20 Januar 2021, 10:03:21

Autor Thema: Pechmarie  (Gelesen 615 mal)

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Ryrke

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Re: Pechmarie
« Antwort #15 am: 19 Juni 2020, 17:31:42 »
Hi Salamander,

mich catcht es leider auch gar nicht. Ich habe überlegt, woran das liegen könnte. Das ist jetzt aber wirklich mega-subjektiv, ok? Erst mal das Wort Familientreffen, ich habe sehr negative Erfahrungen mit Familie gemacht, möglicherweise hat mich das gleich rausgehauen. Dafür kannst du nichts, aber ich könnte mir vorstellen, dass es mehreren so gehen könnte. Weil es viele kaputte Familien gibt. Vielleicht einfach bei Verlobungsfeier einsteigen ... naja äh ... Egal, das ist wirklich subjektiv.
Das Zweite war: alte Fotos in Verbindung mit Familie und Oma. Plus die ausformulierten Gedanken am Anfang. << das ist eine Stilsache.

Ich wäre vermutlich so eingestiegen:
Oma trägt die Haare noch genauso wie auf dem Bild, das sie mir gerade unter die Nase hält. Man erkennt sie sofort, <Haarbeschreibung>. Und dann halt auf die Marie überleiten.

Möglichst aktiv, irgendwas interessantes, was der Leser kennt, gleich fallende Haarsträhnen, eine gewisse Spange, irgendwas eigenes, verrücktes ... naja

Ich hoffe, das war irgendwie verständlich.
Mich würde das Genre noch interessieren, das kommt nicht so genau raus.

Ansonsten haben die anderen ja schon sehr viel gesagt.
Herzliche Grüße von Ryrke
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Zauberfeder

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Re: Pechmarie
« Antwort #16 am: 20 Juni 2020, 13:27:13 »
Aloha :)

Ich muss leider sagen, dass du mich mit dem ersten Satz sofort aus der Geschichte gerissen hast, statt in sie hinein zu ziehen. Fotoalben anzusehen, fand ich nie besonders spannend, schon gar nicht von Leuten, die ich selbst nicht kannte. Damit assoziiere ich leider sofort Langeweile und so wie der Satz geschrieben ist, wirkt er auf mich auch nicht anders, obwohl du danach beschreibst, dass die Protagonistin daran interessiert ist.

Ich würde daher einen lebendigeren Einstieg wählen, als diesen Satz. Irgendetwas, was mich sofort in die Geschichte reist. Nicht diesen erzählenden Satz, der das Klischee Fotoalbum beschreibt.

Zitat
Besonders  interessierte es mich, die  Personen auf den Fotos mit den Anwesenden im Zimmer zu identifizieren. Es faszinierte mich, Verbindungen zwischen den Fotos und den Anwesenden im Raum zu finden, oder es wenigstens zu versuchen.
Hier schreibst du für mich 2x dasselbe. Du wählst nur andere Worte.

Zitat
„Wer sind diese?“.
Der Punkt muss zum einen Weg und zum anderen reißt mich diese Frage komplett aus der Geschichte raus, weil kein Mensch so spricht. Versuch es lieber mit 'Wer sind die?' oder mit 'Wer ist das?'

Zwar muss man hier und da noch am Text feilen, aber an und für sich finde ich deine Sprache angenehm und ich finde die Einbindung von Pechmarie schon interessant. Der Teil interessiert mich schon und ich bin gespannt, was du daraus machst und ob es überhaupt eine Verbindung zu diesem Märchen gibt oder ob es einfach nur Zufall ist. Nur leider würde ich den Text, so wie er aktuell steht, gar nicht wirklich weiter lesen wollen, weil mich eben schon alleine der erste Satz nicht reizt und auch ansonsten ist mir der Text einfach zu passiv. Du erklärst sehr viel. Show, don't tell. Das würde dem Text mehr Lebendigkeit verleihen und ihn für mich interessanter machen.

Lass dich davon nicht entmutigen. Das ist eine völlig subjektive Meinung und den anderen ging es vielleicht ganz anders (habe die Kommentare nicht gelesen). Ansonsten ist auf jeden Fall zu erkennen, dass du das Schreibhandwerk schon beherrschst, aber man merkt eben, dass es eine Rohfassung ist. Das ist an und für sich auch nicht schlimm. Kein Text ist von Anfang an perfekt. Du machst das schon :)

lg
Zauberfeder

Salamander

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Re: Pechmarie
« Antwort #17 am: 21 Juni 2020, 11:43:22 »
Hallo liebe Miteinander,

manchmal übersehe ich Antworten, wie jetzt, also grad habe  ich durch das aktuelle Datum auch die beiden älteren Antworten entdeckt. Tut mir Leid.
 :-[
Ich glaube, es gibt Einstellungen, wie ich mich auf neue Antworten zu eigenen Beiträgen aufmerksam machen lassen kann. Nachher mal suchen.

Was für eine Art Text das werden solle:  ursprünglich war es eine pointenorientierte Kurzgeschichte.
Ich hatte überlegt, ihn zu einer Ausschreibung einzureichen (zu der er thematisch halbwegs passte.)
 Viele Argumente von Euch  haben mich beeindruckt.
Ich bin dann doch wieder davon abgerückt und im Momnet ist er halbgar, weil ich noch nicht weiß, ob ich etwas  Längeres daraus machen kann.

Am schwierigsten ist es immer, mit auseinandergehenden Geschmacksurteilen umzugehen. Da gibt es nur eines: möglichst viele davon zu haben, damit man es ein bisschen quasi statistisch einschätzen kann. Darum nochmals Extradank, dass Ihr Euch noch die Mühe der Rückmeldung gemacht hast. Wichtig ist natürlich immer die Begründung.
Und die Erläuterung, was Du mit "biblischer Sprache" meintest, danke, Paradieseule.
@Ryrke und Zauberfeder: verstehe, was Ihr meint. Bei anderen Autoren geht es mir auch oft so, dass ich denke: Geh doch näher ran beim Erzählen. Aber bei sich selber ist man betriebsblind.
Und Zauberfeder: Die Doppelung der Sätze war Absicht, weil ich mich in diesem Stadium noch nicht zwischen beiden entscheiden konnte.
Wie gesagt: momentan liegt diese sehr kurze Geschichte, die eigentlich stark vom Ende lebt, auf Eis und wartet auf ihre Stunde - wie so viele :devgrin:

Ryrke

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Re: Pechmarie
« Antwort #18 am: 21 Juni 2020, 14:20:59 »
Hallo Salamander,

das "näher herangehen" ist ein super Bild für das, was ich meine <3
Danke dafür.

Leider ist das betriebsblind ein weitläufiger "Fehler" << eigentlich ist es kein Fehler, eher etwas, was man nur schwer in den eigenen Texten beheben kann.

Daher ist es so toll, dass es dieses Forum (und generell Testleser) gibt. Manchmal tut das Rösten weh, aber am Ende hast du etwas, was unglaublich viele Menschen anspricht. So verschieden, wie wir hier eben sind. Und das kann den Text nur besser machen - natürlich meine ich nicht, dass du 10 Meinungen einbauen sollst, aber so den Konsens aus allen.
Ich hoffe, das war verständlich.

LG, Ryrke
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merin

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Re: Pechmarie
« Antwort #19 am: 22 Juni 2020, 17:13:55 »
Zitat
Wie gesagt: momentan liegt diese sehr kurze Geschichte, die eigentlich stark vom Ende lebt, auf Eis und wartet auf ihre Stunde - wie so viele :devgrin:

Na nu will ich aber das Ende wissen!
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.