16 Januar 2021, 13:24:42

Autor Thema: Dialogröstung - Dämmerung Kap15  (Gelesen 1004 mal)

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Schnappschildkröte

  • Gast
Re: Dialogröstung - Dämmerung Kap15
« Antwort #15 am: 14 Januar 2018, 17:49:04 »
Hi merin

Zitat
Sich aufs Essen stürzen hat für mich schon etwas davon, darum zu kämpfen. Gerade, wenn man Zusammenstöße provoziert, weil es so dunkel ist. Aber vielleicht sehen das ja nicht alle so und es ist nur meine Interpretation?
Okay, dann werde ich das umformulieren, damit es nicht so klingt, als würden sie das. Sie sind hungrig und bewegen sich darauf zu, aber nicht so ausgehungert, dass sie aggressiv sind und sich um das Essen prügeln.

Zitat
Das Setting und die Personen wirken etwas naiv. Da der Text unter Nachwuchsdünger steht, nahm ich an, es sei ein Text für Jugendliche. Bei der Zielgruppe kann ich mit etwas Naivität gut leben
Heißt gut leben, in dem Fall, dass es "sehr naiv ist und hart an der Grenze und du solltest da noch einmal drüberschauen" oder "die Naivität passt für die Zielgruppe"? ^_^" Weil eine gewisse Naivität ist schon geplant, weil es ja ein Jugendbuch ist, aber wenn es zu viel ist, ist das natürlich nicht gut...

Danke, dass du dir so viel Zeit nimmst!!!

LG
Kröte

Schnappschildkröte

  • Gast
Re: Dialogröstung - Dämmerung Kap15
« Antwort #16 am: 14 Januar 2018, 18:26:05 »
Hi Fabian

Zitat
Gibt es eine Zielgruppe für den Text?
Ja, Jugendliche ab 14

Zitat
Trotzdem würde ich erwarten, dass eine Geschichte für Jugendliche vielleicht anders, aber mit Sicherheit nicht weniger komplex erzählt werden sollte, insbesondere, was die Haltung gegenüber den in der Geschichte abgehandelten Konflikten und Beziehungen angeht.
Hmm. Darf ich dich bitten, mir genauer zu erklären, inwiefern es für dich "erwachsener" wirken könnte? Die Zielgruppe ist als jugendlich gedacht, aber nachdem du sagst, dass es deiner Meinung nach auch dafür zu naiv ist, habe ich damit möglicherweise übertrieben? Dann muss ich was dagegen tun. Ich tu mir nur gerade leider ein bisschen schwer, da ich anscheinend nicht das selbe Problem sehe wie du.

Danke für deine Rückmeldung :)

LG
Kröte

merin

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Re: Dialogröstung - Dämmerung Kap15
« Antwort #17 am: 15 Januar 2018, 08:51:40 »
Anhand dieses Abschnittes passt das für mich so. Ich denke, richtig beurteilen kann man das nur anhand eines sehr viel längeren Textabschnittes. Und es ist ja auch eine Frage des Stils und damit des Geschmacks. Anhand des letzten Satzes wird sehr deutlich, wie anders Nalees und meine Änderungsvorschläge sind. Sie geben dem Text eine sehr verschiedene Richtung. Ich empfinde Nalees Art zu schreiben als etwas naiver, aber auch blumiger als meine. Wo da Dein Stil liegt, kannst, denke ich, nur Du sagen.
Dann ist da noch der Plot. Den kann ich anhand dieses Ausschnitts nur erahnen.
« Letzte Änderung: 15 Januar 2018, 08:53:58 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Schnappschildkröte

  • Gast
Re: Dialogröstung - Dämmerung Kap15
« Antwort #18 am: 15 Januar 2018, 11:38:59 »
Hey merin

Danke für deine schnelle Antwort!

Zitat
Anhand dieses Abschnittes passt das für mich so.
Okay, danke :) Dann belass ich das zumindest!

Zitat
Ich denke, richtig beurteilen kann man das nur anhand eines sehr viel längeren Textabschnittes.
Schon klar! wollte nur mal nachfragen, nachdem aufgrund des Textabschnittes diskutiert wurde, kann ja doch sien, dass es in dieser Szene insbesondere so ist.

Zitat
wie anders Nalees und meine Änderungsvorschläge sind. Sie geben dem Text eine sehr verschiedene Richtung. Ich empfinde Nalees Art zu schreiben als etwas naiver, aber auch blumiger als meine.
Hmm, vom Gefühl her würde ich jetzt sagen, ich bin zwischen euch beiden vom Stil her. Mein Schreibstil ist sicher naiver als deiner, aber ich glaube, dass ich nicht ganz so blumig bin wie Nalee.

Zitat
Dann ist da noch der Plot. Den kann ich anhand dieses Ausschnitts nur erahnen.
Dieser Dialog ist eigentlich Teil eines Subplottes. Ich habe vor, wenn ich dann mal so weit bin, ein ordentliches Exposé zu schreiben, womit das dann besser beurteilt werden kann. Mir ging es eigentlich wirklich nur um diese Stelle, sonst hätte ich mehr in Richtung Plott und vor allem eine Hauptkonfliktsszene gepostet! :)

Danke nochmal, dass du dir so viel Zeit genommen hast und meine ganzen Rückfragen auch noch beantwortet hast :D

LG
Kröte

Oldlady

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Re: Dialogröstung - Dämmerung Kap15
« Antwort #19 am: 15 Januar 2018, 12:02:24 »
Zitat
Ihre Unfähigkeit zu sehen machte sie wahnsinnig. Sie fühlte sich orientierungs- und schutzlos. Wenn jemand mit ihr sprach, konnte sie das Gesicht nicht sehen

Sie musste lernen sich zu orientieren, ohne etwas zu sehen.

Mehrfach sehen stört. Außerdem erweckt dieser Anfang den Eindruck, dass sie überhaupt nichts sieht, hinterher wird aber klar, dass sie Schemen erkennt. Das verwirrt.


Zitat
Als sie gerade den hinteren Bereich der Zelle ausmaß,
Kann mir die Zelle durch die Schritte-Beschreibungen nicht vorstellen. Obwohl das sicher gut ist, um zu vermitteln, wie wenig sie sieht.

Zitat
Obwohl ihn mehrere gefragt hatten, hatte er jedoch mit niemandem darüber gesprochen, was mit ihm geschehen war, oder was Fianna von ihm gewollt hatte.
Ein sperriger Satz. Doppelt hatte stört auch. Besser wäre es, die Fragen der anderen wegzulassen, dass sie das tun, liegt sowieso nahe.
Etwa so: Er hatte mit niemandem darüber gesprochen, was mit ihm geschehen war, oder was Fianna von ihm gewollt hatte.

Und nun zum Dialog mit Lana, der DIr wohl besonders wichtig ist (Überschrift „Dialogröstung“).

Generell enthält er zu viel Drumherum, erklärt zu viel. Der Sinn sollte durch das Gesagte selbst möglichst prägnant und klar herauskommen. Es sollte mehr „Schlag auf Schlag“ gehen.

Leicht streichen ließe sich an folgenden Stellen:

Zitat
»Lana, Essen.« Sagte sie knapp .
„Sagte sie knapp“ ist eh klar.

Zitat
»Da, setz dich hin und iss!« Befahl sie und presste das Brot in ihre Finger.
„Befahl sie“ ist unnötig.

Zitat
»Iss«, wiederholte Kyra und starrte in die Richtung, wo sie hoffte, Lanas Augen zu finden.
Dass sie in die Richtung der Augen starrt, braucht es nicht. Und es erscheint seltsam, wenn sie nur einen Schemen sieht.

Zitat
Der Schemen, der zu der Nächterin gehörte, ließ sich zurück in den Haufen fallen.
„Schemen“ kommt zu oft vor. Und braucht es hier nicht. Ich würde nur „Die Nächterin ließ sich …“ schreiben.

Zitat
»Du hast nicht ihn geliebt. Du liebst die Person, die er vorgespielt hat zu sein, die du wolltest, dass er ist. Das ist etwas anderes.«

Vom Sinn her gefällt mir der Satz sehr gut, aber ich würde das knapper und klarer bringen, etwa so:
»Du hast nicht ihn geliebt. Sondern die Person, die er vorgespielt hat zu sein – die Person, die du in ihm sehen wolltest. Das ist etwas anderes.«

Zitat
»Inwiefern?« Lanas Stimme wurde schrill und laut.
Schrill ist immer laut; kann man streichen.

Zitat
»Habe ich ihm nicht verraten, wo der Bunker ist? Habe ich ihm nicht verraten, dass Ethan unser Anführer ist? Was macht es für einen Unterschied, ob ich ihn, oder nur das was er mir vorgespielt hat, geliebt habe?«
Etwas unübersichtlicher Satz. Änderungsvorschlag: »Habe ich ihm nicht verraten, wo der Bunker ist? Dass Ethan unser Anführer ist? Was macht es für einen Unterschied, ob ich ihn geliebt habe oder nur die Person, die er vorgespielt hat?«

Zitat
»Einen großen«, antwortete Kyra ruhig. »Du hast nicht den Irren geliebt, der versucht hat dich zu töten, sondern den liebevollen Mann, den du kennengelernt hast.«

Dieser Satz gefällt Dir nicht recht. Mir auch nicht.
Weil er eigentlich nur den vorigen Satz „Du liebst die Person, die er vorgespielt hat zu sein, die du wolltest, dass er ist“  sinngemäß wiederholt. Und Lana hat recht, dass der Verrat falsch war, egal ob sie den Mann liebte oder nicht. Hierher gehört eine andere Art von Trost. (Etwa: Umarmen. Dann: Wir brauchen dich für die Rebellion.  bleib am Leben und iss!“)

Zitat
- Sind die Absätze am Anfang der Szene zu viel Beschriebung, ohne das wirklich etwas passiert?

Nein. Wobei die Beschreibung für mich etwas zu  sehr auf das „nicht sehen“ konzentriert ist, mir fehlen Gerüche, Geräusche, die ja im Dunkeln wichtiger werden.

Die Idee mit "Tagern" und "Nächtern" gefällt mir übrigens sehr gut!