10 April 2021, 21:26:15

Autor Thema: AT Virus RH-135 | 2. Versuch  (Gelesen 5856 mal)

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Supertim99

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AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« am: 26 Oktober 2017, 00:28:42 »
Huhu ihr Teufel und Dämonen... :diablo:

hat um einiges länger gedauert als ich gehofft hatte, da es nicht leicht ist, einen Anfang so umzuschreiben, dass man den bestehenden Rest nicht wegschmeißen muss.

Jedenfalls möchte ich euch die neuere und hoffentlich realistischere Version meines Geschichtenanfangs auf den Rost schmeißen (dieses Mal ein um einiges kürzerer Ausschnitt).. Hoffe, dass ich bald nochmal Zeit finde, selbst die Gabel zu schwingen.

Bitte eine vollständig gemeine Röstung (sofern auf diesem kleinen Ausschnitt möglich), vor allem aber unter den Gesichtpunkten (gerne, aber nicht notwendigerweise, auch im Vergleich zum 1. Versuch):
1) Wie gut (/Wie viel besser) kann man sich die Szene vorstellen?
2) Auf einer Skala von "absolut abschreckend" bis "zum weiterlesen anregend", wo seht ihr den Anfang (im Vergleich zum 1. Versuch)?


"Das Parlamentarium wird bestimmt totaaal spannend", meinte Jonas ironisch und blickte auf die vor uns liegende Straße. "Ja, wir lernen endlich mal richtige Politiker kennen", fügte Emily fröhlich hinzu, die seine Ironie offenbar überhaupt nicht verstand. Es versprach ein schöner Tag zu werden - die Sonne schien mild auf die belgische Landschaft, der Bus glitt ruhig über die Autobahn und das Klima war angenehm. Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte. Ich saß ganz vorne im Bus, rechts, denn die Sitze der linken Seite hatten sich die Lehrer schon im Vorfeld reserviert. Der Platz neben mir war frei. Nicht, weil mich niemand leiden konnte, sondern weil sich einfach jeder meiner Kumpels mit irgendjemandem noch besser verstand. Hinter mir saßen Franz und Jonas, mit denen ich ziemlich gut klar kam. Mein Blick schweifte durch die Reihen. Sarah und Toni unterhielten sich mit Jana, während die meisten anderen Mädchen „Stadt, Land, Fluss“ spielten oder Musik hörten. Auch die Jungs verbrachten ihre Zeit größtenteils mit Spotify und Gesprächen. Die Kandidaten am Ende des Ganges drehten stattdessen Zigaretten und steckten sie hinter ihre Ohren. „Hey Lizzie“, brüllte Raphael durch den Bus. „Was?!“, rief sie misstrauisch zurück, da sie die Ärgereien bereits kannte. „Nix“, erklärte er grinsend und brach mit der hinteren Reihe in unverhältnismäßiges Gelächter aus. Lizzie warf ihren Kopf in die Rückenlehne und verdrehte die Augen. Außer mir schien wirklich jeder etwas zu tun zu haben. Der Busfahrer summte ein Lied vor sich hin und ich konnte nicht sagen, ob ich es kannte, oder nicht. Frau Peters erklärte Frau Schuster besorgt, dass wir schon knapp 10 Minuten zu spät seien, was diese jedoch nicht zu interessieren schien. Überhaupt hatte ich Frau Schuster noch nie gestresst erlebt. Sie war das genaue Gegenteil der pingeligen Frau Peters, und insgeheim war ich froh, dass sie mitfuhr und bei all den Regeln für ein wenig Lockerheit sorgte. Jonas stand auf und quetschte sich an Franz Füßen vorbei, um den mit blauen LEDs gesäumten Gang hinunter zur Toilette zu gehen. Nach gerade einmal einer halben Minute kam er zurück, zuckte mit den Achseln und erklärte: „Kaputt!“.
„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer aus dem Nichts. „Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen. „Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er. Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke: „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“ „War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht. Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte. „Da mussich gucken wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“ “Na Gott sei dank. Ich dachte schon wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert, aber mit leichtem Groll über den Irrtum in der Stimme. Dann ging die Fahrt noch einige Zeit lang ruhig weiter, bis Willi irgendwann den deutschsprachigen Radiosender lauter stellte. Da ich ganz vorne saß, konnte auch ich neben den Lehrerinnen die Nachrichten mithören:

Na dann mal hart ran! Vielen Dank schon einmal im Vorraus :)
« Letzte Änderung: 26 Oktober 2017, 19:05:14 von Supertim99 »

Oflinitrium

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #1 am: 26 Oktober 2017, 11:08:29 »
Eine vollständige Röstung (nur auf diesen Text bezogen) ist etwas schwierig, weil es wirklich ganz am Anfang ist und man noch keine Ahnung hat wo die Reise hingehen soll. Im Moment könnte es noch in jedes Genre (außer vielleicht High-Phantasy^^) passen.

Ich fasse mal etwas flapsig zusammen, was mir beim Lesen durch den Kopf ging.
Zuerst einmal, es war interessant zu lesen und das Tempo gefällt mir gut. Im Vergleich zu deinem ersten Versuch kommen viele kleine schöne (und für den späteren Verlauf auch wichtige Details) durch, ohne sich zu offensiv in den Vordergrund zu stellen. Ich habe ein lebhaftes Bild im Kopf und erinnere mich zwangsläufig an meine eigene letzte Klassenfahrt. Das gefällt mir sehr gut(!) und hat mir im ersten Versuch vollständig gefehlt. Dort hatte ich weder Zeit noch Gelegenheit mir irgendetwas vorzustellen oder mich an irgendetwas zu erinnern, weil direkt die Welt unterging.
Dein Stil und deine Wortwahl gefällt mir jetzt auch um einiges besser als im ersten Versuch.
Durch das einbauen von Willy hast du es geschafft deinem Charakter von Anfang an ein wenig Persönlichkeit zu geben und der Busfahrer ist auf einmal mehr als nur eine Marionette.

Zitat
Mir würde es übrigens als Leser gefallen, wenn du das (falls Möglich) beibehälst, dass dein Prota Fremden Leuten oder auch seinen Klassenkameraden im Kopf Stempel mit anderen Namen aufdrückt. Das macht ihn ein wenig sympathisch und erlaubt es dir durch einen einfachen Namen auszudrücken wie die Figur zum jeweils anderen steht. Durch so etwas kannst du auch kleinere Spielereien wie z.B. dass er nach einer Aktion darüber nachdenkt ob Mr. Superwichtig (sarkastisch gemeint) vielleicht einen sympathischeren Namen verdient hätte. Dann baut Mr. Superwichtig wieder Mist und dein Prota seufzt nur in Gedanken "Chance vertan, manche Menschen ändern sich nie." Ich weiß sehr plattes Beispiel, aber ich hoffe man versteht was ich meine. Als Leser mag ich persönlich es recht gerne, wenn mit dieser Art Humor gleich 2 Figuren charakterisiert werden und die Figuren schlagartig in meinem Kopf ein Gesicht haben. Außerdem sind solche Flausen bei jungen Halbstarken- wie in deiner Geschichte glaubhafter als bei Erwachsenen. (Warum auch immer... solche Gedanken haben Erwachsene genauso wie Jugendliche... aber Schwamm drübber) Allerdings ist das ein zweischneidiger Tipp. Was an bestimmten Stellen passend ist und sich gut liest, ist bei anderen Stellen eher im Weg und nervig. Auf die Dosierung kommt es dabei an.

Auch dass die Lehrerinnen von Anfang an Screentime bekommen ist eine Komponente die das Ganze direkt glaubhafter macht.
Zum tatsächlichen Rösten ist mir die Passage tatsächlich zu kurz und allgemein. Im Grunde kann man nur etwas dazu sagen, wenn man deinen ersten Versuch vollständig gelesen hat und weiß worum es geht. Dahingehend lässt sich sagen, dass es schön zu sehen ist wie du dir die Kritik zu Herzen genommen hast und versuchst umzusetzen und: In diesem Bereich ist dir die Umsetzung bereits gelungen. 

Auf deiner Skala pendelt dein Text definitv eher in Richtung "zum weiterlesen anregend", einfach weil ich noch keinen Dunst habe worum es überhaupt geht. (Natürlich Buchtitel, KLappentext etc. pp. mal außen vorgelassen.) Man sieht einen deutlichen Forschritt. Was du vorher in 7 Sätzen zusammengefasst hast, gibst du jetzt Platz zum entfalten, was wichtig ist. Mach so weiter und du bist auf einem guten Weg, dass ich die nachfolgenden Szenen mit Interesse lesen werde.
« Letzte Änderung: 26 Oktober 2017, 12:48:27 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

Supertim99

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #2 am: 26 Oktober 2017, 12:49:02 »
Hallo Ofli,

danke für die schnelle Rückmeldung! Es freut mich sehr, dass ich die Kritik der ersten Version scheinbar doch recht gut umsetzen konnte, da war ich mir absolut nicht sicher, weil sich bekanntermaßen Schwachstellen oft erst offenbaren, wenn andere Augen drüberlesen. Wenn ich weiß, dass das der richtige Weg ist, bin ich auch gleich hundertmal motivierter, mich weiter dem Überarbeiten zu widmen  :cheer:

Zitat von: Oflinitrium
Mir würde es übrigens als Leser gefallen, wenn du das (falls Möglich) beibehälst, dass dein Prota Fremden Leuten oder auch seinen Klassenkameraden im Kopf Stempel mit anderen Namen aufdrückt. Das macht ihn ein wenig sympathisch und erlaubt es dir durch einen einfachen Namen auszudrücken wie die Figur zum jeweils anderen steht. Durch so etwas kannst du auch kleinere Spielereien wie z.B. dass er nach einer Aktion darüber nachdenkt ob Mr. Superwichtig (sarkastisch gemeint) vielleicht einen sympathischeren Namen verdient hätte. Dann baut Mr. Superwichtig wieder Mist und dein Prota seufzt nur in Gedanken "Chance vertan, manche Menschen ändern sich nie." Ich weiß sehr plattes Beispiel, aber ich hoffe man versteht was ich meine. Als Leser mag ich persönlich es recht gerne, wenn mit dieser Art Humor gleich 2 Figuren characterisiert werden und die Figuren schlagartig in meiem Kopf ein Gesicht haben. Außerdem sind solche Flausen bei jungen Halbstarken wie in deiner Geschichte glaubhafter als bei Erwachsenen. (Warum auch immer... solche Gedanken haben Erwachsene genauso wie Jugendliche... aber Schwamm drübber) Allerdings ist das ein zweischneidiger Tipp. Was an bestimmten Stellen passend ist und sich gut liest, ist bei anderen Stellen eher im Weg und nervig. Auf die Dosierung kommt es dabei an.
Die Idee gefällt mir sehr gut, mal sehen, ob ich so etwas gut einbauen kann! :)

Nichtsdestotrotz würde ich mich auch freuen, wenn ein paar andere Augen mir vielleicht doch noch unausgereifte Stellen zeigen könnten, auch wenn der Ausschnitt so kurz und noch recht allgemein ist :)

« Letzte Änderung: 26 Oktober 2017, 12:51:39 von Supertim99 »

Viskey

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #3 am: 26 Oktober 2017, 15:59:43 »
Hey!

Ich kann mich eigentlich Ofli anschließen, der meine Gedanken, die ich zu dem Text hatte, bereits so schön formuliert hat, dass ich dem nichts mehr hinzuzufügen habe. ;)

Weiterlesen ... bei mir rein vom Thema her eher nein, aber mit Schülern auf Klassenfahrt werde ich einfach nicht mehr warm, mit meinen 40+. Vor 20 Jahren hätte ich aber wahrscheinlich auch erst mal noch weitergelesen.

Im Vergleich zum 1. Versuch eine eindeutige Verbeserung!

lg, Viskey
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kass

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #4 am: 26 Oktober 2017, 18:39:57 »
Hi!

Ja, eine deutliche Verbesserung! Dem schließe ich mich an.

Mir gefällt dein lockerer Stil sehr gut. Das ist sehr angenehm zu lesen.

Aber natürlich gibt es auch ein Aber. Mir tauchen einfach viel zu viele Personen auf, gerade für einen Einstieg. Auch hatte ich nach den ersten zwei Sätzen den Eindruck, dass plötzlich die Perspektive gewechselt wird. Es wäre vielleicht eine Überlegung wert, um den Einstieg in die Geschichte zu vereinfachen, es zu kürzen. Ich mach das einfach mal, schau dir an, ob es dir zusagt.

[quote]"Das Parlamentarium wird bestimmt totaaal spannend", meinte Jonas ironisch und blickte auf die vor uns liegende Straße. "Ja, wir lernen endlich mal richtige Politiker kennen", fügte Emily fröhlich hinzu, die seine Ironie offenbar überhaupt nicht verstand. Es versprach ein schöner Tag zu werden - die Sonne schien mild auf die belgische Landschaft, der Bus glitt ruhig über die Autobahn und das Klima war angenehm. Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte. Ich saß ganz vorne im Bus, rechts, denn die Sitze der linken Seite hatten sich die Lehrer schon im Vorfeld reserviert. Der Platz neben mir war frei. Nicht, weil mich niemand leiden konnte, sondern weil sich einfach jeder meiner Kumpels mit irgendjemandem noch besser verstand. Hinter mir saßen Franz und Jonas, mit denen ich ziemlich gut klar kam. Mein Blick schweifte durch die Reihen. Sarah und Toni unterhielten sich mit Jana, während die meisten anderen Mädchen „Stadt, Land, Fluss“ spielten oder Musik hörten. Auch die Jungs verbrachten ihre Zeit größtenteils mit Spotify und Gesprächen. Die Kandidaten am Ende des Ganges drehten stattdessen Zigaretten und steckten sie hinter ihre Ohren. „Hey Lizzie“, brüllte Raphael durch den Bus. „Was?!“, rief sie misstrauisch zurück, da sie die Ärgereien bereits kannte. „Nix“, erklärte er grinsend und brach mit der hinteren Reihe in unverhältnismäßiges Gelächter aus. Lizzie warf ihren Kopf in die Rückenlehne und verdrehte die Augen. Außer mir schien wirklich jeder etwas zu tun zu haben. Der Busfahrer summte ein Lied vor sich hin und ich konnte nicht sagen, ob ich es kannte, oder nicht. Frau Peters erklärte Frau Schuster besorgt, dass wir schon knapp 10 Minuten zu spät seien, was diese jedoch nicht zu interessieren schien. Überhaupt hatte ich Frau Schuster noch nie gestresst erlebt. Sie war das genaue Gegenteil der pingeligen Frau Peters, und insgeheim war ich froh, dass sie mitfuhr und bei all den Regeln für ein wenig Lockerheit sorgte. Jonas stand auf und quetschte sich an Franz Füßen vorbei, um den mit blauen LEDs gesäumten Gang hinunter zur Toilette zu gehen. Nach gerade einmal einer halben Minute kam er zurück, zuckte mit den Achseln und erklärte: „Kaputt!“.
„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer aus dem Nichts. „Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen. „Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er. Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke: „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“ „War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht. Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte. „Da mussich gucken wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“ “Na Gott sei dank. Ich dachte schon wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert, aber mit leichtem Groll über den Irrtum in der Stimme. Dann ging die Fahrt noch einige Zeit lang ruhig weiter, bis Willi irgendwann den deutschsprachigen Radiosender lauter stellte. Da ich ganz vorne saß, konnte auch ich neben den Lehrerinnen die Nachrichten mithören:
[/quote]
Merkzettel für mich: Nicht ins Höllenfenster stellen!
(Experiment für Gedächtnistraining, Klappe 1)

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #5 am: 26 Oktober 2017, 19:03:55 »
Hi kass,

vielen Dank für deinen Vorschlag! Klar, rausstreichen geht immer, nur habe ich die Befürchtung, dass der Leser so nicht viel aus dieser Einleitung mitnehmen kann. Die Personen müsste ich dann zu anderen Zeitpunkten zuführen, was vielleicht für den Leser leichter zu verarbeiten ist, aber sich auch um einiges schwieriger gestalten könnte. Ich prüfe gleich mal, was ich da rauswerfen kann, die kaputte Toilette ist auf jeden Fall (in der momentanen Fassung des weiteren Handlungsverlaufes) später von zentraler Bedeutung.

Danke auch an Viskey für das liebe Feedback :)

Naleesha

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #6 am: 26 Oktober 2017, 22:41:34 »
hi,

Ich will definitiv noch was dazu sagen, komme aber erst am Wochenende dazu (wenn ich fertig bin mit Tasche packen)

LG, Nalee
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #7 am: 27 Oktober 2017, 23:05:32 »
Hi Supertim,

ich fand den Einstieg gut zu lesen, bis zu der unten zitierten Stelle. Der Prota war mir auch etwas sympathischer als beim ersten Mal. Auch entstand ein Bild von den Leuten im Bus, wenn auch etwas vage, ich hätte gern wenigstens zu ein oder zwei Personen kleine Attribute: Der dicke Willi, die schlaksige Mandy, der immer Jeansjacke tragende Alf. Sowas halt. So sind sie alle sehr eine Masse, Frau Peters und der Busfahrer werden etwas hervorgehoben, zu denen habe ich aber kein Bild. Der Dialog ist auf jeden Fall gut, weil er beide plastischer macht.
Gut gefallen hat mir auch die Sprache, flockig, leicht lesbar. Sehr schön, wenn man auch noch einige Feinheiten polieren könnte. Für mich gibt es aber ein weit größeres Problem: Leider war für mich kein Haken erkennbar, an dem sich mein Interesse hätte festhängen können. Daher würde ich wohl nicht weiter lesen, oder jedenfalls nicht mehr sehr weit. Ich brauche eine Frage, etwas, was mich vorantreibt. Eine Idee, worum es in der Geschichte gehen könnte. Das ist für mich hier nicht vorhanden. Die Szene ist rein beschreibend, aber es passiert nichts, was einen Konflikt andeutet. Das würde ich hier aber haben wollen.

Zitat
erklärte: „Kaputt!“.
„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer aus dem Nichts. „Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen. „Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er. Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke: „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“ „War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht. Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte. „Da mussich gucken wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“ “Na Gott sei dank. Ich dachte schon wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert, aber mit leichtem Groll über den Irrtum in der Stimme. Dann ging die Fahrt noch einige Zeit lang ruhig weiter, bis Willi irgendwann den deutschsprachigen Radiosender lauter stellte. Da ich ganz vorne saß, konnte auch ich neben den Lehrerinnen die Nachrichten mithören:

Hier stocke ich einerseits wegen der Formatierung (Absätze bitte!) und wegen mehrerer kleiner Fehler. Der Busfahrer kann keinen Bericht beenden, den er nicht gegeben hat. Außerdem: Wenn Radio läuft, warum hat nur er es gehört?
Dann: Warum dem Busfahrer nicht einen realen Namen geben? Oft stellen die sich ja auch wirklich vor. Ich kannte bei jeder Klassenfahrt den Namen des Fahrers. So ist es witzig, für mich aber unrealistisch.
Dann würde ich gern wissen, wieso Frau Peters angespannt ist, oder wenigstens eine Idee haben. Denn sonst ist sie ja eine coole, so habe ich es verstanden.
Und
Zitat
mit leichtem Groll über den Irrtum in der Stimme
fällt sehr raus vom restlichen Schreibstil und passt inhaltlich auch nicht ganz.

Beste Grüße
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Naleesha

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #8 am: 28 Oktober 2017, 13:40:44 »
Hallo Tim,

Dann röste ich auch mal durch.  :diablo:

Mir ist viel an deinem Text aufgefallen. Vor Allem, dass es eher eine Art Vorwort vor der eigentlichen Geschichte sein könnte als ein tatsächlicher Beginn.
Außerdem finde ich da recht viele Stellen, die in der Formulierung ein wenig holpern. Ich werde mal fix im Text verdeutlichen was ich meine.

"Das Parlamentarium wird bestimmt totaaal spannend", meinte Jonas ironisch (woher weiß "ich" denn, dass es ironisch war? vielleicht "mit einer vor Ironie triefenden Stimme"?) und blickte auf die vor uns liegende Straße. "Ja, wir lernen endlich mal richtige Politiker kennen", fügte Emily fröhlich hinzu, (hier fänd ich einen Punkt besser, wonach der folgende Teilsatz mehr wie eine Annahme von "ich" wirkt. das bringt uns etwas näher an ihn heran. etwas so: fügte Emily fröhlich hinzu. Offenbar versteht sie die Ironie nicht.) die seine Ironie offenbar überhaupt nicht verstand. Es versprach ein schöner Tag zu werden - die Sonne schien mild auf die belgische Landschaft, der Bus glitt ruhig über die Autobahn und das Klima war angenehm. Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte. Ich saß ganz vorne im Bus, rechts, denn die Sitze der linken Seite hatten sich die Lehrer schon im Vorfeld reserviert. (dieser Satz liest sich für mich sehr holprig. Ich saß ganz vorne im Bus. Da für die Lehrer die Sitze auf der linken Seite gedacht waren, saß ich natürlich rechts. auf diese Weise kann man sogar noch ein wenig Gefühl von "ich" mit einflechten. mag er es gerne, rechts zu sitzen oder will er doch viel lieber links sitzen? usw. solche kleinigkeiten halten uns dann auch nah an "ich" dran, was den text gleich viel zugänglicher macht. Der Platz neben mir war frei. Nicht, weil mich niemand leiden konnte, sondern weil sich einfach jeder meiner Kumpels mit irgendjemandem noch besser verstand. (wie fühlt er sich dabei? ist das für ihn ok, oder wünscht er sich, dass da wenigstens einer seiner Kumpel säße? oder zieht er es sogar vor allein zu sein um seinen Gedanken nachhängen zu können?
 und was wären das für Gedanken?)
Hinter mir saßen Franz und Jonas, mit denen ich ziemlich gut klar kam. Mein Blick schweifte durch die Reihen. Sarah und Toni unterhielten sich mit Jana, während die meisten anderen Mädchen „Stadt, Land, Fluss“ spielten oder Musik hörten. Auch die Jungs verbrachten ihre Zeit größtenteils mit Spotify und Gesprächen. Die Kandidaten am Ende des Ganges drehten stattdessen Zigaretten und steckten sie hinter ihre Ohren. „Hey Lizzie“, brüllte Raphael durch den Bus. „Was?!“, rief sie misstrauisch zurück, da sie die Ärgereien bereits kannte. „Nix“, erklärte er grinsend und brach mit der hinteren Reihe in unverhältnismäßiges Gelächter aus. (wo liegt hier der Sinn? wenn sie wirklich ne Anspielung gemacht hätten, die dazu gedacht war, sie ein wenig zu ärgern, wäre das besser gewesen als nur "nix".)Lizzie warf ihren Kopf in die Rückenlehne und verdrehte die Augen. Außer mir schien wirklich jeder etwas zu tun zu haben. Der Busfahrer summte ein Lied vor sich hin und ich konnte nicht sagen, ob ich es kannte, oder nicht. Frau Peters erklärte Frau Schuster besorgt, dass wir schon knapp 10 Minuten zu spät seien, was diese jedoch nicht zu interessieren schien. Überhaupt hatte ich Frau Schuster noch nie gestresst erlebt. Sie war das genaue Gegenteil der pingeligen Frau Peters, und insgeheim war ich froh, dass sie mitfuhr und bei all den Regeln für ein wenig Lockerheit sorgte. Jonas stand auf und quetschte sich an Franz Füßen vorbei, um den mit blauen LEDs gesäumten Gang hinunter zur Toilette zu gehen. Nach gerade einmal einer halben Minute kam er zurück, zuckte mit den Achseln und erklärte: „Kaputt!“.
„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer wie aus dem Nichts. „Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen. „Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er. Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke: „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“ „War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht. Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte. „Da mussich gucken wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. (hier bin ich kurz über den Einschub gestolpert. vielleicht schon erwähnen, wie "ich" den Busfahrer getauft hat, als er über das Lied nachdenkt, dass dieser pfeifft.) „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“ “Na Gott sei dank. Ich dachte schon wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert, aber mit leichtem Groll über den Irrtum in der Stimme. Dann ging die Fahrt noch einige Zeit lang ruhig weiter, bis Willi irgendwann den deutschsprachigen Radiosender lauter stellte. Da ich ganz vorne saß, konnte auch ich neben den Lehrerinnen die Nachrichten mithören:

Du benutzt sehr viel "und" in deinem Text. Ich hab es dir mal rot gefärbt um es zu verdeutlichen. Das streckt die Sätze manchmal auf eine Weise, die es unnatürlich werden lässt. Klar, bei den Aufzählungen, wer wo sitzt kann man das "und" nicht weglassen, aber bei vielen anderen "und"s kann man durch Umstellung und Aufteilung der Sätze mehr gewinnen als die Sätze so aneinander zu tackern. einige Kommafehler und generell eine Verbesserung zur besseren Lesbarkeit hab ich dir in lila reingefärbt. Darüber hinaus fand ich es schade, dass du in deinem ersten Versuch tatsächlich bis zum Ausbruch des Virus gegangen bist, was mir hier aber völlig fehlt. Wie Ofli schon anmerkte, kann es von hier aus in jedem Genre weitergehen (sogar im high Fantasy  :diablo: denk mal nur an die Chroniken von Narnia... das wäre auch high Fantasy... so nach dem Motto: Auf einmal zog ein gewaltiges Gewitter auf und der Bus wurde von einem starken Windstoß erfasst. der Fahrer verliert die Kontrolle, sie fahren ins Wasser und landen in einer völlig anderen Welt, da der Gewittersturm ein interdimensionales Portal geöffnet hat...  :devgrin:)

vielleicht baust du ein bisschen Foreshadowing ein. Vielleicht wollen sie nicht ins Parlamentarium nach Brüssel, sondern z.B. in eine Forschungseinrichtung, die sich mit Biochemie und so'n Zeug befasst. (ich hab mal spontan ein oder zwei rausgesucht in Belgien. CRI und Barc Europe. und unterwegs reden sie über die seltsamen Meldungen von Krankheitsfällen in den letzten Monaten, die die Ärzte vor Rätsel stellen oder sowas.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu hart für dich und du konntest mit meinen Anregungen etwas anfangen.
Nichts desto trotz solltest du dran bleiben. :)
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #9 am: 28 Oktober 2017, 14:19:43 »
Nalee ich finde es witzig, das du auf Kommafehler hinweist, weil ich immer das Gefühl hatte, du stehst mit Kommas auf Kriegsfuß. Mir sind keine Fehler aufgefallen, das muss aber zugegebenermaßen auch nicht viel heißen.

Aber eigentlich wollte ich nur einen Nachgedanken dalassen: Man kann den Haken wunderbar einbringen, in dem man das Radio wirklich laufen lässt und Willi und Frau Peters drauf reagieren lässt. So war es auch ursprünglich, oder? Es muss halt gut überlegt sein, was da im Radio läuft, so dass ich als Leserin eine Vorahnung habe, die Figuren aber vielleicht nicht.
Einen zweiten Haken würde ich an einen erahnbaren Konflikt zwischen dem Prota und jemand anderem hängen.
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Naleesha

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #10 am: 28 Oktober 2017, 15:24:28 »
Ja, klar stehe ich mit Kommas auch auf Kriegsfuß, nur MANCHMAL fällt mir ein Kommafehler dann doch auf und dann weise ich drauf hin. vor Allem, weil ich mich nach Kräften bemühe, selbst so wenige Kommafehler wie möglich zu machen. Waren ja auch nur 2 lila kommas, die da zu viel waren. Außerdem hab ich ja auch die Nähe zum Prota bemängelt obwohl ich und Gefühle... naja, du kennst es ja ^.^ ich bin auch immer viel zu weit weg von Nick und mache oft immer wieder die gleichen Fehler.

ansonsten, ja, die Vorahnung als Leserin, aber nicht bei den Charakteren, das sehe ich auch. Deshalb ja auch der Vorschlag am Rande Hinweise einzustreuen, wie z.B. das Forschungslabor anstatt des Parlamentaruims, oder die Erwähnung seltsamer Krankheitsfälle, über die sich die Kids jetzt nicht allzu viele Gedanken machen, aber nebenbei eben drüber geredet wird. Sowas schafft in meinen Augen eine durch Foreshadowing intensivierte Atmosphäre, sodass ich stärker in die Story reingezogen werde.

soweit so gut.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #11 am: 28 Oktober 2017, 15:46:49 »
Ich seh die lila Kommas irgendwie nicht.

Und ja, ich sehe auch in anderen Texten Fehler, die ich bei mir immer übersehe. :biggrin:
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #12 am: 28 Oktober 2017, 19:19:22 »
Hi merin und Naleesha,

vielen Dank für euer ausführliches und ehrliches Feedback. Danke auch merin für die Vorschläge mit den 'Haken', damit kann ich was anfangen! Und danke Naleesha für deine Recherche zu den Forschungseinrichtungen. Die Idee gefällt mir sehr gut, mal schauen was ich daraus mache. Von euch genannte Punkte, auf die ich jetzt nicht eingehe, sind natürlich vollständig gekauft.

Nalee, auch ich sehe leider keine lila Kommas, nur ein lila "wie". Dadurch, dass Jonas das "totaaaaal" auf diese Weise betont, wollte ich den ironischen Ton im Schriftbild aufzeigen, daher erschien mir "mit vor Ironie triefender Stimme" irgendwie doppelt-gemoppelt. Und diese Sache, jemanden zu rufen und dann nur "Nix" zu sagen, ist halt hier teilweise üblich, wenn man jemanden ärgern will. Ich sehe ein, dass das vielleicht komisch wirkt, wenn man das nicht so kennt.

@merin:
Zitat
Außerdem: Wenn Radio läuft, warum hat nur er es gehört?
Verdammt, da hast du wohl wieder einen Logikfehler gefunden :(
Und Frau Peters ist nicht die coole, Frau Peters ist die, die generell immer gestresst und streng und einfach nur anstrengend ist. Habe ich da irgendwo die Namen durcheinander geworfen? Dann bitte die Stelle zitieren, ich sehe das nämlich gerade nicht.
P.S.: Nur "Tim" hätte als Anrede auch gereicht :devgrin:
« Letzte Änderung: 28 Oktober 2017, 19:21:07 von Supertim99 »

merin

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #13 am: 28 Oktober 2017, 21:57:13 »
Dann hab ich das wohl durcheinander gebracht und nicht du. Jemanden rufen und dann nix sagen kenne ich übrigens auch, das war schon vor 25 Jahren "in".
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Supertim99

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #14 am: 28 Oktober 2017, 23:46:57 »
Bin jetzt gerade dabei, ein paar der "Und"s rauszunehmen.

Zitat
Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte.
=> Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte, was mich anscheinend zum Einzigen machte, der keine Musik hörte.

Das funktioniert schon, allerdings kann ich gerade schlecht einschätzen, ob diese Sätze noch zum restlichen Schreibstil passen und dazu, dass es im Grunde ja "Ichs" fließende Gedanken sind. Klingen die Sätze so zu konstruiert?
Wenn mir da mal jemand was zu sagen könnte wäre ich auch sehr dankbar :)

Naleesha

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #15 am: 29 Oktober 2017, 07:42:48 »
Bin jetzt gerade dabei, ein paar der "Und"s rauszunehmen.

Zitat
Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte.
=> Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte, was mich anscheinend zum Einzigen machte, der keine Musik hörte.

Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte, weshalb ich jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte.

Zitat
Die Kandidaten am Ende des Ganges drehten stattdessen Zigaretten und steckten sie hinter ihre Ohren.
Die Kandidaten am Ende des Ganges drehten stattdessen Zigaretten, die sie sich dann hinter die Ohren steckten.

Zitat
„Nix“, erklärte er grinsend und brach mit der hinteren Reihe in unverhältnismäßiges Gelächter aus.
„Nix“, erklärte er grinsend. Dann brach er mit der hinteren Reihe in unverhältnismäßiges Gelächter aus.

Zitat
Lizzie warf ihren Kopf in die Rückenlehne und verdrehte die Augen.
da wüsst ich jetzt auch nichts zum Ersetzen.

Zitat
Der Busfahrer summte ein Lied vor sich hin und ich konnte nicht sagen, ob ich es kannte, oder nicht
Der Busfahrer, Willy hatte ich ihn getauft, summte ein Lied vor sich hin. Ich überlegte, ob ich es kannte. Wahrscheinlich aber nicht.

Zitat
Sie war das genaue Gegenteil der pingeligen Frau Peters, und insgeheim war ich froh, dass sie mitfuhr und bei all den Regeln für ein wenig Lockerheit sorgte.
(hier hast du sogar zweimal und in einem Satz!)

Sie war das genaue Gegenteil der pingeligen Frau Peters. Deshalb war ich insgeheim froh, dass sie mitfuhr, sodass bei all den Regeln für etwas Lockerheit gesorgt war.

Zitat
Jonas stand auf und quetschte sich an Franz Füßen vorbei, um den mit blauen LEDs gesäumten Gang hinunter zur Toilette zu gehen.
könnte auch so stehen bleiben.

Zitat
Nach gerade einmal einer halben Minute kam er zurück, zuckte mit den Achseln und erklärte: „Kaputt!“.
Nach gerade einmal einer halben Minute kam er zurück. „Kaputt!“, erklärte er achselzuckend.

damit wären beinah alle und's weg. du musst nicht alle ersetzen, aber sie auf diese Weise auszudünnen macht den Text viel lesbarer. - finde ich.

und ich finde auch nicht, dass es aus dem Rahmen fällt was deinen Schreibstil betrifft.
LG Nalee
"was du mit deinem Körper verstanden hast, wirst du im Leben nie wieder vergessen." (Gichin Funakoshi)
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kass

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #16 am: 29 Oktober 2017, 09:33:07 »
Zitat
Bin jetzt gerade dabei, ein paar der "Und"s rauszunehmen.

Ich persönlich mag das Und sehr gerne und verwende es auch, um den Satzrythmus zu variieren, und nehme es auch, um die Sprache natürlicher erscheinen zu lassen, und überhaupt ist es eine zulässige und viel verwendete Art, Sätze miteinander zu verbinden. Das ist bei mir immer eine Bauchentscheidung, von der Perspektive abhängig und auch davon, ob ich schon zu viele Sätze mit Und drin habe.

Zitat
Zitat
Zitat
Blöd nur, dass ich meine Kopfhörer zuhause vergessen hatte und jetzt anscheinend der Einzige war, der keine Musik hörte.

In dem Satz würde mein Bauchgefühl das Und drin lassen. Klingt für mich stimmig.
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Aure

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #17 am: 29 Oktober 2017, 10:02:41 »
Ich finde, grade bei einer Geschichte mit jugendlichen Protagonisten ist eine natürliche, also eine zum Teil auch ungeschliffene und vor allem ungestelzte Sprache sehr wichtig.
Einige von Nalees Vorschlägen finde ich gut, viele der Sätze lassen sich für einen angenehmeren Lesefluss wirklich kürzen.
Mein Rat wäre aber, dass du erst mal schreibst, und dir um das Herumfeilen an einzelnen Wörtern dann später Gedanken machst. Dann hast du nämlich auch ein viel besseres Gefühl für die Erzählstimme deines Protagonisten, weil du ihn besser kennst, weil du schon viel mehr aus seiner Sicht geschrieben hast.

Insgesamt finde ich auch, dass sich dieser Text wesentlich besser liest als der erste Versuch.
We are not nouns, we are verbs. I am not a thing – an actor, a writer – I am a person who does things – I write, I act – and I never know what I am going to do next. I think you can be imprisoned if you think of yourself as a noun.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #18 am: 29 Oktober 2017, 13:04:29 »
Ich stimme kass und Aure zu: Lass die Unds Und sein und schau später drauf. Der gefragte Satz oben ist für mich auch mit und am stimmigsten.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #19 am: 29 Oktober 2017, 13:52:21 »
Danke für all eure Meinungen. Dann stelle ich diesen Teil der Überarbeitung mal noch etwas zurück.

Nalee, viele deiner Vorschläge gefallen mir sehr gut, vielen Dank :)

scura

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #20 am: 30 Oktober 2017, 10:43:01 »
Lieber Supertime, ich gehe jetzt mal nicht auf Details ein. Also ich finde den Teil wesentlich besser als bei der ersten Version. Ich bekomme schon ein wenig Einblick in das Leben und die Persönlichkeit deiner Hauptfigur.

Nur ich würde dir vor dem nächsten Weiterschreiben eines raten: Recherchiere mal wie die Vorgehensweise bei einem plötzlichen Katastrophe ist. Was passiert da. Gibt es einen Sirenenwarnung. Wird im Radio ein Aufruf gestartet... falls ja wie hört sich so etwas an... wird Evakuiert. Fährt das Militär und Polizei herum. Wird Quarantäne verhängt....

Ja und dann solltest du dir im klaren sein wie ein Virus wirkt. Wie schnell breitet er sich aus? Wo ist der Herd?
Gab es vorher schon vereinzelt Fälle?
Oder falls es so ein aus dem Labor ausgekommener Virus ist... wie schnell ist die Ausbreitung realistisch... also selbst wenn einmal anatmen reicht und man ist angesteckt... wie lang dauert bis man selbst ansteckend wirkt? Weil auch wenn sich Viren schnell ausbreiten... glaube ich nicht das es innerhalb von einer Stunde geht das ein gesamtes Land kontaminiert ist.... Recherchiere da mal... Weil du willst uns als Leser ja quasi mit am Anfang mit dem Ausbruch mitnehmen... das sollte aber dann glaubhaft sein... es muss jetzt nicht alles realistisch sein aber zumindest so das ich dir es abnehme.

Denn so wie du es jetzt beschreibst ist es so: Eine Schülergruppe aus Deutschland fahren nach Belgien. Vor der Abfahrt gab es noch keinen Virus. Der bricht quasi während der Hinfahrt irgendwo in Belgien aus. Auf der Gegenautobahn von ihrem Ziel weg ist schon ein Stau weil alle fliehen... nur der Bus mit den Kindern fährt noch in die Richtung Herd.
Wieso gibt es keine Straßensperre... von wo wissen alle anderen Autofahrer auf der Gegenseite schon Bescheid?
 Gibt es Hubschrauber die kreisen?
Melden sich besorgte Eltern bei den Kindern? (Die werden ja die meisten ihre Handys mithaben?) Steht vielleicht schon etwas irgendwo im Internet...  Also denk mal über deine Virus nach...


merin

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #21 am: 30 Oktober 2017, 14:05:55 »
Das ist ein sehr zentraler Punkt. Viel wichtiger als irgendwelche Unds denke ich.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #22 am: 30 Oktober 2017, 16:48:20 »
Wer da auf etwas stößt, oder gute Bücher/Filme kennt, in denen man etwas darüber erfährt, gerne her damit! Für mich gestaltet sich die Recherche schwierig.. Nirgendwo finde ich, wie schnell sich ein Beispielvirus ausbreiten könnte, es heißt nur "sehr schnell und kann auf Oberflächen bis zu 24h überleben"..

Auch Maßnahmen/Protokolle für den Katastrophenfall sind schwer zu finden, z.T. weil es Ländersache ist. Man erfährt, welche Katastrophenschutzorganisationen es gibt und wie man sich auf eine Katastrophe vorbereiten kann, aber was Vater Staat im Ernstfall unternimmt, dazu finde ich einfach nichts.

Also, wer da etwas weiß oder weiß, wo ich Infomaterial finde, gerne Bescheid geben.

Viskey

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #23 am: 30 Oktober 2017, 19:23:58 »
Ich empfehle da nochmals "The Stand" von Stephen King, jedenfalls den ersten Teil bis dahin, wo nur noch die paar wenigen Immunen am Leben sind.
Ob das alles richtig und korrekt ist? Keine Ahnung. Aber es ist realistISCH, und allein darauf kommt es an.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #24 am: 30 Oktober 2017, 19:51:55 »
Ganz witzig fand ich das Spiel "Plague Inc: Evolved". (Gibt es grade für knapp sieben Euro bei Steam.)
Da versucht man, die Menschheit mit Hilfe eines Bakteriums, Pilzes, etc, und auch eines Virus auszurotten.
Man wählt dabei aus, wie das Virus sich entwickelt, also Übertragungswege, Resistenzen, aber auch Symptome.
Wenn dein Virus sich weit verbreitet, bevor es ernstzunehmende Symptome entwickelt und dann rasch mutiert (Gen-Shift -> googeln), dann kann schon viel Schaden entstehen.
Will sagen: Dein Virus muss sich nicht über Nacht ausbreiten und alle töten. Für ersteres kann es sich Zeit lassen.
Vielleicht hilft es dir auch weiter, dich über die Asiatische Grippe oder die Spanische Grippe zu informieren.

Ich finde auch, du musst dir gar nicht so viele Gedanken darüber machen, wie die Regierung genau reagiert. Deine Geschichte spielt ja, wenn die Maßnahmen bereits versagt haben und dein Protagonist wird von Zivilschutzmaßnahmen weniger verstehen als von Erdkunde.
« Letzte Änderung: 30 Oktober 2017, 19:54:35 von Aure »
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #25 am: 30 Oktober 2017, 20:03:38 »
Das sehe ich auch so. Aber es muss schon ein einigermaßen realistisches Szenario geben. Dazu muss man, auch wenn es im Text dann nur Hintergrund ist, schon drüber nachdenken, wo das Virus ausbrach, wie es entstand, wie es sich verbreitet hat und wer damit wie offiziell umgegangen ist.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #26 am: 30 Oktober 2017, 21:20:24 »
Sicher muss man das. Aber selbst wenn man da große Löcher reinschreibt, kann man das bei einer Überarbeitung retten. Es wäre schade, wenn er nicht schreibt, weil er den Eindruck hat, das ohne Recherche nicht zu können.
Ich finde, dass die Prioritäten ruhig auch so liegen können, wie sie es in der Geschichte tun. Die Geschichte wird nicht die Geschichte der Ausbreitung des Virus sein.
Es ist nicht wichtig zu wissen, wie schnell ein Virus sich ausbreiten kann. Viren mutieren und machen manchmal Sachen, dir vorher noch keiner gesehen hat. Weshalb man im schlimmsten Fall überhaupt nicht darauf vorbereitet ist. Und wenn Tim einen Bestseller schreibt, es aber komplett unrealistisch ist, dass sein Virus sich innerhalb von 48 statt 96 Stunden weit genug verbreitet hat, um die Menschheit auszulöschen, dann lässt sich das korrigieren. Und ich bezweifele, dass man sich mal eben eine Maßnahme einfallen lassen kann, die so komplett unglaubhaft ist, dass die ganze Geschichte nicht mehr funktioniert, wenn man sie abschwächen oder streichen muss. Edit: wenn man es nicht darauf anlegt, natürlich. ;)
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #27 am: 30 Oktober 2017, 22:42:01 »
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich denke, dass es gut ist, sich das kurz auszudenken: Also wie das Szenario sein kann: Ein Virus gerät in Labor xy außer Kontrolle, ein Mitarbeiter infiziert sich und dann seine gesamte Umgebung. Er weiß es selbst nicht und daher wird niemand alarmiert. Dann... später hält es die Regierung seines Landes geheim, weil ... daraufhin ...

Das ist nur Hintergrund für die Geschichte, aber ich glaube, das macht solche Fehler unwahrscheinlicher. Ich würde auch alles offen lassen, was nicht mal als Hintergrund benötigt wird. Aber wenn die Idee wirklich die ist, dass da in der Gegenrichtung schon Stau ist, weil alle vor dem Virus fliehen, dann ergibt das so erstmal wenig Sinn. Es kann aber spannend werden, wenn Tim eine Idee hat, wie das zusammenhängt und wir Lesenden das langsam entdecken. Dazu muss man gar nicht so viel recherchieren. Man muss nur bewusst drüber nachdenken und vielleicht mal googeln, wie sich Schweinegrippe, Pest oder Cholera verbreitet haben.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #28 am: 31 Oktober 2017, 09:07:42 »
Ja, dann reden wir aneinander vorbei. Deinem letzten Beitrag kann ich mich anschließen.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #29 am: 31 Oktober 2017, 11:55:46 »
Also ich bin da schon der Meinung das man recherchieren und sich Gedanken machen sollte.  Gerade weil in seiner ersten Version das so nebenbei im Radio erwähnt wurde. Das nehme ich ihm nicht ab.
Es geht nicht darum etwas zu schreiben wie es wirklich stattfindet in so einem Fall... es muss also nicht stimmen... aber zumindest sollte es so sein, dass ich es ihm glaube. Vielleicht hört der Busfahrer ja CD und deswegen bekommen die, die Radio Meldung nicht mit.
Oder der Virus bricht aus und die Regierung nimmt es nicht ernst oder will es geheim halten und ein Mitarbeiter Whistel blowt und über Facebook und etc. verbreitet sich das in Windeseile und deswegen wissen es die Leute. Nur der Bus nicht weil die Lehrer für den Ausflug Handy Verbot verkündet haben und alle Geräte einkassiert haben...
Der Virus muss sich auch nicht verhalten wie echte Viren, Tim kann sich da ja ausdenken was er will, er kann sich auch über den Wind oder wie bei der Vogelgrippe über Vögel oder auch Bienen oder Fliegen oder was weiß ich verbreiten. Oder Stechmücken. Von mir aus sogar übers Telefon. Das ist mir total egal. Nur Tim sollte sich vorher gut Gedanken machen. Wieso und Warum und dann die Handelden darauf reagieren lassen.
Also Virus sehr schnell... da fände ich es schon gut zu überlegen wie er sich verbreiten kann. Das kann ja eh fiktional sein. Bitte wir lesen Geschichten über Zombies und halten es meist für glaubhaft. Nur ich finde Du Tim solltest einen Plan haben wie der Virus funktioniert... und wenn er nach 24 h weg ist...dann ist die Frage wie viel der Bevölkerung haben überlebt, sind die Immun oder hatten die einfach keine Berührung damit...

merin

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #30 am: 31 Oktober 2017, 12:29:25 »
Das schließt sich alles nicht aus, finde ich. Und ich stimme zu: Es muss, wenn so ein Virus eine so zentrale Rolle spielt, wenigstens eine Grundidee geben, wie der sich verbreitet hat und was passiert ist. Mich stören da einige Lücken gar nicht, so lange ich nicht alle drei Zeilen mit der Nase drauf stoße.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #31 am: 31 Oktober 2017, 17:52:31 »
Ich hatte mir bisher aus 2 Gründen noch keine so tiefgehenden Gedanken zu dem Virus an sich gemacht: Erstens hatte ich eine Idee von der Handlung, die sich in der Geschichte abspielen soll und habe daher ursprünglich einfach mal begonnen zu schreiben. Zweitens wollte ich den Fokus darauf legen, wie die Schulklasse mit dem auf sich selbst gestellt sein umgeht. Dass die anderen Erdbewohner eben dahingerafft wurden, hatte ich in meinem Kopf als "hinzunehmen" deklariert. Die meisten Aktionfilme sind ja auch total bescheuert, wenn man über sie nachdenkt anstatt sie zu nehmen wie sie sind und Spaß zu haben. Allerdings sehe ich durchaus ein, dass es für den Leser vonnöten sein kann, die Situation zumindest nachvollziehen zu können, um das Buch nicht gleich zur Seite zu schmeißen, bevor es richtig losgeht.

Nun habe ich mir verschiedene Ideen gemacht. Egal was ich über Viren weiß oder nicht weiß, über eine 2 stündige Busfahrt hinweg können sie kein ganzes Land infizieren. Daher hatte ich erstmal 3 Lösungsideen dazu überlegt:
1) Der Bus hat einen Unfall und die Klasse wartet mehrere Tage auf Hilfe, doch niemand kommt. Als die Gruppe wieder stark genug ist, um selbst wieder in Richtung Zivilisation zu laufen, stellen sie fest, dass niemand mehr da ist. (Würde bedeuten, dass ich fast den ganzen bestehenden Teil meiner Geschichte wegwerfen kann, aber da hätte ich dennoch Bock drauf, in diese Richtung zu schreiben)
2) Das Virus hat einfach eine sehr lange Inkubationszeit (also die Zeit, in der das Virus symptomfrei im Wirt lebt) und wird daher erst entdeckt, als ein großteil Belgiens infiziert ist.
3) Ein speziell zu Forschungszwecken gezüchtetes Virus ist theoretisch X-mal so ansteckend wie normale Viren und kann deswegen in kurzer Zeit ein ganzes Land infizieren. Als es dann tatsächlich versehentlich freigesetzt wird, ist niemand in der Lage, mit dieser Bedrohung fertig zu werden. (Vielleicht wollten die Kinder ursprünglich zu dem Labor, um etwas über das Virus zu lernen? Womöglich wird die erhöhte Infektionsrate verschwiegen, aber aufgrund des geplanten Besuches dort wissen die Kinder davon?

Wäre eine dieser Lösungen eine Alternative zu der aktuellen Idee?

Was anscheinend mehrfach missverstanden wird: In der jetzigen Fassung wird nichts davon gesagt, dass die Autobahn aufgrund der Fluchtversuche verstopft ist. Es ist einfach Stau, weil Stau ist. Wie die eben so passieren. Der einzige Hintergedanke dazu ist, dass der Bus so später nicht einfach wenden und zurückfahren kann, weil da ist ja (zufällig!) Stau, d.h. es geht in die Richtung nicht voran.

@aure: :daaanke:
« Letzte Änderung: 31 Oktober 2017, 18:07:25 von Supertim99 »

Aure

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #32 am: 31 Oktober 2017, 18:56:08 »
Zitat
@aure: :daaanke:
Scherzkeks. :)
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #33 am: 31 Oktober 2017, 19:55:24 »
 :cheese:

Ich denke, dann schreib erstmal deinen Plot hin. Und beim Überarbeiten schaust Du dann, welche Variante Hintergrund dazu am besten passt. Möglicherweise können die Leute einfach weg sein, ohne das irgendjemand weiß warum und du brauchst das Virus als Auslöser gar nicht. Daher würde ich die Klasse auch nicht ins Forschungslabor fahren lassen. Ich mag die Idee, dass sie etwas Langweiliges erwarten und dann etwas ganz anderes bekommen.
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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #34 am: 31 Oktober 2017, 20:05:32 »
Hey, Tim!

Ich halte eine Kombination von 2 und 3 für am dienlichsten. Du hast einerseits ein Virus, das sich echt schnell ausbreitet, andererseits ahnt "lange" Zeit  keiner was davon. Dann musst du deine Schüler nicht tagelang wo stranden lassen, und wenn es dann losgeht, geht es aber mal richtig los ... :hehe:

Frage ist auch noch, wie weit ist der Rest der Welt betroffen, insbesondere Deutschland, von wo deine Schüler ja stammen. Wieviele Sorgen müssen sich die Schüler um ihre Eltern und Geschwister und Freunde zu HAuse machen?
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scura

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #35 am: 31 Oktober 2017, 22:10:57 »
Sehe so wie Viskey ..auch Kombi...da gäbe es ja auch spannende Möglichkeiten das die Jugendlichen erst zurückziehen also verschanzten damit sie sich nicht anstecken...

Pia

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #36 am: 06 November 2017, 16:42:00 »
Hallo Supertim,

noch mal kurz zurück zur Form ...
Die vielen "und"s stören mich nicht. Allerdings bedeutet ein "und" eine Aufzählung, und wenn zu viele davon hintereinander kommen, klingt das schnell leierig. Im Großen und Ganzen hast du das aber schon ganz gut gelöst, finde ich.

Wenn viel Dialog in deiner Geschichte vorkommt, solltest du ihn auch in eine übersichtliche Form bringen, d. h. für jeden neuen Sprecher bzw. jede Reaktion solltest du eine neue Zeile verwenden. Wenn klar ist, wer spricht, brauchst du auch keinen Redebegleitsatz, etwa so:

„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer aus dem Nichts.
„Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen.
„Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er.
Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke (Punkt, kein Doppelpunkt) „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“
„War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht.
Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte.
„Da mussich gucken (Komma) wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“
“Na Gott sei dank. Ich dachte schon (Komma) wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert.


Hast du irgendwo schon erklärt, warum du dem Busfahrer diesen Dialekt gegeben hast? So ein Dialekt hat einen schönen Wiedererkennungswert. Falls der Busfahrer also erst auf Seite 150 wieder auftaucht, kann sich der Leser besser an ihn erinnern, wenn er diesen Dialekt hat. Sollte der Busfahrer allerdings kontinuierlich mitspielen, würde ich den Dialekt streichen. Das wird sonst zu schnell nervig. Zumal ja niemand sonst eine besondere Sprechweise zu haben scheint. Warum also ausgerechnet ihn hervorheben?

Dein Stil spricht mich an. Allerdings hast du es noch nicht geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen. Das hat damit zu tun, dass dein Ich-Erzähler in einem aktionsleeren Vakuum schwebt, das heißt, um ihn herum passiert zwar eine Menge (hauptsächlich Handlungsunrelevantes), aber er selbst tut und denkt gar nichts. Binde ihn direkt ein, gib ihm ein Ziel. Das könnte vielleicht so aussehen:

»Mann, ich will endlich [in ...] ankommen! Jetzt zuckeln wir schon seit [Zeiteinheit] über diese belgische Autobahn. Bloß, um uns dieses langweilige Parlament anzugucken. Und auch noch mit 90, schneller darf der Bus ja nicht. Ich drehe mich zu Jonas und Franz um, die hinter mir sitzen, und frage sie, ob sie mir einen Kopfhörer ausleihen können. Aber die schütteln nur die Köpfe, weil sie ihre Stöpsel selbst brauchen.«
Dann kommt die falsch Staumeldung und er stöhnt, dann die Richtigstellung und er hofft wieder. So wird er auf emotionaler Ebene gleich eingebunden. Verstehst du, was ich meine?

Ich hoffe, ich konnte helfen!

Liebe Grüße
Pia
Wir können nicht zurück - und warum sollten wir auch? (Bosse)

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #37 am: 08 November 2017, 23:41:13 »
Danke Pia für dein Feedback!

Die Form für die Dialoge gefällt mir gut, darauf hatte ich bisher noch nicht geachtet. Der Busfahrer spielt nicht kontinuierlich mit, da er momentan recht bald verstirbt, aber wer weiß, wie lange das noch so bleibt, ich kremple ja gerade alles noch einmal um.

Zitat
»Mann, ich will endlich [in ...] ankommen! Jetzt zuckeln wir schon seit [Zeiteinheit] über diese belgische Autobahn. Bloß, um uns dieses langweilige Parlament anzugucken. Und auch noch mit 90, schneller darf der Bus ja nicht. Ich drehe mich zu Jonas und Franz um, die hinter mir sitzen, und frage sie, ob sie mir einen Kopfhörer ausleihen können. Aber die schütteln nur die Köpfe, weil sie ihre Stöpsel selbst brauchen.«
Dann kommt die falsch Staumeldung und er stöhnt, dann die Richtigstellung und er hofft wieder. So wird er auf emotionaler Ebene gleich eingebunden.
Auch das gefällt mir sehr gut. Bisher habe ich mir beim Prota oft etwas von mir selbst abgeguckt, weshalb er die Busfahrt ziemlich entspannt und angenehm findet. Vielleicht passt es aber besser, wenn er das nicht so toll findet, darüber werde ich mir auch mal Gedanken machen.

Liebe Grüße
SuperTim

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #38 am: 23 November 2017, 17:46:49 »
Von mir aus kann der  :closed: werden :biggrin:

Habe ja einiges an neuem Input bekommen. Danke!