27 Januar 2021, 21:24:07

Autor Thema: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung  (Gelesen 5890 mal)

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Naleesha

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AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« am: 15 Dezember 2016, 08:00:15 »
wohlgemerkt ein-seitig, nicht einseitig ^^

Kommentare und Fragen meinerseits im Anschluss.

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Wolfsbrüder

In den Straßen von Moondale erzählen sich die Leute viele Geschichten. Sie handeln von Hexen, Drachen, Flüchen, Orakeln und anderen ungewöhnlichen, meist unglaublichen Dingen. Den Wahrheitsgehalt dabei herauszufinden ist nicht gerade leicht und ein jeder möge sich selbst danach auf die Suche begeben. Lange Zeit habe ich selbst nicht an diese Geschichten geglaubt. Bis ich mich plötzlich mitten in meiner eigenen Geschichte wiederfand. Mein Name ist Nick Argylé. Das Wesen meiner Natur wurde im Laufe der Zeit umgedichtet, verfälscht. Die Mythologie der Menschen ist nicht beständig, darum nennt man uns nunmehr Werwölfe. Doch unser Ursprung, der Beginn unserer Welt hat nichts mit jenen Bestien zu tun. Ihr glaubt mir nicht? - Dann lasst mich euch meine Geschichte Erzählen…

Sie beginnt lange vor eurer Zeit, als Magie noch nicht zum Aberglauben gehörte und Dinge wie Automobile oder Armbanduhren noch nicht vorstellbar waren. Damals war ich noch ein junger Mann, Schüler eines normalen Internats für Adlige, und meine Sorgen waren normale Jungendsorgen. Das schlimmste, was mir passieren konnte war eine schlechte Note und nichts deutete darauf hin, dass das Schicksal in eine komplett andere Richtung driften würde.
Aber in dieser Nacht, änderte sich Alles…

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Die Einleitung soll den Plot anteasern bzw anschneiden, worum es in der Geschichte gehen wird. das Konzept ist, dass Nick irgendwann sehr viel später irgendwo in einem Raum sitzt und uns seine Geschichte erzählt. sprich (fast) alles ist aus Sicht und Perspektive von Nick erzählt.

Ich habe über die Jahre immer wieder kleine Details verbessert und will eigentlich nur noch wenig (wenn überhaupt) wirklich verändern oder umschreiben.

Fragen:

- würdet ihr bei dieser Einleitung ein Interesse für die Geschichte entwickeln?
- erschafft die Einleitung die leicht düstere Voratmosphäre, die ich beabsichtige und die der Leser ins erste Kapitel mitnehmen soll?
- Komma- und Rechtschreibfehler könnt ihr auch gern verbessern.
- enthält die Einleitung alle für euch wichtigen Informationen oder fehlt euch hier etwas wesentliches?
(auch bezogen auf die Infos, die ich in meinem ersten Rösttext nachgeschoben habe)
« Letzte Änderung: 15 Dezember 2016, 08:01:51 von Naleesha »
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #1 am: 15 Dezember 2016, 10:07:32 »
Ich beantworte alle drei Fragen mit einem ganz klaren Nein. Bei mir funktioniert da nichts. Das ist meine ganz spontane Reaktion auf diese Einleitung und darahn kann man auch nichts deuteln. Ich kann das auch ganz gut begründen, aber meine Begründung muss nicht unbedingt stimmen und ist im Gegensatz zu meiner Reaktion diskutabel. Ich hoffe, Du kannst mit meinen Erklärungsversuchen etwas anfangen.

Stellen wir uns mal vor:
Ich bekomme ungefragt ein Buch(Geschichte) in die Hände. Oder ich schlage es zufällig auf, weil mir das Cover gefällt und ich Fantasy mag. Und ich erfahre als Erstes, dass diese Geschichte von Drachen und Hexen etc. handelt. Und dann erzählt mir jemand, dessen Name mir nichts sagt, dass an den Geschichten über Drachen und Hexen etwas dran sein könnte. He! Ich weiß doch schon, dass es Fantasy ist. Was also soll daran interessant sein?

Und eine leicht düstere Voratmosphäre? Wer so etwas bei einem Leser aus dem Stand heraus erzeugen kann, ist ein Großmeister seines Faches. Ich kenne nur Ursula LeGuin, der das einmal bei mir gelungen ist. Aber sie schreibt auch manchmal, als wäre sie vom anderen Stern.
Ich will damit keineswegs behaupten, dass Dein Text schlecht geschrieben ist. Ich will nur behaupten, dass selbst ein guter Autor bei mir chancenlos ist, wenn ich das Buch am Bahnhofskiosk in der Hand halte.

Und ob der Anfang alle wichtigen Informationen enthält? Auch nein. Denn wie soll ich das beurteilen? Ich weiß ja noch nicht einmal, worum es geht. Da kann ich auch noch nicht wissen, was wichtig ist.

Und damit stellt sich die Frage, ob ich überhaupt eine Einleitung für eine Geschichte brauche. Und wenn, wie sollte sie dann aussehen? Meine Meinung ist da "nen". Aber aus einer solchen Diskussion halte ich mich raus, weil sie in diesem Fall schnell in Glaubenskriege über Grundsätze abgleiten. Und letztendlich ist es auch egal. Ich kann aber sagen, welche Anfänge mein Interesse erwecken. Es sind eigentlich nur drei:

- der Sprung gleich rein in die Geschichte. Das ist der einfachste Weg. Wenn das, was da gerade passiert, mich packt (weil interessante Figur, spannender Konflikt, ungewohntes Setting), dann lese ich ein paar Zeilen weiter.

- Kraft der Sprache. Bei mir schwierig, weil ich selber schreibe. Da muss es also jemand können und so schreiben, wie ich es gerne können möchte. Beim Sprachgenie lernen? Das zieht mich immer ins Buch.

- Landschaftsbeschreibung. Aber die muss so verblüffend sein, dass ich das Gefühl bekomme: Ja, wenn der Autor seine Welt so sieht, dann ...
Ein Fantasybeispiel aus einem beinahe schon ganz vergessenen Schreibkurs. "Auf dem Tisch standen neun Tassen. Und ihre Henkel waren sorgfältig nach Nornordwest ausgerichtet."
Für die Richtigkeit dieser beiden Sätze verbürge ich mich nicht, wohl aber für den beabsichtigten Effekt.

Jetzt bin ich gespannt, wie andere das sehen. Und mit vielen Meinungen beommst Du dann auch ein klares Bild.

Liebe Grüße
Trippelschritt

Wer bin ich, wer war ich, wer werde ich sein?

Naleesha

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #2 am: 15 Dezember 2016, 13:18:40 »
Oder ich schlage es zufällig auf, weil mir das Cover gefällt und ich Fantasy mag. Und ich erfahre als Erstes, dass diese Geschichte von Drachen und Hexen etc. handelt.

die Geschichte handelt keineswegs von Hexen, Drachen etc. das hast du leider falsch herausgelesen.
ich schreibe "die Menschen erzählen sich viele Geschichten von..." und dann "ich glaubte nicht an diese Geschichten, bis ich mich plötzlich in meiner eigenen wiederfand."

man soll nur schon von Anfang an die Bezüge des Fantasy-genres vorfinden. das ist ähnlich wie mit urban legends. wir haben auch so viele Legenden über Hexen, Drachen etc. (die Nibelungen, spanische Inquisition, Geister...) und das gibts in Moondale eben auch, nur dass dort einige der Geschichten vielleicht ein bisschen Wahrheit in sich bergen. mehr sage ich hier nicht aus. dadurch weiß man, auf welchem Konzept die Geschichte beruht.

dessen Name mir nichts sagt

dass der Name dir nichts sagt ist aber nicht meine Schuld. Nick ist ja keine weltweit bekannte Berühmtheit. nur der Erzähler. an dieser Stelle stellt er sich vor. der Leser muss hier denken: ah, ok. das ist der Typ, der mir jetzt seine Geschichte erzählt.
und in der Geschichte lernt man ihn dann ja auch richtig kennen. über das gesamte Buch hinweg begleiten wir ihn, erfahren die Dinge in dieser Welt mit ihm gemeinsam und wachsen an ihn heran. und weil ich die Beschreibung seines Aussehens erst sehr spät einfüge, braucht es wenigstens EINEN Bezug, also nenne ich seinen Namen.

Und eine leicht düstere Voratmosphäre? Wer so etwas bei einem Leser aus dem Stand heraus erzeugen kann, ist ein Großmeister seines Faches.

ich habe auch nie behauptet, ein großmeister zu sein (oder sein zu wollen). aber ich denke nicht, dass das nötig ist, um in der Einleitung vorab schonmal eine Ahnung auf die atmosphäre des Buches geben zu können. ich habe einige Bücher gelesen, die mir schon in der Einleitung vermittelt haben, ob das Buch düster wird, oder fröhlich, oder mich manchmal auch völlig kalt erwischt haben indem sie zuerst eine sorglose, heitere Stimmung verbreitet haben, die dann ganz plötzlich sehr dunkel wurde.

wenn ich das Buch am Bahnhofskiosk in der Hand halte.

am Bahnhofskiosk würde ich kaum ein Buch je in die Hand nehmen. ich schreibe keine "Groschenromane für die Zugfahrt", wie ich sie immer nenne, sondern mein Ziel wäre es, in der Fantasy-Abteilung von Thalia, derBuchclub oder einen anderen bekannten Buchladen. (ja, ich möchte gerne in Printform veröffentlichen und eher weniger als e-book. ich halte nicht allzu viel von e-books, ich habe Bücher lieber in Papierform in der Hand als auf dem Bildschirm) zu stehen.

Und ob der Anfang alle wichtigen Informationen enthält? Auch nein. Denn wie soll ich das beurteilen? Ich weiß ja noch nicht einmal, worum es geht. Da kann ich auch noch nicht wissen, was wichtig ist.

Ich frage euch, die von mir schon mehr Hintergrundinfos zur Story bekommen haben, ob da jetzt noch was fehlt.
ich habe in Klammern darunter ja extra noch geschrieben, dass ihr bitte alle Infos zu dem Buch, die ihr schon kennt für die Frage mit berücksichtigen mögt...

Ein Fantasybeispiel aus einem beinahe schon ganz vergessenen Schreibkurs. "Auf dem Tisch standen neun Tassen. Und ihre Henkel waren sorgfältig nach Nornordwest ausgerichtet."
Für die Richtigkeit dieser beiden Sätze verbürge ich mich nicht, wohl aber für den beabsichtigten Effekt.

welcher Effekt soll hier bei mir ausgelöst werden? wenn ein Buch mit den beiden Sätzen anfängt, regt mich das nicht zum Weiterlesen an. was interessieren mich ein paar Tassen, die auf nem Tisch stehen?
wenn die Sätze hinter einer Beschreibung einer Figur stehen, die als sehr akurat und akribisch, beinahe schon krankhaft ordentlich gezeichnet wird, dann würde das eventuell schon anders aussehen.


aber ja, ich werd mal noch die anderen Meinungen abwarten. aber gar keine Einleitung mag ich jetzt auch nicht...
mal sehn, was im Entwicklungsprozess des Buches noch passiert... auch hier im Forum.
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #3 am: 15 Dezember 2016, 13:46:23 »
Hallo Naleesha,

fangen wir mal mit den Erbsen an.


Zitat
Den Wahrheitsgehalt dabei herauszufinden ist nicht gerade leicht und ein jeder möge sich selbst danach auf die Suche begeben. Lange Zeit habe ich selbst nicht an diese Geschichten geglaubt.


Dopplung "selbst". Außerdem finde ich den ersten Satz ziemlich verschwurbelt.

Zitat
Das Wesen meiner Natur wurde im Laufe der Zeit umgedichtet, verfälscht.


Keine Ahnung, was Du damit sagen willst. Wurde das Wesen umgedichtet? Die Natur des Wesens? Wieso umgedichtet?

Zitat
Doch unser Ursprung, der Beginn unserer Welt hat nichts mit jenen Bestien zu tun. Ihr glaubt mir nicht? - Dann lasst mich euch meine Geschichte Erzählen…

erzählen

Zitat
Damals war ich noch ein junger Mann, Schüler eines normalen Internats für Adlige, und meine Sorgen waren normale Jungendsorgen.


Jugendsorgen oder Jungensorgen

Zitat
Das schlimmste, was mir passieren konnte war eine schlechte Note und nichts deutete darauf hin, dass das Schicksal in eine komplett andere Richtung driften würde.

Schlimmste

Zitat
Aber in dieser Nacht, änderte sich Alles…

alles



- würdet ihr bei dieser Einleitung ein Interesse für die Geschichte entwickeln?

Nicht wirklich, sorry.

- erschafft die Einleitung die leicht düstere Voratmosphäre, die ich beabsichtige und die der Leser ins erste Kapitel mitnehmen soll?

düster ist da für mich leider gar nichts - und was ist eine Voratmosphäre?

Tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Dich habe.

T!
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Naleesha

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #4 am: 15 Dezember 2016, 14:10:14 »
Dopplung "selbst". Außerdem finde ich den ersten Satz ziemlich verschwurbelt.

Dopplung ist weg: Lange Zeit habe auch ich nicht an diese Geschichten geglaubt.

Keine Ahnung, was Du damit sagen willst. Wurde das Wesen umgedichtet? Die Natur des Wesens? Wieso umgedichtet?

nun, das Wesen seiner Natur ist es, Menschen zu helfen als Wolfsbruder. aber er kann sich eben auch in einen Wolf verwandeln. sein Ursprung, seine urbane Legende, wenn man so will wurde umgedichtet und verfälscht. denn man hat die Wolfsbrüder zu Werwölfen gemacht, was sie ja nicht sind. denn längst nicht jeder Wolfsbruder kann sich auch in einen Wolf verwandeln. das sagen die nächsten beiden Sätze aus.

Jugendsorgen oder Jungensorgen

hast Recht, Tippfehler ^^ ist mir gar nicht aufgefallen. Jugendsorgen soll das heißen.

- würdet ihr bei dieser Einleitung ein Interesse für die Geschichte entwickeln?

Nicht wirklich, sorry.

was fehlt dir denn hier, wenn ich fragen darf?

- erschafft die Einleitung die leicht düstere Voratmosphäre, die ich beabsichtige und die der Leser ins erste Kapitel mitnehmen soll?

düster ist da für mich leider gar nichts - und was ist eine Voratmosphäre?

eine Voratmosphäre soll eine Vorahnung erzeugen, wie die Atmosphäre in dem Buch oder zumindest in den nächsten Kapiteln sein wird/könnte/soll. schade, dass es bei dir nicht geklappt hat.

Tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten für Dich habe.

kein Problem :) jeder Kommentar ist hilfreich.
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #5 am: 15 Dezember 2016, 15:16:53 »
Hallo Naleesha,

mir geht es ziemlich genau wie Trippenschritt, mit der zusätzlichen Schwierigkeit, dass ich keine Fantasyleserin bin.

In einem so kurzen Abschnitt eine düstere Atmosphäre zu erzeugen, ist - glaube ich - unfassbar schwer.
Und genau wie Trippelschritt stelle ich mir die Frage, ob Du den Prolog wirklich brauchst. Und wenn ja, wofür?

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #6 am: 15 Dezember 2016, 15:42:27 »
Hi Neleesha,

ich bin bekannt dafür, dass ich gern überpointiere. Und ich scheine Dich damit verärgert zu haben. Das ist schade und tut mir Leid. Du darfst also gern für Bahnhofkiosk Thalia einsetzen. Es ändert nichts an meinen Gefühl das ich hatte, als ich Deinen  Text las.

Du musst auch nicht erklären, warum Du was und wie gemacht hast und was Du Dir dabei gedacht hast. Ich habe auf den Text reagiert, wie Du ihn geschrieben hast. Dass dreimal Nein Dir nicht gefällt, kann ich verstehen. Das ginge mir genau so. Aber es gibt keinen wertvolleren Feedback für einen Autor als das direkte rohe Gefühl eines Lesers. Und das habe ich Dir geschickt. Und es ist zunächst eine Einzelmeinung, aus der ich kein generelles Urteil ableite.

Deshalb auch mein Vorschlag: Sammele und lass sacken.

liebe Grüße
Trippelschritt
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Zauberfeder

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #7 am: 15 Dezember 2016, 17:38:35 »
Huhu, Nalee :)

Ich finde es immer ganz schwer, solche Einstiege zu bewerten, weil für mich mehr dazu gehört, als nur ein kurzer Absatz, um zu entscheiden, ob mir etwas gefallen würde. Ich brauche immer etwas länger, um mit Dingen warm zu werden.

Zitat
- würdet ihr bei dieser Einleitung ein Interesse für die Geschichte entwickeln?
Leider nein. Für mich ist dieser Anfang zu allgemein gehalten. ich finde so keinen Bezug zu der Geschichte. Du willst, glaube ich, in der personalen Perspektive schreiben, aber ich habe hier den Eindruck, dass du auch immer wieder ins Auktoriale rutschst.
Diese allgemeine Text, ehe du zum Prota kommst, weckt nur bei einem Wort mein Interesse - Hexen -, aber auch nur, weil ich mich dafür interessiere. Danach kommst du zum Prota selbst, bei dem du erwähnst, dass er im Grunde keine Sorgen außer seine Jugend- oder Jungensorgen hat. Das lässt mich leider völlig kalt und weckt bei mir absolut kein Interesse. Der Satz danach, dass sich alles änderte, sorgt eher dafür, dass ich den Text zur Seite legen möchte, wenn er weiter gehen würde, weil das so eine typische Floskel ist, die so gut wie jeder benutzt, zumindest für mich, und damit weckt man bei mir kein Interesse, sondern sorgt eher dafür, dass ich es weglege.

Zitat
- erschafft die Einleitung die leicht düstere Voratmosphäre, die ich beabsichtige und die der Leser ins erste Kapitel mitnehmen soll?
Ich verspüre hier gar keine düstere Atmosphäre. Vielleicht ist mit dem Satz, dass sich alles ändert, etwas in der Richtung angedeutet, aber da der mich nicht mitreißt, spüre ich diese von dir gewollte Atmosphäre leider gar nicht.

Zitat
- enthält die Einleitung alle für euch wichtigen Informationen oder fehlt euch hier etwas wesentliches?
Das kann ich leider gar nicht einschätzen, weil ich nicht weiß, was für die Geschichte wichtig ist und ob die Infos, die ich hier erhalte, wichtig sind. Aber da du etwas von Hexen usw. erwähnst, die dann, wie du in einer Antwort auf Trippelschritt erwähnst, gar nicht vorkommen, habe ich jetzt eher das Gefühl, dass hier Informationen sind, die in die Irre führen. Du weckst meiner Meinung nach hier falsches Interesse, denn wenn du Sachen erwähnst, die gar keine Bedeutung habe, führst du mich in die Irre. Wenn ich mich jetzt darauf freue, dass es Hexen gibt und dann lese ich die Geschichte und merke, nichts davon kommt vor, fühle ich mich veralbert und lege das Werk ganz schnell wieder weg. Denn wenn du es erwähnst, hat es für mich eine Bedeutung, die dann aber scheinbar keine hat, wenn sie gar nicht vorkommen.

Für mich ist so ein allgemeingültiger Anfang aber auch nichts. Für mich muss ein Anfang Interesse wecken. Auch für die Personen. Da ich Nick noch nicht kenne, weil ich hier zum ersten Mal von ihm lese, interessiert es mich nicht wirklich, ob er Jungen- oder Jugendsorgen hat. Kenne ich ihn, mag ich ihn, dann interessiere mich seine Sorgen. Bisher aber noch nicht. Du musst erst einmal dafür sorgen, dass Nick für mich interessant wird. Am besten finde ich es eigentlich immer, direkt in die Geschichte einzusteigen. Ab ins Geschehen, den Leser in die Situation geworfen und wenn er Nick handeln sieht, wird er eine Bindung zu ihm aufbauen.

Da ich auch gelesen habe, dass du dein Werk später gerne bei Thalia und Co. stehen sehen willst, wäre es vielleicht nicht verkehrt, wenn du deine Einstellung zum Recherchieren noch einmal überdenkst. Ein Roman schreibt sich nicht so schnell von heute auf Morgen und ohne Recherche kommt man nicht weit. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man schreibt für sich und hat einfach Spaß am Schreiben, dann kann man das mit der Recherche lockerer sehen oder aber man will es an den Mann bringen, aber dann wird man nicht ohne auskommen.

lg
Zauberfeder

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #8 am: 15 Dezember 2016, 17:40:24 »
Hey, Nalee!

Lass mich vorausschicken, dass ich bei Büchern mittlerweile echt sehr wählerisch bin. Bei mir schafft es kaum ein Buch, mich zu begeistern. Und der Stapel der Bücher, die ich nicht ausgelesen habe, weil sie mich nicht genug gepackt haben, wächst unaufhörlich.


Ob dieser Einstieg Interesse weckt? Naja, er schreckt mich nicht ab, und das ist schon mehr als es jetzt klingt. Ich würde noch umblättern und schauen, wie der Rest so ist.

Atmosphärisch ist das jetzt ... naja, auch nicht sehr. Ich stelle mir da einen alten Herren vor,  der mit Decke über den Knien dasitzt und halt anfängt zu reden. Keiner hat ihn darum gebeten, keiner hat ihn dazu aufgefordert, er redet halt einfach mal drauf los. Also irgendwie hat das schon Atmosphäre, aber halt nicht die, die du gern hättest. Für mich ist das mehr Altersheim-Feeling, wo die alten Leute sitzen, vom Leben und den Familien vergessen, und um die Stille zu vertreiben führen sie halt Selbstgespräche.

Und ob da jetzt wichtige Informationen fehlen oder nicht :dontknow:


Was mich aber hauptsächlich irritiert hat: Dieser Prolog ist in der Ich-Perspektive, die Geschichte selbst dann auch? Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass die in personaler Perspektive geschrieben ist.
Als "Klarmacher", dass hier jetzt Fantasy kommt, keine Historie, brauchst du den Text auf alle Fälle nicht. Das Genre ergibt sich ja aus dem Klappentext heraus. - Und tatsächlich hast du hier eher einen Klappentext geschrieben als sonst was. Jetzt auch nicht wirklich, aber wenn das - etwas verkürzt - auf einem Buchrücken stünde, würde ich wahrscheinlich hineinschauen, wie sich die eigentliche Geschichte so anlässt.

Oh, und auf Fehler hab ich jetzt gar nicht geachtet. :rotwerd:


lg, Viskey
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Naleesha

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #9 am: 16 Dezember 2016, 00:33:33 »
Und ich scheine Dich damit verärgert zu haben.

nein, ich bin/war nicht verärgert. tut mir Leid, wenn das so rüber kam. allerdings war ich schon ein wenig angepiekst. es war mir schon recht unangenehm mir vorzustellen, wie mein Buch, in das so unglaublich viel Arbeit geflossen ist in einer dieser drehregale am Bahnhof steht...
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #10 am: 16 Dezember 2016, 01:06:49 »
Hallo Zauberfeder,
erstmal danke fürs Lesen und für deinen Kommentar.

ins Auktoriale rutschst.

ich kenn mich mit den Fachbegriffen leider nicht so aus und weiß nicht, was das ist. mit narrativ, erzählerisch und so komm ich ja noch klar, aber was ist auktorial?

Aber da du etwas von Hexen usw. erwähnst, die dann, wie du in einer Antwort auf Trippelschritt erwähnst, gar nicht vorkommen, habe ich jetzt eher das Gefühl, dass hier Informationen sind, die in die Irre führen. Du weckst meiner Meinung nach hier falsches Interesse, denn wenn du Sachen erwähnst, die gar keine Bedeutung habe, führst du mich in die Irre. Wenn ich mich jetzt darauf freue, dass es Hexen gibt und dann lese ich die Geschichte und merke, nichts davon kommt vor, fühle ich mich veralbert und lege das Werk ganz schnell wieder weg. Denn wenn du es erwähnst, hat es für mich eine Bedeutung, die dann aber scheinbar keine hat, wenn sie gar nicht vorkommen.

naja, so ganz ohne Bedeutung ist es nicht. sie stellen Teaser dar, Ideen für künftige Bücher und Hinweise auf andere Geschichten von mir. ich habe z.B. auch schon ein Projekt, dass unter dem AT Der Drachenfürst laufen wird, und dass ich nach den Wolfsbrübern in Angriff nehmen werde. darin wird es um Hexen und Drachen gehen...

Da ich Nick noch nicht kenne, weil ich hier zum ersten Mal von ihm lese, interessiert es mich nicht wirklich, ob er Jungen- oder Jugendsorgen hat.

hmmm... eigentlich hast du Recht... vielleicht lasse ich das Internat und die Jugendsorgen weg und erwähne nur, dass er bis dahin kein aufregendes Leben geführt hat... mal sehn.

Du musst erst einmal dafür sorgen, dass Nick für mich interessant wird. Am besten finde ich es eigentlich immer, direkt in die Geschichte einzusteigen. Ab ins Geschehen, den Leser in die Situation geworfen und wenn er Nick handeln sieht, wird er eine Bindung zu ihm aufbauen.

das ist irgendwie nicht wirklich ein Schreibstil, den ich gerne mag. so nackt ins Geschehen geworfen zu werden KANN bei mir manchmal funktionieren wenn ich es lese, aber die Einleitung ist für mich persönlich ein wichtiger Faktor, und sie besteht in so gut wie all meinen Texten aus einer Seite. mal stellt der hauptprota sich hier vor und beginnt mit seiner Erzählung, oder es wird ein Schlüsselereignis (vielleicht aus der Vergangenheit) gezeigt, das zur Entstehung der Geschichte geführt, oder sie in eine bestimmte Richtung gelenkt hat, oder ich lass mir was ganz abstraktes einfallen. auch sind nicht alle meine texte innerhalb der eigenen Geschichte chronologisch erzählt, sondern ab und an erzähle ich die Ereignisse einer Geschichte (in EINER Geschichte. und dann wird markiert, wo in der chronologie des Buches/Textes wir uns befinden) in der Reihenfolge, in der sie für den prota, oder den Leser, oder mir, wichtig sind...

ich habe mich sehr daran gewöhnt, so zu schreiben und fühle mich wohl damit. und nachdem ich jetzt einiges an Schreibexperimenten schon hinter mir hab, will ich an meiner ersten Veröffentlichung arbeiten. aber nicht mit einem experiment, sondern etwas extra dafür geschriebenes.

Da ich auch gelesen habe, dass du dein Werk später gerne bei Thalia und Co. stehen sehen willst, wäre es vielleicht nicht verkehrt, wenn du deine Einstellung zum Recherchieren noch einmal überdenkst.

es ist ja nicht so, als wenn ich gar nicht recherchieren würde. wenn sich mir Fragen auftun mein Buch oder meine Welt betreffend (z.B. womit hat man früher eigentlich in der Region bezahlt?, wann wurde die erste Dusche erfunden, in welchem Farbspektrum können Wölfe eigentlich sehen... sehen sie Rot? (nein, tun sie nicht) etc. etc.) recherchiere ich ja durchaus. nur eben nicht was das Verhalten meiner Charaktere angeht, oder nur in geringem bis bedingtem Maße. wenn die Szenen, die sich mit den Adligen abspielen hier eher die dekadenz zeigen als "Adel verpflichtet", dann weil ich da nicht zu sehr ins Detail gehen will. das bedeutet ja nicht, dass sich die Adligen gar nicht um ihre Leute kümmern, nur eben, dass ich es nicht zeige oder erwähne.

ich zeige bzw erwähne auch nur seeehr wenige Szenen aus dem Adelsstand. sobald Nick Moondale verlässt wird die Tatsache, dass er adligen Geblüts ist immer weniger bedeuten. sowohl für die Leser, als auch für Nick selbst.

ich schweife schon wieder aus. lange Rede kurzer Sinn: natürlich werde ich für das Buch recherchieren. aber im gegensatz zu gewissen Menschen, die es sich leisten können für eine Recherche an einen bestimmten Ort zu reisen und mit bistimmten Experten zu sprechen, sind meine Möglichkeiten (vom Internet abgesehen) eher dürftig bis nicht vorhanden. darum werde ich versuchen, alles, was ich nicht recherchiere und erfinde, plausibel einzubaun.

im Falle des Verhaltens meiner adligen Familie Argylé: Die Insel ist recht abgeschottet, das Recht des Adels hat man durch heirat oder Geburt, dadurch herrscht eine gewisse Narrenfreiheit was die Weichherzigkeit von Nicks Mutter angeht. (jemand hatte mal bemängelt, dass sie so wie ich sie zeichne in der Welt des Adels untergehen würde und niemals bestehen könnte).
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #11 am: 16 Dezember 2016, 01:24:02 »
Ob dieser Einstieg Interesse weckt? Naja, er schreckt mich nicht ab, und das ist schon mehr als es jetzt klingt. Ich würde noch umblättern und schauen, wie der Rest so ist.

das freut mich :) ich denke schon, dass es einiges heißt, wenn du noch umblätterst und der Geschichte eine Chance gibst. genau dafür ist meine Einleitung da ^^

Atmosphärisch ist das jetzt ... naja, auch nicht sehr. Ich stelle mir da einen alten Herren vor,  der mit Decke über den Knien dasitzt und halt anfängt zu reden. Keiner hat ihn darum gebeten, keiner hat ihn dazu aufgefordert, er redet halt einfach mal drauf los.

 :deveek: fast das gleiche Bild hatte ich vor Augen als ich das gescvhrieben hab, allerdings ist der alte Mann eher ein populärer Geschichtenerzähler, der sein Wissen an die junge Generation weitergibt...

Was mich aber hauptsächlich irritiert hat: Dieser Prolog ist in der Ich-Perspektive, die Geschichte selbst dann auch?

ja. das komplette Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. meistens aus der Sicht von Nick, aber es gibt ein paar ganz wenige kurze Absätze aus der Sicht von anderen für die Story wichtigen Figuren und an einer Stelle wird Nick entführt (in der Erzählung, nicht im "Altenheim") und dann übernimmt die Perspektive von Jamie, seinem besten Freund, der sich dann auf die Suche nach ihm macht. dieser Abschnitt soll 1-2 Kapitel füllen.

Das Genre ergibt sich ja aus dem Klappentext heraus. - Und tatsächlich hast du hier eher einen Klappentext geschrieben als sonst was. Jetzt auch nicht wirklich, aber wenn das - etwas verkürzt - auf einem Buchrücken stünde, würde ich wahrscheinlich hineinschauen, wie sich die eigentliche Geschichte so anlässt.

oO ich hab noch nie nen Klappentext geschrieben... weiß auch gar nicht, wie das ginge. das der Text hier auch eher so wirkt überrascht mich jetzt. (nicht negativ. ob positiv weiß ich aber auch nicht. jedenfalls erst mal überrascht).
ich mag es aber generell gerne, solche kurzen Einleitungen zu schreiben, die möglichst nicht länger als eine Seite werden.

Oh, und auf Fehler hab ich jetzt gar nicht geachtet. :rotwerd:

kein Problem, viele Erbsen (ob alle, kann ich jetzt nicht sagen, aber es war schon ordentlich ne Hilfe) wurden schon von Trallala korrigiert :)

vielen Dank für deinen Kommentar. der liest sich für mich auch wegen deiner Kritikpunkte sehr positiv. :)
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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #12 am: 16 Dezember 2016, 06:33:35 »
Huhu Nalee,

es gibt verschiedene Erzählperspektiven. Habe mich gestern geirrt. Ich hatte die Ich-Perspektive mit zur personalen gezählt, ist aber extra, allerdings doch sehr ähnlich, wobei die Ich-Perspektive auch Merkmale von einer auktorialen haben kann, wie sie es bei dir tut, weil der Ich-Erzähler hier ja etwas aus der Vergangenheit erzähl. Vielleicht solltest du dich ein bisschen darüber informieren. Einfach Erzählperspektiven bei Google eingeben und schon findest du ganz viel dazu. Ich habe Hier mal eine Seite.

Solche Einstreuungen, Teaser, was auch immer zu anderen Büchern ist ja ganz nett, aber interessiert mich als Leser, wenn ich diese Werke nicht kenne, kein bisschen. Kenne ich die Bücher, mag ich die Bücher, freue ich mich über diese Hinweise, aber gehe trotzdem davon aus, dass solche Wesen jetzt hier auch vorkommen und das führt in die Irre, denn so machst du meiner Meinung nach mir als Leser falsche Versprechungen und wenn ich dann feststelle, dass die Wesen hier nicht vorkommen, lege ich das Buch enttäuscht zur Seite.

Ein Schlüsselereignis aus der Vergangenheit zeigen, wäre ja etwas ähnlich wie ins Geschehen hineingeworfen zu werden. Es hätte Handlung. Man sieht die Person in Aktion. Natürlich ist vieles auch Geschmackssache, aber wenn du jetzt fragst, ob dieser Anfang bei mir Interesse für die Geschichte weckt, dann tut er das ganz klar nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieses unchronologische Schreiben funktionieren kann. Ich glaube, das würde den Leser eher verwirren, wenn du mit Ereignis A beginnst, weiter machst mit Ereignis C und dann zu Ereignis B kommst oder vielleicht vorher noch zu Ereignis G (also die Buchstaben stehen jetzt hier mal für die chronologische Handlung). Ich wäre definitiv verwirrt, wenn ich so etwas lesen würde, aber vielleicht gibt es solche Bücher ja. Damit kenne ich mich nicht aus. Mir erschließt sich nur der Sinn dahinter nicht, wieso man eine Geschichte nicht chronologisch erzählt. Vor allem glaube ich, dass das auch mit sehr viel Planung verbunden sein muss. Vielleicht verstehe ich dich auch falsch, aber für mich klingt es, als würdest du das so machen, wie ich es hier als Beispiel gebracht habe. Da ich so etwas noch nie gelesen habe, habe ich so gar kein Bild davon. Ich meine, es gibt manchmal in Werken Rückblenden, aber die sind für mich auch chronologisch, weil der Prota sich in dem Moment ja daran erinnert.

Ich glaube, die wenigsten von uns reisen irgendwohin, um zu recherchieren. Viele werden das Internet und Bücher nutzen, um sich für ihre Werke zu informieren.

lg
Zauberfeder
« Letzte Änderung: 16 Dezember 2016, 06:51:53 von Zauberfeder »

scura

  • Gast
Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #13 am: 16 Dezember 2016, 10:35:30 »

So jetzt gebe ich auch noch meine Meinung dazu ab... nur um dich komplett zu verwirren. Nimm nur das an was dich weiterbringt, den Rest vergiss.

Dein Anfang erinnert mich sehr stark an den Anfang von Interview mit einem Vampir. Ich kann mir nicht helfen, immer wenn ich ihn lese habe ich plötzlich Brad Pitt vor mir und seine Deutsche Synchronstimme im Ohr... das wollte ich jetzt nur einmal Wertneutral festhalten.


Wolfsbrüder

In den Straßen von Moondale erzählen sich die Leute viele Geschichten. Sie handeln von Hexen, Drachen, Flüchen, Orakeln und anderen ungewöhnlichen, meist unglaublichen Dingen. Reden die Leute jetzt noch davon, in der Zeit wo Nick diesen Satz sagt? Oder erzählten sie früher davon. Den wenn du diesen Satz so anfängst, dass die Leute über Hexen, Drachen etc. reden dann denke ich als Leser ich bin im Mittelalter von der Geschichte her. Oder falls ich sehe oh Fantasy dann glaube ich, es ist eine eigene neue Fantasy Welt wo es eben solche Dinge gibt Den Wahrheitsgehalt dabei herauszufinden ist nicht gerade leicht und ein jeder möge sich selbst danach auf die Suche begeben. Lange Zeit habe ich selbst nicht an diese Geschichten geglaubt. Bis ich mich plötzlich mitten in meiner eigenen Geschichte wiederfand. Das mit dem Wahrheitsgehalt würde ich weglassen. Das er sich in seiner eigenen Geschichte wiederfand finde ich prinzipiell ein guter Satz... ich werde neugierig welche Geschichte denn? Andererseits denkt ein anderer Teil meines Gehirns, nanonana jeder ist doch Teil seiner eigenen Geschichte... weißt du was ich meine? Der Satz ist ein bisschen Tautologisch... so wie: Wenn die Sonne scheint, dann scheint die Sonne. Man ist immer ein Teil seiner eigenen Geschichte. Vielleicht ist es nicht spannend oder ereignislos... aber Teil davon ist man trotzdem... du solltest meiner Meinung nach noch etwas daran feilen  Mein Name ist Nick Argylé. Das Wesen meiner Natur wurde im Laufe der Zeit umgedichtet, verfälscht. Der Satz ist für mich auch noch nicht so Stimmig. Das Wesen seiner Natur... klingt etwas hochgestochen. Irgendwas ist noch schief daranDie Mythologie der Menschen ist nicht beständig, darum nennt man uns nunmehr Werwölfe. Doch unser Ursprung, der Beginn unserer Welt hat nichts mit jenen Bestien zu tun. Ihr glaubt mir nicht? - Dann lasst mich euch meine Geschichte Erzählen…WW

Der erste Teil spricht mich schon etwas an. Aber so richtig packt er mich leider noch nicht. Manche Dinge sind noch nicht ganz ausgereift formuliert und es ist ein wenig herumgefasle für mich... ich denke mir immer komm doch zum Punkt. Na klar hast du eine Geschichte zu erzählen Nick sonst gäbe es das Buch nicht. Vielleicht wenn du gleich mit dem Punkt der Werwölfe anfängst? Und dieses ihr glaubt mir nicht? Naja ich glaube es ihm schon. Gut passt dann muss ich es eh nicht mehr lesen... das ist jetzt überspitzt formuliert, aber ich lese ein Fantasybuch, da glaube ich der Hauptperson schon alles. Die Frage irritiert mich ein wenig.

Sie beginnt lange vor eurer Zeit, als Magie noch nicht zum Aberglauben gehörte und Dinge wie Automobile oder Armbanduhren noch nicht vorstellbar waren. Gut damit zeigst du mir das der Herr schon sehr alt ist, älter als Menschen werden können. Autos und Armbanduhren nicht vorstellbar - finde ich zwar schön als Beschreibung, aber das könnte ja theoretisch noch vor Christus Geburt oder auch kurz vor dem ersten Weltkrieg sein. Wahrscheinlich meinst du so etwas wie 17 Jahrhundert? Damals war ich noch ein junger Mann, Schüler eines normalen Internats für Adlige, und meine Sorgen waren normale Jungendsorgen. Das schlimmste, was mir passieren konnte war eine schlechte Note und nichts deutete darauf hin, dass das Schicksal in eine komplett andere Richtung driften würde. Ich weiß ja immer noch nicht in welcher Zeit du dich befindest, und ich kann mich da auch irren, aber irgendwie habe ich das Bild von Adeligen die eher Zuhause mit Privatlehrern unterrichtet werden, bzw. auf Bildungsreisen gehen... aber das weiß ich nicht so genau. Und ich frage mich auch wieso ein Adeliger Angst vor schlechten Noten hat. Bzw. glaube ich nicht das es in der Form wie zur heutigen Zeit Benotung gegeben hat


Aber in dieser Nacht, änderte sich Alles…

In welcher Nacht. Du schreibst zwar dieser... aber ich es hat die gleiche Bedeutung wie eines Nachts für mich... da ich ja noch bei Brad Pitt am Schoß neben dem betagten Herrn sitze und zuhöre...

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Die Einleitung soll den Plot anteasern bzw anschneiden, worum es in der Geschichte gehen wird. das Konzept ist, dass Nick irgendwann sehr viel später irgendwo in einem Raum sitzt und uns seine Geschichte erzählt. sprich (fast) alles ist aus Sicht und Perspektive von Nick erzählt.

Es geht um einen Schuljungen der ein Werwolf wird.

Ich habe über die Jahre immer wieder kleine Details verbessert und will eigentlich nur noch wenig (wenn überhaupt) wirklich verändern oder umschreiben.

Ja das kenne ich. Da feilt und schleift man daran und denkt so jetzt aber! Ich lasse noch ein paar Leute drüber lesen um Kleinigkeiten zu ändern... :devgrin: und dann fetzten mir die das Teil so um die Ohren... :wasbesseres:

Fragen:

- würdet ihr bei dieser Einleitung ein Interesse für die Geschichte entwickeln?
Jein - grundsätzlich, bin ich ja nicht so schwierig was ich lese. Lese so ziemlich alles... da muss man schon sehr viel falsch machen, dass ich aufgebe. Ich würde wohl den ersten Teil überfliegen und schauen ob was spannendes kommt :rotwerd: Meist hole ich mir ja Leseproben und entscheide dann... ich würde mich davon nicht abschrecken lassen... aber es würde mich auch nicht reinziehen ins Buch

- erschafft die Einleitung die leicht düstere Voratmosphäre, die ich beabsichtige und die der Leser ins erste Kapitel mitnehmen soll?
Eher nicht.

- enthält die Einleitung alle für euch wichtigen Informationen oder fehlt euch hier etwas wesentliches?
siehe oben. Es gibt schon Infos. Die sind aber ungenau... ein adeliger Junge unbestimmten Alters lebt in einer unbestimmten Zeit und verwandelt sich irgendwann in einer unbestimmten Nacht in einen Werwolf...  Also Junge verwandelt sich in einem Werwolf. Geht das Buch nur um die Verwandlung selbst? Weil das er sich verwandelt erzählst du uns ja hier schon

Hoffe du kannst mit meinem Anmerkungen etwas anfangen...

merin

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Re: AT Wolfsbrüder - ein-seitige Einleitung
« Antwort #14 am: 16 Dezember 2016, 10:57:59 »
Liebe Naleesha,

auf mich wirkt dieser Einstieg märchenhaft. Auf eine positive Art und Weise. Er weckt auch durchaus mein Interesse. Trotzdem funzt es im Detail für mich nicht:

Zitat
In den Straßen von Moondale erzählen sich die Leute viele Geschichten. Sie handeln von Hexen, Drachen, Flüchen, Orakeln und anderen ungewöhnlichen, meist unglaublichen Dingen. Den Wahrheitsgehalt dabei herauszufinden ist nicht gerade leicht und ein jeder möge sich selbst danach auf die Suche begeben. Lange Zeit habe ich selbst nicht an diese Geschichten geglaubt. Bis ich mich plötzlich mitten in meiner eigenen Geschichte wiederfand. Mein Name ist Nick Argylé. Das Wesen meiner Natur wurde im Laufe der Zeit umgedichtet, verfälscht. Die Mythologie der Menschen ist nicht beständig, darum nennt man uns nunmehr Werwölfe. Doch unser Ursprung, der Beginn unserer Welt hat nichts mit jenen Bestien zu tun. Ihr glaubt mir nicht? - Dann lasst mich euch meine Geschichte Erzählen…

Ich würde gern wissen: Wieso hat er nicht geglaubt, wenn die Dinge so normal waren.
Und: Du deutest an, jeder solle selbst wissen, was er glaubt. Aber du setzt es nicht in Verbidnung zur erzählten Geschichte.

Zitat
Sie beginnt lange vor eurer Zeit, als Magie noch nicht zum Aberglauben gehörte und Dinge wie Automobile oder Armbanduhren noch nicht vorstellbar waren. Damals war ich noch ein junger Mann, Schüler eines normalen Internats für Adlige, und meine Sorgen waren normale Jungendsorgen. Das schlimmste, was mir passieren konnte war eine schlechte Note und nichts deutete darauf hin, dass das Schicksal in eine komplett andere Richtung driften würde.
Aber in dieser Nacht, änderte sich Alles…

Wenn Magie nicht zum Aberglauben gehörte, dann war sie Realität und nicht Glaube, oder? Also muss er daran glauben, weil er weiß.
Den letzten Satz finde ich zu plakativ.

Ich weiß mit dieser Einleitung nicht, was für eine Geschichte mich erwartet. Eine über die Vorfahren der Werwölfe. Aber ist das nicht ein bissel wenig? Andererseits: ich würde die nächsten Seiten wohl noch lesen und schauen, was mich erwartet.

lg
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.