20 September 2021, 21:52:32

Autor Thema: Wolfskind (AT)  (Gelesen 2576 mal)

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Zauberfeder

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Wolfskind (AT)
« am: 07 Mai 2020, 18:14:13 »
Huhu, ihr Lieben,

lange, lange Zeit stand das Schreiben mit mir auf Kriegsfuß und ich mit ihm. Abgesehen von RPG-Posts und Kurzgeschichten zu meinen RPG-Charas hatte ich nichts Schreiberisches im Kopf. Anfang April hatte ich dann den Anfang einer Geschichte im Kopf, endlich mal wieder etwas völlig anderes.

Ich weiß noch gar nicht, wohin ich will, aber wichtig für mich wäre eben zu erfahren, ob es überhaupt Sinn macht, weiter zu schreiben. Ob die Idee Interesse weckt. Ob es bis dahin schreibtechnisch halbwegs hinhaut. Ob ich schon ein Bild schaffen kann.

Hier dann mal der kleine Textauszug, um den es geht. Ich hoffe, mit ihm kann man etwas anfangen.

»Rotkäppchen ist mehr als nur ein Märchen«, flüsterte Großmutter und beugte sich im Schein des Kaminfeuers weiter zu dem kleinen Mädchen, welches im Schneidersitz in eine Decke gekuschelt vor ihren Füßen hockte.
Das Mädchen runzelte die Stirn. »Aber du hast es im Buch stehen.« Es griff nach dem Buch, welches auf einem kleinen Tisch neben ihr lag und blätterte darin herum.
»Lisa, glaube mir. Rotkäppchen ist eine Legende.«
»Aber das bedeutet ...«
»Dass es Rotkäppchen tatsächlich gegeben hat. Ganz genau.« Großmutter nickte. »Aber die Geschichten sind falsch niedergeschrieben worden. Man wollte die Wahrheit vergessen.«
»Aber ...« Das Mädchen starrte auf die Seiten in dem Buch, das in seinem Schoß lag, als könnte es die Worte seiner Großmutter nicht recht glauben. »Wie war es denn dann?«
»Du musst versprechen, dass du niemanden davon erzählst.«
Das Mädchen nickte.
»Versprich es«, forderte Großmutter das Mädchen beinahe barsch auf.
»Ich verspreche es.« Es war nur ein Hauchen, aber für Großmutter schien es unendlich viel Gewicht zu haben.
»Gut«, sagte sie, als hätten sie damit einen Pakt besiegelt. »Den Jäger gab es wirklich. Viel mehr gab es mehr als nur einen Jäger. Sie alle jagten den Wolf.«
»Den, der die Großmutter und das arme Rotkäppchen mit Haut und Haar verschlungen hat?« Auch wenn das Mädchen versuchte zu flüstern, konnte es die Begeisterung für das Märchen nun doch nicht ganz verbergen.
Großmutter schmunzelte nachsichtig. Das Kind konnte es nicht besser wissen. Es kannte eben nur die Geschichte aus dem Buch in ihren Händen, welches sie immer lesen wollte.
»Rotkäppchen«, sagte sie langsam und machte eine bedeutungsschwere Pause, ehe sie weiter sprach. »Sie war der Wolf.«

Die Sonne war bereits untergegangen und trotzdem befand sich Lisa noch im Wald, um nach Kräutern zu suchen. Die Laterne, die sie bei sich trug, spendete nur bedingt gutes Licht. Der Himmel war zu bewölkt, als dass der Vollmond genug davon spenden konnte. Aber sie hatte noch nicht alles beisammen. Insgeheim wusste sie, dass sie schon längst wieder zu Hause sein sollte.
Wie oft hatte Großmutter ihr gesagt, sie solle vor Anbruch der Dunkelheit zu Hause sein? Im Wald war es gefährlich, denn sobald die Sonne untergegangen war, krochen die gefährlichen Tiere aus ihren Höhlen. Lisa wusste es und doch war sie hier. Ihr fehlte noch ein entscheidendes Kraut. Und sie war nicht bereit, aufzugeben, bevor sie es gefunden hatte.
Wieso sie ausgerechnet jetzt an jenen Abend dachte, als Großmutter ihr von Rotkäppchen erzählt hatte, wusste Lisa nicht. Heute auf den Tag genau war es vor acht Jahren gewesen. In dem Märchen hatte die Mutter das Mädchen gewarnt, nicht vom Wege abzukommen, so wie Großmutter sie immer ermahnt hatte, rechtzeitig nach Hause zu kommen. Vielleicht war das der Grund.
Oder die Tatsache, dass heute Vollmond war.
Oder der Wolf, den sie erneut heulen hörte.
‚Rotkäppchen war der Wolf.‘ Diese Worte gingen Lisa nicht aus dem Kopf. Wie konnte ein Mädchen der Wolf sein? So etwas ging doch gar nicht. Oder?
Lisa schauderte bei der Vorstellung und versuchte sich zu beeilen, das Kraut zu finden, was sie suchte. Aber bislang ohne Erfolg. Immer, wenn sie etwas fand, was danach aussah, entpuppte es sich doch nur als nutzloses Unkraut.

tlt

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #1 am: 08 Mai 2020, 09:31:38 »
Hallo,
nur ganz kurz von mir, und weil Du keine wirklichen Fragen dazu gestellt hast.
Die Idee selbst, mit dem themenführenden Satz „Rotkäppchen. Sie war der Wolf.“ finde ich gut. Da kann man sicher was draus machen und das wäre für mich genug, um weiter lesen zu wollen.
Der Stil gefällt mir noch nicht so. Da ist zu viel gemischt. Auf der einen Seite der Versuch, ein wenig eine „Märchensprache“ zu benutzen. Auf der anderen umgangs/trendsprachlich „das geht gar nicht“. Auch die Dialoge sind eher Geschriebenes als Gesprochenes. Da sollte man noch dran feilen.
Ansonsten fehlt mir ein wenig die Information. Alles ist so ein wenig wage. Nicht, dass es nun vollgepackt werden muss. Aber warum ist Lisa im Wald? Warum fehlt ihr ein Kraut? Und welches?
Ich bin zu alt für das alles.

Salamander

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #2 am: 08 Mai 2020, 13:26:36 »
Liebe Zauberfeder,

ja schreib weiter! Die Idee finde ich genial, ich bin brennend neugierig, was es damit auf sich hat, dass Rotkäppchen der Wolf sei.
Der Cliffhanger ist schon gewagt, da sehr viel Spannung aufgebaut und dann abgebrochen und die Zeitebene gewechselt wird. Aber für mich funktioniert es.
Ein Hinweis zur Perspektive: (falls Dich das hier überhaupt schon interessiert)
Ich hatte das Gefühl zu stolpern, und als ich nach der Ursache suchte, bin ich darauf gestoßen, dass diese beiden Sätze eine unterschiedliche Perspektivführung haben, der erste Außensicht. Der zweite Großmutters Sicht mit ihren Gedanken, glaube, man nennt das "Erlebte Rede" hier.

»Ich verspreche es.« Es war nur ein Hauchen, aber für Großmutter schien es unendlich viel Gewicht zu haben.

Großmutter schmunzelte nachsichtig. Das Kind konnte es nicht besser wissen. Es kannte eben nur die Geschichte aus dem Buch in ihren Händen, welches sie immer lesen wollte.

LG
Salamander
« Letzte Änderung: 08 Mai 2020, 13:30:11 von Salamander »

merin

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #3 am: 08 Mai 2020, 14:39:45 »
Liebe Zauberfeder,

mir sind einige kleine Erbsen aufgefallen, aber die willst du ja zum derzeitigen Zeitpunkt nicht haben, denke ich. Daher direkt zu deiner Frage: Die Idee, ein Märchen umzuschreiben, ist ja nicht neu. Was neu ist, ist die Idee, dass Rotkäppchen und der Wolf identisch ist. Das weckt erst einmal mein Interesse.
Was du für mich schön gezeichnet hast, ist die Eingangsszene mit der Großmutter. Dagegen fällt die Szene im Wald merklich ab. Das liegt, denke ich, daran, dass du den Wald gar nicht gemalt hast. Große Bäume, kleine Bäume, Mischwald, Monokultur, Wege oder Pfade - alles unklar. Unklar ist auch, welches Kraut sie wieso sucht (gib dem Kraut bitte einen Namen und lass Lisa nach gezähnten oder gestielten oder was auch immer Blättern suchen). Unlogisch ist, Kräuter im Dunkeln zu suchen, da sieht man doch nichts. Als Kräuterhexe spreche ich da aus Erfahrung. Im dunklen Wald find ich nicht mal Spitzwegerich. Auch mit dem "Unkraut" wäre ich vorsichtig - die meisten Heilkräuter sind landläufig genau das (Vogelmiere, Spitzwegerich, Löwenzahn ... alles gemeinhin Unkraut) - eine Kräuterfrau wird also nicht von Unkraut sprechen.
Und nicht zuletzt habe ich ein Problem mit dem Alter deiner Protagonistin. Im Wald wirkt sie auf mich wie eine Jugendliche, mindestens. Aber ein kleines Mädel ist für mich höchstens 5, plus 8 wären wir bei 13. Das ist deutlich zu jung für die Wirkung.

Aber das kannst du alles noch gerade biegen. Ich will nun die Fortsetzung lesen!

Liebe Grüße
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

Zauberfeder

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #4 am: 08 Mai 2020, 16:10:24 »
Lieben Dank erst mal für euer schnelles Feedback :)

Also gleich vorweg: Ganz so neu, wie die Idee wahrscheinlich scheinen mag, ist sie tatsächlich nicht. In der Fernsehserie 'Once Upon A Time' war Rotkäppchen ebenfalls der Wolf. Ich mochte die Idee verdammt gerne, fand sie mega cool und deshalb hat sich die Idee wohl auch in meinem Kopf geschlichen und ich habe sie aufgegriffen. Sie entstammt leider nicht meinem Hirn.

Auch die Dialoge sind eher Geschriebenes als Gesprochenes. Da sollte man noch dran feilen.
Was genau meinst du damit?
Ansonsten fehlt mir ein wenig die Information. Alles ist so ein wenig wage. Nicht, dass es nun vollgepackt werden muss. Aber warum ist Lisa im Wald? Warum fehlt ihr ein Kraut? Und welches?
Das liegt daran, weil ich noch nicht wirklich mehr habe und selbst noch herausfinden muss, wohin ich genau will, nur wollte ich halt vorher wissen, ob es überhaupt Sinn macht, die Idee noch weiter zu verfolgen oder ob ich sei gleich verwerfen sollte.

Ich hatte das Gefühl zu stolpern, und als ich nach der Ursache suchte, bin ich darauf gestoßen, dass diese beiden Sätze eine unterschiedliche Perspektivführung haben, der erste Außensicht. Der zweite Großmutters Sicht mit ihren Gedanken, glaube, man nennt das "Erlebte Rede" hier.
Damit hast du Recht. Bei der von dir zitierten Stelle bin ich tatsächlich geswitcht. Peinlich. Danke für den Hinweis!

Unklar ist auch, welches Kraut sie wieso sucht (gib dem Kraut bitte einen Namen und lass Lisa nach gezähnten oder gestielten oder was auch immer Blättern suchen).
Das wäre im Verlauf des Textes noch gekommen, warum sie unterwegs ist und ein Kraut sucht (es handelt sich um ein bestimmtes Heilkraut). Bis zu dem Punkt geht der Text nur noch nicht.

Und nicht zuletzt habe ich ein Problem mit dem Alter deiner Protagonistin. Im Wald wirkt sie auf mich wie eine Jugendliche, mindestens. Aber ein kleines Mädel ist für mich höchstens 5, plus 8 wären wir bei 13. Das ist deutlich zu jung für die Wirkung.
Also tatsächlich sollte sie eigentlich 16 sein. Als Kind sollte sie 8 Jahre sein. Ich dachte, dass das Kind da keine 5 mehr ist, wird auch daran ersichtlich, dass es die Geschichte eben immer lesen wollte, wie im Text erwähnt wird. 5-jährige Kinder können für gewöhnlich noch gar nicht selbst lesen. Aber anscheinend hat der Satz nicht wirklich geholfen, also hab ich es wohl vermasselt^^

Aber ich glaube, damit habt ihr mir schon sehr geholfen, denn das Beste, was dieser Text für euch zu bieten hat, ist die Idee, die nicht meinem Kopf entstammt. Das sagt doch recht viel über den Text und die Idee einer Weiterverfolgung aus.
Lieben Dank! :)

Viskey

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #5 am: 08 Mai 2020, 21:02:27 »
Hallo Zauberfeder!

Es ist alles noch ein wenig grob, aber von der Substanz her schon ganz gut. Ich würde mal sagen, dass die Idee nicht bahnbrechend neu ist, aber welche Idee ist das schon? Es kommt immer auch auf die Umsetzung an, und vor allem auch, was du im weiteren daraus machst.

Sprachlich bist du noch auf eher wackligen Beinen unterwegs, da kann ich tlt nur zustimmen.  Du hast deine Erzählstimme noch nicht gefunden, aber das ist weiter keine Tragik, das kommt mit der Übung ganz von alleine.

Wo ich im Text noch unbedingt Nachholbedarf sehe, ist beim Kräutersammeln. Da ist mir so zu unspezifisch. Da will ich zum einen wissen, welche Kräuter sie da sammelt, vor allem das eine unauffindbare. Zum anderen will ich wissen, wenigstens andeutungsweise, wofür sie diese Kräuter sammelt. Einfach, um sie dann halt zu haben, wäre mir zB zu wenig. Es scheint einen bestimmten Zweck zu geben, der auch noch dringlich zu sein scheint. Wieso sonst wäre Lisa so erpicht darauf, auch das letzte Kraut unbedingt jetzt noch zu finden?

Viskey
"There is no such thing as bad work, just unfinished work." - Eric Idle

merin

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #6 am: 08 Mai 2020, 22:12:07 »
Zitat
Also tatsächlich sollte sie eigentlich 16 sein. Als Kind sollte sie 8 Jahre sein. Ich dachte, dass das Kind da keine 5 mehr ist, wird auch daran ersichtlich, dass es die Geschichte eben immer lesen wollte, wie im Text erwähnt wird. 5-jährige Kinder können für gewöhnlich noch gar nicht selbst lesen. Aber anscheinend hat der Satz nicht wirklich geholfen, also hab ich es wohl vermasselt^^

Aber ich glaube, damit habt ihr mir schon sehr geholfen, denn das Beste, was dieser Text für euch zu bieten hat, ist die Idee, die nicht meinem Kopf entstammt. Das sagt doch recht viel über den Text und die Idee einer Weiterverfolgung aus.

Naja nur ist man mit acht ja kein kleines Kind mehr. Dass sie lesen will, habe ich tatsächlich überlesen, weil ich die Sache zeitlich auch so angeordnet habe, dass Lesen noch nicht allgemein verbreitet war. Da passt aber das Buch dann auch nicht dazu. :gruebel:

So ganz verstehe ich nicht, wieso du so viel Hemmungen hast, die Idee weiterzuverfolgen. Schreib doch einfach und schau, was kommt. Und wenn es kein großer Wurf wird, sieh es als Übung und schreib was Neues. oder feile so lange, bis es sitzt. Nur Mut!

LG
merin
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eska

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #7 am: 08 Mai 2020, 22:39:55 »
Hi Zauberfeder!

Ich hab gestern Nacht noch schnell deinen Text gelesen, dabei ist mir hängengeblieben, dass der erste Teil (Großmutter und Kind) spannend und von der Idee Wolf=Rotkäppchen her interessant ist. Ich habe schon einige Versionen des Märchens gelesen und diese kam noch nicht vor. Gut!
Den zweiten Teil (Lisa im Wald) fand ich nicht so fesselnd. Ich hab ihn jetzt noch mal gelesen und überlegt, was der Grund war: Vielleicht lag es am abrupten Wechsel ohne Übergang, vielleicht an den 8 Jahren dazwischen ohne einen Satz der Zusammenfassung, der mich als Leser informiert, wohin wir gesprungen sind. Oder es fehlt am Szenischen - es erscheint mir manchmal ziemlich auktorial im Sinne von mehr wissend als die Protagonistin. Ein Beispiel:

Zitat
Wieso sie ausgerechnet jetzt an jenen Abend dachte, als Großmutter ihr von Rotkäppchen erzählt hatte, wusste Lisa nicht.

Und inhaltlich stört mich, dass das so wichtige Kraut, für das sie bewusst Gefährdung riskiert, nicht mal benannt ist. So nehme ich ihr die Dringlichkeit nicht ab und finde sie nur störrisch.

Zitat
Ich weiß noch gar nicht, wohin ich will, aber wichtig für mich wäre eben zu erfahren, ob es überhaupt Sinn macht, weiter zu schreiben.

Diese Frage finde ich seltsam: Wenn du noch kein Ziel hast, wie sollen wir dann sagen, ob du auf einem guten Weg bist damit?
Ich kann sagen, dass mich die Idee (s.o.) anspricht, auch eine altbekannte Geschichte neu zu interpretieren, finde ich reizvoll. Aber was dich daran reizt, was du aussagen möchtest, kann ich hier noch nicht erahnen und deshalb zum Sinn nichts sagen, sorry.

Ich hoffe, der Klecks Senf würzt und nützt!

Ciao,
eska

tlt

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #8 am: 09 Mai 2020, 15:06:55 »
Zitat
Zitat von: tlt am 08 Mai 2020, 09:31:38
Auch die Dialoge sind eher Geschriebenes als Gesprochenes. Da sollte man noch dran feilen.
Was genau meinst du damit?

Lass Dir den Dialog am besten mal von zwei Menschen vorlesen. Dann weißt Du, was ich meine. Das klingt eben, als wäre es "geschrieben", aber nicht so, als würden da zwei Menschen miteinander sprechen.
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Zauberfeder

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #9 am: 09 Mai 2020, 19:47:08 »
Es kommt immer auch auf die Umsetzung an, und vor allem auch, was du im weiteren daraus machst.
Das stimmt wohl. Da muss ich mich ja nicht schlecht fühlen, weil ich das Rad nicht neu erfunden habe, sondern etwas genutzt habe, von dem ich selbst begeistert war.

Wo ich im Text noch unbedingt Nachholbedarf sehe, ist beim Kräutersammeln. Da ist mir so zu unspezifisch. Da will ich zum einen wissen, welche Kräuter sie da sammelt, vor allem das eine unauffindbare. Zum anderen will ich wissen, wenigstens andeutungsweise, wofür sie diese Kräuter sammelt. Einfach, um sie dann halt zu haben, wäre mir zB zu wenig. Es scheint einen bestimmten Zweck zu geben, der auch noch dringlich zu sein scheint. Wieso sonst wäre Lisa so erpicht darauf, auch das letzte Kraut unbedingt jetzt noch zu finden?
Nee, nee, einfach um es zu haben, darum geht es nicht. Es geht um ein Heilkraut, weil ihre Großmutter krank ist. Ich war mir nur einfach nicht sicher, ob es überhaupt Sinn macht, an dem Text weiter zu arbeiten, deshalb ist er auch noch nicht fertig, aber ich sehe durchaus, was du meinst. Einerseits ist das natürlich der Tatsache geschuldet, dass der Text noch nicht großartig weit ist, andererseits werde ich die Tipps im Hinterkopf behalten. Danke :)

Naja nur ist man mit acht ja kein kleines Kind mehr. Dass sie lesen will, habe ich tatsächlich überlesen, weil ich die Sache zeitlich auch so angeordnet habe, dass Lesen noch nicht allgemein verbreitet war. Da passt aber das Buch dann auch nicht dazu. :gruebel:
In unseren Augen nicht. In meinen vielleicht schon gar nicht, immerhin arbeite ich mit 1-jährigen. Da sind die für mich ab 3 quasi schon groß *lach*
Aber für eine alte Frau, wie die Großmutter es ist, kann ein achtjähriges Kind durchaus noch ein kleines Kind sein.

So ganz verstehe ich nicht, wieso du so viel Hemmungen hast, die Idee weiterzuverfolgen. Schreib doch einfach und schau, was kommt. Und wenn es kein großer Wurf wird, sieh es als Übung und schreib was Neues. oder feile so lange, bis es sitzt. Nur Mut!
Lieben Dank :) Ich glaube, das liegt daran, weil ich mich einfach nicht schon wieder in was verrennen will. Ich bin einfach sehr unsicher mit meinem Schreiben und meinen Ideen geworden. Ich habe viele, viele Jahre an einem Romanprojekt gearbeitet und bin dem inzwischen entwachsen. Ich möchte einfach nicht wieder und wieder letztlich für die Schublade schreiben.
Vielleicht mache ich mich auch zu abhängig von anderen. Das kann natürlich auch sein und dass daher die Unsicherheit her rührt. Wer weiß?

Und inhaltlich stört mich, dass das so wichtige Kraut, für das sie bewusst Gefährdung riskiert, nicht mal benannt ist. So nehme ich ihr die Dringlichkeit nicht ab und finde sie nur störrisch.
Ja, ich verstehe, was du meinst. Ich war mir nur einfach noch nicht sicher, ob sich weiterschreiben überhaupt lohnt und daher fehlt die Erwähnung bis dahin noch, wieso das Kraut so wichtig ist. Vielleicht hätte ich es aber auch gleich an den Anfang stellen sollen. Auf jeden Fall ist es euch allen wichtig. Das hilft mir schon viel weiter.

Ich kann sagen, dass mich die Idee (s.o.) anspricht, auch eine altbekannte Geschichte neu zu interpretieren, finde ich reizvoll.
Ich verstehe, dass es dir schwer fällt, die Frage zu beantworten, weil sie doch wirklich sehr unspezifisch ist. Das hier hilft mir aber tatsächlich weiter. Wobei ich es vielleicht auch nicht unbedingt davon abhängig machen sollte. In erster Linie muss mir die Idee wohl gefallen und ich sollte sie nicht aufhören zu schreiben, weil andere sagen, sie wäre doof. Was ihr eh nicht getan habt, aber ich denke, man weiß, worauf ich hinaus will.

Lass Dir den Dialog am besten mal von zwei Menschen vorlesen. Dann weißt Du, was ich meine. Das klingt eben, als wäre es "geschrieben", aber nicht so, als würden da zwei Menschen miteinander sprechen.
Hab dummerweise keine 2 Leute, die mir das vorlesen können, also fällt der Schritt weg. Ansonsten versuche ich wirklich zu verstehen, was genau du meinst, aber ich kann es einfach nicht sehen. Was mir in solchen Fällen einfach hilft, ist die Meinung zu begründen. Dann könnte ich es vielleicht eher sehen, wenn du ein Beispiel für diese Meinung bringst. Bsp.weise einen Satz, der für dich mehr geschrieben als gesprochen wirkt und dann deine Version, wie er mehr nach gesprochen klingen würde. Denn aktuell sehe ich eben nicht, wie das für dich aussehen müsste und daher kann ich es schwer nachvollziehen.

lg

tlt

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #10 am: 10 Mai 2020, 09:28:23 »
Nimm einfach die ersten beiden Sätze.

Zitat
»Rotkäppchen ist mehr als nur ein Märchen«, flüsterte Großmutter und beugte sich im Schein des Kaminfeuers weiter zu dem kleinen Mädchen, welches im Schneidersitz in eine Decke gekuschelt vor ihren Füßen hockte.
Das Mädchen runzelte die Stirn. »Aber du hast es im Buch stehen.«

Das passt mM nicht zusammen. So würde eine Oma keine Unterhaltung beginnen mit einem kleinen Mädchen. Und die Erwiderung das Mädchens ist eher darauf aus, die Geschichte schon in eine Richtung zu lenken, als eine denkbare Antwort.
Ich bin zu alt für das alles.

merin

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #11 am: 10 Mai 2020, 13:08:43 »
Seh ich ähnlich. Naheliegend wäre für mich so eine Antwort der Kleinen wie:

"Wie meinst du das?"

Oder auch

"Was willst du denn damit sagen?"

oder je nach Stil auch einfach

"Häh?", na die Alte ist ja mal wieder kryptisch.

Ich bin an der Stelle auch gestolpert. Es stehen ja nicht nur Märchen in Büchern.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

Zauberfeder

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #12 am: 10 Mai 2020, 14:29:34 »
Ah, lieben Dank ihr zwei. Ja, jetzt weiß ich, was gemeint ist :) Ich werde es mir merken.


Salamander

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #13 am: 11 Mai 2020, 14:28:59 »
Bitte sag nicht, es ist Dir peinlich, Fehler zu machen.
Dann muss es mir bei meinen zukünftigen Fehlern nämlich auch immer peinlich sein. :biggrin:

Was mir später noch einfiel: Der Titel "Wolfskind" verrät natürlich sehr viel, was er nicht sollte, aber es ist ja nur ein AT.
LG
Salamander

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Re: Wolfskind (AT)
« Antwort #14 am: 12 Mai 2020, 21:28:33 »
Ich will auch noch anmerken, dass das Wagnis bei einer kürzeren Geschichte vielleicht kleiner ist? Ein  ganzer Roman für die Tonne ist immer ärgerlich - hab ich aber auch schon geschafft. Aber ich habe eine Menge daran gelernt und wer weiß, vielleicht arbeite ich ihn irgendwann doch nochmal um.
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