15 August 2022, 09:35:27

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Theorie / Re: Schreiben auf dem Tablet?
« Letzter Beitrag von Cimglett am 14 August 2022, 22:51:39 »
Das mit dem Handy schockt mich jetzt auch. Da ginge mir das Tippen viel zu langsam. Und bei Textnachrichten vertippe ich mich auch ständig, was mir am Computer selten passiert.
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von Cimglett am 14 August 2022, 22:50:23 »
merin, du ahnst gar nicht, wie sehr du mit einigen deiner Worte ins Schwarze meines Buches triffst ...  :devgrin:

Finde eure Tipps super. Vielen Dank.
Auch das mit "2 Szenen später weiterschreiben". Das habe ich mich noch nie getraut! Ich bin einfach sehr perfektionistisch, will da chronologisch vorgehen ... Aber dann denke ich mir: Wenn es mich schon beim Schreiben langweilt, dann langweilt es später auch den Leser.

Eines meiner früheren Hauptprobleme war, dass ich nicht genug Ideen in der Idee hatte. Nicht genug Plot, sozusagen. Oder dass sich Teile des Plots wiederholten (Beispiel aus meinem 1. Teenagerbuch, don't judge: Jugendliche sind im Wald und müssen rausfinden, sie werden immer wieder von Tieren angegriffen. Es sind zwar immer andere Tiere und es geht anders aus, aber es hat sich so natürlich wiederholt, ohne dass es den Plot wirklich weitergebracht hat.).
Dem will ich jetzt vorbeugen. Meine aktuelle Idee hat zumindest sehr viel Spielraum dafür. Aber mir fällt es manchmal trotzdem schwer, so viele Ideen auszuarbeiten.
Meine Mutter sagte einmal, nachdem sie etwas von mir gelesen hatte: "Habe gerade zwei Kapitel gelesen und nichts ist passiert. Bei Schriftsteller xy passiert auf 5 Seiten so viel ..."
Gut, das war eine alte Arbeit. Ich versuche mich ja zu bessern :)

Schreiben funktioniert bei mir eigentlich nur, wenn ich Lust habe und es sozusagen von innen heraus kommt. Natürlich kann ich mich auch dazu zwingen, etwas zu Papier zu bringen, aber dann wird es erfahrungsgemäß nie gut. So ist das übrigens auch mit Songs - entweder es sprudelt heraus oder ich kann stundenlang vergebens herumprobieren.
Vielleicht ändert sich das noch.

Bilder von Charakteren suchen: Oh ja, mache ich auch immer.
Sammeln, sammeln, sammeln. Sehr sympathisch. :)
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Theorie / Re: Schreiben auf dem Tablet?
« Letzter Beitrag von merin am 14 August 2022, 22:24:47 »
Echt, du schreibst auf dem Handy? Ich breche mir schon bei Chatnachrichten voll einen ab. Wie machst du das?
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von merin am 14 August 2022, 17:21:22 »
Hi Cimglett,

ich kenne das auch. Ich bin immer noch dabei zu versuchen, herauszufinden, wie ich als Autorx funktioniere. Ich glaube, dass es wichtig ist, herauszufinden, was dich bei der Stange hält. Bei mir sind das die Charaktere. Ich habe ein Thema, das mich interessiert, und dann trudeln die Charaktere ein. Ich habe nun mein Debüt, einen Zweiteiler und eine Novelle geschrieben und kann sagen, dass es so scheint, dass ich eher nicht plotten kann. Weil meine Protas einfach nicht machen, was sie sollen. Wenn ich sie zwinge, wird es unorganisch, die reinste Qual. Wenn ich sie von der Leine lasse, wird es Chaos und Klischee. Also plotte ich mittlerweile auf Sicht, immer so einige Kapitel im Voraus und dann so ein oder zwei große "Türen", durch die die Charaktere durch müssen. Das können Beziehungs- oder Storythemen sein oder innere Entwicklungen.
Wenn eine vorgeplottete Szene mich langweilt, was vorkommt, schreibe ich manchmal einfach zwei Szenen später weiter. Dann fehlen da mittendrin auch mal drei Szenen. Wenn die mich dann Wochen später immer noch langweilen, zwinge ich mich auch mal und schreibe was hin. Ich überlege, was in diesen Szenen passieren soll, was sie für eine Funktion haben. Was ich brauche. Ich lasse liegen und schreibe sie später. Wenn das aber bei der Überarbeitung immer noch nicht funkt, dann suche ich intensiv nach dem Grund. Dazu muss ich mich meist mit Leuten austauschen, über die Szenen reden oder schreiben. Die Szenen landen mitunter hier auf dem Rost. Manchmal platzt dann der Knoten und ich kann die Szenen schreiben, manchmal kippe ich sie in die Tonne und merke, dass sie eine Sackgasse waren.

So oder so merke ich, dass es für mich eine Mischung aus Disziplin und Freilassen ist. Ich brauche eine gewisse Struktur, um in kreative Prozesse zu kommen und dazu gehört auch manchmal zu sagen: Heute schreibst du einen Entwurf für Szene xy. Das Wort "Entwurf" entlastet mich dabei sehr, aber ein bissel Druck braucht es mitunter schon. Wie ist das bei dir?

So far ...
merin
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von diffusSchall am 14 August 2022, 10:59:08 »
Ich mache das auch genau so. Sammeln, sammeln, sammeln...

Bei mir ist da am Anfang eine vage Idee oder eine konkrete Szene ohne echten Plott, die aber den Vibe der Story schon mitbringt. Nie eine komplette Story (bisher). Manchmal schreibe ich kurze Texte und Szenen, um diese Stimmung zu festigen oder einen Charakter zu formen.
Ab da spiele ich mit möglichen Charakteren herum, die wiederum Storyideen triggern. Ich interviewe sie.
Und ich sammle Details zum Worldbuilding. Ich bin ein visueller Typ: Ich grase auf Pinterest zu meinem "Thema" passende Bilder ab und lasse mich davon inspirieren. Zum Teil erstelle ich tatsächlich eigene Grafiken und Charakterbilder.
Irgendwann hat diese Sammlung von Fragmenten eine kritische Masse erreicht und dann fallen einfach ein paar Puzzelstück an ihren Platz und es formt sich ein Plott und mehr.

Ich hab als Landscaper angefangen. Also ganz ähnlich wie Paul einfach drauf los geschrieben. Das ist unglaublich befriedigend. Ich weiß aber heute, dass mich das später zu viel Nerven kostet. Weil ich den Plott zurechtbiegen muss, damit daraus eine lesbare Geschichte wird. Bei meinem aktuellen Romanprojekt habe ich versucht, alles bis zum einzelnen Kapitel vor zu planen. Das hat nicht funktioniert. Letztlich ist daraus ein Verhältnis von 2/1, Plotten zu Offenlassen, geblieben. Das scheint für mich ganz gut zu funktionieren. Jetzt habe ich die nötige Struktur, um einer Story gezielt zu folgen und trotzdem noch genug Freiheiten, um den Kopf beim Schreiben ab zu schalten.

Ich kann dir nur raten, dich da einfach aus zu probieren.
Die für dich richtige Arbeitsweise wird sich von allein einstellen.
Nichts erzwingen und verkrampfen.
Und: Schreibflauten kommen immer wieder mal. Der innere Schweinehund will manchmal böse getreten werden.


LG
Frank
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von Cimglett am 13 August 2022, 21:09:59 »
Danke für eure Tipps!!

Mit das schönste an diesem Forum ist für mich, dass mich endlich mal jemand versteht. :)
Ich habe keine Freunde, die auch schreiben oder dergleichen ...

Ich nehme daraus mit, dass in der ersten kreativen Phase die "Chaosmethode" gar nicht schlecht ist. Erstmal alles aufschreiben, was einem so einfällt, ob es nun Charaktere, Szenen oder Handlungsstränge sind. Im zweiten Schritt werde ich dann alles in eine Ordnung bringen und Lücken auffüllen. Und dann geht's ans Schreiben!
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Teufelsblick / Re: Federteufel im Web
« Letzter Beitrag von merin am 13 August 2022, 20:37:22 »
Interessant. Elektronische Musik, die auf mich tranceartig wirkt.
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von Paul am 13 August 2022, 13:00:52 »
Hi Cimglett

Ich bin nicht gerade der Profi, was das Fertigstellen von Romanen angeht, doch habe ich es immerhin nach gut zehn Jahren geschafft, mein Romanprojekt zum ersten Mal komplett abzuschließen (d.h. zu einem Ende zu bringen, ohne dass es deswegen schon fertig wäre).

Was ich bei dir heraushöre ist eine Ambivalenz zwischen "einfach losschreiben" und "ich muss doch meinen Roman irgendwie strukturieren, plotten,..."

Ich selbst schreibe nur zum Hobby, so habe ich mir (vor allem am Anfang) viele Umwege erlaubt. Doch mein Anfang lief ähnlich wie bei dir: da war eine Idee - und viele verschiedene Szenen.

Ich mochte dieses Schreiben. Es hatte einen "Flow", der mich jedes mal neu in meine Romanwelt entführte. Und es hatte eine große Freiheit. Doch irgendwann reichte das nicht mehr aus. Ich verzettelte mich. Mein Roman ging nicht mehr richtig weiter. Die Szenen hatten kein Flair.

Ich habe dann alles Mögliche probiert (Stichwort: Umwege). Ich habe die Perspektive gewechselt (von Ich zu Er), ich habe verschieden Erzählpersonen eingeführt, verschiedene Zeitebenen, ich habe mich an einzelnen Szenen verzettelt, die ich möglichst perfekt machen wollte, damit ich eine überzeugende "Erzählstimme" bekam, ...

Das alles war wichtig für mich. Ich lernte dadurch viel über das Schreiben. Meinem Roman hat es leider trotzdem nicht geholfen. So ließ ich ihn erst einmal liegen (nicht die schlechteste Idee) und schrieb eine Reihe von Kurzgeschichten. Ich lernte mehr über das Handwerk (auch immer gut) und setzte mich dann noch einmal an meinen Roman.

Ich entwarf einen Plot mit verschiedenen Höhepunkten und einer Storyline - (Material hatte ich nun ja genug). Dies ging mit dem nötigen Abstand nun viel einfacher. Ich sah die klareren Lininen, dort, wo ich mich zuvor verzettelt hatte.

Ich überarbeitete die ersten 300 Seiten, die ich schon recht weit geschrieben hatte - ich erzählte sie einfacher, ohne viel litarischen Tamtam, dafür aber näher an meinen Personen, die ich durch meine "Vorarbeiten" ja mittlerweile gut kennengelernt hatte - und die letzten 150 Seiten rutschten dann im Anschluss einfach so durch.

Dabei hat mir ein Tipp eines Schreibratgebers geholfen. Er sagt: erst ein Konzept erstellen, und dann schreiben. Aber beim Schreiben das Konzept auch wieder "vergessen".

Genau das habe ich gemacht. Auch wenn das hieß, alte "Stücke", die ich gut fand, wieder wegzuwerfen. Auch wenn das hieß, das Konzept zu verlassen, weil einem beim Schreiben eine andere Wendung eingefallen ist, die einen in diesem Moment mehr überzeugt hat, ...

Gerade diese Mischung zwischen "Planen" und "im Flow schreiben", machte es am Ende für mich aus. Beides ist nötig. Und beides hat seine Grenzen. Zuviel Planung macht das Schreiben langweilig und lässt die Story konstruiert erscheinen. Zuviel Freiheit und Flow, und die Story ufert aus und verliert sich irgendwo.

Von daher kommt es nach meiner Erfahrung auf die richtige Mischung dieser beiden Elemente an. Wie diese Mischung dabei für dich aussieht, musst du selbst herausfinden. Ich glaube, es gibt dafür kein Patentrezept. Jede und jeder schreibt anders. Die eine braucht mehr Planung, der andere mehr Freiheit. Und manchmal ist es nötig, etwas auch einmal ganz loszulassen, weil man sonst zu sehr verkrampft.

Von daher: finde die richtige Mischung für dich. Und wenn es beim ersten Mal noch nicht geklappt hat, sieh dies nicht als ein Versagen an, sondern als ein Lernschritt. Vielleicht braucht es ja auch erst noch ein anderes Projekt - bei dem du neu einsteigen kannst, mit dem Wissen, das nun mitbringst. Und vielleicht kannst du dann - mit dem nötigen Abstand - hinterher auf einmal auch deinen ersten Roman wieder mit Freude weiterschreiben.

Was mich dabei die ganze Zeit über an der Stange gehalten hat, waren neben der Freude am Schreiben vor allem die Personen in meinem Roman. Sie wurden mir immer wichtiger (auch die Nebenpersonen), auch und gerade dort, wo sie etwas völlig Dummes anstellten,...

Von daher mein Tipp: nimm dir Zeit für deine Personen. Sie tragen deine Geschichte. Je besser du sie kennst, umso lebendiger werden deine Szenen, umso mehr Freude macht es dir, diese Szenen zu schreiben, umso leichter fällt es dir, die Story weiterzuführen. Weil dich deine Personen durch deine Geschichte tragen und du sie dabei nur ein Stück auf ihrem Weg begleiten musst.

Dir alles Gute beim Schreiben

 :copc: Paul
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von LaHallia am 13 August 2022, 10:41:25 »
So hätte Vorhaus für ein altes Projekt von mir ausgesehen. Das muss gar nicht schön ausformuliert sein. Aber es sind Motivation der Prota, die drei Türen, Wendepunkte, oder wie auch immer man sie nennen will drinnen, sowie ein klarer Anfang und ein klares Ende.

Achtung Triggerwarnung

Tuva Borger ist ein 17jähriges Mädchen aus Berlin.
Ihr inneres Bedürfnis nach Anerkennung, Gerechtigkeit und Liebe versucht sie zu überspielen, indem sie provoziert, sich schließlich prügelt und zum ersten Mal den Kick des Gewinnens verspürt, der schnell zur Sucht wird und Tuva das Gefühl gibt, ihr Leben im Griff zu haben.
Alles ändert sich, als einige ihrer Opfer sich rächen, indem sie Tuva vergewaltigen. Sie versteckt sich, versucht sich so unauffällig wie möglich zu kleiden und das schreckliche Ereignis zu verdrängen, indem sie einfach weiterlebt, zur Schule geht ...  zunächst gelingt ihr das. Der Knüppel kommt geflogen, als sie einen der Täter durch Zufall in der Stadt entdeckt. Ihre Selbstbeherrschung unterliegt einem irregeleiteten Bedürfnis nach Gerechtigkeit, sie tickt aus und sticht mit dem Messer zu.  In dem Glauben, ihn getötet zu haben, erreicht sie ihren Tiefpunkt, indem sie ihr eigenes Handeln ablehnt und Reue und Abscheu für ihre Taten empfindet. Sie glaubt ihr Leben verpfuscht, ihrem starken Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit folgend, zeigt sie sich selbst an. Weil sie damit ein deutliches Zeichen setzt, ihr Leben ändern zu wollen, besucht sie ihr Ex in der U-Haft, dem sie schließlich die Geschichte mit der Vergewaltigung erzählt, welche strafmildernd berücksichtigt wird - sie erfährt Gerechtigkeit, indem sie für ihre Taten geradestehen muss und die Anerkennung und Liebe ihres Ex-Freundes zurückgewinnt und ihr Leben in die richtige Bahn lenkt.
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Schreibmethoden / Re: Struggle - wie fange ich an?
« Letzter Beitrag von LaHallia am 13 August 2022, 10:35:54 »
Hi Cimglett,

hach ja, diese chaotischen Anfänge immer gell?
Ich hab eine ähnliche Herangehensweise wie du. Ich hab eine grobe Idee, meistens ein bis zwei Charaktere und einige "Probeszenen".
Ich plotte sehr exzessiv, aber wenn das nichts für dich ist, könnte ich dir die Methode nach Vorhaus empfehlen. Meist beginne ich damit, bevor ich mit "Bell" weitermache.

Hier mal der Link zu Vorhaus:
https://www.federteufel.de/forum/index.php/topic,142.msg1700.html#msg1700

Ich glaube, diese Methode könnte passen, weil sie dich nicht zu sehr einschränkt, aber trotzdem alle wesentlichen Plotpunkte/Höhepunkte verlangt. Im Endeffekt hast du am Ende ca eine halbe Seite Text, in der die 3-Akt Struktur erzählerisch festgehalten ist.

Vielleicht wär das ja was?

Liebe Grüße
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