Teufelsrost > Höllenfenster
Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
merin:
Parodistisch oder satirisch wird der Text durch seine Überzeichnungen vor allem in den Gefühlen deines Prota. Da finden sich wenig Zwischentöne und das macht es für mich satirisch.
The_Reptilian:
Meinst du die Stellen, wo sich Gonzo die Hände über sein Herz legt? Oder die schlüpfrigen Anspielungen?
merin:
Ich habe versucht nochmal die Stellen zu finden, die für mich satirisch wirken und muss gestehen, dass es mir schwerfällt welche zu finden, die auf mich nicht satirisch wirken.
--- Zitat ---Gonzos Elfenohren stellten sich auf. Der hatte ihn aber erschrocken! Moment ... eine Konferenz … über die Zukunft von Gobol … ?? Er schaute zu Eledoan ... der schlummerte. Gonzo rieb sich die Hände ... nun wollte er ihn vertreten und auf der Konferenz etwas zu Gunsten der Goblins sagen!
--- Ende Zitat ---
Als erstes stolpere ich über den sprachlich Fehler. Es muss erschreckt heißen, ich denke, du solltest den unterschied zwischen erschreckt und erschrocken nochmal nachlesen. Aber hier ist eine Konferenz und die Person, die reden soll, schläft. Das wirkt unglaubwürdig und daher satirisch. Die Reaktion darauf ebenso: er reibt sich die Hände. Und dann noch die Satzzeichen: zwei ?? und ein !, das wirkt deutlich zu dick aufgetragen. Und zu dick aufgetragen empfinde ich schnell als satirisch.
--- Zitat ---Er schlüpfte in einen Bademantel und lugte aus dem Schlafzimmer. Dort stand ein Adeptus Mechanicus. Diese spirituellen Menschen-Cyborgs waren in der ganzen Galaxie als neutrale Beobachter gut vernetzt. Gonzo betrachtete voller Faszination das rechte Auge seines Gegenübers, das, wie so üblich, technisch modifiziert war.
»Äääh ... Ave Spiriti Mechanicus«, sagte Gonzo auf Latein, mit geschwollener Brust. Latein konnte der Professor gut. »Werden auf der Konferenz auch Goblins anwesend sein?«
--- Ende Zitat ---
Auch hier: die "geschwollene Brust" (du meinst vermutlich das altmodische stolzgeschwellt) wird zu dick aufgetragen, ergo satirisch. Ebenso der Gruß, der auf mich satirisch wirkt.
--- Zitat ---Trotz der wallenden, dunkelroten Robe war die verneinende Kopfbewegung deutlich zu erkennen.
Gonzo ballte wütend die Faust. »Ohne Goblins ist es ein Skandal!«
Der Adeptus legte einen metallenen Finger seiner rechten Hand an sein Kinn. »Ähm, ich habe gerade eben auf Gobol Teilnehmende gesucht, aber als ich kam, flüchteten sie.«
--- Ende Zitat ---
Der ganze Dialog wirkt auf mich satirisch. Sowohl inhaltlich als auch in der Emotionalität. Und auch die übergenauen Beschreibungen, die aber gleichzeitig wenig bildhaft sind, wirken auf mich satirisch.
Mit Warhammer kenne ich mich nicht aus. Wenn du Fanfiction schreiben möchtest, ist das hier auch das falsche Forum (zu diesem Thema verweise ich explizit auf unsere Regeln).
The_Reptilian:
--- Zitat von: merin am 04 July 2025, 16:14:55 ---Mit Warhammer kenne ich mich nicht aus. Wenn du Fanfiction schreiben möchtest, ist das hier auch das falsche Forum (zu diesem Thema verweise ich explizit auf unsere Regeln).
--- Ende Zitat ---
Ok, ich setze hier nur noch eine letzte Überarbeitung rein. Dann werdet ihr keine Fanfiction mehr sehen. Ist das OK? Sonst löscht sie doch einfach.
Hier habe ich den Elf Hannibal eingefügt, dafür den Mechanicus entfernt, einfach mal, um einen sympathischen Elfen in der Geschichte zu haben, damit Elfen nicht pauschal als "böse Wesen" wirken. Dementsprechend ist die Handlung auch etwas anders.
Ich hoffe, das ist jetzt keine Verschlimmbesserung.
Professor Gonzo Spejbl schnippste einen Krümel von seinem weißen Kittel - ein kleines Erfolgserlebnis in dieser endlosen Recherche. Im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage waren seine Notizen nur schwer entzifferbar und er bekam Kopfschmerzen. Er blickte in das Reflektions-Lichtspiel der Schreibtischlampe, das ihn an den Kristall erinnerte, in dem seine Hoffnungen lagen. Darin spiegelte er auch sich selbst, ein Goblin mit weißen Haarsträhnen und eingefallenen Wangen, bei dem seine Hautfarbe kaum noch zu erkennen war. Das schöne Grün! Alles weg! Alles in der Blässe verkommen. Die Augen hatten dunkle Lider, er war kraftlos. Er verglich sich mit den zwei Militärangehörigen, die auf beiden Seiten der Tür Position bezogen hatten, um die Gefangene zu bewachen. Sie mussten nach drei Monaten ohne Sonnenlicht ebenfalls Vitalität einbüßen. Auch sein krummbuckliger Assistent Squig. Vitamin D! Wo war es? Er sah auf seinen überfüllten Tisch. Die Schachtel! Leer! Dieser verdammte Krieg! Sie könnten sterben, ohne das ein Schuss gefallen war. Er schlug mit seiner Pranke die leeren Konservendosen vom Tisch. Anschließend wurde der Raum von der feindlichen Artillerie zum Beben gebracht, doch er zuckte kaum mit der Wimper. Man gewöhnte sich an so etwas. Irgendwann.
»Sind die Elektroden bereit?«, nuschelte der Professor Squig an.
Der Angesprochene nickte und machte eine Handbewegung in den Raum. Gonzo drehte sich mit dem Bürostuhl auf die andere Seite und blickte der gefesselten Botschafterin, auf deren Kopf die Elektroden befestigt waren, geradewegs in ihr blasses Gesicht. Ein Schauer lief über seinen Rücken. Es war so gruselig anzusehen und ihm eigentlich alles zuwider, aber die militärisch und technologisch überlegenen Elfen ließen ihm keine andere Wahl. Der Professor der Neurologie kramte gedanklich in seinem Elfisch-Wortschatz. »Frau Baeramaela Sect. Sie haben diesen Krieg vom Zaum gebrochen, nachdem Sie auf die Demonstration in der Stadt Lenschingen feuerten. Sie haben fünfzehn Goblins umgebracht! Warum?«
Die junge Elfe sah Gonzo an, als sei er ein Insekt. »Na, warum wohl? Wir dürfen das! Gobol ist unser geweihter Planet - Asuryan hat es uns befohlen!«
»Geweiht?«, wetterte der Professor. »Unsere Vorfahren krochen hier schon als Einzeller herum! Wir demonstrierten zu recht gegen die Umsiedlung in eine andere Welt. Wir lassen uns nicht umher schubsen! Ihr könnt euch allesamt auf euer Weltenschiff zurückziehen!«
»Du hast keine Macht, Goblin!« Sie kicherte. »Mein Freund wird mich mit Leichtigkeit hier raus holen.«
»Sehr unwahrscheinlich! Soll er mal versuchen, die dreitausend Königsellen dicke Granitschicht zu durchdringen!«
»Ihr habt keine Ahnung, zu was wir imstande sind!«
»Ja, wie würde denn Ihr Freund Sie hier befreien?«
»Ha! Das wüsstest du wohl gerne, du dummer Goblin!«
Gonzo stieß die Luft aus. Das war zwecklos. Jetzt hätte er Hannibal gebraucht. Der Elfkorsar versorgte Gonzo heimlich mit Infos und Material zu den Elfen. "Morgen werde ich wiederkommen", schrieb er in seinem letzten Brief. Das war vor vier Monaten. Vermutlich war ihm aber etwas zugestoßen, weil er ja gerne unverhohlen die Weltenschiffer kritisierte. Nicht gerade vorteilhaft für jemanden, der im Verborgenen operierte. Gonzo grübelte. Squig räusperte sich: »Herr Professor, sind Sie sich wirklich sicher, dass es funktioniert?«
Gonzos Blick folgte den Kabeln an ihren Elektroden, die an der Decke aufgehängt waren und hinter ihrem Stuhlblech weiter in einen schrankgroßen Kasten führten. Durch das Fenster im Kasten schimmerte ein faustgroßer Kristall in Regenbogenfarben. Daran angeschlossen war eine andere Elektrodenhaube, die auf einem weiteren Stuhl ausgebreitet lag.
Er blickte auf seine Notizen zurück. »Gehen wir das alles noch einmal durch. Also, dank Hannibal wissen wir, dass die Elfen mit diesem Kristall bei langen Weltraumreisen Abkürzungen durchs Immaterium vollführen ... Das Immaterium ist aber auch das spirituelle Reich, wo Himmel und Hölle existieren, wo sich die Seelen aufhalten. Jedes Wesen, das eine Seele hat, soll auch zu Lebzeiten damit verbunden sein.«
»Hm«, meinte Squig, »Da sind Sie ja Spezialist auf diesem Gebiet!«
»Genau!« Der Professor setzte sich die andere Elektrodenhaube auf und drehte am Kristallkasten an einem Knopf. Er betrachtete die Ausschläge von Graphen mit Genauigkeit. »Wenn ich also mit einem leichten Strom die Schwingungsfrequenz ihres Gehirns und meines ermitteln kann und danach einen gesteuerten Impuls von vierhundert Volt los schicke, könnte meine Seele, und somit auch mein Bewusstsein, über das Immaterium in ihren Kopf wandern.«
Squig hob die Augenbrauen. »Herr Professor, mit Verlaub, aber mit vierhundert Volt werden Sie und Ihre Probandin geradewegs ins Totenreich wandern! Sie sagten erst hundert Volt und das ist schon viel.«
Gonzo musste tief ein-und ausatmen, weil er innerlich so aufgewühlt war. »Es muss funktionieren! Diese Elfen .... ich muss sie infiltrieren! Ich muss sie zwingen, Gobol zu verlassen und diesen Krieg zu beenden. Sie sind unberechenbar!«
»Und ... Was wird aus mir?«
»Aus Ihnen?« Er kicherte und wackelte mit dem Hintern. »Ich werde diese ganzen Elf-Subjekte von diesem Raum weg locken!«
»Herr Professor, was machen Sie da?«
Gonzo deutete auf die Elfe. »Schau sie dir doch an! Sie ist für meine Mission perfekt geeignet.« Ihr Haar war zu roten Zöpfen verflochten und die Wespentaille wurde von ihrer weißen Rüstung betont. Dazu ihre Hände. So zart. Das Gegenteil eines Goblins!
»Verstehe, Sie machen die Elfen heiß - als sie.«
Gonzo kicherte. »Genau.« Er schritt durch den Raum. »Bewege ich mich eigentlich weiblich?«
»Hm, naja, nicht mein Ressort«, antwortete Squig. »Was passiert eigentlich mit der Seele der Frau?«
»Die Seele … «, grübelte Gonzo. »Die Seele wird entweder terminiert, oder sie geht eine Inklusion mit mir ein … «
Weiter kam er nicht, weil es eine erschütternde Explosion gab. Sogar die Schreibtischlampe fiel auf den Boden. Das Licht flackerte. Jeder im Raum war in Panik, selbst die zwei Militärangehörigen, die sich sonst um militärische Disziplin bemühten. Gonzo schwante es: Die feindlichen Truppen kamen immer näher – für Tests war keine Zeit mehr. Er setzte sich in den Stuhl und deutete auf Squig.
»Da! Der Schalter an der Wand! Leg´ ihn um!«
Obwohl noch nichts passiert war, fing die Frau an zu schreien.
Der Professor schrie dagegen an: »Squig! Jetzt mach´ schon!«
»Viel Glück«, sagte der Assistent und legte den Schalter um.
Ein heller Lichtbogen erschien vor seinen Augen, das wusste Gonzo noch, danach aber war alles dunkel. War er tot? Es war, als würde er durch die Dunkelheit fliegen. Wie war das möglich? Einzelne Blitze schossen auf. Dann erleuchtete die Glühbirne wieder. Grot sei Dank, er hatte überlebt. Moment mal! War sein Blick klarer geworden? Er brauchte keine Brille mehr. Das war schon mal klar. Was war passiert? Er saß in einer anderen Ecke des Raumes und wollte aufstehen, doch es ging nicht. Squig kam und sah ihm ins Gesicht. »Jetzt müssen Sie noch beweisen, dass Sie der Professor sind!«
Oh, diese Frage. Das bedeutet…. das Experiment hat funktioniert!
Der Professor war freudig erregt. Er konnte sich dennoch gut konzentrieren und einen Trick anwenden, um die Fessel zu lösen.
»Dieser Trick ist nur dem Professor bekannt«, kommentierte es Gonzo mit einer ungewohnt weiblichen Stimme. Er stand auf und fasste sich zwischen die Beine, dann auf die Brust und anschließend auf den Hintern. Dieses andere Körpergefühl, es übermannte ihn fast. Sein Herz raste und er musste tief ein- und ausatmen, um sich zu beruhigen. Er hatte die Schlacht von Golgoth überlebt und er würde auch das überleben.
Anschließend krachte es derart laut, dass es in Gonzos Ohren wehtat. Etwas warf ihn zu Boden. Er bekam Staub in die Augen, musste husten und hielt sich ein Stück Stoff vor den Mund. Was war denn jetzt schon wieder passiert? Eine Explosion?
Da! Aus der Finsternis flackerte Licht auf. Es musste aus der Türöffnung kommen. Jemand betrat den Raum und leuchtete ihm mit der Taschenlampe ins Gesicht. Er blinzelte. Die Person beugte sich über ihn. Dadurch geriet ihr Antlitz in den Schein der Lichtquelle. Nein! Das konnte doch nicht wahr sein! Die weichen Gesichtszüge eines Elfen! Er hatte lange, dunkle Haare und eine hellgraue Rüstung an.
Gonzo hörte seine eigene Stimme hinter sich rufen. »Eledoan! Mein Retter! Endlich!«
Was? Wer?
Der Elf schoss auf den Rufer und es war zu hören, wie etwas Großes auf den Boden fiel. Moment ... hatte dieser Eledoan gerade Gonzos alten Körper erschossen? Puh! Da war die Seele dem Tod gerade noch so von der Schippe gesprungen. Dann nahm der Elf Gonzo über die Schulter. Der Professor schlug mit dem Kopf gegen die Seelentauschmaschine, es schwirrte ihm vor Augen und es wurde um ihn dunkel.
Zwischen seinen schweren Lidern nahm er grünes Licht wahr, bevor die Augen wieder zu fielen. Er fühlte ein warmes Bett. Nach den schlaflosen Nächten im Labor war es genau das, was er gebraucht hatte. Er könnte ewig drin schlummern. Dazu kam dieser undefinierbare, aber angenehme Duft. Wo war er? Er schaute auf eine kreisrunde Zimmerdecke, die grünes Licht emittierte … der ganze Raum war rund und in diesem angenehmen Grün gehalten. Die Mauern hatten einen leichten Silberschimmer und wirkten irgendwie ... organisch, geschwungen, lebhaft. So eine schöne Architektur hatte er noch nie gesehen. Er richtete seinen Oberkörper auf und fasste sich an seine Brust. Ooo … oha, er hatte nicht geträumt. Wahnsinn! Er fand sich in einem Spitzen-Nachthemd wieder. Die Hände waren so zart. Seine Gefühle gingen ganz durcheinander. Er atmete tief ein- und aus, um sich zu beruhigen.
»Ich muss mich jetzt zusammenreißen«, dachte er sich. Er hatte eine Mission zu erfüllen, aber es war auch was Besonderes, nun eine Frau zu sein. Er wollte sich genauer betrachten, aber es war so dunkel im Raum. Der Professor nahm den Vorhang zur Seite und sah aus dem Fenster. Nein! Ihm wurde schwindelig, weil er in einem Apartment hoch über einer Stadt war. Eine gigantische Kuppel überspannte alles. Er war in einem Weltenschiff! Draußen im Weltall schwebte ein schwerer Raumkreuzer im Stil einer gotischen Kathedrale, wie es beim Imperium der Menschheit üblich war. Der Professor kannte solche Schiffe bislang immer nur aus Erzählungen. Wie würden sie sich gegenüber den Goblins verhalten? Wie war überhaupt die Lage auf Gobol? War noch Krieg? Lag hier irgendwo eine Zeitung? Er entdeckte ein Tablet … Technologie von Elf-Subjekten. Es zeigte Informationen eines sogenannten »Weltenschiff-Kuriers« an. Er las: »Gobol: Nach der Befreiung der Stadt Lenschingen nähert sich unsere Spezialoperation der letzten Etappe. Der Erstürmung des Muttertempels. Danach kann dieses zentrale Bauwerk Gobols wieder Asuryan geweiht werden.«
Das machte doch keinen Sinn! Warum hieß es Spezialoperation? Nennt es doch, was es ist - Krieg!
Da wurde nur ein Wort anders genannt, ohne den Sinn zu verfälschen. Wie dämlich! In Propaganda schienen diese Elfen richtig schlecht zu sein. Leider nicht in der übrigen Kriegsführung. Deswegen wollte der Professor seine Mission zu Ende ausführen: Eine Knarre zucken, das Kommandozentrum infiltrieren und einen Abzug der Elfen aus Gobol erzwingen! Aber, gab es in dieser Wohnung überhaupt Waffen? Schnell räumte er die Schränke aus und er fand eine Rüstung, die ihm passte. Auch gut. Er hatte sie sich gerade angezogen, da ertönte eine stammelnde Stimme. Sie kam durch den Lautsprecher über der Wohnungstür. »Herr Eledoan Sect ... äh .... die Konferenz über die Zukunft von Gobol beginnt jetzt.«
Gonzos Elfenohren stellten sich auf. Das klang doch wie Hannibal! Wieso gerade hier und jetzt? Wo war eigentlich dieser Eledoan hin? Nicht zu sehen. Sollte Gonzo dem Hannibal vom Körperwechsel erzählen? Sein Bauchgefühl sagte nein. In dieser Umgebung war es schlichtweg zu gefährlich. Er mühte sich daher, weiblich zu bewegen und die Botschafterin zu mimen. Er lugte einen Spalt breit aus der Wohnung.
»Asuryan sei mit Ihnen«, nuschelte der jung aussehende Elfenkorsar mit leiser Stimme. »Wo ... wo ist Herrn Sect?« Über seine moderne Rüstung hatte er einen Ledermantel geschwungen. Vorne aus der Kapuze hing der Schweif seines roten Haars. Seine Schwerthiebnarbe war nicht zu übersehen, als Gonzo in die blauen Augen schaute.
»Der ist nicht da«, antwortete der Professor. Der Elf zitterte und er hielt sich die Hände auf seine Brust. Vor was hatte er Angst? Gonzo hatte Mitleid und nahm seine zitternde Hände. »Was ist passiert?«
»Frau Sect, ich habe diesen Professor nicht unterstützt ...«
Oh! Hannibal befürchtete, in Verdacht geraten zu sein. Aber, der Professor war ja nun in ihrem Körper, weshalb der Korsar eigentlich nichts mehr zu befürchten hatte. Er streichelte dem Korsaren über die Hände. »Es interessiert mich nicht, wen Sie wo unterstützt haben. Hauptsache, Sie werden glücklich.«
Der Elf zuckte zusammen. Diese Antwort schien er so mal gar nicht erwartet zu haben. »Ist das Ihr Ernst?«
»Ja.«
»Und warum?«
Der war ganz schön neugierig! Gonzo konnte Hannibal aber auch nicht anlügen, der würde es merken. »Der Körper des Professors ist tot aufgefunden worden.«
Hannibal hielt sich die Hand vor dem Mund und ihm kamen Tränen. Gonzo streichelte ihn. »Tja, der liegt jetzt irgendwo auf Gobol!«
Es tat ihm leid, Hannibal so traurig zu sehen. Dann zuckte der Elf zusammen. Er sah Gonzo tief in die Augen. »Moment! Sie sagten, dass sein Körper tot aufgefunden wurde. Warum hatten Sie seinen Körper so betont?«
Gonzo wollte antworten, doch der Elf inspizierte den Professor von oben bis unten. »Bist du ... «
»Pssst!«
Hannibal hielt sich die Hand auf seine Brust. »Wahnsinn! Was du alles so kannst!«
»Ruhe jetzt!«
Der Korsar sah sich aus den Augenwinkeln um, nickte und sah seinem Gegenüber mit einem entspannten Lächeln ins Gesicht. Er deutete auf den Fahrstuhl. »Möchten Sie ihren Mann auf der Konferenz vertreten?«
Auf der Konferenz könnte Gonzo den Abzug der Elfen fordern. Der Professor machte eine Geste und sie traten aus der Wohnung heraus. Nachdem sie das Gebäude verlassen hatten, gelangten sie in eine runde Halle, worin sie in den Kreis von mehreren hundert Versammelten verschiedener Coleur gelangten. Der Professor lief zum Pult. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, es ging ein Raunen durch die Menge. Gonzo hielt sich die rechte Hand auf den Bauch. Hannibal flüstert: »Tief ein- und ausatmen - das wird schon!«
Das tat gut. Dann setzte sich der Korsar in den Zuschauerrang. Moment ... wer war das rechts neben Gonzo auf der Bühne?
Eine jung aussehende Elfin mit einer Art Krone auf dem Kopf. Sie schlug mit dem Fußstück ihres Stabes auf, auf dessen oberer Spitze ein Kristall thronte. Alles sah sie an. Ihre blauen Augen ... so eiskalt, dass Gonzo ein Schauer über den Rücken lief. Sie sprach Gonzo auf Latein an: »Frau Baeramaela Sect ist da - noch besser! Asuryan sei mit Ihnen!«
Latein! Großartig! Das konnte der Professor gut.
»Ich bin Runenprophetin Rasha Vect.« Dann machte sie eine Geste auf eine dunkelhäutige Frau in einer seltsamen und altertümlichen Uniform, die sich in die Ränge um das Podium setzte, flankiert von zwei Wachen.
»Dies ist Freihändlerin Dela Sankara vom Imperium der Menschheit, welche Sie für Ihr Verhalten auf der Goblin-Demonstration vor unserer Botschaft in Lenschingen anklagt! Was haben Sie ihr zu entgegnen?«
Gonzo holte tief Luft: »Ave, personae participantes. Asuryan sei mit euch. Ich weiß zu berichten, dass ...«
Die Prophetin fiel ihm ins Wort. »Was machen Sie da mit dem Zeigefinger Ihrer rechten Hand?«
»Äh, ich deute auf Sie . . . «
Sie schlug ihm die Hand weg. »Ihre Körpersprache ist nicht die von Baeramaela Sect.«
Gonzo bekam einen Schreck. Was sollte er tun? Die Prophetin lief um ihn herum. »Die Haltung der Arme. Der Rücken...« Ihr lagen Tränen in den Augen. »... so bewegt sich keine Frau, ein Elf aber auch nicht!«
Gonzo konnte kaum noch atmen, so viel Angst hatte er. Sie ging ganz dicht an sein Gesicht heran. »Sagen Sie mir: Wie heißen Sie? Welcher Spezies gehören Sie an?« Rasha hob ihre rechte Hand und spreizte Daumen, Zeige- und Mittelfinger in die Höhe. »Ich werde Sie sonst in die Hölle schicken!«
»Ich bin ein Goblin, heiße Gonzo Spejbl, bin 77 Jahre alt und Neurowissenschaftler ...«
Die Prophetin zog überrascht ihre Augenbrauen hoch. »Oh! Ein Goblin in einem Elfenkörper! Sehr interessant! Wir haben die Goblins nicht mal im Ansatz für so fähig gehalten!«
Dela wischte mit ihrer rechten Hand schnell auf ihrem Tablet herum. »Baeramaela ist ein 77 Jahre alter Goblin, der sich als junge Elfe verkleidet hat? Wollt ihr mich komplett auf den Arm nehmen?«
Die Prophetin stieß die Luft aus. »Ihr Menschen versteht so vieles nicht!« Sie deutete auf Gonzo. »Das da ist genetisch eine Elfe. Da drin ist aber die Seele eines Goblins, die vermutlich durch ein Experiment übertragen wurde. Die Seele der Elfe aber, also der Angeklagten, ist dadurch gestorben.« Sie sah Gonzo an. »Oder?«
Gonzo nickte. Dela hielt sich die Hand ans Kinn. »Hm ... Ihr könnt´ mir jetzt alles Mögliche vom Pferd erzählen. Es gibt keinen Beweis, dass ein Goblin in Frau Sects Körper eingestiegen ist.«
Der Korsar lief auf Dela zu und ging der Terranerin ans Ohr. Er flüsterte ihr etwas zu. Dela schaute zur Prophetin auf und nickte. Delas Augen fuhren rasch über ein Tablet. »Gut, die Angeklagte für die 15 ermordeten Goblins ist tot. Somit gibt es kein Streitpunkt mehr. Ich empfehle mich.« Dela stand auf.
Das war alles? Dem Professor ging das gehörig auf die Eier ... stöcke. Gonzo schrie: »Halt!«
Die Frau aus dem Imperium blickte zu Gonzo auf.
»Als Vertreter der Goblins fordere ich, dass die Kampfhandlungen sofort eingestellt werden und alle Elfen aus Gobol verschwinden. Sie hatten schon mehrfach versucht, uns auf einen andern Planeten zu bringen, zuletzt mit Gewalt. Das ist übergriffig, weil Gobol unser Planet ist!«
Dela wirkte gelassen. »Das ist für mich nichts Neues! Meine Vorfahren hatten ähnliche Erfahrungen auf Terra machen müssen und es war furchtbar!« Sie sah die Prophetin an. »Ziehen Sie ihre Leute aus Gobol ab.«
Die Prophetin sah aus dem Fenster. Erblickte sie gerade diesen Schlachtkreuzer im Weltall? Zornig fauchte sie: »So sei es! Wir ziehen von Gobol ab. Wir brauchen aber etwas Zeit für den Abzug.«
»24 Stunden.«
»Nein, mindestens eine Woche.«
Dela schüttelte mit den Kopf. »24 Stunden.«
»Grr, na gut.«
Gonzo atmete auf. Er hatte es geschafft.
»Muss ich auch gehen?« , fragte Hannibal.
Gonzo setzte sich neben ihn und kicherte. »Du doch nicht - und ich natürlich auch nicht.«
Beide lachten. Der Korsar nahm ihn in den Arm. »Liebe Goblinseele, du bist in deiner Intelligenz nicht zu unterschätzen ... insbesondere jetzt, wo du einen jungen Körper hast!«
»Warum warst du so lange weg?«
Er flüsterte: »Ich war auf geheimer Mission unterwegs.«
»Warum hast du mir nicht Bescheid gesagt?«
»Na, weil es geheim war.«
Gonzo verdrehte die Augen. So konnte es auch gesehen werden. Andere Elfen betrachteten die Szenerie mit Argwohn, aber sie konnten nichts dagegen machen. Gobol war gerettet - vorerst.
merin:
*seufz* Reptilian, wie lange bist du in diesem Forum? Schon einige Jahre, oder? Und ich (oder eine andere Mod) erklärt dir immer und immer und immer wieder dieselben Regeln. Ich weiß nicht, was du bräuchtest, um an diesen Stellen nicht immer wieder anzuecken. Hier nochmal: keine überarbeiteten Texte in laufenden Threads. Ich mach darum hier zu.
Da nun klar geworden ist, dass der gesamte Text den Forenregeln nicht entsprach, hätte ich eh zu gemacht.
:closed:
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