20 September 2021, 22:46:23

Autor Thema: The Trigger  (Gelesen 4767 mal)

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Oflinitrium

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The Trigger
« am: 06 Juli 2017, 22:08:15 »
Rothaarig...
Ausgerechnet rothaarig...
Ungläubig schüttelte Brian den Kopf. All die Jahre hatte es keinerlei Probleme gegeben. Er hatte sein Leben genießen können, doch nun drohte er erneut schwach zu werden. Gefühle, die er in den letzten Jahren unterdrückt hatte, wallten in ihm auf und allein der Gedanke an dieses hübsche Mädchen mit ihrem kupferroten Haar, reichte um sein Herz zum Rasen zu bringen. Dabei wusste er genau wie gefährlich diese Gefühle für ihn und seine Umwelt werden konnten und er wollte keine Gefahr mehr sein.
Sechs Jahre... Sechs verdammte Jahre hatte er sich vollständig unter Kontrolle gehabt und nicht einmal im Entferntesten das Verlangen der Bestie in seiner Brust gespürt.
Warum?
Warum nur musste zu diesem harmlosen Treffen unter Technik-Geeks ausgerechnet eine rothaarige Schönheit auftauchen?
Ihm blieb nur die Flucht. Er musste raus aus diesem Gebäude, raus aus der Stadt und zwar schnell! Tief in seinem Herzen wusste er bereits, dass es dafür längst zu spät war. Trotzdem öffnete er die Tür des WC´s und trat auf den Flur, fest entschlossen sofort loszusprinten. Doch dazu sollte es nie kommen.
Ein rotes Meer erstreckte sich vor ihm. Er tauchte ein und genoss den metallisch-salzigen Geschmack auf seinen Lippen. Schon bald waren seine Hände von der zähen Flüssigkeit verschmiert, sein weißes Shirt rot verfärbt und seine Schuhe aufgeweicht, doch nichts davon störte ihn.
Kein Laut. Um ihn herum herrschte eine gespenstische Stille. Die kupferroten Haare des Mädchens bildeten einen wunderschönen Kontrast zu der blutigen Pfütze unter ihrem Kopf. Er hatte nicht widerstehen, das Monster nicht im Zaum halten können. Doch trotz der Leichen die überall im Computerraum verteilt lagen, war sein Verlangen noch längst nicht befriedigt. Sein Blut kochte noch immer und er schrie auf, gepeinigt von der unendlichen Gier nach mehr.
*
Schweißgebadet schreckte Brian aus dem Schlaf auf. Schwer atmend versuchte er sich zu orientieren, doch die Dunkelheit um ihn herum drohte ihn zu erdrücken. Hektisch, fast panisch, schaltete er die Nachtischlampe neben seinem Bett ein, zog die Knie an die Brust und krallte seine Finger in die Oberarme, dass es schmerzte.
"Das war nur ein Traum..."
Er wiegte sich vor und zurück.
"Das bist nicht du..."
Das Wippen wurde schneller.
"Das hast du nicht getan..."
Seine zittrige Stimme drohte zu brechen.
"Das wirst du auch niemals tun..."
Er begann zu Hyperventilieren.
"Du wirst Jenna nichts tun..."
Er biss sich beim Sprechen auf die Unterlippe.
"Jenna wird nichts geschehen..."
Seine Stimme wurde lauter, die Panik darin unüberhörbar.
"Jenna wird nichts geschehen..."
"Jenna wird nichts geschehen..."
"Jenna wird nichts geschehen..."
Die hervorgepressten Wörter wurden mit jedem Mal lauter und endlich rannen die Tränen über sein Gesicht.
*
"Armer Kerl. Noch so jung..." Richardson seufzte, "was ist passiert?"
"Das weiß niemand so genau", antwortete Sean, leitender Arzt der psychiatrischen Einrichtung, während eine Krankenschwester den Nebenraum betrat und beruhigend auf den Jungen einredete, der kaum älter als 16 oder 17 Jahre sein mochte. "Man hat ihn blutverschmiert im Computerraum der Realschule hier im Ort gefunden. Er kniete mitten zwischen den Leichen von zehn anderen Schülern und hatte sich über den Körper eines toten Mädchens gebeugt. Sein Zustand war dem, was du gerade beobachten konntest recht ähnlich und viel mehr hat er bisher auch nicht gesagt."
"Diese Jenna. War sie dieses Mädchen?"
"Nein. Der Name des Mädchens lautete Elena Miles. Auch unter den anderen Opfern befand sich kein Mädchen namens Jenna."
"Vielleicht in seiner Familie, eine seiner Freundinnen oder irgendjemand anderes aus seinem Bekanntenkreis?"
"Ehrlich gesagt, weiß niemand wer er ist. Weder Fingerabdrücke noch DNA Tests haben seine Identität klären können."
Richardson schüttelte ungläubig den Kopf und kaute auf seiner Unterlippe.
"Was für eine Waffe hat er benutzt um das Blutbad anzurichten?" Er kannte die Antwort, doch er brauchte Gewissheit.
"Keine Waffe Steve. Er hat ihnen die Kehlen mit bloßen Händen zerfetzt oder durchgebissen."
Steven Richardsson atmete tief durch.
Das konnte einfach nicht wahr sein. Nicht nach all den Jahren.
"Behandel ihn gut Sean. Dieser arme Teufel ist unschuldig und war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort."
Richardsson wandte sich von der Scheibe, durch die man in das Behandlungszimmer sehen konnte, ab und griff nach seiner Bomberjacke.
"Unschuldig?" echote Sean und folgte ihm aus dem Überwachungsraum, "wie in aller Welt kann er unschuldig sein? Die Polizei konnte das Blut unter seinen Fingernägeln den Opfern zuordnen und in seinem Mageninhalt fand man Überreste von menschlicher Haut. Er hat ganz offensichtlich diese Schüler angefallen wie ein wildgewordenes Tier!"
"Das mag so scheinen", entgegnete Richardsson ruhig, "aber er selbst war das erste Opfer. Er war bereits psychisch tot, ehe er diese Kids angefallen hat. Behandel ihn gut und danke, dass du mich angerufen hast. Ich wünsche noch eine ereignislose Nacht." Er zog sich seine Strickmütze über die Ohren und hob zum Abschied die Hand zum Gruß, als er durch den breiten Frontausgang der Anstalt hinaus in die Nacht verschwand und Sean sprachlos zurückließ.
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Ich habe mit meinem Kumpel vor ein paar Wochen einen kleinen Wettbewerb veranstaltet, in dem es darum ging den Start für einen Krimi oder Thriller zu schreiben. Das Ganze war als kleine Übung gedacht, da ich mir bei Schlüsselszenen von meinem Roman zuviele Gedanken darum mache, wie ich Spannung aufbaue, anstatt einfach loszulegen. Die Szene liegt jetzt schon eine ganze Weile bei mir herum und ich hatte sie fast vergessen, doch ich finde in ihr steckt einiges an Potential und deswegen würde mich eure Meinung dazu interessieren.
Für mich ist besonders interessant ob es mir gelingt Spannung aufzubauen und ob die Stimmung von Brian spürbar wird.
Das Ganze wäre direkt die erste Seite der Geschichte, daher braucht es eigentlich auch keine Erklärungen. Höchstens eine: Richardsson ist nicht der Hauptermittler sondern geht im Alleingang einer Spur von mysteriösen Fällen dieser Art nach. Sean ist der Bruder des zuständigen Hauptkommisars und ein Freund von Richardsson- deswegen ist er so gut über den Fall informiert.
Die vage Idee hinter der Geschichte wäre Gehirnwäsche und dass die Täter nur Marionetten des eigentlichen Antagonisten sind.
« Letzte Änderung: 06 Juli 2017, 23:01:09 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

kass

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Re: The Trigger
« Antwort #1 am: 07 Juli 2017, 09:45:29 »
Au ha!

Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll ...

Mein erster Impuls, nachdem ich diese Szenen gelesen habe, war: Ich will diese Geschichte nicht lesen. Das ging mir sogar schon nach den ersten Zeilen so. Stünde es nicht hier im Forum, hätte ich es gleich beiseite gelegt.

Warum? Weil ich einen Widerwillen empfinde, mich in jemanden hineinzuversetzen, der Freude und Befriedigung am Leid anderer Menschen empfindet. Ich mag ein intellektuelles Interesse daran haben, wobei mir gerade der Ausdruck "Faszination für das Böse" durch den Kopf schießt. Damit habe ich mich noch nicht intensiv beschäftigt, habe aber vor, das zu tun.

Neulich habe ich mir ein interessantes Interview angesehen. Precht spricht mit Ferdinand von Schirach über das Böse im Menschen (vom ZDF auf youtube eingestellt). Schirach als Strafverteidiger vertritt die Auffassung, dass "echte Psychopathen" nicht im eigentlichen Sinne des Gesetzes als schuldfähig zu bezeichnen sind. Er erwähnte übrigens auch, ob es stimmt, weiß ich nicht, dass es auf der Welt nur sehr, sehr wenige Psychopathen gäbe und nannte die Zahl 100 weltweit. Er führte aus, dass ein Psychopath der Empathie unfähig sei, was eine Krankheit darstelle und daher in Konflikt stünde mit der Schuldfähigkeit im juristischen Sinne.

Vielleicht kommt mein Widerwille auch daher: Unter Empathie verstehen wir ja das Einfühlen in andere Menschen. Wähle ich eine Perspektive, wie du es getan hast, nämlich aus der Sicht des psychopathisch handelnden Menschen, dann wird von mir als Leserin verlangt, mich empathisch in die Nichtempathie zu begeben, was ich schon im Ansatz als Widerspruch empfinde. (Muss es vielleicht nicht zwangsläufig sein, aber mir geht es so.)

Ein wenig habe ich mich bereits mit der neueren Hirnforschung beschäftigt, und auch diesen Bereich werde ich noch intensiver studieren müssen für mein aktuelles Projekt. Bereits Kinder empfinden Schmerzen bei anderen Personen mit. Wenn sie sehen, wie sich jemand die Hand in der Tür einklemmt, dann reagiert das Hirn ähnlich, als wenn uns selbst diesen Schmerz zuführe. Das Gehirn schüttet mehr Glücksbotenstoffe aus, wenn wir geben als wenn wir nehmen. Jemandem Leid zuzuführen führt nicht zu einer Ausschüttung dieser Glücksbotenstoffe.

Du schilderst eine Szene, in der jemand ohne jegliche Empathie handelt, triebgesteuert handelt. Voraussetzung für ein derartiges Handeln ist, jedenfalls nach meinem doch sehr begrenzten Wissensstand in diesen Dingen (man wird wohl bei den meisten Lesern ebenfalls ein eher begrenztes Wissen voraussetzen können), ist nun einmal das Fehlen der Empathie. Ohne Empathie allerdings keine Reue.

Ist er hingegen "ferngesteuert", dann erscheint mir der Ansatz am Anfang mit dem "nun drohte er erneut schwach zu werden" damit nicht stimmig.

Dann begibst du dich hier in den Bereich der Manipulation / Gehirnwäsche. Das ist an sich ein sehr faszinierendes Thema und sehr komplex. Der nächste Bereich schneidet im weitesten Sinne die Problematik der Kindersoldaten an.

Das sind sehr große Themen, die gnadenlos viel Recherchearbeit erfordern, um damit plausibel umgehen zu können.

Zitat
Die vage Idee hinter der Geschichte wäre Gehirnwäsche und dass die Täter nur Marionetten des eigentlichen Antagonisten sind.

Und das ist der Punkt, der mir am stärksten aufgestoßen ist. Da habe ich mich sofort gefragt: Was soll das? Da manipuliert jemand ein Kind von 10 Jahren und setzt in ihm einen Trigger ein, der beim Anblick von rothaarigen Mädchen zu einem Blutrausch führt, der ihn nicht nur den Triggerauslöser geradezu zerfleischen lässt, sondern dann auch noch 9 andere Schüler? Was will der Manipulator damit erreichen? Angst und Schrecken verbreiten? Es ist ja nicht nachvollziehbar, inwiefern ein Trigger wie "rothaariges Mädchen" auch nur ansatzweise zielgerichtet eingesetzt werden könnte.

Wenn jemand in der Lage wäre, derart in die Gehirnfunktionen eines Verstandes einzugreifen, dann verfügt er zwangsläufig über eine hohe Intelligenz, verfolgt ein klar definiertes Ziel. Und dann soll er einen Trigger wählen, der jederzeit unkontrolliert ausbrechen kann?

Und mit diesen Überlegungen zerfällt für mich deine Geschichte im Ansatz. Jedenfalls in diesem Ansatz.

LG
Kass


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Oflinitrium

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Re: The Trigger
« Antwort #2 am: 07 Juli 2017, 15:46:09 »
Nun Psychopathisch ist Brian mit Sicherheit nicht. Ansonsten wäre er nicht an seiner eigenen Tat zerbrochen. Auch hat er die Szene nicht sehr detailliert in Erinnerung. Ich habe die Szene mit Absicht so aufgebaut, dass die eigentliche Tat nicht gezeigt wird aber man versteht was passiert. Das diente auch dem Zweck zu veranschaulichen, dass er ab diesem Moment nicht klar und zielgerichtet handelt sondern eher eine Art Realitätsverlust erleidet.

Zitat
Ist er hingegen "ferngesteuert", dann erscheint mir der Ansatz am Anfang mit dem "nun drohte er erneut schwach zu werden" damit nicht stimmig.
Die Argumentationsweise kann ich nachvollziehen. Ich hatte befürchtet, dass ich dort eine Achillesferse eingebaut habe. Mein Hintergedanke dabei war, dass er schon einmal ausgerastet ist aber damals noch weit weniger drastisch. Allerdings ist er dafür wahrscheinlich schlicht zu jung. Wobei in dem Fall wäre es nicht schwer eine Zahl auszutauschen.

Die ganze Szene war eine Übung in der es mir darum ging widersprüchliche und drastische Gefühle beim Leser hervorzurufen und wissen wollte ob mir das gelungen ist.
Ich habe mich zu einer solchen Szene hinreißen lassen, weil ein ähnliches Thema in meinem Phantasyroman eine wichtige Rolle spielt. Dort habe ich allerdings die Möglichkeit durch ein Magiesystem vieles auf eine Art zu erklären, dass es innerhalb der Welt Sinn ergibt. Ich will auch dort einige der Taten aus dem Blickwinkel der Täterin zeigen, die in diesen Situationen gegen ihre eigentlichen Moralvorstellungen handelt. Deswegen wollte ich das mit fremden Charakteren üben, weil es mir in meiner Geschichte immer zu gewollt vorkam.

Zitat
Wenn jemand in der Lage wäre, derart in die Gehirnfunktionen eines Verstandes einzugreifen, dann verfügt er zwangsläufig über eine hohe Intelligenz, verfolgt ein klar definiertes Ziel. Und dann soll er einen Trigger wählen, der jederzeit unkontrolliert ausbrechen kann?

Warum funktioniert der Joker von Batman wohl so gut? Weil er mindestens genauso manipulativ und intelligent wie verrückt und durchgeknallt ist. Eine hohe Intelligenz heißt noch lange nicht, dass alles was man tut in einem großartigen Zusammenhang steht. Auch schließt sie weder Sadismus, noch das Verlangen die Welt brennen zu sehen aus.
Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Wenn wir die Macht bekommen etwas zu manipulieren/verändern, dann findet sich immer jemand der es einfach tut um zu sehen was passiert. Bei einer solchen Tat bräuchte der Drahtzieher seine Marionette nicht einmal im Auge zu behalten. Die Tat ist so grauenhaft, er würde so oder so aus den Nachrichten davon erfahren. Das eigentliche Ziel dahinter würde erst sehr viel später geklärt werden. Vergiss nicht, dass wäre ziemlich die erste Szene der Geschichte. Natürlich soll der Leser sich zu diesem Zeitpunkt erst einmal hauptsächlich fragen "Was zur Hölle geht hier ab?"

Zumindest scheint es mir ja gelungen zu sein bei dir derart negative Gefühle auszulösen, dass du überhaupt nicht weiter lesen wolltest. Das verbuche ich als Plus. Außer natürlich es lag weniger am Inhalt sondern mehr an schlechten Formulierungen.

Zitat
Mein erster Impuls, nachdem ich diese Szenen gelesen habe, war: Ich will diese Geschichte nicht lesen. Das ging mir sogar schon nach den ersten Zeilen so. Stünde es nicht hier im Forum, hätte ich es gleich beiseite gelegt.
Das ist jetzt nicht Offensiv gemeint, aber warum hast dus nicht getan? Natürlich freue ich mich über jede Kritik und möchte auch wissen, wenn ich mich total verhoben habe, aber bloß weil etwas im Forum zur Röstung gestellt wird, muss man sich doch nicht durch einen Text zwingen auf den man bereits nach 2 Zeilen keine Lust hat. Wenn er einfach nur schlecht geschrieben und ausformuliert ist, klar dann wäre es nett, dies dem betreffenden Autor mitzuteilen. Aber wenn du tatsächlich mit der Handlung/dem Inhalt Probleme hast, spricht doch nichts dagegen den Text beiseite zu schieben und zu sagen "Nope ist nicht meins."
« Letzte Änderung: 07 Juli 2017, 16:55:43 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

Naleesha

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Re: The Trigger
« Antwort #3 am: 07 Juli 2017, 19:21:48 »
Hallo Ofli,
schön, ich war schon gespannt, mal etwas aus deiner Feder zu lesen.
vorab: ich habe keine der anderen Röstungen gelesen.

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hmmm ich finde diesen Anfang einerseits interessant, andererseits ein wenig... schnell. (und das sage ich, die durch meine Wolfsbrüdergeschichte nur so durchrast ^.^)

mir fehlt zum Weiterlesen aber definitiv noch ein wenig Information.
was ist der Auslöser, den ihn seine Kontrolle verlieren lässt? sind es die Roten Haare, das Herzklopfen, das er beim Anblick eines hübschen Mädchens bekommt oder generell die Farbe Rot?

ansonsten würde ich bei diesem Text wohl weiterlesen um mehr über die Umstände zu erfahren. eine in sich zwiegespaltene Person, die versucht, das Böse in sich unter Kontrole zu halten kann durchaus interessant sein und perspektivisch sehr anregen, wenn man das Ganze auf eine intellektuelle Basis aufzieht.

als ich dann allerdings unter dem Text deinen Kommentar gelesen habe, dass es über Gehirnwäsche aufgezogen werden soll und er nicht der Einzige "Täter" dieser Art sein wird, habe ich jegliches Interesse verloren. besser würde es mir gefallen, wenn er der Einzige ist und durch eine ganz spezielle Krankheit zwei verschiedene Personen in sich beherbergt. eine gut, eine böse. so käme der innere Konflikt besser zur Geltung. über diesen Konflikt müsste die Geschichte dann auch ausgearbeitet werden wenn ich persönlich sie interessant finden sollte.
ansonsten ist das jetzt nur mein Geschmack, aber einen übernatürlichen Grund (ein Fluch, oder das Blut eines Dämons oder was auch immer) fänd ich natürlich NOCH interessanter (so Jekyll und Hyde-mäßig aufgezogen). aber das ist wirklich nur mein persönlicher Geschmack.

ok. was generiert an dieser Geschichte für mich die Spannung?
- der innere Konflikt. er versucht seine böse Seite zu kontrollieren. schön.
- der Auslöser (obwohl ich mir da schon konkret wünschen würde, ob es die rote Farbe ist, oder weil er auf rothaarige steht oder nur die roten Haare der Trigger ist). wie versucht er den Auslöser zu vermeiden, versucht er gar, sich gegenüber seinem Auslöser zu desensibilisieren?
- was ist in der Realschule passiert? da sie anscheinend nicht mir Jenny zu tun hatte, interessiert es mich, was da genau geschehen ist.
- wer ist Jenny? das ist eine Frage, von der ich mir wünsche, dass sie im Lauf der Geschichte aufgelöst wird.

was ist an dem Text negativ?
- die drei Passagen müssen noch stark ausgebaut werden.
wie sehen die Personen aus? wer ist unser Prota und warum ist der Politist von seiner Unschuld überzeugt? inwiefern glaubt er dem Prota, was unternimmt er um dem Prota zu helfen?

Das Potential der Geschichte ist sehr gut und ich würde spontan sagen, dass der kurze Text, der Einblick, mein Interesse wecken konnte, allerdings als Marionette für einen "Puppenspieler-Antagonisten" finde ich es wieder uninteressant. der Aufhänger - der Fokus - muss auf dem inneren Konflikt zwischen den beiden Seiten des Prota liegen. inklusive einiger Rückschläge in denen er es nicht schafft, sich zu kontrollieren.

hoffe, ich konnte dir helfen.
LG, Naleesha
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Oflinitrium

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Re: The Trigger
« Antwort #4 am: 07 Juli 2017, 20:05:02 »
Vielen Dank für diese Kritik Naleesha.

Tatsächlich wäre es nach dieser Szene wahrscheinlich mit Richardson weitergegangen der die verschiedenen Fälle nach und nach auflöst. (also mehr Richtung Krimi) Die Figuren Richardson und Sean haben sich aus dem Schreibfluss heraus ergeben und der anfängliche Protagonist wäre tatsächlich nur einer von mehreren gewesen die vom Antagonisten manipuliert wurden. Also hätte ich dich wohl in den darauf folgenden Seiten als Leserin verloren.^^

Zitat
was ist an dem Text negativ?
- die drei Passagen müssen noch stark ausgebaut werden.
wie sehen die Personen aus? wer ist unser Prota und warum ist der Politist von seiner Unschuld überzeugt?
Okay das sehe ich ein, habe ich zu wenig beleuchtet.
Zitat
inwiefern glaubt er dem Prota, was unternimmt er um dem Prota zu helfen?
Das wäre, wenn überhaupt Stoff für die nachfolgende Geschichte.

Wie stehts mit der Beschreibung des Tathergangs. Sollte ich da ausführlicher werden oder nur beim Auslöser?
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Naleesha

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Re: The Trigger
« Antwort #5 am: 07 Juli 2017, 21:40:32 »
Wie stehts mit der Beschreibung des Tathergangs. Sollte ich da ausführlicher werden oder nur beim Auslöser?

ich find das so wie es beschrieben wird ok. allerdings muss eben wie gesagt deutlich werden, was da genau der Auslöser war. ich sehe bei dem Beginn

Zitat
"rothaarig... warum musste es unbedingt eine rothaarige sein?"

drei mögliche Auslöser:

1. rote Haare
2. die Farbe Rot generell (aber das würde entfallen wenn sie z.B. ein rotes Shirt oder eine Kette mit roten Steinen trägt)
3. er steht auf rothaarige. dann würde er sie sehen, sein Körper reagiert, sein Herz schlägt schneller u.s.w. und die erhöhte Herzfrequenz könnte dann ein Auslöser sein (diese Variante gefällt mir am Besten)

dann könnte man den Satz "warum musste es unbedingt eine rothaarige sein" mit einer anderen Note unterlegen.
wie etwa der Tatsache, dass er sich nicht erlauben kann, sich zu verlieben oder gar auf Dates zu gehen, =Verbitterung, Einsamkeit... da lässt sich unglaublich viel draus spinnen.

wenn es aber tatsächlich nur rote Haare sind, dann fänd ich das ein wenig enttäuschend.
zum Tathergang, näher ausführen brauchst du das für mich nicht. im Gegenteil, gerade, dass die Details fehlen und einiges nur angedeutet wird, sodass man weiß, was passiert ist, lässt wie so eizelne Bilder, die in meinem Kopf aufblitzen aber eben nicht allzu genau sind, mich mehr mit dem Prota identifizieren als wenn der Polizist (jetzt ganz banal gesprochen) am Computer sitzt und einn detaillierten, sachlichen Bericht eintippt, dem er später seinem Vorgesetzten abgeben muss.

Tatsächlich wäre es nach dieser Szene wahrscheinlich mit Richardson weitergegangen der die verschiedenen Fälle nach und nach auflöst. (also mehr Richtung Krimi) Die Figuren Richardson und Sean haben sich aus dem Schreibfluss heraus ergeben und der anfängliche Protagonist wäre tatsächlich nur einer von mehreren gewesen die vom Antagonisten manipuliert wurden. Also hätte ich dich wohl in den darauf folgenden Seiten als Leserin verloren.^^

ja, da hätte ich das Interesse an der Geschichte leider verloren.
für mich steckt wie gesagt das meiste Potential dieser Geschichte nicht im Krimi an sich, sondern im Fokus auf den inneren Konflikt des Täters und seine Bemühungen, sich zu kontrollieren. Diese Geschichte würde ich lesen! :)

LG, Nalee
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kass

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Re: The Trigger
« Antwort #6 am: 07 Juli 2017, 21:46:27 »
Hi Ofli,

Zitat
Das ist jetzt nicht Offensiv gemeint, aber warum hast dus nicht getan? Natürlich freue ich mich über jede Kritik und möchte auch wissen, wenn ich mich total verhoben habe, aber bloß weil etwas im Forum zur Röstung gestellt wird, muss man sich doch nicht durch einen Text zwingen auf den man bereits nach 2 Zeilen keine Lust hat. Wenn er einfach nur schlecht geschrieben und ausformuliert ist, klar dann wäre es nett, dies dem betreffenden Autor mitzuteilen. Aber wenn du tatsächlich mit der Handlung/dem Inhalt Probleme hast, spricht doch nichts dagegen den Text beiseite zu schieben und zu sagen "Nope ist nicht meins."

Weil "Nope, ist nicht meins" ja gar nicht hilfreich ist. Dann gebe ich lieber keine Rückmeldung. :)

Ich denke einfach, wenn mir Dinge auffallen, die ich für widersprüchlich halte, du wissen solltest, dass der Text nicht meins ist, einfach um meine Kritik besser einordnen zu können.

Zitat
Zitat
Zitat
Ist er hingegen "ferngesteuert", dann erscheint mir der Ansatz am Anfang mit dem "nun drohte er erneut schwach zu werden" damit nicht stimmig.
Die Argumentationsweise kann ich nachvollziehen. Ich hatte befürchtet, dass ich dort eine Achillesferse eingebaut habe. Mein Hintergedanke dabei war, dass er schon einmal ausgerastet ist aber damals noch weit weniger drastisch. Allerdings ist er dafür wahrscheinlich schlicht zu jung. Wobei in dem Fall wäre es nicht schwer eine Zahl auszutauschen.

Ja, vor allem weil es wirklich sehr drastisch ist.

Zitat
"Was für eine Waffe hat er benutzt um das Blutbad anzurichten?" Er kannte die Antwort, doch er brauchte Gewissheit.
"Keine Waffe Steve. Er hat ihnen die Kehlen mit bloßen Händen zerfetzt oder durchgebissen."

Ich habe (außer meinem Unwillen) hier auch echte Vorstellungsprobleme, wenn es sich nicht um einen Ork oder Werwolf oder ähnliches handelt. Um es mal platt auszudrücken: Ist denn da niemand, der ihm ein Buch über den Schädel donnert? Ihn ausknockt? Die Schultasche um die Birne haut? Ihm das Knie in die 12 rammt?
Wenn ich an einen Amoklauf in einer Schule denke, dann sind da Waffen im Spiel, gegen die man nur in Deckung gehen kann, man kommt ja nicht nah genug ran, um den Täter auszuschalten. Aber ein Schüler alleine mit bloßen Händen scheint mir durchaus ein Szenario zu sein, in dem andere Schüler / Lehrer eingreifen würden. Selbst wenn das erste Opfer noch in einer dunklen Ecke zur Strecke gebracht wurde, müssten doch schon die Schreie Alarm auslösen. Und selbst wenn das erste Opfer nicht geschrien hat, dann kommt jemand völlig blutüberströmt auf den nächsten Schüler zu. Na, da ist das Geschrei aber richtig heftig. Ganz so einfach ist es nicht, jemanden mit bloßen Händen zu töten.

Und dann 10 Schüler? Da habe ich Probleme, das nachzuvollziehen. Es sei denn, Brian ist ein bisswütiger Super-Ninja :devgrin:

Zitat
Allerdings ist er dafür wahrscheinlich schlicht zu jung. Wobei in dem Fall wäre es nicht schwer eine Zahl auszutauschen.

weder das, noch das

Zitat
Warum funktioniert der Joker von Batman wohl so gut? Weil er mindestens genauso manipulativ und intelligent wie verrückt und durchgeknallt ist. Eine hohe Intelligenz heißt noch lange nicht, dass alles was man tut in einem großartigen Zusammenhang steht. Auch schließt sie weder Sadismus, noch das Verlangen die Welt brennen zu sehen aus.

ändert etwas an dem Grundproblem. Die Szene las sich für mich wie eine Szene aus dem Hier und Jetzt. Und wir sind nicht in Gotham City (zum Glück  :))

Zitat
Die ganze Szene war eine Übung

Als reine Übung muss die Szene (vielleicht) nicht in sich schlüssig sein.

Zitat
doch ich finde in ihr steckt einiges an Potential

aber um daraus eine längere Geschichte zu stricken, da sehe ich halt ein paar Probleme. Und auf die wollte ich dich hinweisen. Ich hoffe, das ist ok und hilft dir vielleicht bei deinen Überlegungen, ob und wenn ja, wie du aus diesem Ansatz eine Geschichte bauen möchtest.

Und zu dem anderen Punkt werde ich wohl doch noch einen getrennten thread aufmachen unter dem Stichpunkt: Prota - Anta - Wahl der Perspektive. Denn es scheint mir allmählich um sich zu greifen, dieses Bedürfnis der Autoren, aus der Sicht der finstersten Bösewichte zu schreiben (ist mir auch in einem anderen Forum aufgestoßen, nicht nur hier). Und das ist tatsächlich ein Phänomen, zu dem ich mir in letzter Zeit recht viele Gedanken gemacht habe. Vielleicht ist es auch der pure Zufall, dass ich jetzt immer wieder über solche Texte gestolpert bin. Und dann kommt dein Text, und der ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs zu dem bereits in mir lauernden Unmut.

Deshalb von meiner Seite noch zum Folgenden ein kurzer Kommentar (und dann werde ich meinem Unmut in einem anderen thread Luft geben). Du musst ja nicht alles abkriegen ;)

Zitat
Ich habe mich zu einer solchen Szene hinreißen lassen, weil ein ähnliches Thema in meinem Phantasyroman eine wichtige Rolle spielt. Dort habe ich allerdings die Möglichkeit durch ein Magiesystem vieles auf eine Art zu erklären, dass es innerhalb der Welt Sinn ergibt. Ich will auch dort einige der Taten aus dem Blickwinkel der Täterin zeigen, die in diesen Situationen gegen ihre eigentlichen Moralvorstellungen handelt. Deswegen wollte ich das mit fremden Charakteren üben, weil es mir in meiner Geschichte immer zu gewollt vorkam.

Wenn es dir nicht recht gelingen will, es immer zu gewollt erscheint, dann könntest du auch darüber nachdenken, die Schilderung über eine dritte Person vorzunehmen, die in irgendeiner Beziehung zur Täterin steht (Dienstbote, Mutter, Bruder, Stellvertreterin ...). Das wäre ein möglicher Weg. Der andere Weg, den ich sehe, um für dich in deiner Geschichte weiterzukommen, ist natürlich ein wirklich verdammt guter Grund, gegen die eigenen Moralvorstellungen zu handeln. Wenn du den hast, dann sollte es (eigentlich) nicht mehr zu gewollt wirken.

So, und jetzt höre ich auf, dich vollzutexten. Ich hoffe, es ist in Ordnung für dich, dass ich hier noch einmal eingehakt habe. Und ganz generell, (vom Inhalt mal ab), schätze ich deinen Stil und mag ihn, er ist geradlinig, nicht verschnörkelt, klar und intensiv. Und das ist echt klasse.

LG
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Re: The Trigger
« Antwort #7 am: 07 Juli 2017, 23:46:38 »
Scheint als hätte ich hier nicht nur einen Charakter zum Überkochen gebracht xD

Zitat
Und dann 10 Schüler? Da habe ich Probleme, das nachzuvollziehen. Es sei denn, Brian ist ein bisswütiger Super-Ninja :devgrin:
Bin ich okay mit xD.
Ich könnte jetzt weit ausholen und mir irgendwelche Ausflüchte ausdenken wie das machbar ist, aber bisswütiger Ninja reicht mir völlig als Erklärung. ^^
Nein Spaß beiseite. Ich weiß, dass einige Zahlen wahrscheinlich nicht stimmen. Und ich habe damit gerechnet, dass Logikprobleme auftreten, eben weil die Szene für sich steht und es noch keine Geschichte dafür gibt. Dass Menschen dazu neigen nicht einzugreifen, wenn sie psychisch überfordert werden kommt oft genug vor. Bei 3-4 Opfern wäre es vielleicht noch glaubhaft. Mit 10 habe ich übertrieben, muss ich dir leider zustimmen.

Zitat
Und ganz generell, (vom Inhalt mal ab), schätze ich deinen Stil und mag ihn, er ist geradlinig, nicht verschnörkelt, klar und intensiv. Und das ist echt klasse.

Here we go. Auf diese Art von Beurteilung war ich aus. Du hättest jetzt auch schreiben können, "Ich kann mit deinem Stil nichts anfangen, er ist mir zu indirekt, langweilig und schwammig" (was mich nicht annähernd so gefreut hätte.^^) aber auf diese Ebene wollte ich hinaus. Das der Plot keinen Sinn ergibt, liegt schlicht daran, dass das Ganze in ein paar Minuten runter geschrieben war und ich nur kurz daran gearbeitet habe, die Wirkung der Szene zu optimieren. Ohne Plot- keine Logik.  :sorry:

Das Potential, das ich in der Szene sehe, bezieht sich nicht nur darauf eine Geschichte daraus zu machen. Es geht auch darum ob es mir möglich ist brutale Szenen aus der Sicht eines Täters zu beschreiben der im Moment der Tat nicht zielgerichtet handelt, sondern das Gefühl hat sich von einer Art Fluss treiben zu lassen.

Zitat
aber um daraus eine längere Geschichte zu stricken, da sehe ich halt ein paar Probleme. Und auf die wollte ich dich hinweisen. Ich hoffe, das ist ok und hilft dir vielleicht bei deinen Überlegungen, ob und wenn ja, wie du aus diesem Ansatz eine Geschichte bauen möchtest.

Das hilft mir auch dabei sie in eine bestehende Geschichte zu integrieren, da du mir gezeigt hast, welchen Details ich zukünftig mehr Beachtung schenken muss. Ich neige offensichtlich manchmal dazu, Zahlen durcheinander zu wirbeln, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Da muss ich künftig ein besseres Auge drauf haben.

Zitat
So, und jetzt höre ich auf, dich vollzutexten. Ich hoffe, es ist in Ordnung für dich, dass ich hier noch einmal eingehakt habe.
Immer gerne. Ich wollte nicht so klingen, als wäre mir deine Kritik egal. Ich war nur verwundert, dass du dich dazu genötigt gefühlt hast weiter zu lesen und sogar zu Rösten, obwohl du bereits nach kurzer Zeit keine Lust auf den Text hattest.
« Letzte Änderung: 07 Juli 2017, 23:48:29 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

kass

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Re: The Trigger
« Antwort #8 am: 08 Juli 2017, 01:04:25 »
Zitat
Ohne Plot- keine Logik.  :sorry:

 :)

muss dir nicht leid tun, kommt vor, das mit der mangelnden Logik. Kenn ich zur Genüge und steh immer wie Ochs vorm Berg davor und denke: Wie konnte mir das passieren? ... Obwohl ... ich kann echt auf den Keks gehen  :begging: ... ich schon wieder widerspreche: "ohne Plot-keine Logik" würde ich nicht unterschreiben. (Da ich planlos plotlos bauchschreibertechnisch unterwegs bin)

Zitat
Es geht auch darum ob es mir möglich ist brutale Szenen aus der Sicht eines Täters zu beschreiben der im Moment der Tat nicht zielgerichtet handelt, sondern das Gefühl hat sich von einer Art Fluss treiben zu lassen.

Das kam ja gleich am Anfang durch. Und das ist wohl auch der Grund, warum ich trotzdem weitergelesen habe, denn genau das ist ja für mich im Moment ein Thema, mit dem ich mich generell beschäftige. Von daher fühlte ich mich nicht "genötigt", sondern wollte wissen, ob meine Vermutung sich bestätigt. Hat sie, wie du weißt.

Natürlich kann ich nachvollziehen, dass eine solche Szene zu schreiben rein schriftstellerisch eine Herausforderung darstellt. Dennoch komme ich nicht umhin, mich zu fragen: Warum willst du dir das antun? Warum (mein persönlicher Eindruck, vielleicht nur eine zufällige Häufung) wollen das so viele Autoren? Ist in unseren Hirnen schon verankert, dass es immer brutaler, immer perfider, immer schockierender sein muss, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden? Und ich frage mich auch, was das mit uns macht, wenn die Geschichten, die uns umgeben, immer brutaler, perfider usw. werden. Das sind halt Fragen, die sich nicht auf deinen Text beziehen, und ich hab jetzt auch einen thread aufgemacht, in dem es zunächst nur um Prota-Anta-Perspektive geht, aber ich hoffe, dass wir ein wenig davon abstrahieren und auch auf diese generelle Thematik eingehen können. Sind wir an einem Punkt angekommen, wo wir Gewaltexzesse als notwendig erachten, um überhaupt noch spannende Geschichten schreiben zu können?

Ich hoffe, du verstehst jetzt ein bisschen besser, wo mein Kernproblem mit der Geschichte liegt. Vielleicht bin auch einfach ein bisschen verschroben und mach mir nen Kopf über lauter so Zeugs, und am Ende ist es völlig Banane. Sieh es mir bitte nach, wenn ich vor diesem Hintergrund mit deiner Geschichte nicht gut zurecht komme.

LG
Kass
Merkzettel für mich: Nicht ins Höllenfenster stellen!
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Viskey

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Re: The Trigger
« Antwort #9 am: 10 Juli 2017, 12:24:14 »
Hi, Ofli!

Zurück aus dem Urlaub endlich wieder Zeit für Forum. :cheer:

Und damit gleich ans Eingemachte: Ich mag den Text. Sprachlich einwandfrei und (für mich zumindest) auch interessant.
Anders als Naleesha finde ich die Sache mit der Gehirnwäsche gerade spannend.  :devcool: Ich hatte am Anfang die Assoziation: Blut - Vampir. Ein Vampir, der angepasst leben will, keine Leute töten und so ... Ich habe ihn übrigens auch älter geschätzt, eher um die dreißig. Dass das ganze in der Schule spielte, hat mich überrascht. Vielleicht auch, weil es, als ich noch in die Schule ging, einfach (fast) keine Computer gab und ich Computer daher automatisch mit Arbeit assoziiere. Das "all die Jahre gab es keine Probleme" Ist da allerdings auch irreführend.
Naja, und dann kam Szenenwechsel und ich  war ein wenig enttäuscht, weil alles nur geträumt war. Und dann noch mal Szenenwechsel, und - oh! - es stimmte doch! Aber anders als von mir gedacht. Wenn du das weiterführen möchtest, musst du mit dem Thema Gehirnwäsche halt höllisch aufpassen, da kann man sich schnell verrennen. Was ich schon an schlechten Gehirnwäschegeschichten gelesen/gesehen habe ... Da kann einem das Grausen kommen. Aber grundsätzlich gefällt mir dieser Ansatz. Auch die Idee, dass da einer sich solcher Fälle annimmt und sie auflöst. Für mich wäre das ein sehr interessanter Protagonist. In dem Fall müsste man halt noch mal schauen, wie stark der Fokus gewichtet sein muss. Bis jetzt bekommt ja zweifellos Brian die meiste Aufmerksamkeit. Es fängt schon aus seiner Perspektive an, seine Gefühle und Gedanken bekommen wir hautnah mit. Richardson und Sean hingegen reden halt miteinander. Man erfährt schon auch was über sie, aber nur aufgrund dieses Ausschnitts würde ich auf Brian als Protagonisten tippen, und viele andere sicher auch. Aber das ist mal wieder so eine Sache, die nur schwer zu beurteilen ist, wenn man nur so einen kurzen Ausschnitt vor sich hat. Wenn es dann weitergeht und Richardson in den Fokus rutscht, wäre das für mich absolut im Vertretbaren Rahmen.

Äh ... War da jetzt was Hilfreiches dabei? :gruebel:

lg, Viskey
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

merin

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Re: The Trigger
« Antwort #10 am: 13 Juli 2017, 18:27:47 »
Hi Ofli,

endlich habe ich einige Minuten Zeit und stürze mich in Deinen Text. Leider wirft der mich gleich wieder zurück, weil der Beginn für mich sehr nach Liebesschnulze klingt. Und dagegen bin ich bekanntermaßen allergisch. Dann wird aber klar, hier geht es nicht um Liebe, sondern um etwas anderes, was ich nicht ganz verstehe, eine Art Blutrausch. Und die Liebesschnulze, die in mir etwas Fremdschämgefühle auslöst, wird zum Splatterfilm. Das mag ich auch nicht und es ist auch nicht wirklich originell.
Dann ist es nur ein Traum. Ich muss sagen, das mich das erstmal weiter abschreckt, weil es ein bissel ... naja, "hab ich schon x mal gesehen" ist. Da ist es gut, dass dann nicht ganz klar ist, ob es wirklich nur ein Traum ist. Und dann die Psychiatrieszene - mhm. Jemand, der dringend verdächtigt wird, grad mehrere Leute umgebracht zu haben, landet nicht in der Psychiatrie. Der käme in Sicherungsverwahrung. Oder in die forensische Psychiatrie.

Insgesamt ist der Text für mich leider nicht wirklich spannend. Zum Ende hin kommt etwas Spannung auf, weil ich wissen will, wie es nun dazu gekommen ist. Aber da das Genre mich nicht anspricht, würde ich nicht weiterlesen. Den Einstieg finde ich einigermaßen ungelungen, weil er für meinen Geschmack zu platt ist. Als Heftroman könnte er aber trotzdem funktionieren, aber auch da würde ich tüfteln, ob es nicht besser wäre, mit der Arztszene zu beginnen und dann rückzublenden.

Womit ich ein Problem habe, ist mit dem intendierten Thema. Ich nahm an, es gehe um einen Außerirdischen oder ein Monster. Ich beschäftige mich gerade beruflich mit Mindcontroll und kann es schwer aushalten, dass so ein Thema so splattermäßig verwurstet wird. Ich weiß nicht, ob das funktionieren kann. Auf jeden Fall hast Du mich mit dem Text auf eine völlig falsche Fährte gelockt und das liegt auch daran, dass meines Erachtens nicht gut recherchiert ist, wie sich jemand verhält, in den Trigger eingebaut worden sind.

Nachdem ich nun die Diskussion gelesen habe, frage ich mich, ob ich nicht wie kass jemand bin, von dem Du besser keine Rückmeldung haben magst. Vielleicht ist es in einem solchen Fall besser, davor zu schreiben, dass es ein Thriller werden soll mit viel Blut - dann weiß ich, dass ich nicht weiterlese. Vielleicht war aber trotzdem was Hilfreiches dabei?

lg
merin
« Letzte Änderung: 13 Juli 2017, 18:36:49 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

Juni

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Re: The Trigger
« Antwort #11 am: 14 Juli 2017, 00:10:52 »
Hallo Oflinitrium,

ein kurzes, flapsiges Feedback von mir: Ich hätte glatt weiter gelesen. Ich mag deinen Stil, die knackigen Überraschungen innerhalb von drei Absätzen (wie eig. schon von Viskey erwähnt - man war ich froh diesen Kommentar zu lesen, nach den ersten paar Kommentaren dachte ich, ich wäre einfach nur ziemlich leicht zu ködern; es bleibt Geschmackssache.)
Als Brian aufwachte, dachte ich auch: Oh, Traum... aber daraus kann ja noch was werden.
Und dann im folgenden Abschnitt; tja, sieh einer an... interessant. Das mit der Gehirnwäsche habe ich gewollt überlesen, ich würde etwas anderes dahinter setzen; das ist einfach ziemlich aufwendig (ich bezweifle nicht, dass du dir nicht auch viele Gedanken darüber gemacht hast) - wobei mir für deinen Fall nun doch eine mögliche Lösung eingefallen ist, die aber - welch Überraschung - extrem aufwendig ist, dem Täter ein hohes Maß an Ressourcen, Zeit, Wissen und Besessenheit abverlangt - im Grunde braucht es wie immer nur ein Motiv, um das zu rechtfertigen; auch nichts unmögliches, die Tiefe von diesem mal ganz ausgeklammert. (Und bevor der Begriff Hirnwäsche kam, dachte ich an etwas Übernatürliches. Zu Beginn schleichen sich in seinen Kopf falsche Erinnerungen ein, in denen eine Jenna vorkommt, dann folgt der Blackout - so rekonstruiere ich das vorläufig, bis man mir nichts anderes erzählt.)
Wenn die Story nach diesem Absatz erst Mal ruhig und relativ gemäßigt, ja sogar Alltäglich weiter gehen sollte, würde mir das nichts ausmachen; eher wenn das Gegenteil der Fall wäre. (Drei Überraschungen in Folge reichen mir vorläufig.)
Ob Übung oder nicht, meiner Meinung nach kann man fast jede Kurzgeschichte ausbauen, wenn man genug Stoff für den Rahmen findet, der den Aufwand für einen persönlich auch rechtfertigt.

Das war es soweit auch. Entschuldige, dass es wirklich ziemlich flapsig ist, aber ich wollte etwas da lassen, bevor ich es auf ein Niemals aufschiebe.
PS: Ob zehn oder drei Tote - ich bin mir sicher, keine Psychopathin zu sein, aber solange keine Namen oder Gesichter hinter den Zahlen stecken springt meine Empathie darauf nicht an; mögliche Ursache: Nachrichten, wer kennt die Zahlen nicht? Irgendwann ist dieser Punkt vermutlich einfach abgestumpft; bei manchen wie mir.

LG

Oflinitrium

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Re: The Trigger
« Antwort #12 am: 15 Juli 2017, 14:46:24 »
soo... sorry erstmal, dass ich mich jetzt eine Weile nicht gemeldet habe. Ihr habt mir ja einiges zu denken gegeben. Als erstes mal vielen Dank für die ganzen Feedbacks =)

@Naleesha
Zitat
3. er steht auf rothaarige. dann würde er sie sehen, sein Körper reagiert, sein Herz schlägt schneller u.s.w. und die erhöhte Herzfrequenz könnte dann ein Auslöser sein (diese Variante gefällt mir am Besten)

Tatsächlich war das mein Gedanke dahinter. Hatte das auch anfangs mehr beleuchtet, aber zum einen wäre das ganze dann anfangs sehr kitschig geworden, was mir den Kontrast zu hart gestaltet hat. Außerdem kam mir der Gedanke, dass diese Auflösung sich für einen späteren Zeitpunkt besser eignet.

@kass
Ich sehe du hast bereits einen eigenen Thread zu diesem Thema aufgemacht, ich werde mir diesen mal in Ruhe zur Gemüte führen und dann entweder dort oder evtl. hier noch einmal auf deine Fragen wie z.B.

Zitat
Warum willst du dir das antun? Warum (mein persönlicher Eindruck, vielleicht nur eine zufällige Häufung) wollen das so viele Autoren? Ist in unseren Hirnen schon verankert, dass es immer brutaler, immer perfider, immer schockierender sein muss, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden?


eingehen. Je nachdem wo es besser hinpasst, denn ich habe da einiges zu meiner Verteidigung zu sagen xD

@Viskey
Zitat
Und damit gleich ans Eingemachte: Ich mag den Text. Sprachlich einwandfrei und (für mich zumindest) auch interessant.
Wir sind hier zwar nicht um nur Lobhudelei einzusacken, aber so ein Beitrag tut trotzdem gut. Danke dafür! xD

Zitat
Naja, und dann kam Szenenwechsel und ich  war ein wenig enttäuscht, weil alles nur geträumt war. Und dann noch mal Szenenwechsel, und - oh! - es stimmte doch! Aber anders als von mir gedacht.
Das war eins meiner größten Anliegen, ob mir dieser Umschwung gelingt und ob ich damit die gewünschte Wirkung erziele. Ich persönlich mag es, wenn mich eine Geschichte ein wenig in die Irre führt und mit meinen Vermutungen spielt. Schön zu sehen, dass es mir bei dir gelungen ist.

Zitat
Was ich schon an schlechten Gehirnwäschegeschichten gelesen/gesehen habe ... Da kann einem das Grausen kommen. Aber grundsätzlich gefällt mir dieser Ansatz.
Da das der Hauptkritikpunkt zu sein scheint, werde ich mich wohl an das alte Sprichwort "Schuster bleib bei deinen Leisten." halten. Ich bin ein Kind des Phantasy und fühle mich auch um einiges wohler, wenn ich meine Fantasie spielen lasse als mit Fakten zu jonglieren. Also würde ich wahrscheinlich eher in Richtung Übernatürliches driften, wenn ich so darüber nachdenke.

Zitat
Man erfährt schon auch was über sie, aber nur aufgrund dieses Ausschnitts würde ich auf Brian als Protagonisten tippen, und viele andere sicher auch. Aber das ist mal wieder so eine Sache, die nur schwer zu beurteilen ist, wenn man nur so einen kurzen Ausschnitt vor sich hat. Wenn es dann weitergeht und Richardson in den Fokus rutscht, wäre das für mich absolut im Vertretbaren Rahmen.
*hust* Auch hier stolpern wir über eine meiner persönlichen Vorlieben. Ich starte gedanklich selten mit dem eigentlichen Protagonisten. Zum einen mag ich es wie gesagt, wenn man mich an der Nase herumführt, zum anderen mache ich das auch bei anderen gerne. In diesem Falle wäre das tatsächlich der Einstieg in Richardsons Geschichte, in der Brian "nur" ein Täter/Opfer ist und für Richardson der Schlüssel darstellt um den eigentlichen Antagonisten zu schnappen.

Zitat
Äh ... War da jetzt was Hilfreiches dabei? :gruebel:
Zumindest einiges Erfreuliches ;)

@merin

Ich habe jetzt echt lange an deiner Kritik gekaut, weil ich nicht wusste wie ich dir am besten darauf antworte. Du hast vollkommen recht, dass ich ungenügend recherchiert habe, einfach weil mir die Szene in den Sinn kam und ich angefangen habe zu schreiben. Auch bin ich mir nicht sicher ob die Geschichte tatsächlich in Richtung Splatter gehen würde. In meiner Vorstellung wäre das nur am Anfang so genau beschrieben, damit der Leser weiß was passiert, wenn ich später einen anderen Fall nur kurz einfließen lasse ohne den Tathergang näher zu beschreiben.

Zitat
Den Einstieg finde ich einigermaßen ungelungen, weil er für meinen Geschmack zu platt ist.
Würdest du sagen, dass liegt am Titel und deinem Hintergrundwissen über Trigger, was zu einer anderen Erwartungshaltung führt, oder siehst du eher ein Problem an meiner Art der Erzählung?

Zitat
Womit ich ein Problem habe, ist mit dem intendierten Thema. Ich nahm an, es gehe um einen Außerirdischen oder ein Monster.
Zitat
Auf jeden Fall hast Du mich mit dem Text auf eine völlig falsche Fährte gelockt
Dann scheint es ja mehr als absurd zu sein was ich geschrieben habe, wenn du an Außerirdische/Monster denkst.  :gruebel:
Zwar war es meine Absicht den Leser ein wenig auf die falsche Fährte zu locken, aber dich habe ich scheinbar um einiges zu weit aus der Kurve getragen.

@Juni
Zitat
ein kurzes, flapsiges Feedback von mir: Ich hätte glatt weiter gelesen.
Flapsig oder nicht, das freut mich zu hören. =)

Zitat
wie eig. schon von Viskey erwähnt - man war ich froh diesen Kommentar zu lesen, nach den ersten paar Kommentaren dachte ich, ich wäre einfach nur ziemlich leicht zu ködern; es bleibt Geschmackssache.

Ich schieß mir jetzt zwar ins eigene Knie, aber vielleicht seid ihr beide leicht zu ködern?  :devgrin:
Aber ob leicht oder schwer zu ködern. Es ist schonmal schön, dass ich es überhaupt geschafft habe jemanden zu ködern und es mir gelungen ist die Spannung dahingehend aufzubauen und lang genug hochzuhalten. Bisher war meine Tendenz immer, dass ichs entweder übertrieben und die Szenen zu lang gezogen habe oder aber der Spannungsbogen zuviel Anlauf brauchte um Wirkung zu zeigen.

Zitat
Und bevor der Begriff Hirnwäsche kam, dachte ich an etwas Übernatürliches. Zu Beginn schleichen sich in seinen Kopf falsche Erinnerungen ein, in denen eine Jenna vorkommt, dann folgt der Blackout - so rekonstruiere ich das vorläufig, bis man mir nichts anderes erzählt.
Verdammt gute Idee. Egal ob es gefallen hat oder nicht, bisher hat ja quasi jeder eher an etwas Übernatürliches als an die Realität gedacht. Ich bin wohl zu sehr vom Phantasygenre indoktriniert und sollte wohl schreib-technisch auch lieber im übernatürlichen/Phantastischen Segment bleiben.^^
Zitat
Wenn die Story nach diesem Absatz erst Mal ruhig und relativ gemäßigt, ja sogar Alltäglich weiter gehen sollte, würde mir das nichts ausmachen; eher wenn das Gegenteil der Fall wäre. (Drei Überraschungen in Folge reichen mir vorläufig.)
Da sind wir auf einer Wellenlänge. Der nächste Step wäre im Grunde jetzt den eigentlichen Prota (Richardson) und seine Motivation sowie die Fälle an sich zu erklären. Mir wäre es jetzt als Leser auch zuviel, wenn direkt weitergemordet  oder Richardson bedroht werden würde.

Zitat
PS: Ob zehn oder drei Tote - ich bin mir sicher, keine Psychopathin zu sein, aber solange keine Namen oder Gesichter hinter den Zahlen stecken springt meine Empathie darauf nicht an; mögliche Ursache: Nachrichten, wer kennt die Zahlen nicht? Irgendwann ist dieser Punkt vermutlich einfach abgestumpft; bei manchen wie mir.
Das ist der Hauptgrund weswegen ich mir um die Zahl keine Gedanken gemacht habe. Ich brauchte ein paar Tote. Ende. Keiner von ihnen (außer vielleicht das Mädchen) wird tatsächlich zu einer Person ausgebaut. Von daher sind sie auch nicht mehr als eine Zahl und ob ich diese nun erhöhe oder reduziere ist für die Geschichte nicht relevant. Ich hätte auch schreiben können "es waren mehr als 2 Leichen." Aber das liest sich nicht so flüssig.^^
« Letzte Änderung: 15 Juli 2017, 17:14:16 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

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Re: The Trigger
« Antwort #13 am: 16 Juli 2017, 11:40:29 »
Zitat
Würdest du sagen, dass liegt am Titel und deinem Hintergrundwissen über Trigger, was zu einer anderen Erwartungshaltung führt, oder siehst du eher ein Problem an meiner Art der Erzählung?

Mir liegt Deine Art zu erzählen nicht, denke ich.

Zitat
Er hatte sein Leben genießen können, doch nun drohte er erneut schwach zu werden. Gefühle, die er in den letzten Jahren unterdrückt hatte, wallten in ihm auf und allein der Gedanke an dieses hübsche Mädchen mit ihrem kupferroten Haar, reichte um sein Herz zum Rasen zu bringen.

Auf mich wirkt diese Sprache kitschig, fast abgeschmackt. "schwach werden", "Gefühle wallen", "hübsche Mädchen", "rasendes Herz" - das ist ein Sprachduktus mit dem ich Groschenromane verbinde. Und die Zeit, wo die mich interessierten, ist vorbei.
Aber: Dieser Thread hier macht ja sehr deutlich, dass ein solcher Stil durchaus Fans und seine Berechtigung hat. Insofern würde ich zukünftig einfach zu diesem Projekt keine Kommentare mehr abgeben. Weil sie aufgrund meines Geschmacks immer an Deiner Intention vorbei gingen. Das war mir erstmal noch nicht klar, manchmal ist dieser Stil nicht gewollt, passiert aber (mir beispielsweise) und dann ist man froh um Korrektur. Aber das scheint bei Dir ja nicht so zu sein.

Mit dem im Titel benannten Trigger habe ich die Szene nicht verbunden, weil es für mich fachlich so absurd beschrieben ist. Mit anderen Wesen hab ich die Sache in Verbindung gebracht, weil ich ja auch wusste, dass Du sonst Fantasy schreibst.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

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Re: The Trigger
« Antwort #14 am: 18 Juli 2017, 18:16:17 »
Hehe, endlich was zum Grillen von dir ...  :devevil:

Dummerweise - habe ich nicht viel zu kritisieren.
Ist es spannend?
Aber so was von! Die Spannung ist gut aufgebaut. Einige Abschnitte bremsen etwas (dazu komme ich noch), aber insgesamt - Miau. Cooler Einstieg, entweder in einen Thriller oder einen UF. Vom Wahl vom Board her vermute ich mal Thriller. Was das einzige ist, was mich enttäuscht ... Eine nette Besessenheitsstory oder MindMaster à la X-Men fände ich da weitaus interessanter als 'nur' einen Manipulator der Extraklasse.

Stören die Szenenwechsel?
Nein, gar nicht, kann ihnen gut folgen. Eigentlich ein klassischer Anfang, erst Intro durch POV Opfer/Anta, dann Wechsel zu Prota, der den Fall aufnimmt. Zumindest nehme ich an, dass Richardson der Prota ist. Oder zumindest einer davon.
Für mich ist auch auf Anhieb klar, dass das was im Krimi/Thriller-Bereich ergibt. Kommt dann nur noch darauf an, ob im weltlichen Bereich oder dem Übernatürlichen.

Würde ich weiterlesen?
Weil du es bist ...
Nein, ehrlich. Käme auf Klappentext an. Rein vom Text her, oder wenn mir diese Szene als Intro in einen Film/Serie präsentiert würde - da bliebe ich sicher am Ball.
Würde ich es allerdings überhaupt in die Hände nehmen und aufschlagen - tja, wie gesagt, das hängt ganz von der Buchbeschreibung (und Rezensionen) ab. Ich gehöre zu denen, die gerne wissen, auf was sie sich einlassen.  ;)

Zitat
Rothaarig...
Ausgerechnet rothaarig...
Erfrischender Einstieg. Mich packt der und zieht mich rein, weil ich sofort neugierig bin.

Zitat
Sechs Jahre... Sechs verdammte Jahre hatte er sich vollständig unter Kontrolle gehabt und nicht einmal im Entferntesten das Verlangen der Bestie in seiner Brust gespürt.
Interessante Aussage. Es verrät mir, dass er der 'Böse' ist, der gleich was schlimmes tun wird. Oder bekämpft, an der Stelle ist es noch nicht klar. Aber da du von 'Bestie in seiner Brust' sprichst, bleibt das Fragezeichen zum Link zu UF.
Wobei es ja genug Serien- und Massenmörder gibt, die an eine Bestie in sich glauben, von daher ...

Zitat
Warum?
Warum nur musste zu diesem harmlosen Treffen unter Technik-Geeks ausgerechnet eine rothaarige Schönheit auftauchen?
Da stell ich mir eine Convention oder zumindest IT-Treffen vor. Das erwähne ich, weil es sich ja offenbar um eine Schulgruppe zu handeln scheint. Nie und nimmer wäre ich da auf eine Schule gekommen. Ich hab den kranken Typen hier auf mindestens 30+ oder allerfrühestens Ende Zwanziger geschätzt. Nie und nimmer als Teenager.

Zitat
Ihm blieb nur die Flucht. Er musste raus aus diesem Gebäude, raus aus der Stadt und zwar schnell!
Noch versucht er es abzuwenden, das Unvermeidliche. Nice.
Um auf letzte Bemerkung zurück zu kommen - warum Gebäude? Warum nicht Schule, wenn es denn eine Schule sein soll? Remember the Workshop: Konkrete Beschreibungen!

Zitat
Tief in seinem Herzen wusste er bereits, dass es dafür längst zu spät war. Trotzdem öffnete er die Tür des WC´s und trat auf den Flur, fest entschlossen sofort loszusprinten. Doch dazu sollte es nie kommen.

Ein rotes Meer erstreckte sich vor ihm. Er tauchte ein und genoss den metallisch-salzigen Geschmack auf seinen Lippen. Schon bald waren seine Hände von der zähen Flüssigkeit verschmiert, sein weißes Shirt rot verfärbt und seine Schuhe aufgeweicht, doch nichts davon störte ihn.
Okay, hier ist der einzige Szenenwechsel, mit dem ich Mühe habe. Bis zum Ende des kursiven Teils bleibe ich voll und ganz bei dir. Danach allerdings ... Der erste Satz gleich ist für mich ein Killer. So ein typischer Klischeesatz, kein guter notabene. Ich denke, das kannst du besser.
Die nachfolgende Beschreibung ... Dass es Blut ist, ist klar. Ob es diese Stelle braucht? Ich weiss nicht, aber an deiner Stelle würde ich mich fragen, ob es nicht auch ginge, dies wegzulassen und anschliessend in der übernächsten Szene bei dem Rap von Seth das alles reinzubringen.
Und wenn schon - dann zeig eher Flashes von der Tat an sich. Wie er die Finger reingräbt und eine Vene rausreisst oder die Zähne in den Hals des Mädchens vergräbt und das Blut seinen Mund füllt. So wie hier ist es mir zu halbpatzig. Entweder ganz darauf einlassen - oder das Blutbad weglassen und dann aus der nüchternen oder von mir aus auch schockierten Sicht des Cops oder Docs schildern.

Zitat
"Das war nur ein Traum..."
Er wiegte sich vor und zurück.
"Das bist nicht du..."
Das Wippen wurde schneller.
"Das hast du nicht getan..."
Hach, Gänsehaut. Das ist so eine richtig schöne Norman Bates-Fliegen-Szene!  :dops: Die, wie ich finde, mit Abstand stärkste Szene des ganzen Films. Und die unheimlichste.
Der Rest der Szene schwächt es dann etwas ab, v.a. die vielen Jennas, aber insgesamt -  :flirty:

Zitat
Er hat ihnen die Kehlen mit bloßen Händen zerfetzt oder durchgebissen."
Steven Richardsson atmete tief durch.
Das konnte einfach nicht wahr sein. Nicht nach all den Jahren.
"Behandel ihn gut Sean. Dieser arme Teufel ist unschuldig und war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort."
Mit blossen Händen - ich kenn mich da zu wenig aus, was alles mit blossen Händen möglich ist. Ich weiss, sehr viel, fast unglaubliches. Vor allem unter Drogeneinfluss oder in einem Schub. Trotzdem frage ich mkich, ob es nicht reichen würde, nur das eine oder andere zu machen. Ansonsten ist es etwas too much/reisserisch nach meinem Geschmack.
Die Reaktion von Richardson allerdings ist dann wieder eine in der Art, da jubelt meine Krimiseele gleich auf. Und ich weiss sofort, ah, der Psycho ist selbst auch nur ein Opfer.

Zitat
"Das mag so scheinen", entgegnete Richardsson ruhig, "aber er selbst war das erste Opfer. Er war bereits psychisch tot, ehe er diese Kids angefallen hat.
Hmm. Psychisch tot habe ich jetzt noch nie gehört. Frage mich auch, ob das so stimmt, denn in den beiden Szene davor, ist er ja durchaus noch da. Er hat höchstens Aussetzer. Psychisch tot, wenn denn schon dieser Begriff, assoziiere ich eher mit einer Persönlichkeit, die effektiv und unwiderrufbar tot ist und von einer anderen überlagt wurde. Sei dies nun im klinischen oder übernatürlichen Sinne.
Es sei denn, der Mindmaster ist noch im Jungen gefangen und der POV war nicht der vom Jungen sondern von dem, der ihn übernommen hat. Hat auch seine Reize - aber ich glaube nicht, dass das hier der Fall ist.

Zitat
doch ich finde in ihr steckt einiges an Potential und deswegen würde mich eure Meinung dazu interessieren.
Totally agree! Sehr viel Potential sogar. Ich denke, du brauchst noch etwas mehr Hintergrundwissen, um hier glaubwürdiger rüberzukommen, v.a. wenn es in weltlichen Gefilden bleiben soll.
Aber den Ausgang für eine spannende Mastermind-Jagd hast du hier definitiv.

Last but not least, bleibt die Frage: Who the F ist Jenna?
 :devgrin:

Hoffe, das hat was genutzt.

LG
Mooncat


« Letzte Änderung: 18 Juli 2017, 18:35:57 von Mooncat »
Das Leben ist kurz - der Tod ist ewig.
Lynwood

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