16 Januar 2021, 13:39:34

Autor Thema: AT der Drachenfürst - Sarina  (Gelesen 2503 mal)

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Naleesha

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AT der Drachenfürst - Sarina
« am: 10 Februar 2017, 23:55:05 »
Hallo Teufels.

Ich dachte, ich werf mal was Neues auf den Rost. Gehe mal kurz weg von den Wölfen.
mir spukt schon lange ein zweites Projekt im Kopf herum, dessen Anfang auch schon aufgeschrieben wurde.

Was müsst ihr über diese Geschichte wissen:

Sie spielt in einer eigens erschaffenen Welt (high Fantasy). den Namen nenne ich hier noch nicht, ist für die Szene an sich aber nicht wichtig. Hexerei und Magie sind verboten worden. Es gibt kein größeres Verbrechen als das, eine Hexe zu sein. Darum gelten Hexen und Magie als ausgestorben, obwohl die Angst davor noch sehr lebendig ist. viele Teile der Welt sind noch nicht erforscht worden und man vermutet, dass dort die letzten Bollwerke der Magie sich verschanzen.

Es gibt eine Prophezeihung. 1000 Jahre vor Beginn der Geschichte ruft die Drachenkönigin, die der letzte weibliche Drache ist, ihre Söhne an ihr Sterbebett. wie alle Drachenköniginnen kann sie "Am Faden der Zeit in beide Richtungen sehen". Sie weissagt, dass die beiden Söhne ihres ältesten Sohnes die Drachen einst retten werden. Die Tochter einer Königin wird sich in einen von ihnen verlieben und ein Kind von ihm empfangen.

In dieser Szene (Anfang des ersten Kapitels, nach dem Vorwort) wird die Heldin des Buches eingeführt.
Fragen am Ende des Textes.

viel Spaß beim Lesen.

*****************************************
Sarina fuhr aus dem Schlaf hoch. Seit Wochen träumte sie immer wieder dasselbe: Sie stand auf einer Klippe. Ihr feuerrotes Haar peitschte ihr um die Ohren. Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten. Die Augen hatte sie geschlossen. Die Hände streckte sie in Richtung des Meeres aus. Als sie die Augen öffnete, schallte ein gewaltiges Donnern durch den wolkenverhüllten Himmel. Das Meer hämmerte eine Welle nach der anderen gegen das Gestein. Als würde es mit aller Macht versuchen zu ihr zu kommen. Der Wind peitschte über die Klippe hinweg und aus den Tiefen der Erde kam ein bedrohliches grollen. Sie suchte die endlose, graue Weite der Wolkendecke ab. Aus einer dieser Wolken starrte ein Paar Augen auf sie herab. Sie hatten die tiefblaue Farbe des Meeres und waren von einer außergewöhnlichen Klarheit. Sie konnte den Blick nicht von diesen Augen lassen. Dann schnellte aus den Tiefen der Wolkendecke ein weit aufgerissenes Maul mit scharfen Zähnen auf sie zu. Gleichzeitig ertönte wieder ein Donnerschlag, der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte. Dann wachte sie auf. Immer an der selben Stelle.

Es war ein sehr seltsamer Traum und sie hätte gerne gewusst, was er bedeutete. Doch die Traumseher, wie auch die Hexen waren vor mehr als Hundert Jahren ausgerottet und die Hexerei verboten worden. So stand sie also auf und bereitete sich ihr Frühstück. Sie stellte fest, dass Salz, Pfeffer und Zucker knapp wurden. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr. Das bedeutete, sie würde in die Stadt gehen müssen. Sarina mochte die Stadt nicht. Die Verkäufer, die laut schreiend versuchten, ihre Waren zu verkaufen, die vielen Menschen, die auf dem Marktplatz hektisch hin und her rannten, Feilschten um ein paar Münzen zu sparen, betrunken durch die Gegend torkelten und sich manchmal sogar prügelten. Aber sie brauchte die Gewürze und so zog sie ihre Stiefel an, befestigte ihren Dolch am Gürtel und machte sich auf den Weg. Sie hatte ein Talent, in der Menge unterzugehen. Mit den Menschen zu verschmelzen und unsichtbar zu werden. Und genau das brauchte sie um zu überleben. Da! Eine flüchtige Bewegung, ein kurzes Aufblitzen von Stahl, und niemand, der etwas bemerkt hätte. Sarina war eine Diebin. Sie verschwand mit ihrer Beute in eine Nebenstraße. das reicht, um die Vorräte aufzufüllen. Sie lief wieder auf den Marktplatz und kam an den Ständen für Obst und Gemüse vorbei. Die ignorierte sie aber, da das Meiste von dem, was hier verkauft wurde auch in ihrem Garten wuchs. Sie kaufte was sie brauchte und kam dann zu ihrem Lieblingsstand: Ein reisender Gelehrter verkaufte Schriften aus den alten Zeiten. Sie erzählten von Phantastischem und Schrecklichem. Von Magie, von wundern und von den Schrecken der Hexen. Nach längerem Zögern, kaufte sie ein Buch, in dem es um die Magie der Elemente ging. In ihrer kleinen Hütte hatte sie ganze Regale voll mit solchen Büchern. Sie konnte es kaum erwarten, ihr neues Buch zu lesen. Sie machte sich auf dem Weg nach Hause. Dabei kam sie an einen Stand vorbei, an dem Fleisch und Fisch verkauft wurde. Angeekelt rümpfte Sarina die Nase. Sie lebte außerhalb der Stadt, in einer kleinen Hütte im Wald. Viele der Tiere dort waren ihre Freunde. Sie würde einem Tier niemals etwas antun, geschweige denn es essen und sie verstand nicht, warum so viele andere Menschen es taten. Wieder in der kleinen Hütte, verstaute sie ihre Einkäufe im Küchenschrank und widmete sich dann ihrem neuen Buch. Sarina liebte diese Geschichten. Wenn sie in ihnen schwelgte, war es, als würde die Zeit stillstehen. Sie stellte sich dann vor, sie wäre dort, in den Landen der alten Zeit, würde als Schülerin einer Hexe das Zaubern erlernen, oder als Heilerin den Menschen und Tieren helfen. Und manchmal, stellte sie sich sogar vor, sie sei eine begünstigte der erhabenen Drachen und dürfe in ihren Bibliotheken verweilen. Ein Gähnen entlockte sich ihr und mit bedauern darüber, dass sie nur noch von diesen Dingen träumen konnte, schlug sie das Buch zu. Sie streifte das Nachtkleid über und ging zu Bett. Sady, ihre kleine, schwarze Elfkatze, rollte sich auf ihrer Brust zusammen. Langsam streichelte Sarina ihr nachtschwarzes, samtenes Fell, während sie in Ihren Gedanken noch immer in der Welt der Hexen verweilte.

In der Nacht,träumte sie erneut. Aber diesmal war etwas anders. Etwas, was nicht greifbar war, schien sich in ihren Traum zu bewegen. Sie konnte es spüren. Sie fühlte eine Energie, die über ihr zu schweben schien, sie durchdrang, doch sie konnte es nicht erfassen. Mit dem unbehaglichen Gedanken, etwas wichtiges nicht erkennen zu können, wachte sie schließlich auf. Nach dem Frühstück kümmerte sie sich um ihren Garten. Hier wuchs fast alles vorstellbare, was essbar war. Von einfachen Dingen wie Wurzeln und Knollen, essbaren Blumen über Gewürze wie Oregano, bis hin zum seltenen Haferwurz. Sady saß am Rande des Beetes. In ihrem Blick lag etwas sehr seltsames... sie schaute... Wissend.

Am nächsten Tag, ihrem Geburtstag, beschloss Sarina noch einmal auf den Markt zu gehen. Doch irgendwie konnte sie sich diesmal nicht auf das konzentrieren was sie tat. Der Traum und die nicht greifbaren Gefühle ließen ihr keine Ruhe. Sie hatte das Gefühl, irgendwas zu übersehen...
„He! Na warte du kleine Diebin!“
Oh nein, in Gedanken versunken hatte sie nicht aufgepasst. Der Mann, dessen Geldbeutel sie eben abgeschnitten hatte, ergriff ihr Handgelenk. Sarina wusste, dass sie ihre Hand verlieren würde, sollte sie es nicht schaffen, zu entkommen. In ihrer Verzweiflung betete sie im Stillen zur alten Magie. Plötzlich loderten ihre Augen hell auf und der Ärmel des Mannes, der sie hinter sich her schleifte fing Feuer. Mit einem erschreckten Aufschrei sprang sie zurück. Binnen Sekunden stand der Arm des Mannes in Flammen. Panisch lief er umher, wälzte sich auf dem Boden und schrie sich die Seele aus dem Leib. Nicht begreifend, was da gerade geschah, blieb Sarina wie erstarrt stehen. Einige Passanten, die gesehen hatten, was passiert war, standen nun um den weinenden, sich über seinen Arm krümmenden Mann herum, der immer noch am Boden lag.
„Was ist passiert?“, fragten einige.
„Das Feuer kam aus dem Nichts“, antwortete jemand.
„Sie muss eine Hexe sein!“, riefen andere.
„Ja, Sie ist eine Hexe!“
„HEXE!, HEXE!, HEXE!“...
langsam erhob sich ein Chor. Als Sarina realisierte, was sie da sagten, löste das ihre Erstarrung und sie rannte fort. Nun rannte sie um ihr Leben. Denn nach wie vor gab es keinen größeren Frevel, kein größeres Verbrechen, als das, eine Hexe zu sein. Hexen wurden mancherorts sofort getötet. Sarina schaute sich um. Die Männer aus der Menge verfolgten sie. Sie bog mehrmals in verschiedene Seitenstraßen ein und versuchte, im Straßennetz zu entkommen. Aber die Männer waren zu dicht hinter ihr um sie abzuhängen. Wieder bog sie in eine Seitenstraße ein. Zu spät erkannte sie, dass es eine Sackgasse war. Eine hohe Mauer beendete ihre Flucht. Sie war von Angst erfüllt, versuchte umkehren aber der Weg wurde ihr bereits versperrt. Mit siegessicherem Blick schritten die Männer langsam auf sie zu. Ihr hämisches Grinsen war dabei wie ein Schlag ins Gesicht. ihr Atem ging heftig, sie zitterte am ganzen Körper und sie lief vor Angst weinend umher, suchend nach einem Ausweg. Einen Zugang zur Kanalisation oder einer Tür in der Mauer. Aber da war nichts. Auf einmal sirrte eine Stimme durch ihren Kopf. Hell und klar beherrschte sie ihre Gedanken. Die Stimme konnte keinesfalls menschlich sein. Ungeheure Macht brachte sie zum schwingen und die Worte waren so klar wie das plätschern eines Baches. Wie die Töne einer Kithara.
Hab keine Angst, mein Kind. Du hast Macht. Gehe in dich und du wirst sie erkennen.
Es war die Stimme der Magie. Sarina atmete tief durch und schloss die Augen. Tief in ihr herrschte eine sonderbare Ruhe. alles schien wie in Zeitlupe abzulaufen. Sie ging noch tiefer in sich hinein und fand ein helles Licht. Heller als alles, was sie bisher kannte. Es glühte durch ihre Adern und erfüllte ihr ganzes Sein. Sie tauchte in das Licht ein und konnte plötzlich alles um sie herum fühlen. Sie fühlte die Wände, die sie an drei Seiten umschlossen, sie fühlte die Schritte der Männer, die sich langsam auf sie zu bewegten und sie fühlte den Wind, der hoch über ihr wehte. Da wusste sie, wie sie entkommen konnte.
Ja, meine Tochter. Du weißt, was du tun musst. Sag es, schreie es aus dir hinaus und nimm die Gabe an, die dir geschenkt wurde.
Sarina öffnete ihre Augen. Erneut loderten sie hell auf vor der Magie, die durch ihre Adern floss. Ein grausames Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Von diesem Lächeln irritiert, hielten die Männer, die schon sehr nah waren, inne. Sarina richtete ihren Blick gen Himmel und rief die Worte der Macht aus, die nur sie selbst verstehen konnte: „Ventis, acuiesce consiliis meis voluntatis! Custodi meos et fertre gressos me.“ Schlagartig wehte ein starker Wind durch die Gasse und wirbelte die Blätter auf. Er schien von Sarina selbst auszugehen, denn obwohl die Blätter wild umher peitschten, und der Wind an den Kleidern der wütenden Menge zerrte, blieb sie unberührt von der unheimlichen Macht. Der Wind wurde immer stärker und bald hatten die Männer große Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sie taumelten zurück und suchten Halt an den Mauern der Gasse. Dann lief Sarina los. Bei jedem Schritt wurde sie ein Stück weit vom Wind getragen und war schnell wieder in der Sicherheit ihrer Hütte. Dort packte sie einen Rucksack mit den wenigen Habseligkeiten, die sie hatte. Die Ernte aus ihrem Garten und ihre geliebten Büchern. Obenauf packte sie noch Kleider und einen warmen Umhang. Dann sah sie sich nochmal traurig in der Hütte um. Sie hatte gerne hier gelebt. Und eigentlich wusste sie auch nicht so recht, wohin sie jetzt gehen sollte. Dann sah sie ihre Katze auf dem Tisch sitzen. Mit einem fragenden Blick in den Augen setzte sie zu einem leisen „mrauw“ an.
„Oh Sady, es ist furchtbar. Die Leute halten mich für eine Hexe. Sie werden mich töten. Ich muss fort von hier... aber... ich weiß nicht, wohin.“
Sady miaute wieder und irgendwie, dachte Sarina, dass sie verstehen konnte, was es bedeutete.
„ich komme mit dir.“
„Nein Sady, bleib du hier, bei deinen Freunden, deinem Zuhause...“
Ein letztes „mrauw“ trieb Sarina Tränen der Liebe und der Dankbarkeit in die Augen:
„Du bist mein Zuhause. Und Du bist meine Freundin. Ich werde mit dir kommen und dir helfen.“
Sarina zog los. Alle Tiere es Waldes spürten es. Sie versammelten sich entlang des Weges, unsichtbar für die Augen der Menschen um sich zu verabschieden. Es war ein stummer Abschied. Und auch ein Stummes Versprechen: sollten Sarina und Sady jemals in Gefahr sein und Hilfe brauchen, die Tiere des Waldes wären immer für sie da.
*****************************************

(Übersetzung aus dem Latein: Wind, unterwerfe dich meinem Willen! Schütze mich und trage meine Schritte.)

Fragen:

- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?
- liest sich der Text flüssig - wo gibt es Stolpersteine?
- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?
- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?
- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?
- wie gefällt euch die Schilderung des Traums? was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)

ok, ich denke, das sind genug Fragen fürs Erste.
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Ryek Darkener

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #1 am: 11 Februar 2017, 17:42:49 »
Hallo Naleesha,

ich bleibe bei deinen Fragen:

- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?
Aus meiner Sicht: nein. Und zwar deshalb, weil in diesem kurzen Textabschnitt viel zu viel über sie erzählt wird.

- liest sich der Text flüssig - wo gibt es Stolpersteine?

Der Text lässt sich flüssig lesen. Gestolpert bin ich nicht wegen des Textes, sondern wegen der unendlichen Menge an Informationen, die du da unterbringen willst.

- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?
Das Problem, was ich hier sehe, ist nicht eine fehlende Nähe zur Person, sondern die ständig wechselnden Perspektiven. Wahrscheinlich eine Folge des Versuchs, alles auf einmal zu erzählen.

- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?

Atmosphäre kommt für mich eigentlich nur im Traum am Anfang auf. Auch wenn es hart klingt, über weite Strecken erinnert mich der Text eher an einen Aufsatz als an eine Geschichte.

- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?

Der gesamte Text ist ein einziger Infodump. Ich will nicht behaupten, dass da irgendetwas überflüssig ist. Aber das Material reicht locker für ein ganzes Kapitel.


- wie gefällt euch die Schilderung des Traums? was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)

Der Traum ist durchaus ansprechend. Allerdings würde ich da nicht die Perspektive wechseln und zwischen dem Traum selbst und Erklärungen dessen, was es bedeutet, hin und her wechseln. Wahrscheinlich lassen sich die Erklärungen durch "show it" ersetzen, wenn sie denn überhaupt notwendig sind:


- Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten.
- Als würde es mit aller Macht versuchen zu ihr zu kommen.
- der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte

Das kann man auch aktiv als Wahrnehmung des Protagonisten schreiben.

Alles in allem ist der Text aus meiner Sicht eher eine komprimierte Plotskizze. Ein Teil des Infodumps sollte raus, und zwischen die anderen Infos gehört viiiiiiel mehr Text.  :biggrin:

Hope it helps.

LG
Ryek





DSvU-4(5) "Wurzeln und Flügel (AT)": Plotten (demnächst;))
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Naleesha

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #2 am: 11 Februar 2017, 19:35:53 »
Hallo Ryek,

interessant. ich hätte nie gedacht, dass ein Charakter uninteressant werden kann weil man ZU VIEL über sie erfährt. kannte bisher nur, dass sie zu blass bleiben weil man zu wenig über sie erfährt.

dein Kommentar hilft mir... teilweise schon sehr, aber bei manchem würd ich gern mehr ins Detail gehen um besser damit umgehen/es besser verstehen zu können.

beispielsweise bei den Perspektiven.
ich will diesmal (im Gegensatz zu den Wolfsbrüdern) auktorial in dritter Person schreiben (von Gedanken und wörtlicher Rede natürlich abgesehen.) wo wechseln deiner Meinung nach die Perspektiven? (ich habe irgendwie schwierigkeiten, die Stellen zu finden.) magst du mir dazu Zitate aus dem Text geben und mir sagen, von welcher zu welcher Perspektive sie deiner Meinung nach wechseln?

Gestolpert bin ich nicht wegen des Textes, sondern wegen der unendlichen Menge an Informationen, die du da unterbringen willst.

dabei hatte ich das schon ausgedünnt... die hier gegebenen Infos sind alle irgendwo wichtig. Vor Allem, weil es der Anfang des Buches ist. da ist Infodump-Gefahr schon sehr großgeschrieben, wüsste jetzt aber auch nichts was ohne weiteres raus könnte.
da muss ich dann nochmal ganz neu ran gehen und schauen, was wirklich rein MUSS und wie ich das so verpacke, dass es einen nicht erschlägt.

- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?

Atmosphäre kommt für mich eigentlich nur im Traum am Anfang auf. Auch wenn es hart klingt, über weite Strecken erinnert mich der Text eher an einen Aufsatz als an eine Geschichte.

oha. das wurde noch über keine Geschichte von mir gesagt ^^
woran genau machst du das fest? kannst du mir da konkrete Beispiele nennen?

das Material reicht locker für ein ganzes Kapitel.

hmmm. strecken... womit? wow, da steckt noch viel Arbeit drin.


Der Traum ist durchaus ansprechend. Allerdings würde ich da nicht die Perspektive wechseln und zwischen dem Traum selbst und Erklärungen dessen, was es bedeutet, hin und her wechseln. Wahrscheinlich lassen sich die Erklärungen durch "show it" ersetzen, wenn sie denn überhaupt notwendig sind:


- Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten. ich will verdeutlichen, dass es aussieht, als würde sie in Flammen stehen. da erscheint mir "nur" dass die Haare um ihren Kopf peitschen etwas wenig zu sein.
- Als würde es mit aller Macht versuchen zu ihr zu kommen. das kann vielleicht wirklich raus.
- der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte dieser Satz allerdings ist wichtig. sie hält es für Donner aber in Wirklichkeit ist es das Brüllen des Drachen, der aus den Wolken auf sie herabstürzt. und weil es so widerhallt, kann sie keinen klaren Gedanken fassen. darum ist dieser Satz einer der wichtigsten der Traumschilderung.

wo genau siehst du denn noch Infodump? ab wo wurde es für dich zu viel? damit ich einen konkreten Anhaltspunkt bekomme?

Alles in allem ist der Text aus meiner Sicht eher eine komprimierte Plotskizze.

Hope it helps.

LG
Ryek

helfen tuts auf jeden Fall.

es sollte nicht wirken, wie die komprimierte Plotskizze. eher habe ich hier einen alten Fehler gemacht, der schon bei der aller aller aller ALLER ersten Version der Wolfsbrüder aufgetreten ist: Ich wollte so schnell wie möglich ihren Aufbruch forcieren und habe die Geschichte sich nicht dahin entwickeln lassen. darum wird sie vorgestellt und auch schon gleich aus der Stadt herausgetrieben... ich muss mal schauen, ob (und vor Allem wie!) sich die Szene auf ein komplettes Kapitel (oder mehr) strecken lässt.
ich will mir aber auch nicht wieder so viel Zeit lassen wie bei den Wolfsbrüdern. da umfassen die "Moondale-Kapitel" inzwischen fast ein Drittel des Buches.

auf jeden Fall danke für deine Hilfe :)

LG,
Nalee
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Viskey

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #3 am: 11 Februar 2017, 21:50:52 »
Hi, Nalee!

Ich bleib auch mal bei den Fraen, weil es am Text noch viel zu viel zu tun gibt.

- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?
- liest sich der Text flüssig - wo gibt es Stolpersteine?
Ja, ich fühle mich ausreichend informiert, ja, flüssig liest es sich eigentlich auch. Aber ... da lies bei den nächsten Antworten weiter. ;)
Stolpern tu ich an drei Stellen:
1.) Magie ist schwerstens verboten, aber Bücher über Magie sind problemlos und frei zugänglich und zu erwerben. Das passt nicht zusammen.
2.) Beim ersten Gang zum Markt macht sie ein Tamtam, will nicht, zu viel Hektik, zu viele Leute ... Beim zweiten Gang beschließt sie es einfach mal so. Wahrscheinlich, weil sie Geburtstag hat.
3.) Die hämisch grinsenden Männer wollen mir auch nicht so recht gefallen. In der Situation grinsen sie vielleicht triumphierend, mit einem fanatischen Glanz in den Augen. Häme ist da definitiv ddas falsche Gefühl.


Zitat
- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?
- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?
- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?
- wie gefällt euch die Schilderung des Traums? was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)
Nein, ich fühle mich Sarina nicht besonders nahe, weswegen auch keine Atmosphäre aufkommt. Es liest sich (wieder einmal) nach dem Konzept für die Szene(n), statt nach einem fertigen Text. - Aber das ist nicht weiter schlimm, weil im Grunde ist bereits alles da, du musst es nur noch ausbauen und lebendiger gestalten.
Den Traum finde ich übrigens ziemlich gut, da brauchst du mMn nicht mehr viel tun.

lg, Viskey
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Naleesha

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #4 am: 11 Februar 2017, 22:50:46 »
Hallo Viskey. vielen lieben Dank für deinen Kommentar. das hilft mir wirklich sehr.
ich kann mir gut vorstellen, wo ich noch etwas (viel) tun muss. :)

hier im Detail:

Ja, ich fühle mich ausreichend informiert,

ausreichend informiert. heißt das, du möchtest wissen, wie Sarinas Geschichte weitergeht, oder hast du das Gefühl jetzt schon alles/genug zu wissen? ich frage das deshalb weil Ryek angemerkt hat, dass er das Interesse schon verloren hat, weil es ZU VIEL Information über den Charakter gab. gibt es da eine Gratwanderung zwischen genau richtig, zu wenig und tatsächlich zu viel?

1.) Magie ist schwerstens verboten, aber Bücher über Magie sind problemlos und frei zugänglich und zu erwerben. Das passt nicht zusammen.

die "Regierung" glaubt, dass sie alle Hexen ausgerottet haben, also gibt es nur noch Märchen und Legenden über sie. nach deren Glauben sind alle, die die Bücher lesen könnten sowieso nicht in der Lage sie auszuüben. wenn denn doch mal irgendwo eine Hexe gefunden wird, wird sie meistens ziemlich schnell getötet. aber du hast Recht. vielleicht stelle ich mehr heraus, dass es sich um "Märchen" bzw Legenden über Magie handelt, und keine Magiebücher an sich, so wie Anleitungen für Zauber o.ä.

2.) Beim ersten Gang zum Markt macht sie ein Tamtam, will nicht, zu viel Hektik, zu viele Leute ... Beim zweiten Gang beschließt sie es einfach mal so. Wahrscheinlich, weil sie Geburtstag hat.

zuerst hab ich sie an ihrem Geburtstag auf den Markt gehen lassen, weil sie neue Bücher kaufen wollte. das habe ich dann aber wieder rausgenommen. hat mir nicht allzu gut gefallen. auf dem Markt sein muss sie an ihrem Geburtstag aber. dort erwacht ihre Magie und sie muss die Stadt verlassen. ich werde noch an der Stelle herumdoktern.

3.) Die hämisch grinsenden Männer wollen mir auch nicht so recht gefallen. In der Situation grinsen sie vielleicht triumphierend, mit einem fanatischen Glanz in den Augen. Häme ist da definitiv das falsche Gefühl.

ich und Gefühle ^^
gekauft. ich ändere das noch.

Nein, ich fühle mich Sarina nicht besonders nahe, weswegen auch keine Atmosphäre aufkommt. Es liest sich (wieder einmal) nach dem Konzept für die Szene(n), statt nach einem fertigen Text. - Aber das ist nicht weiter schlimm, weil im Grunde ist bereits alles da, du musst es nur noch ausbauen und lebendiger gestalten.

ok, was brauchst du konkret, um ihr näher zu kommen? sind es zu wenig Gedanken? Charaktertiefe? Beweggründe warum sie etwas macht, oder ihre Gefühlswelt?
(ok, Gefühle, die sie aktiv hat beschreibe ich glaube ich kaum in dem Text. ich hoffte, das würde sich alles durch ihr träumen von Magie und ihre Sehnsucht erklären, funktioniert aber offensichtlich nicht.)

magst du mir den für dich wichtigsten Punkt nennen, der dir für die Nähe zu ihr fehlt? dann habe ich einen Anhaltspunkt für die Bearbeitung und kann das berücksichtigen.

Den Traum finde ich übrigens ziemlich gut, da brauchst du mMn nicht mehr viel tun.

lg, Viskey

danke. schön, dass er gefällt. der Traum ist auch sehr wichtig.

übrigens, fun fact:
diese Geschichte basiert auf einen Traum, den ich mal hatte. Er fing an mit dem Traum, der am Anfang des Textes beschrieben wird und handelte später davon, dass ich mich mit Hilfe eines magischen Tors in diese Welt kam, und dort einen der seltenen Mäntel bekam, mit dem ich mich dann in einen Drachen verwandeln konnte...
eine Liebesbeziehung kam im Traum auch vor  ;)

nach dem Aufwachen hab ich ihn sofort aufgeschrieben und dachte, das wäre extrem guter Stoff für ein Buch ^^
hab den Traum in gewissen Dingen abgewandelt (das magische Tor ist raus, den mantel gibt es nicht, aber die Drachen in meiner Story verwandeln sich zur Tarnung in Menschen ;) ) und spinne jetzt meine Story um diesen roten Faden. ^^
« Letzte Änderung: 11 Februar 2017, 22:55:02 von Naleesha »
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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #5 am: 11 Februar 2017, 23:27:51 »
ausreichend informiert. heißt das, du möchtest wissen, wie Sarinas Geschichte weitergeht, oder hast du das Gefühl jetzt schon alles/genug zu wissen?
Oh, sorry. Nein, für mich passt das. Ich habe keine Wünsche offen, fühle mich aber auch nicht überinformiert. Es scheint jetzt vielleicht viel, weil noch so viel szenische Aufbereitung fehlt. Wenn das mal gut ausformuliert ist, realtiviert sich das wieder. Ich denke, das Maß hast du gut getroffen.
Ich möchte jedenfalls schon wissen, wie das weitergeht. Mehr als bei den Wolfsbrüdern, was aber vermutlich einfach an den Wölfen liegt, mit denen mich so gar nichts verbindet. Katzen sind mir da sehr viel näher.  :hehe:

Zitat
magst du mir den für dich wichtigsten Punkt nennen, der dir für die Nähe zu ihr fehlt? dann habe ich einen Anhaltspunkt für die Bearbeitung und kann das berücksichtigen.
Wichtig wäre zB die Beziehung zur Katze, die ja offenbar ziemlich wichtig ist. Die hat mir vor allem anderen gefehlt.
Und sonst, ich zitiere es nicht gerne, weil es meistens falsch verlangt wird, aber hier ist es mal wirklich der Fall: Show don't tell. Sarina geht nicht gerne auf den Markt, weil da so viele Menschen sind (gleichzeitig braucht sie die aber zum beklauen ... da liegt noch ein kleiner Hund begraben). Statt dass in ein, zwei Sätzen zu behaupten, würde ich es eben zeigen:

Sarina stellte fest, dass die Gewürze zur Neige gingen. Es ließ sich wohl nicht mehr länger hinausschieben, sie musste zum Markt, um ihre Vorräte wieder aufzufüllen. Was konnten Salz und Pfeffer auch nicht einfach in ihrem Kräutergarten wachsen wie Rosmarin und Bohnenkraut? Alles wäre so viel einfacher, und sie müsste nicht in die Stadt mit ihren vielen Menschen und dem Gedränge. Und sie müsste auch nicht stehlen. - Wobei ich jetzt nicht weiß, wie sie zu dieser Tätigkeit steht, ob es ihr etwas ausmacht oder nicht. - Am nächsten Morgen machte sie sich möglichst unauffällig gekleidet auf den Weg zum Markt. Nur nicht auffallen. Noch bevor sie auf den Marktplatz hinaustrat, hörte sie schon die lauten Anpreisungen der Marktschreier, das Stimmengewirr der Besucher. Gerüche zogen vom Platz in die Gasse, die sie entlang kam. Ein Gemisch aus Essen und dem Schweiß der Leute.
Sie rümpfte die Nase, ging aber tapfer weiter. Sie hatte den Platz kaum betreten, da wurde sie schon von einem Jungen angerempelt, der seinen Freunden hinterherjagte. Sie prüfte nicht, ob das ein versuchter Taschendiebstahl war. Bei ihr gab es nichts zu stehlen. Nicht, solange sie nicht selbst jemanem die Börse entwendet hatte. Sie ließ den Blick schweifen, sprang von einem potentiellen Opfer zum nächsten. Da. Der Mann im dunkelgrünen Mantel sah aus, als könnte er den Verlust eines Tageslohns gut verschmerzen, und er hatte auch die notwendige Unaufmerksamkeit. Sie rempelte den Mann nicht an, sah ihn nicht einmal genau an, als sie auf ihn zuging. Sie glitt an ihm vorbei, ihre Hand flitzte in seine Tasche, bekam die Börse zu fassen und flitzte ebenso schnell wieder heraus. Fünf Schritte, bevor sie die Börse untersuchte. Sie war gut gefüllt, damit konnte sie kaufen, was sie brauchte und noch mehr.


Das jetzt als spontaner Vorschlag, was ich mir da vorstelle. Ich möchte mit Sarina zusammen auf den Markt gehen. Ich brauch dort nicht jedes Detail, und bitte auch nicht jedes Verkaufsgespräch. Aber ich möchte diesen Markt mit ihr erleben, mitbekommen, wieso es dort so schrecklich ist. (Stinkt nach Schweiß, vermutlich auch nach Eingeweiden geschlachteter Tiere, verfaultem Gemüse ...) Sie läuft auch jedesmal Gefahr, als Diebin entlarvt zu werden. Vielleicht hat sie also auch einfach nur Angst, und würde den Markt sogar schön und aufregend finden, wenn sie mit legalem Geld dort einkaufen könnte.

ALLERDINGS, wenn du erst mal in der Form weiterschreibst und die Geschichte zu Ende erzählst, ist das auch ok. Als Grundstock finde ich das nämlich schon ziemlich gut. Szenisch aufbereiten kannst du später immer noch.


Ich hab auch eine Geschichte, die auf einem Traum basiert. Allerings bin ich mit meiner noch nicht so weit wie du mit deiner. Aber natürlich war mein Traum schrecklich verworren und kompliziert,  weil bei mir nie was einfach geht. Träume können mitunter eine echt gute Plot-Vorlage sein. :devgrin:
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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #6 am: 12 Februar 2017, 00:15:09 »
Ich möchte jedenfalls schon wissen, wie das weitergeht. Mehr als bei den Wolfsbrüdern, was aber vermutlich einfach an den Wölfen liegt, mit denen mich so gar nichts verbindet. Katzen sind mir da sehr viel näher.  :hehe:

mir eigentlich auch. als ich mit den Wolfsbrüdern anfing hatte ich oft den Gedanken "warum schreib ich eigentlich ein Buch über Werwölfe? ich bin ein Vampir und Katzen Liebhaber...!

aber dann hab ich meine Welt immer detailreicher ausgearbeitet und finde mich mit dem Thema inzwische relativ gut zurecht.

Wichtig wäre zB die Beziehung zur Katze, die ja offenbar ziemlich wichtig ist. Die hat mir vor allem anderen gefehlt.

ok, super. ja, daran hatte ich nicht gedacht, dass die Beziehung so schlecht ausgearbeitet ist.
Ja, die Katze wird noch SEHR wichtig.
wie geschrieben, ist sie eine Elfkatze. ihr "irdischer" Name ist Sady. Sie hat aber noch eine andere Funktion und zwar ist sie eigentlich ein Schutzgeist mit Namen Edana. um Sarina zu beschützen verwandelt sie sich in die unauffällige Elfkatze Sady.
diese Info soll aber erst im Drudd-Wald herauskommen, wo die letzten Kelten-Druiden leben, die das Element Erde repräsentieren.

weil es meistens falsch verlangt wird

???
ist das ein Schreibfehler? sonst bin ich von dem Satzteil ein wenig verwirrt.

Was konnten Salz und Pfeffer auch nicht einfach in ihrem Kräutergarten wachsen wie Rosmarin und Bohnenkraut?

oh, wow. der Satz gefällt mir RICHTIG gut. es zeigt ihren Widerwillen... ich klau dir den mal, ja? ^^

Wobei ich jetzt nicht weiß, wie sie zu dieser Tätigkeit steht, ob es ihr etwas ausmacht oder nicht.

es macht ihr nichts aus. sie ist schon lange eine Waise, mit nur den Waldtieren und ihrer Elfkatze als Freunde. das Stehlen ist für Sarina nur Mittel zum Zweck um das zu bekommen, was sie nicht selbst herstellen kann. sowas wie Kleidung (nähen kann sie überhaupt nicht! ^^). Schuhe braucht sie eigentlich nicht. sie läuft immer Barfuß durch den Wald. aber vielleicht verpasse ich ihr ein paar Sandalen, wenn sie bei den Kelten-Druiden ankommt. gibt hier und da ja doch spitze Steinchen auf dem Boden...

Nur nicht auffallen. Noch bevor sie auf den Marktplatz hinaustrat, hörte sie schon die lauten Anpreisungen der Marktschreier, das Stimmengewirr der Besucher. Gerüche zogen vom Platz in die Gasse, die sie entlang kam. Ein Gemisch aus Essen und dem Schweiß der Leute.
Sie hatte den Platz kaum betreten, da wurde sie schon von einem Jungen angerempelt, der seinen Freunden hinterherjagte.

das finde ich richtig gut! da wird mir direkt klar, wie ich die Szene ausbauen kann. danke. nur der Teil, dass der Rempler die Erwähnung mit dem Taschendiebstahl ist gefällt mir nicht. das will ich erst offenbaren, wenn sie jemandem die Börse abgeschnitten hat.

Das jetzt als spontaner Vorschlag, was ich mir da vorstelle. Ich möchte mit Sarina zusammen auf den Markt gehen. Ich brauch dort nicht jedes Detail, und bitte auch nicht jedes Verkaufsgespräch. Aber ich möchte diesen Markt mit ihr erleben, mitbekommen, wieso es dort so schrecklich ist. (Stinkt nach Schweiß, vermutlich auch nach Eingeweiden geschlachteter Tiere, verfaultem Gemüse ...) Sie läuft auch jedesmal Gefahr, als Diebin entlarvt zu werden. Vielleicht hat sie also auch einfach nur Angst, und würde den Markt sogar schön und aufregend finden, wenn sie mit legalem Geld dort einkaufen könnte.

Ja danke. ich kann daran gut festmachen, was noch fehlt. was ich ausbauen und umschreiben kann.
Sarina mag generell keine Menschen (außer die Kelten-Druiden. die sind ganz anders als alle Menschen, die sie kennt). darum geht sie nicht auf den Markt. eins ihrer Talente ist es, so komplett mit einer Menge, einer Umgebung zu verschmelzen, dass keiner hinterher wirklich sagen kann, ob sie dort gewesen ist oder nicht. also fast schon ein unsichtbar werden.
deshalb ist es auch nahezu unmöglich, dass sie beim Stehlen erwischt wird, solange sie sich auf das konzentriert was sie tut und nicht so abgelenkt ist, dass sie einem dicken Geschäftsmann gerade die Börse stiehlt als der hinschaut/danach greift.

ALLERDINGS, wenn du erst mal in der Form weiterschreibst und die Geschichte zu Ende erzählst, ist das auch ok. Als Grundstock finde ich das nämlich schon ziemlich gut. Szenisch aufbereiten kannst du später immer noch.

joar, als Grundstock liegt das so schon seit fast einem Jahr bei mir herum. dreimal drübergeschaut hab ich auch schon.
leider hab ich einmal alle Daten verloren als ich die Geschichte mit dem Jugendamt hatte. mir hat nämlich direkt nach dem Umzug nach Berlin jemand meinen Koffer mit dem Laptop und den Backups geklaut...
zum Glück hatte eine Bekannte noch eine Kopie des roten Fadens und von den Wolfsbrüdern... seitdem schicke ich mir regelmäßig die neueste Version selbst als verschlüsselte E-mail. ^^

Ich hab auch eine Geschichte, die auf einem Traum basiert. Allerings bin ich mit meiner noch nicht so weit wie du mit deiner. Aber natürlich war mein Traum schrecklich verworren und kompliziert,  weil bei mir nie was einfach geht. Träume können mitunter eine echt gute Plot-Vorlage sein. :devgrin:

das sehe ich auch so.
ich hab schon so manchen Traum gehabt, über den ich gern eine Kurzgeschichte verfasst hätte, aber leider sind die meisten davon zu schnell verblasst.

ich träume aber manchmal auch komplett verrücktes und Wirres Zeug.
Beispiel:
sitzen ein Nilpferd, ein Krokodil, ein Schnabeltier und eine Giraffe nach Ladenschluss im Aldi und spielen Poker...
den Rest kannst du dir denken... ^^
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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #7 am: 12 Februar 2017, 03:12:41 »
Zitat
sitzen ein Nilpferd, ein Krokodil, ein Schnabeltier und eine Giraffe nach Ladenschluss im Aldi und spielen Poker...
den Rest kannst du dir denken... ^^

 :coffee:

Zitat
Zitat
  weil es meistens falsch verlangt wird

???
ist das ein Schreibfehler? sonst bin ich von dem Satzteil ein wenig verwirrt.

Ja, ich hatte befürchtt, dass das unklar ausgedrückt ist. Was ich meinte: Sehr oft wird - in Röstungen und anderswo - nach "show, don't tell" verlangt. In meinen Augen oft unnötig. Weil wie eine Figur sich morgens für die Arbeit zurecht macht, oder das Mittagessen für die Familie kocht, brauch ich nicht wirklich gezeigt bekommen. Da reichen ein, zwei Sätze, und wir (autor und ich als Leser) können zu den wichtigen Teilen der Geschichte weitergehen.

Aber eben, hier in diesem Fall, ist der Markt wichtig, Sarinas Einstellung zu Menschen, Die Entlarvung als Diebin und möglicherweise Hexe. Das ist, habe ich das Gefühl, immens wichtig, und das will ich dann tatsächlich gezeigt bekommen.

Und bitte gern, nimm den Satz. ;)
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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #8 am: 12 Februar 2017, 10:07:23 »
Hallo Ryek,

interessant. ich hätte nie gedacht, dass ein Charakter uninteressant werden kann weil man ZU VIEL über sie erfährt. kannte bisher nur, dass sie zu blass bleiben weil man zu wenig über sie erfährt.

dein Kommentar hilft mir... teilweise schon sehr, aber bei manchem würd ich gern mehr ins Detail gehen um besser damit umgehen/es besser verstehen zu können.

beispielsweise bei den Perspektiven.
ich will diesmal (im Gegensatz zu den Wolfsbrüdern) auktorial in dritter Person schreiben (von Gedanken und wörtlicher Rede natürlich abgesehen.) wo wechseln deiner Meinung nach die Perspektiven? (ich habe irgendwie schwierigkeiten, die Stellen zu finden.) magst du mir dazu Zitate aus dem Text geben und mir sagen, von welcher zu welcher Perspektive sie deiner Meinung nach wechseln?

Das sieht sie: Aus einer dieser Wolken starrte ein Paar Augen auf sie herab. Sie hatten die tiefblaue Farbe des Meeres und waren von einer außergewöhnlichen Klarheit.
Das tut sie: Sie konnte den Blick nicht von diesen Augen lassen.
Sieht sie das, oder passiert das erst einmal außerhalb ihres Sichtfeldes? Immerhin träumt sie. Ist sie in sich selbst, oder beobachtet sie sich?: Dann schnellte aus den Tiefen der Wolkendecke ein weit aufgerissenes Maul mit scharfen Zähnen auf sie zu.
Das scheint wieder ihre eigene Empfindung zu sein: Gleichzeitig ertönte wieder ein Donnerschlag, der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte.

Zitat
- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?

Atmosphäre kommt für mich eigentlich nur im Traum am Anfang auf. Auch wenn es hart klingt, über weite Strecken erinnert mich der Text eher an einen Aufsatz als an eine Geschichte.

oha. das wurde noch über keine Geschichte von mir gesagt ^^
woran genau machst du das fest? kannst du mir da konkrete Beispiele nennen?

"Dann lief Sarina los. Bei jedem Schritt wurde sie ein Stück weit vom Wind getragen und war schnell wieder in der Sicherheit ihrer Hütte. Dort packte sie einen Rucksack mit den wenigen Habseligkeiten, die sie hatte. Die Ernte aus ihrem Garten und ihre geliebten Büchern. Obenauf packte sie noch Kleider und einen warmen Umhang. Dann sah sie sich nochmal traurig in der Hütte um. Sie hatte gerne hier gelebt."

Das ist fast schon eine Aufzählung. Sieh dir einmal an, wie viele verschiedene Dinge du da mit wenigen Sätzen unterbringen willst. Bei dem Tempo hast du die Geschichte in zwei Seiten erzählt. :biggrin:


Zitat
Der Traum ist durchaus ansprechend. Allerdings würde ich da nicht die Perspektive wechseln und zwischen dem Traum selbst und Erklärungen dessen, was es bedeutet, hin und her wechseln. Wahrscheinlich lassen sich die Erklärungen durch "show it" ersetzen, wenn sie denn überhaupt notwendig sind:


- Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten. ich will verdeutlichen, dass es aussieht, als würde sie in Flammen stehen. da erscheint mir "nur" dass die Haare um ihren Kopf peitschen etwas wenig zu sein.
- Als würde es mit aller Macht versuchen zu ihr zu kommen. das kann vielleicht wirklich raus.
- der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte dieser Satz allerdings ist wichtig. sie hält es für Donner aber in Wirklichkeit ist es das Brüllen des Drachen, der aus den Wolken auf sie herabstürzt. und weil es so widerhallt, kann sie keinen klaren Gedanken fassen. darum ist dieser Satz einer der wichtigsten der Traumschilderung.

Vorschläge:
"Die Haare peitschten um ihren Kopf wie lodernde Flammen."
"… hallte wie das donnernde Brüllen …"

Indem du es beschreibst, nimmst du total das Tempo aus dem Text. Besser ist es meist, aktiv zu schreiben.


LG
Ryek
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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #9 am: 14 Februar 2017, 10:08:04 »
Hallo Nalee,

mich schmeißt du schon in den ersten Sätzen aufgrund eines unvermittelten Perspektivwechsels raus:

Zitat
Sarina fuhr aus dem Schlaf hoch. Seit Wochen träumte sie immer wieder dasselbe: Sie stand auf einer Klippe. Ihr feuerrotes Haar peitschte ihr um die Ohren. Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten.

Aufgrund des ersten Satzes nehme ich an, ich bin in Sarinas Kopf. Im letzten sehe ich sie aber von außen. (Der Satz könnte, wie ich finde, ersatzlos gestrichen werden.) Dann bin ich wieder in ihrem Kopf - dann wird es unklar, dann wacht sie auf.
Insgesamt ist mir dieser Absatz zu schwülstig und zu holprig. Im nächsten Absatz gibt es dafür ein einfaches Beispiel:

Zitat
Es war ein sehr seltsamer Traum und sie hätte gerne gewusst, was er bedeutete. Doch die Traumseher, wie auch die Hexen waren vor mehr als Hundert Jahren ausgerottet und die Hexerei verboten worden. So stand sie also auf und bereitete sich ihr Frühstück. Sie stellte fest, dass Salz, Pfeffer und Zucker knapp wurden. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr. Das bedeutete, sie würde in die Stadt gehen müssen.

Statt "Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr." wäre "sie seufzte" viel einfacher, näher an ihr dran und klarer. Mich haut sowas immer raus aus dem Text.

Zitat
. Da! Eine flüchtige Bewegung, ein kurzes Aufblitzen von Stahl, und niemand, der etwas bemerkt hätte. Sarina war eine Diebin. Sie verschwand mit ihrer Beute in eine Nebenstraße.

Verstehe ich nicht. Warum Aufblitzen von Stahl?

Und warum klaut sie etwas (und was), und kauft dann ein? " Sie war eine Diebin"klingt so, als klaue sie alles. Ich würde diese Zuschreibung weglassen und genauer beschreiben, was sie wie klaut.

Ich finde die Marktbeschreibung ganz schön, dann bricht sie aber abrupt ab und wir sind in Sarinas Haus im Wald. Besser wäre, ihr zu folgen, also mit ihr den Weg zu gehen.

Was auch unklar bleibt: Wenn sie so ungern in die Stadt geht, wieso geht sie dann am nächsten Tag wieder dorthin? Und: Den folgenden Absatz kaufe ich nicht:

Zitat
Oh nein, in Gedanken versunken hatte sie nicht aufgepasst. Der Mann, dessen Geldbeutel sie eben abgeschnitten hatte, ergriff ihr Handgelenk. Sarina wusste, dass sie ihre Hand verlieren würde, sollte sie es nicht schaffen, zu entkommen. In ihrer Verzweiflung betete sie im Stillen zur alten Magie. Plötzlich loderten ihre Augen hell auf und der Ärmel des Mannes, der sie hinter sich her schleifte fing Feuer. Mit einem erschreckten Aufschrei sprang sie zurück. Binnen Sekunden stand der Arm des Mannes in Flammen. Panisch lief er umher, wälzte sich auf dem Boden und schrie sich die Seele aus dem Leib. Nicht begreifend, was da gerade geschah, blieb Sarina wie erstarrt stehen. Einige Passanten, die gesehen hatten, was passiert war, standen nun um den weinenden, sich über seinen Arm krümmenden Mann herum, der immer noch am Boden lag.

Sie klaut doch nicht, ohne nachzudenken? Und: Du hast wieder einen Perspektivfehler drin (sie kann ihre Augen nicht lodern sehen). Plus: Wenn jemand sie am Handgelenk gepackt hat, kann sie nicht zurückspringen. Er müsste sie erstmal loslassen. Und sie steht da einfach nur rum, fühlt nichts, denkt nichts, tut nichts?
Und dann stehen da viele Leute, aber keiner hält sie fest? Sie rennt einfach los, stößt keinen an?
Bei der Flucht steige ich dann endgültig aus. Für mich ist es eine Mischung aus Perspektivfehlern, Unlogik und Kitsch, die schwer zu ertragen ist. Sorry. Sowas wie "ungeheure Macht" geht für mich ebensowenig wie "lodernde Augen". Ich denke aber, ich bin einfach nicht das Klientel, das du ansprechen willst. Ich habe eine Kitschallergie. ;)

Ich widme mich lieber Deinen Fragen:

Zitat
- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?

Jein. Für mich ist sie ein Abziehbild aus x Fantasybüchern und Filmen. Sie ist zu grob geschnitten, zu wenig individuell um mich zu interessieren. Ich lese aber auch kaum noch Fantasy.

Zitat
- liest sich der Text flüssig - wo gibt es Stolpersteine?

Siehe oben: Für mich gibt es zu viele sprachliche Schnitzer, logische Löcher und Perspektivbrüche, als dass ich flüssig lesen könnte.

Zitat
- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?

Das schwankt stark. Für mich bleibt sie aber insgesamt zu blass. Ich würde gern wissen, warum sie klaut, wovon sie lebt, was sie für eine Person ist usw.

Zitat
- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?
Die Marktschilderung finde ich atmosphärisch. Den Rest eher nicht. Der Beginn ist für mich zu schwülstig, um atmosphärisch zu sein.

Zitat
- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?

Das mit den Hexen. Es reicht doch, wenn sie Hexe genannt und gejagt wird - eine Erklärung brauchen wir hier noch gar nicht.

Zitat
- wie gefällt euch die Schilderung des Traums?
Nein. :diablo:

Zitat
was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)

Mhm. Ich mag die Idee an sich, ist zwar alt und tauschendmal gelesen, funktioniert aber immer wieder: Unscheinbares Mädel entdeckt großes Talent in sich. Wieso nicht. Aber vielleicht wäre es gut, uns das Mädel in seinem Alltag erstmal nahezubringen, bevor sie ihr Talent entdeckt.

Ich hoffe, das ist nicht zu negativ. High Fantasy ist gar nicht meins und ich würde, wenn Du es nicht explizit anders möchtest, Deine nächsten Texte aus dem Genre nicht rösten.

lg
merin


Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #10 am: 14 Februar 2017, 13:01:20 »
Hallo Ryek, Hallo merin,

ich geh mal nacheinander auf eure Kommentare ein.

Das sieht sie: Aus einer dieser Wolken starrte ein Paar Augen auf sie herab. Sie hatten die tiefblaue Farbe des Meeres und waren von einer außergewöhnlichen Klarheit.
Das tut sie: Sie konnte den Blick nicht von diesen Augen lassen.
Sieht sie das, oder passiert das erst einmal außerhalb ihres Sichtfeldes? Immerhin träumt sie. Ist sie in sich selbst, oder beobachtet sie sich?: Dann schnellte aus den Tiefen der Wolkendecke ein weit aufgerissenes Maul mit scharfen Zähnen auf sie zu.
Das scheint wieder ihre eigene Empfindung zu sein: Gleichzeitig ertönte wieder ein Donnerschlag, der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte.

Ja, das ist schwierig. Wie gesagt will ich im Gegensatz zur Ich-Perspektive der Wolfsbrüder hier auktorial bleiben, aber trotzdem nahe genug an den Charakter heran gehen. Im Prinzip beobachtet sie sich im Traum selbst, sitzt aber auch gleichzeitig in ihrem Kopf und weiß, was sie denkt. das dadurch unbeabsichtigte Perspektivwechsel entstehen, war mir nicht klar.

"Dann lief Sarina los. Bei jedem Schritt wurde sie ein Stück weit vom Wind getragen und war schnell wieder in der Sicherheit ihrer Hütte. Dort packte sie einen Rucksack mit den wenigen Habseligkeiten, die sie hatte. Die Ernte aus ihrem Garten und ihre geliebten Büchern. Obenauf packte sie noch Kleider und einen warmen Umhang. Dann sah sie sich nochmal traurig in der Hütte um. Sie hatte gerne hier gelebt."

Das ist fast schon eine Aufzählung. Sieh dir einmal an, wie viele verschiedene Dinge du da mit wenigen Sätzen unterbringen willst. Bei dem Tempo hast du die Geschichte in zwei Seiten erzählt. :biggrin:

hmm, ja, ich sehe was du meinst... ein bisschen ausführlicher kann ich das vielleicht schon schreiben. aber gerade diese Textstelle birgt auch das Problem. in der Geschichte geht das wirklich Schlag auf Schlag. sie ruft den Zauber. der Wind kommt ihr zu Hilfe. sie wird bei jedem Schritt vom Wind getragen, sprich wenn wir mit einem Schritt Pi mal Daumen je einen Meter zurücklegen, läuft sie mit einem Schritt drei. (aber ich bin ja kein Fan von so nüchternen, konkreten Angaben in meinen Geschichten). dadurch ist sie in nur wenigen Schritten wieder in ihrer Hütte. die ganze Stadt ist hinter ihr her. also auch wenn sie es zur Hütte geschafft hat, wird es nicht lange dauern, bis sie dort sind, also muss sie weg. schnell. und deshalb passiert das auch im Text schnell....

aber ich schau mal, was draus wird.

"Die Haare peitschten um ihren Kopf wie lodernde Flammen."
"… hallte wie das donnernde Brüllen …"

gekauft

mich schmeißt du schon in den ersten Sätzen aufgrund eines unvermittelten Perspektivwechsels raus:

Zitat
Sarina fuhr aus dem Schlaf hoch. Seit Wochen träumte sie immer wieder dasselbe: Sie stand auf einer Klippe. Ihr feuerrotes Haar peitschte ihr um die Ohren. Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten.

Aufgrund des ersten Satzes nehme ich an, ich bin in Sarinas Kopf. Im letzten sehe ich sie aber von außen. (Der Satz könnte, wie ich finde, ersatzlos gestrichen werden.) Dann bin ich wieder in ihrem Kopf - dann wird es unklar, dann wacht sie auf.

es sollte eine Verdeutlichung sein. ja, irgendwie sind wir in Sarinas Kopf, aber auch nicht. Ich will im Gegensatz zu den Wolfsbrüdern hier eher auktorial bleiben, aber gleichzeitig auch nahe genug an die Prota heran gehen. im Traum beobachtet sie sich selbst, weiß aber natürlich auch, was in ihrem Kopf vor sich geht. ich werde versuchen, da mehr Klarheit zu schaffen.

Insgesamt ist mir dieser Absatz zu schwülstig und zu holprig. Im nächsten Absatz gibt es dafür ein einfaches Beispiel:

Zitat
Es war ein sehr seltsamer Traum und sie hätte gerne gewusst, was er bedeutete. Doch die Traumseher, wie auch die Hexen waren vor mehr als Hundert Jahren ausgerottet und die Hexerei verboten worden. So stand sie also auf und bereitete sich ihr Frühstück. Sie stellte fest, dass Salz, Pfeffer und Zucker knapp wurden. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr. Das bedeutete, sie würde in die Stadt gehen müssen.

Statt "Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr." wäre "sie seufzte" viel einfacher, näher an ihr dran und klarer. Mich haut sowas immer raus aus dem Text.

ok, mach ich.

Zitat
. Da! Eine flüchtige Bewegung, ein kurzes Aufblitzen von Stahl, und niemand, der etwas bemerkt hätte. Sarina war eine Diebin. Sie verschwand mit ihrer Beute in eine Nebenstraße.

Verstehe ich nicht. Warum Aufblitzen von Stahl?
Und warum klaut sie etwas (und was), und kauft dann ein? " Sie war eine Diebin"klingt so, als klaue sie alles. Ich würde diese Zuschreibung weglassen und genauer beschreiben, was sie wie klaut.

Aufblitzen von Stahl - Messer, das den Geldbeutel abschneidet.

Ich hatte gedacht, das wäre deutlicher. vor Allem, weil sie in eine Nebenstraße geht um die Münzen zu zählen.
aber du hast Recht. ich werde noch ausführen, dass sie nur Geldbeutel stiehlt und warum sie das tut. und warum sie nicht einfach die Waren vom Tisch klaut.

Ich finde die Marktbeschreibung ganz schön, dann bricht sie aber abrupt ab und wir sind in Sarinas Haus im Wald. Besser wäre, ihr zu folgen, also mit ihr den Weg zu gehen.

ok, wird ausgebaut.

Was auch unklar bleibt: Wenn sie so ungern in die Stadt geht, wieso geht sie dann am nächsten Tag wieder dorthin?

Es liegen zwei Tage zwischen den Marktbesuchen (den einen tag lang kümmert sie sich um ihren Garten).
es ist ihr Geburtstag. sie muss unbedingt zweimal auf den Markt. einmal um ihren Alltag zu zeigen, dass sie eben klaut bzw im Wald lebt und nur ungern hin geht, und einmal, weil ihre Macht im Beisein anderer Menschen erwachen muss. durch die Entdeckung, von der sie selbst ja genauso überrascht ist wie die anderen, muss sie schließlich aus der Stadt fliehen.
aber vielleicht kann ich durch ausbauen und ausführlicherem Erzählen mehr Zeit zwischen die beiden Marktbesuche packen.
wahrscheinlich werde ich auch ein Ereignis stattfinden lassen, wodurch sie nochmal auf den Markt geht.

Und: Den folgenden Absatz kaufe ich nicht.
Sie klaut doch nicht, ohne nachzudenken?

das nicht, aber durch ihren Traum ist sie immer wieder abgelenkt, sodass sie dummerweise genau dann den Geldbeutel abschneiden will, als der Mann danach greift. das sollte ich noch klarer herausstellen.

Und: Du hast wieder einen Perspektivfehler drin (sie kann ihre Augen nicht lodern sehen). Plus: Wenn jemand sie am Handgelenk gepackt hat, kann sie nicht zurückspringen. Er müsste sie erstmal loslassen. Und sie steht da einfach nur rum, fühlt nichts, denkt nichts, tut nichts?

zur Perspektive: vielleicht mag das auch ein wenig an meiner Assoziation von auktorialer Erzählform liegen. ich stell mir das immer (zum Vergleich) wie im Computerspiel vor:
Ich-Perspektive = first Person Ego-Shooter
auktoriale Perspektive = third Person Action RPG (da kann ich, wenn ich die Kamera drehe auch alles von meinem Prota sehen.)

quasi wir beobachten diese Geschichte immer von Außen, wissen aber auch, was im Kopf des Prota vorgeht.

zum zurückspringen: der Arm des Mannes fängt Feuer. Er fängt an damit herumzufuchteln und das zurückspringen reißt sie los. ich kann den Halbsatz noch extra mit einfügen "sie riss ihren Arm los und sprang zurück", was aber in Etwa auf das Gleiche hinauskommen würde...
Und sie steht nicht "nur da, denkt nichts, fühlt nichts", sondern sie ist wie erstarrt, geschockt, begreift nicht, was da gerade passiert ist.
aber das habe ich hingeschrieben. wie kann ich das denn noch deutlicher machen?

Und dann stehen da viele Leute, aber keiner hält sie fest? Sie rennt einfach los, stößt keinen an?

ja gut. wird geändert.

Ich denke aber, ich bin einfach nicht das Klientel, das du ansprechen willst. Ich habe eine Kitschallergie. ;)

ja, vielleicht. mit sehr hoher wahrscheinlichkeit werden in dieser Geschichte auch die einen oder anderen Klischees bedient werden. Aber das finde ich ok.

Ich widme mich lieber Deinen Fragen:

Zitat
- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?

Jein. Für mich ist sie ein Abziehbild aus x Fantasybüchern und Filmen. Sie ist zu grob geschnitten, zu wenig individuell um mich zu interessieren. Ich lese aber auch kaum noch Fantasy.

hmm. schade. gerade dadurch, dass sie eine Diebin ist (die eigentlich die Tochter der letzten Hexenkönigin ist) wollte ich ihr etwas KOMPLETT eigenes geben. schade, dass sie wie ein Abziehbild rüber kommt.
ich hoffe, das relativiert sich durch die Überarbeitung.

Zitat
- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?

Das schwankt stark. Für mich bleibt sie aber insgesamt zu blass. Ich würde gern wissen, warum sie klaut, wovon sie lebt, was sie für eine Person ist usw.

Ok. Das mit "warum sie klaut" kann ich verstehen...

Aber was sie für eine Person ist? Leider frage ich mich gerade (mal wieder) wie du das meinst...
Sie liebt Bücher über Magie, hasst Fleisch, klaut, lebt in einer Hütte außerhalb der Stadt, träumt seltsames Zeug, hat eine Katze namens Sady, baut alles an Gemüse in ihrem Garten an und ist mit nahezu allen Tieren des Waldes befreundet....

Ich sage hier so viel über sie aus, dass ich mich gerade wirklich frage was fehlt. (außer die nähere Beleuchtung ihrer Beziehung zu Sady, die Viskey schon angemerkt hat).

Zitat
- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?
Die Marktschilderung finde ich atmosphärisch. Den Rest eher nicht. Der Beginn ist für mich zu schwülstig, um atmosphärisch zu sein.

ok, ich wollte den Markt auch noch ausbauen, nach Ryeks und Viskeys Kommentare.

Zitat
- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?
Das mit den Hexen. Es reicht doch, wenn sie Hexe genannt und gejagt wird - eine Erklärung brauchen wir hier noch gar nicht.

Die erklärung der Hexen ist eigentlich die Antwort auf: warum kann sie nicht erfahren, was ihr Traum bedeutet?

Sie wacht auf, hat geträumt. Sie will wissen, was der Traum bedeutet, aber das geht nicht weil...

kann ich (oder besser: WIE kann ich) das anders lösen?
vielleicht hilft es aber auch schon, die Szenen auszubauen...

Zitat
was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)

Mhm. Ich mag die Idee an sich, ist zwar alt und tauschendmal gelesen, funktioniert aber immer wieder: Unscheinbares Mädel entdeckt großes Talent in sich. Wieso nicht. Aber vielleicht wäre es gut, uns das Mädel in seinem Alltag erstmal nahezubringen, bevor sie ihr Talent entdeckt.

ok, also auch den Alltag ausbauen. danke, jetzt habe ich einige Ansatzpunkte.

Ich hoffe, das ist nicht zu negativ. High Fantasy ist gar nicht meins und ich würde, wenn Du es nicht explizit anders möchtest, Deine nächsten Texte aus dem Genre nicht rösten.

SOOO negativ wars jetzt nicht :)

wenn du dieses Genre von mir nicht rösten möchtest, ok. dann werde ich das berücksichtigen. nur, wenn es mal einen Text geht, in dem ich WIRLICH mal Deine Meinung wissen möchte, dann sag ich dir bescheid.

lieben Dank für deinen Kommentar. geholfen hat er mir auf jeden Fall.
liebe Grüße,
Nalee
« Letzte Änderung: 14 Februar 2017, 13:09:01 von Naleesha »
"was du mit deinem Körper verstanden hast, wirst du im Leben nie wieder vergessen." (Gichin Funakoshi)
„Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann“ (Wau Holland)

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #11 am: 14 Februar 2017, 19:42:14 »
Hallo Nalee,

ich denke, dass du einfach hilfreichere Röstungen von Leuten bekommst, die die Besonderheiten des jeweiligen Genres mögen. Wenn Du es okay findest, Klischees zu bedienen und etwas kitschig zu schreiben, weil das zum Genre passt, nützt dir eine Röstung nichts, die genau das kritisiert.

Zum auktorialen Erzähler: Auch der hat einen Standpunkt. Und der wird im Allgemeinen deutlich. Die Perspektive darf nicht einfach so wechseln. Wenn eine Kamera auf der Schulter von Frau Maier ist, darf die nicht einfach im nächsten Satz in Frau Maiers Kopf oder dort drüben auf dem Berg sitzen. Kamerafahrten sind möglich, aber für meinen Geschmack, müssen sie sinnvoll sein. Vielleicht wäre das ja nochmal Anlass für eine theoretische Diskussion darüber.

Zitat
Aber was sie für eine Person ist? Leider frage ich mich gerade (mal wieder) wie du das meinst...
Sie liebt Bücher über Magie, hasst Fleisch, klaut, lebt in einer Hütte außerhalb der Stadt, träumt seltsames Zeug, hat eine Katze namens Sady, baut alles an Gemüse in ihrem Garten an und ist mit nahezu allen Tieren des Waldes befreundet....

Ich sage hier so viel über sie aus, dass ich mich gerade wirklich frage was fehlt. (außer die nähere Beleuchtung ihrer Beziehung zu Sady, die Viskey schon angemerkt hat).

Naja aber ich weiß nichts darüber, welche Persönlichkeit sie hat. Ich weiß nicht, ob sie ein fröhlicher Mensch ist oder eher trübsinnig, ob sie gern allein ist oder erzwungenermaßen, ob sie Ideale hat und welche, was ihr Ziel ist usw.

Zitat
hmm. schade. gerade dadurch, dass sie eine Diebin ist (die eigentlich die Tochter der letzten Hexenkönigin ist) wollte ich ihr etwas KOMPLETT eigenes geben. schade, dass sie wie ein Abziehbild rüber kommt.

Das liegt daran, dass ich bei dem Text so einen AD&D-Charakterbogen vor dem inneren Auge habe: Charakterklasse: Dieb. Ah ja, okay. Aber real ist es ja so, dass Leute nicht klauen, weil sie das auf dem Bogen angekreuzt haben, sondern aus anderen Gründen. Sie werden zu Dieben - durch Umstände. Aber sie sind eben nicht Diebe, wie sie 1,65m groß sind...  ;)

Zitat
zum zurückspringen: der Arm des Mannes fängt Feuer. Er fängt an damit herumzufuchteln und das zurückspringen reißt sie los. ich kann den Halbsatz noch extra mit einfügen "sie riss ihren Arm los und sprang zurück", was aber in Etwa auf das Gleiche hinauskommen würde...

grob, in etwa, ja. Aber mir ging es schon um Genauigkeit. Du beschreibst ja sehr genau an der Stelle und das sollte dann schon stimmen - finde ich.

Zitat
Und sie steht nicht "nur da, denkt nichts, fühlt nichts", sondern sie ist wie erstarrt, geschockt, begreift nicht, was da gerade passiert ist.
aber das habe ich hingeschrieben. wie kann ich das denn noch deutlicher machen?

Ich versetz mich da mal rein, ja? Ich bin also auf dem Markt und ich klaue einem Mann seinen Geldbeutel. Ich weiß, dafür verliere ich meine Hand, wenn es rauskommt. Leider kommt es raus. Also gerate ich in Panik und versuche, zu fliehen. Das gelingt mir nicht, weil der Typ mich festhält. Plötzlich brennt der Typ, ich reiße mich los - und vergesse plötzlich, wieso ich mich losgerissen habe und bleibe stocksteif stehen.
Das ergibt für mich keinen Sinn. Ich würde doch eher erst mal weglaufen. Und dann, wenn ich mich sicher wähne, würde ich nachdenken: Hups, was war denn das? Wieso brannte der plötzlich?
Meinetwegen könnte sie weglaufen, sich verstecken und zusehen. Aber stehenbleiben ergibt keinen Sinn, wenn sie vorher wegzulaufen versuchte.

Zitat
Die erklärung der Hexen ist eigentlich die Antwort auf: warum kann sie nicht erfahren, was ihr Traum bedeutet?

Sie wacht auf, hat geträumt. Sie will wissen, was der Traum bedeutet, aber das geht nicht weil...

Ich kann mir keine Welt ohne Traumdeutung vorstellen. Auch ohne Hexen machen sich Leute Gedanken über Träume - auch wenn Träume nichts bedeuten in dem Sinne, dass sie Prophezeiungen sind oder so.
Ich hab aber das Gefühl, Du beziehst meine Rückmeldung auf eine falsche Stelle. Ich meinte die hier:

Zitat
Als Sarina realisierte, was sie da sagten, löste das ihre Erstarrung und sie rannte fort. Nun rannte sie um ihr Leben. Denn nach wie vor gab es keinen größeren Frevel, kein größeres Verbrechen, als das, eine Hexe zu sein. Hexen wurden mancherorts sofort getötet.

Und da reicht es, wenn sie rennt. Wobei für mich eben diese ganze Szene keinen Sinn ergibt und noch etwas Veränderung braucht, um logisch zu sein.

Wird das etwas klarer?
lg
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Naleesha

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #12 am: 14 Februar 2017, 23:47:43 »
hallo merin,

danke für die Rückmeldungen. ich versteh dich jetzt deutlich besser.

Zum auktorialen Erzähler: Auch der hat einen Standpunkt. Und der wird im Allgemeinen deutlich. Die Perspektive darf nicht einfach so wechseln. Wenn eine Kamera auf der Schulter von Frau Maier ist, darf die nicht einfach im nächsten Satz in Frau Maiers Kopf oder dort drüben auf dem Berg sitzen. Kamerafahrten sind möglich, aber für meinen Geschmack, müssen sie sinnvoll sein. Vielleicht wäre das ja nochmal Anlass für eine theoretische Diskussion darüber.

hmmm... ja, vielleicht.

ich habe noch nie etwas veröffentlicht (abgesehen von einer Fanfiction und der Kurzgeschichte in der BTZette). mit Perspektiven und co hab ich einfach nicht das nötige know how... in der Ich-Perspektive ist es meines Empfindens nach leichter als in der auktorialen. denn man möchte die Gedanken des Protas (und die der anderen Protas und Handelnden) genauso beschreiben wie die Szene an sich, von außen betrachtet. früher dachte ich, auktorial wäre einfacher als Ich-Perspektive weil man in der Ich-Perspektive nicht in die Köpfe der anderen schauen kann und auch darauf achten muss, im Kopf des Prota zu bleiben.
aber gerade hier wird mir klar, dass auktorial vielleicht doch schwieriger ist als Ich-Perspektive..

Naja aber ich weiß nichts darüber, welche Persönlichkeit sie hat. Ich weiß nicht, ob sie ein fröhlicher Mensch ist oder eher trübsinnig, ob sie gern allein ist oder erzwungenermaßen, ob sie Ideale hat und welche, was ihr Ziel ist usw.

ok, ich hatte geglaubt, auch dafür genug Anhaltspunkte gegeben zu haben, aber wenn dem nicht so ist, geh ich nochmal drüber.

Das liegt daran, dass ich bei dem Text so einen AD&D-Charakterbogen vor dem inneren Auge habe: Charakterklasse: Dieb. Ah ja, okay. Aber real ist es ja so, dass Leute nicht klauen, weil sie das auf dem Bogen angekreuzt haben, sondern aus anderen Gründen. Sie werden zu Dieben - durch Umstände. Aber sie sind eben nicht Diebe, wie sie 1,65m groß sind...  ;)

ja, gut. wie gesagt, warum sie klaut werd ich noch bearbeiten und auch sonst werd ich mal schaun, wie ich ihr "keinen D&D-Charakterbogen" verpasse ;)

Ich versetz mich da mal rein, ja? Ich bin also auf dem Markt und ich klaue einem Mann seinen Geldbeutel. Ich weiß, dafür verliere ich meine Hand, wenn es rauskommt. Leider kommt es raus. Also gerate ich in Panik und versuche, zu fliehen. Das gelingt mir nicht, weil der Typ mich festhält. Plötzlich brennt der Typ, ich reiße mich los - und vergesse plötzlich, wieso ich mich losgerissen habe und bleibe stocksteif stehen.
Das ergibt für mich keinen Sinn. Ich würde doch eher erst mal weglaufen. Und dann, wenn ich mich sicher wähne, würde ich nachdenken: Hups, was war denn das? Wieso brannte der plötzlich?
Meinetwegen könnte sie weglaufen, sich verstecken und zusehen. Aber stehenbleiben ergibt keinen Sinn, wenn sie vorher wegzulaufen versuchte.

eher so: ich bin auf dem Markt. will was kaufen. dafür brauch ich Geld, das ich klauen muss. wenn ich erwischt werde, verliere ich meine Hand. ich bin unkonzentriert. werde erwischt. ich gerate in Panik, weiß nicht, wie ich da rauskommen soll. Ich bete zur alten Magie. plötzlich brennt der Typ. das Feuer ist Heiß, ich springe vor den Flammen zurück, was meinen Arm losreißt. ich denke mir: Was zur Hölle ist hier los? was ist da gerade passiert? Wo kommt jetzt plötzlich das Feuer her? Ich versteh nix mehr?... bin geschockt und verstehe nix. dann wird mir langsam bewusst, dass die Menschen um mich herum mich als Hexe betiteln. meine Panik wird größer. jetzt geht es nicht mehr um meine Hand, sondern um mein Leben. ich laufe weg.


Ich kann mir keine Welt ohne Traumdeutung vorstellen. Auch ohne Hexen machen sich Leute Gedanken über Träume - auch wenn Träume nichts bedeuten in dem Sinne, dass sie Prophezeiungen sind oder so.
Ich hab aber das Gefühl, Du beziehst meine Rückmeldung auf eine falsche Stelle. Ich meinte die hier:

Zitat
Als Sarina realisierte, was sie da sagten, löste das ihre Erstarrung und sie rannte fort. Nun rannte sie um ihr Leben. Denn nach wie vor gab es keinen größeren Frevel, kein größeres Verbrechen, als das, eine Hexe zu sein. Hexen wurden mancherorts sofort getötet.

Und da reicht es, wenn sie rennt. Wobei für mich eben diese ganze Szene keinen Sinn ergibt und noch etwas Veränderung braucht, um logisch zu sein.

Wird das etwas klarer?
lg
merin

JA, das wird klarer. ich hatte wirklich gedacht, dass du die erste Stele meintest. dann brauche ich den Satz nach ihrem Traum ja nicht zu bearbeiten.

zur Welt ohne Traumdeutung...
ja, es gibt gewisse "Gelehrte", die versuchen können, einen Traum zu interpretieren, das ist aber meist eher allgemein gehalten und nicht eindeutig. (so wie auch bei unserer Traumdeutung). Damals jedoch, als es noch nicht verboten war, gab es die Traumseher, die in den Traum hinein sehen und ihre wahre Bedeutung erkennen konnten. quasi eine hundertprozentig sichere Methode herauszufinden, was ein wiederkehrender Traum soll. aber weil die ausgerottet sind, geht das eben nicht mehr.

liebe Grüße,
Nalee
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scura

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #13 am: 17 Februar 2017, 10:23:36 »
Hallo Teufels.

Ich dachte, ich werf mal was Neues auf den Rost. Gehe mal kurz weg von den Wölfen.

He - zu den Drachen.... wie schön!



Sie spielt in einer eigens erschaffenen Welt (high Fantasy). den Namen nenne ich hier noch nicht, ist für die Szene an sich aber nicht wichtig. Hexerei und Magie sind verboten worden. Es gibt kein größeres Verbrechen als das, eine Hexe zu sein. Darum gelten Hexen und Magie als ausgestorben, obwohl die Angst davor noch sehr lebendig ist. viele Teile der Welt sind noch nicht erforscht worden und man vermutet, dass dort die letzten Bollwerke der Magie sich verschanzen.

Ok ich habe es nicht so mit High Fantasy, aber da und dort gibt es Ausnahmen... Wenn der Konfliktstoff stimmt und die Charaktere sitzen ist mir das rundherum nicht so wichtig  :devcool:


Es gibt eine Prophezeihung. 1000 Jahre vor Beginn der Geschichte ruft die Drachenkönigin, die der letzte weibliche Drache ist, ihre Söhne an ihr Sterbebett. wie alle Drachenköniginnen kann sie "Am Faden der Zeit in beide Richtungen sehen". Sie weissagt, dass die beiden Söhne ihres ältesten Sohnes die Drachen einst retten werden. Die Tochter einer Königin wird sich in einen von ihnen verlieben und ein Kind von ihm empfangen.

In dieser Szene (Anfang des ersten Kapitels, nach dem Vorwort) wird die Heldin des Buches eingeführt.
Fragen am Ende des Textes.

viel Spaß beim Lesen.

*****************************************
Sarina fuhr aus dem Schlaf hoch. Seit Wochen träumte sie immer wieder dasselbe: Sie stand auf einer Klippe. Ihr feuerrotes Haar peitschte ihr um die Ohren. Es erweckte den Eindruck, dass Flammen um ihren Kopf loderten. sieht sie sich von außen? Die Augen hatte sie geschlossen. Die Hände streckte sie in Richtung des Meeres aus.  Du schreibst so als ob sie sich im Traum selbst von außen sieht. Ist das Absicht oder ein Perspektiven Fehler? Als sie die Augen öffnete, schallte ein gewaltiges Donnern durch den wolkenverhüllten Himmel. Das Meer hämmerte eine Welle nach der anderen gegen das Gestein. Als würde es mit aller Macht versuchen zu ihr zu kommen. Der Wind peitschte über die Klippe hinweg und aus den Tiefen der Erde kam ein bedrohliches grollen.  (Ok das ist mir etwas zu viel... ich habe schon verstanden das der Wind geht und es unheimlich ist... den Satz könntest du ruhig weglassen. )Sie suchte die endlose, graue Weite der Wolkendecke ab. (Schau ein wenig auf die Adjektive welche du wirklich brauchst) Aus einer dieser Wolken starrte ein Paar Augen auf sie herab. Sie hatten die tiefblaue Farbe des Meeres und waren von einer außergewöhnlichen Klarheit. Sie konnte den Blick nicht von diesen Augen lassen. Dann schnellte aus den Tiefen der Wolkendecke ein weit aufgerissenes Maul mit scharfen Zähnen auf sie zu. Gleichzeitig ertönte wieder ein Donnerschlag, der wie das donnernde Brüllen eines Ungeheuers in ihrem Kopf widerhallte. Dann wachte sie auf. Immer an der selben Stelle.

Es war ein sehr seltsamer Traum und sie hätte gerne gewusst, was er bedeutete. Doch die Traumseher, wie auch die Hexen waren vor mehr als Hundert Jahren ausgerottet und die Hexerei verboten worden. So stand sie also auf und bereitete sich ihr Frühstück. (Das ist irgendwie unfreiwillig komisch. So stand sie also auf... die Kombi aus den Sätzen vorher und dieses so stand sie also auf... tja leider ich darf nix darüber wissen, ach ich könnte jetzt mal aus dem Bett gehen...)Sie stellte fest, dass Salz, Pfeffer und Zucker knapp wurden. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr. Das bedeutete, sie würde in die Stadt gehen müssen. Sarina mochte die Stadt nicht. Die Verkäufer, die laut schreiend versuchten, ihre Waren zu verkaufen, die vielen Menschen, die auf dem Marktplatz hektisch hin und her rannten, Feilschten um ein paar Münzen zu sparen, betrunken durch die Gegend torkelten und sich manchmal sogar prügelten. Langer Satz Aber sie brauchte die Gewürze und so zog sie ihre Stiefel an, befestigte ihren Dolch am Gürtel und machte sich auf den Weg. (Gut Barfuß wäre es auch doof) Sie hatte ein Talent, in der Menge unterzugehen. Mit den Menschen zu verschmelzen und unsichtbar zu werden. Und genau das brauchte sie um zu überleben. Da! Eine flüchtige Bewegung, ein kurzes Aufblitzen von Stahl, und niemand, der etwas bemerkt hätte. Sarina war eine Diebin. Sie verschwand mit ihrer Beute in eine Nebenstraße. (Oh das ist mir jetzt etwas zu schnell gegangen. Vielleicht könntest du den Diebstahl von ihr etwas bildlicher beschreiben, ihr Herzklopfen mich miterleben lassen... das reicht, um die Vorräte aufzufüllen. Sie lief wieder auf den Marktplatz und kam an den Ständen für Obst und Gemüse vorbei. Die ignorierte sie aber (Füllwort kann weg), da das Meiste von dem, was hier verkauft wurde auch in ihrem Garten wuchs. Sie kaufte was sie brauchte (Wäre ja sonst auch blöd oder? Wenn sie etwas kauft was sie nicht braucht... vielleicht schreibst du sie kaufte ein Unzen Salz oder bla bla ) und kam dann zu ihrem Lieblingsstand: Ein reisender Gelehrter verkaufte Schriften aus den alten Zeiten. Sie erzählten von Phantastischem und Schrecklichem. Von Magie, von wundern und von den Schrecken der Hexen. Nach längerem Zögern, kaufte sie ein Buch, in dem es um die Magie der Elemente ging. (Dachte Hexerei sei verboten?)In ihrer kleinen Hütte hatte sie ganze Regale voll mit solchen Büchern. Sie konnte es kaum erwarten, ihr neues Buch zu lesen. Sie machte sich auf dem Weg nach Hause. Dabei kam sie an einen Stand vorbei, an dem Fleisch und Fisch verkauft wurde. Angeekelt rümpfte Sarina die Nase. Sie lebte außerhalb der Stadt, in einer kleinen Hütte im Wald. Viele der Tiere dort waren ihre Freunde. Sie würde einem Tier niemals etwas antun, geschweige denn es essen und sie verstand nicht, warum so viele andere Menschen es taten. Wieder in der kleinen Hütte, verstaute sie ihre Einkäufe im Küchenschrank und widmete sich dann ihrem neuen Buch. Sarina liebte diese Geschichten. Wenn sie in ihnen schwelgte, war es, als würde die Zeit stillstehen. Sie stellte sich dann vor, sie wäre dort, in den Landen der alten Zeit, würde als Schülerin einer Hexe das Zaubern erlernen, oder als Heilerin den Menschen und Tieren helfen. Und manchmal, stellte sie sich sogar vor, (Wort Wiederholung) sie sei eine begünstigte der erhabenen Drachen und dürfe in ihren Bibliotheken verweilen. Ein Gähnen entlockte sich ihr (Ui etwas schwülstig) und mit bedauern darüber, dass sie nur noch von diesen Dingen träumen konnte, schlug sie das Buch zu. Sie streifte das Nachtkleid über und ging zu Bett. Sady, ihre kleine, schwarze Elfkatze, rollte sich auf ihrer Brust zusammen. Langsam streichelte Sarina ihr nachtschwarzes, samtenes Fell, während sie in Ihren Gedanken noch immer in der Welt der Hexen verweilte.
(Der Absatz mit den Hexen und das sie auch gern eine wäre ist mir etwas zu lang....)

In der Nacht,träumte sie erneut. Aber diesmal war etwas anders. Etwas (WW), was nicht greifbar war, schien sich in ihren Traum zu bewegen. Sie konnte es spüren. Sie fühlte eine Energie, die über ihr zu schweben schien, sie durchdrang, doch sie konnte es nicht erfassen. Mit dem unbehaglichen Gedanken, etwas wichtiges nicht erkennen zu können, wachte sie schließlich auf. Nach dem Frühstück kümmerte sie sich um ihren Garten. Hier wuchs fast alles vorstellbare, was essbar war. Von einfachen Dingen wie Wurzeln und Knollen, essbaren Blumen über Gewürze wie Oregano, bis hin zum seltenen Haferwurz. Sady saß am Rande des Beetes. In ihrem Blick lag etwas sehr seltsames... (das ist mir zu unbestimmt... etwas sehr seltsames... ein beliebiges Adjektiv für meinen Geschmack... der Blick der Katze packt mich nicht) sie schaute... Wissend.

Am nächsten Tag, ihrem Geburtstag, beschloss Sarina noch einmal auf den Markt zu gehen. (Wieso ich dachte sie mag ihn nicht?) Doch irgendwie konnte sie sich diesmal nicht auf das konzentrieren was sie tat. Der Traum und die nicht greifbaren Gefühle ließen ihr keine Ruhe. Sie hatte das Gefühl, irgendwas zu übersehen... (Hmm hier würde es mir leichter fallen wenn du den Diebstahl wieder beschreibst... weil ich dachte sie läuft einfach so gedankenverloren durch die Gegend...)
„He! Na warte du kleine Diebin!“
Oh nein, in Gedanken versunken hatte sie nicht aufgepasst. Der Mann, dessen Geldbeutel sie eben abgeschnitten hatte, ergriff ihr Handgelenk. Sarina wusste, dass sie ihre Hand verlieren würde, sollte sie es nicht schaffen, zu entkommen. In ihrer Verzweiflung betete sie im Stillen zur alten Magie. (Ach die kann sie doch?) Plötzlich loderten ihre Augen hell auf (und das sieht sie wie? Perspektive!) und der Ärmel des Mannes, der sie hinter sich her schleifte fing Feuer. Mit einem erschreckten Aufschrei sprang sie zurück. Binnen Sekunden stand der Arm des Mannes in Flammen. Panisch lief er umher, wälzte sich auf dem Boden und schrie sich die Seele aus dem Leib. Nicht begreifend, was da gerade geschah, blieb Sarina wie erstarrt stehen. (Sie bleibt stehen? Ich würde weglaufen - rein instinktiv ab dem Moment wo er mich auslässt) Einige Passanten, die gesehen hatten, was passiert war, standen nun um den weinenden, sich über seinen Arm krümmenden Mann herum, der immer noch am Boden lag.
„Was ist passiert?“, fragten einige.
„Das Feuer kam aus dem Nichts“, antwortete jemand.
„Sie muss eine Hexe sein!“, riefen andere.
„Ja, Sie ist eine Hexe!“
„HEXE!, HEXE!, HEXE!“...
langsam erhob sich ein Chor. Als Sarina realisierte, was sie da sagten, löste das ihre Erstarrung und sie rannte fort. Nun rannte sie um ihr Leben. Denn nach wie vor gab es keinen größeren Frevel, kein größeres Verbrechen, als das, eine Hexe zu sein. Hexen wurden mancherorts sofort getötet. Sarina schaute sich um. Die Männer aus der Menge verfolgten sie. Sie bog mehrmals in verschiedene Seitenstraßen ein und versuchte, im Straßennetz zu entkommen. Aber die Männer waren zu dicht hinter ihr um sie abzuhängen. Wieder bog sie in eine Seitenstraße ein. Zu spät erkannte sie, dass es eine Sackgasse war. Eine hohe Mauer beendete ihre Flucht. Sie war von Angst erfüllt, versuchte umkehren aber der Weg wurde ihr bereits versperrt. Mit siegessicherem Blick schritten die Männer langsam auf sie zu. Ihr hämisches Grinsen war dabei wie ein Schlag ins Gesicht. ihr Atem ging heftig, sie zitterte am ganzen Körper und sie lief vor Angst weinend umher, suchend nach einem Ausweg. Einen Zugang zur Kanalisation oder einer Tür in der Mauer. Aber da war nichts. Auf einmal sirrte eine Stimme durch ihren Kopf. Hell und klar beherrschte sie ihre Gedanken. Die Stimme konnte keinesfalls menschlich sein. Ungeheure Macht brachte sie zum schwingen und die Worte waren so klar wie das plätschern eines Baches. Wie die Töne einer Kithara. (Die Beschreibung der Stimme ist mir zuviel - hätte ich gern kürzer und knackiger. Da ist Spannung - ich will wissen wie Sarina entkommt und dann lese ich Zeile für Zeile von der Stimme...)
Hab keine Angst, mein Kind. Du hast Macht. Gehe in dich und du wirst sie erkennen.
Es war die Stimme der Magie. (Ach und das weiß sie von wo?) Sarina atmete tief durch und schloss die Augen. Tief in ihr herrschte eine sonderbare Ruhe. alles schien wie in Zeitlupe abzulaufen. Sie ging noch tiefer in sich hinein und fand ein helles Licht. Heller als alles, was sie bisher kannte. Es glühte durch ihre Adern und erfüllte ihr ganzes Sein. Sie tauchte in das Licht ein und konnte plötzlich alles um sie herum fühlen. Sie fühlte die Wände, die sie an drei Seiten umschlossen, sie fühlte die Schritte der Männer, die sich langsam auf sie zu bewegten und sie fühlte den Wind, der hoch über ihr wehte. Da wusste sie, wie sie entkommen konnte.
Ja, meine Tochter. Du weißt, was du tun musst. Sag es, schreie es aus dir hinaus und nimm die Gabe an, die dir geschenkt wurde. (Die Stimme quatscht aber ganz schön viel)
Sarina öffnete ihre Augen. Erneut loderten sie hell auf vor der Magie, die durch ihre Adern floss. (Das sie wieder wie sieht?) Ein grausames Lächeln legte sich auf ihre Lippen. (Auch hier Perspektive! Und grausames Lächeln ist etwas banal formuliert finde ich) Von diesem Lächeln irritiert, hielten die Männer, die schon sehr nah waren, inne. Sarina richtete ihren Blick gen Himmel und rief die Worte der Macht aus, die nur sie selbst verstehen konnte: „Ventis, acuiesce consiliis meis voluntatis! Custodi meos et fertre gressos me.“ (Oh helfen die auch bei Kindern in der Trotzphase...  :biggrin:) Schlagartig wehte ein starker Wind durch die Gasse und wirbelte die Blätter auf. Er schien von Sarina selbst auszugehen, denn obwohl die Blätter wild umher peitschten, und der Wind an den Kleidern der wütenden Menge zerrte, blieb sie unberührt von der unheimlichen Macht. Der Wind wurde immer stärker und bald hatten die Männer große Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sie taumelten zurück und suchten Halt an den Mauern der Gasse. Dann lief Sarina los. Bei jedem Schritt wurde sie ein Stück weit vom Wind getragen und war schnell wieder in der Sicherheit ihrer Hütte. Dort packte sie einen Rucksack mit den wenigen Habseligkeiten, die sie hatte. Die Ernte aus ihrem Garten und ihre geliebten Büchern. Obenauf packte sie noch Kleider und einen warmen Umhang. Dann sah sie sich nochmal traurig in der Hütte um. Sie hatte gerne hier gelebt. Und eigentlich wusste sie auch nicht so recht, wohin sie jetzt gehen sollte. Dann sah sie ihre Katze auf dem Tisch sitzen. Mit einem fragenden Blick in den Augen setzte sie zu einem leisen „mrauw“ an.
„Oh Sady, es ist furchtbar. Die Leute halten mich für eine Hexe. Sie werden mich töten. Ich muss fort von hier... aber... ich weiß nicht, wohin.“
Sady miaute wieder und irgendwie, dachte Sarina, dass sie verstehen konnte, was es bedeutete.
„ich komme mit dir.“
„Nein Sady, bleib du hier, bei deinen Freunden, deinem Zuhause...“
Ein letztes „mrauw“ trieb Sarina Tränen der Liebe und der Dankbarkeit in die Augen:
„Du bist mein Zuhause. Und Du bist meine Freundin. Ich werde mit dir kommen und dir helfen.“
Sarina zog los. Alle Tiere es Waldes spürten es. Sie versammelten sich entlang des Weges, unsichtbar für die Augen der Menschen um sich zu verabschieden. Es war ein stummer Abschied. Und auch ein Stummes Versprechen: sollten Sarina und Sady jemals in Gefahr sein und Hilfe brauchen, die Tiere des Waldes wären immer für sie da.
*****************************************

(Übersetzung aus dem Latein: Wind, unterwerfe dich meinem Willen! Schütze mich und trage meine Schritte.)

Fragen:

- Erfährt man genug über Sarina um sich für sie zu interessieren? wenn nein, was fehlt?
Jein. So richtig komme ich in sie nicht rein.

- liest sich der Text flüssig - wo gibt es Stolpersteine?
oben markiert. Für meinen Geschmack zu viele Adjektive. Das fällt mir auf weil ich selbst immer jede Menge benutze, die ich in den Überarbeitungsschritten dann wieder streiche.

- seid ihr nah genug an Sarina dran, oder bin ich (mal wieder) viel zu weit weg?
Für meinen Geschmack könnte es etwas näher sein.

- kommt Atmosphäre auf? wo und wo nicht?
Teilweise. Kurz in der Gasse. Wenn sie mit der Katze redet.

- ich fürchte, es gibt Stellen im Text, die Infodump beinhalten. eure Meinung dazu?
Nein das geht für mich so.

- wie gefällt euch die Schilderung des Traums? was gefällt euch besonders gut, was kann man ausbauen, was fehlt? (der Traum ist wichtig!)
Im Prinzip gut.

ok, ich denke, das sind genug Fragen fürs Erste.

Naleesha

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Re: AT der Drachenfürst - Sarina
« Antwort #14 am: 17 Februar 2017, 16:01:37 »
Hi Scura,

dachte mir schon, dass du das Thema mögen wirst ^^


Ok ich habe es nicht so mit High Fantasy, aber da und dort gibt es Ausnahmen... Wenn der Konfliktstoff stimmt und die Charaktere sitzen ist mir das rundherum nicht so wichtig  :devcool:


ja, das high-Fantasy Drumherum ist jetzt echt nur die Welt in der es stattfindet. rein von der Story her KÖNNTE es auch im Wolfsbrüder-Universum stattfinden. (tut es aber nicht) ;)

sieht sie sich von außen?Du schreibst so als ob sie sich im Traum selbst von außen sieht. Ist das Absicht oder ein Perspektiven Fehler?

nein, eigentlich kein Perspektivfehler, obwohl er von vielen so wahrgenommen wird. ja, sie sieht sich von außen, sie beobachtet sich selbst.

ich werde das verdeutlichen, indem ich den ersten Satz wie folgt umformuliere: "sie sah sich, wie sie auf der Spitze einer Klippe stand."

Der Wind peitschte über die Klippe hinweg und aus den Tiefen der Erde kam ein bedrohliches grollen.  (Ok das ist mir etwas zu viel... ich habe schon verstanden das der Wind geht und es unheimlich ist... den Satz könntest du ruhig weglassen.)

ok, dazu muss man vielleicht die Prophezeiung kennen, die die Drachenkönigin ausspricht. Es ging mir hier darum, alle vier Elemente einmal zu erwähnen. (das Haar, das wie Feuer wirkt, das Meer, das versucht, sie zu erreichen, das Grollen aus den Tiefen der Erde und der peitschende Wind.) als die Drachenkönigin nämlich die Retterin des Drachenvolkes benennt, tut sie das mit diesen Worten:

Es war ein Mädchen. Eine Waise. Eine geborene Königin. Als Diener Standen ihr Feuer und Wasser zur Seite. Der Wind war ihr Pferd und aus der Erde schöpfte sie Weisheit und Kraft. Die Herrin aller vier Elemente.

Es soll klar werden, dass Sarina die besagte Königin aus der Prophezeiung ist. Obwohl es das vermutlich sowieso ist, wenn direkt nach der Prophezeiung, die im Vorwort steht, die Geschichte gut 1000 Jahre weiter zu ihr in die kleine Hütte springt.
trotzdem, ich hätte nur gerne eine Erwähnung aller vier Elemente.

(Das ist irgendwie unfreiwillig komisch. So stand sie also auf... die Kombi aus den Sätzen vorher und dieses so stand sie also auf... tja leider ich darf nix darüber wissen, ach ich könnte jetzt mal aus dem Bett gehen...)

eher ein inneres seufzen. Schade, ich kann keine Gewissheit bekommen, also kann ich nur wie jeden Morgen aufstehen und das tun, was ich immer tue... aber gut, ich werde das vielleicht nochmal ändern.

(Gut Barfuß wäre es auch doof)

Im Wald ist sie tatsächlich immer Barfuß. vielleicht packe ich bevor sie in die Stadt geht, noch einen Tag im Wald davor, dass klar wird, dass sie die Stiefel nur anzieht, wenn sie in die Stadt muss. Später, im Drudd-Wald (der noch einen anderen Namen bekommen wird) wenn sie mit den Kelten-Druiden zusammentrifft, verpasse ich ihr ein paar Wald-Sandalen :)

(Oh das ist mir jetzt etwas zu schnell gegangen. Vielleicht könntest du den Diebstahl von ihr etwas bildlicher beschreiben, ihr Herzklopfen mich miterleben lassen

Naja, das ist es ja gerade. Sie hat dabei kein Herzklopfen. sie macht das so routiniert, dass es fast schon automatisch läuft. zumindest, wenn sie nicht von Träumen und komischen Gedanken abgelenkt ist. aber ich werde den Gang zum Markt an sich noch etwas ausbauen.

(Wäre ja sonst auch blöd oder? Wenn sie etwas kauft was sie nicht braucht...

naja, die Bücher, die sie danach kauft, "braucht" sie ja nicht. es ist eher die priorisierung. "zuerst das, was ich brauche. danach was mir gefällt."

(Dachte Hexerei sei verboten?)

ja, da hab ich einen Klarheitsfehler. Hexen gelten als von der Regierung ausgerottet. auch wenn es noch Bücher mit Zaubersprüchen geben sollte (ich wähle ganz bewusst diese Wortwahl), dann wird davon ausgegangen, dass die, die sie lesen könnten, sie sowieso nicht anwenden könnten. Die Bücher, die Sarina kauft, handeln aber tatsächlich eher von Legenden über Magie. nicht als Zauberbuch selbst. das muss ich verdeutlichen.


(Der Absatz mit den Hexen und das sie auch gern eine wäre ist mir etwas zu lang....)

hmm, ich wollte ihre tiefe Sehnsucht danach herausstellen, indem ich sie sich selbst in die Geschichten, die sie leider nur lesen kann hineinträumen lasse. Und es sollte eine Vorstellung der magischen Welt, die im Verborgenen noch existiert (entgegen dem, was die Regierung glaubt) erzeugen.

(das ist mir zu unbestimmt... etwas sehr seltsames... ein beliebiges Adjektiv für meinen Geschmack... der Blick der Katze packt mich nicht) sie schaute... Wissend.

Sarina findet den Blick der Katze seltsam, danach wird diese seltsame Komponente näher beschrieben: Wissend. also weiß die Katze etwas über sie, was Sarina selbst nicht weiß. es soll eine Andeutung sein, dass sich hinter der Katze mehr verbirgt als "nur" eine Katze.

(Wieso ich dachte sie mag ihn nicht?)

ja, das ist etwas unglücklich gelöst. es ist ihr Geburtstag. der Tag, an dem die Magie in ihr erwacht. die Entdeckung, dass sie eine Hexe ist, bringt sie in Lebensgefahr. und weil ich ihren Aufbruch "forcieren" wollte, hab ich sie auf den Markt geschickt. in der Überarbeitung wird es dort wahrscheinlich ein Event geben. irgendwas, was sie miterleben will und deshalb dorthin geht oder so.

(Ach die kann sie doch?)

sie ist verzweifelt. da probiert sie alles aus, was ihr einfällt, auch wenn sie nicht wirklich davon ausgeht, dass es funktioniert. da brauche ich etwas, das genau das näher ausführt. ich mach mir da mal ein paar Gedanken.
Ihre Macht erwacht erst, als sie zu den Göttern der alten Magie betet. in früheren Zeiten wurden Kinder von Hexen und Zauberern an einem bestimmten Geburtstag in den Tempel geführt. dort beteten sie zur Göttin der alten Magie und wurden als Hexe geweiht. dann zeigte sich, ob sie Macht besaßen oder nicht.
Sarina ist zwar nicht in einem Tempel, aber sie betet an ihrem Geburtstag zu den Magiegöttern. die Infos sollen später im Buch näher erläutert werden.

(und das sieht sie wie? Perspektive!)

Wir sind in der ganzen Geschichte eigentlich nicht in ihrem Kopf. Als auktorialer Erzähler betrachten wir alle Szenen eigentlich immer nur von Außen. (in meiner Vorstellung, als Vergleich: 3rd Person RPG. wenn ich da die Kamera drehe, kann ich den Prota des Spiels auch von allen Seiten sehn und bin gleichzeitig in seinem Kopf und höre was er denkt etc...)

(Sie bleibt stehen? Ich würde weglaufen - rein instinktiv ab dem Moment wo er mich auslässt)

Schockstarre. sie begreift erst nicht, was da passiert. Sie versteht nicht, woher die Flammen kommen und hat auch keine Ahnung, dass SIE die herbeigezaubert hat. Erst, als sie versteht, dass dieser Chor sie als Hexe betitelt, begreift sie, dass ihr Leben in Gefahr ist und rennt los.

(Ach und das weiß sie von wo?)

nochmal: ich erzähle diese Geschichte von Außen. Sarina weiß nicht, dass es die Stimme der Magie ist. aber wir tun es.

(Die Stimme quatscht aber ganz schön viel)

die Stimme hat nur zwei Sätze (im ganzen Buch). Einmal, als sie sagt, hab keine Angst und einmal, als sie sagt: nimm dein Erbe an. das Eine zur Beruhigung, das andere zur Ermutigung. sobald Sarina ihren ersten "bewussten" Zauberspruch spricht, nimmt sie damit ihr Erbe an und die "Stimme" der Magie hat ihre Aufgabe erfüllt.

Kinder von Hexen hören diese Stimme für gewöhnlich im Tempel bei ihrer Hexenweihe.

(Das sie wieder wie sieht?)

das wir wieder sehen.

danke für deinen Kommentar. Ich sehe, gerade was den Aufbau der Ansicht / der Perspektive betrifft, muss ich da noch sehr viel tun. Ich will die Geschichte quasi immer so beschreiben, dass wir von außen alles sehen können, aber gleichzeitig muss ich auch schauen, dass ich nicht zu weit von Sarina weg gehe, nah an ihr dran bleibe, durch show, aber eben mit "unseren" Augen, nicht mit ihren.

LG, Nalee
"was du mit deinem Körper verstanden hast, wirst du im Leben nie wieder vergessen." (Gichin Funakoshi)
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