16 Januar 2021, 12:14:05

Autor Thema: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1  (Gelesen 2805 mal)

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Re: Arbeitstitel "Kolibri" Kapitel 1
« Antwort #15 am: 19 Februar 2017, 17:05:50 »
Hi Sana,

Zitat
Das ist im Moment auch nur mein einziges Werk. Ärgerlicherweise hat mein alter Laptop gegen Sommer einen totalschaden erlitten und alles andere auf der Festplatte ist futsch.
Das ist mega Furchtbar! Wow, mir ist diese Vorstellung so ein Grauen, dass ich sogar zwei Externe Festplatten habe – mit gleichem Inhalt.

Allgemein: Am Anfang hatte ich gleich einige Fragezeichen über dem Kopf. Ich dachte: Warum interessiert ihn, was die Fußgänger denken? Und überhaupt, was für Fußgänger? Die Info wo er ist und warum es ihn interessiert kam dann auch irgendwann, etwas verspätet... das hat mich eig. nicht gestört, früher wäre aber besser gewesen.
Zur Perspektive: Würdest du aus der auktorialen Sicht schreiben, wären all die Stellen mit ‚der Wächter‘ völlig ok. Aber soweit ich das sehe, schreibst du hauptsächlich aus der dritten Person. Wenn er dann als ‚der Wächter‘ und nicht Johannes genannt wurde, bin ich immer drüber gestolpert. 

 
Zitat
Johannes stieß kleine Wolken beim Atmen aus und packte sein Gewehr fester . Jeder Zivilist würde den jungen Mann mit seinem Gewehr und der schwarz-weißen Schneetarn für einen Jäger halten und nicht mal ahnen, das er einer Jahrhundert alten Organisation angehörte und das sein Partner zu einer speziellen Spezies zählte, die man aus alten Sagen und Fantasyfilmen kannte. Und der verschwand wie immer lautlos und schnell zwischen den Bäumen , einer Fährte folgend, die Johannes als Mensch nicht riechen konnte. Wenn Veit wenigstens brauchbare Spuren hinterlassen würde, aber selbst bei diesem Schnee sah es so aus, als hätte dieser Bastard nicht einen Fuß in den Wald gesetzt.
Zitat
Johannes verbiss sich dem* Kommentar , das er nur Schneetran trug, um nicht dem einen oder anderen Spaziergänger unnötig aufzufallen, die es bei dem Wetter nicht vorzogen bequem vor dem Fernseher zu sitzen.
Hat man als Wildhüter keine Uniform? (Weiter unten fand ich dann heraus, das er es Inoffiziell macht.)
Zitat
Da wo er jetzt auch gerne sein würde und nicht hier frierend im winterlichen Wohldorfer Wald mit einem Bastard, der die Spezies Mensch nicht viel mehr Achtung entgegenbrachte wie der Dreck unter seinen Fingernägeln.
Nicht zum ersten Mal fragte Johannes sich, warum Veit ihn damals nicht einfach verrecken lassen hatte.
Dieser Teil skizziert mir die Art ihrer Beziehung, kommt mir hier an der Stelle aber irgendwie deplatziert vor. Man kann Hinweise in Texten ‚verstreuen‘, büßt dafür dann aber eventuell an Tempo oder Klarheit ein. Es ist ratsam, damit sparsam zu sein – der Text hier ist für meinen Geschmack etwas zu überladen mit Infoeinschüben.
Die Szene würde weniger Fragezeichen aufwerfen und flüssiger sein, wenn du (fast) alles weglassen würdest, was nicht mit dem Hier und Jetzt zu tun hat. Jagen, sich über Viet ärgern, Beute ausliefern, ab nachhause. Allerdings wäre es ziemlich konträr zu eben der Herangehensweise, viele Hintergrundinfos in den Text eifließen zu lassen.
Zitat
„Mir ist noch nie einer begegnet. Es hieß doch, es gäbe keine mehr?“
Und Veit?
Zitat
„Carfentanyl hilft immer.“ murmelte der Wächter mehr zu sich selbst, als zu Veit.
Warum hat er das nicht schon vorher getan? Und es ist irgendwie zu offensichtlich, dass er Carfentanyl ausspricht, damit ich den Begriff nun kenne. Nur weiß ich jetzt nicht, ob sie tot oder betäubt ist.
Zitat
  Um nicht aufzufallen, mussten sich Johannes und Veit fern ab der Wege durch den Wald bewegen …
Das Bild wäre irgendwie runder, wenn ich wüsste, wie Viet das Mädchen trägt und wo sie im Wagen wie verstaut wird.
Zitat
An der Fahrstuhltür hing immer noch der Hinweis Defekt und der Wächter stieg die Treppen zum achten Stock hinauf. Er wusste, das ihm diese Extrarunde gut tun würde, da die Bequemlichkeiten der letzten Jahrzehnte ihm mittlerweile schwer auf den Hüften lagen, trotzdem bevorzugte er lieber den Fahrstuhl, wenn dieser denn endlich mal wieder repariert werden würde.
Irgendwie erscheint mir der Teil wie Infodump. Er kommt gerade von einer Jagt und hatte immerhin Bewegung. Wenn du irgendwo die körperliche Abgeschlagenheit unterbringen musst, würde ich das bei den Geschehnissen im Wald machen – oder eben wegen dem kritischen Infogehalt auch nicht.
Zitat
Berichte schreiben, der langweiligste Teil seiner Arbeit. Ungeduldig band er seine braune Krauslocken streng im Nacken zurück, während sein altersschwacher Laptop langsam hoch fuhr.
Das verschiebt er nicht auf morgen? Nachdem ich nun immer wieder drauf gestoßen wurde, worauf er keine Lust hat, erstaunt mich das. Wenn eingefleischte Routine dahintersteckt, würde ich das noch anmerken. Und angesichts all der Infos, die bislang auf mich einschlugen - das mit dem altersschwachen Laptop muss doch nicht sein ^^
Zitat
* Ich hatte "verbiss sich das Kommentar" geschrieben, aber das Grammatikprogramm über Google meldete es hieße "dem Kommentar".Klingt für mich seltsam , aber ich schätze ist sicher eine veraltete Formulierung?
Für gewöhnlich halte ich mich aus allem raus, was mit Grammatik und Rechtschreibung zu tun hat. Aber hier bin ich mir sicher, dass es ‚den Kommentar‘ heißen muss.

Alles in einem weckt der Ausschnitt bei mir Neugier.