13 Juli 2020, 15:35:25

Autor Thema: Elegie  (Gelesen 1476 mal)

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kass

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Re: Elegie
« Antwort #15 am: 02 März 2019, 10:49:54 »
Zitat
Hast Du die anderen Antworten hier im Faden schon mitgedacht?

nicht wirklich. das ist mir zu abstrakt.

Wenn ich so etwas in einem Buch finden würde, wäre es ja eingebettet in den Kontext. So würde mir noch einfallen, dass es schlicht das Lied eines Schwans darstellt. Da der Schwan keine Worte benutzt, es sich vielleicht auch schlecht in Noten ausdrücken lässt (ich habe noch nie einen Schwan singen hören), wird der Gesang des Schwans halt in Zahlen vom Autor dargestellt. Eine reine Ziffernfolge ist ja nicht im eigentlichen Sinne als Text lesbar. Ich würde schlicht nur zur Kenntnis nehmen, dass da Zahlen stehen und drüber hinweg lesen.

Als Code, was es nicht ist, würde ich erwarten, dass später eine Auflösung des Codes kommt, was für die Handlung wichtig wäre.

Ich kann auch kein Muster erkennen. Aber gerade hatte ich noch eine mich amüsierende Assoziation, die nichts mit dem Titel zu tun hat.

Mit den vielen Nullen könnte das glatt eine intergalaktische IBAN sein. :devgrin:



Merkzettel für mich: Nicht ins Höllenfenster stellen!
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Fabian

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Re: Elegie
« Antwort #16 am: 02 März 2019, 11:44:33 »
Wenn ich so etwas in einem Buch finden würde, wäre es ja eingebettet in den Kontext.

WOW!
Sie hat Kontext gesagt.

Chapeau!

In einer Kneipe, die ich früher oft besucht habe, stand vor der Theke ein großer runder Stehtisch, da passten bestimmt so an die 12 Leute drumrum. Die massive Holzplatte war gezeichnet von den Spuren der Zigarettenstummel, die auf ihr verkokelt waren und vom Boulettenfett und den Getränkepfützen, die durch die Risse im Lack ins Holz gedrungen waren. In der Mitte des Tisches stand ein wirklich riesiger Keramikaschenbecher, ebenfalls rund, in der Mitte ein Henkel wie eine Burg, von Graben und Wall umgeben.
Je später der Abend desto mehr füllte sich dieser Graben mit Kippen, zerdrückte Zigarettenpackungen, Cellophanhüllen.
Manchmal haben wir gewettet: wie lange bleibt ein zerknüllter Zehnmarkschein, in dieses Durcheinander geworfen unbemerkt?
Meist haben wir nach zehn Minuten abgebrochen. Niemand am Tisch hatte ihn bemerkt.
« Letzte Änderung: 02 März 2019, 12:03:06 von Fabian »

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 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

kass

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Re: Elegie
« Antwort #17 am: 02 März 2019, 13:56:49 »
ok. Schwanengesang. Alle schon hacke dicht, durch die Rauchschwaden lallt es Zahlen durch den Raum. Im Hintergrund die Musik, durchbrochen von vornehmlich Nullen, weil das einfach besser über die Lippen geht als so eine schwierige 5, die eher als schnümpf gegrölt wird. Die vielen Nullen passen dann auch zu der üblichen Überschätzung der noch vorhandenen Wahrnehmungsfähigkeit.

Die Szene wird gerade sehr plastisch in meinem Kopf. Gefällt mir. Nur das Wort "Elegie" will nicht so recht in meiner Vorstellung zu dem Bild passen. Das erscheint mir eher fröhlich, ein wunderbar sinnloses, albernes, schulterklopfendes Gelabere. (Ich war halt nicht dabei, hätte aber meinen Spaß gehabt)

aber mal ehrlich, da hätte ich ohne Ende weiterraten können, da wäre ich niemals drauf gekommen.

hat was!

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Fabian

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Re: Elegie
« Antwort #18 am: 02 März 2019, 15:59:05 »
Jetzt muss ich aber lachen.

Die Eine Szene wird gerade sehr plastisch in meinem Kopf. ... Nur das Wort "Elegie" will nicht so recht in meiner Vorstellung zu dem Bild passen.
Dann war es vielleicht nicht das richtige Bild?
Zitat
aber mal ehrlich, da hätte ich ohne Ende weiterraten können, da wäre ich niemals drauf gekommen.
Ich hab kein Etikett an die kleine Szene geklebt. Wenn, dann hätte da Beispiel gestanden, nicht  Lösung. Ein Beispiel für das Konzept / das Konstrukt "Kontext". Und man muss auch gar nicht raten bei meinem Text. Raten ist die falsche Strategie.
Brauchbar und produktiv hingegen ist der Umgang mit dem Wort Elegie in deinen Überlegungen.
Den Schwanengesang hast du jetzt auch tendenziell richtig erkannt.

ps.
Dein eigenes Weitergespinst, das hatte Atmosphäre. Du musst unbedingt wieder schreiben!
« Letzte Änderung: 02 März 2019, 16:02:03 von Fabian »

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merin

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Re: Elegie
« Antwort #19 am: 03 März 2019, 12:57:58 »
Du hast es mir ja bei unseren Treffen verraten. Ich würde darauf tippen, dass da ohne den entsprechenden Hinweis niemals nie nicht jemand drauf kommt. Daher erlaube ich mir mal einen kryptischen Tip (mit dessen Hilfe ich es aber wohl immer noch nicht entschlüsselt hätte): Der Kontext ist durch die Platzierung des Textes bereits gegeben.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Fabian

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Re: Elegie
« Antwort #20 am: 03 März 2019, 13:35:34 »
Ich würde darauf tippen, dass da ohne den entsprechenden Hinweis niemals nie nicht jemand drauf kommt. ... Der Kontext ist durch die Platzierung des Textes bereits gegeben.
Da unterschätzt Du die Menschen aber mächtig.
Nun werden wir es niemals nie nicht erfahren.
Ob sich jemand mit dem, was ist beschäftigen will und nicht immer nur mit dem, was sein soll.
Schade, dass Du Dich nicht zurückhalten konntest. Sehr schade.

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Re: Elegie
« Antwort #21 am: 03 März 2019, 14:14:40 »
Zurückhaltung ist eben alles andere als meine Stärke.  :devgrin:
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Fabian

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Re: Elegie
« Antwort #22 am: 03 März 2019, 14:44:15 »
Aha.

Was ist denn Deine Stärke?

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Re: Elegie
« Antwort #23 am: 03 März 2019, 16:39:55 »
Ähm ... die Platzierung des Textes ist wichtig ... ok, dann tippe ich mal drauf, dass der Schwanengesang die Federteufel-Aktivitäten betrifft. Sie werden immer weniger,  sterben bald ( :schluchz:, hoffentlich nicht). Aber die Zahlenfolge bleibt mir dabei ein Rätsel. Vielleicht in die Richtung "Null Beiträge" ? Oder jeweils Anzahl der Beiträge pro Tag?  :gruebel:

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Re: Elegie
« Antwort #24 am: 03 März 2019, 17:41:37 »
Fabian, da bekomme ich ja grad das Gefühl heute ist, "wir kommen merin alle blöde"-Tag. Scheint sich in beiden Foren zu häufen heut. Vielleicht sollte ich einfach wieder ins Bett gehen.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Fabian

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Re: Elegie
« Antwort #25 am: 03 März 2019, 20:28:25 »
heute ist, "wir kommen merin alle blöde"-Tag.

[Kommentar wieder gelöscht]

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Re: Elegie
« Antwort #26 am: 17 März 2019, 09:27:10 »
Hi Fabian,

Zitat
Jetzt muss ich aber lachen.

schön, dass meine Phantasie zu einer Szene dich dazu anregt  :)

Zitat
ps.
Dein eigenes Weitergespinst, das hatte Atmosphäre. Du musst unbedingt wieder schreiben!

Danke :)

Ja, das würde ich auch sehr gerne. Ich wollte mich auch kurz entschuldigen für mein abruptes Schweigen. Bei mir ist gerade Zeit der Hektik, Zeit des Todes. Wehmut, Abschied, Neuorientierung. Na ja. Ich schau gleich mal zur angedachten Schreibübung. Das wäre vielleicht ein guter Einstieg ins endlich wieder Schreiben.

Ach, und im übrigen bin ich gegen "wir kommen alle merin blöde"-Tage. Grundsätzlich.

LG
Kass
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Re: Elegie
« Antwort #27 am: 06 November 2019, 23:52:13 »
Oh,jetzt bin ich aber enttäuscht!
Ich hatte wirklich gehofft und erwartet, ihr hättet gegrübelt und gebohrt bis zur Auflösung (des Rätsels). Dabei bin ich jetzt so neugierig.

Kann man die Rätselei neu beleben?

Ich trage zusammen, was ich bisher verstanden habe:
Unter dem Titel Elegie, also Klagelied, stehen zwei Worte, englisch, und drei Zahlenreihen gleicher Länge.
Swan Song, Schwanengesang, deutet auf Abschied, letztes Aufbäumen, aber auch auf Kunst, vielleicht auf Vollendung. (Letzteres scheint mir als Kommentar aber nicht zu dem zu passen, was ich sonst hier von dir, Fabian, gelesen habe.)

Die Zahlen: 1. Mir ist keine Kombination erkenntlich. Daten sind es nicht.
2. Die 4 kommt als Einzige nur einmal vor (wie der Zehnmarkschein versteckt im Drumherum? Aber welche Bedeutung, welchen besonderen Wert, sollte die 4 haben? In der Theologie (?) bezeichnet sie, glaube ich mich zu erinnern, die Vollkommenheit. Bezug zu oben?
3. Die Reihung würde ich als Anfang, Mitte, Ende lesen. Und dabei fallen die Nullen am Anfang und vor allem am Ende auf, wie ihr erkannt habt. In Bezug zum Abgesang kann man also folgern, dass ein Lebenszyklus beschrieben wird.
4. Der Kontext ist entscheidend, sagt ihr. Zeitlich? Örtlich? Personell?
Steht im Thread Wunderbares Allerlei, da ziemlich einsam. Da klingelt nix.
Steht im Forum. Symbolisch? War etwas Dramatisches im Februar? Kann ich nicht wissen.
Steht als lyrischer Kommentar möglicherweise zur Gegenwart außerhalb des Forums hier, für euch zu entziffern. Aber auch da bekomme ich keine Verbindung hin zu Politik (englisch: Brexit? Trump?), Klimakrise oder so. Artensterben? Bevölkerungswachstum?

Hab alles noch einmal gelesen. Stimmt etwa OldLadys Lösung? Das lässt mich jetzt unbefriedigt.

In der Hoffnung auf (diesbezügliche) Erleuchtung

eska

merin

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Re: Elegie
« Antwort #28 am: 07 November 2019, 09:20:34 »
Ich weiß es ja, aber Fabian hat mir schon meinen Tip so übel genommen, dass ich nichts weiter verraten will.
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