun, was sie in Gefahr bringen könnte. Doch irgendwann, irgendwann war auch meine Kraft am Ende gewesen. Manchmal schämte ich mich es zu sagen, aber mein achtzehnter Geburtstag war irgendwie auch eine Erleichterung gewesen; für uns beide. Das dachte ich mir oben schon. Deshalb würde ich nur das mit den Bildern im Kopf lassen, aber streichen, dass sie den Geburtstag versaut hatte.Sie hatte gehen und ich aufatmen können. Die Sorge war endlich zu Ende. Mom war frei und ich … ebenfalls.


Hallo Ginger,

ich habe in den Text hinein geschrieben. Ich hoffe, es ist nicht zu spät und du kannst etwas damit anfangen.

Zu deiner Frage:
In Anbetracht der Umstände ist die Figur nicht kalt. Abgestumpft vielleicht. Aber sie macht sich ja Gedanken, sie bekommt die Bilder nicht aus dem Kopf, überlegt, dass es für die Mutter das Beste war, dass sie versagt hatte, dass ihre Liebe nicht reichte, usw. Nein, gefühlskalt auf keinen Fall, sondern authentisch.

Viele Grüße

gordita
« Letzte Änderung: 02 September 2016, 09:35:17 von gorditamaria »

merin

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Re: Reset - meine Mom starb
« Antwort #44 am: 01 Januar 2017, 21:20:38 »
Ich mach hier mal zu und verschiebe ins Fenster.

 :closed:
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.