Teufelszeug > Theorie

Wie tief ins Detail gehen?

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Oflinitrium:
In meiner Geschichte wurde mein Protagonist als Säugling einem Mutationsexperiment unterzogen und bekommt dadurch ganz klassisch verschiedene positive und negative (körperliche) Eigenschaften. Ich habe mich inzwischen immer mehr mit dem Thema Mutationen befasst (ist ein spannenderes Thema als ich dachte) und stolpere über die Frage wie detailliert ich das Experiment beschreiben sollte. Auf der einen Seite fehlt mir definitiv das nötige Wissen um etwas zu beschreiben was nicht wie kompletter Bullshit klingt, auf der anderen Seite fände ich es irgendwie blöd einfach nur sinngemäß zu schreiben "er ist halt so, weil seine Zellen mutiert sind."...
Für die Story wäre es nicht primär wichtig, was genau geschehen ist sondern nur die Auswirkungen auf seinen Körper. Aber der Antagonist sieht in ihm nichts weiter als ein fehlgeschlagenes Experiment und das wiederum hat natürlich Einfluss auf die Story bzw. ist es der Faktor, weswegen die Geschichte überhaupt passiert.

Im Übrigen sind die Veränderungen von Außen nicht sofort ersichtlich sondenr äußern sichbeispielsweise durch Allergien und Asthma, oder schnellen Reflexen und einer guten Auffassungsgabe.

Kann mir vielleicht jemand einen Tipp für eine Art Mittelweg geben? Denn die Mutationen sollen zwar erfunden sein aber wenn möglich an der Grenze zum Möglichen liegen oder zumindest soll der Leser das Gefühl bekommen, dass so etwas unter gewissen Vorraussetzungn vielleicht sogar machbar/denkbar wäre.

Ryrke:
Erst mal würde mich hier interessieren, was du mit "Mutationsexperiment" meinst - wurde er Strahlung ausgesetzt oder eher psychologisch "konditioniert"? Und was wollte der Antagonist bezwecken, wenn er den Prota dann als "misslungen" ansieht?

Ich denke, da könnte eine Szene aus seinem Labor hilfreich sein. Oder ein Gespräch mit einem anderen, dem der Anta erzählt, was er da eigentlich genau vor hat ... dann kannst du es theoretisch lassen und die Details deckt das Buch bzw die Geschichte nach und nach auf ... was meinst du?

Naleesha:
für mich knüpft diese Frage zum Teil auch an die Frage "wohin mit der Hintergrundstory" an. denn sie ist im Grunde ja die Origin-Story deines Protagonisten. in diesem Sinne würde ich es begrüßen, wenn da mehr steht als: "Experiment, Mutation, ist halt so..."

die Ballance hier zu finden ist nicht leicht. bei meiner Romulus-Remus-Story war das ähnlich. nicht, dass Numitor der Großvater der beiden war und die politische Lage bzw die Beweggründe für seine Entmachtung waren wichtig, sondern, dass die beiden ihre Fähigkeiten in der Wolfshöhle bekommen hatten und dass Romulus seinen Bruder am Ende der eigentlichen Legende nicht tötete, sodass er weiter da draußen war und Nachkommen zeugen konnte war wichtig.

Ich musste die Geschichte also so erzählen, dass die wichtigen Punkte in den vordergrund rückten und man eher Fragen aufkamen, die Nick und die Wolfsbrüder betrafen und nicht "aber, warum hat Amulius seinen Bruder nicht bei der Entmachtung getötet, wie dessen Sohn. und warum hat er seine Nichte in ein Kloster gesperrt obwohl sie schwanger war? und warum tut er sie am Ende doch ertränken? und warum setzt er im Gegensatz zur ertränkten Mutter die Kinder in einen Weidenkorb aus und ertränkt sie nicht auch? und und und...

Ich würde dir raten, schreibe das Experiment und stelle es zur Röstung hier hinein. wenn dann die richtigen Fragen aufkommen, hast du die richtigen Aspekte des Experimentes beachtet und sie führen in Richtung der für die Story wichtige Einbindung. Die beschreibung des Experimentes an sich, wenn du dich so mit Mutationen (und damit im Zusammenhang stehend, Genforschung) befasst hast, kannst du das sicher auch interessant gestalten, dass man es gerne liest. Achte dabei aber darauf, es nicht ZU fachmännisch klingen zu lassen, sonst kommt der Leser am Ende nicht mehr mit und es wird zu einem Infodump.

LG, Nalee

Oflinitrium:

--- Zitat --- Oder ein Gespräch mit einem anderen, dem der Anta erzählt, was er da eigentlich genau vor hat ... dann kannst du es theoretisch lassen und die Details deckt das Buch bzw die Geschichte nach und nach auf
--- Ende Zitat ---

Mmhh das ist eine gute Idee, da der Antagonist sowieso kein Wissenschaftler ist. Er könnte dann einfach blocken, wenn der Wissenschaftler anfangen will zu erklären mit einem Satz wie: "Die Details interessieren mich nicht, macht einfach euren Job."... wäre aber auch irgendwo zu einfach ._.

zur Erklärung:

Der Prota wird radioaktiver Strahlung ausgesetzt, weswegen sich nur sein Körper und nicht seine Mentalität verändert.
Das Ganze passiert auf einer Kindesstation und die Eltern wussten nichts davon. Der Antagonist ist dabei kein Wissenschaftler sondern eine Art Warren Buffet, der seine politischen Beziehungen nutzt und durch soziale Engagements (wie beispielsweise dem bau solcher Krankenhäuser) seine Reputation pflegt, aber auch eben solche Experimente durchführt. Er ist sehr neugierig und hatte die Vorstellung von einem perfekten Bodyguard. Deshalb wollte er wissen ob es möglich ist so etwas zu erzeugen.
Durch einen Fehler/einer Verwechslung wurde allerdings der Protagonist an seine Eltern zurückgegeben und wuchs dort ganz normal auf, während im Krankenhaus zu spät bemerkt wurde, dass er positiv auf die Strahlung reagiert hatte. Geplant war eigentlich, das Kind zu behalten und vom Antagonisten abhängig zu machen also auch psychologisch zu konditionieren. Da dies nicht geschehen ist, ein Wissenschaftler meint, dass die Wirkung der Mutation evtl. noch verstärkt werden könne wenn das Objekt bereits in der Kindesphase Kampftechniken trainiert und Stress ausgesetzt wird, lässt der Antagonist nach dem Prota suchen. Zwar sieht er das Objekt als fehlschlag an, weil ihm ungefähr 14 Jahre fehlen bevor er ihn findet, aber er will wenigstens zusätzliche Daten erhalten und beginnt den Prota zu beobachten und erst in errangierte unaufällige Schulschlägereien zu verwickeln und später regelrecht zu jagen.

Erzählt werden die Passagen in Rückblicken. Während der Geschichte ist der Prota bereits anfang bzw. mitte 20 und bekommt manche Details auch erst im Verlauf der Geschichte heraus. Daher wäre es ziemlich einfach auf die Mutation überhaupt nicht einzugehen, allerdings würde der Prota versuchen soviel wie möglich über die Mutationen herauszufinden wenn er erfährt, dass er Teil eines Experiments war. Wahrscheinlich auch in dem er Fachärzte konsultiert. Daher will ich es mir auch nicht zu einfach machen...


--- Zitat ---Ich denke, da könnte eine Szene aus seinem Labor hilfreich sein.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Ich würde dir raten, schreibe das Experiment und stelle es zur Röstung hier hinein. wenn dann die richtigen Fragen aufkommen, hast du die richtigen Aspekte des Experimentes beachtet und sie führen in Richtung der für die Story wichtige Einbindung
--- Ende Zitat ---

Gute Idee ich kann die Szene danach ja immer noch aufsplitten und auf die verschiedenen Situatonen auteilen, wenn der Prota wieder ein Häppchen zugeworfen bekommt. Einzige Schwierigkeit dahinter bleibt, dass mir das Fachwissen fehlt. Es kann mir nicht zufällig jemand gute Ratgeber/Sachbücher für Mutationen und Genetik empfehlen oder? xD Ich recherchiere ja gerne im Internet aber meist ist das Nachlesen in einem Werk von Experten nochmal was anderes^^

Ryrke:
Klingt nach einem guten Start - für mich ;) Dann los!

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