24 August 2019, 19:43:02

Autor Thema: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?  (Gelesen 9628 mal)

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Sirius

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Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« am: 11 Januar 2014, 09:08:56 »
wenn Kinder an Bücher herangeführt werden, behalten sie auch oft als Erwachsener die Freude am Lesen - Bücher werden ihnen vertraut.
Der heutige Markt wird mit neuen Büchern geradezu überschwemmt. Alte Kinderbücher werden immer wieder neu aufgelegt - sie haben sich bewährt. Doch neue gibt es sehr selten.
Was könnte der Grund dafür sein?
Haben Schreiber/innen vielleicht Scheu davor, von den Kollegen als "nicht ernsthafte Schreiber" bezeichnet und manchmal sogar belächelt zu werden?
Oder langt die Phantasie bei den heutigen Schreiber nicht mehr aus, um ein Kinderbuch zu schreiben und zwar so, wie Kinder es gerne lesen würden und nicht, wie der Schreiber sich vorstellt, dass Kinder es gerne hätten?

Sarahleandra

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #1 am: 11 Januar 2014, 10:29:53 »
Da stellt sich mir zuerst die Frage, wie genau du hier "Kinderbücher" definierst.
Meine beiden Leseratten sind 7 und 10, und für sie gibt es einen schier endlosen Pool an Neuerscheinungen.
Beide lesen z.B. gerne "Die drei ??? Kids", oder "Das magische Baumhaus". Auch andere Reihen für Kinder in diesem Alter erscheinen laufend.
Für die ganz Kleinen kann ich das nicht so genau sagen, das ist bereits aus meinem Fokus raus.
Sicherlich ist z.B. Astrid Lindgren nach wie vor aktuell, das wird sie auch immer bleiben.
Aber dennoch sehe ich aus Sicht der Mutter nicht, das neuer Lesestoff fehlen würde.

Sirius

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #2 am: 11 Januar 2014, 10:41:52 »
hallo Sarahleandra,

es ist schön, dass deine Kinder lesen.
Ich nehme an, dass du sie an Bücher heran geführt hast, zuerst durch Vorlesen, das ihre Neugierde auf Bücher geweckt hat.
Das magische Baumhaus ist eine Reihe, die bei Kindern gut ankommt (habe ich durch Unterhaltungen mit Kindern erfahren und auch selber gelesen).
Astrid Lindgren wird immer aktuell bleiben, sie war eine wundervolle Schriftstellerin, die wusste, was Kinder an Lektüre brauchen.
Und doch kommt nach meinen Erfahrungen selten etwas Neues auf den Markt, gemessen an der Flut von Erwachsenen-Büchern. Eine Verlegerin sagte mir kürzlich, dass es schwierig wäre, etwas wirklich Brauchbares für Kinder zu finden, bei dem sich die Veröffentlichung lohnt.

Ionasa

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #3 am: 11 Januar 2014, 11:09:53 »
"Das magische Baumhaus" und "Zeitdedektive" etc. wär mir jetzt auch direkt eingefallen - aber ich glaube, ich verstehe, was du meinst.
Vielleicht ist es ja so, dass gerade weil es diese Astrid Lindgren Bücher gibt und "jeder" damit großgeworden ist und deswegen seinen  Kindern genau diese Bücher auch vorliest/lesen lässt, gibt es vielleicht keinen allzugroßen Markt für neue "echte" Kinderbücher - in dem Alter suchen die Eltern aus, die wie o.g. "vorbelastet" sind und weniger die Kinder - und ab dem Alter, wenn die Kinder selber aussuchen, gibt es eben diese Schwemme von neuen Büchern.
...meine Vermutung... :devcool:

Sirius

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #4 am: 11 Januar 2014, 11:31:10 »
hallo Ionase,

mit deiner Vermutung könntest du durchaus recht haben.
Aber ist es das alleine, was Schriftsteller davon abhält, Kinderbücher zu schreiben?
Bei der Einladung eines Verlages an die Autoren, die dort in den letzten beiden Jahren veröffentlicht haben, wurde auch über das Thema "Kinderbücher schreiben" gesprochen.
Die meisten dieser Autoren waren der Meinung, dass diese Art des Schreibens Spielerei wäre und man das einem "ernsthaften" Schriftsteller nicht zumuten könnte.
Das hat mich einerseits nachdenklich gemacht und andererseits fand ich diese Einstellung überheblich.
Oder ist das evtl. eine allgemeine Einstellung?

Sarahleandra

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #5 am: 11 Januar 2014, 11:32:54 »
Haben Schreiber/innen vielleicht Scheu davor, von den Kollegen als "nicht ernsthafte Schreiber" bezeichnet und manchmal sogar belächelt zu werden?
Nein, das glaube ich eigentlich nicht. Eher:
Oder langt die Phantasie bei den heutigen Schreiber nicht mehr aus, um ein Kinderbuch zu schreiben und zwar so, wie Kinder es gerne lesen würden und nicht, wie der Schreiber sich vorstellt, dass Kinder es gerne hätten?
Kinderbücher zu schreiben, ist aus meiner Sicht um vieles schwieriger, als Erwachsenenbücher.
Ich versuche mal, das für mich festzumachen:
Wir Erwachsenen lesen natürlich hauptsächlich Erwachsenenliteratur. Dadurch - und durch unser eigenes Sprechen - haben wir einen anderen Satzbau und Sprachrhythmus, als Kinder und folglich auch Kinderbücher.
Wir sprechen und schreiben länger, komplexer.
Sich auf das Niveau von Kinder "herunterzulassen", ihre Fantasiewelt zu betreten und zu bereichern, ist in meinen Augen ein schmaler Grat zwischen Kindsein und herablassend werden.
Kann ich das jetzt richtig ausdrücken?  :dontknow:
Ich habe Kinderbücher zur Ansicht bekommen, die hatten bestenfalls Schulaufsatzniveau der achten oder neunten Klasse.
Nicht ansprechend für Kinder, sondern gewollt auf ihr eigenes Niveau heruntergelassen. Das wirkte für mich herablassend.
Um wieder Astrid Lindgren hervorzuholen: Sie schafft es, mit einer reichen, dennoch knappen Sprache Kinder mitzunehmen - und Erwachsene ebenso.
Und dieses Feingefühl zu haben, ist zum einen sicherlich eine große Begabung, zum anderen schwer zu erlernen.

Pandora

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #6 am: 11 Januar 2014, 12:17:21 »
.
« Letzte Änderung: 11 November 2014, 10:22:04 von Pandora »

Mooncat

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #7 am: 11 Januar 2014, 13:25:31 »
Mein Gottenkind kommt gerade ins Alter, wo Bücher langsam interessant werden (2.5 Jahre), daher sieht man mich jetzt regelmässig wieder in der Kinderbuchabteilung - und deinen Eindruck kann ich eigentlich nicht teilen. Mich dünkt, es hat sehr viel neues auf diesem Markt. Muss dazu aber auch sagen, dass wir einen fantastischen Kinderbuchladen haben, die einen wunderbar beraten.

Und in die Jugendliteratur schaue ich auch immer mal wieder rein, weil die oft echt coole Stories haben. Und auch da finde ich mangelt es nicht an Frischfutter. Und Neuauflagen gibt es sicher auch, aber ich finde ehrlich gesagt, viel zu wenige. Ich vermisse viele der Autoren, die mich als Kind und Jugendliche begeistert haben.

Wozu übrigens Astrid Lindgren gar nicht gehörte. Gut, ich mutierte erst in der 3. Klasse zum Buchwurm, der sich gierig durch die Regale frass, da war sie vielleicht schon etwas zu jung für mich. Aber ich habe da Erich Kästner viel mehr geliebt. Und als ich anfing - und bis heute eigentlich noch nachwirkend, sind meine Autorenheldinnen Enid Blyten und Frederica de Cesco. Es gibt noch ein paar weitere, aber das waren die zwei ersten und wichtigsten für mich.

Was den Ruf angeht: ich finde nicht, dass sie so einen Ruf haben. Bei mir ist es eher das Gegenteil, ich habe grossen Respekt. Es ist nicht einfach, gerade für Kinder etwas zu schreiben, das ihnen gefällt und den hohen Ansprüchen der Eltern (oder Gotten) genügt. Ich glaube nicht, dass ich es könnte. Versucht habe ich es nie ... Wobei es mich halt auch kaum interessiert. Ich mag Mord und Totschlag und Intrigen und zwischendurch auch etwas heisses Liebesgeflüster. Und zwar in einem Masse, das kein PG 12 oder auch nur 16 bestehen würde.
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Haramis

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #8 am: 11 Januar 2014, 13:37:20 »
Was sind "Gotten"? Paten? :dontknow:

tlt

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #9 am: 11 Januar 2014, 14:34:54 »
Kinderbücher zu schreiben, ist aus meiner Sicht um vieles schwieriger, als Erwachsenenbücher.
...
Sich auf das Niveau von Kinder "herunterzulassen", ihre Fantasiewelt zu betreten und zu bereichern, ist in meinen Augen ein schmaler Grat zwischen Kindsein und herablassend werden.
Da bin ich absolut bei dir. Ich habe vor vielen (sehr vielen) Jahren einmal einen Autor getroffen (Name leider vergessen), den ich eigentlich aus dem Krimi-Genre kannte und der in unserer Bücherei eine Lesung hielt. Hab natürlich nicht richtig gelesen, und es war ein Jugendbuch. Na ja, wenn ich schon mal da war ... Hinterher wurde dann diskutiert und jemand hat gefragt, wie er dann dazu käme und er meinte, dass das wirtschaftliche Gründe hätte. An einem Jugendbuch schreibt er ein halbes Jahr, an einem Krimi mindestens zwei. Da meinte dann auch jemand, dass er dann ja Kinderbücher schreiben könnte, ging ja noch schneller und er meinte: Nein, das wäre, zumindest nicht für ihn. Zu kompliziert.
Andererseits verschiebt sich das ja auch ein wenig. Ich hatte gestern das Vergnügen, eine Bravo in die Finger zu bekommen.  :glotz: Also, die meisten Artikel würden hier nicht veröffentlicht. Nicht, weil sie so mies geschrieben sind, sondern wegen  :unzucht: Aber ganz heftig.
Ich bin zu alt für das alles.

Sarahleandra

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #10 am: 11 Januar 2014, 14:39:26 »
Andererseits verschiebt sich das ja auch ein wenig. Ich hatte gestern das Vergnügen, eine Bravo in die Finger zu bekommen.  :glotz: Also, die meisten Artikel würden hier nicht veröffentlicht. Nicht, weil sie so mies geschrieben sind, sondern wegen  :unzucht: Aber ganz heftig.
Das habe ich schon länger beobachtet und nicht für gut befunden  :watchout:
Aber das ist wohl ein anderes Thema für einen anderen Thread  ;)

Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #11 am: 11 Januar 2014, 15:29:13 »
Zitat


Sich auf das Niveau von Kinder "herunterzulassen", ihre Fantasiewelt zu betreten und zu bereichern, ist in meinen Augen ein schmaler Grat zwischen Kindsein und herablassend werden.


Kindsein während der Phase, in der eine Geschichte entsteht, ist gut. Diese Vorstellungen dann so rüberzubringen, dass sie bei Kindern ankommen, ist etwas schwieriger.
Kinder erkennen sehr schnell, ob etwas richtig empfunden ist oder nicht.
Und Herablassung bemerken sie beinahe sofort.

Es wird hier im Forum immer wieder mal das Thema "Schreibratgeber" besprochen.
Gibt es auch Schreibratgeber für Kinderbücher?

Trippelschritt

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #12 am: 11 Januar 2014, 16:58:37 »
hallo Ionase,

mit deiner Vermutung könntest du durchaus recht haben.
Aber ist es das alleine, was Schriftsteller davon abhält, Kinderbücher zu schreiben?
Bei der Einladung eines Verlages an die Autoren, die dort in den letzten beiden Jahren veröffentlicht haben, wurde auch über das Thema "Kinderbücher schreiben" gesprochen.
Die meisten dieser Autoren waren der Meinung, dass diese Art des Schreibens Spielerei wäre und man das einem "ernsthaften" Schriftsteller nicht zumuten könnte.
Das hat mich einerseits nachdenklich gemacht und andererseits fand ich diese Einstellung überheblich.
Oder ist das evtl. eine allgemeine Einstellung?

Ich habe gelesen, dass Michael Ende nie als ernsthafter Autor anerkannt worden ist - und darunter auch gelitten hat - weil er Kinderbücher schrieb.
Offensichtlich sieht die branche das so.

Außerdem kenne ich Klagen, dass Kinderbücher schlechter bezahlt werden als Mainstreamautoren.
Andererseits habe ich gehört, dass die Kinderbuchautoren sich gegenseitig auf den Füßehn herumtreten, so viele wären es.

Alles aus zweiter Hand und entsprechend ungeprüft.
Trippelschritt
Womit kann der alte Vol'jin Euch helfen

Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #13 am: 11 Januar 2014, 17:33:00 »
Zitat

Ich habe gelesen, dass Michael Ende nie als ernsthafter Autor anerkannt worden ist - und darunter auch gelitten hat - weil er Kinderbücher schrieb.
Offensichtlich sieht die branche das so.



ich bin der Meinung, dass nicht alle Bücher von Michael Ende reine Kinderbücher sind.
"Jim Knopf" und "Der Wunschpunsch" (mit dem Namen, den ich mir nie merken kann) können wohl dazu gezählt werden. Aber "die unendliche Geschichte" oder "Momo" könnten doch eher für Erwachsene geschrieben sein (wobei auch die Länge eine Rolle spielen mag).

Ionasa

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #14 am: 11 Januar 2014, 21:15:47 »
Das mit M. Ende kann ich auch nicht nachvollziehen- hat man das dem O. Preussler auch "vorgeworfen"?

Aber dann listen wir doch ein paar der "echten" Kinderbücher auf, denn irgendwie scheint auch da die Grenze zu verschwimmen...und die Geschmäcker verschieden zu sein?
Was kennzeichnet ein gutes Kinderbuch im Gegensatz zu einem Jugendbuch?
Wenn ich nach dem gehen würde, was meine Mutter mir noch vorgelesen hat oder was ich dann selber gelesen habe ... ? Keine Ahnung, wo die Grenze ist? :rotwerd:
z.B. Ist der (original) Nils Holgerson (der "Die wundersame Reise" heißt) dann noch ein Kinderbuch? Der wurd mich im Grundschulalter vorgelesen, den hätte ich aber sicher nie selber gelesen...
Meine Enid Blyton Phase hatte ich auch - lange - aber die hätte ich niemals vorgelesen haben wollen, das musste selbst gelesen werden...
Und die ganzen Bücher von René Guilott - die hab ich tlw. in der 1. Klasse gelesen - aber wenn ich da heute so drüber nachdenke, waren das sicher keine "echten" Kinderbücher, die waren mitunter ganz schön rau!
Wo ist denn die Grenze, an der "nicht mehr über die Autoren gelächelt wird"?

Uli

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #15 am: 11 Januar 2014, 21:18:56 »
nun ... Nils Holgerson ist ein Schulbuch - geschrieben von einer Grundschullehrerin, um den Kindern 'Heimat- und Sachkunde' nahezubringen. Und ein bisschenEthik auch noch, wenn man schonmal dabei ist. Echt ...
(es lohnt sich übrigens, das noch mal zu lesen ...)


Ionasa

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #16 am: 11 Januar 2014, 21:24:37 »
Ja, den hab ich öfer mal in der Hand, aber irgendwie will ich mir durch ein Selberlesen die Erinnerungen nicht kaputt machen, denn es war echt eines der schönsten Bücher, die mir vorgelesen wurden und an die ich mich erinnere  :cheer: ... während ich die Lindgrenbücher alle nach dem Vorlesen auch irgendwann einmal selber nochmal gelesen habe ...
War es bei S. Lagerlöff nicht so, dass ihr Buch gar nicht so gut bei ihren Landsleuten ankam?  :dontknow: meine ich mich entfernt zu erinnern...

Uli

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #17 am: 11 Januar 2014, 21:36:49 »
oh, davon weiß ich nichts ...

andererseits: Wir haben da was gemeinsam.
Der Nils Holgerson war das erste Buch, daß meine Großmutter für meinen Vater gekauft hat - abgestottert mit  Pfennigsbeträgen über fast ein Jahr. Deswegen kann ich ihn auch nicht mehr lesen - jedenfalls keine 'moderne, überarbeitete Ausgabe'.
Im Original finden sich Teile, die wohl auch heute noch 'umstritten' wären - es wird Umweltzerstöhrung angeprangert, Artensterben und medizinische Unterversorgung, fehlende Sozialversorgung und miese Arbeitsbedingungen ...

Bestimmt haben da Leute geschimpft.
(Und wegen 'politischer Korrektheit' ist das alles natürlich aus den  heiteitei-Kinder blos nicht überfordern - Ausgaben gestrichen worden)

Sirius

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #18 am: 11 Januar 2014, 22:07:27 »
Zitat

Im Original finden sich Teile, die wohl auch heute noch 'umstritten' wären - es wird Umweltzerstöhrung angeprangert, Artensterben und medizinische Unterversorgung, fehlende Sozialversorgung und miese Arbeitsbedingungen ...


ich bin der Meinung, dass in Kinderbüchern solche oder ähnliche Problemzustände angeschnitten werden sollten. Auch dass in irgendeiner Art "Lehren" - vielleicht sogar Lebenslehren in diesen Büchern stecken können. Allerdings sollten sie nicht mit erhobenem Zeigefinger und mit ... du sollst .... du musst .... du darfst nicht ... an die Kindern weiter gegeben werden.
Kinder wollen nicht in Watte gepackt werden, sie sind durchaus in der Lage, Probleme zu erfassen, zu sortieren und letztendlich auch zu verarbeiten.

Nur meine Meinung

Mooncat

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #19 am: 12 Januar 2014, 00:58:36 »
Was sind "Gotten"? Paten? :dontknow:
Yep. Gotte = Patentante, Götti = Patenonkel und Gottenkind = Patenkind.

Was die Klassifizierung angeht - nun, ich habe die nie so eng gesehen. Hauptsächlich weil ich meine ganze Kindheit über Bücher und Filme geschaut habe, die weit über meinem Alter waren. Zum Glück, sage ich.

Was das Ansprechen von Problemen angeht: von mir aus gerne, solange sie natürlich in die Geschichte einfliessen. Nichts habe ich so sehr gehasst wie Bücher, wo sie mir moralisch aufgedrückt werden. Auch in der Beziehung kann ich nur de Cesco loben. Und Brigitte Blobel hatte auch gute Geschichten, die sich mit Jugendproblemen auseinander setzten. Aber das sind Jugendbücher. Bei den Kinderbüchern ... Ich weiss nicht. Wenn, dann muss es sehr, sehr behutsam und dezent eingeflochten sein. Und zumindest was ich bei meinem Gottenkind beobachtet habe: sobald es zu konfliktreich oder moralisch wird, verliert sie schnell das Interesse. Aber sie ist ja auch noch sehr jung. Vielleicht in ein paar Jahren dann ...
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Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #20 am: 12 Januar 2014, 09:06:28 »
hallo Mooncat,

da hast du Recht - Probleme oder Lehren, d. h. besser gesagt Verständnis für etwas oder etwas akzeptieren können wirklich nur ganz behutsam in eine Geschichte einfließen.
Ich habe das z. B. oft mit Tiergeschichten gemacht, indem die Tiere menschenähnliches Verhalten aufwiesen und Schwierigkeiten hatten, mit denen sich Kinder identifizieren konnten.
Es steckte zwar "eine Moral von der Geschichte" drin, aber niemals belehrend oder etwa so, dass Anweisungen zu erkennen wahren.
Das hat wunderbar funktioniert, vor allem dann, wenn ich Lesungen machte und mit den Kindern anschließend über die Geschichte diskutierte.

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #21 am: 12 Januar 2014, 12:11:52 »
Es wird hier im Forum immer wieder mal das Thema "Schreibratgeber" besprochen.
Gibt es auch Schreibratgeber für Kinderbücher?

Ja, gibt es. Ich habe zwei, die mir sehr gut gefallen. Einmal zum Thema Bilderbuch-Illustrationen (Bilderbuch-Illustration von Bärbel Haas ISBN 978-3772462733) und Kinder- und Jugendbuch schreiben und veröffentlichen von Heidemarie Brosche (ISBN 978-3866710627). Heidemarie Brosche hat noch ein weiteres heraus gegeben, das habe ich aber nicht, sondern erstmal nur auf meiner Wunschliste: Wie der Löwe ins Kinderbuch flog ...: Geheimnisse erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchmacher  (ISBN 978-3935265799).
Beide, die ich habe, finde ich gut beschrieben und schön gemacht. Aber ich traue mich trotzdem noch nicht an das Thema Kinder-Literatur, obwohl ich es wirklich gerne mal veruchen würde. Momentan möchte ich halt erstmal überhaupt einen veröffentlichungswürdigen Roman hinbekommen...


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Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #22 am: 12 Januar 2014, 15:52:08 »
ich kenne mich mit Schreibratgebern überhaupt nicht aus.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie für längere Manuskripte wie z. B. Romane hilfreich sein können. Aber trifft das auch für Kurzgeschichten zu?
Astrid Lindgren hat einmal gesagt "suche das Kind in dir und erzähle ihm in kurzen Sätzen und einfachen Worten das, was es gerne hören möchte".
Ich glaube, da liegt das Geheimnis von lebendigen Kindergeschichten.
Können dabei Schreibratgeber wirklich eine Hilfe sein oder lediglich eine Richtung zeigen?

Dani

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #23 am: 12 Januar 2014, 18:40:31 »
Hallo!

Ich mag den kleinen Drachen Kokosnuss, der ist spitze, mein Sohn liebt diese Bücher.

Außerdem muss ich sagen lese ich ihm gern Gute Nacht Geschichten vor, da gibt es extra Geschichten Sammlungen für.

Und wenn es nix gescheites mehr an Büchern gibt, ja dann muss ich mal anfangen die Verlage mit meinen Kindergeschichten zu belästigen.  ;)

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #24 am: 14 Januar 2014, 20:19:31 »
ich kenne mich mit Schreibratgebern überhaupt nicht aus.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie für längere Manuskripte wie z. B. Romane hilfreich sein können. Aber trifft das auch für Kurzgeschichten zu?
Astrid Lindgren hat einmal gesagt "suche das Kind in dir und erzähle ihm in kurzen Sätzen und einfachen Worten das, was es gerne hören möchte".
Ich glaube, da liegt das Geheimnis von lebendigen Kindergeschichten.
Können dabei Schreibratgeber wirklich eine Hilfe sein oder lediglich eine Richtung zeigen?

Also die beiden die ich genannt habe geben Hinweise, Richtungen und Ideen. Zum Beispiel auch was den Schreibstil betrifft, Genres... Ganz unterschiedlich. Am Ende läuft es doch eh immer darauf hinaus, dass man sich das Thema hart erarbeitetn muss. Aber ich denke, komplett ohne einen Hinweis ist es manchmal doch recht schwierig... Natürlich geht es auch ohne, aber warum muss man die gleichen Hürden überwinden, die bereits viele vor einem Überwunden haben und die Erfahrungen mit einem Teilen? Etwas anderes sind Schreibratgeber doch im Endeffekt nicht. Hinweise, wie man selbst gewisse Hürden etwas leichter nehmen könnte  :biggrin:


Folge deinen Träumen, denn sie weisen den Weg in die Zukunft.

Sirius

  • Gast
Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #25 am: 15 Januar 2014, 08:01:03 »
hallo Eluin,

ich hatte dabei im Anfang eine besondere Methode. Mit Einverständnis der Lehrerin bin ich in eine Dorfschule (1. bis 4. Schuljahr) gegangen und habe eine Erzählung, z. B. Kurzgeschichte, den Kindern vorgelesen. Anschließend sprachen die Kinder und ich darüber. Die Kinder haben mir sehr schnell klar gemacht, wo es in der Geschichte ihrer Meinung nach nicht in Ordnung war. Dabei habe ich sehr viel gelernt und die Kinder hatten Freude dabei, mir "auf die Sprünge" zu helfen.

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #26 am: 15 Januar 2014, 21:35:39 »
Huhu Sirius,

das ist eine gute Idee. Ich habe es schon mit meinem Cousin probiert. Denke damals (vor gut 2-3 Jahren) war er sicher auch noch ehrlich  :biggrin: langsam wird er dafür aber wohl zu "alt"... heißt ja so schön, Kindermund tut Wahrheit kund...


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