27 November 2020, 07:12:15

Autor Thema: Endurance (Betatitle) (Buch 1)  (Gelesen 1671 mal)

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Federhexe

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Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« am: 12 Oktober 2019, 20:19:19 »
Hier ist das erste Kapitel (Ich weiß, es sind noch einige Logikfehler drinne; bin am bearbeiten):
Kapitel I
Wie stellt man sich den Weltuntergang vor? Ist es eine zerstörerische Katastrophe, die jegliches Leben auslöscht? Ist es der Klimawandel, der die Böden aufheizt und die Meere in trockene Wüsten verwandelt? Oder ein schwarzes Loch, das den Planteten verschluckt? – Nein. So kam es nicht. Und das Armageddon fand nicht in Amerika statt. Nein, nein!
Überraschenderweise erwischte es die Deutschen zuerst. Niemand hatte es kommen sehen. Und niemand wusste, wann es endete.
Die Biester überrannten die Städte. Alles, was sich bewegte, gelangte in ihre Mäuler. – Frauen, Kinder und Männer. Es war ihnen egal. Denn der Mensch in ihnen war tot. Doch die Herzen dieser wilden Monster raste. In ihren Mäulern scharfe Fleischmesser – Stück an Stück. Das große Raubtier Mensch verwandelte sich ganz schnell in das kleine feige Häschen von neben an.
Nach der großen Apokalypse beruhigte sich die Lage etwas. Doch die Menschen konnten immer noch nicht zur Zivilisation zurückkehren. Zu groß war die Gefahr eines erneuten Angriffs der Viecher. Egoistische Wünsche wurden in den Vordergrundgestellt. Jeder kämpfte nur für sich und sein Leben. Manche schlossen sich zu Gruppen zusammen, um die Überlebenschance zu erhöhen. Ob die Zivilisation zurückkehrte? Das wussten nur die Sterne.

Die Regale in dem Gebäude lagen auf den Boden oder auf einander. Nackte Fensterrahmen zierten die Betonwände, wo noch verschimmelte Tapetenreste dranklebten. Staub und Spinnenweben gaben der Atmosphäre den Rest. Ein verlassener Supermarkt. Als die Zivilisation noch bestand, gingen die Menschen hier auf der Suche nach Essen. Sie mussten weder jagen noch sammeln. Hier war alles, was das Herz begehrte. Ein Luxus, den es heute nicht mehr gab.
Ein junges, asiatisches Mädchen mit blondem Haar durchwühlte die Regale nach etwas Essbaren. Sie duckte sich und untersuchte ein Regal, das auf dem Boden lag mit der Öffnung nach oben. Ein Spinnenmeer kletterte den hölzernen Wänden entlang. Man sah nicht mehr das Holz. Nur noch schwarz. Igitt! – Doch ihr Magen meldete, dass sie jetzt keine Zeit für Ängste habe. Er wollte gefüllt werden.
Erinnerungen steigen in ihr hoch. Einmal hatte sie jemanden dabei beobachtet wie er Kannibalismus betrieb. Gut versteckt in einem Busch sah sie wie er den toten Körper verunstaltete. Alle Körperteile wurden zurechtgeschnitten. Die Arme verspeiste er wie Würstchen, den Oberkörper wie ein Steak, die Gedärme wie Spaghetti. Und das Blut trank er genüsslich als wäre es ein teurer Wein gewesen. Dieses Bild verfolgt sie bis heute in ihren Alpträumen. Nur mit dem Unterschied, dass es kein fremder Körper war. Sondern ihrer! Nein. So ein moralisches Verbrechen wollte sie nicht begehen. Und, wenn es ihren Tod bedeutete. Die junge Frau wollte mit Würde sterben.
Zurück in der Realität gekommen überzog ein Lächeln das Gesicht des Mädchens. Endlich. Etwas essbares. Eine Dose. Sie drehte das Objekt um. Das Etikett wurde sichtbar. Ravioli. Auch wenn diese schlecht sein dürfte. Essen! Die Asiatin holte ihren schwarzen Rucksack vom Rücken. Sie packte das himmlische Geschenk ein. Diesmal musste sie keine geschmacklosen Beeren essen. Diesmal hatte sie eine Abwechslung. Heute ist ein guter Tag.
Das Mädchen suchte den Ausgang. Doch stattdessen fand sie ein offenes Fenster aus dem sie hinausklettern konnte. Als sie draußen stand, atmete sie einmal tief durch.

Die Städte glichen mittlerweile einer Szenerie aus einem dystopischen Film. Die Metallskelette der Häuser waren umgeknickt als wären es Strohhalme. Nur Teile der Steinwände waren noch vorhanden. Und die Fenster und Türen fehlten komplett oder waren ebenfalls durchbrochen. Dafür hatte die Natur mittlerweile das Gebiet zurückerobert. Kletterpflanzen, vertrocknetes Gras und Büsche zierten die Landschaft.
Die Straßen glichen der Oberfläche des Mondes. Überall waren Einschlagslöcher und Risse. Mit einem Fahrzeug hier entlangzufahren, war selbstmörderisch. Spätestens, wenn man in eins der Löcher fahren würde, verlor man die Kontrolle.
Einige Löcher funkelten. Wasser hatte sich dort gesammelt und nun wurde sie von der Sonne zum Leuchten gebracht. Ihr Hals brannte. Sollte sie es wirklich riskieren? Oder doch warten bis einen sauberen Fluss auftauchte? War es das wirklich wert? Nein. Sie holte den schwarzen Rucksack vom Rücken. Das Mädchen holte einen Filter, eine Flasche und eine kleine Tasse heraus. Die junge Frau öffnete die Flasche. Dann stülpte sie den Filter über den Flaschenkopf. Nun nahm das Mädchen mit der Tasse etwas Wasser und kippte es in den Filter, um es zu reinigen. Mit der Pfütze hätte sie für die nächsten drei Tage ausgesorgt. Wenn sie es sich gut einteilt.

Einige Zeit später lief sie die alte Autobahn entlang. Die Wracks der Autos reihten sich einander. BMWs folgten auf Volkswagen in allen möglichen Farbvariationen. Die Scheiben fehlten. In den Dächern und Türen waren Beulen. Genau wie in einigen der grauen Schutzplanken. Was war hier passiert? Doch sie konnte es sich schon irgendwo ausmalen.
Vielleicht versuchten die Menschen über die Autobahn zu fliehen. Vielleicht kam dann eine Horde der Biester und überraschten sie. Gab es damals eine Massenpanik? Das würde zumindest die Beulen erklären. So stabil war Metall auch nicht. Es konnte kein Gewicht von hunderten Menschen, die gerade über es rannten, aushalten. Das Bild von weinenden Kindern, die nach ihren Eltern schrien, tauchte in ihrem Kopf auf. Menschen, die auf dem Boden langen und von der Masse Tod getreten wurden, weil sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Der Asphalt mit Blut lackiert. Und ein Festmahl für die Monster. Auch wenn das Kopfkino fiktive war. Die Gefühle waren es nicht. Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen bei diesem Gedanken. Die Lippen trocken. Oh Gott. Man konnte nur hoffen, dass es sich nicht wiederholte; sollte ihre Vermutung stimmen.
Keine Zeit für solche Panik mache. Weiter geht’s. Die Städte konnten zur Falle werden.  Hochhäuser bildeten eine Mauer aus Beton, Glas und Stahl um die Straße. Aus jeder Ecke konnten jeder Zeit Banden oder ähnliches herausspringen und sie ausrauben. Sowas brauchte sie erst recht nicht. Im schlimmsten Fall geriet sie noch in den Mäulern der Monster. Sie versteckten sich überall. Doch sie bevorzugten die Dunkelheit. Die Gebäude waren dafür ein perfektes Versteck. Wenn ein Opfer dumm genug war in die Ruinen hinein zu gehen, um das Nachtlager aufzuschlagen. Zack!
Blitzschnell klettern sie dann aus allen Ecken. Wie menschenfressende Spinnen bewegen sie sich an den Wenden entlang. Sie packen zu, wenn das Opfer es am wenigsten Erwartet. Ob sie die Fähigkeit hatten taktisch zu überlegen oder ob es einfach nur ihr Instinkt war? Keinen blassen Schimmer. Jedenfalls… Wenn sie einen dann erwischt hatten, ging die Sache erst richtig los. Arme wurde abgerissen; die Beine ebenso.
Ihre Wege trennten sich. Sie wusste nicht wie es ihnen geht. Sie wusste nicht ob sie noch am Leben waren. Waren sie noch Menschen? Oder gehörten sie bereits zu den Monstern? Und warum kümmerte der Gedanke sie überhaupt? Die Gruppe hatte sie verlassen. Vielleicht weil es ungewollt war. Vielleicht weil sie fast Freunde waren. Keine Ahnung.

Ein Geräusch riss sie aus den Erinnerungen. Zuerst erkannte sie es nicht. Dann kam es näher. Ein wilder Hund? Nein. Ein Rudel? Ja. Aber keine Tiere. Keine Kuscheltiere. Es waren sie. Die Monster. Ein Jaulen, das Mark und Bein erschüttern ließ, kündigte sie an. Verdammt! – Die Asiatin war alleine. War jetzt ihr Schicksal besiegelt? Würde sie jetzt eine von ihnen werden? Oder würde das Universum ihr noch einen Tag schenk

merin

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #1 am: 13 Oktober 2019, 18:13:54 »
Liebe Federhexe,

es fällt mir schwer, diesen Text zu rösten. Auch wenn es hart ist: Er ist für mich nicht lesbar. Das liegt einerseits an den zahlreichen Grammatik- und Rechtschreibfehlern. Da bitte ich Dich, es so zu machen, wie andere hier im Forum, die mit den Regeln der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen: Such Dir jemanden, der/die den Text für dem Einstellen auf solche Fehler hin korrigiert. Entweder jemanden in Deiner Umgebung, oder jemanden aus dem Forum.
Für das andererseits gibt es dagegen keine für mich erkennbare Lösung: Ich vermisse am Text einen roten Faden. Dadurch fühle ich mich hin und her geworfen und kann kein wirkliches Interesse entwickeln. Außerdem ist es auch stilistisch ein einziges Hickhack und die Handlung ist unlogisch und für mich nicht ausreichend nachvollziehbar.

Konkret zum Text: Ich versuche mal, über die sprachlichen Fehler hinwegzulesen. Der erste Absatz scheint mir reine Erklärung, Infodump. Du malst aber keine Bilder, sondern reihst Dinge aneinander. Daher ist dieser Absatz für mich langweilig. Ich würde ihn streichen.

Im zweiten Absatz scheint dann die Geschichte zu beginnen:

Zitat
Die Regale in dem Gebäude lagen auf den Boden oder auf einander. Nackte Fensterrahmen zierten die Betonwände, wo noch verschimmelte Tapetenreste dranklebten. Staub und Spinnenweben gaben der Atmosphäre den Rest. Ein verlassener Supermarkt. Als die Zivilisation noch bestand, gingen die Menschen hier auf der Suche nach Essen. Sie mussten weder jagen noch sammeln. Hier war alles, was das Herz begehrte. Ein Luxus, den es heute nicht mehr gab.

Aber das Bild ist holprig und generisch. Ich denke an "Fallout4", wie jemand das sprachlich unbeholfen beschrieben hätte. Du hast lauter stilistische Brüche drin, verwendest teilweise etwas gehoben wirkende Wörter wie "zierten" oder "Gebäude", dann aber wieder umgangssprachliche, wie  "Tapetenreste" oder "dranklebten" oder "gaben den Rest" - was bei einem beschreibenden Bild, das kein Ding ist, nicht geht. Dazu kommt, dass du manchmal Worte falsch verwendest:

Zitat
Ein junges, asiatisches Mädchen mit blondem Haar durchwühlte die Regale nach etwas Essbaren. Sie duckte sich und untersuchte ein Regal, das auf dem Boden lag mit der Öffnung nach oben.

Das Mädchen duckt sich nicht, es bückt sich. Jedenfalls gibst du uns eine Begründung dafür, dass sie sich bückt (um etwas zu suchen), aber keine dafür, dass sie sich duckt (um etwas auszuweichen). Mein Gefühl ist, dass du mit den Feinheiten der deutschen Sprache aus irgend einem Grund massive Schwierigkeiten hast. Und das macht es dann sehr schwer, einen für andere entspannt lesbaren Text zu schreiben.

Ansonsten führst du hier offenbar die Protagonistin ein, eine blonde Asiatin (merkwürdig denke ich, Asiaten sind ja eigentlich immer dunkelhaarig), die während der nächsten Abschnitte keinen Namen bekommt und mir auch deshalb seltsam fern bleibt.

Zitat
Ein Spinnenmeer kletterte den hölzernen Wänden entlang. Man sah nicht mehr das Holz. Nur noch schwarz. Igitt! – Doch ihr Magen meldete, dass sie jetzt keine Zeit für Ängste habe. Er wollte gefüllt werden.

Auch hier ist für mich ein sprachlicher Fehler: Spinnen können klettern, aber Meere? "Man sah nicht mehr das Holz" klingt fast lyrisch - und ist ein Stilbruch zu dem, was davor und danach kommt.

Zitat
Erinnerungen steigen in ihr hoch. Einmal hatte sie jemanden dabei beobachtet wie er Kannibalismus betrieb. Gut versteckt in einem Busch sah sie wie er den toten Körper verunstaltete. Alle Körperteile wurden zurechtgeschnitten. Die Arme verspeiste er wie Würstchen, den Oberkörper wie ein Steak, die Gedärme wie Spaghetti. Und das Blut trank er genüsslich als wäre es ein teurer Wein gewesen. Dieses Bild verfolgt sie bis heute in ihren Alpträumen. Nur mit dem Unterschied, dass es kein fremder Körper war. Sondern ihrer! Nein. So ein moralisches Verbrechen wollte sie nicht begehen. Und, wenn es ihren Tod bedeutete. Die junge Frau wollte mit Würde sterben.

Hier steige ich aus. Ich finde das einfach nur eklig und dazu noch unglaubwürdig. Stilistisch klingt "Kannibalismus betrieb" wie ein Zitat aus einer Betriebsanweisung. Und dann: Jemand macht sich die Mühe Fleisch zurechtzuschneiden, aber dann bereitet er oder sie es nicht zu? Und kennst Du armdicke Würstchen?  "Würstchen" sind kleine Würste. Das geht also rein sprachlich schon nicht. Aber auch Würste sind dünner als Arme und Arme kann man nicht wie eine Wurst in Scheiben schneiden. Du beschreibst hier also Dinge, verwendest Vergleiche, die nicht gehen, schief sind. Jede Wurst kann man in Scheiben schneiden und sie ist immer eine Fleischzubereitung. Das trifft auf Arme nicht zu. Ein Steak ist eine Fleischscheibe, ein Oberkörper niemals. Und dann kommt die nächste Unlogik: Sie beobachtet jemanden und dann ist sie es plötzlich selbst, ohne dass wir wissen, ob sie die Tote oder die Essende ist. Und dann will die Frau, die eben noch ein Mädel war und überleben wollte, plötzlich sterben.

Es tut mir leid, dass meine Rückmeldung so harsch ausfällt. Wenn ich Dir etwas raten würde, dann würde ich Dir erstens raten, Dich mit der deutschen Sprache ausgiebig zu beschäftigen, zweitens mal genau zu lesen und zu schauen, wie andere Autoren schreiben und dabei auf Gelungenes zu achten und drittens würde ich Dir empfehlen, als Übung mal einzelne Szenen zu schreiben und daran zu feilen, bis sie in sich stimmig sind.

Liebe Grüße
merin
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Federhexe

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #2 am: 13 Oktober 2019, 18:19:35 »
@Merin
Absolut kein Problem. Das ist der dritte Versuch bei diesem Kapitel. (Du willst nicht wissen wie der Erste war.) Sowas hilft mir einfach. Und außerdem lautet das Motto dieses Forums: Gnadenlose Textkritik. Also...
Zu dem hab' ich beschlossen erst Mal an einem Buch zu arbeiten (Das war das erste Kapitel einer Serie.). Ich bin noch nicht bereit für eine Serie. Und mich mit Stilmitteln zu beschäftigen. (Muss ich so oder so wegen der Schule)

merin

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #3 am: 13 Oktober 2019, 21:20:51 »
Da bin ich froh, dass es nicht die zu dolle kränkt. Ein Hinweis ist mir noch eingefallen: Die FSK-18-Regel. Ich finde deinen Text hart an der Grenze, bitte wähle das nächste Mal einen Textabschnitt, der keine so gewaltvollen Schilderungen enthält.

Sich mit Stilmitteln zu beschäftigen, ist sicher eine gute Idee. Und: Schreib doch mal eine Kurzgeschichte. Ein überschaubarer Handlungsbogen, eine überschaubare Handlung - da lässt sich viel dran lernen. Ich habe 25 Jahre lang Kurzgeschichten geschrieben. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie sich auf dem Rost leicht bearbeiten lassen.
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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #4 am: 14 Oktober 2019, 07:43:51 »
Wenn ich eins nicht leiden kann, dann sind es arrogante Autoren, die sich für absolut perfekt und unfehlbar halten! Auch ein Bestseller-Autor hat noch Luft nach oben.
Außerdem bin ich im Nachhilfe-Kurs Deutsch in meiner Schule. Wegen meiner schlechten Grammatik. He. He.

merin

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #5 am: 14 Oktober 2019, 08:57:05 »
Ich hoffe ja, dass noch andere Teufel etwas zu diesem Text hier sagen. Es muss ja nicht allen wie mir gehen. Ich lese ja gar keinen Horror und der Text hat Elemente davon. Da findet vielleicht eine andere Teufelin viel eher Zugang, wenn sie Horror mag.

So oder so denke ich, dass es hilfreich sein kann, sich diesen Text mal genauer anzusehen: Wo wäre ein möglicher roter Faden? Wie müsste der Text geändert werden, damit dieser sichtbarer wird? Welche Szenen gibt es in dem Kapitel und was ist jeweils das Ziel? Auch wenn du das Projekt dann vielleicht verwirfst: Als Übungstext taugt das hier allemal.

Mich würde beispielsweise interessieren, warum du den ersten Absatz so geschrieben hast. Und was möchtest du mit der Szene im ehemaligen Supermarkt zeigen? Wenn das klarer wird, kann ich vielleicht konkretere Ideen entwickeln, wie du es verbessern könntest.

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Federhexe

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #6 am: 14 Oktober 2019, 09:35:59 »
Ich hab’ einfach nicht gewusst wie ich anfangen sollte. Ich wollte keinen kitschigen ersten Satz nehmen.

Naleesha

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #7 am: 14 Oktober 2019, 12:14:57 »
ich wollte auch noch senfen, hab aber im Moment keine Zeit dazu. im Laufe der Woche aber mit Sicherheit.

LG, Nalee
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Paradieseule

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #8 am: 14 Oktober 2019, 19:00:19 »
Hi Hexe,

Ich möchte hier nur einen kurzen Cross-Over machen …

Ich habe deinen Text gelesen, bevor Merin zur Röstung schritt. Ich las ihn und musste mir eingestehen, dass du mich positiv überrascht hast. Dein Text ist nicht perfekt. Es befinden sich einige Grammatikfehler und ich bin mir unsicher, ob Tempo und Infodump im Einklang sind. Etliche Sätze sind für mich schräg. Horror ist nicht mein Ding, dennoch erzeugst du einige Bilder, die ich gut (in Bezug auf das Genre) finde. Da du mir eine abnormale Welt vorgaukelst, kann ich auch sehr gut mit einer blonden Asiatin und monströsen Viecher leben.

Sätze wie:
Zitat
Das große Raubtier Mensch verwandelte sich ganz schnell in das kleine feige Häschen von neben an.  … Egoistische Wünsche wurden in den Vordergrund gestellt. …Sie duckte sich und untersuchte ein Regal, das auf dem Boden lag mit der Öffnung nach oben.
reißen mich aus dem Lesefluss, da ich deren Bedeutung nicht verstehe. Oder erst mal nachvollziehen versuche, was du damit beschreibst.

Schluss-Satz: Einiges ist sehr krumm und bedarf Bearbeitung. Dennoch kann mir vorstellen, daraus etwas zu machen ...

Paradieseule

Juni

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #9 am: 15 Oktober 2019, 22:57:11 »
Hallo Federhexe,

dein Text war wie eine kleine Reise für mich in eine Zeit, in der ich vor allem von Perspektive fast bis überhaupt keine Ahnung hatte. :) Und in der ich ein Forum fand, und sich dies dort änderte.
Es gibt Texte, die besser geschrieben, aber dennoch weniger ansprechend und langweiliger sind. Und es gibt Leser, denen es auf den Satzbau ankommt, und solche, für die das Wesentliche im Inhalt und in der Handlung liegt. Ich zähle zu Letzteren. Persönlich tröste ich mich mit dem Gedanken, dass es auch noch Lektoren gibt  :cheer:. Sätze können noch so verworren und holprig sein, mir reichen einzelne Worte, um Bilder zu sehen (du zeichnest sehr prägnante Bilder), und um Handlung zu verstehen - es sei mal dahin gestellt ob ich diese dann wirklich 'verstehe', oder es mir nur so vorkommt; das macht erst einen Unterschied, wenn Unklarheiten aufkommen.
Aus meiner Sicht liegt in den Bildern und dem Aufbau von Atmosphäre deine Stärke. Ich hatte zum Teil fast Standbilder vor Augen, dafür aber große und detaillierte. Die Veränderungen in diesen Panoramen, auch wenn sie Verhältnismäßig klein waren, fand ich spannend.

Jetzt die schlechte Nachricht: Dennoch würde ich solch einer Geschichte nicht lange folgen wollen/ können.
Über selbst kleine Regeln wie die Führung der Perspektive lässt sich auf der Ebene aber schon sehr viel bewirken.
So viel und soweit von mir,

Liebe Grüße,
Juni

Federhexe

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #10 am: 16 Oktober 2019, 07:05:48 »
@Juni Vielen Dank für deine Kritik. Du kennst nicht zufällig einen Artikel über Perspektive.

Juni

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #11 am: 16 Oktober 2019, 07:32:19 »
Einfach 'Erzählperspektive' in die Suchmaschine eingeben.
Bei mir war dabei als eine der ersten Erklärungen diese hier aufgetaucht:
https://wortwuchs.net/erzaehlperspektive/

Naleesha

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #12 am: 16 Oktober 2019, 18:08:03 »
Hey Federhexe,

bevor ich zur Röstung komme, möchte ich gerne noch 1-2 Sätze sagen:
So wie ich dich bisher hier wahrgenommen hatte, wirktest du eher, als würdest du nur negativ malen und ankreiden, was man alles fals macht wenn man gerade anfängt, es dabei aber selbst nicht besser kannst. Das ließ dich arrogant wirken. Daher war ich äußerst gespannt auf deinen ersten Text. Ich muss sagen, auch ich bin positiv überrascht von dem Gelesenen.


Jetzt greife ich zur Gabel. :)
wie immer röste ich zuerst ganz allgemein und gehe hinterher in eine Detailröstung.

Darauf, dass der Text sowohl vor grammatikalischen und semantischen Fehlern strotzt als auch im Stil nicht konstant bleibt, gehe ich hier nur am Rande ein, da ich denke, dass du noch am Anfang deines Schaffungsprozesses stehst und deinen Stil für dieses Buch erst noch finden musst. Entsprechend denke ich, dass du noch sehr häufig überarbeiten wirst.

Dein Text, bzw der Gedanke, den du an den Anfang stellst, gefällt mir ganz gut. In der Frage "wie geht die Welt unter?" liegt ein philosophischer Charakter, der allerdings auf die Art und Weise wie du ihn uns präsentierst komplett verschenkt wird. Der Leser wird im ersten Satz direkt mit einer Frage angesprochen, die ihn den Lesefluss abbrechen lässt um sich erst einmal eigene Gedanken um die Antwort zu machen. und dann willst du einen Twist herbeiführen, der mit allen Erwartungen bricht indem du sagst: nein, alles falsch, es waren die Zombies.

Die Wirkung, die du hier erzielen willst, komt besser zur Geltung, wenn man gleich zu Beginn mit den Erwartungen bricht. benenne die Erwartungen konkret.
z.B.: "Alle dachten, die Welt würde in einer großen Feuersbrunst enden, oder im Meer untergehen wie dereinst Atlantis. Aber es kam alles ganz anders..." Lass den Lesern keine Zeit, gedanklich abzuschweifen. zumindest nicht in den ersten paar Sätzen deiner Geschichte.

was danach folgt ist ziemlich viel Infodump. Es braucht nach dem Weltuntergang nicht viele Erklärungen was denn nun genau danach passierte. die Überlegungen zum Raubtier Mensch, die Schilderungen, wie sie sich verhalten haben, sind an dieser Stelle zu viel. Das kannst du durch aktive Interaktion innerhalb der Welt besser lösen.

Besonders schlimm finde ich den Satz, dass es "entgegen allen Erwartungen nicht in Amerika anfing". ein deutlicher, subjektiver Fingerzeig, der deine Abneigung gegen die vielen amerikanischen Weltuntergangssettings Kund tut. und nicht gerade auf angenehme Weise. Statt das so holzhammermäßig zu benennen, könntest du das Setting in der Beschreibung noch verorten. z.B. indem du einen bekannten Ort in Deutschland nimmst und ihn zu Ground Zero erklärst. So zum Beispiel:

"Sie bog um eine Ecke und stand (den überwucherten und von der Natur verwitterten überresten) der dresdener Frauenkirche gegenüber. "Verdammt, bin ich so weit nach Norden geraten?" Sie wusste, dass sie Ground Zero viel zu nahe war. sie musste hier weg bevor es dunkel wurde, denn dann wären noch mehr dieser Dinger hinter ihr her."

Dann geht die Geschichte los, leider mit einem schon häufig benutzten und daher schon abgenutzten Bild:
Überlebende (die in diesem Falle noch nicht einmal einen Namen bekommt) wühlt in Überresten um etwas Essbares zu finden.
Spannender fände ich es, wenn man gleich in die Action geworfen wird. Denn das machen (soweit ich es gelesen habe) in diesem Genre nur wenige. direkt zu Anfang einen knappen Kampf mit den Viechern zeigen. Wie besiegt man sie? was macht sie so gefährlich? und wie kämpft deine Prota? hat sie Kampferfahrung? kämpft sie mit einem Katana, wie es Michonne in TWD tut? oder hat sie eine Axt? ein Buschmesser? eine Machete? Das sind Fragen, die ich beantwortet haben will. und zwar am Liebsten ohne dass sie vorher groß vorgestellt wird. In einer solchen ersten Szene muss sie auch nicht beim Namen genannt werden. Da würde ich weiterlesen!

Deine Prota ist, so wie sie jetzt ist aber definitiv zu blass um ihr folgen zu wollen. wie alt ist sie eigentlich? wird das genannt? Und was treibt sie an? warum kämpft sie diesen Überlebenskampf? warum möchte sie weiterhin mühsam in einer solchen Welt überleben?

Nun zu der Beschreibung der Umgebung:
ich finde sie gut. sie malen intensive, schöne Panorama-Bilder, die ich mir auch gut vorstellen kann. (Das Spiel "The Last of us" fällt mir da spontan ein als bildhafter Vergleich). Ich mag ja generell solche Bilder, in denen die Natur sich zurückgeholt hat, was einst ihr Territorium war... von Ranken und Wurzeln zerborstene Betonmauern, überwachsene Straßen, die man beinahe schon wieder für eine Wiese halten kann, Häusergerippe, die einsam und kalt, langsam im Grün der Natur unter gehen... sehr geil.

Die "Viecher":
Hier klingst du etwas zu bemüht. Du willst das Wort "Zombie" nicht nennen und greifst deshalb auf "Monster" "Viecher" u.ä. zurück... kann man machen, ist aber umständlich und wenn das über das ganze Buch so durchgehalten werden soll, auch sehr künstlich und konstruiert. Zu gewollt. Lass dir ganz bald einen Ersatznamen für die Zombies einfallen. TWD z.B. hat das auch gemacht. die nennen diese Dinger "Beißer". ist es ein einzelner, rufen sie "Streuner". und sind es viele, ist es eine "Herde Beißer". Auch hier fällt nie das Wort Zombies, aber durch den Ersatznamen ist es sehr homogen und klingt weder gekünstelt noch gewollt vermieden.

Ich erkenne aber durchaus das Potential in dieser Story.
Jetzt geht es in den Text selbst. Erbsen streiche ich dabei keine an, sonst wird es zu viel rot.
Bei Bedarf poste ich gerne nochmal alle Erbsen, die mir auffallen.

Kapitel I
Wie stellt man sich den Weltuntergang vor? Ist es eine zerstörerische Katastrophe, die jegliches Leben auslöscht? Ist es der Klimawandel, der die Böden aufheizt und die Meere in trockene Wüsten verwandelt? Oder ein schwarzes Loch, das den Planteten verschluckt? – Nein. So kam es nicht. (zu breitgetreten und wie bereits gesagt, hat der Leser zu viel Platz und Zeit, sich auf die eigene Suche nach einer eigenen Meinung über den Weltuntergang zu machen. Wenn du es nicht zur Frage, sondern zur Tatsache machst, tritt der Effekt nicht so leicht ein.) Und das Armageddon fand nicht in Amerika statt. Nein, nein! (Das Nein, nein - ist der bereits erwähnte Fingerzeig in Richtung der amerikanischen Settings, die du nicht magst. es hinterlässt - zumindest bei mir - einen starken negativen Nachgeschmack.)
Überraschenderweise erwischte es die Deutschen zuerst. Niemand hatte es kommen sehen. Und niemand wusste, wann es endete.
Die Biester überrannten die Städte. Alles, was sich bewegte, gelangte in ihre Mäuler. – Frauen, Kinder und Männer. Es war ihnen egal. Denn der Mensch in ihnen war tot. Doch die Herzen dieser wilden Monster raste. In ihren Mäulern scharfe Fleischmesser – Stück an Stück. (Das ist mir zu abstrakt und unfreiwillig komisch. ein Mund mit lauter Fleischmessern statt Zähnen... dieses Bild zündet bei mir nicht. Und schon hier merkt man, dass du das Wort Zombies nicht in den Mund nehmen willst.) Das große Raubtier Mensch verwandelte sich ganz schnell in das kleine feige Häschen von neben an.
Nach der großen Apokalypse beruhigte sich die Lage etwas. Doch die Menschen konnten immer noch nicht zur Zivilisation zurückkehren. Zu groß war die Gefahr eines erneuten Angriffs der Viecher. Egoistische Wünsche wurden in den Vordergrundgestellt. Jeder kämpfte nur für sich und sein Leben. Manche schlossen sich zu Gruppen zusammen, um die Überlebenschance zu erhöhen. Ob die Zivilisation zurückkehrte? Das wussten nur die Sterne. (Das ist purer Infodump, den du uns durch die Geschichte selbst sehr viel besser zeigen kannst als es hier in einen Infodump-Block zu packen. Ich könnte mir gut vorstellen, wie sie nach dem Kampf mit den Zombies aus der Stadt entkommt, in einen Wald flüchtet, über das Lager eines Einzelgängers stolpert, der sie angreift weil er glaubt, dass sie vor hat, ihn zu berauben und hinterher in das Lager einer dieser kleinen Gruppen zurückkehrt, mit der sie zusammen um das Überleben kämpft... oder - wenn du sie als Einzelgängerin haben willst - anders herum, sie stolpert in das Lager einer dieser Gruppen, wird vertrieben und kommt dann an den Platz zurück, den sie zeitweilen für Sicher hält, wo einzelne Utensilien ihres Lagers noch auf sie warten...

Die Regale in dem Gebäude lagen auf den Boden oder auf einander. Nackte Fensterrahmen zierten die Betonwände, wo noch verschimmelte Tapetenreste dranklebten. Staub und Spinnenweben gaben der Atmosphäre den Rest. Ein verlassener Supermarkt. Als die Zivilisation noch bestand, gingen die Menschen hier auf der Suche nach Essen. Sie mussten weder jagen noch sammeln. Hier war alles, was das Herz begehrte. Ein Luxus, den es heute nicht mehr gab.
Ein junges, asiatisches Mädchen mit blondem Haar durchwühlte die Regale nach etwas Essbaren. Sie duckte sich und untersuchte ein Regal, das auf dem Boden lag mit der Öffnung nach oben. Ein Spinnenmeer kletterte den hölzernen Wänden entlang. Man sah nicht mehr das Holz. Nur noch schwarz. Igitt! – Doch ihr Magen meldete, dass sie jetzt keine Zeit für Ängste habe. Er wollte gefüllt werden.
Erinnerungen steigen in ihr hoch. Einmal hatte sie jemanden dabei beobachtet wie er Kannibalismus betrieb. Gut versteckt in einem Busch sah sie wie er den toten Körper verunstaltete. Alle Körperteile wurden zurechtgeschnitten. Die Arme verspeiste er wie Würstchen, den Oberkörper wie ein Steak, die Gedärme wie Spaghetti. Und das Blut trank er genüsslich als wäre es ein teurer Wein gewesen. Dieses Bild verfolgt sie bis heute in ihren Alpträumen. Nur mit dem Unterschied, dass es kein fremder Körper war. Sondern ihrer! (hier kommst du durcheinander. Bis hierher wirkt es noch so, als würde nicht der körper einer Fremden gegessen werden, sonder sie würde gegessen werden.) Nein. So ein moralisches Verbrechen wollte sie nicht begehen. (Dieser Satz impliziert aber, dass sie daran denkt, selbst Kannibalismus zu begehen, sie also nicht die ist, die gegessen wird, sondern selbst die ist, die jemand anderes isst.) Und, wenn es ihren Tod bedeutete. Die junge Frau wollte mit Würde sterben.
Zurück in der Realität gekommen überzog ein Lächeln das Gesicht des Mädchens. Endlich. Etwas essbares. Eine Dose. Sie drehte das Objekt um. Das Etikett wurde sichtbar. Ravioli. Auch wenn diese schlecht sein dürfte. (Wie lange ist die Apokalypse denn her? das Verfallsdatum auf Konserven ist für gewöhnlich schon auf zwei-drei Jahre ausgelegt. Bei Ravioli u.ä. geht man davon aus, dass eine solche Konserve, solange sie unbeschädigt ist, bis zu 10-15 Jahre lang noch gut essbar ist.) Essen! Die Asiatin holte ihren schwarzen Rucksack vom Rücken. Sie packte das himmlische Geschenk ein. Diesmal musste sie keine geschmacklosen Beeren essen. Diesmal hatte sie eine Abwechslung. Heute ist ein guter Tag. (Beeren sind für Gewöhnlich nicht Geschmacklos. einige sind süß, andere sauer oder bitter. Johannisbeeren, Brombeeren etc sind viel aber nicht geschmacklos.)
Das Mädchen suchte den Ausgang. Doch stattdessen fand sie ein offenes Fenster aus dem sie hinausklettern konnte. (Das ist holprig. besser wäre: das Mädchen suchte einen Ausgang und fand ein Fenster durch das...) Als sie draußen stand, atmete sie einmal tief durch.

Die Städte glichen mittlerweile einer Szenerie aus einem dystopischen Film. Die Metallskelette der Häuser waren umgeknickt als wären es Strohhalme. Nur Teile der Steinwände waren noch vorhanden. Und die Fenster und Türen fehlten komplett oder waren ebenfalls durchbrochen. Dafür hatte die Natur mittlerweile das Gebiet zurückerobert. Kletterpflanzen, vertrocknetes Gras und Büsche zierten die Landschaft. (hier auch bereits angesprochen, die Bilder sind gelungen, vielleicht noch etwas Matt/Farblos aber die Panoramas kann man sich dennoch gut vorstellen.)
Die Straßen glichen der Oberfläche des Mondes. Überall waren Einschlagslöcher und Risse. Mit einem Fahrzeug hier entlangzufahren, war selbstmörderisch. Spätestens, wenn man in eins der Löcher fahren würde, verlor man die Kontrolle.
Einige Löcher funkelten. Wasser hatte sich dort gesammelt und nun wurde sie von der Sonne zum Leuchten gebracht. Ihr Hals brannte. Sollte sie es wirklich riskieren? Oder doch warten bis einen sauberen Fluss auftauchte? War es das wirklich wert? Nein. Sie holte den schwarzen Rucksack vom Rücken. Das Mädchen holte einen Filter, eine Flasche und eine kleine Tasse heraus. Die junge Frau öffnete die Flasche. Dann stülpte sie den Filter über den Flaschenkopf. (Hier allerdings malst du ein etwas schiefes Bild... wenn jemand einen Filter "über einen Flaschenkopf stülpt", dann ist die Öffnung der Flasche mit einem Filter überspannt, ganz so als würdest du ein Tuch drüber spannen. So würde sie riskieren, dass mindestens ein Drittel des so kostbaren Wassers daneben/verloren geht. Ich weiß, was du sagen willst: nämlich, dass sie den Filter in die Flasche hinein stopft und die Ränder über den Flaschenrand abknickt. Aber das ist nicht das, was du hingeschrieben hast.) Nun nahm das Mädchen mit der Tasse etwas Wasser und kippte es in den Filter, um es zu reinigen. Mit der Pfütze hätte sie für die nächsten drei Tage ausgesorgt. Wenn sie es sich gut einteilt.

Einige Zeit später lief sie die alte Autobahn entlang. Die Wracks der Autos reihten sich einander. BMWs folgten auf Volkswagen in allen möglichen Farbvariationen. (du musst dich mal mit Witterungen und der verstrichenen Zeit nach der Apokalypse auseinandersetzen... einerseits ist sie so lange her, dass Dosenravioli schlecht geworden sein soll, andererseits so jung ist, dass die Autos noch nicht komplett durchgerostet sind bzw die Farben noch gut erkennbar sind...) Die Scheiben fehlten. In den Dächern und Türen waren Beulen. Genau wie in einigen der grauen Schutzplanken. Was war hier passiert? Doch sie konnte es sich schon irgendwo ausmalen.
Vielleicht versuchten die Menschen über die Autobahn zu fliehen. Vielleicht kam dann eine Horde der Biester und überraschten sie. Gab es damals eine Massenpanik? Das würde zumindest die Beulen erklären. So stabil war Metall auch nicht. Es konnte kein Gewicht von hunderten Menschen, die gerade über es rannten, aushalten. Das Bild von weinenden Kindern, die nach ihren Eltern schrien, tauchte in ihrem Kopf auf. Menschen, die auf dem Boden langen und von der Masse Tod getreten wurden, weil sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Der Asphalt mit Blut lackiert. (Die Bilder sind an sich schon okay, aber "der Asphalt mit Blut lackiert" ist auch wieder so ein komisches Bild wie mit dem Filter. es ist nicht das richtige Wort, weckt komische Assoziationen bzw verwendet Worte und Adjektive auf eine Art, dass es befremdlich wirkt weil andere Dinge damit asoziiert werden.) Und ein Festmahl für die Monster. Auch wenn das Kopfkino fiktive war. Die Gefühle waren es nicht. Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen bei diesem Gedanken. Die Lippen trocken. Oh Gott. Man konnte nur hoffen, dass es sich nicht wiederholte; sollte ihre Vermutung stimmen. (hä? welche Vermutung?)
Keine Zeit für solche Panik mache. Weiter geht’s. Die Städte konnten zur Falle werden.  Hochhäuser bildeten eine Mauer aus Beton, Glas und Stahl um die Straße. Aus jeder Ecke konnten jeder Zeit Banden oder ähnliches herausspringen und sie ausrauben. Sowas brauchte sie erst recht nicht. Im schlimmsten Fall geriet sie noch in den Mäulern der Monster. Sie versteckten sich überall. Doch sie bevorzugten die Dunkelheit. Die Gebäude waren dafür ein perfektes Versteck. (Und dann wagt sie sich in einen dunklen Supermarkt um nach was zu Essen zu suchen?) Wenn ein Opfer dumm genug war in die Ruinen hinein zu gehen, um das Nachtlager aufzuschlagen. Zack!
Blitzschnell klettern sie dann aus allen Ecken. Wie menschenfressende Spinnen bewegen sie sich an den Wenden entlang. Sie packen zu, wenn das Opfer es am wenigsten Erwartet. Ob sie die Fähigkeit hatten taktisch zu überlegen oder ob es einfach nur ihr Instinkt war? Keinen blassen Schimmer. Jedenfalls… Wenn sie einen dann erwischt hatten, ging die Sache erst richtig los. Arme wurde abgerissen; die Beine ebenso.
Ihre Wege trennten sich. Sie wusste nicht wie es ihnen geht. Sie wusste nicht ob sie noch am Leben waren. (Der Wechsel kommt mir hier dann zu abrupt. ich wusste außerdem nicht, wer oder wo ich war. wer hatte sich getrennt? Die Viecher? ah, nein... eine Gruppe. wohl ihre alte Gruppe, aber das verstehe ich viel zu spät.) Waren sie noch Menschen? Oder gehörten sie bereits zu den Monstern? Und warum kümmerte der Gedanke sie überhaupt? Die Gruppe hatte sie verlassen. Vielleicht weil es ungewollt war. Vielleicht weil sie fast Freunde waren. Keine Ahnung.

Ein Geräusch riss sie aus den Erinnerungen. Zuerst erkannte sie es nicht. Dann kam es näher. Ein wilder Hund? Nein. Ein Rudel? Ja. Aber keine Tiere. Keine Kuscheltiere. (auch hier wieder das selbe Problem: Kuscheltiere wirkt unfreiwillig komisch und verwirrt bzw weckt Befremdung weil es hier so gar nicht hin passt.) Es waren sie. Die Monster. Ein Jaulen, das Mark und Bein erschüttern ließ, kündigte sie an. Verdammt! – Die Asiatin war alleine. War jetzt ihr Schicksal besiegelt? Würde sie jetzt eine von ihnen werden? Oder würde das Universum ihr noch einen Tag schenk

Der Cliffhanger ist keiner. mir ist, vor Allem weil sie keinen Namen hat relativ wurscht ob sie nun stirbt und danach die eigentliche Prota eingeführt wird. (was aber wieder was Anderes wäre, wenn der Kampf die erste Szene ist - wie oben bereits geschrieben) Oder ob sie am Leben bleibt und ihre Gruppe wiederfindet. ich bin nach dem Lesen dieses Abschnittes etwas Desinteressiert zurückgeblieben und habe mich dann gefragt woran das liegt. Die Punkte haben ich für mich dann herausgesucht und in dieser Röstung hier dann nieder geschrieben.

Hope it helps :)
LG, Nalee
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Viskey

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #13 am: 16 Oktober 2019, 20:00:07 »
Hey, Federhexe!

Als erstes möchte ich dir sagen, dass ich beeindruckt bin. Nach einem Jahr, in dem ich dich kenne, habe ich nicht mehr daran geglaubt, dass du noch mal zu schreiben anfängst. Dabei dachte ich schon länger, dass da durchaus Talent in dir schlummert. Es ist noch alles sehr ungeschliffen und roh, aber das ist am Anfang halt so, da sind wir alle durch. Lass dich davon bloß nicht einschüchtern und aufhalten. Der erste Schritt ist getan (und es freut mich wirklich, dass du ihn geschafft hast), jetzt musst du "nur noch" weitergehen. Mit jedem Schritt wird es besser werden, wirst du mehr verstehen und durchschauen.

Jetzt zu deinem Text: Den habe ich gelesen, gleich als du ihn eingestellt hast, aber bis jetzt nicht geröstet, weil ich ihn einfach nicht zu fassen bekomme. Irgendwie entschlüpft er mir dauernd. Ich denke, das meint merin mit dem fehlenden roten Faden. Mir ging es ähnlich. Der Text besteht aus einzelnen Szenen, die untereinander irgendwie nicht verbunden zu sein scheinen. Irgendwas fehlt da, aber ich komme einfach nicht darauf, was es ist.

Ich mag den ersten Absatz, die kurze Einführung in die Welt. Ich frage mich nur, wessen Perspektive das ist, ob es einen "übergeordneten Erzähler" geben wird, oder ob es dir zufällig so passiert ist (was nicht schlimm wäre, viele gute Dinge passieren aus Zufall). Er ist natürlich noch lange nicht perfekt, aber grundsätzlich mag ich ihn.


Wie stellt man sich den Weltuntergang vor? Ist es eine zerstörerische Katastrophe, die jegliches Leben auslöscht? Ist es der Klimawandel, der die Böden aufheizt und die Meere in trockene Wüsten verwandelt? Oder ein schwarzes Loch, das den Planteten verschluckt? – Nein. So kam es nicht. Und das Armageddon fand nicht in Amerika statt. Nein, nein!
Bis auf das nein-nein am Schluss würde ich das tatsächlich so stehen lassen. Dieser Erzähler hat einen sehr trockenen Sarkasmus, der mich durchaus anspricht. Allerdings ist das Geschmackssache, nicht jeder mag das.

Zitat
Überraschenderweise erwischte es die Deutschen zuerst.
Diese Formulierung löst in mir die Frage aus: Was ist daran so überraschend? Abgesehen davon, dass es halt nicht die Amis waren. Aber inwiefern ist es überraschender, dass es Deutschland erwischt und nicht Brasilien, oder Thailand ...?

Zitat
Niemand hatte es kommen sehen. Und niemand wusste, wann es endete.
Das ist Effekthascherei.
Kann man machen, sollte man aber nur spärlich und sehr gezielt und wohlüberlegt einsetzen. An der Stelle geht's noch. Ich finde es hier nicht ideal, weil es viel zu früh im Text kommt. Ich habe ja kaum angefangen zu lesen, da brauche ich noch keine Efffekte, um mich einzufangen bzw. bei der Stange zu halten.

Zitat
Die Biester überrannten die Städte. Alles, was sich bewegte, gelangte in ihre Mäuler. – Frauen, Kinder und Männer. Es war ihnen egal. Denn der Mensch in ihnen war tot. Doch die Herzen dieser wilden Monster raste. In ihren Mäulern scharfe Fleischmesser – Stück an Stück. Das große Raubtier Mensch verwandelte sich ganz schnell in das kleine feige Häschen von neben an.

An der Stelle tut es mir leid, dir sagen zu müssen, dass dir genau das passiert ist, was du so dringend vermeiden wolltest: Das ist ein reiner Klischee-Absatz. Es sind Biester, Mäuler, wilde Monster und Fleischermesser - die immerhin sind keine Rasiermesser.  :hehe:
Trotzdem, das ist furchtbar generisch und könnte vom tollwütigen Löwen bis zu Zombies fast alles sein, Biester halt. Mir fehlt hier das Gefühl, dass du selber ein klares Bild davon hast, wer diese Biester sind und wie sie funktionieren.
Es kommt auch zu geballt an der Stelle. Ich würde mir eines dieser Attribute herauspicken und die anderen streichen.

Zitat
Nach der großen Apokalypse beruhigte sich die Lage etwas. Doch die Menschen konnten immer noch nicht zur Zivilisation zurückkehren. Zu groß war die Gefahr eines erneuten Angriffs der Viecher.
Warum? Wer sagt das? Woraus ergibt sich das? Sollten die Menschen nicht gerade angesichts einer solchen Bedrohung versuchen, sich zusammenzuschließen und die Welt mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wieder aufzubauen? Es muss ja nicht funktionieren, aber erst einmal würde ich schon erwarten, dass die Menschen versuchen, möglichst zu ihrem gewohnten Leben zurückzukehren. Wir sind Gewohnheitstiere, wir wollen nichts ändern und tun das im Allgemeinen auch nicht, wenn uns nicht äußere Umstände dazu zwingen.
Du schreibst dann zwar gleich im nächsten Absatz, dass sich Gruppen bilden, aber das ist für mich schon der Schritt danach.
1. Zombies tauchen auf und zerschlagen die zivilisierte Gesellschaft, wie wir sie kennen.
2. Die Attacke flaut ab, warum auch immer.
3. Die Menschen atmen auf, kehren zurück in ihre Häuser und versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen.
4. Zu viele Menschen sind tot, das normale Leben funktioniert nicht mehr (weil zB kein Bäcker mehr am Leben ist).
5. Die Gesellschaft zerfällt in Gruppen von Selbstversorgern

Zitat
Egoistische Wünsche wurden in den Vordergrundgestellt. Jeder kämpfte nur für sich und sein Leben. Manche schlossen sich zu Gruppen zusammen, um die Überlebenschance zu erhöhen. Ob die Zivilisation zurückkehrte? Das wussten nur die Sterne.
Das eigene Überleben sichern zu wollen ist alles andere als egoistisch, sondern ein ganz tiefsitzender Trieb. Die Arterhaltung fängt als erstes mit der Selbsterhaltung an.
Und den Abschluss finde ich halt einfach wieder gut. Ich mag solche Sätze zwischendrin.


Den weiteren Text röste ich jetzt nicht so en detail, weil mir eienfach die Zeit fehlt, es wäre aber wohl eh nichts Neues dabei, die Fehler bzw. ungeschlifenen Teile ziehen sich durch. Nur eines noch: Was mich am weiteren Text vor allem stört, ist deine Unentschlossenheit, ob es nun ein Mädchen oder eine junge Frau sein soll. Und wie in einer postapokalyptischen Welt ein asiatisches Mädchen zu blonden Haaren kommt, verstehe ich auch nicht.  :dontknow:

Alles in allem: Es steckt da schon viel Gutes drin, aber es liegt auch noch viel Arbeit vor dir. Trotzdem, weiter so!

LG Viskey
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merin

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #14 am: 16 Oktober 2019, 21:49:00 »
Ich denke auch, dass der Text einige starke Bilder hat (die blonde Asiatin ist an sich schon spannend und auch die apokalyptische Welt) und dass es sich lohnt, daran zu feilen. Einige hier haben ja auch recht schnell sehr große Fortschritte gemacht - warum sollte das nicht auch dir gelingen?
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

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Re: Endurance (Betatitle) (Buch 1)
« Antwort #15 am: 19 Oktober 2019, 22:36:21 »
Zitat
Und es gibt Leser, denen es auf den Satzbau ankommt, und solche, für die das Wesentliche im Inhalt und in der Handlung liegt. Ich zähle zu Letzteren.

Ich grübel ja noch über diese Aussage nach. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass irgendjemand Texte nur wegen des Satzbaus liest, ohne dass er/sie sich für Inhalt und Handlung interessiert. Für mich ist der Satzbau (und auch sowas wie Wortwahl, Tempo oder Perspektive) ein Mittel, um einen Inhalt zu transportieren. Wenn der Satzbau nicht stimmt, dann kommt der Inhalt nicht an. Wie die Handlung dazu steht, weiß ich nicht recht - das wäre ein spannendes Thema, wie sich eigentlich Inhalt und Handlung eines Textes zueinander verhalten. Meine Erfahrung ist, dass die Handlung viel flüssiger wahrgenommen werden kann, wenn der Text auf der sprachlichen Ebene stimmt. Sprache ist für mich Handwerk. Und das muss man, so denke ich, wenn man schreiben will, beherrschen. Ich kenne inzwischen einige Autor*innen, die aufgrund biografischer Besonderheiten oder LSR Schwierigkeiten mit der Sprache haben und trotzdem beeindruckende Resultate erzielen. Ich habe auch eine fast blinde Malerin in meinem Bekanntenkreis. Das geht durchaus, nur erfordert es viel Arbeit und im Zweifelsfall auch Menschen, die helfen. Lektoren sind da sicher eine Idee, wenn auch eine preisintensive.

Insofern bin ich gespannt auf eine überarbeitete Version. Und vielleicht magst du, Zauberhexe, auch noch etwas zur Intention dieser Szenen schreiben? Dann können wir gemeinsam nachdenken, wie du das Gewünschte zeigen  kannst bzw. ob die von dir gewählten Szenen da passen oder andere vielleicht besser wären.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.