23 März 2019, 18:22:38

Autor Thema: Katzenperspektive  (Gelesen 185 mal)

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Oldlady

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Katzenperspektive
« am: 27 Februar 2019, 16:28:55 »
Hallo Teufel,
hier ein noch nicht durchgefeilter Abschnitt aus meinem neuen Fantasy-Projekt. Das Feilen kommt erst dann, wenn die Geschichte als Ganzes steht.

Trotzdem hätte ich gerne Eure Meinung, ob die Schilderung aus der Perspektive einer Katze glaubhaft ist. Vor allem die unserer Katzenspezialisten würde mich interessieren.

In dem Text sind ein paar Andeutungen/Sätze, die wahrscheinlich ohne die Vorgeschichte nicht verständlich sind, aber das ist nicht so wichtig. Hier nur so viel: Jandra hat sich in eine Katze verwandelt, um mehr über die Pläne der Botschafter des Landes Kruchtaria  zu erfahren.

Das offen stehende Fenster lag ungewohnt hoch über Jandra. Auch war es eine seltsame Vorstellung, aufs Fensterbrett hinaufzuspringen, aber sie wusste, dass sie es konnte. Mit einem geschmeidigen Satz war sie oben und spähte in die Gasse hinunter, die hinter dem Gladiatorenhaus vorbeiführte. Es war verblüffend hell, obwohl es Nacht war, und sie sah alles ganz genau: die Risse in der Ziegelmauer des Nachbarhauses, den Abfallhaufen mit den welken Salatblättern und Melonenschalen. Die Farben waren eigenartig, sie wirkten bläulich oder grünlich wie unter Wasser.
Sie sprang hinunter und landete weich auf dem Boden – als Mensch hätte sie sich dabei leicht den Knöchel verstaucht.
Jandra hatte sich den ganzen Tag über immer wieder darauf konzentriert, eine Katze zu werden, und am Abend hatte der Feueropal angefangen zu glühen und sich zu erwärmen. Ihre Haut hatte gekribbelt, und dann war es geschehen.
Das Gehör einer Katze war viel besser als das eines Menschen, vom weit entfernten Marktplatz tönte Gelächter, das Grölen von Betrunkenen und Gesang.
Durch ein Gewirr schmaler Straßen trabte sie in Richtung des königlichen Palasts. Eine Vielfalt von Gerüchen stürmte auf sie ein. Der fettige Dunst von Fleischsauce, der aus der geöffneten Tür eines Gasthofs strömte, verschiedene Noten von Urin an den Straßenecken, der süßlich-eklige Geruch von Hundekot, das Aroma von nassem Fell. Sie musste dem Drang widerstehen, in eine Seitengasse abzubiegen, in der es verlockend nach Fisch duftete. Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen: als eine Maus vorbeihuschte, fand sie die Idee sie zu fangen und aufzufressen wenig attraktiv. Und sie konnte immer noch logisch denken wie ein Mensch. 
Der Eingang zum Palast wurde von einem Dutzend Soldaten bewacht. Einige lehnten träge an der Mauer, zwei standen mit hängenden Schultern unter dem offenen Torbogen. Sie witschte zwischen ihren Füßen hindurch und hörte noch jemanden hinter sich sagen: „He, was war denn das für ein Vieh?“, worauf ein anderer erwiderte: „Bloß ne dreckige Katze.“
Jandra schlich durch den Palmengarten und an Rosenbeeten vorbei zu dem neuen Anbau, der so prunkvoll war, dass das Volk wegen der Geldverschwendung gemurrt hatte. Sie war ziemlich sicher, dass der König die Kruchtaren dort untergebracht hatte, um sie mit seinem Reichtum zu beeindrucken.
Das Gebäude war mit Türmchen und Erkern, Statuen und Ornamenten geschmückt, die Rundbogenfenster gingen auf Balkone mit verschnörkelten eisernen Geländern hinaus. Die Fassade war dunkel, aber der pompöse Treppenaufgang war von Fackeln beleuchtet. Drei Soldaten hockten auf den Stufen und spielten Karten.
Wann würden die Kruchtaren von dem zu ihren Ehren veranstalteten Fest zurückkehren? Und wo würden sie sich treffen?
Jandra schlüpfte hinter den Stamm eines Ahornbaums in der Nähe des Eingangs und wartete.
Ihre Nase kräuselte sich, als ihr ein ölig-rauchiger Lufthauch entgegenwehte, und sie hörte das Knirschen von Schritten auf Kies viel früher als die Wachen. Es dauerte noch eine Weile, bis sie aufhorchten und die Haltung stolzer Soldaten einnahmen.
Jandra hatte die Gesandten bei ihrem Rückweg von Averlans Wohnung gesehen, als sie zusammen mit der königlichen Familie auf dem Weg zum Tempel gewesen waren. In ihrer schlichten dunklen Kleidung hatten sie zwischen den prunkvollen Gestalten der Eskandier gewirkt wie Amseln in einer Schar Papageien, und einige Zuschauer hatten giftige Bemerkungen über die Armut Kruchtarias gemacht. Dann war Camor aufgetaucht, ernst, ebenfalls in Schwarz. Ach Camor ... Hoffentlich war die Prinzessin so fett und abstoßend wie eine Nacktschnecke.
Nun gingen die Botschafter und einige mit Fackeln ausgerüstete Diener an Jandras Versteck vorbei und verschwanden im Inneren des Gebäudes. Lichter glommen auf, zuletzt eines in einem Fenster im ersten Stock.
Glück gehabt. In der Nähe des Balkons, auf den dieses Fenster hinausging, wuchs ein Esskastanienbaum. Sie schlich hinüber, fuhr ihre Krallen aus, flitzte den Stamm empor, kroch über einen wippenden Ast und sprang auf den Balkon hinunter. Dass sich Katzen fast geräuschlos bewegen konnten, war wirklich praktisch, sonst hätten die Kruchtaren den Aufprall gehört – die Tür, die hinaus auf den Balkon führte, stand einen Spalt weit offen. 
Jandra kauerte sich davor nieder.
„... gut, dass wir morgen abreisen“, sagte eine heisere Stimme. „Vor diesen eskischen Schweinen ständig Theater spielen zu müssen ist anstrengend.“
Ein Kichern. „Ach Iltesiu. Das ist doch das tägliche Brot eines Diplomaten. Mir macht das Spaß.“
Jandra roch etwas Scharfes, hörte Schlürfen und das Gluckern von Flüssigkeit.
Sie schob sich etwas nach vorn und spähte in den Raum: Ein dunkelblauer Teppich, Tisch- und Stuhlbeine und zwei Paar Füße in Lederstiefeln.



Ryek Darkener

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #1 am: 27 Februar 2019, 17:22:37 »
Hallo Oldlady,

der Text ist interessant und lässt eine weiter Steigerung der Spannung im weiteren Verlauf erahnen.
Nein, ich bin kein Katzanspezialist :diablo:, aber es gibt einige Punkte, die mich beim Lesen ins Stoplern bringen.

Zum einen sind es Rückblenden, die das Tempo unnötigerweise herausnehmen, zum Beispiel

Zitat
Sie sprang hinunter und landete weich auf dem Boden – als Mensch hätte sie sich dabei leicht den Knöchel verstaucht.
Jandra hatte sich den ganzen Tag über immer wieder darauf konzentriert, eine Katze zu werden, und am Abend hatte der Feueropal angefangen zu glühen und sich zu erwärmen. Ihre Haut hatte gekribbelt, und dann war es geschehen.

Diese Information brauche ich als Leser an dieser Stelle nicht. Die Steigerung davon wäre, wenn Jandra mitten im Flug über ihre Verwandlung sinniert hätte. :biggrin:

Dann: Traut Jandra sich zu, das zu sein, was sie jetzt ist? Ich nehme es an, denn sonst könnte sie sich nicht so sicher bewegen, wie sie es tut. Was ziemlich ausgebremst wird durch die Beschreibung dessen, was schiefgegangen wäre, wenn sie sich nicht in eine Katze verwandelt hätte. Einmal kann man ja darauf hinweisen, aber nicht bei jeder Bewegung, bei jedem Sprung. Das erzeugt beim Lesen das Gefühl, dass Jandra total unsicher wäre, was sich aber nicht in ihren Katzen-Handlungen spiegelt.

Zitat
Das offen stehende Fenster lag ungewohnt hoch über Jandra.
Eine Katze kannst du aus einem Flugzeug abwerfen, und sie wird ohne großen Schaden landen. Was ist 'ungewohnt hoch'? Fünf Meter? Fünfzig? Fünfhundert?

Zitat
Sie sprang hinunter und landete weich auf dem Boden – als Mensch hätte sie sich dabei leicht den Knöchel verstaucht.
Als welcher Mensch? Durchtrainierter Gladiator oder McDonalds-Liebhaber? Der Unterschied sind ca. 3 Meter.  :diablo:

Zitat
Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen: als eine Maus vorbeihuschte, fand sie die Idee sie zu fangen und aufzufressen wenig attraktiv. Und sie konnte immer noch logisch denken wie ein Mensch. 

Wenn sie nicht mehr hätte logisch denken können 'wie ein Mensch', dann hätte der Erzähler es mir erzählt. Es ist also überflüssig.

Zitat
Sie schlich hinüber, fuhr ihre Krallen aus, flitzte den Stamm empor, kroch über einen wippenden Ast und sprang auf den Balkon hinunter. Dass sich Katzen fast geräuschlos bewegen konnten, war wirklich praktisch, sonst hätten die Kruchtaren den Aufprall gehört – dDie Tür, die hinaus auf den Balkon führte, stand einen Spalt weit offen.

Siehe oben.  :devgrin:

Ich denke, wenn der Erzähler sich darauf fokussiert, was die Katze tut und Jandra denkt, und das auch noch etwas klarer voneinander trennt, wird die ganze Passage erheblich spannender.

Zitat
Die Farben waren eigenartig, sie wirkten bläulich oder grünlich wie unter Wasser.
Das wäre ein Hard Fact. Da sollte sichergestellt werden, dass es stimmt. Ansonsten würde für mich als Leser auch eine etwas allgemeinere Beschreibung reichen. Außerdem ist zum Einen das entweder-oder nicht elegant, zum Anderen sind die Farbe, wie sie die Katze sieht, für sie normal. Es wird sehr schwer werden, dem Leser klarzumachen, was die normalen Katzensinne sind und warum sie in die Vorstellungswelt des in die Katze verwandelten Menschen zu interpretieren sind.  ;) Entweder aus der Sicht der Katze oder aus der des Menschen beschreiben. Wenn die Farben eigenartig sind, dann bedeutet es, dass die Protagonistin geistige Kapazität aufwenden muss, um das umzurechnen, was sie als Katze schwerfälliger und damit auffällig und ungeschickt machen würde.

Für mich als Leser reicht der Kontrast zwischen den Handlungen der Katze und der Innensicht der Protagonistin. Alles andere macht die Handlung unnötig langsam.

Meine 5 Cent.

LG
Ryek
DSvU-4 "Wurzeln und Flügel (AT)": Plotten/Schreiben
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Fabian

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #2 am: 01 März 2019, 11:52:02 »
hier ein noch nicht durchgefeilter Abschnitt aus meinem neuen Fantasy-Projekt. Das Feilen kommt erst dann, wenn die Geschichte als Ganzes steht.
Trotzdem auch von mir gleich der deutliche Hinweis: die Rückblenden stören. Ich hab die alten Szenen noch mal überflogen – diese Art, mit Rückblenden zu erzählen, taucht überall auf. Vielleicht solltest du die in einer Art Szenenplan (so eine Art Vorstufe des Erzählens) parken? Auf jeden Fall packt dich der Hang zur Rückblende viel zu häufig, das entwertet das szenische Erzählen.

Zitat
Trotzdem hätte ich gerne Eure Meinung, ob die Schilderung aus der Perspektive einer Katze glaubhaft ist. Vor allem die unserer Katzenspezialisten würde mich interessieren.

Wie Ryek sagte: soweit du die Katze physiologisch gesehen meinst, müssen die Fakten stimmen. Farbsehen, Körperbau, Gelenkigkeit usw. – alles einfach zu recherchieren.

Ich vermute mal, Deine Frage zielt aber mehr auf das "Wesen" von Katzen.

Da stellt sich mir vom Weltenbau her erst mal die Gegenfrage: braucht es das?
In der vorliegenden Szene verwandelt sich Jandra in einen Katzenkörper (mit seinen physiologischen Eigenheiten > Farbsehen z.B.), aber sie ist immer noch Jandra vom Denken, von ihrer mentalen Wahrnehmung her. Der Mensch in der Katze ist immer noch der Mensch.
Das ist eine relativ simple Konstruktion. Jandra "tarnt" sich bloß (Harry Potter hatte dafür seinen Mantel). Die Verwandlung ist kein spektakulärer Akt und hat eher wenig dramatischen Folgen. Das "Wesen" der Katze verschwindet in der Szene fast vollständig. Jandra übernimmt. Und zwar ohne irgendwelche Probleme. Sie wundert sich sogar darüber, wie wenig "Katzenwesensart" in diesem verwandelten Körper entstanden ist.

Eine komplexere Konstruktion könnte z.B. auf dem Prinzip des Ying und Yang, Tit for Tat, Gibst Du mir, dann geb ich Dir beruhen und würde meiner Meinung nach die dramaturgischen Möglichkeiten erweitern.
Jandra und Katzenwesensart sind gleichzeitig in einem Körper präsent, ringen vielleicht sogar im Widerspruch miteinander darum, wie sich der Körper zu verhalten hat. Damit der Katzenkörper nicht nach außen (Wachen etc) durch ein ungewöhnliches Verhalten als Marionette erscheint, müsste Jandra der Katzenwesensart Raum geben und zugleich ihre eigenen Ziele verfolgen (= produktiver Widerspruch, aus dem sich erzählerisch Funken schlagen ließen).

Bleibst Du bei der von dir hier vorgestellten einfachen Konstruktion, dann könntest du Jandra – insbesondere, falls es sich hier um eines der ersten Verwandlungserlebnisse handelt – etwas mehr Raum geben, sich mit diesem neuen Körper und seinen Fähigkeiten zu beschäftigen: Verwunderung über seine Leistungsfähigkeit, Spaß an den neuen Fähigkeiten, Ungeschicklichkeiten im Umgang mit ihnen (etwas Humor könnte einem Fantasyprojekten gar nicht mal schaden). Es wäre Jandras "Bild" vom Wesen einer Katze, das hier gefragt wäre und ob es ihr gelingt, diese ihre Vorstellung, was eine Katze ausmacht, in Verhalten des Körpers umzusetzen in einer Weise, die keine Aufmerksamkeit erregt.

Damit also zur Frage nach dem Wesen der Katze. Denk z.B. an den Kater in Shrek. Ansonsten: sprunghaft, spielerisch, zurückhaltend, unberechenbar, kämpferisch. Putzt sich in den unmöglichsten Situationen an den unmöglichsten Stellen. Wäscht sich häufig. Stellt sich zum Kampf, wenn in die Enge getrieben, flüchtet, wenn sich die Chance bietet. Sitzt stlll und beobachtet. Kann sich gut anschleichen. Usw usf. Falls Du noch nie Katzen intensiver beobachten konntest – schau Dir Katzenvideos an. Ist vielleicht der schnellste Weg zumindest einen vagen Eindruck zu bekommen.

Im Text ist da jedenfalls im dramaturgisch interessanten Moment nur eine große Leerstelle. Da "witscht" die Jandra-Katze nur durch (die Beine der Wachen). Wenn Du das so lösen willst – wozu brauchst du dann das "Wesen" der Katze?
« Letzte Änderung: 01 März 2019, 11:57:18 von Fabian »

"Weil niemand mehr Leonardo ist, können alle Leonardo werden ...
das Phantasma der Auserwähltheit Einzelner macht dem Phantasma der Selbstwahl aller Platz"

 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #3 am: 01 März 2019, 11:54:26 »
Hallo Ryek,
Vielen Dank für Deine Röstung!

Zitat
Zum einen sind es Rückblenden, die das Tempo unnötigerweise herausnehmen, zum Beispiel

Zitat
Sie sprang hinunter und landete weich auf dem Boden – als Mensch hätte sie sich dabei leicht den Knöchel verstaucht.
Jandra hatte sich den ganzen Tag über immer wieder darauf konzentriert, eine Katze zu werden, und am Abend hatte der Feueropal angefangen zu glühen und sich zu erwärmen. Ihre Haut hatte gekribbelt, und dann war es geschehen.
Du hast Recht, das stört hier eher.

Zitat
Traut Jandra sich zu, das zu sein, was sie jetzt ist? Ich nehme es an, denn sonst könnte sie sich nicht so sicher bewegen, wie sie es tut. Was ziemlich ausgebremst wird durch die Beschreibung dessen, was schiefgegangen wäre, wenn sie sich nicht in eine Katze verwandelt hätte. Einmal kann man ja darauf hinweisen, aber nicht bei jeder Bewegung, bei jedem Sprung

Auch hier gebe ich Dir recht.  Einem Menschen, der sich in eine Katze verwandelt hat, drängt es sich zwar auf, zu vergleichen, aber bei mir ist das  zu oft der Fall.

Zitat
Zitat
Das offen stehende Fenster lag ungewohnt hoch über Jandra.

Eine Katze kannst du aus einem Flugzeug abwerfen, und sie wird ohne großen Schaden landen. Was ist 'ungewohnt hoch'? Fünf Meter? Fünfzig? Fünfhundert?

Ich glaube, hier braucht man keine nähere Beschreibung wie hoch das Fensterbrett liegt, es handelt sich um ein normales   Zimmerfenster. Einem Menschen reicht es etwa bis zur Taille, eine Katze muss nach oben blicken.

Zitat
Zitat
Sie sprang hinunter und landete weich auf dem Boden – als Mensch hätte sie sich dabei leicht den Knöchel verstaucht.
Als welcher Mensch? Durchtrainierter Gladiator oder McDonalds-Liebhaber?
Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass sie aus dem 2. Stock springt.

Zitat
Zitat
Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen: als eine Maus vorbeihuschte, fand sie die Idee sie zu fangen und aufzufressen wenig attraktiv. Und sie konnte immer noch logisch denken wie ein Mensch. 
Wenn sie nicht mehr hätte logisch denken können 'wie ein Mensch', dann hätte der Erzähler es mir erzählt. Es ist also überflüssig.

Stimmt!

Zitat
Ich denke, wenn der Erzähler sich darauf fokussiert, was die Katze tut und Jandra denkt, und das auch noch etwas klarer voneinander trennt, wird die ganze Passage erheblich spannender.

EIn guter  Hinweis!  :daaanke:

kass

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #4 am: 01 März 2019, 19:10:33 »
Zitat
Eine Katze kannst du aus einem Flugzeug abwerfen, und sie wird ohne großen Schaden landen. Was ist 'ungewohnt hoch'? Fünf Meter? Fünfzig? Fünfhundert?

NEIN !!! Bitte keine Katze aus dem Flugzeug schmeißen !!! Arrggghhh ....

Katzenliebhaberin meldet sich zur Stelle und Protest an. Katzen könnten zu Tode stürzen oder sich schwer verletzen, wenn sie aus zu großer Höhe fallen. Katzenfreunde sichern ihre Balkone in höheren Etagen mit Gittern ab, damit ihre Tiere keinen gefährlichen Sturz erleiden.

Das mit den Farben hat mich interessiert. Katzen mögen blau besonders, können rot nicht erkennen, das wirkt eher gelblich, sie erkennen weit mehr Grauschattierungen als wir. Das wusste ich bisher nicht.

Sorry, Oldlady, aber die Szene wirkt auf mich nicht gelungen. Sie wirkt irgendwie von außen betrachtet. Da könnte man so viel mehr draus machen, wenn jemand sich zum ersten Mal in eine Katze verwandelt.

Zitat
Durch ein Gewirr schmaler Straßen trabte sie in Richtung des königlichen Palasts. Eine Vielfalt von Gerüchen stürmte auf sie ein. Der fettige Dunst von Fleischsauce, der aus der geöffneten Tür eines Gasthofs strömte, verschiedene Noten von Urin an den Straßenecken, der süßlich-eklige Geruch von Hundekot, das Aroma von nassem Fell. Sie musste dem Drang widerstehen, in eine Seitengasse abzubiegen, in der es verlockend nach Fisch duftete. Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen: als eine Maus vorbeihuschte, fand sie die Idee sie zu fangen und aufzufressen wenig attraktiv. Und sie konnte immer noch logisch denken wie ein Mensch. 

ich habe noch nie das Wort "Traben" in Zusammenhang mit dem Gang einer Katze benutzt. Das erscheint mir nicht passend. Auch kommt in diesem Absatz durch, dass die Szene viel Drumherum hat, was von unmittelbaren Erleben ablenkt. Manches erscheint wie eine Kommentarfunktion. "Eine Vielfalt von Gerüchen stürmte auf sie ein." Eine Ankündigung dessen, was kommt. "Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen". Noch eine Ankündigung. Wozu?

Und ich habe mich gefragt, warum du sie nicht den Impulsen nachgehen lässt. Lass sie doch den Fisch fressen, der Maus hinterher jagen, sich an einem Bein eines der Soldaten reiben, um gestreichelt zu werden, mit ihrem Kopf seitlich an einer Ecke entlangstreichen, um ihre Markierung zu hinterlassen. (Katzen haben seitlich am Kopf kleine Drüsen, deshalb streichen sie so gerne an den Türen und Tischbeinen usw mit dem Kopf lang). Das könnte ganz amüsant werden. Das kommt natürlich darauf an, wie du die Gestaltwandlung angelegt hast, aber es wäre auch ein Hindernis, das an entsprechenden Stellen für zusätzliche Spannung und Stolpersteine sorgen könnte.

Oder gib Jandra die Gelegenheit, den neuen Körper und seine Sinne zu erforschen. Erste tastende Schritte, die Verunsicherung der anderen Wahrnehmung, das muss doch überwältigend sein. Oder lass es nicht die erste Umwandlung in eine Katze sein, so dass sie sich schon auskennt, weiß, was sie erwartet.

Aber grundsätzlich mag ich Gestaltwandlung als Element in Fantasyromanen. Bin schon gespannt, was du da noch so draus zaubern wirst.

LG
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Re: Katzenperspektive
« Antwort #5 am: 02 März 2019, 00:18:12 »
Katzenexpetin meldet sich zum Dienst.

Mir gefällt die Szene im Grunde. Allerdings ist sie mir etwas zu langsam - und sorry, aber nein, die Katze in ihr spüre ich nicht wirklich. Mir kommt sie eher noch immer sehr als menschlicher Spion rüber. Aber: die Fantasywelt an sich hat mich trotzdem sofort interessiert.

Was das Katzensein angeht: da denkt sie zu oft menschlich. Quasi als ob sie noch immer Mensch ist, die versucht, sich in eine Katze reinzuversetzen anstatt eine Katze zu sein.
Gut, es ist ihr erstes Mal. Kann ja gut sein, dass das zur Lernkurve gehört. Oder diese Magie schlicht und einfach nur eine simple Gestaltverwandlung zulässt versus einer echten transformativen Wesensverwandlung. Je nachdem wie du es halten willst funktionieren die Katzeneindrücke im Text besser oder nicht. Ist es ersteres sind die Gedankrn und Vergleiche vielleicht noch immer etwas zu lang, passen im Grunde aber rein. Ist es letzteres, dann ist es echt zu wenig reaktiv und zu analytisch.
Katzen, auch solche auf der Pirsch, reagieren. Tun. Sind in Bewegung, selbst wenn der Körper gerade verharrt.
Und das kommt gar nicht rüber.

Und ein paar Sachen: Katzen sehen nach meinem letzten Wissensstand gar keine Farben sondern nur in Grautönen. Sie sehen dafür vertiefter, was ihnen erlaubt, winzige Viechli und kleinste Bewegungen von irgendwas wahrzunehmen. Sie hören verdammt gut und auf Frequenzen, wo wir schon keine Chance mehr haben. Mit dem Riechen hält es sich dafür in Grenzen, zwar noch besser als der Mensch, aber weit hinter einem Hund.
Was ihre Sprünge angeht: alles bis ca. 2.5m ist für sie keine Sache. Je höher desto besser allerdings etwas, an das sie sich hochangeln können. Runterspringen funktioniert da schon problemloser, aber wenn es nicht grad sein muss nehmen Sie lieber Stufen und dann so ab 1.50-1.80 ca. springen sie dann gerne direkt - wobei auch da nehmen sie oft noch Stufen.
Höhen ab 2.5-4m ca sind allerdings problematisch. Da hat die Katze bei einem Fall (freiwillig macht sie das nicht) nicht immer genug Zeit, sich in die richtige Position zu bringen, um sicher zu landen. Tatsächlich kommen Sie unten sicherer an, wenn es etwas mehr Meter sind, da sie da dann Zeit haben, sich richtig zu drehen, um sich dann gut abzufedern. Einer unser Kater ist mal vom Balkon im sechsten Stock gefallen und das war besser für ihn als wäre es der dritte gewesen. Hat ihm jedenfalls nichts gemacht. Aber bitte: wir sprechen hier von Unfällen oder bösen Absichten - und in Panik schiesst eine Katze auch mal über das Ziel hinaus oder auch im Jagdfieber nimmt sie dann gern Abkürzungen oder vertut sich mal (was bei unserem Kater der Fall war), aber der Normalfall sollte es nicht sein.

Am wenigsten überzeugt hat mich allerdings der Kommentar zur Jagd. Das Wesen der Katze ist so von Jagd bestimmt. Etwas bewegt sich, sie zuckt ausser sie schläft gerade sehr tief. Und selbst dann zuckt es noch oft: die Schnurrhaare, die Krällchen, die Muskeln, die Öhrchen ... manchmal maunzen sie sogar im Traum und du weisst genau, jetzt haben sie gerade was gesehen im Traum oder sind schon am Jagen. Dass ihr hier die Maus nichts sagt ist wohl das, warum es für mich eben gerade nicht genügend Katze ist. Übrigens muss die Maus ihr nicht unbedingt Appetit machen. Mäuse sind oftmals eher Spielzeug als Nahrung. Das sind eher Vögel. Der Rest der Tiere wird einfach gerne gejagt.

Und ja, das ist auch so ein Punkt. So sehr ich Katzen liebe und bewundere, gerade ihre Freiheit und Eigensinn: es sind gnadenlose Jäger, das ist einfach ihre Natur. Und genau das fehlt deiner Prota hier, diese berechnende, blutrünstige Natur, die alles, was unter ihr und potentielle Beute ist genau analysiert auf ihren Aufwand und (Spass-)Ertrag hin bewertet und anschliessend entsprechend angegangen wird.

Natürlich können Katzen auch anders - aber das kommt dann eher bei ebenbürtigen Wesen oder (angeblich) stärkeren Wesen zum Zug. Oder halt wenn es ihr zugute kommt. Denn eins ist klar: Cat comes first. Always. And if not: make the other believe it’s the other way around while still ensuring that cat comes first.

Huch. Das war jetzt etwas gar ausführlich. Keine Ahnung, ob du davon was brauchst. Aber yeah. Musst halt nicht Katzensklaven nach ihrer Meinung über Katzen fragen ...
Das Leben ist kurz - der Tod ist ewig.
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Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #6 am: 02 März 2019, 10:55:34 »
Hallo Teufels,

erst mal herzlichen Dank für die hilfreichen Röstungen und Hinweise! Ich werde noch im Detail darauf eingehen.

Aber bevor noch jemand auf der falschen Fährte ist, möchte ich hier klarstellen, dass es sich um einen Gestaltwandel handelt, bei dem der Mensch  und sein Denken voll erhalten bleiben. Jandra  hat also beispielsweise nicht den Jagdinstinkt einer Katze. Nur ihre Sinne und körperlichen Fähigkeiten sind verändert. 

Ob sie den neuen Körper vorher noch ausprobieren muss, überlege ich mir noch. Vielleicht wäre das hier angemessen. Und auch ganz lustig.

Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #7 am: 02 März 2019, 12:40:39 »
Hallo Fabian,
vielen Dank!
In Deiner Röstung stecken einige spannende Ideen.

Zitat
Auf jeden Fall packt dich der Hang zur Rückblende viel zu häufig, das entwertet das szenische Erzählen.
Guter Hinweis. Ich werde darauf achten.

Zitat
Zitat
Trotzdem hätte ich gerne Eure Meinung, ob die Schilderung aus der Perspektive einer Katze glaubhaft ist.
Ich vermute mal, Deine Frage zielt aber mehr auf das "Wesen" von Katzen. Da stellt sich mir vom Weltenbau her erst mal die Gegenfrage: braucht es das?
In der vorliegenden Szene verwandelt sich Jandra in einen Katzenkörper (mit seinen physiologischen Eigenheiten > Farbsehen z.B.), aber sie ist immer noch Jandra vom Denken, von ihrer mentalen Wahrnehmung her. Der Mensch in der Katze ist immer noch der Mensch.

Genau so hatte ich es gedacht.  Sie ist nur physiologisch eine Katze. Ich habe recherchiert, aber da können sich trotzdem Fehler einschleichen, daher die Frage an die Katzenfans.

Zitat
Eine komplexere Konstruktion könnte z.B. auf dem Prinzip des Ying und Yang, Tit for Tat, Gibst Du mir, dann geb ich Dir beruhen und würde meiner Meinung nach die dramaturgischen Möglichkeiten erweitern.
Jandra und Katzenwesensart sind gleichzeitig in einem Körper präsent, ringen vielleicht sogar im Widerspruch miteinander darum, wie sich der Körper zu verhalten hat.
Das ist eine interessante Idee. Passt aber nicht gut in das folgende Geschehen.

Zitat
Bleibst Du bei der von dir hier vorgestellten einfachen Konstruktion, dann könntest du Jandra – insbesondere, falls es sich hier um eines der ersten Verwandlungserlebnisse handelt – etwas mehr Raum geben, sich mit diesem neuen Körper und seinen Fähigkeiten zu beschäftigen: Verwunderung über seine Leistungsfähigkeit, Spaß an den neuen Fähigkeiten, Ungeschicklichkeiten im Umgang mit ihnen (etwas Humor könnte einem Fantasyprojekten gar nicht mal schaden).
Vielleicht schreibe ich noch einen Absatz über die Verwandlung und wie sie den Körper danach erlebt. :daaanke:

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #8 am: 02 März 2019, 12:41:15 »
Hi, Oldlady!

Ich muss zugeben, ich hatte Mühe, den Text zu lesen, weil er irgendwie ... zusammenhanglos bleibt. Es liest sich für mich, als hättest du eine Checkliste gehabt, inwiefern sich die Wahrnehmung einer Katze von der eines Menschen unterscheidet, und hättest die dann abgearbeitet.
Die einzelnen Punkt sind gar nicht mal schlecht, und jeder Punkt für sich liest sich auch nicht schlecht, auch wenn man da noch mehr Erlebnis herausholen könnte. Ich weiß ja jetzt nicht, wie vertraut Jandra schon damit ist, eine Katze zu sein. Falls es das erste Mal ist, würde ich nicht erwarten, dass sie außer ihre neue Natur wahrzunehmen, viel zustande bringt. Wenn es nicht das erste Mal ist, sind es definitiv zu viele Beschreibungen, wie sich die Welt für eine Katze anders darstellt als für Menschen.

lg
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Re: Katzenperspektive
« Antwort #9 am: 04 März 2019, 21:03:07 »
Hi Oldlady,

für einen Fantasytext von dir bin ich erstaunlich gut reingekommen.  ;) Für mich las ich da keine Katze, sondern eine Frau im Katzenkörper, aber das haut ja auch hin. Gestört hat mich zeitweise die Fülle an Beschreibungen, wobei ich die Gerüche sehr mochte, und die vielen kleinen Rückblendungen oder Überlegungen, wie das jetzt als Mensch gewesen wäre. Die kleine Szene am Balkon hat sich mir auch nicht erschlossen, also was die Männer da tun. Aber mich hat das neugierig gemacht und ich hätte weitergelesen.

lg
tulan
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #10 am: 05 März 2019, 10:41:47 »
Hallo Kass,
erst mal vielen Dank für die Hinweise einer Katzen-Liebhaberin!

Zitat
Zitat
Katzenfreunde sichern ihre Balkone in höheren Etagen mit Gittern ab, damit ihre Tiere keinen gefährlichen Sturz erleiden.
Wie hoch der Sprung aus dem Fenster sein soll, muss ich mir also gut überlegen. 1. Stock ist wohl besser als der 2.


Zitat
Zitat
Katzen mögen blau besonders, können rot nicht erkennen, das wirkt eher gelblich
Das mit dem Farbensehen habe ich natürlich auch recherchiert. Wenn eine Katze Blau und Gelb sehen kann, dann ergibt das in der Mischung oft Grün, der Eindruck einer Stadt bei Nacht müsste wohl eher grünlich-bläulich sein.

Zitat
Durch ein Gewirr schmaler Straßen trabte sie in Richtung des königlichen Palasts. Eine Vielfalt von Gerüchen stürmte auf sie ein. Der fettige Dunst von Fleischsauce, der aus der geöffneten Tür eines Gasthofs strömte, verschiedene Noten von Urin an den Straßenecken, der süßlich-eklige Geruch von Hundekot, das Aroma von nassem Fell. Sie musste dem Drang widerstehen, in eine Seitengasse abzubiegen, in der es verlockend nach Fisch duftete. Doch offenbar hatte sie nicht alle Bedürfnisse einer Katze angenommen: als eine Maus vorbeihuschte, fand sie die Idee sie zu fangen und aufzufressen wenig attraktiv. Und sie konnte immer noch logisch denken wie ein Mensch. 

Zitat
ich habe noch nie das Wort "Traben" in Zusammenhang mit dem Gang einer Katze benutzt.

Wie nennt man das eigentlich, wenn sich eine Katze zügig bewegt?
Sie geht nicht, sie schleicht nicht, sie rennt nicht.  Vielleicht: Sie glitt durch ein Gewirr von Straßen?

Zitat
Zitat
Auch kommt in diesem Absatz durch, dass die Szene viel Drumherum hat, was von unmittelbaren Erleben ablenkt. Manches erscheint wie eine Kommentarfunktion. "Eine Vielfalt von Gerüchen stürmte auf sie ein." Eine Ankündigung dessen, was kommt.

Stimmt, das ist unnötig. Wird gestrichen.

Zitat
Und ich habe mich gefragt, warum du sie nicht den Impulsen nachgehen lässt. Lass sie doch den Fisch fressen, der Maus hinterher jagen, sich an einem Bein eines der Soldaten reiben
Die Verwandlung bringt eine Veränderung der Wahrnehmung, der Sinne, nicht  aber des menschlichen Denkens. Sonst wäre sie auch kaum in der Lage, später die Botschafter auszuspionieren.

Zitat
Zitat
Oder gib Jandra die Gelegenheit, den neuen Körper und seine Sinne zu erforschen. Erste tastende Schritte, die Verunsicherung der anderen Wahrnehmung, das muss doch überwältigend sein.

Du hast Recht, ich sollte vorher noch etwas zu der Phase nach der Verwandlung einbauen.

 :daaanke:

Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #11 am: 05 März 2019, 16:43:49 »
Hallo Mooncat,

 :daaanke:!

Zitat
nein, die Katze in ihr spüre ich nicht wirklich. Mir kommt sie eher noch immer sehr als menschlicher Spion rüber.
Das ist sie auch. Ein Mensch in einem Katzenkörper mit entsprechenden Sinnen.  Daher ist eine Reihe Deiner Hinweise leider in dieser Geschichte nicht anwendbar. Sorry, dass ich das nicht gleich richtig klargestellt habe. Deine Erklärungen zum Katzendasein finde ich trotzdem  faszinierend.

Zitat
Katzen sehen nach meinem letzten Wissensstand gar keine Farben sondern nur in Grautönen. Sie sehen dafür vertiefter, was ihnen erlaubt, winzige Viechli und kleinste Bewegungen von irgendwas wahrzunehmen.
Bei meinen Recherchen hieß es, sie könnten Blau und Gelb sehen, aber kein Rot.

Zitat
Höhen ab 2.5-4m ca sind allerdings problematisch. Da hat die Katze bei einem Fall (freiwillig macht sie das nicht) nicht immer genug Zeit, sich in die richtige Position zu bringen, um sicher zu landen. Tatsächlich kommen Sie unten sicherer an, wenn es etwas mehr Meter sind, da sie da dann Zeit haben, sich richtig zu drehen, um sich dann gut abzufedern.

Da muss ich mir gut überlegen, aus welcher Höhe die Katze auf die Straße hinunterspringt.

Zitat
Mäuse sind oftmals eher Spielzeug als Nahrung. Das sind eher Vögel.
Das wusste ich nicht!
Und auch Deine anderen Erklärungen zum Katzenwesen finde ich sehr spannend!  Vielleicht kann ich das in einem anderen Text noch mal brauchen.

Dankeschön!

Fabian

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #12 am: 05 März 2019, 18:20:11 »
Man muss wohl zwischen unbeabsichtigtem Sturz und einem Sprung (eher einem Fall) unterscheiden.

Unsere Katzen lassen sich vorm Sprung aus größeren Höhen (Kachelofen, Schrank, durchaus mal 2,50 m) zunächst mit den vorderen Tatzen und dem Vorderkörper über die Kante gleiten und versuchen, sich möglichst weit nach unten an der senkrechten Fläche abzustützen. Sie machen sich dabei möglichst lang, nur die Hinterläufe bleiben oben, damit sie sich, wenn's ihnen doch zu riskant erscheint, möglichst noch wieder zurück ziehen können.
Erst im letzten Moment stoßen sie sich ein wenig ab, um Abstand von der senkrechten Fläche zu bekommen und lassen sich dann fallen.

"Weil niemand mehr Leonardo ist, können alle Leonardo werden ...
das Phantasma der Auserwähltheit Einzelner macht dem Phantasma der Selbstwahl aller Platz"

 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

merin

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #13 am: 06 März 2019, 09:38:33 »
Unsere Katzen sind auch problemlos mal 3,50m vom Dach gesprungen. Aber eben mit Vorbereitung.

Und eine zügige Katze könnte für mich witschen oder schnellen, auch huschen ginge.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oldlady

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Re: Katzenperspektive
« Antwort #14 am: 06 März 2019, 11:03:33 »
Hallo Viskey,
Herzlichen  Dank!

Zitat
Es liest sich für mich, als hättest du eine Checkliste gehabt, inwiefern sich die Wahrnehmung einer Katze von der eines Menschen unterscheidet, und hättest die dann abgearbeitet.
Da ist was dran. Natürlich sollte das weniger auffällig sein.

Zitat
Falls es das erste Mal ist, würde ich nicht erwarten, dass sie außer ihre neue Natur wahrzunehmen, viel zustande bringt.
Ich werde vorher noch das Erlebnis des neuen Körpers, der neuen Sinne einbauen.

Zitat
Wenn es nicht das erste Mal ist, sind es definitiv zu viele Beschreibungen, wie sich die Welt für eine Katze anders darstellt als für Menschen.

Die anderen Röster fanden das auch. Was ein guter Grund ist, da noch mal ranzugehen.