17 Januar 2021, 15:59:07

Autor Thema: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota  (Gelesen 4133 mal)

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Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #15 am: 17 Dezember 2017, 16:29:48 »
Hallo Schnappschildkröte,

vielen Dank für Deine Röstung!

Zitat
Ich bemüh mich, nicht wiederholend zu klingen, aber es ist leider sehr viel Infodump. Wobei mich jetzt der Anfang weniger stört (also wo er an die Leiche denkt und dann auch zurück an seine erste...) sondern erst wo er in die Dusche steigt. Da ist auch ein plötzlicher Launenschwung meiner Meinung nach.
Also, er ist zuerst mit den Gedanken bei Toten, wie shclimm das alles für ihn ist und dann plötzlich lächelt er, wie er den Namen des Shampoos liest. Das passt für mich wenig zusammen…
Die Wiederholung ist gut, das macht deutlich: alle Röster sehen Infodump. Gut zu wissen, da werde ich vieles streichen. Oder erst später reinbringen. Das mit dem Shampoo werde ich so ändern, dass er darüber gerade nicht lächeln kann. Und danach kürze ich stark.

Zitat
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Eine helle Kinderstimme. „Papa! Ich habe eine Drei in Mathe!“
Ein Lächeln spannte seine Lippen. „Das ist großartig! Gut gemacht!“

Wenn das Kind sich so freut, wieso hat es dann nicht früher angerufen? Wieso erst, kurz bevor es schlafen geht? Wenn das Kind vorher schon angerufen hat, sollte es dazu auch was sagen. So alla "Endlich hebst du ab!", ich fände es unlogisch, wenn es das nicht getan hätte…

Ein sehr richtiger Einwand. Wird geändert.

Zitat
Zitat
Seine Exfrau ließ die Zügel zu lang. Aber es war hoffnungslos, mit ihr über Erziehung zu diskutieren

Hier z.B.: Wenn ihn das ärgert, würd ich ihn auch drüber ärgern lassen, also emotionaler, oder eben auch ergebener (innerlich Seufzen oder sowas).
Die Details über die Exfrau lasse ich weg. Wahrscheinlich bringe ich nur den Anruf des Kindes.


Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #16 am: 17 Dezember 2017, 16:40:53 »
Hallo Merin,

herzlichen Dank!

Erbsen sind immer gut. Immerhin soll der Text demnächst zurück zum Lektor.

Zitat
Zitat
All das spielte keine Rolle mehr für ihn. Jetzt lag er tiefgekühlt in einer Schublade der Pathologie, mit bläulicher Haut und kalt wie Eis. Sebastian wusste, wie sich das anfühlen würde, wenn man ihn berührte.


Besser: "Sebastian wusste, wie es sich anfühlen würde..." Sonst dachte ich erst, es geht darum, dass jemand Sebastian berührt und der auch so kalt ist.

Wird geändert.

Zitat
Zitat
Er reckte sich genießerisch. Das Wasser strömte an ihm herunter und verschwand gluckernd im Abfluß.


Wird auch so klar und im Absatz davor wird auch genossen. Insgesamt ist diese Duschszene für mich aber irgendwie nicht überzeugend. Müsste er nicht seinen Körper anfassen und noch die Leiche sehen oder sowas?
Und was das Psychologiestudium da soll - das verstehe ich nicht recht. Das hilft erfahrungsgemäß wenig dabei, sich Strategien für den Umgang mit Tod zu erarbeiten.

Auch hier folge ich Deinem Rat: Genießerisch wird gestrichen. Allerdings glaube ich nicht, dass er unbedingt beim Duschen daran denkt, wie sich die Leiche anfühlt. Das hat er schon vorher getan. Und das Psychologiestudium fliegt raus (auch wenn das eventuell schon helfen kann)

Zitat
Zitat
gibt der Text einen guten Eindruck, was für ein Mensch Sebastian ist?

Mhm. Jemand, der sensibel ist und geschieden, der seine Tochter mag und sich um sie sorgt. Jemand der seine Sorgen allein trägt und sich niemandem mitteilt. Dass er dann in den Biergarten geht passt für mich nicht so recht zum gezeichneten Bild.

Das mit dem Biergarten ist eine Entspannungsmethode. Hinterher mit Kollegen abschalten. Aber es muss hier nicht unbedingt rein.

Zitat
Zitat
- ist das zu breit oder zu kurz?

Weder noch. Es fehlt eher ein roter Faden - wie er sich langsam beruhigt oder sowas. Nach 50 Leichen hat er da ja eine Strategie. Oder einen Grund, warum er keine hat.

ich versuche, die „Beruhigung“ etwas langsamer zu gestalten.

Zitat
Zitat
- Sonstige Anregungen?

Ich kam gut rein. Du könntest, wenn Du ihn etwas vertiefen willst, ihm noch ein paar mehr Gedanken unterschieben. Wie schnell so ein Leben vorbei sein kann ... wie schade es ist, dass er Tochtername nicht mehr jeden Tag sieht... sowas. Dann hätte ich eine Idee, was ihn so mitnimmt an der Bergung und was ihn so erfreut an der Tochter.

Dass die Bergung ihn nicht kalt lässt, dafür braucht es, glaube ich, keine Begründung. Und eine Tochter, die anruft, ist für die meisten wohl erfreulich.
 :daaanke:

Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #17 am: 17 Dezember 2017, 17:07:04 »
Hallo Viskey,

Von Dir weiß ich, dass das Ablegen der Berufskleidung ein wichtiger Akt ist.  :daaanke:

Zitat
Zitat
Sebastian streifte das dunkelgraue Hemd mit dem Schriftzug „Polizei“ über den Kopf und warf es auf den Boden. Dann ließ er sich auf der Bettkante nieder.
Er wusste, was nun geschehen würde.

Der Satz schafft nur Distanz, sonst tut er nichts. Würde ich also ganz rauswerfen. Du kannst das sehr viel eleganter lösen mit: Wie bei jeder Leichenbergung tat er während des Einsatzes das Notwendige, …

Werde ich umformulieren


Zitat
Zitat
Was für ein Mensch war der Tote gewesen? Hatte ihn jemand wirklich geliebt, hatte er Freude am Leben gehabt?


Auch das fühlt sich ziemlich distanziert an und auch fremd. Ich kenne solche Gedanken von mir selbst nicht, auch nicht von den Kollegen, mit denen ich enger zusammen gearbeitet habe. Was nicht heißt, dass der eine oder andere solche Gedanken nicht doch hat. Was aber immer noch nichts daran ändert, dass es aus der Situation herausreißt.
Hmm .. da bin ich anderer Meinung. Ich empfinde das gerade nicht als distanziert.


Zitat
Dass es sein erster Einsatz mit Leiche war, kann man sich mehr oder weniger denken, wenn dann kommt, dass er gerade mal 18 war. Sehr viel früher darf man auch nicht bei einer solchen Aktion mitmachen bzw. Mitglied in einer Rettungsorganisation werden. Eben weil es zu Situationen kommen kann, die psychisch belastend sind.

Ich finde es gerade interessant, dass er schon sehr früh damit konfrontiert wurde. Und manche Leser mögen wissen, dass ein solcher Einsatz nicht früher möglich ist, aber nicht jeder. 

Zitat
Zitat
Es mochten etwa fünfzig Tote gewesen sein, die er als Retter und später als Polizeibergführer gesehen hatte. Und er steckte es noch immer nicht ohne weiteres weg.
Vielleicht war er zu sensibel. Als kleiner Junge hatte er einmal eine tote Blaumeise auf der Terrasse gefunden. Und er hatte geweint und Schattenrisse von Vögeln an die Fensterscheibe geklebt. 

Infodump

Davon hat der Text leider zu viel, aber gerade an dieser Stelle finde ich das nicht. Er erinnert sich, war schon immer durchaus sensibel.

Zitat
Zitat
Natürlich waren auch die meisten seiner Kollegen nicht völlig abgebrüht. Es half, sich hinterher im Biergarten zu treffen, vielleicht über das Geschehene zu reden, miteinander zu entspannen.
Der Teil ist nur insofern interessant, weil ich mich frage, was Sebastians Methoden sind, um solche Erlebnisse zu verarbeiten. Das kommt nämlich nicht vor. Er bekommt Bilder von vergangenen Einsätzen in den Kopf ... und geht dann einfach duschen. Oder halt duschen. - Was ich, wenn das der Coping-Mechanismus sein soll, ziemlich sehr daneben finde. Von kalten Leichen zu heißem Sixpack in 5 Sekunden ... meh.

Das mit dem Sixpack fliegt raus. Aber ich glaube, dass die  innere Vorstellung, dass mit dem Duschen alles abgewaschen wird, schon hilfreich sein kann. Habe selbst schon mit vergleichbaren  Strategien gearbeitet. Und der Biergarten mit Kollegen, die dabei waren, ist auch keine schlechte Idee. Da kann man noch mal drüber reden, wenn man will.

Zitat
Zitat
Seine paar Semester Psychologie-Studium waren nicht nutzlos gewesen …

Ich weiß nicht, aber dieses Psychologiestudium kauf ich ihm nicht ab. Irgendwie denkt er nicht so, als hätte er Ahnung von der wissenschaftlichen Seite der Problematik. Und außerdem bringt einem so ein Studium zwar eine Menge Durchblick, aber keine Strategie, wie man nun individuell wirklich mit so etwas umgeht.
Ich habe zwar selber nicht Psycho studiert, aber ich hoffe, in keinem Psychologiestudium wird eine heiße Dusche als Bewältigungsstrategie vorgeschlagen.
Die Dusche ist eine mögliche Strategie, wenn man damit bestimmte innere Vorstellungen koppelt (siehe oben).

Zitat
Zitat
Eine helle Kinderstimme. „Papa! Ich habe eine Drei in Mathe!“
Ein Lächeln spannte seine Lippen. „Das ist großartig! Gut gemacht!“
Das wäre für mich der beste Punkt, um das zu beenden. Das Leben geht weiter, der Einsatz ist vorbei, er kann sich auf seine Vaterrolle konzentrieren und darin aufgehen. Fertig. Die Exfrau und die Handyfotos sind dann nur noch Ballast. Dass er - wie die Kollegen - in den Biergarten geht, kommt hier in jedem Fall zu spät.

Da hast Du Recht. Hintenraus werde ich kürzen. Das mit dem Biergarten war auch schon beim Text mit der Leichenbergung drin.


Zitat
Zitat
- gibt der Text einen guten Eindruck, was für ein Mensch Sebastian ist?
- riecht er nach Infodump?
- Eindruck ... jein. Die Dinge, die ihn charakterisieren, kommen irgendwie zu kurz: Wie fühlt er sich nach diesem Einsatz bzw. generell nach einem solchen Einsatz? Wie geht er damit um, was macht er, um sich von diesen Erlebnissen nicht unterkriegen zu lassen?
Ich glaube das wird hier schon deutlich. Infodump ist klar, da schmeiße ich viel raus.

 :daaanke:

Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #18 am: 17 Dezember 2017, 17:12:35 »
Hallo Ryek,

vielen Dank!

Zitat
Es reicht, anzudeuten, insbesondere wenn es einige Sätze später eingelöst wird. Vor dem Duschgang lassen sich gut die Hälfte der Sätze streichen, dass würde nach meiner Meinung den Text prägnanter machen. Schlaglichter statt Erzählung.
Ich werde sehr viel streichen, aber Rückblenden sind in Sebastians Situation schon angemessen, glaube ich. Wie viel davon und wie man das ausführt, ist natürlich etwas anderes. Der Prota verarbeitet … denkt … Die Action ist vorbei.
Ohne inneren Monolog kann ich mir die Szene nicht recht vorstellen.

Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #19 am: 17 Dezember 2017, 17:19:06 »

Hallo Trippel,  :daaanke:

Zitat
Nach Deiner Erklärung sehe ich Licht und die Lösung ist einfach (in der Theorie). Nimm den Tupfpinsel und charakterisiere den Sebastian durch zwei oder drei Reaktionen/Entscheidungen/Taten, die herausstechend sind. Beispiele kann ich nicht geben, weil die davon abhängen, was Deine Figur macht, wenn sie wieder wichtig wird. Der spätere Aufritt bestimmt die Eigenschaften, die du vorn zeigen willst.

der Tupfpinsel wird später durchaus eingesetzt, Sebastian  wird von verschiedenen Leuten  aus ihrer Perspektive gezeigt. Und er ist ein wichtiger Handlungsträger. In diesem Abschnitt versuche ich, seine menschliche Seite zu zeigen. Und zwar so, dass der Leser noch einen anderen Eindruck von ihm hat als den des Polizeiprofis, der eine Leiche birgt. Ziel der Verarbeitungsszene ist, dass der Leser ihn nicht vergisst, bis er wieder ins Geschehen eingreift.  Dabei habe ich ganz offensichtlich des Guten zu viel getan.

Oldlady

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #20 am: 17 Dezember 2017, 17:28:05 »
Hallo Vino,
herzlichen Dank für die Röstung!

Zitat
Ich kann mir Sebastian gut vorstellen. Ich weiß nun etwas über seine Vergangenheit, über seinen Job, die Dinge die er schon sehen musste und sein gegenwärtiges Verhältnis zu seiner Familie.
Außerdem habe ich auch ganz plastische Vorstellungen davon bekommen wie Sebastian aussieht. Es scheinen also alle Regeln von Charakterisierung eingehalten und doch stellt sich bei mir ein Gefühl ein, dass mich nicht nah genug an ihn heran kommen lässt.
Aufgrund der Kürze aber der Fülle an Informationen, fällt es mir schwer mich auf Sebastian einzulassen.

Du hast vollkommen Recht. Ich habe zu viel reingepackt.

Zitat
Der Umschwung von depressiver Stimmung zu entspanntem, erotischen Duschen (entschuldige aber bei so viel Muskel, glitschigem Gel und so fort kam ich nicht umhin diese Assoziation aufzustellen) ließ alles auf der Strecke was vorher ganz gut aufgebaut war.

Die Duschszene ändere ich (seine Stimmung soll nicht so schnell umschwenken – da sind auch andere Röster Deiner Meinung und ich auch). Dass ein bisschen Erotik drin steckt, finde ich nicht schlimm. Sebastian ist ein durchaus sinnlicher Typ.

Zitat
Du hattest mich dann wieder, als der Anruf kam und Sebastian sofort dachte, er müsse vielleicht zu einem neuen Einsatz. Dann kommt aber die Tochter und das Familienverhältnis wird eingeführt. Das interessiert mich aber leider gar nicht im Moment.

Die Tochterszene wird extrem gekürzt.

Zitat
Wenn er aber einen Schalter umlegen kann und dann direkt wieder alles verdrängt von jetzt auf gleich, dann halten diese pseudodepressiven Sätze auf…

Ich werde so umgestalten, dass das Bewältigen langsamer vor sich geht.

Viskey

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #21 am: 17 Dezember 2017, 18:30:56 »
Hallo Oldlady!

Ich habe das Gefühl, als müsste ich diesen Punkt noch etwas genauer ausführen:

Zitat
Zitat
Was für ein Mensch war der Tote gewesen? Hatte ihn jemand wirklich geliebt, hatte er Freude am Leben gehabt?

Auch das fühlt sich ziemlich distanziert an und auch fremd. [...]
Hmm .. da bin ich anderer Meinung. Ich empfinde das gerade nicht als distanziert.

Für mich fühlt sich das distanziert an, weil es so an der Oberfläche bleibt. Vielleicht ist oberflächlich das bessere Wort.
Mit diesen Fragen erfahre ich nichts über Sebastian, was ich nicht eh schon weiß: Er denkt über den Toten bei diesem Einsatz nach, die Bergung beschäftigt ihn, er betrachtet das nicht einfach als Routine, legt es nicht ab wie den lästigen Papierkram, sobald er außer Dienst geht.
Aber "war er glücklich gewesen", "war er geliebt worden" ... das sind so allgemein gehaltene Fragen, dass sie von jedem zu jedem kommen könnten. Und deswegen schafft das bei mir keine Nähe und keine Charakterisierung.

lg, Viskey
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

merin

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #22 am: 17 Dezember 2017, 21:43:25 »
Zitat
Dass die Bergung ihn nicht kalt lässt, dafür braucht es, glaube ich, keine Begründung. Und eine Tochter, die anruft, ist für die meisten wohl erfreulich.

Interessant, dass Du mich so missverstanden hast. Ich mag ja Deine Bergkrimis, finde die Protas aber oft etwas grob geschnitzt. Hier ging es mir ums Feine: Eben nicht um eine Begründung, sondern um eine genauere Charakterisierung dessen, was ihn mitnimmt oder stört. Den einen nimmt Leichenbergung mit, weil es ihn an die eigene Sterblichkeit erinnert, den anderen, weil er sich ekelt vor all dem Fleisch und wieder jemanden, weil... Und ähnlich bei der Freude über Kinderanrufe. Klar freuen sich die meisten, aber wie und worüber genau, das ist eben dann doch individuell. Wenn Du zur Charakterisierung Dinge nimmst, bei denen, Du gibst es ja selbst zu, fast alle so reagieren wie Dein Prota dieser Szene, dann taugt das nicht zur Charakterisierung. Nur das, was ihn von anderen unterscheidet, taugt dazu. Und wenn dazu die grobe Aussage "Es nimmt ihn mit/es freut ihn" nicht reicht, dann musst Du eben so genau hinschauen, dass er wirklich charakterisiert wird. Das wollte ich sagen.
Wie Viskey es auch schreibt: Sei konkreter, weniger allgemein.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Trippelschritt

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #23 am: 18 Dezember 2017, 09:01:24 »
@ Merin
Tupfpinsel: Man kann eine Figur mit ganz wenigen Strichen/Tupfen recht genau charakterisieren, wenn man die richtigen Striche oder Tupfen benutzt. Das ist aber eine kleine Kunst für sich. Tupfen deshalb, weil der Autor von vorn herein auf den Anspruch in Richtung Vollständigkeit verzichtet und sehr sparsam bei der auswahl ist.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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merin

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #24 am: 18 Dezember 2017, 11:25:26 »
Danke, ja das passt sicher gut.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #25 am: 19 Dezember 2017, 16:09:18 »
@ merin:

vielen Dank für die sehr gute Erklärung zur Charakterisierung! Das bringt mich wirklich weiter.  :daaanke:

merin

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #26 am: 19 Dezember 2017, 16:18:10 »
Freut mich. :)
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: Neuer Bergkrimi - Charakterisierung eines Prota
« Antwort #27 am: 13 Januar 2018, 12:30:56 »
Liebe Mods,

hier kann dann geschlossen werden. Vielen Dank!