22 Mai 2019, 12:34:08

Autor Thema: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?  (Gelesen 9275 mal)

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Uli

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #15 am: 11 Januar 2014, 21:18:56 »
nun ... Nils Holgerson ist ein Schulbuch - geschrieben von einer Grundschullehrerin, um den Kindern 'Heimat- und Sachkunde' nahezubringen. Und ein bisschenEthik auch noch, wenn man schonmal dabei ist. Echt ...
(es lohnt sich übrigens, das noch mal zu lesen ...)


Ionasa

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #16 am: 11 Januar 2014, 21:24:37 »
Ja, den hab ich öfer mal in der Hand, aber irgendwie will ich mir durch ein Selberlesen die Erinnerungen nicht kaputt machen, denn es war echt eines der schönsten Bücher, die mir vorgelesen wurden und an die ich mich erinnere  :cheer: ... während ich die Lindgrenbücher alle nach dem Vorlesen auch irgendwann einmal selber nochmal gelesen habe ...
War es bei S. Lagerlöff nicht so, dass ihr Buch gar nicht so gut bei ihren Landsleuten ankam?  :dontknow: meine ich mich entfernt zu erinnern...
Wer keinen Schimmer hat, kann auch nicht glänzen. (Unbekannt)

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Uli

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #17 am: 11 Januar 2014, 21:36:49 »
oh, davon weiß ich nichts ...

andererseits: Wir haben da was gemeinsam.
Der Nils Holgerson war das erste Buch, daß meine Großmutter für meinen Vater gekauft hat - abgestottert mit  Pfennigsbeträgen über fast ein Jahr. Deswegen kann ich ihn auch nicht mehr lesen - jedenfalls keine 'moderne, überarbeitete Ausgabe'.
Im Original finden sich Teile, die wohl auch heute noch 'umstritten' wären - es wird Umweltzerstöhrung angeprangert, Artensterben und medizinische Unterversorgung, fehlende Sozialversorgung und miese Arbeitsbedingungen ...

Bestimmt haben da Leute geschimpft.
(Und wegen 'politischer Korrektheit' ist das alles natürlich aus den  heiteitei-Kinder blos nicht überfordern - Ausgaben gestrichen worden)

Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #18 am: 11 Januar 2014, 22:07:27 »
Zitat

Im Original finden sich Teile, die wohl auch heute noch 'umstritten' wären - es wird Umweltzerstöhrung angeprangert, Artensterben und medizinische Unterversorgung, fehlende Sozialversorgung und miese Arbeitsbedingungen ...


ich bin der Meinung, dass in Kinderbüchern solche oder ähnliche Problemzustände angeschnitten werden sollten. Auch dass in irgendeiner Art "Lehren" - vielleicht sogar Lebenslehren in diesen Büchern stecken können. Allerdings sollten sie nicht mit erhobenem Zeigefinger und mit ... du sollst .... du musst .... du darfst nicht ... an die Kindern weiter gegeben werden.
Kinder wollen nicht in Watte gepackt werden, sie sind durchaus in der Lage, Probleme zu erfassen, zu sortieren und letztendlich auch zu verarbeiten.

Nur meine Meinung

Mooncat

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #19 am: 12 Januar 2014, 00:58:36 »
Was sind "Gotten"? Paten? :dontknow:
Yep. Gotte = Patentante, Götti = Patenonkel und Gottenkind = Patenkind.

Was die Klassifizierung angeht - nun, ich habe die nie so eng gesehen. Hauptsächlich weil ich meine ganze Kindheit über Bücher und Filme geschaut habe, die weit über meinem Alter waren. Zum Glück, sage ich.

Was das Ansprechen von Problemen angeht: von mir aus gerne, solange sie natürlich in die Geschichte einfliessen. Nichts habe ich so sehr gehasst wie Bücher, wo sie mir moralisch aufgedrückt werden. Auch in der Beziehung kann ich nur de Cesco loben. Und Brigitte Blobel hatte auch gute Geschichten, die sich mit Jugendproblemen auseinander setzten. Aber das sind Jugendbücher. Bei den Kinderbüchern ... Ich weiss nicht. Wenn, dann muss es sehr, sehr behutsam und dezent eingeflochten sein. Und zumindest was ich bei meinem Gottenkind beobachtet habe: sobald es zu konfliktreich oder moralisch wird, verliert sie schnell das Interesse. Aber sie ist ja auch noch sehr jung. Vielleicht in ein paar Jahren dann ...
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Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #20 am: 12 Januar 2014, 09:06:28 »
hallo Mooncat,

da hast du Recht - Probleme oder Lehren, d. h. besser gesagt Verständnis für etwas oder etwas akzeptieren können wirklich nur ganz behutsam in eine Geschichte einfließen.
Ich habe das z. B. oft mit Tiergeschichten gemacht, indem die Tiere menschenähnliches Verhalten aufwiesen und Schwierigkeiten hatten, mit denen sich Kinder identifizieren konnten.
Es steckte zwar "eine Moral von der Geschichte" drin, aber niemals belehrend oder etwa so, dass Anweisungen zu erkennen wahren.
Das hat wunderbar funktioniert, vor allem dann, wenn ich Lesungen machte und mit den Kindern anschließend über die Geschichte diskutierte.

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #21 am: 12 Januar 2014, 12:11:52 »
Es wird hier im Forum immer wieder mal das Thema "Schreibratgeber" besprochen.
Gibt es auch Schreibratgeber für Kinderbücher?

Ja, gibt es. Ich habe zwei, die mir sehr gut gefallen. Einmal zum Thema Bilderbuch-Illustrationen (Bilderbuch-Illustration von Bärbel Haas ISBN 978-3772462733) und Kinder- und Jugendbuch schreiben und veröffentlichen von Heidemarie Brosche (ISBN 978-3866710627). Heidemarie Brosche hat noch ein weiteres heraus gegeben, das habe ich aber nicht, sondern erstmal nur auf meiner Wunschliste: Wie der Löwe ins Kinderbuch flog ...: Geheimnisse erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchmacher  (ISBN 978-3935265799).
Beide, die ich habe, finde ich gut beschrieben und schön gemacht. Aber ich traue mich trotzdem noch nicht an das Thema Kinder-Literatur, obwohl ich es wirklich gerne mal veruchen würde. Momentan möchte ich halt erstmal überhaupt einen veröffentlichungswürdigen Roman hinbekommen...


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Sirius

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #22 am: 12 Januar 2014, 15:52:08 »
ich kenne mich mit Schreibratgebern überhaupt nicht aus.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie für längere Manuskripte wie z. B. Romane hilfreich sein können. Aber trifft das auch für Kurzgeschichten zu?
Astrid Lindgren hat einmal gesagt "suche das Kind in dir und erzähle ihm in kurzen Sätzen und einfachen Worten das, was es gerne hören möchte".
Ich glaube, da liegt das Geheimnis von lebendigen Kindergeschichten.
Können dabei Schreibratgeber wirklich eine Hilfe sein oder lediglich eine Richtung zeigen?

Dani

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #23 am: 12 Januar 2014, 18:40:31 »
Hallo!

Ich mag den kleinen Drachen Kokosnuss, der ist spitze, mein Sohn liebt diese Bücher.

Außerdem muss ich sagen lese ich ihm gern Gute Nacht Geschichten vor, da gibt es extra Geschichten Sammlungen für.

Und wenn es nix gescheites mehr an Büchern gibt, ja dann muss ich mal anfangen die Verlage mit meinen Kindergeschichten zu belästigen.  ;)

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #24 am: 14 Januar 2014, 20:19:31 »
ich kenne mich mit Schreibratgebern überhaupt nicht aus.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass sie für längere Manuskripte wie z. B. Romane hilfreich sein können. Aber trifft das auch für Kurzgeschichten zu?
Astrid Lindgren hat einmal gesagt "suche das Kind in dir und erzähle ihm in kurzen Sätzen und einfachen Worten das, was es gerne hören möchte".
Ich glaube, da liegt das Geheimnis von lebendigen Kindergeschichten.
Können dabei Schreibratgeber wirklich eine Hilfe sein oder lediglich eine Richtung zeigen?

Also die beiden die ich genannt habe geben Hinweise, Richtungen und Ideen. Zum Beispiel auch was den Schreibstil betrifft, Genres... Ganz unterschiedlich. Am Ende läuft es doch eh immer darauf hinaus, dass man sich das Thema hart erarbeitetn muss. Aber ich denke, komplett ohne einen Hinweis ist es manchmal doch recht schwierig... Natürlich geht es auch ohne, aber warum muss man die gleichen Hürden überwinden, die bereits viele vor einem Überwunden haben und die Erfahrungen mit einem Teilen? Etwas anderes sind Schreibratgeber doch im Endeffekt nicht. Hinweise, wie man selbst gewisse Hürden etwas leichter nehmen könnte  :biggrin:


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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #25 am: 15 Januar 2014, 08:01:03 »
hallo Eluin,

ich hatte dabei im Anfang eine besondere Methode. Mit Einverständnis der Lehrerin bin ich in eine Dorfschule (1. bis 4. Schuljahr) gegangen und habe eine Erzählung, z. B. Kurzgeschichte, den Kindern vorgelesen. Anschließend sprachen die Kinder und ich darüber. Die Kinder haben mir sehr schnell klar gemacht, wo es in der Geschichte ihrer Meinung nach nicht in Ordnung war. Dabei habe ich sehr viel gelernt und die Kinder hatten Freude dabei, mir "auf die Sprünge" zu helfen.

Eluin

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Re: Kinderbücher - warum gibt es so wenig neue davon?
« Antwort #26 am: 15 Januar 2014, 21:35:39 »
Huhu Sirius,

das ist eine gute Idee. Ich habe es schon mit meinem Cousin probiert. Denke damals (vor gut 2-3 Jahren) war er sicher auch noch ehrlich  :biggrin: langsam wird er dafür aber wohl zu "alt"... heißt ja so schön, Kindermund tut Wahrheit kund...


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