27 Januar 2021, 21:14:02

Autor Thema: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1  (Gelesen 2837 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Sana

  • Gast
Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« am: 17 November 2016, 12:20:36 »
So, dann hinein  in die Hölle. :)
Das ist im Moment auch nur mein einziges Werk. Ärgerlicherweise hat mein alter Laptop gegen Sommer einen totalschaden erlitten und alles andere auf der Festplatte ist futsch.
Alles andere was sich in der Zeit angesammelt hat sind (noch) Schnipsel.
Also dann viel Spaß.

Johannes

Die Morgensonne war an diesem kalten Dezembertag ungewöhnlich stark, sodass sie sogar durch das dichte Blätterwerk den am Morgen neu gefallen Schnee gleißend hell leuchten ließ.
Johannes stieß kleine Wolken beim Atmen aus und packte sein Gewehr fester . Jeder Zivilist würde den jungen Mann mit seinem Gewehr und der schwarz-weißen Schneetarn für einen Jäger halten und nicht mal ahnen, das er einer Jahrhundert alten Organisation angehörte und das sein Partner zu einer speziellen Spezies zählte, die man aus alten Sagen und Fantasyfilmen kannte. Und der verschwand wie immer lautlos und schnell zwischen den Bäumen , einer Fährte folgend, die Johannes als Mensch nicht riechen konnte. Wenn Veit wenigstens brauchbare Spuren hinterlassen würde, aber selbst bei diesem Schnee sah es so aus, als hätte dieser Bastard nicht einen Fuß in den Wald gesetzt.
Johannes setzte sein Gewehr auf den Boden ab, zog sich einen Flachmann aus seiner Jackentasche und setzte an.
„Willst du, das dieser Abkömmling uns schon Kilometerweit wittert?“
Der junge Mann fuhr herum und sah gerade noch wie Veit hinter einem Baum hervor glitt. Klein, wasserstoffblonde Sturmfrisur und mit kalten grünen Augen, die ihn mürrisch anstarrten.
„Und du verstehst nichts von Tarnung.“ Johannes Blick streifte einmal über Veits schwarze Kleidung und steckte dann seinen Flachmann wieder zurück.
„Tarnung ist bei meiner Sippe unnötig. Lautlos ist die bessere Taktik.“
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln.
Nicht zum ersten Mal fragte Johannes sich, warum Veit ihn damals nicht einfach verrecken lassen hatte.
„Ich hab sie gefunden.“ riss Veit ihn aus seinen leidenden Gedanken.
„Sie?“
Veit nickte mürrisch. „Halb verhungert und ein Halbling.
„Mir ist noch nie einer begegnet. Es hieß doch, es gäbe keine mehr?“
Der Wächter sah Veit an, aber der zuckte nur mit den Schultern, dann setzte sich der Bastard in Bewegung und Johannes folgte ihm durch die Büsche und Bäume hinterher, immer mit einigem Abstand, da Veit es nie vor nötig hielt sich seinem menschlichen Tempo anzupassen.
Wenn man sich den klein geratenen Bastard so ansah würde niemand glauben, das ihm ein ernsthafter Gegner gegenüberstand, aber Johannes hatte ihn mehr als einmal kämpfen sehen und fand noch immer, das Bestie eine bessere Bezeichnung für seine Spezies war. Gezeugt und Empfangen von Halbvampiren, Halblinge wie der Vampirmund sprach, waren sie unkontrollierte Kreaturen, die nur fürs töten lebten.
Aber zugegeben, Veit war für seine Art gut erzogen, denn er hielt sich an die Regeln der Menschen, sowie seiner eigenen Sippe. Etwas sehr seltenes und mit ein Grund, warum Veit noch am Leben war und zudem noch der letzte seiner Art.
Veit blieb plötzlich stehen und Johannes prallte fast gegen ihn, folgte mit seinem Blick dann seinem ausgestrecktem Arm.
„Hat sich da unter dem Busch verkrochen.“ knurrte Veit und verschränkte wartend die Arme vor der Brust.
Der Wächter näherte sich vorsichtig den Sträuchern, ging in die Hocke und brauchte einen Moment bis er die junge Frau entdeckte. Aschblondes Haar, Haut weiß wie Porzellan und blass blaue, beinahe farblose Augen waren eine nahezu perfekte Tarnung in der winterlichen Schneelandschaft.
Halbverhungert war dieses mal nicht untertrieben. Veit neigte gerne zu zynischen Kommentaren, aber hier lag er zur Abwechslung goldrichtig mit seiner Beschreibung.
Sie starrte Johannes wortlos an, dann schob sich Veit in ihr Blickfeld.
„ Sie riecht gar nicht wie ein Halbling, deswegen dachte ich, es hätte sich hier ein Mensch verkrochen. Aber ihre Augen ...“ Veit zuckte mit den Schultern und brach ab, bleckte seine Fangzähne. Die junge Frau rührte sich immer noch nicht. Nicht mal ein Blinzeln.
„Veit, ist sie tot?“
„Nein. Ich wette nur,sie hat in ihrem ganzen Leben noch nicht ein Tropfen Blut genossen.“
Johannes wollte die junge Frau aus dem Busch ziehen, doch dann begann sie sich zu regen, entwand sich seinem Griff und wich rückwärts aus.
Johannes sprang auf, Veit blickte der jungen Frau desinteressiert hinterher, wie sie durch den Schnee entkommen wollte.
„Worauf wartest du, Veit?“ blaffte der Wächter.
„Ich warte auf weitere Instruktionen deinerseits. Das ist deine Aufgabe. Du sagst, ich mache. “
„Setz sie einfach fest!“
„Wenn sie dabei kaputt geht, übernimmst du die Verantwortung.“ zischte Veit und schoss los, als hätte man einen Pfeil vom Bogen gelassen, was gar nicht nötig gewesen wäre, denn der Halbling war so geschwächt, das sie nur mühsam vorankam. Aber der Bastard liebte es auch noch nach 107 Jahren seine körperliche Überlegenheit gegenüber seinem Wächter zu demonstrieren.
Nur einen Augenaufschlag später brachte Veit die junge Frau zu Fall und nagelte sie fest, instinktiv seine Fangzähne im Anschlag.
„Veit!“
Der Bastard zuckte zusammen, verharrte aber immer noch in derselben Position.
Johannes lud sein Gewehr und kam langsam näher.
Veit.“ Jetzt drohend.
Der Bastard fluchte und richtete sich etwas auf, ohne den Griff von seiner Beute zu lockern.
Johannes umkreiste die beiden nun mit langsamen Schritten, noch nicht sicher, ob er Veit trauen sollte. Viel zu oft hatte der Wächter erlebt, was geschah, wenn man seine Art von der Leine ließ.
„Lass sie langsam los. Und du“, er deute mit dem Gewehr auf die junge Frau“, du regst dich nicht.“
Veit gehorchte, erhob sich und in dem Moment drückte Johannes ab. Sie gab noch einen erstickten Laut von sich und brach dann zusammen.
„Carfentanyl hilft immer.“ murmelte der Wächter mehr zu sich selbst, als zu Veit.
Der Bastard beugte sich über die junge Frau und betrachtete sie eingehend. „Hübsches Ding.“ Seine Lippen verzogen sich zu einem spöttisch dreckigem Grinsen, dann hob er sie auf.
Johannes erwiderte nichts darauf. Er wusste, das Veit genug Gespielinnen hatte,die alle voneinander wussten und aus Langweile Eiersuchtszenen austauschten. Er war da kein Einzelfall, auch viele andere Vampire beteiligten sich an solcherart Spiele, denn außer Blut, Sex und ihre eigenen kleinen und harmlosen Intrigen blieb ihnen nicht viel in ihrem endlosen Leben. Manchmal beneidete Johannes sie sogar ein wenig.
Er seufzte leise und gab Veit mit einem Wink zu verstehen, ihm zu folgen. Sie mussten die junge Frau nun unterbringen und auf dem Fußmarsch zurück zum Auto zog er sein Smartphone aus der Tasche und benachrichtigte Amanda. Für Hamburg und das nahe Umland war dieser Widergänger zuständig Abkömmlinge bei sich aufzunehmen. Von dort aus gingen Nachrichten an den Zirkel und an Johannes Organisation . Für den Wächter selbst bedeutete das nur noch Papierkram, reine Bürokratie, die sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hatte, damit Vampire und Menschen friedlich nebenher leben konnten.
Um nicht aufzufallen, mussten sich Johannes und Veit fern ab der Wege durch den Wald bewegen und sie erreichten Johannes´ silbernen VW Cross Touran erst, als die winterliche Dämmerung anbrach.
Johannes verstaute sein Gewehr im Kofferraum und nahm es schweigend hin, das Veit sich hinter das Lenkrad setzte. Der Bastard liebte, genau wie seine restliche Sippe, alle technischen Neuerungen der heutigen Zeit. Anpassungsfähigkeit bewahrte den Vampiren in den letzten zwei Jahrhunderten nicht auszusterben, ganz im Gegensatz zu der Kirche, die sich viel zu lange an Weihwasser und Kreuze festgehalten hatte. Anfang des zwanzigsten Jahrhundert verlor die Kirche ihre Macht und ein neuer Verband, Die Wacht, nahm sich der Bedrohung an und baute auf Diplomatie, denn auf aggressive Auslöschung.
Nach Einbruch der Dämmerung dauerte es nicht mehr lange und Dunkelheit legte sich über die Straßen. Veit begann sich spürbar zu entspannen. Bastarde und Halblinge vertrugen die Sonne im allgemeinen gut, so lange sie sich mit Blut regelmäßig stärkten und auch Veit bildete da keine Ausnahme. Er mochte Tagspaziergänge nur einfach nicht besonders.
Johannes verstellte den Rückspiegel und betrachtete die betäubte junge Frau nachdenklich. Sie musste sich Nachts von Ort zu Ort bewegt haben, den sie schien keinerlei Verbrennungen erlitten zu haben. Und auch ihre Spuren mussten bei dem Neuschnee am Morgen verwischt worden sein. Da stellte sich nur noch die Frage, wieso diese Frau nach Veits Worten noch nie von Blut ernährt hatte.
Nach Johannes Meinung blieb ein Raubtier nun einmal ein Raubtier und diese Einstellung wurde ihm seit Jahrzehnten immer wieder bestätigt. Menschen konnten sich zu Tode hungern, aber bei Vampiren und deren Abkömmlingen war der Instinkt zu sehr ausgeprägt, um den natürlichen Drang nach Blut zu widerstehen.
Ein ruckartiges abbiegen nach links holte Johannes aus seinen Überlegungen. Veit lenkte den Wagen nach kurzen Augenblicken durch ein geöffnetes Tor und rollte langsam zur Garage, die im Hausbau integriert war. Amanda selbst fuhr kein Auto und die Garage nur aus diesem Zweck angebaut worden, um Abkömmlinge ungesehen ins Haus zu schleusen.
Amanda erwartete seine Gäste schon in der geöffneten Tür zum Haus.
„Was habt ihr denn da eingefangen?“ Theatralisch wedelte Amanda mit seinen Händen in der Luft. „Sie muss ja halb erfroren sein!“
„Verhungert trifft es besser.“ knurrte Veit und schob sich mit dem Halbling über der Schulter durch die Tür.
Johannes´Arbeit war an diesem Punkt offiziell beendet und er wechselte auf die Fahrerseite, startete den Motor und verließ die Garage wieder ohne sich zu verabschieden oder sich noch einmal umzusehen.
Er hielt es nur so lange wie nötig bei den Blutsaugern aus, obwohl sie ihm freundlich und friedlich begegneten.
Die Widergänger waren nicht dumm und hatten erkannt, das die Waffen der Menschen in den letzten einhundert Jahren selbst für ihre Sippe bedrohliche Ausmaßen angenommen hatten. Ihre einzig logische Reaktion war es Menschen von ihrer Ernährungstabelle zu streichen und sich nur noch von Tierblut zu ernähren. Das aber wurde auch problematisch, denn die Widergänger mussten ihre Beute in den Wäldern jagen gehen und das fehlende Wild fiel auf. Man entschied sich dazu Jagdreviere einzurichten und dort trat Johannes auf den Plan. Er wurde vom Jäger, der einst für die Kirche Blutsauger gejagt hatte, zum Wächter, der offiziell als Wildhüter arbeitete. Inoffiziell überwachte er die Wälder im Raum Hamburg, fing Abkömmlinge ein, die außerhalb eines Jagdreviers auf Beutefang gingen und übergab diese dem Zirkel.
Und das tat er nun schon seit fast 107 Jahren, genauso lange wie er Veit kannte. In der Zeit hatte er schon dreimal seine Identität gewechselt, neue Lebensläufe bekommen und war auch mehrmals umgezogen. Sein offizielles Leben war nur ein Konstrukt von Lügen.
Und das machte einsam. Hätte Veit nicht dieser Hexe gebeten ihm das Leben zu retten, hätte Johannes seine verfluchte Existenz schon lange hinter sich gelassen.
Mit mehr Schwung als nötig bog der Wächter plötzlich ab und widerstand dem Impuls das Gaspedal durchzudrücken. Wie immer, wenn er an den Tag zurückdachte, als die Hexe ihm vor dem Tod bewahrte, wurde er seinem niederschmetternden und endlosem Schicksal bewusst.
Sie hatte ihm sein Leben erhalten und ihm Unsterblichkeit verliehen. So ganz nebenbei und ungefragt.
Er hatte mit neunundzwanzig sterben sollen, stattdessen blieb er nun ewig neunundzwanzig Jahre jung. Und das alles nur durch einem zu klein geratenen Bastard und einer Hexe.
Johannes parkte mit einem Zug ein, holte noch einmal tief Luft und stieg aus. Iserbrook, Blankeneses armer Nachbar und sein Zuhause.
Sein Gehalt überstieg das eines Wildhüters und Johannes könnte sich in einem anderen Hamburger Viertel mit Haus und Garten niederlassen, aber er fühlte sich nicht wie die strahlenden Reichen und Schönen, die ihre neugierigen Nasen in anderer Leute Angelegenheiten steckten. Hier zwischen den sozial schwachen, die mit ihren eigenen Probleme zu kämpfen hatten konnte Johannes unerkannt sein endloses Dasein fristen.
An der Fahrstuhltür hing immer noch der Hinweis Defekt und der Wächter stieg die Treppen zum achten Stock hinauf. Er wusste, das ihm diese Extrarunde gut tun würde, da die Bequemlichkeiten der letzten Jahrzehnte ihm mittlerweile schwer auf den Hüften lagen, trotzdem bevorzugte er lieber den Fahrstuhl, wenn dieser denn endlich mal wieder repariert werden würde.
Als Johannes seine Haustür aufschloss und den Schlüsselbund in eine Schale warf, die auf einer kleinen Kommode stand, atmete er auf. Endlich zu Hause und im warmen. Die Stiefel pfefferte er in eine Ecke des Flures, ungeachtet der mittlerweile gelittenen Tapete, und sein Schneetarn landete im angrenzenden Badezimmer. Kurz überlegte der junge Mann ob er schnell lüften sollte, entschied sich aber der Faulheit halber dagegen und schmiss sich nur in Boxer und Shirt auf sein zerschlissenes Sofa und zündete sich eine Zigarette an, zog sich seinen Laptop heran, der auf dem kleinen Fliesentisch stand. Berichte schreiben, der langweiligste Teil seiner Arbeit. Ungeduldig band er seine braune Krauslocken streng im Nacken zurück, während sein altersschwacher Laptop langsam hoch fuhr.
Seine Berichte waren immer kurz und knapp formuliert. Wann und wo, welches Geschlecht , sowie ein kurz umrissenen Hergang seines Einsatzes. Wie immer erwähnte Johannes am Ende seines Berichtes, das sich Veit wie erwartet tadellos an die Regeln gehalten hatte, auch wenn es manchmal gelogen war. Sowie heute, als der Bastard im Begriff war seine Fangzähne in ihren Hals zu versenken. Der junge Mann könnte die Wahrheit berichten, aber er war mit Veit schon seit so vielen Jahren auf der Jagd, das er sich trotz Veits schwierigem Charakter gut auf ihn eingespielt hatte und er ihn  einschätzen konnte. Und aus diesem Grund wollte Johannes auch keinen anderen Partner. Manchmal, gerade dann wenn er an diesen einen Tag zurückdachte, bildete sich Johannes ein, das es Veit ähnlich ging.
Weder er wollte einen anderen Menschen an seiner Seite haben, noch wollte Johannes irgendeinen Widergänger als Spurenleser und Häscher.
Johannes klappte seinen Laptop wieder zu, nachdem er zum ersten Mal die Spalte Art des Abkömmlings mit Halbling ausgefüllt hatte und entschied sich nun dafür mit einem Bier und einer Tiefkühlpizza seinen Feierabend zu genießen.
Oder so ähnlich.


* Ich hatte "verbiss sich das Kommentar" geschrieben, aber das Grammatikprogramm über Google meldete es hieße "dem Kommentar".Klingt für mich seltsam , aber ich schätze ist sicher eine veraltete Formulierung?

Ginger

  • Modteufel-Team
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 1217
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #1 am: 17 November 2016, 12:50:56 »
Hallo liebe Sana

Wir haben hier leider die Regel,dass ein Teufel erst einen eigenen Text auf den Rost werfen darf, wenn er 6 Beiträge geschrieben hat. Also schau dich doch nochmal schnell um und ich bin mir sicher, dass du mindestens drei interessante Themen finden wirst, durch die du die 6 vollmachen kannst, und dann gibt einer der Mods deinen Text auch gerne zum Abschuss zum Rösten frei :)

Edit: Und Schwupps ist er wieder offen :)
« Letzte Änderung: 17 November 2016, 13:35:31 von Ginger »

Sana

  • Gast
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #2 am: 17 November 2016, 14:42:37 »
Ja, ich sehe, ich sollte nicht so stürmich sein. Aber das bin ich schon immer gewesen  :rotwerd:

merin

  • Oberfederteufel
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 5941
  • Geschlecht: Weiblich
  • Wortsucherin
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #3 am: 17 November 2016, 16:20:51 »
Hallo Sana,

Festplattencrash ist mein persönlicher Horror. Ich bin dauernd am Backups Machen. Mein erster Roman fiel einem solchen Crash zum Opfer - ich habe mich nie aufraffen können, ihn noch einmal zu schreiben.

Aber nun zum Text.

Zitat
Die Morgensonne war an diesem kalten Dezembertag ungewöhnlich stark, sodass sie sogar durch das dichte Blätterwerk den am Morgen neu gefallen Schnee gleißend hell leuchten ließ.
Johannes stieß kleine Wolken beim Atmen aus und packte sein Gewehr fester . Jeder Zivilist würde den jungen Mann mit seinem Gewehr und der schwarz-weißen Schneetarn für einen Jäger halten und nicht mal ahnen, das er einer Jahrhundert alten Organisation angehörte und das sein Partner zu einer speziellen Spezies zählte, die man aus alten Sagen und Fantasyfilmen kannte. Und der verschwand wie immer lautlos und schnell zwischen den Bäumen , einer Fährte folgend, die Johannes als Mensch nicht riechen konnte. Wenn Veit wenigstens brauchbare Spuren hinterlassen würde, aber selbst bei diesem Schnee sah es so aus, als hätte dieser Bastard nicht einen Fuß in den Wald gesetzt.

Ein stimmungsvoller Einstieg. Ich mag die Sprache und auch die Bilder. Es gibt aber doch einige kleine Holperer: Der erste Satz ist sehr umständlich formuliert. Den würde ich vereinfachen. Und was ist "der Schneetarn"? Ein Anzug? Die Überleitung zum Partner ist für meinen Geschmack etwas zu schnell und zu abrupt. Ich wüsste erstmal gern ein bissel mehr über Johannes.
Zivilist lässt mich denken, ich wär hier beim Militär. Ist das gewünscht?

Zitat
Der junge Mann fuhr herum und sah gerade noch wie Veit hinter einem Baum hervor glitt. Klein, wasserstoffblonde Sturmfrisur und mit kalten grünen Augen, die ihn mürrisch anstarrten.

Hier ist ein Perspektivfehler: Bislang schauen wir Johannes über die Schulter. Hier sehen wir aber Johannes von außen - um dann im nächsten Satz wieder bei ihm zu sein.

Zitat
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.

"den Kommentar" wäre richtig. Und "Schneetarn" statt tran.

Zitat
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln.

Ui, verzeih meine Flapsigkeit, aber Grammatik ist nicht Deine Stärke, oder?
"der der Spezies Mensch...." wäre korrekt
"als dem Dreck" muss es dann weiter gehen.

Ich lass mal beim weiteren Rösten die Erbsen weg. Es sind einige Grammatik- und Schreibfehler drin, die das Lesen für mich anstrengend machen. Auch hast Du eine Neigung für komplizierte Formulierungen (reich mir die Flosse, Genosse!). Beispiel:

Zitat
Der Wächter sah Veit an, aber der zuckte nur mit den Schultern, dann setzte sich der Bastard in Bewegung und Johannes folgte ihm durch die Büsche und Bäume hinterher, immer mit einigem Abstand, da Veit es nie vor nötig hielt sich seinem menschlichen Tempo anzupassen.

Besser wäre beispielsweise:

Der Wächter sah Veit an, aber der zuckte nur mit den Schultern. Dann setzte sich der Bastard in Bewegung und Johannes folgte ihm durch die Büsche und Bäume, immer mit einigem Abstand, da Veit es nie für nötig hielt, sich seinem menschlichen Tempo anzupassen.

Da hab ich auch noch einen Punkt und ein Komma spendiert und hoffe, beides ist an der richtigen Stelle gelandet.

Im folgenden Abschnitt wechselt die Perspektive einige Male hin und her, prüf das mal nochmal. Passiert mir auch dauernd.

Dann hast Du einige klein geschriebene Substantivierungen: fürs Töten, etwas Seltenes... Und der Abschnitt ist deutlicher Infodump. Müssen wir das alles jetzt wissen?

Zitat
Johannes wollte die junge Frau aus dem Busch ziehen, doch dann begann sie sich zu regen, entwand sich seinem Griff und wich rückwärts aus.

Mhm. Das ist eigentlich Action, oder? Es wirkt aber etwas langweilig. Einerseits, weil unklar ist, was genau passiert (Wer greift wie nach wem?), zweitens weil das Setting zu unklar ist. Wo genau ist sie und wo ist der Busch un d wo die Männer? Gibt es Blätter oder nicht? Schnee drauf oder nicht? Mal es ein bissel aus. Und gib Deinem Prota etwas Emotion, damit wir mitfühlen können.
Und: Sie regt sich? Das klingt nach einer kleinen, vorsichtigen Bewegung. Aber das ist es nicht, oder?

Zitat
„Wenn sie dabei kaputt geht, übernimmst du die Verantwortung.“ zischte Veit und schoss los, als hätte man einen Pfeil vom Bogen gelassen, was gar nicht nötig gewesen wäre, denn der Halbling war so geschwächt, das sie nur mühsam vorankam. Aber der Bastard liebte es auch noch nach 107 Jahren seine körperliche Überlegenheit gegenüber seinem Wächter zu demonstrieren.

Der Halbling wirkt komisch - weil sie ja ne Frau ist. Und: Halbling als "Rasse"ist anders definiert, da lockst Du alle, die ein bissel Fantasy kennen, auf die falsche Fährte. Ich würde einen neuen Begriff wählen.

In der Folgeszene bist du wieder sehr weit weg von Johannes, dadurch lässt sie mich relativ kalt, auch wenn sie schön geschrieben ist.

Zitat
„Carfentanyl hilft immer.“ murmelte der Wächter mehr zu sich selbst, als zu Veit.

Er murmelt zum Leser. Das ist leider zu deutlich.

Zitat
Der Bastard beugte sich über die junge Frau und betrachtete sie eingehend. „Hübsches Ding.“ Seine Lippen verzogen sich zu einem spöttisch dreckigem Grinsen, dann hob er sie auf.
Johannes erwiderte nichts darauf. Er wusste, das Veit genug Gespielinnen hatte,die alle voneinander wussten und aus Langweile Eiersuchtszenen austauschten. Er war da kein Einzelfall, auch viele andere Vampire beteiligten sich an solcherart Spiele, denn außer Blut, Sex und ihre eigenen kleinen und harmlosen Intrigen blieb ihnen nicht viel in ihrem endlosen Leben. Manchmal beneidete Johannes sie sogar ein wenig.

Das interessiert mich jetzt wenig und wirkt für meinen Geschmack auch stereotyp. Ich will wissen, wie es weiter geht. Leider geht es so weiter: Nur noch Infodump. Emotionslos erzählt und ohne direkte Verbindung zur Handlung. Nun weiß ich, das ist unsere Jetztwelt. Das könnte ein "oh aha!" auslösen, tut es aber nicht, weil es so langweilig präsentiert ist. Da verschenkst Du meines Erachtens viel. Lass es den Leser lieber selbst entdecken, allmählich, mit dem Weg des Protagonisten. Show don't tell, you know...
Und leider hat dieser Teil auch viele Fehler. Falsche Fälle, Tippfehler, falsche Präpositionen. Das macht ihn noch mühsamer zu lesen.

Zitat
Amanda erwartete seine Gäste schon in der geöffneten Tür zum Haus.

Amanda ist doch ein Frauenname?

Und nun geht es aber erstmal nicht in der Handlung weiter, sondern wieder werden Informationen abgeladen. Leider werden die Fehler nun so viele, dass es mir schwer fällt, weiter zu lesen. Mir tut sowas richtig weh:

Zitat
Wie immer, wenn er an den Tag zurückdachte, als die Hexe ihm vor dem Tod bewahrte, wurde er seinem niederschmetternden und endlosem Schicksal bewusst.

Wie immer, wenn er an den Tag zurückdachte, als die Hexe ihn vor dem Tod bewahrt hatte, wurde er sich seines niederschmetternden und endlosen Schicksals bewusst.

Erst Akkusativ, dann Dativ, dann Genitiv. Bitte! :begging:

Und: Warum das nicht in einer Rückblende zeigen, statt es langwierig zu erklären? Hol uns ran! Lass uns teilhaben!

Fazit: Hattest Du Fragen zum Text? Nein, oder? Also allgemein: Der Text fängt gut an, ist auch spannend, fällt dann aber recht rapide ab. Neben den sprachlichen Problemen würde ich vor allen Dingen in der Erzählung bleiben und Dinge zeigen, statt zu erzählen. Johannes bleibt leider auch etwas blass, ich erfahre wenig von ihm. Auch seine Beziehung zu Veit ist blass, da ist aber Konfliktpotenzial angedeutet. Was mir fehlt ist eine Idee, wo es lang gehen könnte in dieser Story.
Die Geschichte hat meines Erachtens Potenzial, aber es braucht noch ein bissel Arbeit, um sie gut zu machen.

lg
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Viskey

  • Modteufel-Team
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 3308
  • Geschlecht: Weiblich
  • Schwester Feuerwasser aus der Hölle
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #4 am: 17 November 2016, 16:33:12 »
Hallo Sana!

Ärgerlicherweise hat mein alter Laptop gegen Sommer einen totalschaden erlitten und alles andere auf der Festplatte ist futsch.

Oje. Für mich wäre das ja eine totale Katastrophe, nicht nur ärgerlich.
Und ich hoffe, du hast dir inzwischen eine externe Festplatte oder ähnliches angeschafft, um solche Verluste in Zukunft zu vermeiden. ;)


Zitat
* Ich hatte "verbiss sich das Kommentar" geschrieben, aber das Grammatikprogramm über Google meldete es hieße "dem Kommentar".Klingt für mich seltsam , aber ich schätze ist sicher eine veraltete Formulierung?
den Kommentar. Und veraltet ist die Formulierung meines Wissens nicht. Es besteht nur offenbar Uneinigkeit darüber, welchen Geschlechts das/der Kommentar ist. Diesbezüglich habe ich schon beide Versionen gehört und gelesen.


Und damit ans eingemachte. Es wäre hilfreich, wenn du uns Röstern eine Richtung weisen würdest, was du eigentlich wissen möchtest. So muss ich mich auf allgemeine Äußerungen beschränken.

Ich habe mit einer detailiertene Röstung begonnen, da du immer wieder sprachliche Schnitzer drin hast, die mich einfach aus dem Lesefluss rauswerfen. Aber so ab der Mitte des Textes habe ich diese Strategie geändert, da dein Text in meinen Augen größere Schwierigkeiten hat als Tippfehler und sprachliche Unebenheiten. (Auch wenn mich die Eiersuchtsszenen zum Schmunzeln gebracht haben.)

Ich hatte stellenweise das Gefühl, ein Konzept zu einer Geschichte zu lesen, statt die Geschichte selbst. Ich bin bis jetzt nicht sicher, was für ein Kerl Veit ist. Ist er ein Vampir? Soll Bastard eine Artbezeichnung sein, oder eine Beleidigung? Das verwischt für mich auch zu sehr. Und wenn Artbezeichnung, welche Art von Bastard ist er? Was für eine Mischung? Diese Ungewissheit hat mich auch nicht in die Geschichte reinkommen lassen. Manche Ungewissheiten steigern das Interesse, regen die Neugierde an. Andere sind störend. Mit Johannes 107jährigem Leben hast du mMn eine anregende Ungewissheit. Veit ist für mich ein störendes.

Du hast auch ein leichtes Problem mit "Infodump", was bei mir den Eindruck von Konzept vs. Geschichte auslöst. Einiges davon liest sich mehr wie eine "Notiz von mir an mich".
Wichtig sind an der Stelle der Blutdurst der Halblinge - weil es den Zustand der Halblingsfrau erklärt - und Johannes' langes Leben - weil es die (vermutliche) Hauptfigur der Geschichte vorstellt und uns sagt, dass das nicht einfach nur irgendein dahergelaufener Typ ist. In dem Licht finde ich auch den Laptop und die Tiefkühlpizza sehr interessant. Das ist so modern und schafft ein Spannungsverhältnis zwischen dem tatsächlich alten Johannes, auch wenn er jung aussieht, und dem heute. Immerhin sind alte Leute nicht unbedingt dafür bekannt, mit Technologie auf gutem Fuß zu stehen, und mit "Billigfutter" wie Tiefkühlpizza.

Aber dein Dialog zwischen Johannes und Veit gefällt mir. Da habe ich auch das Gefühl, schon die ausgearbeitete Geschichte zu lesen.

Ich hoffe, das hilft dir weiter. Wenn dir etwas nicht ganz klar ist, frag einfach nach.

lg, Viskey
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

Sana

  • Gast
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #5 am: 17 November 2016, 22:00:02 »
Ich hatte noch keine konkrete Fragen gestellt, weil ich erst mal verstehen muss, was ich wissen muss bzw. was fragen.
Jetzt leuchtet mir langsam ein, wie man einen Text "ansieht".

Grammatik ist wirklich nicht meine Stärke. Deswegen dachte ich den Text einmal durch ein Grammatikprogramm laufen zu lassen, wird helfen.Das ging wohl in die Hose. :-[

Zitat
Soll Bastard eine Artbezeichnung sein, oder eine Beleidigung?
Sowohl, als auch. Eigentlich ist Art auch nicht ganz richtig, sondern eher ein Fehler. So ähnlich,als wenn nahe Verwandte Inzucht betreiben würden.

Zitat
Amanda ist doch ein Frauenname?
Korrekt. Amanda ist ein Mann und transsexuell.Ich bin in der ersten Fassung auch näher darauf eingangen, fand das aber dann too much und einfach unpassend zu der Szene und hatte das wieder gestrichen und lieber etwas angedeutet , aber das war wohl zu suptil.
War das also eine schlechte Idee?



Zitat
Mhm. Das ist eigentlich Action, oder? Es wirkt aber etwas langweilig. Einerseits, weil unklar ist, was genau passiert (Wer greift wie nach wem?), zweitens weil das Setting zu unklar ist. Wo genau ist sie und wo ist der Busch un d wo die Männer? Gibt es Blätter oder nicht? Schnee drauf oder nicht? Mal es ein bissel aus. Und gib Deinem Prota etwas Emotion, damit wir mitfühlen können.
Und: Sie regt sich? Das klingt nach einer kleinen, vorsichtigen Bewegung. Aber das ist es nicht, oder?
Das hast du vollkommen Recht und ich hab da jetzt auch schon andere Formulierungen im Kopf.

Zitat
Er murmelt zum Leser. Das ist leider zu deutlich.
Das ist mir jetzt nicht ganz klar. Wäre der Dialog gedacht die bessere Wahl?


Aber hiermit kann ich schon eine Menge anfangen. Danke  :devgrin:

merin

  • Oberfederteufel
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 5941
  • Geschlecht: Weiblich
  • Wortsucherin
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #6 am: 18 November 2016, 09:08:23 »
Ja, Grammatikprogramme taugen nichts, leider. Dazu ist deutsche Grammatik wohl zu komplex. Das muss man sich selbst drauftun oder jemanden finden, der einem den Text daraufhin durchschaut.

Naja, wenn es eine Transfrau ist, dann ist es eine Sie. Kein Er. Zumindest lassen die Transfrauen in meiner Umgebung sich entweder mit einem Männernamen und er ansprechen oder mit einem Frauennamen und sie. Aber sie mischen das nicht. Amanda wedelt ja auch so mit den Händen, dass ich gleich dachte "okay, schwuler Mann". Aber es spielt ja da noch gar keine Rolle. Ich persönlich würde sie wohl als sie einführen und sich so benehmen lassen, wie sie eben ist und später mal schauen, ob die tiefe Stimme auffällt oder es ne Rolle spielt, dass sie biologisch ein Mann ist (falls sie das ist). Welche Rolle spielt denn das Transsein von Amanda in der Geschichte?

Zitat
Das ist mir jetzt nicht ganz klar. Wäre der Dialog gedacht die bessere Wahl?

Weiß ich nicht. Ein Problem des Textes ist ja allgemein, dass zu viele Dinge offensichtlich nur dastehen, um dem Leser etwas zu verklickern. Das ist an dieser Stelle zu deutlich und wirkt daher auf mich ein bissel peinlich. Ich fürchte, das ändert sich nicht, wenn er das denkt. Also müsstest du einen anderen Weg finden um mir als Leserin zu zeigen, dass die Frau nur betäubt ist. Vielleicht indem du es vorher hinschreibst (Gewehr mit Betäubungsgeschossen), oder in dem du es später mal anbringst, vielleicht als Dialog bei der Übergabe an Amanda ("Sie sollte in so zwei Stunden aufwachsen", denke ich...). Das wäre vielleicht die spannendere Wahl, weil ich als Leserin dann noch grübeln kann, ob sie tot ist oder lebt.

Ich würde nochmal ganz genau durchgehen und schauen: Welche Infos muss die Leserin JETZT haben? Und dann schauen, wie du die schlau verpackst.

Das Kommentar gibt es in Berlin übrigens nicht. Da ist es immer der. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, es könnte das sein. Edit: hab mal den Duden gefragt. Es ist nur der richtig.
« Letzte Änderung: 18 November 2016, 09:10:02 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Viskey

  • Modteufel-Team
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 3308
  • Geschlecht: Weiblich
  • Schwester Feuerwasser aus der Hölle
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #7 am: 18 November 2016, 13:40:54 »
Ein bisserl Klugcheiß...

Ja, der Kommentar. Ich glaube, die Verwirrung kommt da vor allem vom unbestimmten Artikel. Und da hat sich in manchen Gegenden halt der falscher bestimmte Artikel das etabliert. Das Phänomen dürfte auch gar nicht so selten sein, so heißt es zB in meinem Dialekt korrekt das Teller, nicht der.

Und jetzt bitte wieder zurück zum Thema. *selber hau*
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

Ryek Darkener

  • Betamonde
  • Federteufel
  • *
  • Beiträge: 818
  • Geschlecht: Männlich
  • And now for something completely different ...
    • Ryek Darkener auf Twitter
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #8 am: 19 November 2016, 17:35:18 »
Hallo Sana,

bei mir ist der Text ziemlich angekokelt. :grill:

Zitat
Die Morgensonne war an diesem kalten Dezembertag ungewöhnlich stark, sodass sie sogar durch das dichte Blätterwerk den am Morgen neu gefallen Schnee gleißend hell leuchten ließ.

Morgensonne - Morgen. Da ist ein Morgen zu viel.
Das mit dem Blätterwerk und gleißendem Schnee ist zwar sehr poetisch, aber leider unlogisch. Zum einen wegen der Sonne, zum anderen, weil unter dichtem Blätterwerk kaum Schnee zu finden sein sollte. Wenn die Beschreibung nicht irgendetwas mit der Handlung zu tun hat, sollte sie durch eine weniger pompöse ersetzt werden. Poetischer Stil am Anfang ist ok für mich, auch wenn die meisten Schreibratgeber andere Anfänge bevorzugen.  :)

Der nächste Abschnitt ist nicht nur Infodump, er verrät viel zu viel von Johannes, was zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gebraucht wird.

Die Vorstellung von Veit ist viel besser. Das was er sagt und tut, vermittelt sofort einen Eindruck von ihm.

Zitat
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.

Viel Lärm um nichts. Warum erzählt mir der allwissende Erzähler das?

Dann kommt wieder der Erklärbär. Das Problem dabei ist, dass du ein Bild malst. Bilder sind statisch. In einer Geschichte sollte Bewegung sein. Ich kenne das Gefühl, dem Leser gleich am Anfang eine Bedienungsanleitung für den Text zu verpassen zu wollen. Bin dabei, es mir abzugewöhnen. :biggrin:

Das zieht sich so weiter durch den Rest des Textes.

Du musst dich entscheiden, ob du ein Sachbuch oder einen Roman schreiben willst.  :diablo:

Ich würde mir den Text noch einmal vornehmen und alles explizit herausstreichen, was nicht zur Handlung beiträgt und was der Leser zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen muss. Und dann das eine oder andere wohldosiert wieder einbauen.


LG

Ryek



DSvU-4(5) "Wurzeln und Flügel (AT)": Plotten (demnächst;))
Inspektor Mops 2020: Überarbeiten

Sana

  • Gast
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #9 am: 20 November 2016, 13:53:53 »
Welche Rolle spielt denn das Transsein von Amanda in der Geschichte?

Vampire erleben mit der Verwandlung einen Stillstand. Der Körper schwebt zwischen Leben und Tod, bleibt unverändert. Amandas Seele ist eine Frau, sein Körper wird aufgrund seines Vampirdasein aber immer der eines Mannes bleiben.
Ich hab sie bis jetzt nur etwas als Person angerissen, etwas später wolle ich ihr Leiden noch etwas ausbauen.
Da dieses Kapitel aus Johannes´Perspektive geschrieben ist und Johannes´in einigen Punkten nicht im jetzt angekommen ist, hatte ich mich bewusst endschieden, trotz Tarnsexualität, deutlich von einem Mann zu sprechen.Seine Toleranz ist noch nicht im heute.(keine gute Idee?)
Der alterschwache Laptot, den Johannes benutzt war auch so gedacht. Natürlich könnte er sich einen neuen besorgen, aber das bedeutete wieder etwas neues und anderes.

@Ryek Darkener

Zitat
Das mit dem Blätterwerk und gleißendem Schnee ist zwar sehr poetisch, aber leider unlogisch.
Stimmt.

Den Erklärbär muss ich wohl drosseln  :rotwerd: Das ist eine Altlast aus dem Fan Fiction Bereich, weil die Leser mich ständig mit Fragen bombadiert haben und ich mich irgendwann selbst fragen musste, was die alles wissen wollen  :o

merin

  • Oberfederteufel
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 5941
  • Geschlecht: Weiblich
  • Wortsucherin
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #10 am: 20 November 2016, 14:06:55 »
Mhm, ja ich verstehe das Dilemma. Wenn ich das richtig verstanden habe, findet Johannes es doof, dass Amanda nicht als Mann lebt. Dann könnte er da ja etwas tun oder denken, was das zeigt. Nur so als Teaser. Wenn Amanda später noch eine Rolle spielen soll, würde ich mir auch die Mühe machen, sie besser einzuführen. Das ist ja aktuell sehr knapp:

Zitat
Amanda selbst fuhr kein Auto und die Garage nur aus diesem Zweck angebaut worden, um Abkömmlinge ungesehen ins Haus zu schleusen.
Amanda erwartete seine Gäste schon in der geöffneten Tür zum Haus.
„Was habt ihr denn da eingefangen?“ Theatralisch wedelte Amanda mit seinen Händen in der Luft. „Sie muss ja halb erfroren sein!“
„Verhungert trifft es besser.“ knurrte Veit und schob sich mit dem Halbling über der Schulter durch die Tür.

Zeig kurz, was Amana anhat, wie sie aussieht. Ich hab keine Ahnung, ob sie aussehen soll, wie ein Mann in Frauenkleidung, wenn ja, wäre die Verwirrung des Lesers ja schnell aufzuklären. Wenn nicht, musst Du Dir was anderes überlegen, Johannes könnte sich ja dann wundern, dass er so weiblich aussieht.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Viskey

  • Modteufel-Team
  • Federteufel
  • *****
  • Beiträge: 3308
  • Geschlecht: Weiblich
  • Schwester Feuerwasser aus der Hölle
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #11 am: 20 November 2016, 16:03:21 »
Da dieses Kapitel aus Johannes´Perspektive geschrieben ist und Johannes´in einigen Punkten nicht im jetzt angekommen ist, hatte ich mich bewusst endschieden, trotz Tarnsexualität, deutlich von einem Mann zu sprechen.Seine Toleranz ist noch nicht im heute.(keine gute Idee?)

Ich finde die Idee sehr gut, weil für mich absolut plausibel. Es kommt nur noch nicht so ganz raus, was du aber mit einem kurzen Satz leicht klären kannst. Eine abschätzige - gedachte - Bemerkung von Johannes, oder vielleicht sogar gesagt. Es könnte ja sein, dass zwischen den beiden ein ständiges Spannungsverhältnis herrscht, deswegen.

Beim Laptop würde ich mir dann auch eine entsprechende Bemerkung wünschen. Ein wehmütiges "Ach, früher war Papierkram halt wirklich noch Papierkram, nicht so ein elektronisches, undurchsichtiges Monster.... - Ich denke, du weißt, was ich meine.
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

Oldlady

  • Betamonde
  • Federteufel
  • *
  • Beiträge: 854
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #12 am: 22 November 2016, 11:38:42 »
Hallo Sana,

dann versuche ich es auch mal. Ich röste nicht jedes Detail, versuche, das Wichtigste zu notieren.

Zitat
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug,

„Kommentar“ ist männlich, es muss also „den Kommentar“ heißen, auf keinen Fall „dem“.  Und „dass“ statt „das“, Schneetarn und nicht Schneetran. Das sind sehr viele Fehler in einem Satz. Mich nervt das.


Zitat
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln.

Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, dem die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte als dem Dreck unter seinen Fingernägeln.

Zitat
warum Veit ihn damals nicht einfach verrecken lassen hatte.

Falsche Reihenfolge. Es muss heißen: „warum Veit ihn damals nicht einfach hatte verrecken lassen“.

 
Zitat
noch nicht ein Tropfen Blut genossen

noch nicht einen Tropfen

Zitat
denn außer Blut, Sex und ihre eigenen kleinen und harmlosen Intrigen

und ihren eigenen

Zitat
Sie mussten die junge Frau nun unterbringen

Das kapiere ich nicht, es hört sich nach Quartiersuche an. Meintest Du begraben?

Zitat
Für Hamburg und das nahe Umland war dieser Widergänger zuständig Abkömmlinge bei sich aufzunehmen.

Ist  Amanda ein Mann? Wenn nicht, müsste es Widergängerin heißen. Es wimmelt hier von seltsamen Figuren, Halblinge, Vampire, Wächter, Bastade … das verwirrt mich ziemlich.  Und die vielen dazu eingeschobenen Erklärungen nutzen mir  wenig, sie häufen sich so sehr, dass ich sie gleich wieder vergesse. Besser wäre es, die seltsamen Wesen nach und nach auftreten zu lassen und mit Erklärungen zu sparen.

Zitat
Bürokratie, die sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hatte, damit Vampire und Menschen friedlich nebenher leben konnten.

Klingt unlogisch. Warum hat der Wächter dann die Frau erschossen?

Zitat
Anpassungsfähigkeit bewahrte den Vampiren in den letzten zwei Jahrhunderten nicht auszusterben, ganz im Gegensatz zu der Kirche, die sich viel zu lange an Weihwasser und Kreuze festgehalten hatte.

Falsche Grammatik und Logik. Richtig wäre:

Anpassungsfähigkeit bewahrte die Vampire in den letzten zwei Jahrhunderten vor dem Aussterben, ganz im Gegensatz zur Kirche, die sich viel zu lange an Weihwasser und Kreuzen festgehalten hatte.


Sorry, hier bin ich ausgestiegen.

Die häufigen Grammatikfehler (vor allem bei den Fällen) und die Verwechslung von das und dass stören mich zu sehr.  Das ist der Hauptgrund fürs Aufhören. Ich weiß nicht, warum das bei Dir so ist – könnte es sein, dass Du nicht sehr viel liest? Darüber lässt sich ein gutes Gefühl für richtige Grammatik entwickeln, ohne im Detail Bescheid zu wissen. Oder Du beschäftigst Dich mit den Regeln, bei manchen Leuten funktioniert das gut. Aber ich finde einigermaßen richtige Grammatik absolut notwendig, damit ein Text angenehm lesbar ist.

Abgesehen davon waren für mich verwirrend viele seltsame Wesen mit mir unverständlichen Motiven unterwegs.


Sorry, es ist wohl viel Arbeit, das mit der Grammatik in den Griff zu kriegen. Aber das ist eben die Hölle ...  :devsad:

 






scura

  • Gast
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #13 am: 26 November 2016, 21:27:53 »
Na dann auf geht's  :diablo:

Johannes

Die Morgensonne war an diesem kalten Dezembertag ungewöhnlich stark, sodass sie sogar durch das dichte Blätterwerk den am Morgen neu gefallen Schnee gleißend hell leuchten ließ.
Puh der erste Satz ist schon ziemlich viel... also viel an Impulsen... und kann der Schnee überhaupt im Schatten leuchten? Ich meine Schatten ist Schatten. Also für meinen Geschmack ist der ganze Satz etwas too much... Morgensonne, Dezembertag, dichte Blätterwerk, neu gefallene Schnee, gleißend hell... da sind so viele Eindrücke drin verpackt die jede für sich etwas in mir auslösen, dass ich dabei ganz den Inhalt des Satzes vergesse...

Johannes stieß kleine Wolken beim Atmen aus und packte sein Gewehr fester . Jeder Zivilist würde den jungen Mann mit seinem Gewehr und der schwarz-weißen Schneetarn (Schneetarnanzug?) für einen Jäger halten (hehe nö in Österreich rennen die Jäger traditionell in grün herum, ich würde wohl eher an einen fanatischen Amokläufer denken) und nicht mal ahnen, das er einer Jahrhundert alten Organisation angehörte und das sein Partner zu einer speziellen Spezies zählte, die man aus alten Sagen und Fantasyfilmen kannte. (Der Satz ist ja sehr lang, und hat ziemlich viel Infos drin...)Und der verschwand wie immer lautlos und schnell zwischen den Bäumen , einer Fährte folgend, die Johannes als Mensch nicht riechen konnte. Wenn Veit wenigstens brauchbare Spuren hinterlassen würde, aber selbst bei diesem Schnee sah es so aus, als hätte dieser Bastard nicht einen Fuß in den Wald gesetzt.
Johannes setzte sein Gewehr auf den Boden ab, zog sich einen Flachmann aus seiner Jackentasche und setzte an.
„Willst du, das dieser Abkömmling uns schon Kilometerweit wittert?“
Der junge Mann fuhr herum und sah gerade noch wie Veit hinter einem Baum hervor glitt. Klein, wasserstoffblonde Sturmfrisur und mit kalten grünen Augen, die ihn mürrisch anstarrten.
„Und du verstehst nichts von Tarnung.“ Johannes Blick streifte einmal über Veits schwarze Kleidung und steckte dann seinen Flachmann wieder zurück. (In welcher Perspektive schreibst du eigentlich?)
„Tarnung ist bei meiner Sippe unnötig. Lautlos ist die bessere Taktik.“
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln. (Der Satz ist ziemlich lang und irgendwas passt an der Satzstellung nicht so ganz.)
Nicht zum ersten Mal fragte Johannes sich, warum Veit ihn damals nicht einfach verrecken lassen hatte.
(Das klingt irgendwie so, wie wenn Johannes froh wäre tot zu sein... aber ich glaube du willst eher damit aussagen das Johannes Veits Motivation ihn damals zu retten nicht versteht.)
„Ich hab sie gefunden.“ riss Veit ihn aus seinen leidenden Gedanken. (Puh denkt das Johannes wirklich? Er hat mich aus meinen leidenden Gedanken gerissen?)
„Sie?“
Veit nickte mürrisch. „Halb verhungert und ein Halbling.
„Mir ist noch nie einer begegnet. Es hieß doch, es gäbe keine mehr?“
Der Wächter (also du meinst damit Johannes? da folge ich nicht so ganz...) sah Veit an, aber der zuckte nur mit den Schultern, dann setzte sich der Bastard in Bewegung und Johannes folgte ihm durch die Büsche und Bäume hinterher, immer mit einigem Abstand, da Veit es nie vor nötig hielt sich seinem menschlichen Tempo anzupassen. (sehr langer Satz)
Wenn man sich den klein geratenen Bastard so ansah würde niemand glauben, das ihm ein ernsthafter Gegner gegenüberstand, aber Johannes hatte ihn mehr als einmal kämpfen sehen und fand noch immer, das Bestie eine bessere Bezeichnung für seine Spezies war. Gezeugt und Empfangen von Halbvampiren, Halblinge wie der Vampirmund sprach, waren sie unkontrollierte Kreaturen, die nur fürs töten lebten. (Hä? Er fragt doch einen Satz zuvor, dass er dachte es gäbe keine mehr? Obwohl er vor einen Halbling steht...)
Aber zugegeben, Veit war für seine Art gut erzogen (soll das absichtlich wie bei einem Hund klingen?), denn er hielt sich an die Regeln der Menschen, sowie seiner eigenen Sippe. Etwas sehr seltenes und mit ein Grund, warum Veit noch am Leben war und zudem noch der letzte seiner Art.
Veit blieb plötzlich stehen und Johannes prallte fast gegen ihn, folgte mit seinem Blick dann seinem ausgestrecktem Arm. (Boah sehr viel seinem... ich muss hier sehr genau überlegen wer mit dem Blick welchem Arm folgt...)
„Hat sich da unter dem Busch verkrochen.“ knurrte Veit und verschränkte wartend die Arme vor der Brust.
Der Wächter näherte sich vorsichtig den Sträuchern, ging in die Hocke und brauchte einen Moment bis er die junge Frau entdeckte. Aschblondes Haar, Haut weiß wie Porzellan und blass blaue, beinahe farblose Augen waren eine nahezu perfekte Tarnung in der winterlichen Schneelandschaft.
Halbverhungert war dieses mal nicht untertrieben. Veit neigte gerne zu zynischen Kommentaren, aber hier lag er zur Abwechslung goldrichtig mit seiner Beschreibung.
Sie starrte Johannes wortlos an, dann schob sich Veit in ihr Blickfeld.
„ Sie riecht gar nicht wie ein Halbling, deswegen dachte ich, es hätte sich hier ein Mensch verkrochen. Aber ihre Augen ...“ Veit zuckte mit den Schultern und brach ab, bleckte seine Fangzähne. Die junge Frau rührte sich immer noch nicht. Nicht mal ein Blinzeln.
„Veit, ist sie tot?“
„Nein. Ich wette nur,sie hat in ihrem ganzen Leben noch nicht ein Tropfen Blut genossen.“
Johannes wollte die junge Frau aus dem Busch ziehen, doch dann begann sie sich zu regen, entwand sich seinem Griff und wich rückwärts aus.
Johannes sprang auf, Veit blickte der jungen Frau desinteressiert hinterher, wie sie durch den Schnee entkommen wollte.
„Worauf wartest du, Veit?“ blaffte der Wächter.
„Ich warte auf weitere Instruktionen deinerseits. Das ist deine Aufgabe. Du sagst, ich mache. “
„Setz sie einfach fest!“
„Wenn sie dabei kaputt geht, übernimmst du die Verantwortung.“ zischte Veit und schoss los, als hätte man einen Pfeil vom Bogen gelassen, was gar nicht nötig gewesen wäre, denn der Halbling war so geschwächt, das sie nur mühsam vorankam. Aber der Bastard liebte es auch noch nach 107 Jahren seine körperliche Überlegenheit gegenüber seinem Wächter zu demonstrieren. (ach arbeiten beide schon so lang zusammen?)
Nur einen Augenaufschlag später brachte Veit die junge Frau zu Fall und nagelte sie fest, instinktiv seine Fangzähne im Anschlag.
„Veit!“
Der Bastard zuckte zusammen, verharrte aber immer noch in derselben Position.
Johannes lud sein Gewehr und kam langsam näher.
Veit.“ Jetzt drohend.
Der Bastard fluchte und richtete sich etwas auf, ohne den Griff von seiner Beute zu lockern.
Johannes umkreiste die beiden nun mit langsamen Schritten, noch nicht sicher, ob er Veit trauen sollte. Viel zu oft hatte der Wächter erlebt, was geschah, wenn man seine Art von der Leine ließ.
„Lass sie langsam los. Und du“, er deute mit dem Gewehr auf die junge Frau“, du regst dich nicht.“
Veit gehorchte, erhob sich und in dem Moment drückte Johannes ab. Sie gab noch einen erstickten Laut von sich und brach dann zusammen.
„Carfentanyl hilft immer.“ murmelte der Wächter mehr zu sich selbst, als zu Veit.
Der Bastard beugte sich über die junge Frau und betrachtete sie eingehend. „Hübsches Ding.“ Seine Lippen verzogen sich zu einem spöttisch dreckigem Grinsen, dann hob er sie auf.
Johannes erwiderte nichts darauf. Er wusste, das Veit genug Gespielinnen hatte,die alle voneinander wussten und aus Langweile Eiersuchtszenen austauschten. Er war da kein Einzelfall, auch viele andere Vampire beteiligten sich an solcherart Spiele, denn außer Blut, Sex und ihre eigenen kleinen und harmlosen Intrigen blieb ihnen nicht viel in ihrem endlosen Leben. Manchmal beneidete Johannes sie sogar ein wenig. (Um was? Das mit dem Beneiden kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Die Sätze vorher klingen nicht so als es besonders lebenswert wäre...)
Er seufzte leise und gab Veit mit einem Wink zu verstehen, ihm zu folgen. Sie mussten die junge Frau nun unterbringen und auf dem Fußmarsch zurück zum Auto zog er sein Smartphone aus der Tasche und benachrichtigte Amanda. Für Hamburg und das nahe Umland war dieser Widergänger zuständig Abkömmlinge bei sich aufzunehmen. Von dort aus gingen Nachrichten an den Zirkel und an Johannes Organisation . Für den Wächter selbst bedeutete das nur noch Papierkram, reine Bürokratie, die sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hatte, damit Vampire und Menschen friedlich nebenher leben konnten. (Hier langweile ich mich schon etwas)
Um nicht aufzufallen, mussten sich Johannes und Veit fern ab der Wege durch den Wald bewegen und sie erreichten Johannes´ silbernen VW Cross Touran erst, als die winterliche Dämmerung anbrach.
Johannes verstaute sein Gewehr im Kofferraum und nahm es schweigend hin, das Veit sich hinter das Lenkrad setzte. Der Bastard liebte, genau wie seine restliche Sippe, alle technischen Neuerungen der heutigen Zeit. Anpassungsfähigkeit bewahrte den Vampiren in den letzten zwei Jahrhunderten nicht auszusterben, ganz im Gegensatz zu der Kirche, die sich viel zu lange an Weihwasser und Kreuze festgehalten hatte. Anfang des zwanzigsten Jahrhundert verlor die Kirche ihre Macht und ein neuer Verband, Die Wacht, nahm sich der Bedrohung an und baute auf Diplomatie, denn auf aggressive Auslöschung.
Nach Einbruch der Dämmerung dauerte es nicht mehr lange und Dunkelheit legte sich über die Straßen. Veit begann sich spürbar zu entspannen. Bastarde und Halblinge vertrugen die Sonne im allgemeinen gut, so lange sie sich mit Blut regelmäßig stärkten und auch Veit bildete da keine Ausnahme. Er mochte Tagspaziergänge nur einfach nicht besonders.
Johannes verstellte den Rückspiegel und betrachtete die betäubte junge Frau nachdenklich. Sie musste sich Nachts von Ort zu Ort bewegt haben, den sie schien keinerlei Verbrennungen erlitten zu haben. Und auch ihre Spuren mussten bei dem Neuschnee am Morgen verwischt worden sein. Da stellte sich nur noch die Frage, wieso diese Frau nach Veits Worten noch nie von Blut ernährt hatte.
Nach Johannes Meinung blieb ein Raubtier nun einmal ein Raubtier und diese Einstellung wurde ihm seit Jahrzehnten immer wieder bestätigt. Menschen konnten sich zu Tode hungern, aber bei Vampiren und deren Abkömmlingen war der Instinkt zu sehr ausgeprägt, um den natürlichen Drang nach Blut zu widerstehen.
Ein ruckartiges abbiegen nach links holte Johannes aus seinen Überlegungen. Veit lenkte den Wagen nach kurzen Augenblicken durch ein geöffnetes Tor und rollte langsam zur Garage, die im Hausbau integriert war. Amanda selbst fuhr kein Auto und die Garage nur aus diesem Zweck angebaut worden, um Abkömmlinge ungesehen ins Haus zu schleusen. (Zu lange Säzte, zuviele Infos die mich eigentlich gar nicht interessieren...)
Amanda erwartete seine Gäste schon in der geöffneten Tür zum Haus. (Amanda ist ein ER? aha! Und Gäste? Feiern die da noch eine Party oder wie?)
„Was habt ihr denn da eingefangen?“ Theatralisch wedelte Amanda mit seinen Händen in der Luft. „Sie muss ja halb erfroren sein!“
„Verhungert trifft es besser.“ knurrte Veit und schob sich mit dem Halbling über der Schulter durch die Tür.
Johannes´Arbeit war an diesem Punkt offiziell beendet und er wechselte auf die Fahrerseite, startete den Motor und verließ die Garage wieder ohne sich zu verabschieden oder sich noch einmal umzusehen.
Er hielt es nur so lange wie nötig bei den Blutsaugern aus, obwohl sie ihm freundlich und friedlich begegneten.
Die Widergänger waren nicht dumm und hatten erkannt, das die Waffen der Menschen in den letzten einhundert Jahren selbst für ihre Sippe bedrohliche Ausmaßen angenommen hatten. Ihre einzig logische Reaktion war es Menschen von ihrer Ernährungstabelle zu streichen und sich nur noch von Tierblut zu ernähren. Das aber wurde auch problematisch, denn die Widergänger mussten ihre Beute in den Wäldern jagen gehen und das fehlende Wild fiel auf. Man entschied sich dazu Jagdreviere einzurichten und dort trat Johannes auf den Plan. Er wurde vom Jäger, der einst für die Kirche Blutsauger gejagt hatte, zum Wächter, der offiziell als Wildhüter arbeitete. Inoffiziell überwachte er die Wälder im Raum Hamburg, fing Abkömmlinge ein, die außerhalb eines Jagdreviers auf Beutefang gingen und übergab diese dem Zirkel.
Und das tat er nun schon seit fast 107 Jahren, genauso lange wie er Veit kannte. In der Zeit hatte er schon dreimal seine Identität gewechselt, neue Lebensläufe bekommen und war auch mehrmals umgezogen. Sein offizielles Leben war nur ein Konstrukt von Lügen.
Und das machte einsam. Hätte Veit nicht dieser Hexe gebeten ihm das Leben zu retten, hätte Johannes seine verfluchte Existenz schon lange hinter sich gelassen.
Mit mehr Schwung als nötig bog der Wächter plötzlich ab und widerstand dem Impuls das Gaspedal durchzudrücken. Wie immer, wenn er an den Tag zurückdachte, als die Hexe ihm vor dem Tod bewahrte, wurde er seinem niederschmetternden und endlosem Schicksal bewusst.
Sie hatte ihm sein Leben erhalten und ihm Unsterblichkeit verliehen. So ganz nebenbei und ungefragt.
Er hatte (hätte?)mit neunundzwanzig sterben sollen, stattdessen blieb er nun ewig neunundzwanzig Jahre jung. Und das alles nur durch einem zu klein geratenen Bastard und einer Hexe.
Johannes parkte mit einem Zug ein, holte noch einmal tief Luft und stieg aus. Iserbrook, Blankeneses armer Nachbar und sein Zuhause.
Sein Gehalt überstieg das eines Wildhüters und Johannes könnte sich in einem anderen Hamburger Viertel mit Haus und Garten niederlassen, aber er fühlte sich nicht wie die strahlenden Reichen und Schönen, die ihre neugierigen Nasen in anderer Leute Angelegenheiten steckten. Hier zwischen den sozial schwachen, die mit ihren eigenen Probleme zu kämpfen hatten konnte Johannes unerkannt sein endloses Dasein fristen.
An der Fahrstuhltür hing immer noch der Hinweis Defekt und der Wächter stieg die Treppen zum achten Stock hinauf. Er wusste, das ihm diese Extrarunde gut tun würde, da die Bequemlichkeiten der letzten Jahrzehnte ihm mittlerweile schwer auf den Hüften lagen, trotzdem bevorzugte er lieber den Fahrstuhl, wenn dieser denn endlich mal wieder repariert werden würde.
Als Johannes seine Haustür aufschloss und den Schlüsselbund in eine Schale warf, die auf einer kleinen Kommode stand, atmete er auf. Endlich zu Hause und im warmen. Die Stiefel pfefferte er in eine Ecke des Flures, ungeachtet der mittlerweile gelittenen Tapete, und sein Schneetarn landete im angrenzenden Badezimmer. Kurz überlegte der junge Mann (eigentlich ist er ja nicht mehr jung... er sieht ja nur jung aus... und mit jungen Mann reißt du den Leser komplett aus der Perspektive raus... Johannes, 136 Jahre alt, unsterblich, wird doch nicht von sich selbst als junger Mann denken?) ob er schnell lüften sollte, entschied sich aber der Faulheit halber dagegen und schmiss sich nur in Boxer und Shirt auf sein zerschlissenes Sofa und zündete sich eine Zigarette an, zog sich seinen Laptop heran, der auf dem kleinen Fliesentisch stand. Berichte schreiben, der langweiligste Teil seiner Arbeit. Ungeduldig band er seine braune Krauslocken streng im Nacken zurück, während sein altersschwacher Laptop langsam hoch fuhr. (Boah auch hier sehr viele Informationen, bei denen ich mich frage wieso du sie erwähnst, in wie weit sie  wichtig für die Handlung sind. Ich kann jetzt auch keine Charakterbeschreibung daraus herauslesen... )
Seine Berichte waren immer kurz und knapp formuliert. Wann und wo, welches Geschlecht , sowie ein kurz umrissenen Hergang seines Einsatzes. Wie immer erwähnte Johannes am Ende seines Berichtes, das sich Veit wie erwartet tadellos an die Regeln gehalten hatte, auch wenn es manchmal gelogen war. Sowie heute, als der Bastard im Begriff war seine Fangzähne in ihren Hals zu versenken. Der junge Mann könnte die Wahrheit berichten, aber er war mit Veit schon seit so vielen Jahren auf der Jagd, das er sich trotz Veits schwierigem Charakter gut auf ihn eingespielt hatte und er ihn  einschätzen konnte. Und aus diesem Grund wollte Johannes auch keinen anderen Partner. Manchmal, gerade dann wenn er an diesen einen Tag zurückdachte, bildete sich Johannes ein, das es Veit ähnlich ging.
Weder er wollte einen anderen Menschen an seiner Seite haben, noch wollte Johannes irgendeinen Widergänger ( ach so jetzt checke ich es, Widergänger sind auch Vampire) als Spurenleser und Häscher.
Johannes klappte seinen Laptop wieder zu, nachdem er zum ersten Mal die Spalte Art des Abkömmlings mit Halbling ausgefüllt hatte und entschied sich nun dafür mit einem Bier und einer Tiefkühlpizza seinen Feierabend zu genießen.
Oder so ähnlich.


* Ich hatte "verbiss sich das Kommentar" geschrieben, aber das Grammatikprogramm über Google meldete es hieße "dem Kommentar".Klingt für mich seltsam , aber ich schätze ist sicher eine veraltete Formulierung?


Hmm also für meinen Geschmack sind die Sätze oft zu lang und verschachtelt. Du erwähnst für mich auch zu oft viele Details, was er gerade tut, z.b. überlegt das Fenster zu öffnen um zu lüften, aber er tut es dann nicht... hä?
Und für meinen Geschmack auch sehr viele Infodump... es macht es ein wenig mühsam zu lesen, und eher wenig spannend. Ich würde falls dies eine Leseprobe wäre, so nicht weiterlesen. Ich kann mich weder in den Protagonisten hineinversetzen noch interessiert mich was noch so passiert. Von der Perspektive schweifst du auch ein wenig herum.
Sorry klingt jetzt sehr hart.

Sana

  • Gast
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #14 am: 27 November 2016, 13:45:43 »
Vampire und Widergänger sind dasselbe. Ich hatte mich dafür entschieden, um Wort- Wiederholungen zu vermeiden.
Wenn das verwirrend ist muss ich mich für eine Bezeichnung entscheiden.
Deswegen bin ich auch unbemerkt in den Perspektivwechsel gerutscht, das habe ich aber im ersten Schritt schon ausgebessert.

Juni

  • Federgewicht
  • **
  • Beiträge: 76
Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #15 am: 19 Februar 2017, 17:05:50 »
Hi Sana,

Zitat
Das ist im Moment auch nur mein einziges Werk. Ärgerlicherweise hat mein alter Laptop gegen Sommer einen totalschaden erlitten und alles andere auf der Festplatte ist futsch.
Das ist mega Furchtbar! Wow, mir ist diese Vorstellung so ein Grauen, dass ich sogar zwei Externe Festplatten habe – mit gleichem Inhalt.

Allgemein: Am Anfang hatte ich gleich einige Fragezeichen über dem Kopf. Ich dachte: Warum interessiert ihn, was die Fußgänger denken? Und überhaupt, was für Fußgänger? Die Info wo er ist und warum es ihn interessiert kam dann auch irgendwann, etwas verspätet... das hat mich eig. nicht gestört, früher wäre aber besser gewesen.
Zur Perspektive: Würdest du aus der auktorialen Sicht schreiben, wären all die Stellen mit ‚der Wächter‘ völlig ok. Aber soweit ich das sehe, schreibst du hauptsächlich aus der dritten Person. Wenn er dann als ‚der Wächter‘ und nicht Johannes genannt wurde, bin ich immer drüber gestolpert. 

 
Zitat
Johannes stieß kleine Wolken beim Atmen aus und packte sein Gewehr fester . Jeder Zivilist würde den jungen Mann mit seinem Gewehr und der schwarz-weißen Schneetarn für einen Jäger halten und nicht mal ahnen, das er einer Jahrhundert alten Organisation angehörte und das sein Partner zu einer speziellen Spezies zählte, die man aus alten Sagen und Fantasyfilmen kannte. Und der verschwand wie immer lautlos und schnell zwischen den Bäumen , einer Fährte folgend, die Johannes als Mensch nicht riechen konnte. Wenn Veit wenigstens brauchbare Spuren hinterlassen würde, aber selbst bei diesem Schnee sah es so aus, als hätte dieser Bastard nicht einen Fuß in den Wald gesetzt.
Zitat
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.
Hat man als Wildhüter keine Uniform? (Weiter unten fand ich dann heraus, das er es Inoffiziell macht.)
Zitat
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln.
Nicht zum ersten Mal fragte Johannes sich, warum Veit ihn damals nicht einfach verrecken lassen hatte.
Dieser Teil skizziert mir die Art ihrer Beziehung, kommt mir hier an der Stelle aber irgendwie deplatziert vor. Man kann Hinweise in Texten ‚verstreuen‘, büßt dafür dann aber eventuell an Tempo oder Klarheit ein. Es ist ratsam, damit sparsam zu sein – der Text hier ist für meinen Geschmack etwas zu überladen mit Infoeinschüben.
Die Szene würde weniger Fragezeichen aufwerfen und flüssiger sein, wenn du (fast) alles weglassen würdest, was nicht mit dem Hier und Jetzt zu tun hat. Jagen, sich über Viet ärgern, Beute ausliefern, ab nachhause. Allerdings wäre es ziemlich konträr zu eben der Herangehensweise, viele Hintergrundinfos in den Text eifließen zu lassen.
Zitat
„Mir ist noch nie einer begegnet. Es hieß doch, es gäbe keine mehr?“
Und Veit?
Zitat
„Carfentanyl hilft immer.“ murmelte der Wächter mehr zu sich selbst, als zu Veit.
Warum hat er das nicht schon vorher getan? Und es ist irgendwie zu offensichtlich, dass er Carfentanyl ausspricht, damit ich den Begriff nun kenne. Nur weiß ich jetzt nicht, ob sie tot oder betäubt ist.
Zitat
  Um nicht aufzufallen, mussten sich Johannes und Veit fern ab der Wege durch den Wald bewegen …
Das Bild wäre irgendwie runder, wenn ich wüsste, wie Viet das Mädchen trägt und wo sie im Wagen wie verstaut wird.
Zitat
An der Fahrstuhltür hing immer noch der Hinweis Defekt und der Wächter stieg die Treppen zum achten Stock hinauf. Er wusste, das ihm diese Extrarunde gut tun würde, da die Bequemlichkeiten der letzten Jahrzehnte ihm mittlerweile schwer auf den Hüften lagen, trotzdem bevorzugte er lieber den Fahrstuhl, wenn dieser denn endlich mal wieder repariert werden würde.
Irgendwie erscheint mir der Teil wie Infodump. Er kommt gerade von einer Jagt und hatte immerhin Bewegung. Wenn du irgendwo die körperliche Abgeschlagenheit unterbringen musst, würde ich das bei den Geschehnissen im Wald machen – oder eben wegen dem kritischen Infogehalt auch nicht.
Zitat
Berichte schreiben, der langweiligste Teil seiner Arbeit. Ungeduldig band er seine braune Krauslocken streng im Nacken zurück, während sein altersschwacher Laptop langsam hoch fuhr.
Das verschiebt er nicht auf morgen? Nachdem ich nun immer wieder drauf gestoßen wurde, worauf er keine Lust hat, erstaunt mich das. Wenn eingefleischte Routine dahintersteckt, würde ich das noch anmerken. Und angesichts all der Infos, die bislang auf mich einschlugen - das mit dem altersschwachen Laptop muss doch nicht sein ^^
Zitat
* Ich hatte "verbiss sich das Kommentar" geschrieben, aber das Grammatikprogramm über Google meldete es hieße "dem Kommentar".Klingt für mich seltsam , aber ich schätze ist sicher eine veraltete Formulierung?
Für gewöhnlich halte ich mich aus allem raus, was mit Grammatik und Rechtschreibung zu tun hat. Aber hier bin ich mir sicher, dass es ‚den Kommentar‘ heißen muss.

Alles in einem weckt der Ausschnitt bei mir Neugier.