24 July 2026, 00:57:06

Autor Thema: Klappentext von "Die Stadt Utopia"  (Gelesen 159 mal)

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jcl

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Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« am: 26 September 2024, 11:14:36 »
Hier will ich noch einmal einen Klappentext zur Debatte stellen. Diesmal nicht von ChatGPT verfasst, sondern von mir. Bitte nicht ins Höllenfenster.


„Die Welt wird bald zu uns kommen. Zeigen wir ihr ein trotziges Gesicht.”

Die Stadt Zana liegt versteckt in den Bergen Afrikas. In der Isolation haben ihre Einwohner eine Hochkultur und eine demokratische Gesellschaftsform entwickelt. Im Jahr 1702 bricht eine arabische Armee von Sansibar auf, um Zana zu erobern und ihre Einwohner zu versklaven.

Der Bibliothekar Richard Kreutzner wird mit seiner Frau Sahir, einer indischen Agentin, in den Konflikt hineingezogen. Gemeinsam versuchen sie die Verteidigung von Zana aufzubauen. Doch die friedlichen Einwohner verfügen über keine Kampferfahrung. Und die Feinde kommen nicht nur von außen, sondern auch von innen.

Ein klassischer Abenteuerroman, basierend auf tatsächlichen Ereignissen. Folgeband zu ‘Die Insel Arcadia’.
« Letzte Änderung: 26 September 2024, 11:24:32 von jcl »

Viskey

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #1 am: 26 September 2024, 19:25:38 »
Hey!

Vielleicht liegt es am Thema und Genre an sich, aber das einzige, das an diesem Text mein Interesse weckt, ist die letzte Zeile: "basierend auf tatsächlichen Ereignissen".

Es liest sich völlig unpersönlich und emotionslos, mehr wie eine historische Abhandlung. Ich habe im Grunde immer noch keine Ahnung, worum es in dem Buch gehen soll. :dontknow:

Sorry, dass das nicht besser ausfällt.

LG
Viskey
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jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #2 am: 27 September 2024, 11:37:01 »
Danke für das Feedback! Das kann ich durchaus nachvollziehen, jedenfalls das unpersönliche und emotionslose. Nur bei dem keine Ahnung haben, worum es geht, muss ich noch einmal nachfragen. Es geht im Buch genau darum, was dort steht - die Verteidigung einer Stadt durch einen Bibliothekar. Vielleicht fehlt dir das menschelnde, in Richtung 'wer liebt wen' - ist das richtig? 

Paul

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #3 am: 27 September 2024, 13:33:37 »
Hi JCL

Hier meine Eindrücke zu deinem Klappentext:

Der Einstieg gefällt mir. Er stellt mehr Fragen, als Antworten:

Zitat
„Die Welt wird bald zu uns kommen. Zeigen wir ihr ein trotziges Gesicht.”

Ab hier wird es für mich schwieriger:

Zitat
Die Stadt Zana liegt versteckt in den Bergen Afrikas. In der Isolation haben ihre Einwohner eine Hochkultur und eine demokratische Gesellschaftsform entwickelt. Im Jahr 1702 bricht eine arabische Armee von Sansibar auf, um Zana zu erobern und ihre Einwohner zu versklaven.

Der erste Satz läuft noch gut. Danach wird es für mich eine Spur zu idyllisch: Hochkultur, ok, das schluck ich noch, aber bei der demokratischen Gesellschaftsform bekomme ich Husten. Was bedeutet das? Für mich wäre passender: eine Hochkultur entwickelt, in der ... und dann eine Beschreibung dessen, das für sie typisch ist. In der jetzigen Form wirkt es für mich zu plakativ und letztlich auch nicht glaubwürdig.
 Die genaue Jahreszahl gefällt mir, der Aufbruch von Sansibar wirkt dagegen auf mich wieder leicht surreal, da Sansibar meines Wissens nie ein Ort war, der als Stützpunkt für große arabische Armeen diente (aber vielleicht täusche ich mich ja - ich lasse mich in dieser Hinsicht gern von Dir korrigieren - möchte aber meine Irritation an dieser Stelle zum Ausdruck bringen), Auch das Ziel der Expedition: erobern und versklaven wirkt für mich sehr plakativ. Vielleicht wäre hier weniger mehr?

Zitat
Der Bibliothekar Richard Kreutzner wird mit seiner Frau Sahir, einer indischen Agentin, in den Konflikt hineingezogen. Gemeinsam versuchen sie die Verteidigung von Zana aufzubauen.


Ab hier wird es für mich noch fantastischer. Da ist eine arabische Armee, die von einer kleinen Insel startet und dazu kommt jetzt noch eine indische Agentin. Woher? Frage ich mich? War Indien in dieser Zeit nicht bereits durch die Briten stark in Bedrängnis geraten und von den europäischen Mächten mehr oder weniger überrollt worden? D.h. hat eine indische Agentin in dieser Zeit nicht ganz andere Sorgen und Aufgaben?

Zitat
Doch die friedlichen Einwohner verfügen über keine Kampferfahrung. Und die Feinde kommen nicht nur von außen, sondern auch von innen.

Wer ist schon durchgehend friedlich? Wäre nicht "kaum kampferprobte Einwohner" passender? Auch klingelt bei friedlichen Einwohnern bei mir erneut die Klischeeklingel. Irgendwie nehme ich Dir diese Beschreibung nicht ab. Der Schlusssatz dagegen baut wieder Spannung auf, bleibt aber ebenfalls eher allegemein.

Zitat
Ein klassischer Abenteuerroman, basierend auf tatsächlichen Ereignissen. Folgeband zu ‘Die Insel Arcadia’.

Abenteuerroman - ja, das glaube ich nach den gelesenen Zeilen sofort und wenn ich Lust auf diese Genre hätte, würde ich sofort zu dem Buch greifen. Es hat alles, was es dazu braucht: ferne Länder, Abenteuer,..

umgekehrt: basierend auf tatsächlichen Ereignissen - das nehme ich Dir nicht ab: ein geheimes Reich in Afrika, das demokratisch war und von einer arabischen Armee erobert wurde - davon hätte ich - glaube ich - schon einmal gehört. Von daher hättest Du mich mit dieser Bemerkung als Leser verloren. Ich wurde denken, da weiß jemand nicht, was er macht. Und wenn es schon so losgeht, dann kann daraus ...

Soweit meine subjektiven Eindrücke zu dem Klappentext. Ich würde versuchen, ihn weniger allgemein zu halten, ich würde ihn evtl. noch kürzen und ich würde ihn ein wenig "abbürsten", damit er glaubwürdiger und damit auch eindeutiger wird. Ist es ein historischer Roman - oder ein Abenteuerroman im historischen Gewand?

Paul

PS.: Kennst Du die Klassiker von Rider Haggard (wie z.B. König Salomos Schatzkammer)? Da ist nichts historisch - und doch lässt es sich wunderbar als historischen Abenteuerroman lesen.
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jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #4 am: 27 September 2024, 14:08:09 »
Danke für diesen ausführlichen Kommentar! Das ist genau das, was man als Autor möchte - die direkten Eindrücke des Lesers beim Durchgehen des Textes. Der Kern deiner Kritik ist, dass das Ganze zu fantastisch und surreal wirkt, als dass man es dem Autor abnimmt. Das will ich nicht, daher werde ich noch am Text herumfeilen müssen.

Es gab tatsächlich eine teilweise demokratische Hochkultur in Afrika im 17. Jahrhundert, und auch eine omanische Armee auf Sansibar sowie arabische Eroberungszüge tief ins Innere, um Sklaven zu machen. Auf Instagram habe ich etwas über den geschichtlichen Hintergrund geschrieben. Ebenso gab es im 17. Jahrhundert den indischen Geheimdienst, geführt von dem Wesir Mukhlis Khan. Dass dessen Tochter eine seiner Agentinnen war, ist allerdings leider fiktiv. Natürlich habe ich versucht, all das möglichst plakativ darzustellen, und bin dabei wohl ein wenig übers Ziel hinausgeschossen.

Von Rider Haggard kenne ich fast alles, und beim Schreiben dieser Geschichte hatte ich ihn tatsächlich im Hinterkopf.

merin

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #5 am: 27 September 2024, 16:29:05 »
Hallo jcl,

auch mich spricht der erste Satz an. Aber dann wird es kryptisch:

Zitat
Die Stadt Zana liegt versteckt in den Bergen Afrikas. In der Isolation haben ihre Einwohner eine Hochkultur und eine demokratische Gesellschaftsform entwickelt. Im Jahr 1702 bricht eine arabische Armee von Sansibar auf, um Zana zu erobern und ihre Einwohner zu versklaven.

"Die Berge Afrikas", damit hast du mich verloren. Für dein Publikum ("klassischer Abenteuerroman") zieht es wahrscheinlich trotzdem, aber mir fällt sofort auf, dass das so klingt, als gebe es in ganz Afrika nur ein Gebirge. Und dann noch: Hochkultur und Demokratie, in einem Satz, der so klingt, als sei das beides unafrikanisch. Die Info 1702 rückt das in ein besseres Licht, aber meines Erachtens kommt sie zu spät. Aber dann: Araber in Sansibar? Und versklaven? Hmm, in mir ruft das sofort Klischeebilder auf.
Das ist einerseits gut, Klappentexte arbeiten oft mir Klischees und das von dir gewählte Genre ist wohl Klischee pur. Aber mich persönlich stört das.

 
Zitat
Der Bibliothekar Richard Kreutzner wird mit seiner Frau Sahir, einer indischen Agentin, in den Konflikt hineingezogen. Gemeinsam versuchen sie die Verteidigung von Zana aufzubauen. Doch die friedlichen Einwohner verfügen über keine Kampferfahrung. Und die Feinde kommen nicht nur von außen, sondern auch von innen.

Hier endlich erfahren wir davon, von wem der Text handelt. Das ist spät für einen Klappentext. Der Name wirft in mir auch gleich Fragen auf, denn er klingt deutsch.

Ich würde wohl eher etwas in die Richtung machen, dass Ort und Zeit und Hauptfigur gleich klar werden. Schuss ins Blaue:

Atlasgebirge, Marokko 1702: Der Bibliothekar Richard Kreutzner erfährt von einer Gefahr für seine Wahlheimat Zana. Eine riesige Armee marschiert auf die demokratische Inselstadt zu und möchte sich deren Reichtum einverleiben. Gemeinsam mit seiner indischen Frau Sahir baut er die Verteidigung der Stadt auf. Doch die friedlichen Einwohner verfügen über keine Kampferfahrung. Und die Feinde kommen nicht nur von außen, sondern auch von innen.

Ansonsten fällt mir auf, dass du zwar selbst Texte einstellst, dich aber sonst nicht beteiligst. Das empfinde ich als wenig ausgewogen.

LG
merin
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #6 am: 27 September 2024, 17:15:49 »
Danke für das Feedback! Das kann ich durchaus nachvollziehen, jedenfalls das unpersönliche und emotionslose. Nur bei dem keine Ahnung haben, worum es geht, muss ich noch einmal nachfragen. Es geht im Buch genau darum, was dort steht - die Verteidigung einer Stadt durch einen Bibliothekar. Vielleicht fehlt dir das menschelnde, in Richtung 'wer liebt wen' - ist das richtig?

Naja, jein. Ich brauche kein "wer liebt wen".

Aber wenn ich den Klappentext lese, so wie er jetzt ist, ist das für mich eine Set-Beschreibung gefolgt von der Besetzungsliste: Richard Kreutzner mit Frau Sahir und namenlose Einwohner. - Auch ein Punkt, der ein bisschen sauer aufstößt. Richart wird als Bibliothekar definiert, Sahir immerhin noch als Inderin, die hochkulturigen Afrikaner bekommen nicht einmal Namen.

Von der Geschichte weiß ich, dass eine Stadt angegriffen wird und verteidigt werden soll. Tja nu, das erwarte ich aber eigentlich, dass man sich gegen Angriffe wehrt, das macht jetzt noch keine Geschichte. STutzig macht mich auch, dass die friedliebenden Einwohner keine Kampferfahrung haben (klar), aber der Bibliothekar schon?

Ich weiß nicht, vielleicht liegt's wirklich am Genre, dass ich damit so gar nichts anfangen kann.
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jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #7 am: 27 September 2024, 17:48:23 »
@Viskey: Wenn ich dich richtig verstehe, fehlt dir im Text das persönliche. Du möchtest mehr über die Charaktere erfahren und und weniger über Ereignisse wie die Belagerung einer Stadt. Ich weiß nicht, ob ich das so umsetzen kann, aber es ist auf jeden Fall ein guter Hinweis.

@merin: Das sind gute und konkrete Vorschläge. 'Zentralafrika' ist wohl besser als einfach nur 'Afrika'. Die Jahreszahl am Anfang hilft Missverständnisse vermeiden. Die Klischees über Araber und Versklavung lassen sich nicht ganz umgehen, denn erstens treffen sie zu, zweitens sind sie zentrales Thema. Dein Vorschlag, die Personen an den Beginn zu setzen, macht Sinn. - Ich war eine Zeitlang nicht auf dem Forum und habe mich daher nicht beteiligt. Das werde ich wieder häufiger tun. Quid pro quo.

Paul

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #8 am: 27 September 2024, 23:32:03 »
Hi JCL

Zitat
Von Rider Haggard kenne ich fast alles, und beim Schreiben dieser Geschichte hatte ich ihn tatsächlich im Hinterkopf.

Würde bei einem Buch von Rider Haggard im Klappentext stehen: basierend auf tatsächlichen Ereignissen?

Nein, Rider Haggard würde die tatsächlichen Ereignisse nehmen und aus ihnen eine fantastische Geschichte erzählen - und im Klappentext würde die Geschichte so "zusammengefasst" werden, als sei sie tatsächlich historisch geschehen. Dabei würde jede und jeder wissen, dass sie nicht historisch ist - und jede und jeder würde sich über die historischen Parallelen freuen, die er oder sie in der Geschichte findet.

Von daher: die Geschichte darf fantastische Elemente haben, wenn Du mir diese Elemente als Autor glaubwürdig "verkaufst" (ich glaube sogar, nichts ist fantastischer als die reale Geschichte selbst, wer hätte schon den Mauerfall erfinden können - oder 2001?). Dein Klappentext behauptet es dagegen nur. Von daher, gib mir ein paar mehr Details, spar dir dafür ein paar andere Daten und mach mich neugierig auf den Kern deiner Geschichte. Geht es um einen Freiheitskampf? Um jemand, der sich selbst behaupten muss? Oder, oder, oder ...

Paul 8)
« Letzte Änderung: 27 September 2024, 23:34:13 von Paul »
"Es ist besser, einige der Fragen zu kennen, als alle Antworten." (James Thurber)

jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #9 am: 28 September 2024, 11:42:56 »
Die Geschichte hat nicht die fantastischen Elemente wie bei Rider Haggard, dessen Erzählungen ja teilweise in Richtung Fantasy gehen. Das Setting ist real, die Personen und ihre Handlungen fiktiv, wie bei den meisten historischen Romanen. Allerdings ist "basiert auf tatsächlichen Ereignissen" irreführend - das muss ich ändern. Besser wäre "auf tatsächlichen Gegebenheiten".

merin

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #10 am: 28 September 2024, 14:04:52 »
Damit weckst du aber den Anspruch, das Ganze sei historisch korrekt.

Was mir auch aufstößt: In deinem Klappentext kommt bislang keine einzige einheimische Figur vor. Und Afrika wird als Land behandelt, durch die Gleichstellung mit Indien.
« Letzte Änderung: 28 September 2024, 14:06:31 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #11 am: 28 September 2024, 15:53:12 »
Ich möchte im Klappentext durchscheinen lassen, dass es sich nicht um reine Fantasy handelt, sondern eine reale Grundlage hat. Ich will mal nachsehen, wie andere Autoren das lösen.

Um mehr Figuren im Klappentext unterzubringen, müsste ich ihn deutlich länger machen, was ich nicht will. Das Problem mit Afrika vs. Indien sehe bzw. verstehe ich nicht.

merin

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #12 am: 28 September 2024, 15:59:45 »
Zitat
Um Afrikaner im Klappentext unterzubringen, müsste ich ihn deutlich länger machen, was ich nicht will. Das Problem mit Afrika vs. Indien verstehe ich nicht.

Du schreibst einen Roman, der während der Kolonialzeit in einem afrikanischen Land spielt. Wie das Land damals hieß, hast du uns immer noch nicht verraten. Ich erwarte da ein Minimum an Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte und Rassismen (okay gut: Ich erwarte sehr viel Auseinandersetzung damit, schließlich schreibst du ein Buch darüber). Afrika als ein Land zu behandeln und mit realen Ländern (wie Indien) gleichzusetzen, ist rassistisch. Es ist die Sorte Rassismus, in die wir hier in D sozialisiert werden, und die wir nur bemerken, wenn wir uns für das Thema sensibilisieren.

Außerdem: Du schreibst offensichtlich einen Roman, in dem Afrika nur Kulisse ist. Die Haupthandelnden sind jedenfalls sämtlichst nicht afrikanisch und so unwichtig, dass sie nicht einmal im Klappentext vorkommen. Auch das ist rassistisch, von der Exotismus-Sorte.

Das verkauft sich wahrscheinlich nach wie vor gut, aber ich persönlich finde es auf ganz vielen Ebenen schwierig.
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jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #13 am: 28 September 2024, 16:11:38 »
Da möchte ich deine Vorstellungen gerne zurechtrücken.

Bei Afrika hast du Kolonialgeschichten im Kopf, wie so viele. Afrika ist aber viel mehr als das und hat eine wechselvolle Geschichte. Diese ist Thema des Buches und nicht irgendwelche Kolonialklischees. Die von dir angesprochenen Probleme sind natürlich existent und es ehrt dich, dass du dich ihrer bewusst bist. Aber über Rassismus scheinst du eine sehr klischeehafte Vorstellung zu haben, wenn die bloße Erwähnung von Afrika und Indien bei dir so etwas auslöst.
« Letzte Änderung: 28 September 2024, 16:13:30 von jcl »

merin

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #14 am: 28 September 2024, 21:14:43 »
jcl, ich finde es enorm unangenehm, wie du mit meinen Rückmeldungen umgehst. Ich habe keine Ahnung, ob du mich nicht verstehen willst oder kannst. Denn wenn du dich mit kritischen Diskursen rund um Afrika und Rassismus beschäftigt hättest, wüsstest du um die "Afrika ist kein Land"-Debatte und müsstest mich nicht dazu fragen. Dass du auf meinen Hinweis auf Klischees und Rassismus so tust, als sei das allein mein Problem, ist ein mir bekannter Mechanismus. Falls du das noch nicht getan hast, kann du dazu bei Tupoka Ogette viele Infos finden, sowohl in ihren Büchern als auch auf ihrem Insta-Kanal.

Ich werde aufgrund der mehrfachen unangenehmen Interaktionen mit dir davon absehen, deine Texte zukünftig zu rösten.
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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #15 am: 29 September 2024, 07:34:40 »
Nun, das scheint jetzt ein wenig zu eskalieren. Wir beide werden wohl nie beste Freunde werden. Ich nehme mal an, dass deine Vorwürfe mittlerweile wenig mit dem Inhalt meines Klappentexts zu tun haben. Zu diesem hast du mir gutes Feedback und sogar einen Vorschlag geliefert. Dafür bin ich sehr dankbar, und ich gestehe dir gerne auch sonst gute Absichten zu.

Aber andere, die ich kenne, hätten dich für deinen Post oben durch den Fleischwolf gedreht. Denn er lässt sich als überheblich und im Kern rassistisch auffassen. Er vermittelt den Eindruck, dass du von der Problematik nichts verstanden hast und sogar ein Teil des Problems bist. Ich kann mich da irren und will das auch nicht weiter vertiefen, denn es hat mit Schreiben nichts zu tun. Aber wenn du willst, kann ich es dir gerne erläutern.

June

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #16 am: 29 September 2024, 09:34:21 »
Hallöchen ...

ich habe mich dank meines Debüts sehr viel mit den Themen Rassismus und Sklaverei auseinandersetzen müssen, ich rate also, sofern du keine afrikanischen Vorfahren/Wurzeln etc hast, *egal was der Inhalt des Buches ist* zu einem Sensitivy Reading. Mir hat das zumindest die Augen geöffnet, wo das Buch falsch verstanden werden könnte und das wollte ich vermeiden.

Seis drum, für den Klappentext hast du einiges an Input, der wird sich vermutlich eh noch mal ändern, ich würde gern was zum Titel sagen.

Bei mir löst der SciFi-Gefühle aus. Ich weiß nicht, obs ein Arbeitstitel ist, aber ich finde, das Setting und einen Fantasytouch sollte ein Titel schon haben. Deshalb, damit ich nicht nur meckere, hier ein paar Ideen für Titel, die mir beim Lesen des Klappentextes kamen :rotwerd::

Das Portal von Sansibar
Die flüsternden Wurzeln/Baobabs
Die Chroniken von Zana


Irgendwie so. Das würde mich zumindest mehr in dieses Thema ziehen als "Utopia".
Das waren meine 3 Cent.
Peace und bis bald.
"What we call imagination is actually the universal library of what's real. You couldn't imagine it if it weren't real somewhere, sometime." Terence McKenna

jcl

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #17 am: 29 September 2024, 10:29:12 »
Hi June, danke für die Hinweise! Das Buch bewegt sich tatsächlich entlang kritischer Themen wie Rassismus und Sklaverei, und es gibt auch ein paar grenzwertige Szenen. Von daher wäre ein Sensitivity Reading vielleicht nicht verkehrt. Ich werde mal abklären, ob der Verlag das machen kann. Der Titel "Chroniken von Zana" gefällt mir. Andererseits sollen die Titel der Reihe ähnlich klingen, und der erste Band heißt "Die Insel Arcadia". Utopie ist ja nicht zwangsläufig SF, sondern ein sehr alter Begriff.

LaHallia

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Re: Klappentext von "Die Stadt Utopia"
« Antwort #18 am: 29 September 2024, 14:49:28 »
Liebe Teufelchens,

ich würde euch bitte, in diesem Thread, und generell, auf ein respektvolles Miteinander zu achten.
Hier werden sensible Themen besprochen und dementsprchend erwarten wir - das Mod-Team -, dass auch der Umgang damit sensibel ist.

Bitte berücksichtigen.

Liebe Grüße,
Lahallia
 :mod:
Sie müssen erzählerische Risiken eingehen. Vor allem aber: niemals versuchen, den anderen zu gefallen. Sie müssen so hoch zielen, dass Sie ganz tief fallen können. Dann vielleicht haben Sie Erfolg. (Frank Schätzing)