17 Januar 2021, 17:45:57

Autor Thema: Lyrische Prosa 1. Versuch  (Gelesen 3212 mal)

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Ryrke

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Re: Lyrische Prosa 1. Versuch
« Antwort #30 am: 13 November 2017, 15:09:47 »
Hallo Oldlady,
bin dir noch eine Antwort schuldig :)
Danke für die restlichen Kommentare!

Zitat
Wieso dieses „Selbst ich“? Das klingt, als  könnte der Gedichtschreiber die Macht haben, das Schicksal zu ändern. Finde ich hier seltsam.

Bitte nicht den Gedichtschreiber mit dem lyrischen Ich verwechseln :) Vielleicht war das von mir schon irgendwie falsch konzipiert, aber ich bin der Meinung, dass das lyrische Ich durchaus der Meinung sein kann, Macht über etwas zu haben, vielleicht weil ihm vorher alles geglückt ist oder es eben bis zum Einschnitt gut lief. Weißt du, wie ich das meine?

Liebe merin,
 
Zitat
Wenn der Text aber so vage ist, dass die Interpretation beliebig wird, dann ist das meines Erachtens keine Verdichtung und auch keine Mehrdeutigkeit. Die spannende Frage ist, ob es dann Beliebigkeit ist oder Unterdetermination, die Freiräume lässt, die den Text gerade gut machen. Aber vielleicht ist das eine theoretische Diskussion, die wir besser abtrennen? Mit Deinem Text hat sie nicht so viel zu tun. Andererseits: Man könnte sie auch zum Text zurückführen. Die Stimmung, die dieser hinterlässt, ist ja mitnichten beliebig.

Das stimmt. Ich empfinde ihn nicht als vage, aber ich hatte ja das konkrete Beispiel vor Augen, was der Leser natürlich nicht hat. Daher kamen ja erst die verschiedenen Interpretationsebenen auf. Mir war also gar nicht so klar, dass es so ist - vielleicht ist das tatsächlich eine unbewusste Unterdetermination.  :rotwerd: Ich könnte mir das gut als theoretische Diskussion vorstellen. Ich fände den Freiraumgedanken echt gut, müsste aber auch noch mal nachdenken, wie man diesen von vorn herein zustande bringt.  :confused:

LG, Ryrke
"What we call imagination is actually the universal library of what's real. You couldn't imagine it if it weren't real somewhere, sometime." Terence McKenna