Federleichtes > Federfutter

Was lest ihr gerade? (2015)

<< < (5/6) > >>

Trallala:
Einer, der zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert war: Heinrich Steinfest mit "Der Allesforscher". Eine Sprache wie Thomas Mann, nur besser. Absolut empfehlenswert!

T!

Trippelschritt:
Unbedingt lesen !!!

Tana French: Geheimer Ort

So eine Art Krimi, aber wenn, dann nicht unbedingt klassischer Prägung.
Aber wenn jemand lernen möchte, wie man mit Figuren umgehen sollte, findet er hier ein Meisterstück.
Stellenweise recht subtil und ein lehrreiches Gegenbeispiel zu Band 1 dem Lied von Eis und Feuer, was erheblich grobschnittiger einherkommt, aber ebenfalls exzellent ist.

Viel spaß
Trippelschritt

tlt:
Albert – ein glorreiches Schnabeltier

Es gibt Bücher, die werden von ihren Lesern ausgewählt. Und es gibt Bücher, die suchen sich ihre Leser selbst. Bei Albert war es eindeutig so, dass er mich ausgesucht hat. Da stöbert man nach einem Reiseführer für die Normandie und findet ein falsch abgelegtes Schnabeltier. Und so trat selbiges ihre Reise zuerst in die Reisetasche und dann mit nach Frankreich an.

Können Amerikaner Australien? Nein, können sie nicht. Sag ich mal so. Punkt. Amerikaner können nichts außer Amerika, und deshalb ist die Geschichte von Albert, der aus dem Zoo entwichen ist, um das alte, das echte Australien zu finden, auch in vielen Punkten eine amerikanische Geschichte. Und die Einflüsse der Ureinwohner, die in die Geschichte reinspielen, sind dann auch vielfach eher indianischer Art denn australischer. Aber egal – Menschen spielen in dem Buch eh keine Rolle. Sie sind popkornwerfend erwähnt. Und umweltzerstörend. So gesehen sind sie in wenigen Sätzen perfekt auf den Punkt gebracht. Die Handelnden in diesem Buch sind tierischer Natur, vermenschlicht allerdings in vielerlei Hinsicht. Da wird gesoffen und gelogen, geschossen und gerettet. Hin und wieder hat man Angst, dass Clint Eastwood um die Ecke kommt. Wenn, dann wäre er ein Tasmanischer Teufel, und John Wayne wäre ein Wombat.

Können Schnabeltiere Philosophie? Ja, eindeutig. Denn es geht in dem Buch um nicht weniger als Mut und Freundschaft, Recht und Gewalt, Gitter und Freiheit. Es geht um den Sinn des Lebens ohne Selbstbestimmung und irgendwie auch um die Schönheit der Erde und die Dummheit ihrer Bewohner. 

Sprachlich hat mich das Buch nicht umgehauen. Liegt vielleicht an der Übersetzung. Vor allem zu Beginn fangen zu viele Sätze mit „Der Baum stand …, Die Sonne war …, Der Sand kam …, Das Dings tat … an. Ansonsten passen die Dialoge zum Menschen Tieren, die nicht viele Worte machen, weil sie handeln müssen. Trocken eben, wie man sich das Outback vorstellt.

Und Vorsicht: Auf dem Klappentext steht irgendetwas von „wie Farm der Tiere“ und „lustig“. Beides ist schlichtweg gelogen, aber zum Glück hatte ich den Klappentext erst hinterher gelesen. Na ja, und der Titel ist auch irgendwie daneben. Aber das Original ist auch nicht wirklich besser (Albert of Adelaide. A Story of Old Australia). Aber wer reinschaut und gleich ganz vorne die Seite mit den „Mitwirkenden“ gut findet, der liest hier richtig. Und der hat sicher auch Spaß an „kleinen“ fantastischen“ Geschichten, bei denen man neben dem Unterhalten-werden noch nachdenken darf, wenn man will: Albert – ein glorreiches Schnabeltier. Von Howard L. Anderson.

Mooncat:
The Fire and Thorns Trilogy von Rae Carson

Ich hab gerade diese Trilogie fertig gelesen. Gefunden habe ich sie auf Goodreads, wo sich die meisten Kommentatoren einig waren, dass sie von genervt sein in der ersten Hälfte des ersten Bandes zu begeistert im dritten Band gekommen sind. Das hat mich neugierig gemacht, also habe ich der Fantasy-Trilogie (und eher für Young Adults obendrein) mal eine Chance gegeben.

Und mir ging es ähnlich. Elisa ist eine Feuerstein-Trägerin, welche nur alle 100 Jahre einmal geboren werden, um eine ihr bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Obendrein ist sie noch eine Prinzessin, womit sie zweifach auserwählt von Gott ist.

Es fängt damit an, dass die pummelige, naive, verwöhnte 16-jährige Elisa verheiratet wird und in ein neues Land ziehen muss, mit einem Ehemann, der zwar ganz freundlich ist - aber keinerlei sonstiges Interesse an ihr hat. Zwar hat Elisa auch durchaus ihre gute Seiten: sie hat einen scharfen, analytischen Verstand und sie ist warmherzig - aber ja, sie nervt durchaus ein gutes Stück.
Doch dann wird sie entführt, durch die Wüste geschleppt und gezwungen, sich Aufständigen anzuschliessen - besser das, als von fanatischen Animagi (Magier ...) gefangen und zum 'Tor des Feindes' gebracht zu werden, was für die meisten Feuersteinträger eine Reise ohne Wiederkehr ist. Warum erfährt man dann sogar im dritten Band.
Im ersten Band muss sich Elisa daher notgedrungen den Umständen anpassen und findet ein wenig zu sich selbst.

Diese Suche, so wie die Suche nach der Aufgabe, die sie zu erfüllen hat, geht im zweiten Band weiter. Fast ein Jahr später als am Anfang ist Elisa mittlerweile Witwe und Königin eines Landes, das nicht ihres ist. Und immer noch gejagt von den Animagi, die kein Problem haben, ihr Volk zu töten und ihr Land niederzubrennen auf der Jagd nach ihr. Ergo gibt es schnell solche, die finden, sie sollte nicht auf dem Thron sitzen. So zieht sie aus, in der Hoffnung die Quelle der Magie zu finden, was ihr die Animagi und die Kritiker aus den eigenen Reihen vom Hals schaffen sollte. Die Quelle wird zwar gefunden - aber sie erweist sich nicht als so toll wie angenommen. Der Putsch hat begonnen und die Animagi holen sie schlussendlich ein und entführen ihren neuen Verlobten.

Im dritten ist Elisa erwachsen, hat ihre Stimme als Königin und Frau gefunden, nur, tja, ihr Land ist besetzt und ihr Verlobter entführt. Zusammen mit einer kleinen Gruppe Freunde macht sie sich auf die Reise ins Herz des Feindeslandes, um ihren Verlobten zurückzuholen und Frieden zu verhandeln. Die wollen davon nichts wissen und es beginnt eine Jagd gegen die Zeit, wo Elisa mit ihren Freunden in ihr Land zurückeilen muss, Verbündete aktivieren und den letzten Kampf gegen die Animagi und die Putscher in den eigenen Reihen antreten muss. Ach ja, und ihre Prphezeiung sollte auch noch erfüllt werden, was auch immer das sein mag.

Ziemlich klassischer Heldenreise-Plot daher. Aber die Welt, die Carson dafür geschaffen hat, ist reich an Details und interessant in ihrer Struktur. Es fängt gemächlich an, nimmt immer mehr Tempo auf bis wir im dritten Band eine wahre Jagd haben, sowohl geographisch, wie an Ereignissen. Carsons Sprache hat mich überrascht, sie hat einen Hauch spanischen Hofzeremoniells, gemischt mit sehr bildlichen aber erfrischend knappen Beschreibungen und guten inneren Monologen. Das einzige, was mich schlussendlich genervt hat war, dass es ach religiös angehaucht ist. Zwar durchaus passend für diese Welt und auch mit kritischen Fragen, aber die Frage nach Gott, dessen Plan für die auserwählten Träger und den fanatischen Vorstellungen von Freunden wie Feinden wie dieser denn nun genau auszusehen hat, spielt eine sehr wichtige Rolle in der ganzen Geschichte. Zwar durchaus auf interessante Weise, aber stellenweise war es mir dann doch zu dick aufgetragen oder zu prominent.

Trotzdem, ich fand es eine gute Trilogie - der man allerdings etwas Zeit geben muss, sich zu entfalten.

Leon:
Reckless - Lebendige Schatten, von Cornelia Funke

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln
Mobile View