Teufelsrost > Höllenfenster
Klappentext von "Die Stadt Utopia"
merin:
Damit weckst du aber den Anspruch, das Ganze sei historisch korrekt.
Was mir auch aufstößt: In deinem Klappentext kommt bislang keine einzige einheimische Figur vor. Und Afrika wird als Land behandelt, durch die Gleichstellung mit Indien.
jcl:
Ich möchte im Klappentext durchscheinen lassen, dass es sich nicht um reine Fantasy handelt, sondern eine reale Grundlage hat. Ich will mal nachsehen, wie andere Autoren das lösen.
Um mehr Figuren im Klappentext unterzubringen, müsste ich ihn deutlich länger machen, was ich nicht will. Das Problem mit Afrika vs. Indien sehe bzw. verstehe ich nicht.
merin:
--- Zitat ---Um Afrikaner im Klappentext unterzubringen, müsste ich ihn deutlich länger machen, was ich nicht will. Das Problem mit Afrika vs. Indien verstehe ich nicht.
--- Ende Zitat ---
Du schreibst einen Roman, der während der Kolonialzeit in einem afrikanischen Land spielt. Wie das Land damals hieß, hast du uns immer noch nicht verraten. Ich erwarte da ein Minimum an Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte und Rassismen (okay gut: Ich erwarte sehr viel Auseinandersetzung damit, schließlich schreibst du ein Buch darüber). Afrika als ein Land zu behandeln und mit realen Ländern (wie Indien) gleichzusetzen, ist rassistisch. Es ist die Sorte Rassismus, in die wir hier in D sozialisiert werden, und die wir nur bemerken, wenn wir uns für das Thema sensibilisieren.
Außerdem: Du schreibst offensichtlich einen Roman, in dem Afrika nur Kulisse ist. Die Haupthandelnden sind jedenfalls sämtlichst nicht afrikanisch und so unwichtig, dass sie nicht einmal im Klappentext vorkommen. Auch das ist rassistisch, von der Exotismus-Sorte.
Das verkauft sich wahrscheinlich nach wie vor gut, aber ich persönlich finde es auf ganz vielen Ebenen schwierig.
jcl:
Da möchte ich deine Vorstellungen gerne zurechtrücken.
Bei Afrika hast du Kolonialgeschichten im Kopf, wie so viele. Afrika ist aber viel mehr als das und hat eine wechselvolle Geschichte. Diese ist Thema des Buches und nicht irgendwelche Kolonialklischees. Die von dir angesprochenen Probleme sind natürlich existent und es ehrt dich, dass du dich ihrer bewusst bist. Aber über Rassismus scheinst du eine sehr klischeehafte Vorstellung zu haben, wenn die bloße Erwähnung von Afrika und Indien bei dir so etwas auslöst.
merin:
jcl, ich finde es enorm unangenehm, wie du mit meinen Rückmeldungen umgehst. Ich habe keine Ahnung, ob du mich nicht verstehen willst oder kannst. Denn wenn du dich mit kritischen Diskursen rund um Afrika und Rassismus beschäftigt hättest, wüsstest du um die "Afrika ist kein Land"-Debatte und müsstest mich nicht dazu fragen. Dass du auf meinen Hinweis auf Klischees und Rassismus so tust, als sei das allein mein Problem, ist ein mir bekannter Mechanismus. Falls du das noch nicht getan hast, kann du dazu bei Tupoka Ogette viele Infos finden, sowohl in ihren Büchern als auch auf ihrem Insta-Kanal.
Ich werde aufgrund der mehrfachen unangenehmen Interaktionen mit dir davon absehen, deine Texte zukünftig zu rösten.
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