18 Mai 2021, 07:49:51

Autor Thema: AT Virus RH-135 | 2. Versuch  (Gelesen 6129 mal)

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merin

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #30 am: 31 Oktober 2017, 12:29:25 »
Das schließt sich alles nicht aus, finde ich. Und ich stimme zu: Es muss, wenn so ein Virus eine so zentrale Rolle spielt, wenigstens eine Grundidee geben, wie der sich verbreitet hat und was passiert ist. Mich stören da einige Lücken gar nicht, so lange ich nicht alle drei Zeilen mit der Nase drauf stoße.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Supertim99

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #31 am: 31 Oktober 2017, 17:52:31 »
Ich hatte mir bisher aus 2 Gründen noch keine so tiefgehenden Gedanken zu dem Virus an sich gemacht: Erstens hatte ich eine Idee von der Handlung, die sich in der Geschichte abspielen soll und habe daher ursprünglich einfach mal begonnen zu schreiben. Zweitens wollte ich den Fokus darauf legen, wie die Schulklasse mit dem auf sich selbst gestellt sein umgeht. Dass die anderen Erdbewohner eben dahingerafft wurden, hatte ich in meinem Kopf als "hinzunehmen" deklariert. Die meisten Aktionfilme sind ja auch total bescheuert, wenn man über sie nachdenkt anstatt sie zu nehmen wie sie sind und Spaß zu haben. Allerdings sehe ich durchaus ein, dass es für den Leser vonnöten sein kann, die Situation zumindest nachvollziehen zu können, um das Buch nicht gleich zur Seite zu schmeißen, bevor es richtig losgeht.

Nun habe ich mir verschiedene Ideen gemacht. Egal was ich über Viren weiß oder nicht weiß, über eine 2 stündige Busfahrt hinweg können sie kein ganzes Land infizieren. Daher hatte ich erstmal 3 Lösungsideen dazu überlegt:
1) Der Bus hat einen Unfall und die Klasse wartet mehrere Tage auf Hilfe, doch niemand kommt. Als die Gruppe wieder stark genug ist, um selbst wieder in Richtung Zivilisation zu laufen, stellen sie fest, dass niemand mehr da ist. (Würde bedeuten, dass ich fast den ganzen bestehenden Teil meiner Geschichte wegwerfen kann, aber da hätte ich dennoch Bock drauf, in diese Richtung zu schreiben)
2) Das Virus hat einfach eine sehr lange Inkubationszeit (also die Zeit, in der das Virus symptomfrei im Wirt lebt) und wird daher erst entdeckt, als ein großteil Belgiens infiziert ist.
3) Ein speziell zu Forschungszwecken gezüchtetes Virus ist theoretisch X-mal so ansteckend wie normale Viren und kann deswegen in kurzer Zeit ein ganzes Land infizieren. Als es dann tatsächlich versehentlich freigesetzt wird, ist niemand in der Lage, mit dieser Bedrohung fertig zu werden. (Vielleicht wollten die Kinder ursprünglich zu dem Labor, um etwas über das Virus zu lernen? Womöglich wird die erhöhte Infektionsrate verschwiegen, aber aufgrund des geplanten Besuches dort wissen die Kinder davon?

Wäre eine dieser Lösungen eine Alternative zu der aktuellen Idee?

Was anscheinend mehrfach missverstanden wird: In der jetzigen Fassung wird nichts davon gesagt, dass die Autobahn aufgrund der Fluchtversuche verstopft ist. Es ist einfach Stau, weil Stau ist. Wie die eben so passieren. Der einzige Hintergedanke dazu ist, dass der Bus so später nicht einfach wenden und zurückfahren kann, weil da ist ja (zufällig!) Stau, d.h. es geht in die Richtung nicht voran.

@aure: :daaanke:
« Letzte Änderung: 31 Oktober 2017, 18:07:25 von Supertim99 »

Aure

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #32 am: 31 Oktober 2017, 18:56:08 »
Zitat
@aure: :daaanke:
Scherzkeks. :)
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merin

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #33 am: 31 Oktober 2017, 19:55:24 »
 :cheese:

Ich denke, dann schreib erstmal deinen Plot hin. Und beim Überarbeiten schaust Du dann, welche Variante Hintergrund dazu am besten passt. Möglicherweise können die Leute einfach weg sein, ohne das irgendjemand weiß warum und du brauchst das Virus als Auslöser gar nicht. Daher würde ich die Klasse auch nicht ins Forschungslabor fahren lassen. Ich mag die Idee, dass sie etwas Langweiliges erwarten und dann etwas ganz anderes bekommen.
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Viskey

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #34 am: 31 Oktober 2017, 20:05:32 »
Hey, Tim!

Ich halte eine Kombination von 2 und 3 für am dienlichsten. Du hast einerseits ein Virus, das sich echt schnell ausbreitet, andererseits ahnt "lange" Zeit  keiner was davon. Dann musst du deine Schüler nicht tagelang wo stranden lassen, und wenn es dann losgeht, geht es aber mal richtig los ... :hehe:

Frage ist auch noch, wie weit ist der Rest der Welt betroffen, insbesondere Deutschland, von wo deine Schüler ja stammen. Wieviele Sorgen müssen sich die Schüler um ihre Eltern und Geschwister und Freunde zu HAuse machen?
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

scura

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #35 am: 31 Oktober 2017, 22:10:57 »
Sehe so wie Viskey ..auch Kombi...da gäbe es ja auch spannende Möglichkeiten das die Jugendlichen erst zurückziehen also verschanzten damit sie sich nicht anstecken...

Pia

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #36 am: 06 November 2017, 16:42:00 »
Hallo Supertim,

noch mal kurz zurück zur Form ...
Die vielen "und"s stören mich nicht. Allerdings bedeutet ein "und" eine Aufzählung, und wenn zu viele davon hintereinander kommen, klingt das schnell leierig. Im Großen und Ganzen hast du das aber schon ganz gut gelöst, finde ich.

Wenn viel Dialog in deiner Geschichte vorkommt, solltest du ihn auch in eine übersichtliche Form bringen, d. h. für jeden neuen Sprecher bzw. jede Reaktion solltest du eine neue Zeile verwenden. Wenn klar ist, wer spricht, brauchst du auch keinen Redebegleitsatz, etwa so:

„Ach du Scheiße“, sagte der Busfahrer aus dem Nichts.
„Was ist denn?“, wollte Frau Peters wissen.
„Da kommt gleich n Riesenstau. Ham se grad im Radio jesacht“, antwortete er.
Die Lehrerin schaute verzweifelt an die Decke (Punkt, kein Doppelpunkt) „Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet heute!“
„War wohl ne Massenkarambolage“, beendete der Busfahrer seinen Bericht.
Frau Peters sah noch gestresster aus, als sie sich nach einer Ausweichroute erkundigte.
„Da mussich gucken (Komma) wat dat Nawi sacht“, meinte Willi, so hatte ich ihn getauft, uninteressiert. „Aaach ne Quatsch, dat is die andere Richtung. Tschuldijung!“
“Na Gott sei dank. Ich dachte schon (Komma) wir müssten jetzt etwas aus dem Programm streichen“, antwortete Frau Peters erleichtert.


Hast du irgendwo schon erklärt, warum du dem Busfahrer diesen Dialekt gegeben hast? So ein Dialekt hat einen schönen Wiedererkennungswert. Falls der Busfahrer also erst auf Seite 150 wieder auftaucht, kann sich der Leser besser an ihn erinnern, wenn er diesen Dialekt hat. Sollte der Busfahrer allerdings kontinuierlich mitspielen, würde ich den Dialekt streichen. Das wird sonst zu schnell nervig. Zumal ja niemand sonst eine besondere Sprechweise zu haben scheint. Warum also ausgerechnet ihn hervorheben?

Dein Stil spricht mich an. Allerdings hast du es noch nicht geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen. Das hat damit zu tun, dass dein Ich-Erzähler in einem aktionsleeren Vakuum schwebt, das heißt, um ihn herum passiert zwar eine Menge (hauptsächlich Handlungsunrelevantes), aber er selbst tut und denkt gar nichts. Binde ihn direkt ein, gib ihm ein Ziel. Das könnte vielleicht so aussehen:

»Mann, ich will endlich [in ...] ankommen! Jetzt zuckeln wir schon seit [Zeiteinheit] über diese belgische Autobahn. Bloß, um uns dieses langweilige Parlament anzugucken. Und auch noch mit 90, schneller darf der Bus ja nicht. Ich drehe mich zu Jonas und Franz um, die hinter mir sitzen, und frage sie, ob sie mir einen Kopfhörer ausleihen können. Aber die schütteln nur die Köpfe, weil sie ihre Stöpsel selbst brauchen.«
Dann kommt die falsch Staumeldung und er stöhnt, dann die Richtigstellung und er hofft wieder. So wird er auf emotionaler Ebene gleich eingebunden. Verstehst du, was ich meine?

Ich hoffe, ich konnte helfen!

Liebe Grüße
Pia
Wir können nicht zurück - und warum sollten wir auch? (Bosse)

Supertim99

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #37 am: 08 November 2017, 23:41:13 »
Danke Pia für dein Feedback!

Die Form für die Dialoge gefällt mir gut, darauf hatte ich bisher noch nicht geachtet. Der Busfahrer spielt nicht kontinuierlich mit, da er momentan recht bald verstirbt, aber wer weiß, wie lange das noch so bleibt, ich kremple ja gerade alles noch einmal um.

Zitat
»Mann, ich will endlich [in ...] ankommen! Jetzt zuckeln wir schon seit [Zeiteinheit] über diese belgische Autobahn. Bloß, um uns dieses langweilige Parlament anzugucken. Und auch noch mit 90, schneller darf der Bus ja nicht. Ich drehe mich zu Jonas und Franz um, die hinter mir sitzen, und frage sie, ob sie mir einen Kopfhörer ausleihen können. Aber die schütteln nur die Köpfe, weil sie ihre Stöpsel selbst brauchen.«
Dann kommt die falsch Staumeldung und er stöhnt, dann die Richtigstellung und er hofft wieder. So wird er auf emotionaler Ebene gleich eingebunden.
Auch das gefällt mir sehr gut. Bisher habe ich mir beim Prota oft etwas von mir selbst abgeguckt, weshalb er die Busfahrt ziemlich entspannt und angenehm findet. Vielleicht passt es aber besser, wenn er das nicht so toll findet, darüber werde ich mir auch mal Gedanken machen.

Liebe Grüße
SuperTim

Supertim99

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Re: AT Virus RH-135 | 2. Versuch
« Antwort #38 am: 23 November 2017, 17:46:49 »
Von mir aus kann der  :closed: werden :biggrin:

Habe ja einiges an neuem Input bekommen. Danke!