27 Februar 2021, 09:58:55

Autor Thema: Erster Eindruck vom Schreibstil.  (Gelesen 5658 mal)

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merin

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Re: Erster Eindruck vom Schreibstil.
« Antwort #30 am: 30 März 2017, 17:24:58 »
Ich weiß, Regeln lesen ist out, aber wir haben uns so viel Mühe damit gegeben - könntest Du sie nicht wenigstens überfliegen? http://www.federteufel.de/forum/index.php/topic,95.0.html

Da haben wir uns die Mühe gemacht, mal aufzuschreiben, wie das hier laufen soll. Und gar nicht so selten auch läuft.  :biggrin:
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oflinitrium

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Re: Erster Eindruck vom Schreibstil.
« Antwort #31 am: 30 März 2017, 17:34:48 »
war das erste was ich gemacht habe. Alle Regeln durchgelesen. Diese habe ich irgendwie missverstanden  :sorry:

Keine Ahnung wie ich drauf kam aber hatte irgendwie im Kopf die überarbeiteten Version wäre das Ende einer Röstung und damit des Threads. (auch wenn das nirgends in der Regel impliziert wird.   :gnah:).  Mein fehler ._.
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

kass

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Re: Erster Eindruck vom Schreibstil.
« Antwort #32 am: 13 April 2017, 05:34:15 »
Hi Ofli,

hier nun mein Senf zu dieser Grillveranstaltung.

- Jennyfer.
Kann man drüber nachdenken, in vielen Richtungen übrigens. Ich persönlich, auch wenn manche meinen, es hätte etwas Abgedroschenes, mag den Buchstaben Y. Natürlich kann er überstrapaziert werden in völlig wirr erscheinenden Namen. Aber Jennifer / Jennyfer hat mich jetzt auf Anhieb nicht so gestört. Es gäbe aber noch mehr Varianten, je nachdem, welchen Klang du dem Namen geben willst, und vielleicht auch im Hinblick auf das Zusammenklingen mit anderen Namen, die du in deiner Geschichte benutzt. So spontan fällt mir dazu ein:
- Jenyfer
- Jenyver
- Jeniver
- Jennyver
- Jenniver
- Genyver
- Geniver
- Djenifer
- Dsheniver

Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, stört mich wohl die Abfolge von Y und F. Das hat was von üff. Y und V wirkt irgendwie (für mich) vertrauter und angenehmer. Die Frage ist wohl: Willst du ihrem Namen einen härteren oder einen etwas weicheren Klang geben?

Deine Frage nach den Absätzen war berechtigt.  :cheer:

Ich selbst bin ein großer Freund von Absätzen und sehe sie als schönes Stilmittel. Es ist nichts furchtbarer zu lesen, als ellenlange, sich über Seiten hinziehende Passagen ohne Absätze. Aber du reißt mit den Absätzen Zusammenhänge auseinander, und das ist nicht Sinn und Zweck der Übung. Nehmen wir mal den Anfang:

Zitat
Ein Scharren an der Tür ließ mich aus dem Sessel hochfahren. Schlüssel klimperten. 
Zwar besaß nur Jennyfer einen zu meinem Haus, jedoch konnte ich um diese Uhrzeit nicht vorsichtig genug sein.
Daher griff ich nach meinem Schwert und ging schnell und leise neben der Tür in Stellung.
Das Schloss klickte vernehmlich und die Tür schwang auf. 
Eine vermummte Gestalt trat über die Schwelle, drehte sich um, um die Tür zu schließen und erstarrte als sie meine Klinge an der Kehle spürte. 

abgeändert:

Zitat
Ein Scharren an der Tür ließ mich aus dem Sessel hochfahren.
     Schlüssel klimperten. Zwar besaß nur Jennyfer einen zu meinem Haus, jedoch konnte ich um diese Uhrzeit nicht vorsichtig genug sein, daher griff ich nach meinem Schwert und ging schnell und leise neben der Tür in Stellung.
     Das Schloss klickte vernehmlich und die Tür schwang auf. Eine vermummte Gestalt trat über die Schwelle, drehte sich um, um die Tür zu schließen, und erstarrte, als sie meine Klinge an der Kehle spürte. 

oder auch:
Zitat
Ein Scharren an der Tür ließ mich aus dem Sessel hochfahren.
     Schlüssel klimperten. Zwar besaß nur Jennyfer einen zu meinem Haus, jedoch konnte ich um diese Uhrzeit nicht vorsichtig genug sein, daher griff ich nach meinem Schwert und ging schnell und leise neben der Tür in Stellung. Das Schloss klickte vernehmlich und die Tür schwang auf. Eine vermummte Gestalt trat über die Schwelle, drehte sich um, um die Tür zu schließen, und erstarrte, als sie meine Klinge an der Kehle spürte. 

Der ersten Satz abzusetzen ist nicht immer (aber schon häufig) schön und sinnvoll.

Wenn du einen Absatz machst nach: "Schlüssel klimperten.", dann fehlt im nächsten Absatz der Bezug im folgenden Satz - nur Jennyfer besaß einen.

Frag dich einfach, was thematisch und zeitlich zusammengehört, was getrennt dargestellt werden muss, und schau deinen Text daraufhin noch einmal durch.

Wenn du dir die beiden Varianten anschaust, dann ergibt sich durch die unterschiedliche Absatzgestaltung (für mein Leseempfinden) der folgende Eindruck.
- trennst du das Hingehen zur Tür durch einen Absatz vom Klicken des Schlosses, dann habe ich den Eindruck, dass er zumindest eine kurze Weile an der Tür verharrt. Es verstreicht etwas Zeit zwischen den beiden Vorgängen.
- ziehst du es in einem durchgehenden Absatz zusammen, dann hat es etwas Unmittelbares. Er geht gerade neben der Tür in Stellung, als es auch schon klickt.

Hilft dir das ein bisschen?

Zum Thema Interpunktion würde ich vorschlagen, dass du dir ein paar wichtige Grundregeln, mit denen du schon viel erschlagen kannst, in Ruhe zu Gemüte führst. google es einfach.
- Infinitivsätze
- Relativsätze
- Einschübe

Insgesamt fand ich den Text weder besonders gut, noch besonders schlecht. Das Wichtigste: Die Szene war nicht langweilig. Insgesamt würde ich die Szene behalten, sie nicht rausschmeißen, sondern überarbeiten. In den Dialogen blitzt eine Stärke von dir auf. Hier wäre mein Vorschlag, an den Dialogen noch etwas zu feilen, sie noch spitzer zu machen.

Das war´s von meiner Seite.

LG
Kass






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Oflinitrium

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Re: Erster Eindruck vom Schreibstil.
« Antwort #33 am: 14 April 2017, 11:45:20 »
Vielen Dank für die Anregungen, die Kritk und das Lob kass!  :daaanke:

Ich habe mich tatsächlich inzwischen lange mit dem Namen Jenni/yfer beschäftigt. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich von meiner Jennyfer tatsächlich eher ein leichtes ü spreche (ähnlich wie im Namen Godwynn) anstatt einem klaren "i". "Jennifer" sage ich nie, wenn ich von ihr spreche... Bei Leseproben in denen eine Jennifer vorkommt dagegen liegt die Betonung ganz klar auf einem "i". Auch wenn ich es ausspreche. Von daher, war ich vielleicht etwas voreilig sofort zuzusichern den Namen abzuändern. Bisher wäre sie von alle Charakteren die ein i/y enthalten gerademal die 2. Figur (von insgesamt glaube 7, muss da nochmal nachzählen  :versteck:) die das "y erhält. Die andere heißt "Godwynn" von daher lässt sich eigentlich auch nicht sagen, dass ich krampfhaft versuche den Namen altertümlich klingen zu lassen.^^

Danke für die Rechercheobjekte. Ich hoffe ich habe dann auchmal irgendwann Zeit... sitze momentan gefühlt jeden tag nur auf der Arbeit und an Wochenenden versuche ich die verlorene Zeit aufzuholen und komme nicht wirklich zur Ruhe.

Was die Dialoge betrifft, du hast ja auch meinen 2. Versuch gelesen und dabei vor allem den fehlenden spanungsfaktor im Einstieg kritisiert. Bei Dialogen halte ich es so, dass ich die Charaktere Intuitiv miteinander interagieren lasse. Bei meinem 2. Versuch, habe ich in diesem Prozess ein wenig mehr die Zügel angezogen und kontrollierter geschrieben. Merkt man das? Und findest du die Interaktion besser oder schlechter? ich persönlich habe eine Meinung dazu und würde mich gerne darüber austauschen, möchte jedoch dein Urteil nicht im vorhinein beeinflussen.
« Letzte Änderung: 14 April 2017, 12:01:13 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

kass

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Re: Erster Eindruck vom Schreibstil.
« Antwort #34 am: 14 April 2017, 12:56:24 »
Hi Ofli,

hab gerade eben noch mal beide Dialoge überflogen.

Ich kann es dir nicht sagen, ob es jetzt besser ist, weil ich die Beziehung zwischen den beiden Figuren noch nicht einschätzen kann.

Das mit dem Mordbuben ist mir in der neuen Fassung unangenehm aufgestoßen. Fand ich unpassend. Insgesamt denke ich, dass der Inhalt des Dialoges noch einmal überdacht werden könnte. Wie stehen die beiden zueinander? Necken sie sich? Soll der Dialog das rüberbringen? Dann könnte man die humorvolle Seite stärker betonen.
Soll mehr Spannung aufgebaut werden, dann kann man den Dialog auch nutzen, um bestimmte Dinge anzudeuten, aber eben nicht auszusprechen, damit Fragen im Kopf des Lesers entstehen.

Du bist im neuen Dialog ja inhaltlich beim alten geblieben. Vielleicht könntest du mal ein anderes Gespräch ausprobieren? So ganz überzeugt haben mich die Sätze mit den Messerdrohungen nicht. Entweder hat er Angst, ihr den Rücken zuzuwenden, oder nicht. Er wendet ihr den Rücken zu, also ist Vertrauen da.

Aber wir kommen hier immer weiter in den richtigen Rost hinein. Und eigentlich sind wir hier im Schnellimbiss. Ich denke, du solltest einen der Modteufel bitten, ihn auf den Rost zu legen. Es gibt ja einen Grund für die unterschiedlichen Abteilungen, und wenn das alles verwischt, wird es unübersichtlich.

LG
Kass

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