28 Februar 2020, 06:14:21

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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von Salamander am 23 November 2019, 15:19:34 »
ich werde beide Ansätze bei der Arbeit im Hinterkopf behalten, danke, merin.
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von merin am 20 November 2019, 13:07:09 »
Okay. Und wenn du nun mal versuchst, mit dem Finger auf die Stellen zu tippen, die für dich spannend sind, wo landest du? Vielleicht hilft es, zu tippen, dann einen Schritt zurückzutreten und zu schauen, wie ein Prota geschaffen sein muss, um das zu tragen. Dann sollte doch irgendwie eine spannende Prota rauskommen.

Eine andere Idee wäre, dass du mal aufmerksam liest und schaust: Welche Sorten Prota interessieren dich. Warum? Und dann versuch, es nachzumachen.
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Federfutter / Re: Was lest ihr gerade? ab 2018
« Letzter Beitrag von Paradieseule am 17 November 2019, 13:16:02 »
Die Liebe im Ernstfall – Daniela Krien - Diogenes

Das ist Erzählkunst. Kaum ein Dialog durchbricht die Erzählung. Mühelos springt sie zwischen den Zeiten. Die Autorin erzählt die Geschichte einzelner Frauen. Einfühlsam und mit sprachlicher Brillanz. Noch stecke ich mitten in der Geschichte und lasse mich gerne mitnehmen. Folge den unterschiedlichen Spuren der Frauen, verstehe vorbehaltslos ihre Welt und ihre Perspektiven.
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von Salamander am 16 November 2019, 13:51:25 »
Hallo  Viskey und merin,
ja ich glaube, mein erstes Projekt habe ich zerdacht. :devgrin:
Dieses Projekt hat seine Triebkraft nicht aus der Protagonistin bekommen, sondern aus der Geschichte, aus dem Plot. Es gibt einige interessante Nebenfiguren, auch der Antagonist ist interessant. Nur die Protagonistin eben nicht. :devgrin:
Mein neues Projekt bezieht sein Pulver ebenfalls aus dem Plot, aus der Handlung, aber hier bin ich noch nicht desillusioniert bezüglich der Figuren.
LG Salamander
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von merin am 13 November 2019, 21:38:14 »
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass eine Prota langweilig ist, weil ich ja protagetrieben schreibe. Wenn also bei dir der Prota langweilig war, was war es dann, was dich an deinem ersten Romanprojekt interessierte? Vielleicht ist es ja gar nicht dein Ding, von der Prota auszugehen und es ist besser, von dem auszugehen, wo dein Herz hängt?
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Theorie / Re: Beiträge Berlin-Workshop 2019
« Letzter Beitrag von kass am 12 November 2019, 18:45:30 »
Umgang mit Schreibblockaden

Es wird ja so viel zum Schreiben gesagt und geschrieben, dass es – mich zumindest – auch sehr demotivieren kann. Ich lese dann solche Sätze:

Du musst jeden Tag schreiben.
Schreib jeden Tag mindestens eine Stunde.
Bevor du schreibst, sollst du die Handlung in einem Satz zusammenfassen.
Du musst einen Plot haben, bevor du schreibst.
Bevor du schreibst, musst du deine Arbeit organisieren.
Du musst deine Figuren mit all ihren Macken und Eigenschaften kennen. Du musst die Charaktere bis ins Detail ausarbeiten.
Behandle das Schreiben wie einen Job.

Mich persönlich nerven all diese Tipps. Sie sind nichts für mich. Weder kann ich in einer Stunde die Muße finden, mir schöne Szenen durch den Kopf gehen zu lassen und sie dann auch noch zu Papier bringen, noch will ich meine Charaktere von Vorneherein in Schubladen pressen. Das zieht mir die Freude am Schreiben aus den Knochen. Auch mag ich die Spannung, wenn ich eben nicht weiß, was welche Figur nun wieder ausheckt.

Die folgenden Anregungen zu Schreibblockaden habe ich auf der Seite von tredition gefunden. Das, was dort ausgeführt wurde, erscheint mir stimmiger als die gerade aufgeführten “Regeln”.

Gründe für Schreibblockaden gibt es viele: Zeitdruck, mangelnde Pausen oder Inspirationen, zu hohe Ansprüche, Versagensängste, unorganisierte Rangehensweise, (zu) komplexe Strukturen der Geschichte.

Was also tun, wenn es nicht so recht will?

1. Sich Ziele setzen, ohne sich selbst zu stark unter Zeitdruck zu setzen. (Leichter gesagt als getan :))
2. Versuchen, eine Schreibroutine zu erlangen. Das muss nicht täglich sein, kann auch beispielsweise jeden Sonntag Nachmittag sein, aber es soll förderlich sein, wenn man diese Routine tatsächlich beibehält.
3. Ordnung. Ein gut durchstrukturiertes Buchkonzept, keine losen Blätter, gut organisierte Ablage der Ideen und Handlungsstränge, all solche Dinge können helfen.
4. Sich Zeit lassen für Ideen und Inspirationen
5. Schreibübungen können hilfreich sein.
6. Zwischendurch mal (kurze) Pausen einlegen, um mal auf andere Gedanken zu kommen, aber nicht zu lange Pausen machen, die einen rausreißen aus dem Schreiben.
7. Den Perfektionsdrang ablegen, Fehler zulassen. Einfach schreiben, dann kommen auch eher mal hübsche, ungeplante Wendungen.
8. Lesen. Von Lieblingsautoren lernen. Sich in Erinnerung rufen, wie schön das Lesen und das Schreiben ist.
9. Wenn der Kopf leer ist, einfach mal raus. Bewegung hilft. Eine Runde Kraft und Motivation schöpfen, vielleicht auch neue Ideen kriegen, vielleicht auch nicht. Egal. Es ist ok, wenn es nicht läuft. Es geht halt nicht immer.
10. Wenn die Blockade anhält und du nicht weißt, wie du ihr entrinnen kannst, diese Tipps nicht helfen, dann rede. Mit anderen Autoren, die auch schon in solchen Situationen gesteckt haben. Die vielleicht noch andere Tipps haben, die dir helfen könnten. Oder vielleicht hilft es auch schon zu wissen, dass du damit nicht allein bist und es überwindbar ist.

Es ist wohl für jeden Schriftsteller anders, was dem einen hilft, kann den anderen hemmen. Mir steckt ein Effektivitätsdrang in den Knochen, den ich natürlich auch aufs Schreiben transportiere und den ich gerade versuche abzulegen. Halt noch ein Prolog, egal, noch ein Versuch. Kann auch mal danebengehen. Das paart sich natürlich auch mit Zeitdruck. Endlich hab ich mal Zeit, wieder zu schreiben, dann soll da auch was Vernünftiges bei rauskommen. Damit tue ich mir selbst keinen Gefallen. Ich liebe den Sog, den eine begonnene Geschichte bei mir auslöst, weil ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht, aber gleichzeitig hadere ich damit, mich diesem Sog hinzugeben, denn dann laufe ich Gefahr, alles andere beiseite zu schieben. Dann fällt es mir noch schwerer, die vielen komplizierten Probleme, die mir vor der Nase stehen, anzugehen. Und wenn ich eben keinen Plot habe, dann verrenne ich mich auch mal in der Geschichte und stecke fest. Dann kommt es nicht von allein, weil die Figur es mir sagt. Und dann müsste ich eigentlich plotten, will es aber nicht.

Zum Glück bin ich durch unser Treffen ein Stück weit auf den Geschmack gekommen. Ich hab tatsächlich Lust, mir ein grobes Gerüst zu bauen. Nicht zu viel, um den Spaß nicht zu verderben. Ich bin sehr gespannt, wie es mir damit ergehen wird.

So viel von meiner Seite zu diesem Thema. Ich wünsche allen Teufeln viel Freude am Schreiben! :coffee:
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von Viskey am 11 November 2019, 20:27:09 »
Vielleicht zerdenkst du das auch einfach zu sehr? Setzt dich mittlerweile schon selbst so unter Druck, dass es nichts mehr werden kann?

Wenn es bei einer Kurzgeschichte geht, sollte es doch auch bei einem Roman möglich sein. Es muss ja auch nicht immer die Wahnsinns-Charakterentwicklung passieren. Viele Geschichten funktionieren sehr gut auch ohne.

Vielleicht wirfst du mal eine deiner "langweiligen" Figuren auf den Rost? Vielleicht täuscht dein eigener Eindruck ja auch nur.
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von Salamander am 09 November 2019, 21:43:56 »
Gute Frage!
Vielleicht ist das wie bei Rumpelstilzchen: in dem Moment, wo ich den Namen weiß, wo ich das Problem benennen kann, ist es gelöst. :biggrin:
Bei meinem ersten Romanprojekt war meine Prota schlicht langweilig für mich, ich habe versucht, dass auf verschiedenen Wegen zu lösen, unter anderem, indem ich Interviews mit ihr geführt habe.
Es ist mir nicht gelungen, sie blieb mir immer selbst langweilig.

Jetzt bin ich gerade bei einem anderen Projekt, und ich versuche, die Polizisten, unabhängig von ihrer Funktion, als Menschen zu fassen, ihre Charaktere zu finden.
Ich finde es schwierig, das aus dem Ärmel zu schütteln. Wenn ich kurze Texte schreibe entwickelt es sich immer von selbst.
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von merin am 08 November 2019, 14:11:35 »
Zitat
Ach, ich habe gerade gesehen, du dachtest an Improvisationstheater, merin. Wie gesagt ich dachte an die Familienaufstellung aus der Psychotherapie

Ja, das hat ja alles die selben Quellen.

Was mich interessiert: Wo ist denn dein Problem? Also was hindert dich deiner Meinung nach, deinen Protas nahezukommen?
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Theorie / Re: Diskussionen zu "Beiträge Berlin-Workshop 2019"
« Letzter Beitrag von Salamander am 08 November 2019, 14:09:14 »
Vielen Dank Euch allen, vor allem eska, für die ausführliche Antwort.
Ja, es gibt sehr viele Methoden, den eigenen Figuren Leben einzuhauchen.
Mit der berühmten Interview-Methode habe ich es auch schon probiert. Ich denke, für mich ist sie nicht geeignet, weil sie mir so trocken erscheint, dass ich schnell damit aufhöre.
Stimmt, der Protagonist muss leiden, er muss gequält werden. Das ist auch ein wichtiger Punkt, den man nicht vergessen darf.
Eine Aufstellung der Figuren, analog der Familienaufstellung, wäre mal interessant. Vielleicht in einer kleineren Autorengruppe möglich.
Ach, ich habe gerade gesehen, du dachtest an Improvisationstheater, merin. Wie gesagt ich dachte an die Familienaufstellung aus der Psychotherapie
Mein Projekt ist weder nur action-orientiert noch nur charakter-orientiert, eska.
Beides ist mir wichtig, denn ohne Spannung, die aus Handlung entsteht, funktioniert ein Krimi nicht. Und Krimis bzw. überhaupt Romane, die flache Charaktere haben, sind zum Einschlafen.
Und jede Nebenfigur braucht ihre eigenen Konflikte, muss sie in den Hauptplot mit einbringen. Und jede Szene, jedes Kapitel braucht seinen eigenen Spannungsbogen und seine eigenen Geheimnisse. Das ist so wichtig, aber auch so schwierig.
Trotz all diesen abstrakten Wissens fällt es mir immer wieder schwer, es praktisch anzuwenden bei meinen Protagonisten.
Bei Kurzgeschichten mache ich mir keine Gedanken, die Figuren entwickeln sich von selbst. Das habe ich jetzt auch wieder bei der SGDZ-Übung hier im Forum bemerkt. Deshalb die Idee, Kurzgeschichten zu meinen Romanfiguren zu schreiben. Ich muss nur die Planungsinstanz im Hinterkopf abschalten, damit sie nicht dazwischenfunkt. Manchmal ist Denken destruktiv. :biggrin:
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