26 Februar 2020, 07:41:26

Autor Thema: Die ersten Seiten: von meiner LM  (Gelesen 723 mal)

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Paradieseule

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Die ersten Seiten: von meiner LM
« am: 03 April 2019, 16:01:27 »
Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag. Ich möchte Euch gerne die ersten Seiten meines Romanes zum Lesen geben. Im Groben und Ganzen handelt es sich um eine "Liebesgeschichte"
Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Text schon umgeschrieben habe. Aber irgendwann sollte auch Schluß sein.

Meine Frage: Würdet Ihr weiterlesen?
Was gefällt Euch daran / oder eben nicht?
Was ist Euer Eindruck?

Also schon mal vorab, lieben Dank.



Ich öffnete das große Fenster und trat hinaus auf die Dachterrasse. Ein leichter kühler Wind strich über meinen Körper und ich zog den Morgenmantel enger zu. Ich atmete tief durch, denn ich liebte dieses Gefühl, hier so hoch oben und die Stadt in der Dämmerung vor mir. Ich hielt mich an der Brüstung fest, stellte mich auf meine Zehenspitzen und sah hinab in das Häusermeer. So mussten sich früher die Herrscher und Könige gefühlt haben, wenn sie von ihren Burgen und Schlössern zu ihren Untertanen hinabblickten. Noch war die Stadt still. Leise und verschlafen lag sie direkt vor meinen Füßen.
Vorsichtig berührten die ersten Sonnenstrahlen die langsam erwachende Stadt. Ich schloss die Augen und genoss den Moment des Augenblickes. Vielleicht war Glück so etwas, wie diese Sonnenstrahlen, die auf mein Gesicht fielen. Auch diese konnte man nicht festhalten oder einfangen. Aber sie waren da, jeden Tag aufs Neue.
Nie hatte sich mein Leben besser angefühlt wie jetzt. Es war perfekt. Ich hatte alles, was ich mir wünschte. Genaugenommen war nichts in der Wohnung mein Eigentum. Weder die Einrichtung noch der Schrank voller Kleider, weder die unzähligen Schuhe noch die tausend Cremes und Lippenstifte, die im Badezimmer standen. Nichts gehörte wirklich mir, aber diese Tatsache störte mich nicht weiter. Ich hatte all das uneingeschränkt zur Verfügung und konnte es nicht verlieren, weil es nicht mir gehörte.
Ich sah der aufgehenden Sonne zu, wie sie Meter für Meter den Himmel eroberte und die Nacht zum Tag machte. Ihre Strahlen ließen das Grau weichen und erhellte, was vormals noch im Verborgenen lag. Der Sonne machte es keine Mühe, denn die Erde drehte sich um sie, und sie musste nichts dafür tun, rein gar nichts.
Dieser Sonntag hatte vierundzwanzig Stunden und jede davon war meine. Ich konnte sie füllen mit allem, wonach mir der Sinn stand. Vielleicht ein kleiner Ausflug mit meinem Sportwagen entlang des Rheins oder zu Weingärten oder zu einer Burg. Mona würde bestimmt Spaß daran haben mich zu begleiten. Mona war meine beste Freundin und meine Mitbewohnerin. Während ich es vorzog, wie eine gut betuchte Frau von Rang und Namen, hier in der oberen Etagenwohnung der Rheinmetropole zu gastieren, war unser gemeinsamer Hauptwohnsitz in den Häuserschluchten von Köln zu finden. Zusammen mit ihr teilte ich mir drei Zimmer auf achtundvierzig Quadratmetern in nicht unbedingt bevorzugter Wohnlage. Dort landeten meine Post und meine Eltern, wenn sie mich in der Stadt besuchten, was gottlob nur selten der Fall war.
Es war, wie Karl-Heinz sagen würde, eine Win-Win-Situation. Für jeden von uns. Für mich, für Mona. Und für Karl-Heinz, weil ich für ihn da sein konnte. Weil wir füreinander da sein konnten. Die Zeit, die wir beide zusammen verbrachten, war etwas Besonderes. Wir reihten diese Momente, wie Perlen aneinander. Ich war nicht nur seine Geliebte, sondern ein Stück weit Seelengefährtin, wenn es so etwas gab.
Die Welt der Worte, der Gesten und der gezielten Rhetorik gehörte ihm. Mir gehörte die Welt mit all ihren Eindrücken und Farben. Er nannte mich seinen Sonnenschein. Nicht nur weil ich ihn zum Lachen brachte. Sondern weil dann seine Welt wieder in Ordnung war. Mitunter auch Dinge tat, die normalerweise nicht auf seiner Agenda standen.
Er zeigte mir dafür eine Welt, die mir vormals fremd gewesen war. In der übervolle Terminkalender und goldschimmernde Visitenkarten existierten. Dort wo Menschen waren, die Glück kaufen oder festhalten wollten.
Ich machte mir keine Sorgen und Gedanken, wie andere Menschen, über Dinge, die wahrscheinlich nie eintreffen würden. Lieber entdeckte ich Schönes, freute mich über Ungewöhnliches und ließ mich gerne überraschen. Ich sammelte Momente, wie diesen, wo nichts, außer der Stille und dem Frieden, der ihm innewohnte, wichtig war.
Es war auch nicht wichtig, wie unsere Beziehung weitergehen würde. Daher stellte ich nie diese Frage und ich wusste, dass auch Karl-Heinz diese vermied. Ohne jemals darüber gesprochen zu haben, wussten wir, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt, dass sie geliehen war, dass sie irgendwann zu Ende gehen würde.

LaHallia

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #1 am: 03 April 2019, 18:54:49 »
Hallo Paradieseule,

Beiträge rösten lassen kannst du ab 6 eigenen gezählten Beiträgen.
Wie viele gezählte Beiträge du hast, kannst du in deinem Profil sehen. Ich schließe daher deinen Thread hier solange bis du die benötigte Beitragszahl erreicht hast.

Liebe Grüße,
LaHallia
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merin

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #2 am: 05 Mai 2019, 10:39:56 »
Ich habe mal wieder aufgemacht.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

merin

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #3 am: 05 Mai 2019, 22:49:30 »
Liebe Eule,

na dann mal die Gabel gespitzt. Ich kann schon mal verraten, dass, wenn es nach mir ginge, das nicht die letzte Überarbeitung wäre. Und dass ich mir wünschen würde, dass deine Fragen zum Text etwas konkreter wären. Aber vielleicht hast du keine Idee, wo die Probleme liegen könnten? Dann ist es immer schwer, konkrete Fragen zu formulieren.

Vorwarnen muss ich auch, dass ich keine klassischen Liebesromane lese. Wenn du also genrespezifische Rückmeldungen möchtest, sind meine Hinweise sicher eher nicht hilfreich. Da ich bekennende Kitschallergikerin bin, kann es sein, dass ich da Einiges moniere, was andere mit Genuss goutieren würden.

Zitat
Ich öffnete das große Fenster und trat hinaus auf die Dachterrasse. Ein leichter kühler Wind strich über meinen Körper und ich zog den Morgenmantel enger zu. Ich atmete tief durch, denn ich liebte dieses Gefühl, hier so hoch oben und die Stadt in der Dämmerung vor mir. Ich hielt mich an der Brüstung fest, stellte mich auf meine Zehenspitzen und sah hinab in das Häusermeer. So mussten sich früher die Herrscher und Könige gefühlt haben, wenn sie von ihren Burgen und Schlössern zu ihren Untertanen hinabblickten. Noch war die Stadt still. Leise und verschlafen lag sie direkt vor meinen Füßen.

Für mich beginnt schon mit dem ersten Bild eine Irritation. Da wird ein Fenster geöffnet, jemand tritt auf eine Dachterrasse und ein Wind streicht über einen Körper. Dann aber - stop - der Wind kann nicht auf dem gesamten Körper spürbar sein, denn der ist in einen Morgenmantel gehüllt. Dann atmet die Person, tief, und damit verbindet sie ein Gefühl, das sie mag. Aber welches? Ich kann es nicht erahnen.
Und plötzlich merke ich: Ich hatte da einen sonnigen Morgen gebastelt, aber es ist viel früher, dämmert noch. Und dann frage ich mich: Wieso auf Zehenspitzen? Ist die Person so klein? Die Brüstung so hoch?
Und die Ablenkung hin zu den Herrschern finde ich unnötig. Mal sehen, ob sie aufgenommen wird.

Was würde ich ändern: Ich würde konkret schreiben, wo die Person den Wind spürt. Ich würde das Gefühl deutlicher machen. Ich würde wenigsten einen Hinweis darauf geben, was für einen Körper ich da vor mir habe, eine erste Charakterisierung. Und ich würde früher ins Bild bringen, dass es noch nicht ganz hell ist.

Bislang weiß ich fast nichts, aber ich bin neugierig geworden. Das ist schonmal gut.

Zitat
Vorsichtig berührten die ersten Sonnenstrahlen die langsam erwachende Stadt. Ich schloss die Augen und genoss den Moment des Augenblickes. Vielleicht war Glück so etwas, wie diese Sonnenstrahlen, die auf mein Gesicht fielen. Auch diese konnte man nicht festhalten oder einfangen. Aber sie waren da, jeden Tag aufs Neue.

Das ist für meinen Geschmack kitschig und auch schief: "Moment des Augenblicks" ist doppelt gemoppelt - und die Sonnenstrahlen können ja schlecht gleichzeitig auf der Stadt und auf der Person zu sehen sein. Da solltest du über eine klarere "Kameraführung" nachdenken.

Zitat
Ich sah der aufgehenden Sonne zu, wie sie Meter für Meter den Himmel eroberte und die Nacht zum Tag machte. Ihre Strahlen ließen das Grau weichen und erhellte, was vormals noch im Verborgenen lag.

Erhellten, da fehlt ein N. Und ich wüsste ja gern genauer, was da erhellt wird. So ist es mir zu kitschig.

Die Kommafehler lass ich mal weg.

Zitat
Ich machte mir keine Sorgen und Gedanken, wie andere Menschen, über Dinge, die wahrscheinlich nie eintreffen würden. Lieber entdeckte ich Schönes, freute mich über Ungewöhnliches und ließ mich gerne überraschen. Ich sammelte Momente, wie diesen, wo nichts, außer der Stille und dem Frieden, der ihm innewohnte, wichtig war.

Mhm, warum so unkonkret? Nach dem, was da jetzt steht, habe ich das Gefühl, da ist eine kitschige, naive und romantische junge Frau, die sich selbst in die Tasche lügt und sich aushalten lässt, sich einredet, dass das ja okay sei, weil ja alle etwas davon hätten. Ein Konflikt ist für mich nicht klar angelegt (sollte er aber, finde ich), aber wenn ich mich bemühe, kann ich mögliche Konfliktlinien erkennen:
-Karl-Heinz verlässt sie und sie ist am Boden zerstört. Der Text geht darum, wie sie damit umgeht (Rache? Ein Liebesfeldzug um ihn zurückzugewinnen?)
- Mona wendet sich gegen sie, es geht um eine Freundinnen-Feindinnen-Geschichte.

Beide Geschichten wären für mich nicht interessant, haben aber gewiss Leserinnenkreise (das wäre klassische Frauenliteratur).

Allgemein kann ich zu deinem Beginn sagen, dass er sich flüssig liest und auch ein interessantes erstes Bild benutzt. Allerdings hat er für mich zwei gravierende Mängel:
1. Er führt die Prota nicht gut ein. Sie bleibt blass.
2. Er gibt keinen ausreichend klaren Hinweis auf den zentralen Konflikt des Textes.

Nachdenken würde ich außerdem über die Sprache. Du hast eine Ich-Perspektive gewählt, die viel Einblick in die Innenwelt der Prota erlaubt. Diese ist aber aktuell sehr gefällig und glatt und damit auch wenig charakteristisch. Romantisch, ja, etwas kitschig, das würde zu einem Liebesroman sicher passen. Aber ich finde, da könnte noch etwas mehr Eigenwilligkeit hinein.

Nun bin ich gespannt, was die Teufel so meinen. Wir haben ja doch einige Liebesromanspezialistinnen hier, vielleicht meldet sich ja auch eine davon ...

Liebe Grüße
merin

Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Naleesha

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #4 am: 08 Mai 2019, 01:02:14 »
Hallo Paradieseule,

na dann wollen wir mal die Gabel wetzen  :devevil:

ganz kurz: ich röste zuerst nur ganz allgemein, damit der Eindruck vom Gesamtwerk deutlich wird. Erst danach gehe ich ins Detail und mache (hoffentlich) nachvollziehbar wo meine Vorlieben/Probleme im Text liegen.

So, und jetzt zu dir:

Insgesamt finde ich einige deiner Formulierungen sehr schön. Der Text ist - okay. Er springt viel hin und her, ist unsortiert, der Fokus fehlt. Sie schweift ständig ab und verfällt dann in ellenlange Erklärungen (zumindest fühlt es sich so an). Dazu fehlt mir eine Handlung - das viel geforderte show, don't tell. So ist das alles nur erklärendes Beiwerk. Für die ersten Seiten einer Geschichte definitiv zu wenig. Den ersten Absatz fand ich noch recht gut. Besser als mein erster Versuch vom Gedanken aufs Papier zu gelangen. ^^
Aber schon im zweiten Absatz stolpert man und man bekommt die Sprunghaftigkeit mit.

So, und jetzt gehe ich ins Detail.
Ich hab mir deinen Text genommen und gefärbt.
die Einzelnen Abschnitte, in denen du hin und her springst, sind bezugsmäßig farblich abgestimmt.
Stadt
Wetter
Gefühle
kommentare meinerseits

Ich öffnete das große Fenster und trat hinaus auf die Dachterrasse. Ein leichter kühler Wind strich über meinen Körper und ich zog den Morgenmantel enger zu. Ich atmete tief durch, denn ich liebte dieses Gefühl, hier so hoch oben und die Stadt in der Dämmerung vor mir. Ich hielt mich an der Brüstung fest, stellte mich auf meine Zehenspitzen und sah hinab in das Häusermeer. So mussten sich früher die Herrscher und Könige gefühlt haben, wenn sie von ihren Burgen und Schlössern zu ihren Untertanen hinabblickten. (das hier finde ich SEHR schön.) Noch war die Stadt still. Leise und verschlafen lag sie direkt vor meinen Füßen.
Vorsichtig berührten die ersten Sonnenstrahlen die langsam erwachende Stadt. Ich schloss die Augen und genoss den Moment des Augenblickes.(lies dir den Satz mal selbst laut vor. er klingt sehr holprig und spricht sich unschön.) Vielleicht war Glück so etwas, wie diese Sonnenstrahlen, die auf mein Gesicht fielen. Auch diese konnte man nicht festhalten oder einfangen. Aber sie waren da, jeden Tag aufs Neue.
Nie hatte sich mein Leben besser angefühlt wie jetzt. Es war perfekt. Ich hatte alles, was ich mir wünschte.(Zu viel. es trägt zu dick auf und "reitet drauf rum") Genaugenommen war nichts in der Wohnung mein Eigentum. Weder die Einrichtung noch der Schrank voller Kleider, weder die unzähligen Schuhe noch die tausend Cremes und Lippenstifte, die im Badezimmer standen. (selbes Problem. Zu viel in der Aufzählung) Nichts gehörte wirklich mir, aber diese Tatsache störte mich nicht weiter. Ich hatte all das uneingeschränkt zur Verfügung und konnte es nicht verlieren, weil es nicht mir gehörte.
Ich sah der aufgehenden Sonne zu, wie sie Meter für Meter den Himmel eroberte und die Nacht zum Tag machte. Ihre Strahlen ließen das Grau weichen und erhellte, was vormals noch im Verborgenen lag. Der Sonne machte es keine Mühe, denn die Erde drehte sich um sie, und sie musste nichts dafür tun, rein gar nichts.
Dieser Sonntag hatte vierundzwanzig Stunden und jede davon war meine. Ich konnte sie füllen mit allem, wonach mir der Sinn stand. Vielleicht ein kleiner Ausflug mit meinem Sportwagen entlang des Rheins oder zu Weingärten oder zu einer Burg. Mona würde bestimmt Spaß daran haben mich zu begleiten. Mona war meine beste Freundin und meine Mitbewohnerin. Während ich es vorzog, wie eine gut betuchte Frau von Rang und Namen, hier in der oberen Etagenwohnung der Rheinmetropole zu gastieren, war unser gemeinsamer Hauptwohnsitz in den Häuserschluchten von Köln zu finden. Zusammen mit ihr teilte ich mir drei Zimmer auf achtundvierzig Quadratmetern in nicht unbedingt bevorzugter Wohnlage. (irgendwie klingt das nach Infodump) Dort landeten meine Post und meine Eltern, wenn sie mich in der Stadt besuchten, was gottlob nur selten der Fall war.
Es war, wie Karl-Heinz sagen würde, eine Win-Win-Situation. Für jeden von uns. Für mich, für Mona. Und für Karl-Heinz, weil ich für ihn da sein konnte. Weil wir füreinander da sein konnten. Die Zeit, die wir beide zusammen verbrachten, war etwas Besonderes. Wir reihten diese Momente, wie Perlen aneinander. Ich war nicht nur seine Geliebte, sondern ein Stück weit Seelengefährtin, wenn es so etwas gab.
Die Welt der Worte, der Gesten und der gezielten Rhetorik gehörte ihm. Mir gehörte die Welt mit all ihren Eindrücken und Farben. Er nannte mich seinen Sonnenschein. Nicht nur weil ich ihn zum Lachen brachte. Sondern weil dann seine Welt wieder in Ordnung war. Mitunter auch Dinge tat, die normalerweise nicht auf seiner Agenda standen. (und schon wieder erklärt sie)
Er zeigte mir dafür eine Welt, die mir vormals fremd gewesen war. In der übervolle Terminkalender und goldschimmernde Visitenkarten existierten. Dort wo Menschen waren, die Glück kaufen oder festhalten wollten. (schon wieder ne Aufzählung!)
Ich machte mir keine Sorgen und Gedanken, wie andere Menschen, über Dinge, die wahrscheinlich nie eintreffen würden. Lieber entdeckte ich Schönes, freute mich über Ungewöhnliches und ließ mich gerne überraschen. Ich sammelte Momente, wie diesen, wo nichts, außer der Stille und dem Frieden, der ihm innewohnte, wichtig war.
Es war auch nicht wichtig, wie unsere Beziehung weitergehen würde. Daher stellte ich nie diese Frage und ich wusste, dass auch Karl-Heinz diese vermied. Ohne jemals darüber gesprochen zu haben, wussten wir, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt, dass sie geliehen war, dass sie irgendwann zu Ende gehen würde.

Ich habe das Gefühl, dass du sehr viel über das Umfeld deiner Protagonistin gleich auf den ersten Seiten schon unterbringen willst. Dadurch artet es leider in Infodump aus. Hier findet gar keine Handlung statt. Es dämmert, die gute Frau tritt auf die Veranda und wir hören ihr seitenweise beim Nachdenken zu. bzw nein, sie denkt ja nicht wirklich nach. (nur ab und zu) oder wenn du auf der Veranda stehst, denkst du dann darüber nach, wie viele Quadratmeter die gemeinsame Wohnung mit der besten Freundin hat?
zeig uns die Wohnung! lass sie den Entschluss treffen, in die Stadt zu fahren, einen Ausflug zu machen und wenn sie ihre beste Freundin abholt, kannst du die Wohnung beschreiben, in der sie eigentlich wohnt.
lass sie nicht über all das sinnieren, was ihr Freund "ihr zur Verfügung stellt". Lass Mona und ihre Freundin sich darüber unterhalten!
Beispiel:

Mona: Du hast den Volltreffer gelandet."
ich: ach, das sagst du doch jedes Mal", scherzte ich
Mona: doch, doch! guck doch nur, wo du jetzt lebst! dein Freund überhäuft dich mit all den cremes und kleinen Geschenken... wobei, ein "kleines" Geschenk waren die 200$ Schuhe, die du da gerade an hast warscheinlich nicht...

das trifft jetzt wahrscheinlich absolut nicht den Charakter deiner Figuren, aber es soll ja auch nur deutlich machen was ich meine.

So, soweit erstmal dazu,
ich hoffe, für die erste Röstung klang das jetzt nicht zu hart und du konntest für dich etwas daraus mitnehmen.

liebe Grüße,
Nalee
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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #5 am: 08 Mai 2019, 10:54:53 »
Nalee, du öffnest mir die Augen: Es gibt gar keine Handlung. Weder eine innere noch eine äußere. Das ist natürlich für einen Romanbeginn ungünstig. Und es ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund dafür, dass LM so blass bleibt.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Oflinitrium

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #6 am: 09 Mai 2019, 04:09:05 »
Würde ich weiterlesen?
Tut mir sehr leid das sagen zu müssen aber die ehrliche Antwort lautet: Nein.
Wahrscheinlich hätte ich diesen Ausschnitt nichtmal zu Ende gelesen sondern die Mitte des Buches aufgeklappt um zu schauen ob es noch interessant wird...
Der Text ist pure Erzählung, es passiert schlicht gar nichts, der Text tritt praktisch auf der Stelle.

Zuerst einmal eine Kleinigkeit, die aber direkt am Anfang kommt:
Da niemand in der Umgebung ist und deine Figur nur da steht verwendest du anfangs sehr häufig die Worte 'ich, mein, mir' Teilweise so oft, dass es fast schon als Wortdopplung durchgehen könnte.
Zitat
Ich öffnete das große Fenster und trat hinaus auf die Dachterrasse. Ein leichter kühler Wind strich über meinen Körper und ich zog den Morgenmantel enger zu. Ich atmete tief durch, denn ich liebte dieses Gefühl, hier so hoch oben und die Stadt in der Dämmerung vor mir. Ich hielt mich an der Brüstung fest, stellte mich auf meine Zehenspitzen und sah hinab in das Häusermeer
In den ersten 4 Sätzen hast du 9 Wörter die die Figur auf sich selbst bezieht. Dadurch entsteht der Eindruck einer Figur die enorm auf sich selbst fokussiert ist. Außerdem liest es sich nicht schön, wenn jeder (Halb)Satz mit ich beginnt.
Danach wird es besser und dein Schreibstil lockert sich auf. Problematisch bleibt aber, dass der Text sehr viel Infodump ohne Abwechslung enthält. Alles was mir der Anfang deines Buches präsentiert ist eine Figur auf einer Terrasse die denkt "Mir gehts super" Alles andere fühlt sich wie Zeitverschwendung an. Kein innerer Konflikt, kein Telefon dass die Ruhe stört, kein schrillender Wecker... nichts passiert.

Du willst mir alles über die Umstände deiner Figur auf Seite 1 präsentieren... ohne Dialog, ohne Selbstgespräch, ohne Erinnerung, ohne einer einzigen Regung deiner Figur.
Und viel schlimmer als die fehlende Handlung: Du verrätst mir das gesamte Payoff deiner Geschichte auf Seite 1.
Ich weiß, dass sie mit einem reichen Knacker zusammen ist. Ich weiß, dass sie nur eine Affäre ist. Ich weiß dass sie keine feste Beziehung eingehen werden und es sowohl für sie als auch für KH völlig okay ist. Du verrätst mir alles. Aber nicht auf eine Weise, dass es mich interressieren würde wie sie dahingekommen ist. Und auch nicht auf eine Weise dass man glauben könnte sie würde all ihre Errungenschaften demnächst verlieren. (Was mir einen Grund geben würde sie anzufeuern wieder nach oben zu kommen.) Wenn es so weitergeht und auf den nächsten 2 Seiten nichts anderes passiert als das mir LM erzählt wie sie in dieses traumhafte Leben geraten ist, brauche ich den Rest des Buches ja gar nicht lesen. (Außer vielleicht du startest danach wie sie in einem Slum aufwächst... aber du hastja bereits gesagt, dass das nicht der fall ist.)
Du nimmst mir jegliche Unsicherheit!
Ohne diesen Anfang wäre ich bei ihrer ersten Begegnung mit KH neugierig. Würde ihr die Daumen drücken, wenn sie Gefühle für ihn entwickelt. Wäre genau wie sie am Boden zerstört wenn rauskommt, dass er verheiratet ist. Etc.
So aber fällt das alles weg, da ichja sofort weiß wenn KH das erste Mal in ihrem Leben auftaucht: "Aha ihr Macker ist da."
Ich würde dir raten am Anfang deiner Geschichte zu starten, nicht am Ende. Du könntest die Szene hier dann als 2. Szene benutzen und aufzeigen, dass sie nur in Erinnerungen  geschwelgt ist, aber den ganzen Spoiler Kram weglassen und mich im ungewissen darüber lassen wie genau/detailliert ihre Beziehung zu KH aussieht.

Positiv fällt deine bildhafte Sprache auf. Wie du Glück in Sonnenstrahlen beschreibst, ihr 'königliches' Gefühl beim Blick über die Stadt, wie die Erde sich um die Sonne dreht. Alles sehr schöne Bilder. Nur verwendest du mir am Anfang zuviele zeitgleich für eine Szene. Das nimmt zuviel Tempo raus. Heb dir deine Munition für das Buch auf und verballer nicht dein gesamtes Magazin am Anfang.

Ich hoffe ich war jetzt nicht zu harsch... das ist deine Feuertaufe bei uns und ich weiß, dass sie umso schmerzhafter ist, wenn man bereits viel Arbeit in sein Werk gesteckt hat. Aber leider bringt es nur sehr wenig, gnädig zu sein um jemanden  nicht zu verschrecken. Denk immer daran: Wir krittisieren nicht dich, sondern nur was wir hier lesen.

Edit:
Sorry für etwaige Rechtschreibfehler die ich übersehen habe... vom Handy aus treffe ich nicht immer den richtigen Buchstaben
« Letzte Änderung: 09 Mai 2019, 04:35:39 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #7 am: 09 Mai 2019, 13:04:25 »
Ja, Ofli hat es sehr gut in Worte gefasst.
Das würde ich genau so unterschreiben :)
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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #8 am: 11 Mai 2019, 11:15:53 »
Jetzt ist es still.
Ich möchte diese Ruhe nutzen, um meine Rückmeldungen zu platzieren.

Für mich beginnt schon mit dem ersten Bild eine Irritation. Da wird ein Fenster geöffnet, jemand tritt auf eine Dachterrasse und ein Wind streicht über einen Körper. Dann aber - stop - der Wind kann nicht auf dem gesamten Körper spürbar sein, denn der ist in einen Morgenmantel gehüllt. Dann atmet die Person, tief, und damit verbindet sie ein Gefühl, das sie mag. Aber welches? Ich kann es nicht erahnen.
Und plötzlich merke ich: Ich hatte da einen sonnigen Morgen gebastelt, aber es ist viel früher, dämmert noch. Und dann frage ich mich: Wieso auf Zehenspitzen? Ist die Person so klein? Die Brüstung so hoch?
Und die Ablenkung hin zu den Herrschern finde ich unnötig. Mal sehen, ob sie aufgenommen wird.

Ich habe schon darüber (vorher) nachgedacht, die ersten 3 Sätze zu streichen. Zumal diese auch mit Ich's überlagert ist. Ich könnte auch mit "Ich hielt mich an der Brüstung ..." beginnen. Frei nach dem Motto: Braucht es die vorhergehenden Sätze wirklich?
Wegen der Zehenspitzen: Ich bin zuhause an das Balkongeländer gegangen. Es entspricht deutschen Vorschriften, wobei auch der Handlauf weiter innen (damit keine Kinder hochklettern) angebracht ist.
Wenn ich kerzengerade nach unten schauen möchte, muss ich mich sehr vorbeugen. Leichter ist es, wenn ich mich auf die Zehenspitze stelle, obwohl ich 1.68 groß bin.
Das Bild mit den Herrschern habe ich eingefügt, um etwas Erhabenheit einzuflechten. LM darf ruhig am Anfang etwas "protzig" erscheinen.

"Moment des Augenblicks" ist doppelt gemoppelt - und die Sonnenstrahlen können ja schlecht gleichzeitig auf der Stadt und auf der Person zu sehen sein.
Richtig, irgendwie doppelt gemoppelt. Kann weg. Wenn ich auf der Dachterrasse stehe und die Sonne scheint (geht auf), dann habe ich Sonnenschein im Gesicht und natürlich sind sie auch auf der Stadt.

"Ihre Strahlen ließen das Grau weichen und erhellten, was vormals noch im Verborgenen lag."
Und ich wüsste ja gern genauer, was da erhellt wird. So ist es mir zu kitschig.

Dieser Satz gefiel mir, weil er sich sinngemäß durch das Buch zieht. Was sehen wir wirklich? Wenn der "Schatten" verschwindet, sehen wir Dinge, die uns vorher entgangen sind.


Ich würde dir raten am Anfang deiner Geschichte zu starten, nicht am Ende.
Sie startet in der Mitte. Es gibt eine Geschichte davor, und eine Geschichte danach. Meine Intension war, vorerst nur ein Bild zu zeichnen und daher ist das Kapitel auch relativ kurz. (Vielleicht vergleichsweise, wie wenn du im Urlaubsort ankommst.)
Und viel schlimmer als die fehlende Handlung: Du verrätst mir das gesamte Payoff deiner Geschichte auf Seite 1.
Ich weiß, dass sie mit einem reichen Knacker zusammen ist. Ich weiß, dass sie nur eine Affäre ist. Ich weiß dass sie keine feste Beziehung eingehen werden und es sowohl für sie als auch für KH völlig okay ist. Du verrätst mir alles. Aber nicht auf eine Weise, dass es mich interressieren würde wie sie dahingekommen ist.
Ich denke auch, dass es für den ersten Eindruck kontraproduktiv war, zeitgleich im Schnellimbiss über die Protagonistin, Handlungsverlauf, etc. zu diskutieren. Die Unvoreingenommenheit einem Text zu begegnen ist somit genommen.
Sofern ein etwaiger Klappentext nichts verrät, erfährst du erst auch viel später, wie alt KH ist. (etwa auf Seite 40)

Themen, wie
... zu unkonkret, Naleeshas's Kommentare betreffend Infodump, etc. gären gerade noch in mir ...

liebe Grüße
Paradieseule

Viskey

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #9 am: 11 Mai 2019, 11:26:02 »
Hallo Eule!

Zitat
Meine Frage: Würdet Ihr weiterlesen?
Was gefällt Euch daran / oder eben nicht?
Was ist Euer Eindruck?


Ich würde die Geschchte nicht weiterlesen, wenn ich nur diesen Anfang und das Genre hätte - was hauptsächlich am Genre liegt. Ich bin, wie merin, kein Fan reiner Liebesgeschichten und ziemlich Kitsch-allergisch. Das fällt aber unter persönlichen Geschmack. Wenn man diese Dinge mag, glaube ich, ist dieser Anfang aber schon mal ziemlich gut.

Gleich der erste Absatz gibt ein ziemlich gutes Bild, mit wem wir es zu tun haben. Eine Frau, die vertraut ist mit ihrer Situation, aber zugleich weiß, dass es was Besonderes ist, so zu leben. Sie scheint in sich zu ruhen.
Damit kann ich bei einem Romananfang schon was anfangen.
Die Frage ist, was jetzt danach kommt. Ausgehend vom "das die gemeinsame Zeit irgendwann vorbeigehen würde" nehme ich an, dass es jetzt genau dazu kommt. Die Beziehung bricht auseinander, Sie muss wieder in ihre 48 Quadratmeter einziehen und ihr Leben neu organisieren, sich einen Job suchen ...
Als Leser von Liebesromanen will ich jetzt natürlich wissen: Taucht da ein anderer Mann in ihrem Leben auf? Oder kommt sie nach einigen Schwierigkeiten doch wieder mit ihm zusammen? Oder willst du die Geschichte zwischen den beiden in Rückblenden erzählen, während sie sich ein neues Leben ganz ohne Mann aufbaut?

Fest steht für mich allerdings eines: Ab jetzt muss dann etwas mehr Schwung rein, es muss etwas passieren.

Insgesamt scheinst du sprachlich noch nicht ganz deinen Stil gefunden zu haben, aber das ist am Schreiben ds kleinste Problem.

lg Viskey
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Paradieseule

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #10 am: 11 Mai 2019, 11:40:29 »
Insgesamt scheinst du sprachlich noch nicht ganz deinen Stil gefunden zu haben, aber das ist am Schreiben ds kleinste Problem.
Kannst Du das an etwas festmachen? Ev. ein Beispiel nennen?

lg
Paradieseule

Oflinitrium

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #11 am: 12 Mai 2019, 01:38:02 »
Zitat
Ich denke auch, dass es für den ersten Eindruck kontraproduktiv war, zeitgleich im Schnellimbiss über die Protagonistin, Handlungsverlauf, etc. zu diskutieren. Die Unvoreingenommenheit einem Text zu begegnen ist somit genommen.

Nein meine Kritik hatte nichts mit dem Schnellimbiss zu tun. Ich wusste nicht mal mehr genau was im Schnellimbiss steht. Ich haben nochmal dort nachgeschaut und kann mit Sicherheit sagen: Meine Kritik dreht sich nur um diesen Text hier.

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Ich weiß, dass sie mit einem reichen Knacker zusammen ist.
Genaugenommen war nichts in der Wohnung mein Eigentum. Weder die Einrichtung noch der Schrank voller Kleider, weder die unzähligen Schuhe noch die tausend Cremes und Lippenstifte, die im Badezimmer standen. Nichts gehörte wirklich mir, aber diese Tatsache störte mich nicht weiter. Ich hatte all das uneingeschränkt zur Verfügung und konnte es nicht verlieren, weil es nicht mir gehörte.
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Während ich es vorzog, wie eine gut betuchte Frau von Rang und Namen, hier in der oberen Etagenwohnung der Rheinmetropole zu gastieren, war unser gemeinsamer Hauptwohnsitz in den Häuserschluchten von Köln zu finden.
Das sind nicht die Geschenke eines Mitte 20 Jährigen der ein Erbe angetreten hat... das klingt sehr nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsmann der es schon weit gebracht hat. Die wenigsten Männer kommen in den ersten 30 Jahren ihres Lebens auf dieses Niveau ohne sich bis über beide Ohren zu verschulden. Vom Namen ganz zu Schweigen...Karl-Heinz ist nicht gerade ein Name der frische und Jugend versprüht.

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Ich weiß dass sie keine feste Beziehung eingehen werden und es sowohl für sie als auch für KH völlig okay ist.
Es war auch nicht wichtig, wie unsere Beziehung weitergehen würde. Daher stellte ich nie diese Frage und ich wusste, dass auch Karl-Heinz diese vermied. Ohne jemals darüber gesprochen zu haben, wussten wir, dass unsere gemeinsame Zeit begrenzt, dass sie geliehen war, dass sie irgendwann zu Ende gehen würde.
Ich denke nicht, dass ich hier weiter erklären muss wie ich auf meinen Gedanken kam....

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Und für Karl-Heinz, weil ich für ihn da sein konnte. Weil wir füreinander da sein konnten. Die Zeit, die wir beide zusammen verbrachten, war etwas Besonderes. Wir reihten diese Momente, wie Perlen aneinander. Ich war nicht nur seine Geliebte, sondern ein Stück weit Seelengefährtin, wenn es so etwas gab.
Hier verrätst du mir endgültig, dass er verheiratet ist. Warum sonst sollte sie sich als "Geliebte" bezeichnen und nicht im selben Appartment mit ihm zusammen wohnen? Und warum sonst müssten sie ihre begrenzten Augenblicke wie Perlen aneinanderreihen?

Mein Standpunkt steht immer noch. Nach Lesen deines Textes, brauche ich deine Geschichte nicht mehr anzufassen. Wenn auf der nächsten Seite KH nicht stirbt, ihr den Laufpass gibt oder Bankrott geht gibt es keinerlei Spannung oder Unsicherheit in deiner Geschichte. Wenn es nur um die Beziehung zwischen den Beiden geht, hast du mir bereits alles wissenswerte verraten und nimmst mir die Gelegenheit eine Bindung zu LM aufzubauen. Ganz zu Schweigen davon, dass sie hier für mich sehr wie eine Frau vorkommt die mit einem Mann schläft um an dessen Luxus zu kommen. Sie faselt zwar etwas von "Seelenverwandtschaft" aber alles was sie aufzählt und du mir zeigst hat etwas mit materiellen Gütern zu tun und nichts mit seinem Wesen. Für mich klingt sie eher wie ein Blutsauger die sich selbst nicht so sehen will. Lenke den Fokus weg von den materiellen Dingen hin zu seinem Wesen wenn es um KH geht um diesen Eindruck loszuwerden. (was ich wichtig finde... denn mit diesem Einstand hätte ich erstmal große Schwierigkeiten ihr ihre Gefühle abzukaufen und diese nicht als Selbsttäuschung abzutun.)
Und erzähl mir nichts von ihren Gefühlen für ihn sondern ZEIGE sie mir. Ich kann auch sagen/denken/schreiben/singen, dass ich dich über alles Liebe. Aber ob mein Herz dabei kalt bleibt oder nicht, weißt du nicht. Gerade in der Ich-Perspektive UND im Genre des Liebesschnulzen Romans hast du doch alle Möglichkeiten des Kitschs. Lass ihr Herz rasen, wenn sie nur an ihn denkt. Zeige mir ihre zärtlichen Gefühle und die Schmetterlinge im Bauch, wenn sie daran denkt, dass siefür ihn Sorgen kann. Weg mit dem "ich denke wir sind Seelenverwandte" hin zu dem Moment in dem sie ihre Sätze gegenseitig beenden. Weg von dem "Ich gebe ihm mehr als ich nehme" Gedanken hin zu dem "Warum schenkst du mir schon wieder so teure Ohrringe?" "Weil du jeden Karat davon wert bist." (Ich hab nie behauptet, dass ich gut im Kitsch schreiben bin^^)
Zeig mir mehr und hör auf sie faseln zu lassen!!!
Das klingt vielleicht seltsam für Seite 1 Aber ich persönlich finde es unglaublich wichtig. Die ersten 5 Seiten bestimmen das Grundgefühl für viele der folgenden Seiten. Sie entscheiden darüber ob eine Figur authentisch ist und ob ich als Leser sie anfeuere oder sie mir egal ist. Vor allem wenn dein Buch kurz sein soll und du nicht viel Zeit dafür hast, dass der Leser sich nach und nach an deine Figur gewöhnt.
Ich als Mann habe sowieso einen ganz anderen Blickwinkel auf dieses Stückchen Prosa, weil ich mich eher mit KH identifiziere als mit LM (Obwohl er nicht mal vorkommt.) Und LM ist mir von Beginn an ziemlich unsympathisch. Definitiv eine Frau die ich meiden würde, da sie mir das Gefühl gibt nur auf seine Besitztümer zu achten. Was in mir auch die Frage aufwirft: Fände sie ihn attraktiv wenn er die selbe Person mit einem Gehalt von 2.000€ im Monat ist? Und den Eindruck erweckt sie hier absolut gar nicht. Also eine Frau um die Mann einen großen Bogen machen sollte.
Ihre Gefühle machen auf mich den Eindruck von Heuchelei, weil du mich nicht daran teilhaben lässt sondern nur sagst "sie sind da."

Viele liebe Grüße, trotz einer weiteren harschen Kritik.   :sorry::wech:
« Letzte Änderung: 12 Mai 2019, 02:25:57 von Oflinitrium »
Die Werke die ich am meisten liebe, sind gleichzeitig die, die ich am meisten kritisiere. Im Grunde ist es so, dass eine ausführliche Kritik meinerseits auch eine Anerkennung und ein Glückwunsch ist, denn wenn es einfach nur schlecht wäre, würde ich mir gar keine Gedanken darüber machen.

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #12 am: 12 Mai 2019, 15:25:47 »
Okay, ich verstehe.
Aber ist die – umgangssprachlich genannte - leichte Muse nicht leicht zu durchblicken? Ich habe mir einen Bestellseller aus dem Genre gekauft. Zweimal führte er die Listen an, einmal als Hardcover und dann zwei Jahre später als Taschenbuch. Netter Titel, interessantes Cover. Und richtig, der „Macker“ ließ nicht lange auf sich warten, und wie es ausgeht, war eigentlich auch klar. Die ersten Seiten waren sehr gut formuliert. Sehr gut sogar. Auch ein erkennbares Konfliktpotenzial. Dazwischen viel Gewäsch und für meinen Geschmack langweilig, bis dann doch etwas Schwung in die Sache kam.

Manches Mal finde ich es auch schade, denn seitdem ich schreibe, kann ich kaum noch etwas unbedarft lesen: Wie ist es formuliert? Wie hätte ich es gemacht? Oh, je, was für eine Wortwahl! usw.

Um auf den Sympathiefaktor zu sprechen zu kommen: In dem oben genannten Bestseller war der Eindruck absolut negativ. Eine verzogene Göre und Partygirl.
Es war meine Absicht das Wesen meiner Hauptprotagonistin erst im Laufe der Geschichte dem Lesenden zu vermitteln.

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #13 am: 12 Mai 2019, 16:58:21 »
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Kann weg. Wenn ich auf der Dachterrasse stehe und die Sonne scheint (geht auf), dann habe ich Sonnenschein im Gesicht und natürlich sind sie auch auf der Stadt.

Das ist völlig korrekt. Mir ging es um die Perspektive: Da ist immer nur ein Ausschnitt scharf und alles andere eben nicht. Wenn Du also ein Bild beschreibst, dann sollte klar sein, wo der Fokus liegt. Natürlich kann die Sonne Stadt und Frau erleuchten, aber wenn du neben sie auf den Balkon trittst und schaust, dann siehst du immer nur eins von beiden scharf. Das zu nutzen macht Texte meiner Meinung nach stärker.

Aber mir fällt jetzt auf, dass man den Abschnitt auch so lesen kann, dass er perspektivisch eindeutig und korrekt ist:

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Vorsichtig berührten die ersten Sonnenstrahlen die langsam erwachende Stadt. Ich schloss die Augen und genoss den Moment des Augenblickes. Vielleicht war Glück so etwas, wie diese Sonnenstrahlen, die auf mein Gesicht fielen. Auch diese konnte man nicht festhalten oder einfangen. Aber sie waren da, jeden Tag aufs Neue.

Nämlich wenn LM Teil der Stadt ist. Dann stimmt alles. Nur wird diese Lesart im Rest des Textes nicht bestätigt.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Viskey

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Re: Die ersten Seiten: von meiner LM
« Antwort #14 am: 13 Mai 2019, 21:33:53 »
Insgesamt scheinst du sprachlich noch nicht ganz deinen Stil gefunden zu haben, aber das ist am Schreiben ds kleinste Problem.
Kannst Du das an etwas festmachen? Ev. ein Beispiel nennen?

lg
Paradieseule

Das ist echt schwer festzumachen. Ich habe einach das Gefühl, dass deine Sätze in sich noch nicht gefestigt sind. Als könnten die ohne großen Verlust in die eine oder andere Form umgemodelt werden, ohne aus dem Text einen komplett anderen zu machen. Mir fehlt der persönliche Stempel am Stil.

Es tut mir leid, ich kann es wirklich nicht besser erklären.

lg Viskey
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