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Irrungen und Wirrungen bei der Perspektive

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nolimit:
Hallo Mitteufelm

nachdem ich hier viel gelesen habe, habe ich mir meine bisherigen Kapitel nochmals vorgenommen und ... wie der Threadtitel sagt ... das wird so nix. Deshalb gleich eine Breitseite von Fragen - in der Reihenfolg wie sie mir in den Sinn gekommen sind:

Momentan sind alle Kapitel (1 - 22) in der Beobachter-Perspektive geschrieben. In den Kapiteln, die auf echten Ereignissen basieren, fehlt so aber die Nähe zum Autor/Prota, denn der hat dies alles selbst erlebt. Habe mir folgendes überlegt:

Kapitel 1:
Prota ist der Autor in einem fiktiven Einstieg in die Geschichte in der Gegenwart- Ich-Perspektive
Kapitel 2:
Drei Neben-Protas, die später vermutlich nicht mehr auftauchen - fiktiver Einstieg in die Geschichte in der Vergangenheit - Beobachter-Perspektive
Kapitel 3:
Drei Neben-Protas, die später vermutlich nicht mehr auftauchen - fiktiver Einstieg in die Geschichte in der Vergangenheit - Beobachter-Perspektive
Kapitel 4, 6, 7, und 8, 10, 11 , 13, 14, 15
Prota ist der Autor - mehrere Neben-Protas - Vergangenheit - echte Ereignisse - Ich-Perspektive
Kapitel 5 
Prota ist der Autor - Gegenwart - Handlung fiktiv - Ich-Perspektive
Kapitel 16, 17, 18 und 21 
Prota ist der Autor - Vergangenheit - Ich-Perspektive - Handlung fiktiv
Kapitel 19, 20 und 22
Prota ist der Autor - Gegenwart - Ich-Perspektive - Handlung fiktiv

Ich denke, dass die Ich-Perspektive insgesamt besser ist, nur die einleitenden Kapitel sollen in der Beobachter-Perspektive sie, da der Autor als Prota nicht dabei ist

Ein weiteres Problem ist, dass in einigen Kapiteln der Autor anfangs als Haupt-Prota dabei ist und später dann nicht mehr - ein paar Nebenprotas übernehmen die mögliche/fiktive Handlung. Kann also nicht durchgehend in der Ich-Perspektive erzählt werden. Wie erzeugt man den Übergang von der Ich- zur Beobachter-Perspektive? 
Oder muss dafür ein eigenes Kapitel in der Beobachterperspektive erzeugt werden?

Wie sieht es mit der Kapitelreihenfolge aus?
Dürfen Kapitel wahllos gemischt werden, solange klar ist, in welcher Zeit das entsprechende Kapitel spielt?

Das reicht erstmal- denke ich

HG
nolimit





Lionel Eschenbach:
Hmmm, ich weiß nicht so recht.

Wahrscheinlich wäre es hier hilfreicher, irgendwann einen Text von dir zu rösten , in dem du z.B. damit rumexperimentierst in einem Kapitel die Erzählperspektive zu ändern.

Wie gesagt, richtig oder falsch, das gibt es so nicht. Alles ist möglich, wenn es gut gemacht ist. Alles!

Selbst das hier, habe manche gerne gelesen.

jolifanto bambla ô falli bambla
grossiga m’pfa habla horem
égiga goramen
higo bloiko russula huju
hollaka hollala
anlogo bung
blago bung
blago bung
bosso fataka

"Ein weiteres Problem ist, dass in einigen Kapiteln der Autor anfangs als Haupt-Prota dabei ist und später dann nicht mehr - ein paar Nebenprotas übernehmen die mögliche/fiktive Handlung. Kann also nicht durchgehend in der Ich-Perspektive erzählt werden. Wie erzeugt man den Übergang von der Ich- zur Beobachter-Perspektive? "

Wie gesagt, muss man lesen. Wahrscheinlich und gerade am Anfang, bevor du dir einen Namen als Schriftsteller gemacht hast, würde ich wohl nur der Einfachheit wegen empfehlen, die Perspektive zunächst in einem Kapitel durchzuhalten.

Oder muss dafür ein eigenes Kapitel in der Beobachterperspektive erzeugt werden?

Ja, zunächst besser, denke ich.

Wie sieht es mit der Kapitelreihenfolge aus?
Dürfen Kapitel wahllos gemischt werden, solange klar ist, in welcher Zeit das entsprechende Kapitel spielt?

Wie soll ich mir denn die Kapitelreihenfolge vorstellen  :deveek:

1-3-5-4-2-6-7-9-8 :)

Oder meinst du 1-2-3-4-5-6-7-8-9 und in jedem Kapitel kommt ein anderer Erzähler zu Wort.

Nehmen wir an, du meinst Letzteres. Dann kommt es wieder drauf an, wie lang ist ein Kapitel 1-100 Seiten. Das würde schon einen Unterschied machen. Wenn es aber sehr kurze Kapitel sind, sagen wir, so 6-8 Seiten hast du mit dem Problem zu kämpfen, dass der Leser durch das Sprunghafte verwirrt würde. Aber es mag auch Leser geben die das cool finden. Wie gesagt, müsste man lesen und dann urteilen.

Deine Kapiteleinteilung hilft mir gerade wenig, weil es ist nur Struktur, es gibt keine inhaltlichen Ansatzpunkte, deine Geschichte zu verstehen. Hier könnte es helfen, wenn du kurz inhaltlich zusammenfasst, was denn auch geschehen soll.  Sonst ist es ein Pleonasmus wie der weiße Schimmel.

Weil Kapitel 1 ist immer der Einstieg in eine Geschichte, aber nicht unbedingt in die Handlung :)
Ist ein Geschichte, die wir erzählen, nicht auch IMMER fiktiv? :)


L.



nolimit:

--- Zitat von: Lionel Eschenbach am 11 Mai 2021, 18:01:38 ---Hmmm, ich weiß nicht so recht.

Wahrscheinlich wäre es hier hilfreicher, irgendwann einen Text von dir zu rösten , in dem du z.B. damit rumexperimentierst in einem Kapitel die Erzählperspektive zu ändern.

--- Ende Zitat ---

Ds werde ich machen, sobald ich erste Experimente aufgeschrieben habe
Danke  für das was du geschrieben hast, das gibt mir Anhaltspunkte
Die anderen Punkte - Kapitelreihenfolge usw. - da schreibe ich demnächst was dazu

HG
nolimit

LaHallia:
Hallo nolimit,

also ich finde... das kann durchaus etwas werden. Das hängt jetzt ganz von der Umsetzung ab. Ich finde es spannend mit Perspektiven zu spielen.
Zumindest eine Leerzeile oder ein Szenenwechsel sollte es für mich aber schon geben, wenn ein Perspektivwechsel folgt. Mit dem allwissenden Erzähler kann man sicher unheimlich viel darstellen, wie du aber selbst erkennt hast fehlt dann die Nähe zum Prota. Und meistens lebt der Leser mit den Charakteren mit und braucht Charaktere mit denen er sich identifizieren kann.

Also ich fände es spannend einen Text von dir zu lesen, wo du genau damit experimentierst. Wenn du genug Beiträge gesammelt hast, um selbst was auf den Rost zu werfen.

Ich bin gespannt.
Liebe Grüße,
LaHallia

merin:
Hallo nolimit,

ich kann dazu nicht recht was sagen, weil ich die Grundidee des Textes nicht verstehe. Warum kommen beispielsweise in Kapitel 2 und 3 gleich drei Leute vor, die nie wieder eine Rolle spielen?
Was hat dich denn in der ersten Idee dazu bewogen, die Sache aus einer anderen Perspektive zu erzählen? Und was hat dich nun dazu bewogen, das zu verwerfen? Was ist der rote Faden deiner Geschichte und was die Prämisse?

Vielleicht ist es gut, sich erstmal theoretisch damit zu beschäftigen, wie wir festlegen, welche Perspektive wir für einen Text wählen. Das hat einerseits mit Vorlieben zu tun, andererseits mit dem, was erzählt werden soll. Bei mir ist es bei meinem aktuellen Projekt so, dass ich aus einer personalen Perspektive heraus erzähle. Ca. 200 Seiten lang. Dann passiert aber etwas, was meine Prota, Lea, nicht wissen kann. Ich habe mich entschieden, dafür einen zweiten Perspektivträger einzuführen - es sind dann insgesamt fünf. Lea bleibt aber klar die Protagonistin.
Ich hätte mich auch entscheiden können, bei ihr zu bleiben. Dann muss ich überlegen, wie sie (und die Lesenden) davon erfahren, was die anderen erleben. Ich hätte auch allwissende Einschübe machen können. Ich habe mich für die anderen Perspektiven entschieden, weil ich das gern schreibe und weil es Leute sind, die die restlichen 700 Seiten eine Rolle spielen. So kann ich, glaube ich, die Geschichte abwechslungsreicher erzählen und von verschiedenen Seiten beleuchten. Ich habe auch vier Außensichten auf meine Lea.
Ich hätte aber auch umplotten können. So, dass Lea alles erzählen kann.

Liebe Grüße
merin

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