23 März 2019, 01:29:41

Autor Thema: berühmt sein - Identitätsverlust?  (Gelesen 9742 mal)

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Sirius

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berühmt sein - Identitätsverlust?
« am: 06 Januar 2014, 20:42:49 »
ich gehe davon aus, dass jeder Schriftsteller/in berühmt sein möchte.
Die Bücher werden gut verkauft - das ist ein Kompliment für den Schreiber.
Von den Einnahmen kann man gut leben - der bisherige Brotjob kann aufgegeben werden und man kann sich ganz dem Schreiben widmen.
Doch wie sieht es bei jemandem aus, der es zu Weltruhm gebracht hat?
Besteht in diesem Fall nicht die Gefahr, dass dieser Ruhm zu Lasten der eigenen Identität geht?
Jemand muss schreiben, muss Ideen haben (zu Anfang wird das einfach sein, denn es gibt sicherlich viele Notizen, die nur ausgearbeitet werden müssen). Später wird dieses schreiben müssen ein Zwang - eine Belastung, die er tragen muss.
Von so einer Berühmtheit haben die Leser eine ganz bestimmte Vorstellung .
Der Schriftsteller muss dieser Vorstellung entsprechen, ob es seine persönliche Art ist oder nicht.
Verlage fordern ein bestimmtes Verhalten von ihm, geben ihm Anweisungen - er muss "gehorchen", denn auch berühmte Schriftsteller sind mehr oder weniger an einen Verlag gebunden.
Dieser weltberühmte Schriftsteller muss gegen seine eigene Natur leben, Dinge sagen, die er wahrscheinlich als Privatperson nicht denken oder aussprechen würde.
Fragt sich so ein berühmter Schriftsteller nicht irgendwann, ob er noch er selber ist oder mittlerweile zu einer Kunstfigur geworden ist?

Pandora

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #1 am: 06 Januar 2014, 20:49:56 »
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« Letzte Änderung: 11 November 2014, 10:38:19 von Pandora »

Uli

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #2 am: 06 Januar 2014, 20:50:54 »
 :cheese:

warum sollte das bei Schriftstellern anders sein, als bei anderen Leuten?
Innerhalb gewisser Grenzen ist jede(r) in seinen Rollen gefangen - wobei einige Leute das Glück haben, die ihre selber gestaltet zu haben.
Und jede Rolle bringt Erwartungen mit sich, die nicht unbedingt dem entsprechen, was die Person hinter der Rolle jetzt grad möchte oder will ...



Trallala

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #3 am: 06 Januar 2014, 21:06:07 »
Das "gute" an Schriftstellern - auch weltberühmten- ist, dass sie bestenfalls C-Promi sind. Wenn jemand ins Rampenlicht will, wird er oder sie kein Schriftsteller.

Und, wie Uli richtig sagt, verbogen wirst Du überall - wenn Du es zulässt

T!
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merin

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #4 am: 06 Januar 2014, 21:44:55 »
Ich finde da sind ganz schön viele Behauptungen in Deinem Post. Ich würde die erstmal nicht so unbesehen glauben. Ich nenne sie mal:
- Schreibzwang
- einer Vorstellung entsprechen müssen
- Vorgesetzten gehorchen
- gegen seine Natur leben
- als Professionelle Person sagen, was er nicht meint

Und nun frage ich mich grad, wie das in anderen Berufen ist. Eine Lehrerin zum Beispiel. Oder eine Verkäuferin.
- muss sie arbeiten? ja
- muss sie Vorstellungen entsprechen? ja
- muss sie Vorgesetzten gehorchen? Ja
- muss sie sagen, was zur Rolle gehört? ja

"Gegen seine Natur leben" lasse ich mal aus, weil ich es zu unklar finde, um zu wissen, was gemeint ist.
Und uups, nun ist das ganz anders als gedacht: Ich stimme allen Behauptungen zu. Und merke, dass die dahinter stehende Grundannahme falsch ist... Denn denken wir mal weiter:

Ist deshalb Verkäuferin oder Lehrerin prinzipiell ein Beruf, der die Identität gefährdet? Ich würde mal behaupten: nein. Denn obwohl wir berufliche Rollen einnehmen können wir
- den Job wechseln (manchmal)
- die Arbeiststelle/ den Verlag wechseln
- der beruflichen Rolle unsere persönliche Note geben

Insofern finde ich: Ein bekannter Schriftsteller zu sein ist ein Job wie jeder ander auch. Und daher ist er auch anstrengend und fordert Anpassung. Trotzdem das Gefühl zu haben, man selbst zu sein, ist eine Aufgabe, die im Berufsleben auf jeden zukommt. Eine Fließbandarbeiterin wird da eher weniger Gestaltungsmöglichkeiten haben als eine Lektorin - und trotzdem werden beide ihre spezifische Art haben, ihre Arbeit zu tun. Und diese wird auf das Umfeld, auf die Kollegen und auf die Arbeit einwirken.
Amen. :diablo:
« Letzte Änderung: 06 Januar 2014, 21:48:38 von merin »
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Haramis

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #5 am: 06 Januar 2014, 22:49:07 »
Wenn wir schon den Lehrer mit dem Schriftsteller vergleichen, gebe ich mal meinen Senf dazu.  :biggrin:

Natürlich muss ein Lehrer einer Rolle entsprechen. Jeder gestaltet diese Rolle anders aus, da hat merin schon Recht. Ich muss mich mit meiner Lehrerrolle, so wie ich sie spiele, identifizieren können. Trotz allem ist Frau M., die vor der Klasse steht, nicht die Privatperson Haramis - weder in Ausdruck, noch im Temperament, noch in dem, was sie über sich Preis gibt. Aber Frau M. ist ein Teil von Haramis, so wie Haramis eben ist, wenn sie sich am Arbeitsplatz befindet.

Ähnlich ist das auch mit Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Berühmtheiten. Anders geht es fast gar nicht. Solange man sich mit der Gestaltung seiner Rolle identifizieren kann, hat man sich imho nicht verloren.  :dontknow:

Trippelschritt

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #6 am: 07 Januar 2014, 13:28:52 »
Berühmte Schriftsteller kenne ich nicht, nur bekannte.
Und ob die berühmt werden wollen, bezweifele ich.
Wer berühmt werden und bleiben möchte, muss ständig etwas dafür tun.
Das hält vom Schreiben ab, lohnt sich also nicht.

An Identitätsverlust glaube ich nicht, kann aber auch das Gegenteil nicht beweisen.

Liebe Grüße
Trippelschritt

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Sirius

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #7 am: 07 Januar 2014, 13:57:03 »
wenn man berühmt ist, muss man doch eine Rolle spielen, d. h. etwas darstellen, das von der Außenwelt gefordert wird. Man kann wie ein Schauspieler für eine gewisse Zeit in eine "andere Person" schlüpfen. Doch wenn dieses so-tun-als-ob zu lange andauert, wird man es auch in sein Privatleben übernehmen und dort diese aufgezwungene Rolle weiter spielen.
Man vergisst, wer oder was man im Grunde ist, man verlernt sich-selber zu sein.

felis

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #8 am: 07 Januar 2014, 14:55:00 »
@Sirius,
sei mir nicht böse aber diese Unterstellung
wenn man berühmt ist, muss man doch eine Rolle spielen, d. h. etwas darstellen, das von der Außenwelt gefordert wird. Man kann wie ein Schauspieler für eine gewisse Zeit in eine "andere Person" schlüpfen. Doch wenn dieses so-tun-als-ob zu lange andauert, wird man es auch in sein Privatleben übernehmen und dort diese aufgezwungene Rolle weiter spielen.
Man vergisst, wer oder was man im Grunde ist, man verlernt sich-selber zu sein.
ist hanebüchen.

Jeder spielt überall im Leben verschiedene Rollen, wie jetzt bereits mehrere Poster anhand von Beispieln anschaulich gezeigt haben, ohne deshalb seine Identität zu verlieren.

Und gerade Promis haben oft mehr als jeder Durchscnittsmensch die Freiheit, ihre Rolle selbst zu definieren und selbst äußerst "schrille" Interpretationen/Selbstinzszenierungen (Lady Gaga) kauft man ihnen dankbar ab.

Also sitz bitte nicht einem billigen Künstlerklischee auf!


Fox

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #9 am: 07 Januar 2014, 15:03:00 »
Es gibt tatsächlich vereinzelt solche Fälle, aber letztendlich kann man lernen, seine Bühnenperson von seiner eigenen Persönlichkeit zu trennen. Ich würde hier auch nicht überdramatisieren. Erst Recht nicht bei Schriftstellern, die ohnehin keine gleißenden Sterne am Promihimmel sind.

felis

  • Gast
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #10 am: 07 Januar 2014, 15:44:17 »
@Fox solche Fälle gibts aber auch bei Nicht-Promis und letztenendes sind diese Fälle psychisch kranke Ausnahmen und nicht die Regel.

zag

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #11 am: 07 Januar 2014, 15:45:52 »

Der Schriftsteller muss dieser Vorstellung entsprechen, ob es seine persönliche Art ist oder nicht.
Verlage fordern ein bestimmtes Verhalten von ihm, geben ihm Anweisungen - er muss "gehorchen", denn auch berühmte Schriftsteller sind mehr oder weniger an einen Verlag gebunden.
Dieser weltberühmte Schriftsteller muss gegen seine eigene Natur leben, Dinge sagen, die er wahrscheinlich als Privatperson nicht denken oder aussprechen würde.

Er muss ja erst mal gar nichts. Er kann doch sagen, was er will. Wie jeder von uns muss er nur mit den Folgen leben können. Im Kleinen wie im Großen.
Die Einen mögen sich gern den nächsten Tag im Spiegel begegnen können, andere verbiegen sich.
Aber das machen sie nicht erst, wenn sie weltberühmt sind.
Einige drehen schon ab, wenn sie im Wald bestimmen dürfen, welcher Baum gesägt wird, andere Berühmtheiten ;) lassen die Öffentlichkeit da wo sie ist.
Zudem lernt es sich schnell, Dinge zu zu sagen, die der Wahrheit und dem Erwarteten entsprechen.  :biggrin:

Fox

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #12 am: 07 Januar 2014, 15:51:29 »
@Fox solche Fälle gibts aber auch bei Nicht-Promis und letztenendes sind diese Fälle psychisch kranke Ausnahmen und nicht die Regel.

Das ist vollkommen korrekt. :)

Parzifal

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #13 am: 07 Januar 2014, 16:57:40 »
... woher wisst ihr das alles?  :klug:
Sind hier Berühmte, die aus dem Nähkästchen plaudern?  :watchout:

Fabian

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #14 am: 07 Januar 2014, 17:23:19 »
... woher wisst ihr das alles?  :klug:
Sind hier Berühmte, die aus dem Nähkästchen plaudern?  :watchout:

Nein, aber viele, die ihren Beitragscounter aufbessern wollen.

"Weil niemand mehr Leonardo ist, können alle Leonardo werden ...
das Phantasma der Auserwähltheit Einzelner macht dem Phantasma der Selbstwahl aller Platz"

 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

Pandora

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #15 am: 07 Januar 2014, 17:31:12 »
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« Letzte Änderung: 11 November 2014, 10:25:54 von Pandora »

Trallala

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #16 am: 07 Januar 2014, 17:34:33 »
... woher wisst ihr das alles?  :klug:
Sind hier Berühmte, die aus dem Nähkästchen plaudern?  :watchout:

Also, ich habe mit recht vielen "Berühmtheiten" zu tun, vor allem aus der Musik- und dem Kabarett/Comedybereich. Und glaubt mir, auch wenn die ständig im Fernsehen zu sehen sind, das sind Menschen wie alle anderen auch. Ausnahmen gibt es immer - aber die gibt es überall.

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Haramis

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #17 am: 07 Januar 2014, 17:39:04 »
Nein, aber viele, die ihren Beitragscounter aufbessern wollen.

 :grumpy: Dann wäre wohl jede Diskussion nur zu diesem Zweck da.
Böse Verallgemeinerung.

Dani

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #18 am: 07 Januar 2014, 17:49:30 »
@Fabian
für manche mag das zutreffen, andere Diskutieren vielleicht nur gern.  :klug:
« Letzte Änderung: 07 Januar 2014, 17:51:46 von Dani »

Trippelschritt

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #19 am: 07 Januar 2014, 18:33:38 »
Nein, aber viele, die ihren Beitragscounter aufbessern wollen.

Das ist einer jener Scherze, die in einem Diskussionsforum absolut nicht ankommen können.
Jedenfalls hoffe ich, dass es ein Scherzversuch war.

Trippelschritt
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Fabian

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #20 am: 07 Januar 2014, 19:04:20 »
Nein, aber viele, die ihren Beitragscounter aufbessern wollen.

Das ist einer jener Scherze, die in einem Diskussionsforum absolut nicht ankommen können.
Jedenfalls hoffe ich, dass es ein Scherzversuch war.

Trippelschritt
Selbstverständlich, ein reiner Scherz, der jeder realen Grundlage entbehrt.

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 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

zag

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #21 am: 08 Januar 2014, 10:41:52 »
... woher wisst ihr das alles?  :klug:
Sind hier Berühmte, die aus dem Nähkästchen plaudern?  :watchout:

Nein, aber viele, die ihren Beitragscounter aufbessern wollen. :deveek:
Ein Schelm wer böses dabei denkt?

zag

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #22 am: 08 Januar 2014, 11:03:34 »
... woher wisst ihr das alles?  :klug:
Sind hier Berühmte, die aus dem Nähkästchen plaudern?  :watchout:
Kann ja nur für mich sprechen.
Ich habe für öffentlich-rechtliches und fürs Privatfernsehen gedreht (EB):
Und einige Berühmtheiten getroffen.
Schwierig waren eigentlich nur die, die (noch) nicht so richtig bekannt waren.
Das fängt mit pünktlichem Erscheinen an und hört bei der Umgänglichkeit auf.

Nun noch ein kleiner Nachsatz in eigener Sache. Nein, ich bin nicht berühmt. :cheer:
Ich konnte, wenn ich selbst ein Interview geben musste, die Nacht vorher nicht in Schlaf kommen.
Habe mir Worte und Sätze zurechtgelegt, die ich dann, als es darauf ankam, vergessen hatte.
Es war höchst peinlich.
Als ich in den Staaten lebte, war das wie weg. Ich hatte dort den sogenannten Europäer Bonus. Es wurde von mir quasi erwartet, dass ich nicht perfekt spreche. Und in einer fremden Sprache habe ich kurze Sätze benutzt (benutzen müssen :biggrin:). Und vielleicht etwas Routine bekommen,
aber, Sirius, man muss doch keine Rolle spielen, schon gar nicht eine von der Außenwelt geforderte.
Das Gegenteil ist der Fall.
Du verkaufst doch Dein Produkt.
Das hast Du geschaffen. Da kannst doch Du froh sein, wenn andere Dich danach fragen
Schwierig wird es, wenn Du andere täuscht.
Das Problem mit den Lügen ist halt, man muss sie sich alle merken, um sie aufrecht zu erhalten.

 :watchout: "Man vergisst, wer oder was man im Grunde ist, man verlernt sich-selber zu sein."  :watchout:
Also wirklich... wo hast Du das denn her?
« Letzte Änderung: 08 Januar 2014, 11:06:07 von zag »

Aruna

  • Gast
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #23 am: 08 Januar 2014, 11:23:53 »
Schriftsteller sind dem Personenkult sicher nicht so ausgesetzt wie Schauspieler oder Sänger. Wen interessiert es, ob sich ein Schriftsteller Botox unter die Stirn spritzt oder sich die Nase richten lässt? Ein Schriftsteller kann sich der Öffentlichkeit weitgehend entziehen und somit seine Persönlichkeit bewahren. Die Leser lieben seine Bücher und erst an zweiter Stelle ihn, weshalb er selbst entscheiden kann, wieviel er von sich preis gibt. Ein Schauspieler, der mit seinem Körper, mit Haut und Haaren, einen Charakter darstellt und ihm Leben einhaucht, hat es ungleich schwerer, seine Persönlichkeit zu wahren. Er verkörpert für seine Fans ein Ideal und muss ihren Erwartungshaltungen gerecht werden, will er nicht fallen gelassen werden. Und liegt er erst mal unten, kommt noch womöglich ein Drogenproblem hinzu, das alte Lied eben, zeigen alle mit dem Zeigefinger auf ihn und die "ich-hab-kein-Mitleid-und-selber-schuld"- Schwätzer können ihrem Neid so richtig Luft lassen.
Ganz ehrlich, was weiß ich schon von meinen Lieblingsschriftstellern? Wo sie derzeit leben, wieviel Kinder sie haben und welche Ausbildung sie genossen haben. Mehr ist es meistens nicht. Wozu auch? Statt sich in ihrem Ruhm zu sonnen, sollen sie sich gefälligst hinsetzen und schreiben, weil ich meeeehr will...  :devgrin:
Deshalb glaube ich, dass es mitnichten ein hartes Los ist, ein berühmter Schriftsteller zu sein.  :)

Fox

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #24 am: 08 Januar 2014, 12:13:12 »
Was natürlich manchmal passieren kann, ist dass man von seinen Fans mehr oder weniger online belagert wird, dass man doch endlich das nächste Buch weiterschreibt und bei jedem nicht-schreibbezogenen Auftritt oder Blogpost dann eine Unmenge an Kommentaren hat, in denen sinngemäß steht, man solle sich doch bitte um das Schreiben kümmern und nicht Footballspiele gucken. So passiert das zumindest George RR Martin wegen seiner Lied von Eis und Feuer Saga. Aber der lässt sich davon auch nicht wirklich beeindrucken. Im Gegenteil.

Cheers,
Fox
« Letzte Änderung: 08 Januar 2014, 12:15:25 von Fox »

Parzifal

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Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #25 am: 08 Januar 2014, 15:36:29 »
Zitat
Also, ich habe mit recht vielen "Berühmtheiten" zu tun, vor allem aus der Musik- und dem Kabarett/Comedybereich. Und glaubt mir, auch wenn die ständig im Fernsehen zu sehen sind, das sind Menschen wie alle anderen auch. Ausnahmen gibt es immer - aber die gibt es überall.

Hallo T!

Muss aber noch lange nicht heißen, dass du von diesen Leuten (über das Offizielle hinaus) wirklich etwas weißt. Man weiß ja oft vom besten Freund nicht alles.  :klug:
Ich habe die Frage (woher wisst ihr das?) deshalb gestellt, weil es mich wundert, wie detailliert so ein Thema ausgewalzt werden kann. Erkläre mir das inzwischen so, dass Autoren eben mehr Fantasie haben als der Durchschnitt. Und dass sie jederzeit in der Lage sind, aus Second-Hand-Informationen (Presse, Rundfunk, Fernsehen und allgemein übliche Auffassungen) Erstinformationen zu kreieren.
:diablo: :biggrin:

LG, Parzifal
« Letzte Änderung: 08 Januar 2014, 15:48:59 von Parzifal »

Pandora

  • Gast
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #26 am: 09 Januar 2014, 11:11:42 »
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« Letzte Änderung: 11 November 2014, 10:25:17 von Pandora »

Parzifal

  • Gast
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #27 am: 09 Januar 2014, 15:02:13 »
Zitat
@ Parzifal:  oder weil die Anwesenden genug Taktgefühl haben, um nicht über persönliche Kontakte aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Das wäre natürlich edel ... :devgrin:
« Letzte Änderung: 09 Januar 2014, 15:33:06 von Parzifal »

Trippelschritt

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  • Rabenschwarze Feder
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #28 am: 09 Januar 2014, 22:04:11 »
Für mich hat diese ganze Debatte schon lange die Ebene der Sachlichkeit verlassen.
Ist nicht mehr unbwedingt fruchtbar.

Bis denne
Trippelschritt
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Pandora

  • Gast
Re: berühmt sein - Identitätsverlust?
« Antwort #29 am: 10 Januar 2014, 07:34:11 »
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« Letzte Änderung: 11 November 2014, 10:21:58 von Pandora »