24 Februar 2020, 11:56:48

Autor Thema: Wechsel der Erzählperspektive  (Gelesen 1735 mal)

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Supertim99

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Wechsel der Erzählperspektive
« am: 23 August 2017, 00:54:00 »
Huhu,

ich bin nicht ganz sicher ob ich hier richtig bin, genauso weiß ich gerade leider keine treffendere Überschrift. Ich versuche mal euch die Ausgangslage knapp zu schildern, meine Frage steht dann am Schluss.

In einer menschenleeren Welt hat eine Schulklasse mit zwei Lehrerinnen gerade eine sichere Unterkunft gefunden, als sich 5 Schüler des Kurses von der Gruppe abspalten und ihr eigenes Ding durchziehen möchten. Als sie dem Rest gegenüber jedoch aggressiv werden, wird beschlossen, die 5 zu fesseln und mit dem Auto weit entfernt auszusetzen, damit sie die Gruppe nicht weiter bedrohen können.

Soweit ungefähr der Plot bis hierher. Ich möchte jetzt, dass die 5 sich zurückkämpfen und danach dem Rest der Gruppe "die Hölle heiß machen" - wie passend hehe :devevil:

Da ich im Moment aber nicht genug Handlung zwischen Aussetzung und Rückkehr schieben kann, würde ich gerne den Weg der 5 zurück zu den anderen beschreiben.

Dabei gibt es folgendes Problem: Die Geschichte ist aus der Sicht eines Schülers geschrieben, der NICHT zu den 5 Ausgesetzten gehört - somit bräuchte ich einen Perspektivwechsel. Diesen könnte ich jetzt ab Beginn eines neuen Kapitels einführen, allerdings frage ich Euch: Macht es Sinn, die Perspektive mittendrin für 1-3 Kapitel zu ändern? Ich habe früher in der Geschichte schon einmal einen Sprung zur Außenansicht gemacht, als der Prota nicht am Handlungsort war, diese war aber kurz und in kursiv geschrieben. M.E. ist das eine klare, für den Leser nachvollziehbare Lösung, aber eine kapitellange Perspektivänderung möchte ich ungern in kursiv schreiben.

Alternativ wüsste ich nur, die Zeit bis zur Rückkehr mit weiterem Geschehen zu füllen, dazu fehlen mir aber Ideen. Ich würde euch gerne dazu fragen, aber mit meiner knappen Präsentation von Plot und Setting kann ich da wohl kaum Vorschläge erwarten. Falls dennoch jemandem etwas einfällt, lese ich das gerne ;)

Zusammenfassung der Fragen:
1) Macht ein Perspektivwechsel in einer Geschichte generell überhaupt Sinn?
2) Geht der Perspektivwechsel so wie angedacht in Ordnung, bzw. wie kann/muss ich den Leser darauf aufmerksam machen?
3) Wie kann ich den Perspektivwechsel umgehen, ohne Geschehen zwischen Aussetzung und Rückkehr hinzuzufügen?
(4) Ideen für Geschehen zwischen Aussetzung und Rückkehr)

Ich hoffe ich konnte mein Anliegen verständlich schildern, da bin ich mir allerdings gerade nicht so sicher. Falls dieser Thread überhaupt nicht verständlich ist, bitte löschen :confused:

Vielen Dank für alle Anregungen und Ideen, liebe Grüße!

Aure

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #1 am: 23 August 2017, 08:43:26 »
Also zunächst einmal: Das klingt nach einer Grundidee, die meinen persönlichen Geschmack trifft. Würde ich als Buch, wenn gut umgesetzt, lesen wollen.

Zu deinen Fragen:
Zitat
1) Macht ein Perspektivwechsel in einer Geschichte generell überhaupt Sinn?
Da gehen die Meinungen sicher auseinander. Ich habe mal einen Roman gelesen, in dem nur jedes zweite Kapitel aus Sicht der Protagonistin geschrieben war, und alle anderen aus der von einer jedes Mal anderen Figur. Das hat verdammt gut gepasst, für dieses Buch.
Es kommt wahrscheinlich auch darauf an, wie man schreibt. Ich selbst bin inzwischen der Meinung - mach es so, wie es sich grade anfühlt, beziehungsweise, worauf du gerade Bock hast. Wenn dir grade nach einem drei Kapitel langen Perspektivwechsel ist, dann mach das so. Nur durch das Schreiben von eventuellen Umwegen entsteht Kontext, den man beim Planen gar nicht gefunden hätte. Vielleicht stellst du danach fest, dass das genau so passt. Oder, dass du der Figur, in deren Kopf du für drei Kapitel geschlüpft bist, mehr Raum in deinem Buch geben musst oder willst. Oder du verwirfst das Ganze, aber auch dann nimmst du was mit, denn du hast drei Kapitel in der direkten Gesellschaft dieser anderen Figuren verbracht und kennst sie danach sehr viel besser.

Zitat
2) Geht der Perspektivwechsel so wie angedacht in Ordnung, bzw. wie kann/muss ich den Leser darauf aufmerksam machen?
Ausprobieren. ;)
Mich würde er nicht grunsätzlich abschrecken, aber ich bin ein sehr geduldiger Leser.
Eine Möglichkeit, es dem Leser begreiflich zu machen, wäre, am gleichen Satz anzuknüpfen, mit dem du die letzte Perspektive verlassen hast.
Beispiel:
"Ich knalle die Autotür hinter mir zu und obwohl ich nicht hinsehen will, muss ich die fünf anstarren. Ich starre, bis wir uns so weit entfernt haben, dass sie nur noch dunkle Flecken zwischen den Bäumen sind."
Und dann würdest du in die Perspektive von einem der fünf Ausgesetzten springen und aus seiner Sicht beschreiben, wie der Protagonist die Tür zuschlägt und gafft, während sie wegfahren.

Zitat
3) Wie kann ich den Perspektivwechsel umgehen, ohne Geschehen zwischen Aussetzung und Rückkehr hinzuzufügen?
(4) Ideen für Geschehen zwischen Aussetzung und Rückkehr)
Ich hau mal ungefiltert raus, was mir dazu spontan durch den Kopf geht.
Du könntest deine Figuren sich intensiv damit auseinandersetzen lassen, dass sie da grade was ziemlich Schreckliches getan haben. Vielleicht gibt es Figuren, die vermehrt darüber reden wollen. Vielleicht sind Fragen offen, wenn zB nicht alle das gemeinsam entschieden oder die Details besprochen haben. Ich würde, nach Rückkehr der Vollstrecker auch wissen wollen, wie es gelaufen ist. Und überhaupt - wurden die Fesseln abgenommen, bevor man wieder weggefahren ist?
Vielleicht gibt es Mitglieder der Gruppe, die nicht mit dem Vorgehen einverstanden waren. Oder die jetzt, danach, nicht damit klarkommen. Zusammenbrechen. Oder wütend werden. Die bestehende Ordnung über den Haufen werfen wollen. Irgendwas sabotieren.
Vielleicht haben die Fünf, bevor man sie ausgesetzt hat, auch noch irgendwas sabotiert. Eine unschöne Überraschung zurückgelassen. Wie lange haben die schon geplant, sich abzuspalten? Haben sie Vorräte gestohlen?
Waren sie wirklich nur zu fünft oder gab es andere, die mitgemacht haben - gibt es einen Maulwurf in der Gruppe? Oder zumindest Sympathisanten?
We are not nouns, we are verbs. I am not a thing – an actor, a writer – I am a person who does things – I write, I act – and I never know what I am going to do next. I think you can be imprisoned if you think of yourself as a noun.
(S. Fry)

Trippelschritt

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #2 am: 23 August 2017, 09:45:39 »
Grundsätzlich ist jeder Perspektivwechsel möglich, wenn der Autor weiß, was er damit anrichtet. (Na da habe ich mal wieder eine Antwort gefunden, die Dir überhaupt nicht weiterhilft. Aber warte, es kommt jetzt noch viel schlimmer.  :devgrin:)

Außerdem bin ich der Meinung, dass Du die falschen Fragen stellst, weil ... (Aua, entschuldige, aber ich hatte Dich gewarnt.)

Nein, jetzt ganz ohne Flachs. Deine Fragen klingen für mich wie ein Kurieren an Symptomen, bevor eine Diagnose der Krankheit gestellt wurde. Und eine Empfehlung für ein bestimmtes Kopfschmerzmittel hilft dir auch nicht weiter.

Meine Empfehlung ist, erst einmal die eigene Perspektive zu verändern und den Kern der Geschichte zu suchen und zu finden. Ist der Schüler, aus deren Perspektive Du die Geschichte schreibst, der einzige und alleinige Protagonist? Bedeutet seine Perspektive, dass Du in Ich-Perspekte oder nur in der etwas distantzierteren Er-Perspektive geschrieben hat. Und wenn die Antwort ja lautet, müsste ich wissen, welche Rolle die fünf in der Geschichte spielen. Sind sie die Antagonisten des Protagonisten oder geht es nur um eine Nebenhandlung?

Wenn es nur eine Nebenhandlung ist und diese fünf Pappkameraden nur in drei aufeinanderfolgenden Szenen auftreten, warum sollte man sie dann aus einer solchen Nähe verfolgen, wie eine eigene Perspektive sie ermöglicht? In dem Fall würde ich Perspektive eines neutralen Beobachters vorschlagen.

Kursivschrift für die Kennzeichnung einer Perspektive wird Dir jeder Lektor rausstreichen. Das ist keine Lösung. Ansonsten ist alles möglich, was dir auch wieder mal nicht weiterhilft. Ich habe selber lange an dem Problem von Perspektive und Nähe herumgekaut. Es ist diffiziel und nicht leicht zu meistern. Eine gute Übersicht gibt der Schreibratgeber von Orson Scott Card. Er ist der einzige, den ich kenne, der dieses Thema einigermaßen umfassend thematisiert.

Wenn ich schon nicht Deine fragen beantworten konnte, konnte ich Dir vielleicht mit diesem schreibratgeber weiterhelfen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Wer bin ich, wer war ich, wer werde ich sein?

scura

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #3 am: 23 August 2017, 11:01:39 »
Wenn die fünf jetzt zum Beispiel AntagonistInnen wären fände ich einen Perspektivenwechsel sogar anregend und spannend. Das kann eine gute Tiefe geben.

Jetzt wäre aber auch die Frage ob du aus der ICH-Perspektiver schreiben willst oder Dritte Person?

Ich habe sogar schon mal ein Buch gelesen wo die Hauptprota in ICH geschrieben wurde und Nebenpersonen in Dritter Person (er/sie). Das war aber für meinen Geschmack höchst unelegant und hat mir weniger gefallen.

Und du könntest wunderbar damit spielen, dass man da ja dann als LeserIn immer einen gewissen Wissensvorsprung hat...

kass

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #4 am: 23 August 2017, 11:15:33 »
Zitat
Da ich im Moment aber nicht genug Handlung zwischen Aussetzung und Rückkehr schieben kann, würde ich gerne den Weg der 5 zurück zu den anderen beschreiben.

Ich mach an solchen Stellen gerne einen Zeitsprung. Dafür eignet sich auch schön eine Unterteilung in Abschnitte. Also beispielsweise: Teil 1: Kapitel 1, 2, 3, 4, 5 .... Dann Teil 2: Kapitel 9,10,11,12, ...

Also wenn es dir irgendwie unstimmig vorkommt, aus der Sicht des einen oder anderen der 5 Querulanten zu schreiben, du andererseits nicht Seiten füllen möchtest, in denen in deinem plot nicht viel los ist, dann könntest du halt auch einfach diese Zeit überspringen.

Oder auch, wie schon vorgeschlagen, ein bisschen herumprobieren. Meistens merkt man ja beim Schreiben, ob sich das gut anfühlt, oder ob es sich zäh schreibt und nicht so recht werden will.

Viel Erfolg!

LG
Kass

Merkzettel für mich: Nicht ins Höllenfenster stellen!
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Viskey

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #5 am: 23 August 2017, 12:49:20 »
Hi, Tim!

1) Macht ein Perspektivwechsel in einer Geschichte generell überhaupt Sinn?
2) Geht der Perspektivwechsel so wie angedacht in Ordnung, bzw. wie kann/muss ich den Leser darauf aufmerksam machen?
3) Wie kann ich den Perspektivwechsel umgehen, ohne Geschehen zwischen Aussetzung und Rückkehr hinzuzufügen?

1) ja
2) kommt drauf an
3) kommt drauf an

Also ja, Perspektivwechsel können eine Geschichte bereichern, bzw. mehrere Geschichten (aka Handlungsstränge) miteinander verknüpfen.
Theoretisch geht das so. Du schreibst dann einfach aus der Perspektive von jemand anderem. Spätestens beim 2. Absatz merken deine Leser das. Die Frage ist, ob das in Ordnung ist. Das hängt nämlich von der Geschichte ab, die du erzählen willst. Nur um ein Loch zu stopfen ... Ne, das wäre mir zu wenig. Andererseits fände ich es interessant, wie sich dieses Quintett durchschlägt, wie es den Weg usw. meistert. Könnte also in Ordnung sein, muss aber nicht.
Wenn du weder die Perspektive wechseln möchtest, noch sinnloses Zeug schreiben, nur damit halt die Zeit vergeht (was sehr löblich ist), bliebe noch ein Zeitsprung. Da fängt dann das 6. Kapitel an mit: "In den letzten drei Monaten hatte sich viel verändert ..." Oder halt etwas in die Richtung.  Jeder weiß bescheid, die Geschichte kann weiter gehen ...


lg, Viskey
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Supertim99

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #6 am: 23 August 2017, 12:53:53 »
Wow, danke für die schnellen Antworten!

Ich habe wohl die gemeinten Perspektiven nicht deutlich genug erklärt. Momentan schreibe ich aus der Ich-Perspektive des Protagonisten. Bei dem Perspektivwechsel war meine ursprüngliche Idee, zu einem neutralen Betrachter (Er-Perspektive) zu wechseln, weil ich denke, dass das noch recht klar bleibt. Als Beispiel:
Zitat
Ich sah, wie Tom das Krokodil fesselte und in den Wagen legte. 'Das muss ich sofort den anderen erzählen', schoss es mir durch den Kopf und ich lief los.
Wechsel in den neutralen Betrachter
Tom sah sich besorgt um. Ihm war klar, dass man ihn für einen Tierquäler halten würde, sollte das jemand mitbekommen. Dabei wusste niemand von der Verletzung des kleinen Krokodils
Der Wechsel ist eigentlich immer noch mit der Ich-Perspektive vereinbar, denn der zweite Teil könnte immer noch aus dieser Perspektive geschrieben sein, wenn das "Ich" noch am Handlungsort wäre. Ohne Toms Gedanken zwar, aber dennoch kein riesiger Sprung m.E.
Bringt man jetzt ein zweites "Ich" rein, passieren mehrere Dinge:
1) Der Person der neuen Ich-Perspektive wird automatisch eine hohe Bedeutung zugemessen.
2) Diese Person wird dem Leser nähergebracht, man kann viel mit dem Charakter und der Sympathie für diese Person spielen (wenn man es denn kann)
3) Der Leser muss den Wechsel erkennen und sich umstellen können

Ich habe vor kurzem eine Geschichte einer Hobbyautorin gelesen. Sie war super spannend und aus der Ich-Perspektive einer jungen Frau geschrieben. Als ihr Freund entführt wurde, ist die Ich-Perspektive plötzlich zum Freund übergegangen. Das wurde zwar deutlich gemacht, aber ich fand es schwierig mich umzugewöhnen, da ich mich gerade an die Gefühle und Handlungen des Mädchens gewöhnt hatte.

Außerdem habe ich Bedenken zu Punkt 1), denn die richtige Antagonistin befindet sich zu der Zeit nicht unter den "5", weswegen ich nicht einfach irgendeinen Blödmann ernennen möchte, der jetzt für die Geschichte super bedeutsam wird.

Zitat
Also wenn es dir irgendwie unstimmig vorkommt, aus der Sicht des einen oder anderen der 5 Querulanten zu schreiben, du andererseits nicht Seiten füllen möchtest, in denen in deinem Plot nicht viel los ist, dann könntest du halt auch einfach diese Zeit überspringen.
Mein Problem damit ist, dass die Geschichte im Moment sehr nah an der Zeit geschieht. Die Kapitel tragen eine Überschrift à la "Donnerstag, 3. Mai, 17:05". Deswegen überlege ich noch, ob ein Zeitsprung da rein passt, oder eher weniger.

Zitat
Du könntest deine Figuren sich intensiv damit auseinandersetzen lassen, dass sie da grade was ziemlich Schreckliches getan haben. Vielleicht gibt es Figuren, die vermehrt darüber reden wollen. Vielleicht sind Fragen offen, wenn zB nicht alle das gemeinsam entschieden oder die Details besprochen haben. Ich würde, nach Rückkehr der Vollstrecker auch wissen wollen, wie es gelaufen ist. Und überhaupt - wurden die Fesseln abgenommen, bevor man wieder weggefahren ist?
Vielleicht gibt es Mitglieder der Gruppe, die nicht mit dem Vorgehen einverstanden waren. Oder die jetzt, danach, nicht damit klarkommen. Zusammenbrechen. Oder wütend werden. Die bestehende Ordnung über den Haufen werfen wollen. Irgendwas sabotieren.
Vielleicht haben die Fünf, bevor man sie ausgesetzt hat, auch noch irgendwas sabotiert. Eine unschöne Überraschung zurückgelassen. Wie lange haben die schon geplant, sich abzuspalten? Haben sie Vorräte gestohlen?
Waren sie wirklich nur zu fünft oder gab es andere, die mitgemacht haben - gibt es einen Maulwurf in der Gruppe? Oder zumindest Sympathisanten?
Das ist doch ein toller Vorschlag! Gefällt mir gut, weil es durchaus stimmig ist, dass sich das Misstrauen gegenüber der 4 selbsternannten Führungspersonen verstärkt. Ich denke, da kann man viel Spannendes mit machen.

Danke auch an alle anderen Beiträge, die Gedanken finde ich sehr interessant!

Trippelschritt

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #7 am: 23 August 2017, 13:44:17 »
Bis vor einigen Jahren hieß es, dass in einem in der Ich-Perspektive geschriebenen Geschichte keine andere Perspektive geben sollte. Und es gibt gute Gründe dafür. Und kamm Liam Hearne mit Clan der Otori und tat genau das. Der Protagonist sprach in der Ich-Perspektive und alle anderen Hauptfiguren in ihrer eigenen er/sie Perspektive.
Mein Ratschlag aus diesem Beispiel: Du darfst alles ausprobieren und machen. Aber bitte berücksichtige dabei, dass besagte Autorin eine etablierte Jugenromanschriftstellerin war (immer noch ist), die wirklich schreiben kann. Sie ist nicht nur professional, sind überdies auch noch gut und eine von denjenigen, von denen man lernen.

Good Luck
Trippelschritt
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merin

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Re: Wechsel der Erzählperspektive
« Antwort #8 am: 25 August 2017, 17:29:16 »
Ich hätte weder mit Zeitsprüngen noch mit Perspektivwechseln ein Problem. Ähnlich wie Trippel fehlt mir aber immer noch der eigentliche Kern der Geschichte. Ob ein Zeitsprung oder ein Perspektivwechsel Dein Problem löst, hängt nämlich sehr davon ab, was genau das Problem ist.  :devgrin: Also was genau Du zeigen willst. Was soll Dein Prota erleben? Welchen Sinn macht die Absplitterung der anderen fünf in Deiner Geschichte? Und warum genau splittern sie sich ab und arbeiten dann gegen die Gruppe? Mir ist gar nicht klar, wo die Konfliktlinien verlaufen und was genau den Konflikt ausmacht,
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.