24 Februar 2021, 18:54:38

Autor Thema: Flucht aus der Gondel  (Gelesen 3288 mal)

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Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #15 am: 24 September 2017, 17:30:22 »
Hallo Ryrke,

herzlichen Dank!


Zitat
Eine blaue Gondel ruckelte heran. Er stieg ein. (Ich finde eine Gondel irgendwie nicht das passende Fluchtmittel, vor allem, wenn man kopflos wegrennt, aber ich kann mir denken, dass der Berg wahrscheinlich zu steil ist, um anders runter zu kommen…)
Man kann leicht runterrennen. Aber im Normalfall ist eine Seilbahn schneller als ein Läufer. Nur in diesem Fall hat Patrick Pech gehabt – er ist an eine uralte, lahme Bahn geraten.

Zitat
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr. Er würde die Fliege machen.
Du hast jedes "würde" grün markiert (was übrigens unpraktisch ist, wenn ich Dich wiederum zitiere). Ich nehme also an, dass sie Dich in der Häufung stören. Da ist was dran … ich werde den Abschnitt kürzen, weil er Tempo nimmt, dann entfallen einige oder alle.

Zitat
Eigentlich hatte es nie angefangen. Schade. (für mich zu viele "hatte" in den letzten paar und kommenden Sätzen) Sie hatte sich in seinem Kopf eingenistet

Die Häufung kleiner Wörter haben wir schon öfter diskutiert. Mich stört das nicht so sehr wie Dich.  Wobei ich finde, dass „hatte“ ein Wort ist, das eher Tempo bremst. Tatsächlich ist es hier in Häufung eher ungünstig.

Zitat
Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Das Tempo seiner Kabine wurde immer langsamer. (habe dir die monotonen Satzanfänge mit "Artikel + Gegenstand unterstrichen, nimmt dir alles Tempo)

Ich denke auch, dass im Normalfall die Satzanfänge variieren sollten, glaube aber nicht, dass das Tempo nimmt. Im Gegenteil: Hier müssen die Fakten Schlag auf Schlag kommen, in der Reihenfolge, wie sie der Prota wahrnimmt. Schriebe ich etwa: Um herauszuklettern, wäre die Öffnung groß genung“, so wäre das nicht gut. Denn er sieht zuerst die Öffnung – denkt: okay, groß genug ... 

Zitat
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.
Sollte er …?
Hier finde ich die Dopplung von "sollte" durchaus erträglich. Geschmackssache.

Zitat
Eine halbe Drehung, (dann quetschte er) er quetschte ein Bein

hier würde das „dann“ Tempo nehmen.

Zitat
Er baute Spannung im Körper auf und löste die linke Hand von der Fensterkante.

Würde er keine Spannung aufbauen beim Weitergreifen, so würde er herunterfallen. Er weiß als Kletterer, wie man so etwas macht.

Zitat
Gehetzheit naja. Für mich eher nicht, aber ich stelle mir das auch sehr schwer zu schreiben vor.

Nicht unbedingt. Ich habe dabei einige Fehler gemacht.

Zitat
Alles in allem würde ich es dir abkaufen
:)

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #16 am: 24 September 2017, 17:37:04 »
Hallo Ryek,

vielen Dank!

Zitat
Zitat
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.

Bis dahin ist es klar. Nun ist er draußen, abgestützt mit den Händen am Fenster. Seine Füße baumeln. Ok so weit.

Was Du hier missverstanden hast, ist, dass er sich jetzt noch am Fenster abstützt. Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.

Zitat
Zitat
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr.

… und stürzt ab, da er sich mit der Linken unmöglich allein halten kann
Das wäre nur der Fall, wenn er noch immer aufgestützt wäre. Man kann durchaus an einem Arm hängen, wie zahllose Cliffhanger-Filme beweisen.

Zitat
Da geht noch mehr. Hier wird die Gehetztheit zu viel erzählt, es gibt zu viele "Insights".

Stimmt. Wird verbessert.

merin

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #17 am: 24 September 2017, 18:42:41 »
Hast du meine Röstung gesehen?
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #18 am: 24 September 2017, 19:19:54 »
Natürlich, merin! Danke dafür. Ich war aber nach Beantwortung der andren Röstungen etwas abgeschlafft – und  habe es auf morgen verschoben. Ich will ja angemessen reagieren und nicht in müdem Zustand.


Liebe Grüße

Oldlady

merin

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #19 am: 24 September 2017, 20:19:12 »
Das verstehe ich gut.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Ryrke

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #20 am: 24 September 2017, 20:20:45 »
Erst mal schön, dass ich wenigstens in ein paar Punkten hilfreich sein konnte :)
"What we call imagination is actually the universal library of what's real. You couldn't imagine it if it weren't real somewhere, sometime." Terence McKenna

Trippelschritt

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #21 am: 25 September 2017, 11:50:45 »
Hallo Trippel,

Zitat
Ein erklärender Textteil unterbricht das ganze Tempo und schmeißt alles an Spannung raus, was du gerade aufgebaut hast.


Dass in dem Abschnitt

Zitat
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr.

zu viel Erklärung steckt, ist richtig. Wobei ich denke, dass da in gekürzter Form schon etwas rein kann (Patrick macht sich Vorwürfe, dass er dumm reagiert hat, das gehört für mich zu seinem inneren Dialog).

Etwa so: Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Was für eine Riesendummheit, auf ihn loszugehen!

Ich werde den Text noch weiter auf Spannungs-Unterbrechungen abklopfen.

Vielen Dank!
Liebe Grüße
Oldlady

Hallo Oldlady,
ich war wohl etwas knapp mit meinem Kommentar, aber ich kann zurzeit nicht immer, wie ich will.
Es ging mir weniger um die Info als um die Erklärung. Da ist der Leser ganz beim Helden. Und dann kommt plöztzlich eine Stimme aus dem Off mit einer Erklärung. Das geht nicht.
Was du aber machen kannst, wenn die Info wichtig ist, ist, in den Kopf des Helden zu gehen. Etwa so: Da hatte sich aber auch alles gegen mich verschworden. Erst dies .... dann das .... und zum Schluss auch noch ...

Dann bleibt der Leser bei der Figur und es kann weiter gehen. Aber auch das nimmt Tempo raus. Überleg es dir, was die beste Lösung ist.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Wer bin ich, wer war ich, wer werde ich sein?

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #22 am: 25 September 2017, 12:41:51 »
Hallo merin,

herzlichen Dank!

Zitat
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.

Erbse wird rausgepickt. Hast Recht!

Zitat
Zitat
und schnappte rechts weiter zu seiner Befestigung

Das verstehe ich nicht. Schnappen kenne ich nur als etwas, was man mit dem Mund tut. Oder etwas schnappte oder man schnappt nach etwas.

Er schnappt nach rechts weiter  (das „nach“ hatte gefehlt, danke!)

Ich hab die Szene gern gelesen und freue mich auf den nächsten Krimi!

 :cheer:

Das war hilfreich.  Auch Erbsen sind wichtig!


Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #23 am: 25 September 2017, 12:44:05 »
Hallo Ryrke,

wir sind nicht immer einer Meinung bei den kleinen Wörtern. Trotzdem ist es gut, wenn Du mich auf Häufungen hinweist, die Dich stören. Also: Du warst mehr als nur "ein bisschen hilfreich"!

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #24 am: 25 September 2017, 12:46:50 »

Hallo Trippel,

ich denke ich habe auch Deine kurze Erklärung verstanden.

Zitat
Was du aber machen kannst, wenn die Info wichtig ist, ist, in den Kopf des Helden zu gehen. Etwa so: Da hatte sich aber auch alles gegen mich verschworden. Erst dies .... dann das .... und zum Schluss auch noch ...

Dann bleibt der Leser bei der Figur und es kann weiter gehen. Aber auch das nimmt Tempo raus. Überleg es dir, was die beste Lösung ist.

Ich überlege, ob ich die Infos woanders hinpacke. Das könnte klappen und würde das Tempo sicher verbessern.

Vielen Dank!

Ryrke

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #25 am: 25 September 2017, 15:22:18 »
 :rotwerd: :rotwerd: :rotwerd:

Danke!
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Ryek Darkener

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #26 am: 25 September 2017, 19:26:23 »

Zitat
Zitat
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.

Bis dahin ist es klar. Nun ist er draußen, abgestützt mit den Händen am Fenster. Seine Füße baumeln. Ok so weit.

Was Du hier missverstanden hast, ist, dass er sich jetzt noch am Fenster abstützt. Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.

Zitat
Zitat
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr.

… und stürzt ab, da er sich mit der Linken unmöglich allein halten kann
Das wäre nur der Fall, wenn er noch immer aufgestützt wäre. Man kann durchaus an einem Arm hängen, wie zahllose Cliffhanger-Filme beweisen.


Ok. Wenn er am Fenster mit beiden Armen hängt und die Entfernung passt, dann sollte das klappen.
Zitat
Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.
Das Textstück hat mir gefrehlt.  :biggrin:
DSvU-4(5) "Wurzeln und Flügel (AT)": Plotten (demnächst;))
Inspektor Mops 2020: Überarbeiten

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #27 am: 25 September 2017, 23:16:59 »
Stimmt, das fehlt. Muss ich noch einbauen. Danke!!

Oldlady

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #28 am: 12 Oktober 2017, 13:31:45 »
Liebe Mods,

hier kann dann geschlossen werden.

Vielen Dank!

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Re: Flucht aus der Gondel
« Antwort #29 am: 12 Oktober 2017, 15:48:17 »
 :cheer: :closed:
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.