21 Juli 2019, 00:04:44

Autor Thema: z. B Ostfriesenmord  (Gelesen 2628 mal)

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Sirius

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z. B Ostfriesenmord
« am: 21 Januar 2014, 09:53:36 »
vor einigen Tagen sah ich ein Interview mit Klaus-Peter Wolf, der einige Kriminalromane geschrieben hat - u. a. Ostfriesenmord. Die roten Hosenträger und das dünne Zöpfchen hinter dem rechten Ohr sind seine "Markenzeichen" - er fällt damit auf.
Immer wieder werden sein Name und die von ihm geschriebenen Kriminalromane genannt (Amazon, Weltbild, Vorstellung in Zeitungen etc.). Also habe ich seinen Roman "Ostfriesenmord" gelesen. Er liest sich recht gut. Es würde meiner Meinung nach nicht weiter darüber gesprochen werden, wenn er nicht die Handlungsorte nach Ostfriesland verlegt hätte. Namen von Städten, Dörfern etc. tauchen darin auf - das macht neugierig.
Ist dieses Ostfriesland-Szenario der einzige Grund, warum seine Bücher so reißenden Absatz haben?
Wurde von ihm eine Marktlücke entdeckt, die er ausgenutzt hat?
Oder unterscheiden sich seine Krimis durch irgendetwas anderes von den üblichen Kriminalromanen?

Trallala

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Re: z. B Ostfriesenmord
« Antwort #1 am: 21 Januar 2014, 10:07:36 »
Hallo Sirius,

ich kenne den Autor nicht, aber Regionalromane gibt es ja viele, zum Beispiel die Kluftinger-Reihe, die hier im Süden wahnsinnig erfolgreich ist. Das ist kein neues Genre und damit auch keine Marktlücke, sondern einfach eine spezielle Art von Krimi.

T!
"Das mit dir und mir" - erschien am 1.12.14 bei dtv
"A Song about Love" - erschien am 1.7.15 bei BoD
"Das Zwillingsmatch" - erschien am 1.1.16 bei BoD
"Diese ganze Herzscheiße" - erschien am 15.3.17 bei amazon

"AT: Nur dieser eine Augenblick" - Krimi
"AT: Das Mädchen Maryam" - Jugendbuch

tlt

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Re: z. B Ostfriesenmord
« Antwort #2 am: 21 Januar 2014, 10:29:23 »
Hallo Sirius,

ich kenne den Autor auch nicht. Scheint also eher eine nördliche Angelegenheit zu sein. (Wobei ich mir beim letzten verfilmten Kluftinger überlegt habe, dass wahrscheinlich kein Mensch nördlich des Weißwurst-Aquators den Dialogen auch nur ansatzweise hat folgen könne).
Ein eigenes Genre sind die Regional-/Lokalkrimis nicht, wie Trallala schon gesagt hat. Aber sie sind schon irgendwie eine Unterart. Und sie boomen. Vielleicht, weil die Leser sich dann noch besser in die Gegenden, Landschaften, Städte, Eigenheiten der Menschen reindenken können. Da besteht wohl ein großer Markt.
Es gibt nicht wenige Regionen oder Städte, die Krimiwettbewerbe ausschreiben, bei dem die Handlung eben auf ihrem (geographischen) Gebiet liegen muss.
Ich bin zu alt für das alles.

Fabian

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Re: z. B Ostfriesenmord
« Antwort #3 am: 21 Januar 2014, 13:20:04 »
Zitat
Es würde meiner Meinung nach nicht weiter darüber gesprochen werden, wenn er nicht die Handlungsorte nach Ostfriesland verlegt hätte. Namen von Städten, Dörfern etc. tauchen darin auf - das macht neugierig.
Ist dieses Ostfriesland-Szenario der einzige Grund, warum seine Bücher so reißenden Absatz haben?

Keine Ahnung, ob das der einzige Grund ist, ich kenn seine Bücher nicht.

Der Regionalbezug ist hier aber sicher nicht schädlich, um eine ziemlich große, ausgabefreudige und neugierige Zielgruppe anzusprechen: die Touristen. Und die gibts von Emden bis Wilhelmshaven Jahr für Jahr reichlich.
Ob nun der Autor oder der Verlag darauf spekuliert, sei dahingestellt.

"Weil niemand mehr Leonardo ist, können alle Leonardo werden ...
das Phantasma der Auserwähltheit Einzelner macht dem Phantasma der Selbstwahl aller Platz"

 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

Uli

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Re: z. B Ostfriesenmord
« Antwort #4 am: 21 Januar 2014, 13:33:27 »
och, 'Regionalkrimi' ist so ein Hype, seit ein paar Jahren - als wenn nicht jeder Roman an irgendeinem Ort spielen würde ...
Nun ja.
Offenbar ist es so wie mit dem Tatort: Man ist halt wer, wenn in der eigenen Heimat ein Verbrechen passiert. Und wenn dann noch der Kommissar die lokalen Schrullen aufweist, man die Ortsnamen kennt und so, dann fühlt sich nicht alles so nach 'Provinz' an, wenn man aus dem Fenster schaut.

Berndorf hat den Eifelkrimi mittlerweile so totgeritten, wenn man all die Schwarzgeldsummen zusammenzählt, kommt man auch etwa den doppelten Wehretat - und zugleich ist es eine 'arme Gegend'.
Was anderes als Schwarzgeld ist aber auch nicht wirklich realistisch in der Eifel ...

Und weil der Verlag sich daran eine goldene Nase verdient, machen das jetzt alle.
Vieles ist sogar handwerklich gelungen, aber darauf kommt es halt nicht besonders an.

Sirius

  • Gast
Re: z. B Ostfriesenmord
« Antwort #5 am: 21 Januar 2014, 14:20:46 »
dann habe ich mich doch nicht getäuscht.
Beim Lesen ist mir nichts aufgefallen, was diese großen Auflagen und dementsprechende Verkäufe rechtfertigen könnte - außer den Lokalschauplätzen (ich meine die Umgebung!)