Federteufel

Teufelsrost => Höllenfenster => Thema gestartet von: Oldlady am 20 September 2017, 09:51:07

Titel: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 20 September 2017, 09:51:07
Röööstgut!
Daran fehlt es bei uns doch in letzter Zeit ein bisschen ... also feste druff!

Hier ein Abschnitt aus meinem aktuellen Krimi-Projekt, eine Action-Szene. Ich würde gerne folgendes wissen:
- Könnt Ihr Euch gut vorstellen,  wie Patrick die Flucht aus der Gondel gelungen ist?
- kommt etwas von Patricks Gehetztheit rüber (er wird verfolgt)
Sonstige   Anmerkungen sind mir natürlich willkommen.

Vorgeschichte: In der Nähe eines Bergleins, das Ettaler Manndl heißt, hat Patrick den Polizeibergführer Sebastian niedergeschlagen. Der liegt derweil ohnmächtig im Wald, könnte aber jederzeit aufwachen und seine Kollegen beauftragen, Patrick festzunehmen. Patricks Auto steht an der Talstation der Laber-Bergbahn.

.
Endlich – die Messstation der Berglauf-Strecke, dahinter die Seilbahnanlage, ein Gewirr von Sendemasten, ein Restaurant. Hoffentlich fuhr die nächste Gondel bald.
Er rannte über die Terrasse, Köpfe drehten sich zu ihm, hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.
Der Ticketverkäufer nickte ihm freundlich zu. „Griaß di. Host an guaten Lauf ghabt?“
„Ja, war super.“ Patrick zog den Geldbeutel aus der Hosentasche. Seine Hände zitterten, als er 9,50 Euro berappte. „Wie lang muss ich warten?“
„Ned lang. Glei gehts los. Guade Fahrt!“
Eine blaue Gondel ruckelte heran. Er stieg ein.
Glück gehabt. Der Polizist konnte ihn nicht mehr einholen. Aber vielleicht hatte er schon Alarm geschlagen, und sie erwarteten ihn an der Talstation, um ihn festzunehmen …
Entnervend langsam schwebte die Gondel hinunter. Kein Wunder, die Anlage stammte aus dem Jahr 1957.
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr. Er würde die Fliege machen.
Im Gefängnis zu sitzen wäre unerträglich. Er brauchte die Berge, Abenteuer, ein freies Leben.
Mit Jana war es sowieso aus. Eigentlich hatte es nie angefangen. Schade.
Sie hatte sich in seinem Kopf eingenistet, er begehrte sie, träumte von ihr. Warum nur? Wegen ihres warmen Lächelns, ihrer positiven Ausstrahlung? Oder weil sie ihn abgewiesen hatte? Schwamm drüber. Jetzt ging es um seine Freiheit, und das war wichtiger als alles andere.
Diese Gondel war unglaublich langsam. Hätte er das gewusst, wäre er ins Tal hinuntergerannt. Bestimmt war Sebastian mittlerweile aufgewacht. War es möglich, einem Empfangskommando unten an der Seilbahnstation zu entgehen?
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Das Tempo seiner Kabine wurde immer langsamer.
Auf einem gelben Schild war zu lesen: Dieser Stillstand ist betriebsbedingt. This stoppage is a normal consequence of operation.
An der Stütze der Seilbahn war eine fixe Leiter angebracht.
Hinüberspringen? Unmöglich.
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.
Sollte er …?
Die vom Tal kommende Kabine war nicht besetzt – perfekt. Einen Handy-Alarm konnte er jetzt überhaupt nicht brauchen.
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr. Es war staubig, die Wölbung breit, kein guter Grip. Sein Herz raste, seine Kehle war trocken. Er baute Spannung im Körper auf und löste die linke Hand von der Fensterkante. Seine Beine schwangen ins Leere, seine Rechte drohte abzurutschen – schnell packte er mit der Linken das Rohr und schnappte rechts weiter zu seiner Befestigung, einem kantigen Metallteil mit einem Falz. Von dort zur Leiter zu hangeln war ein Kinderspiel.
Einen Moment hielt er sich dort fest und keuchte.
Die Gondeln setzten sich wieder in Bewegung.
Eigentlich war das kein wirklich harter Boulder gewesen. Allerdings ein Highball – wenn man es nicht schaffte, war man tot.
Allmählich beruhigte sich Patricks Atem.
Eine strahlende Lebendigkeit erfüllte ihn, eine Euphorie, wie er sie nur selten bei seinen wilden Bergabenteuern erfahren hatte. 
Die Leiter runter und ab in den steilen Wald. Das Auto stand auf einem Parkplatz, der ein Stück von der Talstation entfernt war. Wenn die Bullen dort auf ihn warteten, konnten sie ihn nicht sehen. Und die Nummer würde der Polizei nichts nützen, er hatte sich den Flitzer seiner Mutter ausgeliehen, um auf Jana Eindruck zu machen. Jetzt war der BMW genau richtig. Damit wäre er in einer Stunde am Innsbrucker Flughafen.

Vielen Dank fürs Lesen!

Oldlady
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Schnappschildkröte am 20 September 2017, 11:35:24
Hallo Oldlady!

Schön nach dem Urlaub gleich was zum Rösten zu haben :D

Zitat
- Könnt Ihr Euch gut vorstellen,  wie Patrick die Flucht aus der Gondel gelungen ist?
Ja! Die Stelle war flüssig, gut zu verstehen und kam für mich sehr gut rüber.
Was mich aber an der ganzen Szene ein bisschen gestört hat, was auch Absicht sien kann, ist die Distanz zum Charakter selbst. Du beschreibst sehr viel was passiert, aber eher als Beobachter, anstelle als Charakterhandlung, ich erklärs gleich, nur erst mal deine 2. Frage :)

Zitat
- kommt etwas von Patricks Gehetztheit rüber (er wird verfolgt)
Gegen Ende des Abschnitts ja, am Anfang leider nicht so. Vielleicht auch, weil der Abschnitt zu spät anfängt? Ich weiß nicht was vor dem "Endlich" steht... Das geht auch bisschen Hand in Hand mit dem Beschreiben anstelle des "Fühlen lassens"
Falls das Absicht ist, bitte den kommenden Teil ignorieren :)

Zitat
Endlich – die Messstation der Berglauf-Strecke, dahinter die Seilbahnanlage, ein Gewirr von Sendemasten, ein Restaurant. Hoffentlich fuhr die nächste Gondel bald.
Er rannte über die Terrasse, Köpfe drehten sich zu ihm, hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.
Würde ich stattdessen so angehen:

Seine Schritte klangen dumpf auf dem hartgetretenen Boden der Berglauf-Strecke. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er bemühte sich vergebens seinen Atem gleichmäßig zu halten. Er durfte nicht langsamer werden.
Endlich - die Messstation. Dahinter lag die Seilbahnanlage, er musste die nächste Gondel erwischen!
Köpfe drehten sich nach ihm um, als er über die Terrasse stürmte, doch er beachtete sie gar nicht. Hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.

Das da oben ist natürlich nur eine Idee und schnell dahingeschrieben. Ich weiß auch nicht ob dein Charakter die Distanz problemlos laufen könnte und das so gar keinen Sinn macht, aber vielleicht wird so klar was ich meine :)

Hier noch ein paar Stellen, wo meiner Meinung nach Nähe zum Charakter den Text verbessern könnte:

Zitat
Glück gehabt. Der Polizist konnte ihn nicht mehr einholen. Aber vielleicht hatte er schon Alarm geschlagen, und sie erwarteten ihn an der Talstation, um ihn festzunehmen …
Entnervend langsam schwebte die Gondel hinunter. Kein Wunder, die Anlage stammte aus dem Jahr 1957.
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Erleichtert atmete er tief durch. Der Polizist konnte ihn hier nicht mehr einholen. Selbst wenn er jetzt noch in die Station gestürzt kam, müsste er auf die nächste Gondel warten. Trotzdem warf er einen Blick zurück zum Eingang, während sich die Gondel elendig langsam fortbewegte.
(den Teil mit Alarmgeschlagen würde ich hier vor dem inneren Monolog noch weglassen und den Monolog als solchen ein biiiiiisschen mehr wie einen Monolog machen)
Patrick sah auf seine Faust hinab. Den Polizisten zu schlagen war dumm gewesen. Jetzt würde er noch schuldiger aussehen und die Sache mit Jürgen würde ans Licht kommen. Sein (verfluchter(?)) Pseudo-Vater würde ihn enterben, er konnte schon beinahe dessen (enttäuschtes(?) Gesicht vor sich sehen...
Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Wenn er nur ruhig geblieben wäre, wenn er tief durchgeatmet und nachgedacht hätte... und so weiter :)

Ich weiß so ziemlich gar nichts über die Hintergründe oder was passiert ist und wenn das alles so gar nicht passt, tut's mir Leid, ich versuche nur Beispiele zu finden und dir zu zeigen, was mir besser gefallen würde. Ich hoffe ich schieße nicht zu viel übers Ziel hinaus ^_^"

Zitat
Diese Gondel war unglaublich langsam. Hätte er das gewusst, wäre er ins Tal hinuntergerannt. Bestimmt war Sebastian mittlerweile aufgewacht. War es möglich, einem Empfangskommando unten an der Seilbahnstation zu entgehen?
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.
Wieso war diese Gondel nur so langsam? Hätter er das nur vorher gewusst, dann wäre er gerannt. Sebastian war bestimmt mittlerweile aufgewacht und hatte Alarmgeschlagen. Selbst wenn er keine Polizeiautos am Partkplatz entdecken konnte, war er sich sicher, dass ein Empfangskomitee bereits in der Talstation auf ihn wartete. Er musste ihnen entkommen. Aber wie?
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern aber was dann? Einen Sprung von hier oben würde er nie überleben.

Wie du siehst würde ich erst hier darauf eingehen, dass der Polizist alarm schlägt. (oder geschlagen hat) wenn Patrick nämlich davor shcon daran denkt, hätte er keine Zeit mehr für den inneren Monolog, weil er sich auf die Flucht konzentrieren müsste.

Wie gesagt finde ich das Hinausklettern an sich gut, nur bei der Ephorie danach fehlt mir die Emotion an sich, ein tatsächliches Lachen, Lächeln irgendwas, das seine Freude auch zeigt und nicht nur erwähnt.
Ich bin leider keine Krimileserin, also kanns gut sein, dass meine Kritik dafür gar nicht geeignet ist und falls sie dir gar nichts bringt, tut es mir Leid, aber ich hoffe, dass zumindest etwas nützliches dabei ist :)

LG
Kröte
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 20 September 2017, 16:58:50
Hallo Kröte,
herzlichen Dank für Deine Röstung!
Ich konnte damit viel anfangen, dass Du keine Krimileserin bist, war überhaupt kein Problem.

Zitat
Zitat
Endlich – die Messstation der Berglauf-Strecke, dahinter die Seilbahnanlage, ein Gewirr von Sendemasten, ein Restaurant. Hoffentlich fuhr die nächste Gondel bald.
Er rannte über die Terrasse, Köpfe drehten sich zu ihm, hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.
Würde ich stattdessen so angehen:

Seine Schritte klangen dumpf auf dem hartgetretenen Boden der Berglauf-Strecke. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er bemühte sich vergebens seinen Atem gleichmäßig zu halten. Er durfte nicht langsamer werden.
Endlich - die Messstation. Dahinter lag die Seilbahnanlage, er musste die nächste Gondel erwischen!
Köpfe drehten sich nach ihm um, als er über die Terrasse stürmte, doch er beachtete sie gar nicht. Hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.

Ich finde, da kommt gut rüber, was Du meinst. Und ich denke, etwas mehr in dieser Richtung käme die Gehetztheit sicher besser rüber. Vielleicht ist es eine Eigenart von mir, stets sehr knapp zu schreiben – da bleibt manchmal das Innenleben zu sehr auf der Strecke.
Auch mit den folgenden Beispielen triffst Du den Kern des Problems: Mehr Innensicht täte sicher gut.  Ich werde mich in der nächsten Fassung darum bemühen.

Zitat
Wie gesagt finde ich das Hinausklettern an sich gut, nur bei der Ephorie danach fehlt mir die Emotion an sich, ein tatsächliches Lachen, Lächeln irgendwas, das seine Freude auch zeigt und nicht nur erwähnt.
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen; ich denke, mit dem Satz
Zitat
Eine strahlende Lebendigkeit erfüllte ihn, eine Euphorie, wie er sie nur selten bei seinen wilden Bergabenteuern erfahren hatte 
kommt seine Freude durchaus rüber. Ein Lächeln oder eine andere körperliche Reaktion finde ich dagegen eher schwach.

Auf jeden Fall hast Du mir weitergeholfen!  :daaanke:

Liebe Grüße

Oldlady
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Schnappschildkröte am 20 September 2017, 17:48:54
Hallo Oldlady

Freut mich dass es dir hilft :) Hab mich zeitweise echt schlecht gefühlt, deine Textpassagen einfach umzuformulieren, aber es ist so einfach viel leichter zu zeigen worauf ich hinauswill... und ich kann das natürlich in meiner Erzählstimme besser als in deiner^_^"

Und das Problem des "zu knapp schreibens" hab ich auch häufig, meistens kurz bevor es auf eine besonders tolle (meiner Meinung nach zumindest) Szene zugeht nochmal schlimmer...

Zitat
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen; ich denke, mit dem Satz
Zitat
    Eine strahlende Lebendigkeit erfüllte ihn, eine Euphorie, wie er sie nur selten bei seinen wilden Bergabenteuern erfahren hatte 
kommt seine Freude durchaus rüber. Ein Lächeln oder eine andere körperliche Reaktion finde ich dagegen eher schwach.
Ich hab gemeint, dass du auch zeigen solltest wie die Lebendigkeit bzw. Euphorie auf ihn auswirkt. Muss ja kein Lächeln sein, ich hatte nur in dem Moment keine passende Idee/Formulierung parat  :rotwerd:
Aber das muss natürlich nicht sein, ich fände es glaube ich schöner, aber das sehen andere sicher wieder anders und es ist jetzt nichts, was mich rausgerissen hat. :)

LG
Kröte
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Viskey am 20 September 2017, 18:35:45
Hi, Oldlady!

Ich habe mit der Szene zwei Probleme, das erste davon liegt schon vor dieser Szene: Wenn Patrick Angst hat, dass Sebastian seine Kollegen kontaktiert, ist das ganz leicht gelöst, indem er dem bewusstlosen Sebastian Handy u/o Funkgerät abnimmt. Respektive erwarte ich dann irgendwo den Gedanken: "Mann, wieso hab ich ihm nicht das Handy abgenommen, dann hätt ich jetz Ruhe ...!"

Das zweite Problem: Ich hatte mir vorgestellt, dass Patrick sich die Gondel mit ein paar anderen Fahrgästen teilt. Da war ich sehr gespannt, wie er vor den Augen der anderen einfach abhauen will, ohne, dass das Verdacht erregt. Dass die Gondel bis auf ihn leer ist, ist schon eine Erwähnung wert. Schon allein auch deswegen, weil ich noch nie ganz alleine in einer Gondel gefahren bin. Irgendwer anderes war immer noch dabei.

Davon abgesehen finde ich die Szene aber gut geschrieben.

lg, Viskey
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 20 September 2017, 23:08:06
Hallo Viskey,
Deine Probleme sind in dem Text keine: Patrick hat ihm das Handy abgenommen, aber es ist ein viel besuchter Berg. Sobald Sebastian Wanderer trifft, wird er deren Handys benutzen. Die Frage ist nur, wie lange das dauert.

Seilbahngondeln sind nicht immer besetzt, das hängt von der Tageszeit und vom Wetter ab. Und davon, ob gerade Hochsaison ist.

Danke fürs Lesen und für das "gut geschrieben"! :)
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Trippelschritt am 21 September 2017, 14:58:33
Ich kann leider nicht viel sehen. das macht das Rösten schwierig. Ich müsste die Buchstabengröße auf sechzehn stellen können. Aber ich bin mal diagonal drübergeschwebt (wie in einer Seilbahn). Deshalb nur kurz.

Der Anfang ist gut, aber dann kommt: "Patrick ist des Mordes verdächtig etc.
So was ist wie ein Guss kaltes Wasser auf ein Mädchen beim Sonnenbaden. Das führt zu Schockstarre aber nicht zu einer Verabredung am Abend. Ein erklärender Textteil unterbricht das ganze Tempo und schmeißt alles an Spannung raus, was du gerade aufgebaut hast. Geh den Text noch einmal durch. Meist gibt es nicht nur eine Stelle.

Und entschuldige Tippfehler
vom Trippelschritt
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Juni am 21 September 2017, 22:22:28
Hallo Oldlady :)

Ich fange mal mit der zweiten Frage an
- kommt etwas von Patricks Gehetztheit rüber (er wird verfolgt)
Schon in den ersten drei Sätzen, ja.
Zumal gehe ich davon aus, dass die Szene an einen Spannungsmoment anschließt, wenn der Moment mit dem Polizisten beschrieben worden war; also nimmt man als Leder schon eine gewisse Aufregung mit.
Zitat
- Könnt Ihr Euch gut vorstellen,  wie Patrick die Flucht aus der Gondel gelungen ist?
Bei mir kaum keine Vorstellung davon an; bin leider auch noch nie mit einer Gondel gefahren.
Zitat
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Ich verstehe irgendwie nicht, wo sich dieser Mast befindet. Man hat zwei Linien, also müsste gegenüber auch ein Mast sein, oder? Und ich nehme an, es ist ein Befestigungsmast für die Stahlseile der Gondel (oder woran sie auch immer hängen.)
Dann...
Zitat
An der Stütze der Seilbahn war eine fixe Leiter angebracht.
Eine Stütze ist im architektonischen Sinne grob betrachtet mit einer Säule vergleichbar – mein ohnehin schwammiges Bild vom Mast, der ein Stahlseile trägt, war weg.
Zitat
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.
Und jetzt habe ich gar kein Bild mehr... aber ich habe mir jetzt Bilder gegoogelt :) Ah so sieht das aus... wenn es die Laber-Seibahn in Oberammergau ist. Tatsächlich, es ist eine Stütze, also zwei mit Träger darüber; bei Mast dachte ich an einen Tragwerksmast.
Vllt:
Die ersten gegenüberstehenden Tragsäulen tauchten vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.

An der Stütze der Seilbahn auf seiner rechten Seite war eine fixe Leiter angebracht, etwa einen Meter entfernt.
Hinüberspringen? Er blickte in die Tiefe runter zum Boden. Unmöglich.
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Führungsrohr, das parallel zu der Gondel verlief und ein Pendeln der gegen den Mast verhindern sollte. Durch das Fenster war es zum greifen nah.

Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Rohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war.

Wenn man erst Führungsrohr erwähnt und dann nur Rohr, finde ich es weniger verwirrend.

Das war es dann auch...
Sonst kam ich flüssig und gut durch.

Liebe Grüße

EDIT: Ah ja, ich hatte auch erst gedacht, er währe nicht alleine in der Gondel und habe mich dann etwas gewundert, dass er es doch war.
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Mondstern am 22 September 2017, 01:57:35
Röööstgut!
Daran fehlt es bei uns doch in letzter Zeit ein bisschen ... also feste druff!

Hi Oldlady,

Gern
Allerdings … so wirklich auszusetzen habe ich nichts.
Flucht aus der Gondel verstehe selbst ich als „nicht-Bergmensch“. Gefühle sind okay. Dass er dabei sogar an Jana denkt, finde ich übrigens sehr realistisch.

Zitat
Diese Gondel war unglaublich langsam. Hätte er das gewusst, wäre er ins Tal hinuntergerannt.

Hmm …Weiß nicht … stört mich ein bisschen. Wenn man es eilig hat, ist alles viel langsamer … so würde ich es schreiben. Runterrennen ist wahrscheinlich nicht schneller, wenn ja, dann frag ich mich, wieso er diese Option nicht vor dem Ticketkauf in Erwägung zog.
9,50 Euro? Echt?  :deveek:

Zitat
Jetzt war der BMW genau richtig. Damit wäre er in einer Stunde am Innsbrucker Flughafen.

Wenn dort nicht eine Polizeistreife gerade das Nummernschild überprüfte … Machs ihm nicht zu einfach.  :devgrin:

LG Mondstern

Ich müsste die Buchstabengröße auf sechzehn stellen können.

Lieber Trippel,
Am einfachsten drückst du auf  „Zitat“. Den Text markieren und in ein word.doc kopieren. Dann kannst du dort die geeignete Schriftgröße einfach einstellen.

LG Mondstern
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: June am 22 September 2017, 11:30:35
Hi Oldlady,
 
ich merke mal etwas an (habe das der anderen nicht gelesen):

Zitat
Endlich – die Messstation der Berglauf-Strecke, dahinter die Seilbahnanlage, ein Gewirr von Sendemasten, ein Restaurant. (Die Aufzählung macht Tempo.) Hoffentlich fuhr die nächste Gondel bald.
Er rannte über die Terrasse, Köpfe drehten sich zu ihm, (Das nimmt dir Geschwindigkeit.) hinein ins Gebäude, zur Talfahrt.
Der Ticketverkäufer nickte ihm freundlich zu. „Griaß di. Host an guaten Lauf ghabt?“
„Ja, war super.“ Patrick zog den Geldbeutel aus der Hosentasche. Seine Hände zitterten, als er 9,50 Euro berappte. „Wie lang muss ich warten?“
„Ned lang. Glei gehts los. Guade Fahrt!“
Eine blaue Gondel ruckelte heran. Er stieg ein. (Ich finde eine Gondel irgendwie nicht das passende Fluchtmittel, vor allem, wenn man kopflos wegrennt, aber ich kann mir denken, dass der Berg wahrscheinlich zu steil ist, um anders runter zu kommen...)
Glück gehabt. Der Polizist konnte ihn nicht mehr einholen. Aber vielleicht hatte er schon Alarm geschlagen, und sie erwarteten ihn an der Talstation, um ihn festzunehmen …
Entnervend langsam schwebte die Gondel hinunter. Kein Wunder, die Anlage stammte aus dem Jahr 1957. (Die sind jetzt auch nicht schneller.)
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr. Er würde die Fliege machen.
Im Gefängnis zu sitzen wäre unerträglich. Er brauchte die Berge, Abenteuer, ein freies Leben.
Mit Jana war es sowieso aus. Eigentlich hatte es nie angefangen. Schade. (für mich zu viele "hatte" in den letzten paar und kommenden Sätzen) Sie hatte sich in seinem Kopf eingenistet, er begehrte sie, träumte von ihr. Warum nur? Wegen ihres warmen Lächelns, ihrer positiven Ausstrahlung? Oder weil sie ihn abgewiesen hatte? Schwamm drüber. Jetzt ging es um seine Freiheit, und das war wichtiger als alles andere.
Diese Gondel war unglaublich langsam. (Einmal erwähnen reicht.) Hätte er das gewusst, wäre er ins Tal hinuntergerannt. Bestimmt war Sebastian mittlerweile aufgewacht. War es möglich, einem Empfangskommando unten an der Seilbahnstation zu entgehen?
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Das Tempo seiner Kabine wurde immer langsamer. (habe dir die monotonen Satzanfänge mit "Artikel + Gegenstand unterstrichen, nimmt dir alles Tempo)
Auf einem gelben Schild war zu lesen: Dieser Stillstand ist betriebsbedingt. This stoppage is a normal consequence of operation.
An der Stütze der Seilbahn war eine fixe Leiter angebracht.
Hinüberspringen? Unmöglich.
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.
Sollte er …?
Die vom Tal kommende Kabine war nicht besetzt – perfekt. Einen Handy-Alarm konnte er jetzt überhaupt nicht brauchen. (?)
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, (dann quetschte er) er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr. Es war staubig, die Wölbung breit, kein guter Grip. Sein Herz raste, seine Kehle war trocken. Er baute Spannung im Körper auf und löste die linke Hand von der Fensterkante. Seine Beine schwangen ins Leere, seine Rechte drohte abzurutschen – schnell packte er mit der Linken das Rohr und schnappte rechts weiter zu seiner Befestigung, einem kantigen Metallteil mit einem Falz. Von dort zur Leiter zu hangeln war ein Kinderspiel. (Sehr schön.)
Einen Moment hielt er sich dort fest und keuchte.
Die Gondeln setzten sich wieder in Bewegung.
Eigentlich war das kein wirklich harter Boulder gewesen. Allerdings ein Highball – wenn man es nicht schaffte, war man tot.
Allmählich beruhigte sich Patricks Atem.
Eine strahlende Lebendigkeit erfüllte ihn, eine Euphorie, wie er sie nur selten bei seinen wilden Bergabenteuern erfahren hatte. 
Die Leiter runter und ab in den steilen Wald. Das Auto stand auf einem Parkplatz, der ein Stück von der Talstation entfernt war. Wenn die Bullen dort auf ihn warteten, konnten sie ihn nicht sehen. Und die Nummer würde der Polizei nichts nützen, er hatte sich den Flitzer seiner Mutter ausgeliehen, um auf Jana Eindruck zu machen. Jetzt war der BMW genau richtig. Damit wäre er in einer Stunde am Innsbrucker Flughafen.

Flucht ist tiptop, Gehetzheit naja. Für mich eher nicht, aber ich stelle mir das auch sehr schwer zu schreiben vor.
Alles in allem würde ich es dir abkaufen :)

LG, Ryrke
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Ryek Darkener am 23 September 2017, 21:14:56
Hallo Oldlady,

ich habe ein Problem mit der Gondel- Szene:

Zitat
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.

Bis dahin ist es klar. Nun ist er draußen, abgestützt mit den Händen am Fenster. Seine Füße baumeln. Ok so weit.

Zitat
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr.

… und stürzt ab, da er sich mit der Linken unmöglich allein halten kann. :diablo:

Zur anderen Frage: Da geht noch mehr. Hier wird die Gehetztheit zu viel erzählt, es gibt zu viele "Insights".


Trotzdem insgesamt eine gute Szene.

LG
Ryek
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: merin am 24 September 2017, 16:39:08
Hallo Oldlady,

super. Dann mal ran an den Speck:

Ein Erbslein:

Zitat
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.

Zitat
und schnappte rechts weiter zu seiner Befestigung

Das verstehe ich nicht. Schnappen kenne ich nur als etwas, was man mit dem Mund tut. Oder etwas schnappte oder man schnappt nach etwas.

Ansonsten:
Zitat
- Könnt Ihr Euch gut vorstellen,  wie Patrick die Flucht aus der Gondel gelungen ist?

Nur so ungefähr, weil ich nur grob weiß, wie die Gondelmasten aussehen. Das reicht mir aber.

Zitat
- kommt etwas von Patricks Gehetztheit rüber (er wird verfolgt)

Ja das kommt bei mir sehr gut an.

Ich hab die Szene gern gelesen und freue mich auf den nächsten Krimi!

@ Trippel: Du kannst auch den Browser zum Zoomen nutzen.

lg
merin
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 16:41:40
Hallo Trippel,

Zitat
Ein erklärender Textteil unterbricht das ganze Tempo und schmeißt alles an Spannung raus, was du gerade aufgebaut hast.


Dass in dem Abschnitt

Zitat
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr.

zu viel Erklärung steckt, ist richtig. Wobei ich denke, dass da in gekürzter Form schon etwas rein kann (Patrick macht sich Vorwürfe, dass er dumm reagiert hat, das gehört für mich zu seinem inneren Dialog).

Etwa so: Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Was für eine Riesendummheit, auf ihn loszugehen!

Ich werde den Text noch weiter auf Spannungs-Unterbrechungen abklopfen.

Vielen Dank!

Liebe Grüße

Oldlady
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 17:00:03
Hallo Juni,

Zitat
Zitat
- Könnt Ihr Euch gut vorstellen,  wie Patrick die Flucht aus der Gondel gelungen ist?

Bei mir kaum keine Vorstellung davon an; bin leider auch noch nie mit einer Gondel gefahren.

Dass jemand das nicht kennt, überrascht mich. Aber vielleicht ist das in Deutschlands nördlicheren Gefilden anders als bei mir in Bayern. Dass Du Dir dann nicht viel darunter vorstellen kannst, ist verständlich. Aber ich fürchte, wenn ich eine Szene liefere, bei der das Gondelfahren genauer erklärt wird, finden das die meisten unnötig.

Zitat
Zitat
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Ich verstehe irgendwie nicht, wo sich dieser Mast befindet. Man hat zwei Linien, also müsste gegenüber auch ein Mast sein, oder?

Nein, alle  Seiltrassen sind an einem Mast.

Das ist ja nett, dass Du die Seilbahn am Laber sogar gegoogelt hast!

Zitat
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.


Hier wäre Führungsrohr vielleicht günstiger/verständlicher. Guter Tipp!


Vielen Dank, Juni!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 17:09:57
Hi Mondstern,

herzlichen Dank!

Zitat
Allerdings … so wirklich auszusetzen habe ich nichts.
:cheer:


Zitat
Zitat
Diese Gondel war unglaublich langsam. Hätte er das gewusst, wäre er ins Tal hinuntergerannt.


Hmm …Weiß nicht … stört mich ein bisschen. Wenn man es eilig hat, ist alles viel langsamer … so würde ich es schreiben. Runterrennen ist wahrscheinlich nicht schneller, wenn ja, dann frag ich mich, wieso er diese Option nicht vor dem Ticketkauf in Erwägung zog.
Für etwa 600 Höhenmeter braucht diese Gondel eine halbe Stunde (soweit ich mich erinnern kann). Ein Bergläufer ist da nicht viel langsamer. (Gute Läufer schaffen locker 1000 Höhenmeter bergauf in einer Stunde). Wer die Laberbahn   nicht kennt, ist  überrascht. Sie ist eine der langsamsten Seilbahnen, mit der ich je gefahren bin.

Zitat
9,50 Euro? Echt?
Ja, das kostet die Talfahrt.
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 17:30:22
Hallo Ryrke,

herzlichen Dank!


Zitat
Eine blaue Gondel ruckelte heran. Er stieg ein. (Ich finde eine Gondel irgendwie nicht das passende Fluchtmittel, vor allem, wenn man kopflos wegrennt, aber ich kann mir denken, dass der Berg wahrscheinlich zu steil ist, um anders runter zu kommen…)
Man kann leicht runterrennen. Aber im Normalfall ist eine Seilbahn schneller als ein Läufer. Nur in diesem Fall hat Patrick Pech gehabt – er ist an eine uralte, lahme Bahn geraten.

Zitat
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr. Er würde die Fliege machen.
Du hast jedes "würde" grün markiert (was übrigens unpraktisch ist, wenn ich Dich wiederum zitiere). Ich nehme also an, dass sie Dich in der Häufung stören. Da ist was dran … ich werde den Abschnitt kürzen, weil er Tempo nimmt, dann entfallen einige oder alle.

Zitat
Eigentlich hatte es nie angefangen. Schade. (für mich zu viele "hatte" in den letzten paar und kommenden Sätzen) Sie hatte sich in seinem Kopf eingenistet

Die Häufung kleiner Wörter haben wir schon öfter diskutiert. Mich stört das nicht so sehr wie Dich.  Wobei ich finde, dass „hatte“ ein Wort ist, das eher Tempo bremst. Tatsächlich ist es hier in Häufung eher ungünstig.

Zitat
Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.
Der erste Mast tauchte vor ihm auf, dahinter eine Gondel, die vom Tal heraufschaukelte.
Das Tempo seiner Kabine wurde immer langsamer. (habe dir die monotonen Satzanfänge mit "Artikel + Gegenstand unterstrichen, nimmt dir alles Tempo)

Ich denke auch, dass im Normalfall die Satzanfänge variieren sollten, glaube aber nicht, dass das Tempo nimmt. Im Gegenteil: Hier müssen die Fakten Schlag auf Schlag kommen, in der Reihenfolge, wie sie der Prota wahrnimmt. Schriebe ich etwa: Um herauszuklettern, wäre die Öffnung groß genung“, so wäre das nicht gut. Denn er sieht zuerst die Öffnung – denkt: okay, groß genug ... 

Zitat
Patrick musterte das dicke, mehrere Meter lange Rohr, das ein Pendeln der Gondel gegen den Mast verhindern sollte.
Sollte er …?
Hier finde ich die Dopplung von "sollte" durchaus erträglich. Geschmackssache.

Zitat
Eine halbe Drehung, (dann quetschte er) er quetschte ein Bein

hier würde das „dann“ Tempo nehmen.

Zitat
Er baute Spannung im Körper auf und löste die linke Hand von der Fensterkante.

Würde er keine Spannung aufbauen beim Weitergreifen, so würde er herunterfallen. Er weiß als Kletterer, wie man so etwas macht.

Zitat
Gehetzheit naja. Für mich eher nicht, aber ich stelle mir das auch sehr schwer zu schreiben vor.

Nicht unbedingt. Ich habe dabei einige Fehler gemacht.

Zitat
Alles in allem würde ich es dir abkaufen
:)
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 17:37:04
Hallo Ryek,

vielen Dank!

Zitat
Zitat
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.

Bis dahin ist es klar. Nun ist er draußen, abgestützt mit den Händen am Fenster. Seine Füße baumeln. Ok so weit.

Was Du hier missverstanden hast, ist, dass er sich jetzt noch am Fenster abstützt. Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.

Zitat
Zitat
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr.

… und stürzt ab, da er sich mit der Linken unmöglich allein halten kann
Das wäre nur der Fall, wenn er noch immer aufgestützt wäre. Man kann durchaus an einem Arm hängen, wie zahllose Cliffhanger-Filme beweisen.

Zitat
Da geht noch mehr. Hier wird die Gehetztheit zu viel erzählt, es gibt zu viele "Insights".

Stimmt. Wird verbessert.
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: merin am 24 September 2017, 18:42:41
Hast du meine Röstung gesehen?
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 24 September 2017, 19:19:54
Natürlich, merin! Danke dafür. Ich war aber nach Beantwortung der andren Röstungen etwas abgeschlafft – und  habe es auf morgen verschoben. Ich will ja angemessen reagieren und nicht in müdem Zustand.


Liebe Grüße

Oldlady
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: merin am 24 September 2017, 20:19:12
Das verstehe ich gut.
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: June am 24 September 2017, 20:20:45
Erst mal schön, dass ich wenigstens in ein paar Punkten hilfreich sein konnte :)
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Trippelschritt am 25 September 2017, 11:50:45
Hallo Trippel,

Zitat
Ein erklärender Textteil unterbricht das ganze Tempo und schmeißt alles an Spannung raus, was du gerade aufgebaut hast.


Dass in dem Abschnitt

Zitat
Patrick war des Mordes verdächtig, die Sache mit Jürgen würde herauskommen, sein Pseudo-Vater würde ihn enterben. Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Einen Moment lang nur hatte Patrick rot gesehen, sein Verstand hatte ausgesetzt. Was für eine Riesendummheit, auf Sebastian loszugehen!
Für die Fingerabdrücke auf dem Helm gab es auch andere Erklärungen, er hatte mit Bruno im gleichen Urlaubsdomizil gelebt und war mit ihm im Klettergarten gewesen.
Es spielte keine Rolle mehr.

zu viel Erklärung steckt, ist richtig. Wobei ich denke, dass da in gekürzter Form schon etwas rein kann (Patrick macht sich Vorwürfe, dass er dumm reagiert hat, das gehört für mich zu seinem inneren Dialog).

Etwa so: Dieser Polizeibergführer hatte alle seine Pläne kaputt gemacht. Was für eine Riesendummheit, auf ihn loszugehen!

Ich werde den Text noch weiter auf Spannungs-Unterbrechungen abklopfen.

Vielen Dank!
Liebe Grüße
Oldlady

Hallo Oldlady,
ich war wohl etwas knapp mit meinem Kommentar, aber ich kann zurzeit nicht immer, wie ich will.
Es ging mir weniger um die Info als um die Erklärung. Da ist der Leser ganz beim Helden. Und dann kommt plöztzlich eine Stimme aus dem Off mit einer Erklärung. Das geht nicht.
Was du aber machen kannst, wenn die Info wichtig ist, ist, in den Kopf des Helden zu gehen. Etwa so: Da hatte sich aber auch alles gegen mich verschworden. Erst dies .... dann das .... und zum Schluss auch noch ...

Dann bleibt der Leser bei der Figur und es kann weiter gehen. Aber auch das nimmt Tempo raus. Überleg es dir, was die beste Lösung ist.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 25 September 2017, 12:41:51
Hallo merin,

herzlichen Dank!

Zitat
Er blickte auf den Korridor zwischen den Fichten hinunter. Die Kabine hatte ein Schiebefenster. Die Öffnung wäre gerade groß genug, um herauszuklettern … aber er war hier viel zu hoch oben für einen Sprung auf den Boden.

Erbse wird rausgepickt. Hast Recht!

Zitat
Zitat
und schnappte rechts weiter zu seiner Befestigung

Das verstehe ich nicht. Schnappen kenne ich nur als etwas, was man mit dem Mund tut. Oder etwas schnappte oder man schnappt nach etwas.

Er schnappt nach rechts weiter  (das „nach“ hatte gefehlt, danke!)

Ich hab die Szene gern gelesen und freue mich auf den nächsten Krimi!

 :cheer:

Das war hilfreich.  Auch Erbsen sind wichtig!

Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 25 September 2017, 12:44:05
Hallo Ryrke,

wir sind nicht immer einer Meinung bei den kleinen Wörtern. Trotzdem ist es gut, wenn Du mich auf Häufungen hinweist, die Dich stören. Also: Du warst mehr als nur "ein bisschen hilfreich"!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 25 September 2017, 12:46:50

Hallo Trippel,

ich denke ich habe auch Deine kurze Erklärung verstanden.

Zitat
Was du aber machen kannst, wenn die Info wichtig ist, ist, in den Kopf des Helden zu gehen. Etwa so: Da hatte sich aber auch alles gegen mich verschworden. Erst dies .... dann das .... und zum Schluss auch noch ...

Dann bleibt der Leser bei der Figur und es kann weiter gehen. Aber auch das nimmt Tempo raus. Überleg es dir, was die beste Lösung ist.

Ich überlege, ob ich die Infos woanders hinpacke. Das könnte klappen und würde das Tempo sicher verbessern.

Vielen Dank!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: June am 25 September 2017, 15:22:18
 :rotwerd: :rotwerd: :rotwerd:

Danke!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Ryek Darkener am 25 September 2017, 19:26:23

Zitat
Zitat
Er drückte das Schiebefenster herunter bis zum Anschlag, ergriff mit beiden Händen die Metallkante des Rahmens, stemmte sich hoch und schob seinen Oberkörper ein Stück weit durch die Öffnung. Eine halbe Drehung, er quetschte ein Bein hindurch, das andere Bein folgte. Ein Ruck in den Armen, er hing an der Außenseite der Gondel.

Bis dahin ist es klar. Nun ist er draußen, abgestützt mit den Händen am Fenster. Seine Füße baumeln. Ok so weit.

Was Du hier missverstanden hast, ist, dass er sich jetzt noch am Fenster abstützt. Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.

Zitat
Zitat
Die Kabine stand still. Sie befand sich genau an der Stelle, wo das Führungsrohr durch eine Strebe mit dem Mast verbunden war. Jetzt! Patrick streckte die rechte Hand hinüber zu dem Rohr.

… und stürzt ab, da er sich mit der Linken unmöglich allein halten kann
Das wäre nur der Fall, wenn er noch immer aufgestützt wäre. Man kann durchaus an einem Arm hängen, wie zahllose Cliffhanger-Filme beweisen.


Ok. Wenn er am Fenster mit beiden Armen hängt und die Entfernung passt, dann sollte das klappen.
Zitat
Nachdem er beide Beine draußen hat, folgt ein Ruck in den Armen - das heißt, er lässt sich schnell an der Kante herab und hängt nun  mit ausgestreckten Armen dran.
Das Textstück hat mir gefrehlt.  :biggrin:
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 25 September 2017, 23:16:59
Stimmt, das fehlt. Muss ich noch einbauen. Danke!!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: Oldlady am 12 Oktober 2017, 13:31:45
Liebe Mods,

hier kann dann geschlossen werden.

Vielen Dank!
Titel: Re: Flucht aus der Gondel
Beitrag von: merin am 12 Oktober 2017, 15:48:17
 :cheer: :closed: