28 Februar 2020, 05:54:45

Autor Thema: Diskussionen und Outtakes zu "Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)"  (Gelesen 2903 mal)

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Oflinitrium

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Auch wenn dieser Thread schon für Internetverhältnisse uralt ist, finde ich, dass man ihn noch etwas erweitern kann.

Meine persönliche Nr1. wäre:

1. (Oflinitrium) Hör auf darüber nachzudenken ob, oder wie du etwas schreiben willst. Wenn du eine Idee hast, setz dich hin und fang an. Aber nur wenn du eine Idee hast(!) Versuche keine Ideen herbeizuzwingen, bloß weil du schreiben möchtest. Das ist kein Weg zum Erfolg.

18. (Oflinitrium) Hab keine Angst vor Outtakes. Auch nicht während der Rohfassung. Manchmal kommt man an einen Punkt, an dem sich die Geschichte oder die Charakterisierung einer Figur in zwei Pfade aufspaltet und beide Pfade verlockend sind. Schreibe beide solange weiter, bis du bei einem in einer Sackgasse endest und beginne mit dem, der von deiner ursprünglichen Planung etwas abweicht. Durch Vergleiche bemerkt man Stärken und auch Schwächen des "besseren" Textes leichter und Outtakes müssen ja nicht verbrannt werden. Oftmals findet sich noch ein Plätzchen für sie.

19. (Oflinitrium) Grübel nicht zu früh über Namen nach. Klar jeder will in seiner Geschichte perfekt passende Namen, aber letztlich ist es egal wie ein Charakter oder ein Ort heißt. Entweder es wachsen einem am Ende die Figuren ans Herz, oder man hat als Autor etwas falsch gemacht. Füge Platzhalter ein, bis dein Charakter oder der Ort dir seinen Namen entgegen wirft, denn das passiert über kurz oder lang. =)
« Letzte Änderung: 17 April 2017, 12:30:30 von merin »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #1 am: 11 April 2017, 12:10:20 »
 :glotz:

Also ich könnt mit deinen Nummern 18 und 19 unmöglich arbeiten.

Zwei parallele Handlungen schreiben? Ne, da weiß ich besseres mit meiner Zeit anzufangen, und ich würd die auch zu leicht miteinander vermischen, bis sich am Ende ungefähr 10 parallele Stränge entwickeln, weil mal der eine vom anderen borgt, dann der von dort und der wieder von dem da und ...  _E4:

Natürlich verrenne auch ich mich immer wieder. Dann muss ich zurückgehen zum Punkt ab wo's schief läuft und eine neue Richtung einschlagen. Auch mehr Arbeit, als es gleich richtig zu machen, aber nicht so viel. Und Outtakes? Bleiben bei mir in aller Regel in der Rundablage ...

Mich blockiert es auch total, wenn meine Figuren keine Namen haben und an Orten spielen, die nicht benamst oder definiert sind. Paradebeispiel: 3 Bücher lang haben Mooncat und ich über die Figur der Tata gejammert und gestöhnt. Warum? unter anderm, weil sie ewig lang keinen Namen hatte, dann in kurzer Folge ca. 5 verschiedene, bis wir dann doch mal bei Tata hängengeblieben sind. Wir konnten die Figur ohne fixen Namen einfach nicht fassen.
Die Raumstation, über die ich gerade schreibe, besteht aus einzelnen Ringen. Jeder Ring, der bis jetzt in der Geschichte dezitiert vorgekommen ist, hat einen Namen bekommen (zusätzlich zur schnöden Baubezeichnung A/11). Bräucht ich nicht, hilft mir aber ungemein weiter. - Oft weiß diese Informationen nur ich, weil sie im Buch selbst tatsächlich einfach überflüssig sind. Aber wenn ich sie nicht habe, bin ich blockiert und schreibe Stuss ...


Deinem Punkt 1 kann ich aber (eingeschränkt) zustimmen. Manchmal kommt die Idee wirklich beim Schreiben ... aber in aller Regel ... nicht. ;)
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Oflinitrium

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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #2 am: 11 April 2017, 14:52:28 »
Mhhh vielleicht ist es gar nicht so unähnlich was wir beide meinen.
Mir ist es passiert, dass ich z.B. in einem Gespräch 2 Ideen für eine Figur hatte wie sie reagiert, aber nicht sicher war welche davon tatsächlich zum Charakter passt bzw. ob dieser tatsächlich so reagieren würde. Ich habe dann bewusst zuerst die Idee aufgeschrieben, die mir ein wenig gewagter vorkam und meistens dauerte es nicht lange bis diese entweder in eine Sackgasse führte bzw. ich merkte dass sie nicht zum Charakter passt oder ich tatsächlich ein Gespür dafür bekommen habe, dass der Charakter so reagieren könnte. Im letzten Fall habe ich dann nur dieses Gespräch/ diese Szene beendet und dann ab dem Punkt wo ich unsicher war, noch einmal mit der anfänglich natürlicheren Reaktion bis zum selben Punkt weitergearbeitet. Das hat mich nie mehr als 2-3 handschriftliche Seiten gekostet und mir den betreffenden Charakter näher gebracht. Es ging nicht darum die 2 Stränge komplett auszuarbeiten, sondern nur anzutesten und zu schauen wie der Charakter oder die Handlung damit auf mich wirkt und ob ich so weiterarbeiten möchte. Auch bei Plotpunkten gab es mir die Möglichkeit zu schauen wie sich die Geschichte verändern würde, wenn ich an dieser Stellschraube drehe und ob mir der mögliche neue Verlauf gefällt oder nicht.

Was die Namen angeht... verstehe ich dein Problem nur zum Teil.  Sicherlich ist ein namenloser Charakter ziemlich im Weg, aber ich habe es schon viel zu oft gehört, dass die Leute sich einen Kopf um einen passenden Namen machen anstatt ihre Handlung vorwärts zu bringen. Auch meinte ich, dass es am Ende egal ist ob dein Prota Rudolf, Karl-Günter oder Eragon heißt. Wenn er gut geschrieben ist, stolpern die Leute bereits nach wenigen Seiten nicht mehr über den Namen und er klingt schon bald vertraut. Vor allem wenn man bei Nebenfiguren (auch wenn sie evtl. wichtig sind) am Namen verzweifelt sollte man lieber einfachmal Platzhalter verwenden anstatt sich an der Sache aufzuhängen.
Vielleicht war mein Punkt dahingehend etwas zu allgemein/irreführend formuliert, denn es ging mir nicht darum sich gar keine Gedanken um den Namen zu machen, sondern diesen einfach nicht zuviel Gewichtung zukommen zu lassen. Es ging mir eher darum Fragen wie: "Welcher Name könnte zu meiner Figur passen? Sie hat schwarze Haare, tötet gerne Leute und ist krankhaft verliebt." zu beantworten, denn nicht der Name charakterisiert eine Figur sondern die geschriebenen Worte charakterisieren eine Figur.
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #3 am: 11 April 2017, 21:00:14 »
Nein, da arbeiten wir nicht ähnlich. Ich hab jeweils nur eine Idee, die schreib ich. Und irgendwann komme ich uU drauf, dass es so nicht funktioniert. Und dann muss ich nachdenken und einen anderen Weg finden. 2 mögliche Wege habe ich kaum mal, und wenn, denk ich die vorher durch, bevor ich ein Wort dazu schreibe.

Zu den Namen: Doch, für mich sind die immens wichtig, weil so viel der Identität darin steckt. Natürlich muss sie dann auch noch gut geschrieben werden, das ist keine Frage. Aber ich kann mit einer namenlosen Figur einfach nicht arbeiten, da kann ich nicht mal anfangen. Das ist  wie ein/e Fremde/r. Ich hab aber auch im realen Leben eine ganz besondere Beziehung zu Namen (ungeachtet der Tatsache, dass ich sie mir phänomenal schlecht merken kann). Vielleicht erklärt es das.
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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #4 am: 13 April 2017, 10:22:35 »
Ich arbeite auch anders. Bevor ich meine Figuren nicht richtig kenne, fange ich erst gar nicht an richtig zu schreiben. Höchstens Textbausteine.

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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #5 am: 13 April 2017, 12:35:33 »
Bloß weil man seine Figur kennt, heißt das doch nicht, dass in jedem Gespräch und bei jeder Handlung nur ein Handlungsstrang möglich ist... Man selbst reagiert ja auch je nach Stimmungslage komplett verschieden auf ein und den selben Satz. Bloß weil man austestet welche Stimmungslage gerade besser auf die Sitation passt heißt das ja nicht, dass man die Figur nicht kennt. :watchout:

Im Gegenteil, bin ich ja nur in der Lage einen Entwurf zu verwerfen, weil ich weiß dass er in dem Moment nicht zur Figur passt. Außerdem bekommen gerade Dialoge schnell eine Eigendynamik von Aktion und Reaktion und meine beiden Protas neigen beide dazu von Kuchen backen auf Arschbacken zu kommen. d.H. ein Satz den ich anders schreibe, kann Einfluss auf den weiteren Gesprächsverlauf nehmen und mich zwar in eine Sackgasse führen, aber auch Ideen und neue Pfade aufzeigen für zukünftige Dialoge oder auch Plots.
« Letzte Änderung: 13 April 2017, 13:00:40 von Oflinitrium »
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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #6 am: 14 April 2017, 07:22:16 »
Da ist etwas dran, Ofli, nur geb ich zu bedenken, dass wir hier in Schreibtipps für ... sind. Jetzt bewegen wir uns aber bereits in einem Themenfeld außerhalb der Schreibtipps. Jetzt geht es um Grundsätzliches, wie man überhaupt einen Roman schreibt. Und dafür gibt es so viele Wege, wie es Autoren gibt. So schreibt Stephen King völlig anders als alle Planschreiber. Oder wird mein Schreibprozess von den Figuren oder vom Plot bestimmt (ein anderes Dauerdiskussionsthema).

Liebe Grüße
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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #7 am: 14 April 2017, 10:01:48 »
Leider muss ich dir da Recht geben. Ich bin da wohl in der Disskussion etwas vom Pfad abgekommen  :devgrin: :sorry:

Ich habe nur häufiger mitbekommen und auch am eigenen Leib bemerkt, dass manche fast schon Angst haben eine Szene auszuprobieren, die man sich ursprünglich nicht so vorgestellt hatte. Daher war das als Tipp an diejenigen gerichtet die sich durch diese Denkweise evtl. Ideen verbauen.

Eine Grundsatzdiskussion wollte ich eigentlich nicht vom Zaun brechen.^^

(Wobei man das allerdings auch bei ein paar Punkten machen könnte, die es in die Liste geschafft haben. Aber dafür ist sie ja auch irgendwie gedacht... dass man sich das rauspickt, was für einen selbst sinnvoll ist.)
« Letzte Änderung: 14 April 2017, 10:20:21 von Oflinitrium »
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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #8 am: 15 April 2017, 22:54:00 »
Für mich wären auch alle drei Tipps nichts. Ich setze mich oft ohne Idee hin und schreibe, die Ideen kommen dann schon. Und ohne Namen für Charaktere kann ich nicht schreiben. Oft ist der Name sogar zu erst da. Am ehesten kann ich mir noch vorstellen, zwei Varianten zu schreiben, so als Denkübung. Oft skizziere ich die aber dann einfach und schreibe erst, wenn ich mich für eine entschieden habe.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #9 am: 17 April 2017, 09:15:45 »
Also was mir aufgefallen ist: Allen Geschichten die ich lesen durfte und bei denen die Grundidee während dem Schreiben kam, hat man genau das auch sehr stark angemekrt. Meistens hatten sie dann Probleme mit dem Plot, dem Ende oder beidem und man hatte das Gefühl, dass der Autor gar nicht wusste worauf er/sie hinauswill. Ich finde man merkt schon stark den Unterschied zwischen "okay ich weiß was ich hier tue" und "mal sehen was da kommt." Genauso bei Serien bei denen im Nachhinein rauskommt wenn eine der wichtigsten Figuren ursprünlich nur eine kleine Nebenrolle einnehmen sollte... bei 4/5 Geschichten merkt man das auch ohne, dass der Autor das einem sagt.
« Letzte Änderung: 17 April 2017, 11:24:52 von Oflinitrium »
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Re: Re: Schreibtips für Anfänger - und alte Hasen (Prosa)
« Antwort #10 am: 17 April 2017, 12:28:27 »
Ich werde die Diskussion mal aus diesem Thread hier abtrennen, sie hat doch mit der Ursprungsidee nicht mehr so viel zu tun. Zu Deinem Beitrag: Ich finde, Du machst da Gegensätze auf, die keine sind:  "ich weiß was ich hier tue" versus "mal sehen was da kommt." Für mich ist diese Behauptung schlicht falsch. Wenn ich meinen Text grob geplottet habe, kann ich mich auch dransetzen ohne zu wissen, was jetzt genau passieren soll. Ich kann mich wieder hineinlesen und weiterarbeiten. Das heißt dann aber weder, dass das grobe Thema meines Textes nicht klar wäre, noch, dass ich nicht wüsste, was ich tu.

Für kürzere Texte ist das SGZ-Unterforum eine Quelle, um Deine Hypothese zu prüfen. Dort entstehen ad hoc Texte zu einem vorgegebenen Thema in sehr kurzer Zeit. Die dort stehenden Texte sind oft keine Perlen, aber gelegentlich durchaus Rohdiamanten, da nach etwas Schliff Einiges zu bieten haben. Ich würde mal behaupten, dass Du bei meinen Kurzgeschichten nicht sagen kannst, bei welcher das Thema vorher da war und bei welcher nicht. Noch dazu: Was unbewusst vorher da war und was nicht, weiß nicht einmal ich. Wie sollst Du es da wissen?
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Da noch nicht abgetrennt ist, klebe ich noch eine Antwort von mir dran. Auch ich möchte Ofli vehement widersprechen, obwohl ich seine Beobachtung nicht für so ganz falsch halte. Wahrscheinlich ist nur seine Stichprobe zu klein.

Wirkliche Bauchschreiber kenn zwar manchmal ihre Grundidee, aber haben trotzdem keine Ahnung, wohin sie eigentlich schreiben. Dass sie trotzdem immer(?) richtig ankommen, liegt daran, dass ihr Kreativitätsprozess anders läuft als bei Planschreibern. Sie haben keinen Ideenmangel und ihre Intuition leitet sie meist in die richtige Richtung. Wenn nicht, merken sie es, kappen die Abzweigung und machen ab da weiter, wo sie in die Irre gingen.

Nur ...

Es gibt nicht viele Bauchschreiber. Es gibt aber sehr viele Schreibanfänger, die von sich behaupten, sie wären Bauchschreiber und begründen das damit, dass sie am liebsten einfach drauf los schreiben. Doch das macht sie nicht zu Bauchschreibern. Sie haben einfach keine Alternative, weil ihnen das Handwerkszeug fehlt. Und dann haben sie auch Probleme mit dem Plot.

Kreativitätsprozess und handwrrkliche Technik oder Kompetenz sind aber zwei paar Schuhe. Oflis Beobachtung stimmt ganz bestimmt nicht für Bauchschreiber, wohl aber für eine bestimmte Gruppe von Schreibamateuren. Für diese Kollegen wäre mein Tipp aber: Schreibhandwerk lernen!

Liebe Grüße
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Du schreibst schon im abgetrennten Thread. Ansonsten stimme ich Dir zu. Ich weiß immer noch nicht, ob ich Bauchschreiberin bin oder mir das richtige Handwerkszeug fehlt...
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Oflinitrium

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Was wir an dem Punkt irgendwie alle überlesen: (ich hatte zwischenzeitlich bei meiner Argumentation auch nicht mehr darauf geachtet)

Zitat
Versuche keine Ideen herbeizuzwingen, bloß weil du schreiben möchtest.

Wenn du am Schreibtisch sitzt mitnem Stift in der Hand und denkst "joar XY würde ne gute Geschichte abgeben" oder "Joar xy würde gut in meine Geschichte passen" dann sind das ja auch Ideen die ich meine.

Nur wenn man sich hinsetzt und sich vornimmt "heute ist Kapitel 3 fällig" aber man hat noch nichts im Kopf und das ändert sich auch nach 15 Minuten noch nicht, sollte man lieber den Stift wieder weglegen anstatt lange darüber anchzugrübeln und irgendwie Kapitel 3 erzwingen zu wollen. Denn es wird sonst mit Abstand das schwächste von allen und man hat mehr Arbeit mit dem korrigieren als die Sache wert ist und läuft zudem Gefahr Plotholes zu schaffen.

Manche Autoren bzw. häufiger Mangaka bekommen während dem Schreibprozess Auflagen wie z.B. "Figur  XY kam gut bei den Fans an, du lässt sie nicht wie im zuletzt eingesendeten Skript im nächsten Kapitel sterben, sondenr machst sie zum Sidekick vom Prota" Und dann stehen sie natürlich genau vor dem Problem was ich oben beschreibe und die Umsetzung wird in den meisten Fällen mehr schlecht als recht. Aus diesem Gedankengang entstand unter anderem der Tipp.

Allgemein sind das doch alles nur Tipps für Leute mit einem Problem. Bloß weil viele es hier von Grund auf anders machen oder mit dem Tipp für sich selbst nichts anfangen können heißt das doch nicht, dass es jedem so geht. Im Gegenteil ihr habt halt einfach schon die Techniken drauf um solche Situationen zu umgehen, die ein Rookie noch nicht kennt oder erst lernen muss/sollte.

Zum Beispiel (um nochmal auf die Namen zurückzukommen) habe ich schon oft gehört, dass jemand eine Idee für ein Kapitel hat in dem eine neue Figur vorkommt. Er hat sogar Ideen wie die Figur tickt, welche Eigenheiten sie hat etc. und fragt dann nach "wie könnte ich sie nennen" und bleibt am Namen kleben, anstatt die Ideen umzusetzen. Ihr habt das Problem vielleicht nicht, aber wenn jemand über eine solche Stolperfalle stolpert könnte er es mit einem Platzhalter ausprobieren und schauen ob es klappt. Bei Figuren ist das durchaus am schwierigsten aber wie ich ja auch schreibe, bezieht sich das auch auf Länder, besondere Orte, Berufsgruppen usw. usw. Manche grübeln noch während dem Verfassen vom Rohtext stundenlang über einem Ländernamen und komen nicht vorwärts obwohl sie mir beschreiben können, was das Land besonders macht, wie es funktioniert etc. Platzhalter setzen, weiterschreiben und in einem der nächsten Steps wieder darauf zurückkommen halte ich für sehr viel sinnvoller.

Die Tipps sollen doch sowieso dazu beitragen sein eigenes System zu kreieren und neue Ansätze zu finden bzw. auszuprobieren die nicht in jedem x-beliebigen Schreibratgeber stehen.
« Letzte Änderung: 17 April 2017, 14:42:49 von Oflinitrium »
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Nur wenn man sich hinsetzt und sich vornimmt "heute ist Kapitel 3 fällig" aber man hat noch nichts im Kopf und das ändert sich auch nach 15 Minuten noch nicht, sollte man lieber den Stift wieder weglegen anstatt lange darüber anchzugrübeln und irgendwie Kapitel 3 erzwingen zu wollen. Denn es wird sonst mit Abstand das schwächste von allen und man hat mehr Arbeit mit dem korrigieren als die Sache wert ist und läuft zudem Gefahr Plotholes zu schaffen.

Aber wie kann ich wissen, dass Kapitel 3 dran ist, wenn ich nicht mal eine grobe Plotstruktur habe? Ich verstehe die Idee dahinter nicht. Das mit den Platzhaltern und Namen werde ich aber mal übernehmen, das leuchtet ein.
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Und ich weiß manchmal erst beim fertigen Text, dass das da drüben wohl Kapitel 3 ist.
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