24 July 2026, 00:56:14

Autor Thema: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet  (Gelesen 163 mal)

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The_Reptilian

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Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« am: 02 June 2025, 22:38:55 »
Auf anraten der Röstung von Mimesis habe ich vieles umformuliert und nach besten Ermessen verbessert. Ich hoffe, ich habe die Röstung auch richtig verstanden und mein Text ist ohne Brüche flüssig lesbar geworden.
Ich habe mich für den erzählerischen Stil entscheiden und bemüht, die auktoriale Erzählperspektive auszumerzen.

Gonzos innerer Konflikt:
Gonzo will den Schrecken des Krieges entkommen und findet sich in einer ausgemachten Identitätskrise wieder, indem er Vorstellungen hat, in den Körper anderer Personen zu flüchten, denen es besser geht als die Goblins. Besonders im Frauenkörper fühlt er sich plötzlich zu Personen hingezogen, mit denen er als Mann gar nichts hatte anfangen können und weil dieses Gefühl so schön ist, erliegt er auch diesem.

Wirkt die Hauptfigur nun sympathisch und authentisch?  :flirty:
Ist der Text flüssig zu lesen und wird man in die Geschichte rein gesogen?  :wech:
Werden Gonzos Gefühle gut geschildert?  :unschuld:

Ich hoffe, dass der Text nicht zu lang ist.


Professor Gonzo Spejbl, der Goblin, wischte sich einen Krümel von seinem weißen Kittel, als er sich über die vielen Notizen auf seinem Schreibtisch beugte, die im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage gerade noch entzifferbar waren. Er hatte Schwierigkeiten, sich auf das Geschriebene zu konzentrieren und lenkte sich ab, indem er das schöne Reflektions-Lichtspiel der Schreibtischlampe betrachtete. Seine Haut war noch blasser als sonst .  . . es war kaum noch zu sehen, dass sie mal grün war. Das zog ihn innerlich runter.
Die Militärangehörigen, die auf beiden Seiten der Tür Position bezogen hatten, um die Gefangene zu bewachen, aber auch sein krummbuckliger Assistent Squig, hatten nach drei Monaten ohne Sonnenlicht ebenfalls an Vitalität eingebüßt. Die Augen hatten dunkle Lider, Gonzos weiße Haarsträhnen verdeckten halb die eingefallenen Wangen. Sein Schreibtisch war gesäumt mit Konservendosen. Wie trostlos das alles aussah. Er blickte zur Notiz zurück, die er in seiner Pranke hielt, konnte aber die Träne nicht unterdrücken, die über seine rechte Wange rollte. Er hatte im Krieg gegen die Elfen all seine Liebsten verloren. Die anderen Goblins waren ebenfalls betroffen und alle waren vereint, um diesen Krieg mit der neuen Wunderwaffe zu gewinnen. Er atmete tief ein und aus, um sich zu beruhigen. In der Ruhe lag die Kraft. Es brachte nichts, sich aufzuregen, weil sowieso alles gefühlt am zusammenbrechen war. Der Staat, die Gesellschaft, die Familie, die eigene Identität. Der Raum wurde von der feindlichen Artillerie zum Beben gebracht, in der Luft hing ein fauliger Gestank, doch Gonzo überdeckte ihn mit seiner Pfeife, die Lavendelduft verströmte.
»Sind die Elektroden bereit?«, zischte der Professor Squig an.
Der Angesprochene nickte und machte eine Handbewegung in den Raum. Gonzo drehte sich mit dem Bürostuhl auf die andere Seite und blickte der gefesselten Elfe geradewegs in ihr blasses Gesicht, auf deren Kopf die Elektroden befestigt waren. Gonzo war bislang immer ein objektives Wesen, ein Doktor der Neurologie, aber wenn er ihr in die blauen Augen sah, hatte er Mühe, seine Wut zusammenzuhalten. Der Mediziner kramte gedanklich in seinem Elfisch-Wortschatz und mühte sich, seine Stimme ruhig zu halten. »Botschafterin Baeramaela Sect. Ich weiß, dass Sie und die Elfen diesen Krieg vom Zaum gebrochen hatten, nachdem Sie mit Ihrem Kampfroboter auf die Demonstration in der Stadt Lenschingen feuerten. Sie haben fünfzehn Goblins damit umgebracht! Warum taten Sie das?«
Die junge Elfe sah Gonzo an. »Na, warum wohl? Ihr habt uns belästigt!«
»Lügt sie Ihnen wieder etwas vor?«, fragte Squig den Professor. Dieser winkte ab.
Die Gefesselte drehte sich umher. »Was labert er?«
Der Professor übersetzte. »Er fragt, ob Sie lügen, Frau Elfe.«
»Elfen lügen nie!«
»Das macht die Sache nicht besser!«, wetterte der Professor. »Wir demonstrierten gegen die Schließung der Fabriken durch Ihre Spezies, obwohl sie noch rentabel waren. Auf einen anderen Planeten werden wir auch nicht umsiedeln. Wir lassen uns nicht umher schupsen! Werdet vernünftig, oder bereut es!«
Sie schielte in den Raum: »Lassen Sie lieber Ihre Finger vom Kristall! Damit könnt ihr alles in die Luft jagen!«
Gonzo zog an seiner Pfeife. »Mit diesem Kristall konnten wir Ihren Schutzschild neutralisieren, um Sie gefangen zu nehmen.«
Sie kicherte. »Ihr habt euch mehr selbst geschadet dabei! Mein Freund aber wird mich mit Leichtigkeit hier raus holen.«
»Sehr unwahrscheinlich!«, antwortete Gonzo. »Die dreihundert Meter dicke Granitschicht über uns ist ein nennenswerter Widerstand!« 
»Ihr habt keine Ahnung, wer wir sind!« 
Er kannte die Elfen wirklich zu wenig und er fragte sie einfach: »Ja, wie würde denn Ihr Freund Sie hier befreien?« 
»Ha! Das wüsstest du wohl gerne, du dummer Goblin!«   
»Das war leider zu erwarten.«  Gonzo stieß die Luft aus. Er ging die Notizen durch, obwohl er sich gar nicht mehr konzentrieren konnte. Squig räusperte sich: »Herr Professor, sind Sie sich wirklich sicher, dass es funktioniert?« 

Gonzos Blick folgte den Kabeln an ihren Elektroden, die an der Decke aufgehängt waren und hinter ihrem Stuhlblech weiter in einem schrankgroßen Kasten führten. Durch das Fenster im Kasten schimmerte ein faustgroßer Kristall in Regenbogenfarben. Daran angeschlossen war eine andere Elektronenhaube, die auf einem weiteren Stuhl ausgebreitet lag.
Er blickte auf seine Notizen zurück. »Gehen wir das alles noch einmal durch. Also, mit diesem Kristall vollführen die Elfen bei langen Weltraumreisen Abkürzungen durchs Immaterium, aber über alle weiteren Fähigkeiten waren sie gar nicht auskunftswillig   ...« Dann geriet Gonzo ins Stocken.
Squig klinkte sich ein. »Wir wissen trotzdem, dass das Immaterium auch das spirituelle Reich ist, wo Himmel und Hölle existieren!«
Gonzo nickte und paffte an seiner Pfeife besonders oft, wonach er viel Rauch verströmte.
»... Richtig. Die Menschen des Adeptus Mechanicus haben es uns erzählt. Das Immaterium ist der Ort, wo sich die Seelen aufhalten. Jedes Wesen, das eine Seele hat, soll auch zu Lebzeiten damit verbunden sein.«
»Hm«, meinte Squig, »Da sind Sie ja Spezialist auf diesem Gebiet!«
»Genau!« Der Professor setzte die andere Elektronenhaube auf und drehte am Kristallkasten auf einer Apparatur an einem Knopf. Er betrachtete die Ausschläge von Graphen mit Genauigkeit. »Wenn ich also mit einem leichten Strom die Schwingungsfrequenz ihres Gehirns und meines Gehirns ermitteln kann und danach einen gesteuerten Impuls von 400 Volt schicke, könnte meine Seele, und somit auch mein Bewusstsein, in ihren Kopf wandern. Ich nutze das Immaterium also als Seelenpfad.«
Squig zog die Augenbrauen hoch und er ergriff das Wort: »Wollen Sie immer noch in den Körper dieser Frau steigen?«
Gonzo nickte.
»Herr Professor, mit Verlaub, aber mit 400 Volt werden Sie und Ihre Probandin geradewegs ins Totenreich wandern! Sie sagten erst 100 Volt und das ist schon viel.«
Gonzo nahm einen tiefen Zug aus seiner Pfeife, weil er innerlich so aufgewühlt war. »Es muss funktionieren. In ihrem Körper werde ich versuchen, die ganzen Elf-Subjekte am Betreten dieses Raumes zu hindern. Danach werde ich ein Ende von diesem Krieg aushandeln und die Goblins in die Unabhängigkeit führen!«
»Na, da wünsche ich Ihnen aber viel Glück!«
Das konnte er gut gebrauchen. Falls er seine Mission abschließen sollte, könnte er es sich sogar vorstellen, weiterhin in diesen Frauenkörper zu leben, was etwas Magisches wäre. Sie war so hübsch anzusehen mit ihren roten Zöpfen und der Wespentaille, die von ihrer weißen Rüstung betont wurde. Dann noch ihre zarten Hände. Seine Gefühle gingen ganz durcheinander.
Er lief mit wackelndem Po durch das Labor. »Bewege ich mich wie eine Frau?«
Squig nickte. Gonzo kicherte.
»Was passiert eigentlich mit der Seele der Frau?«
»Die Seele … «, grübelte Gonzo. »Die Seele wird entweder terminiert, oder eine Inklusion mit mir eingehen … «

Weiter kam er nicht, weil es eine erschütternde Explosion gab. Sogar die Schreibtischlampe fiel auf den Boden. Das Licht flackerte. Jeder war in Panik, selbst die Militärangehörigen, die sich sonst um militärische Disziplin bemühten. Gonzo schwante es: Die Feinde kamem immer näher – für Tests war keine Zeit mehr. Gonzo setzte sich in den Stuhl und deutete auf Squig.
»Da! Der Schalter an der Wand! Leg´ ihn um!«
Obwohl noch nichts passiert war, fing die Frau an zu schreien.
Der Professor schrie dagegen an: »Squig! Jetzt mach´ schon!«
»Sie sind ein guter Kampfkünstler, Professor», sagte Squig und legte den Schalter um.
Ein heller Lichtbogen erschien vor seinen Augen, das wusste Gonzo noch, danach aber war alles dunkel. War er tot? Es war, als würde er durch die Dunkelheit fliegen. Wie war das möglich? Einzelne Blitze schossen auf. Dann erleuchtete die Glühbirne wieder. Grot sei Dank, er hatte überlebt. Nanu? Gonzo sah den Raum plötzlich aus einer anderen Perspektive, obwohl er sich nicht bewegt hatte. Sein Blick war auch so klar und wenn er sich nicht irrte, wirkte das Holz des Tisches lebendiger und intensiver. Es war schwer zu beschreiben. Was war passiert? Er wollte aufstehen, doch es ging nicht. Er wälzte sich hin und her. Squig kam und sah ihm ins Gesicht. »Jetzt müssen Sie noch beweisen, dass Sie der Professor sind!«
»Oh, diese Frage. Das bedeutet…. das Experiment hat funktioniert!«
Der Professor war freudig erregt. Woher kam diese Erregung? War es die Gewissheit, nun eine Elfe zu sein? Er konnte sich dennoch gut konzentrieren und einen Trick anwenden, um die Fessel zu lösen.
»Dieser Trick ist nur dem Professor bekannt«, kommentierte es Gonzo. Er stand auf, aber dieses Gefühl, keinen Penis mehr zu haben, übermannte ihn fast und er fiel in den Stuhl zurück. Sein Herz raste und er musste tief ein- und ausatmen, um sich zu beruhigen. Dann aber nahm er ein Gefühl wahr, dass er als schön interpretieren würde. Der ganze Körper war anders als alles, was er bislang kannte – in etwa wie als wäre er ein Flummi. Ein leichter Sprung und er war einen Meter in der Luft. Erstaunlich. Nun konnte er seinen Feinden in den Arsch treten!
Anschließend krachte es derart laut, dass es in Gonzos Ohren wehtat. Etwas drückte ihn zu Boden. Das Licht erlosch. Er hatte Schmerzen. Was war denn jetzt schon wieder passiert? Eine Explosion?
Da! Aus der Finsternis flackerte Licht auf. Es musste aus der Türöffnung kommen. Stimmen ertönten. Jemand betrat den Raum und leuchtete ihm mit der Taschenlampe ins Gesicht. Er blinzelte. Die Person beugte sich zu ihm runter und schwenkte die Leuchtquelle auf das eigene Antlitz um. Nein! Das konnte doch nicht wahr sein! Ein Elf! Er hatte lange, dunkle Haare und eine hellgraue Rüstung an.
Dann hörte Gonzo seine eigene Stimme hinter sich rufen. »Eledoan, mein geiler Retter!«
Was? Wer?
Der Elf schoss auf den Rufer und es war zu hören, wie etwas Großes auf den Boden fiel. Dann nahm der Elf Gonzo über die Schulter. Gonzo schlug mit dem Kopf gegen die Seelentauschmaschine, es schwirrte ihm vor Augen und es wurde um ihn dunkel.

Zwischen seinen schweren Lidern nahm er grünes Licht wahr, bevor die Augen wieder zu fielen. Er fühlte ein warmes Bett. Nach den schlaflosen Nächten im Labor war es genau das, was er verdient hatte. Er könnte ewig drinnen schlummern. Dazu kam dieser undefinierbare, aber angenehme Duft. Wo war er? Er schaute auf eine kreisrunde Zimmerdecke, die grünes Licht emittierte … der ganze Raum war rund und in dieses angenehme Grün getaucht. Das Material hatte einen leichten Silberschimmer. So eine schöne Architektur hatte er noch nie gesehen. Er richtete seinen Oberkörper auf und fasste sich an seine Brust. Ooo … oha, er hatte nicht geträumt. Wahnsinn! Er fand sich in einem Spitzen-Nachthemd wieder. Die Hände waren auch so schön zart. Eine seltsame Erregung hatte ihn beschlichen. Was war das für ein Gefühl? War es positiv? Irgendwie schon. War das weibliche Sexualität? Er atmete tief ein und aus, um sich zu beruhigen.
»Ich muss mich jetzt zusammenreißen«, dachte er sich. Er hatte eine Mission zu erfüllen, aber es war schon was Besonderes, nun eine Frau zu sein.
Der männliche Elf kam in den Raum, Eledoan hieß er, glaubte Gonzo. Auf den ersten Blick sah er attraktiv aus. Wieso? Das war doch der Feind! Er konnte sich aber nicht gegen dieses Gefühls erwehren.
»Meine Kriegerin des Lichts, hast du gut geschlafen?«, kam von den blassen Lippen des Elferichs.
Kriegerin des Lichts? Diese Mörderin? Igitt! Was er da sagte, war die totale Lustbremse. Konnte er zu irgendetwas nützlich sein?
»Kannst du mir bitte den aktuellen Stand des Kriegsverlaufs nennen?«
Der Elf zuckte zusammen. Diese Frage schien er so mal gar nicht erwartet zu haben. »Äh? …«, er knibbelte mit dem Zeigefinger vor dem Mund herum. »Wir ... Wir haben sie kalt gemacht.«
»Kalt gemacht?« Gonzo war schockiert. »Ist Lenschingen gefallen? Hat Gobol kapituliert?« Er hielt sich die Hände auf die Brust. »Sind die Goblins ausgerottet worden?«
»Dein Charakter hat sich völlig verändert!«, zischte Eledoan. »Dieser Professor hat dir bestimmt eine Gehirnwäsche verpasst!«
»Hat er nicht«, säuselte der Professor. »Ich wurde als Gefangene geschätzt und beachtet. Ich habe meine Meinung über die Goblins geändert.«
Eledoan aber machte einen Schritt zurück. Hatte er keine Empathie, oder, hatten seine Artgenossen ihn zu sehr indoktriniert? Oder, merkte er gar instinktiv, dass Gonzo log? Er konnte aus diesem Elfen keine weiteren Informationen gewinnen. Trotz seiner Befürchtung, dass die Goblins nicht mehr existieren, sollte Eledoan für fünf Stunden nur betäubt werden. Gonzo mochte ihn trotz allem sehr gerne. Der Professor stand auf und drückte dem Elferich gezielt auf den Hals, woraufhin dieser auf das Bett fiel. Er deckte ihn sogar liebevoll zu.

Wo war er? Aus dem Fenster erstrahlte eine riesige Elfenstadt. Oh nein! Das Labor, die Bergfestung, alles weg. Weit weg! Lag hier irgendwo eine Zeitung? Ein schwarzes Viereck war rechts neben dem Bett auf dem Nachttisch zu sehen. Es wirkte wie ein Tablett … lag da was drunter? Als er es anhob, erleuchtete das Viereck und es war Geschriebenes darauf zu lesen. Seltsames Elfenwerk, dachte sich Gonzo, aber von dem Ding wurden Informationen eines sogenannten Weltenschiff-Kuriers angezeigt, die auch nützlich waren.
Er las: »Nach der Befreiung von Stadt und Burg Lenschingen deckte eine unabhängige Untersuchungskommission Kriegsverbrechen auf, die in der gesamten zivilisierten Welt Bestürzung auslösten. Der berüchtigte Goblin-Professor Gonzo Spejbl soll hunderte elfische Kriegsgefangene zu Tode gefoltert haben, nur leider hatte der Vergewaltiger-Professor sich feige selbst gerichtet, um seiner gerechten Strafe zu entgehen. …«
Eines war Gonzo klar, als er das las: Die Goblins hatten kapituliert und die elfische Propaganda trampelte auf die Gegenspieler herum. Dass sich seine Angehörigen gegen Sklaverei wehrten, kam nicht darin vor. Es wurde nicht einmal geschrieben, ob Goblins noch am Leben waren. Er hielt sich seine Hände an die Brust und eine Träne rollte über seine rechte Wange. Jetzt bloß nicht zu emotional werden – vielleicht bestand doch noch Hoffnung. Eine tiefe Stimme ertönte durch die Tür. »Herr Eledoan Sect, die Konferenz über die Zukunft von Gobol beginnt jetzt.«
Gonzos Elfenohren stellten sich auf. Der hatte ihn aber erschrocken! Moment ... eine Konferenz … über die Zukunft von Gobol … ?? Er schaute zu Eledoan ... der schlummerte. Gonzo rieb sich die Hände ... nun wollte er ihn vertreten und auf der Konferenz etwas zu Gunsten der Goblins sagen!
Er schlüpfte in einen Bademantel und lugte aus dem Schlafzimmer. Dort stand ein Adeptus Mechanicus. Diese spirituellen Menschen-Cyborgs waren in der ganzen Galaxie als neutrale Beobachter gut vernetzt. Gonzo betrachtete voller Faszination das rechte Auge seines Gegenübers, das, wie so üblich, technisch modifiziert war.
»Äääh ... Ave Spiriti Mechanicus«, sagte Gonzo auf Latein, mit geschwollener Brust. Latein konnte der Professor gut. »Werden auf der Konferenz auch Goblins anwesend sein?«
Trotz der wallenden, dunkelroten Robe war die verneinende Kopfbewegung deutlich zu erkennen.
Gonzo ballte wütend die Faust. »Ohne Goblins ist es ein Skandal!«
Der Adeptus legte einen metallenen Finger seiner rechten Hand an sein Kinn. »Ähm, ich habe gerade eben auf Gobol Teilnehmende gesucht, aber als ich kam, flüchteten sie.«
Gerade eben auf Gobol? Also befand sich Gonzo auf einem Weltenschiff in der Nähe des Planeten? Und dieses Verhalten der Goblins? Es war seltsam. Dennoch war Gonzo erleichtert, zu hören, dass Goblins noch lebten.
Er verschwand hinter der Kleiderschranktür und wechselte die Kleidung zu einem dunklen Kimono. »Ich werde meinen Mann vertreten.«
Der Cyborg wirkte verwundert, machte aber ein Zeichen zur Tür und Gonzo folgte. Er mühte sich, weiblich zu bewegen - es war elegant und schön. Er fühlte sich wohl. Der Goblin trat wortlos in den runden Saal ein, in den Kreis von mehreren hundert Versammelten, an Eledoans Pult. Alle Augen waren auf Gonzo gerichtet, es ging ein Raunen durch die Menge. Jetzt musste er da durch. Sein letztes Aufgebot, seine letzte Hoffnung.
Eine jung aussehende Elfin mit einer Art Krone auf dem Kopf, die zu seiner Rechten stand, sprach Gonzo auf Latein an: »Frau Baeramaela Sect ist da - noch besser! Ich bin Runenprophetin Rasha Vect.« Dann machte sie eine Geste auf den Mechanicus und einer dunkelhäutigen Frau in Offiziersuniform des 18. Jahrhunderts, die in den Rängen um dem Podium saßen, flankiert von zwei Wachen.
»Dies sind Freihändlerin Dela Sankara aus Terra und dort sitzt Mechanicus Martin Scheffler vom Mars, unsere Gäste vom intergalaktischen Komitee. Schildern Sie ihnen im derbsten Vulgärlatein, wie gewalttätig die Goblin-Demonstrierenden vor unserer Botschaft in Lenschingen agiert hatten!«
Innerlich lachte Gonzo in sich rein. Wenn diese Prophetin wüsste, wer er wirklich ist, würde sie selbst bei diesem riesigen, organisch geformten Saal durch die Decke springen! Aber, Gonzo konnte nicht einfach wieder sagen, dass er gegenüber den Goblins empathisch wurde und seine Meinung geändert hat. Das kam schon bei Eledoan komisch an. Diesmal sollte möglichst gut Baeramaelas Denkweise imitiert werden.
»Ave, personae participantes. Ich weiß zu berichten, dass das Goblin-Arbeitsmaterial auf dem Conventus gegen die Schließung der Regenbogenkristallminen nicht handgreiflich wurde, obwohl es allen Grund dazu hatte! Es sollte auf einen anderen Planeten migriert werden. Aber die Reaktion meiner Kolleginnen mit bis zu 15 Toten war völlig unökonomisch, weil jetzt Arbeitskraft fehlt. Goblins sind wichtige Ressourcen für unsere Missionen auf anderen Planeten.« Gonzo machte eine Geste zur Prophetin. »Sie sollten daher alle Kampfhandlungen einstellen und die Elfen komplett von Gobol extrahieren, damit die Goblins Gelegenheit haben, sich zu regenerieren, für 100% Leistung . . . «
Die Prophetin verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. »Mir scheint es eher, dass Sie eine . . . Performance abhalten, um es mal milde auszudrücken.«
Gonzo war überrascht über diese Bezeichnung. Wie sollte er reagieren?
»Was machen Sie da mit Ihrer rechten Hand? Warum halten Sie sie ans Kinn?«
Gonzo schielte auf sich runter. »Ich überlege, was ich sagen . . . «
Sie schlug ihm die Hand vom Kinn. »Das ist eine Beleidigung an Morai Heg, Baeramaelas Göttin! Damit fängt´s schon einmal an . . . «
Oje. Dies war eines der vielen Fettnäpfchen, die Gonzo auf seinem Weg als Elfe intuitiv befürchtet hatte, aber nicht wusste, wie er ihnen entgehen konnte. Nun war er in eins rein getreten. Die Prophetin lief um ihn herum. ». . . und die verkrampfte Haltung Ihrer Beine hat nichts mit Weiblichkeit zu tun. So verhält sich keine Frau. Ein Elf aber auch nicht!«
Gonzo war geschockt. Sie ging ganz dicht an sein Gesicht heran. »Wir Elfen haben unseren Anmut von Geburt an im Blut. Jedes Wesen, das versucht hatte, es zu imitieren, wurde als Beleidigung des großen Asuryan auf den Platz gestellt! Sagen Sie mir, wie Sie wirklich heißen und welcher Spezies Sie angehören, sonst werde ich das Immaterium öffnen und Sie geradewegs in die Hölle schicken!«!«
Er zuckte zusammen und stotterte: »Ich bin Goblin, Professor Gonzo Spejbl, 77 Jahre alt und Neurowissenschaftler!«
Die Prophetin zog überrascht ihre Augenbrauen hoch. »Oh! Ein Goblin in einem Elfenkörper! Sehr interessant! Wir haben die Goblins nicht mal im Ansatz für so fähig gehalten!«
Dela wischte mit ihrer rechten Hand auf ihrem Tablet herum und war verwirrt. »Baeramaela ist ein 77 Jahre alter Goblin, der sich als junge Elfe verkleidet hat? Wollt ihr mich nun komplett auf den Arm nehmen?«
Die Prophetin stieß die Luft aus. »Ihr Menschen versteht es mal wieder nicht!« Sie deutete auf Gonzo. »Da drin ist nur die Seele eines Goblins, die vermutlich durch ein Experiment übertragen wurde. Die Seele der Verantwortlichen für die 15 toten Goblins aber, also die Elfe, ist dadurch gestorben.« Sie sah Gonzo an. »Oder?«
Gonzo nickte.
»Also, die Übeltäterin ist tot und wir haben unsere Schuldigkeit getan und sie abgestraft. Ich hoffe, dass wir Elfen auf Gobol bleiben können. Wir werden uns in irgend einer Weise mit ihnen arrangieren.«
Das gefiel Gonzo gar nicht. Er wollte, dass die Elfen Gobol verlassen. Und was hieß arrangieren? Nicht, dass die Goblins wieder übers Ohr gehauen und doch deportiert werden.
»Es gibt keine Beweise, dass der Körpertausch tatsächlich stattgefunden hat«, meinte Dela.
Der Adept flüsterte seiner menschlichen Kollegin etwas zu, Dela schaute zur Prophetin auf und nickte. Ihre Augen fuhren rasch über das Tablet.
»Also, die Verantwortliche für die 15 ermordeten Goblins ist tot ... Gut ... Somit sind die Elfen abgestraft wurden. Persönlich gefällt es mir nicht, dass Sie für die Goblins weiter eine Last sind, aber formal hat das intergalaktische Komitee keinen Streitpunkt mehr vorzuweisen. Ich empfehle mich.«
Dela und der Mechanicus verließen den Saal. Gonzo aber stellten sich die Nackenhaare auf. Wo war diese verdammte Prophetin?
Jemand legte die Hand auf Gonzos rechter Schulter. Er zuckte zurück, sah der Prophetin in ihre blauen Augen und wollte mit seinem rechten Bein ihr ins Gesicht schlagen, doch sie fing den Schlag mühelos auf und hielt ihn fest. Gonzo bekam es nicht los und hüpfte hilflos auf den anderen Bein herum. Er konnte nicht mehr kämpfen.
»Soll ich Sie Herr Spejbl, oder Frau Sect nennen?«
Das wusste er selber nicht so genau. Sollte er sich nun aus Trotz Herr Spejbl sagen, um seine Bedeutung als Goblin-Repräsentant zu unterstreichen? Er tat es.
Der Prophetin lagen Tränen in den Augen. »Herr Spejbl, Sie haben eine gute Freundin von mir umgebracht. Ich könnte Sie jetzt töten, aber dann würde ja auch Frau Sects Körper ableben, was schon blöde wäre.«
Nachdenklich blickte sie zu Boden und sah ihn dann wieder an.
»Ich entschuldige mich für mein Verhalten von gerade eben, denn auch Sie können anmutig sein . . . sogar richtig verführerisch. Mit meiner Hilfe können Sie rasch zu Baeramaela Sect werden . . . Nicht einmal ihre Eltern werden einen Unterschied merken.«
So, sie vermisste ihre Freundin und wollte Gonzo zu sie machen. Interessant. Ihn durchdrang die totale Euphorie. Eledoans Misstrauen könnte mit Hilfe der Prophetin beseitigt werden. Sie könnten dann zusammen sein - würden Gonzo und er dann sogar schlafen?
»Jaa, Ihre Augen leuchten, es gefällt Ihnen. Sehr schön.«
 Sie ließ sein Bein los und er stellte sich normal hin.
»Ich traue Ihnen sogar zu, dass Sie Baeramaelas Arbeit als Botschafterin auf Gobol weiterführen können. Sie werden in einen luxuriösen Palast wohnen, ein Mitglied der hohen Gesellschaft sein und mit Wissenschaftlern und anderen wichtigen Vertretern aus der gesamten Galaxie hochinteressante Unterhaltungen führen können. Ihr Leben wird ein Traum sein. Stimmen Sie zu?«
Gonzo war hellauf begeistert und wollte diesen Traum, ganz zum Leidwesen der Goblins.
« Letzte Änderung: 03 June 2025, 11:22:28 von The_Reptilian »

Briefzauberer

  • Federkiel
  • *
  • Beiträge: 1
Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #1 am: 03 June 2025, 21:07:32 »
Heyho, danke für den Text, ich habe ihn gern (mit viel Schmunzeln) gelesen! Kurzer Disclaimer: ich bin neu hier, das ist meine erste Röstung und daher nehm das alles nicht zu ernst, was ich schreibe.

Hier gleich mal ein €dit: ich habe erst *nach* der Röstung im Forum nach weiteren Einträgen von dir gesucht. Dort habe ich Hinweise gefunden, dass das wohl ein LGBTQ Text sein soll. Also hier ein weiterer Kommentar gleich vorneweg: ich kenne mich *überhaupt nicht* in diesem Themenkomplex aus bzw. habe noch nie einen Roman dazu gelesen. Insofern kannst du alle meine Kommentare bzgl. Sexualität ignorieren - ich hab' schlichtweg keine Ahnung vom Thema.


Ist der Text flüssig zu lesen und wird man in die Geschichte rein gesogen?  :wech:

Zunächst mal: es hat mich extrem an WH40K erinnert. Ist das Fanfiction oder stark inspiriert von dem Universum? Adeptus Mechanicus beispielsweise, die Weltenschiffe ... das hat mich sehr daran erinnert. Durchaus positiv. Vielleicht auch an früher, als ich Discworld gelesen habe: es liest sich wie eine High-Fantasy-Komödie. Was mich hier und da etwas irritiert hat beim Lesen waren die sexuellen Anspielungen. Anfangs dachte ich sogar: Hoppla, das ist ja Goblin-Romantacy!  :deveek: Später dachte ich dann eher an WH40K-Satire  :devgrin:

Das Lesen fand' ich anfangs holprig. So ab dem ersten Viertel ging es super flüssig, ich habe ehrlich gesagt nicht bemerkt, wie die Zeit verflogen ist. Schöner Text, hat Spaß gemacht! Ich wollte umbedingt wissen, wie dieser Professor tickt: ist er böse? Was treibt ihn an? Ist er eher aus sexueller Neugierde beim Körperwechseln, oder hat er große Pläne zur Verteidigung seines Volkes? (nach dem Lesen des Textes würde ich sagen, es ist eine Mischung aus beidem).

Wirkt die Hauptfigur nun sympathisch und authentisch?  :flirty:

Ich empfand ihn anfangs als sehr unsympathisch - eher wie ein Dr. Frankenstein. Ich kann dir nicht genau sagen, wieso. Bis hierhin meine ich: "»Herr Professor, sind Sie sich wirklich sicher, dass es funktioniert?« ".
Mögliche Gründe: es gab bis hierhin 0 Humor. Danach beginnt das satirische, und der Goblin zeigt schwache Seiten (Unwissenheit). Vielleicht war es auch der harte Einstieg in eine Verhör/Folterszene (ja, mir ist klar, dass es nicht so krass war, aber ich *dachte* das beim Lesen im ersten Teil). Mir hätte da vielleicht mehr inneres Gefühl oder mehr Gedanken von ihm anfangs geholfen. Die ihn nicht nur als den "Verhörer" zeigen.

Nach dem erwähnten Satz hat sich das Blatt gedreht. Nach und nach hat der Goblin seine Schwächen gezeigt: Unsicherheit, Schutzempfinden für sein Volk, Neugierde für die Weiblichkeit usw .. es gab Dialoge.. je länger ich gelesen habe, desto sympatischer fand ich ihn!

Authentisch?
Hmm.
Anfangs: Professor: Theorie, Wissbegierde.
Dann: Volksverteidiger: Ehre, Opferbereitschaft, Schutzempfinden.
Dann: "Sex"-Goblin (mir fällt kein anderes Wort dafür ein): sexuell neugierig, betont plötzlich seinen eigenen und die Körper von anderen, hat ein Auge auf Rundungen, Herzrasen

Für mich etwas viel "Mixtur" in dem kleinen grünen Kerl. Er wirkt tatsächlich sehr verwirrt, innerlich durcheinander, soweit ich dich verstehe, soll das auch genau so sein. Insofern hast du wohl das Ziel erreicht! Falls er das ganze Buch über innerlich so ein Gefühlswirrwar hat, dann wäre es - für mich als Leser - möglicherweise etwas zu viel. Irgendwo muss er doch seinen "wahren Kern" haben, oder nicht? Professor UND Volksbeschützer UND Frauenversteher... möglicherweise (wie gesagt, ich bin Fremd in diesem Genre) ist das aber gerade so gewollt!


Werden Gonzos Gefühle gut geschildert?  :unschuld:
Ja. Siehe oben. Ich habe mich mitten in seinem Gefühlschaos wiedergefunden. Spannend!


Jetzt habe ich noch ein paar andere Anmerkungen, hoffe, dass das okay ist.


Zitat
Professor Gonzo Spejbl, der Goblin, wischte
ich musste das 3x lesen. Mich stört: "der Goblin". Entweder würde ich mir hier in dem Komma-Einschub etwas mehr Informationsgehalt wünschen (zum Aussehen? Herkunft? Beruf? Situation?), oder den Goblin weglassen. Dass er ein Goblin ist, darf doch gerne beim Lesen entdeckt werden in den kommenden Sätzen. Oder aber der Goblin ist super wichtig, dann will ich ihn (glaube ich) auch als Subjekt im Satz.
Oder "ein Goblin" statt "der Goblin"? Gibt ja viele bei dir...


Zitat
Professor Gonzo Spejbl, der Goblin, wischte sich einen Krümel von seinem weißen Kittel, als er sich über die vielen Notizen auf seinem Schreibtisch beugte, die im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage gerade noch entzifferbar waren.
Ein sehr langer erster Satz! Kann man mögen, ich finde kurze erste Sätze etwas mitreißender. Geschmackssache?

Zitat
Das zog ihn innerlich runter.
Toller Einschub. Zeigt Gefühl, Schwäche.

Zitat
Squig
wenn absichtlich WH40k-Satire: toll! Wenn nicht: unpassen (weil: lässt mich halt sofort an Warhammer denken).

Zitat
Die anderen Goblins waren ebenfalls betroffen und alle waren vereint, um diesen Krieg mit der neuen Wunderwaffe zu gewinnen. Er atmete tief ein und aus, um sich zu beruhigen.
Häh? Beim zweiten Lesen fällt mir auf, dass ich das beim ersten Lesen einfach überflogen habe. Was meinst du damit? Ist die Wunderwaffe der Körpertausch? Wer ist denn dann alles vereint? Es stehen doch nur ein paar Wachen und Squig und der Prof im Raum. Wo sind denn alle Goblins? Stehen die vor der Tür??


Zitat
doch Gonzo überdeckte ihn mit seiner Pfeife, die Lavendelduft verströmte.
Hier stolperte ich beim ersten Lesen. Ich glaube, weil die Pfeife bisher nicht erwähnt wurde. Er müsste doch diese in der Hand halten, oder so, jetzt kommt sie mir viel zu überraschend: der ganze Raum muss ja wesentlich geprägt sein von der Peife, wenn er pafft. Rauch in einem Bunker. Nebelt das nicht ein? Ich fand' es komisch hier.



Zitat
»Sind die Elektroden bereit?«, zischte der Professor Squig an.
Zischte. Wieso zischte? Kopfbild: er raucht Pfeiffe. Dann nuschelt er, oder so. Zischen klingt so hart. So plötzlich. Davor ging es ja aber um die Situation, Gefühle, Motivation.. wieso zischt er plötzlich? Das ist so "scharf". Empfinde das hier unpassend.


Zitat
Sie kicherte. »Ihr habt euch mehr selbst geschadet dabei!
das "Mehr" ist zu viel. oder das "dabei". zu viele Füllwörter irgendwie.


Zitat
»Die dreihundert Meter dicke Granitschicht über uns ist ein nennenswerter Widerstand!« 
Klingt nach Vorlesung, nicht nach hitzigem Wortgefecht.



Zitat
Adeptus Mechanicus
Warhammer Assoziation. Absicht? ok. Nicht Absicht? Bitte Name ändern :-)

Zitat
Seine Gefühle gingen ganz durcheinander.
Hier war das erste mal so ein krasser "Ich will Frau sein" Vibe. Das ist ja Absicht, soweit verstanden. Aber dann hätte ich hier evtl. 1-2 Sätze in den Gedanken des Gobbos gut gefunden. Die das etwas ergänzen. Wieso will er denn den Körper wechseln? Ist sein Körper so baufällig? Vielleicht kann er das denken, z.b. indem er seine zittrige alte fleckige Hand anschaut oder so?

Zitat
Er lief mit wackelndem Po durch das Labor. »Bewege ich mich wie eine Frau?«
Squig nickte. Gonzo kicherte.
Das war ein krasser Einschnitt. Wir lesen seit vielen Absätzen Verhör/Krieg/Weltenrettung/Volksbeschützen/Kristallmagie/Elektroden-Themen. Und jetzt: ein Model wackelt mit dem Hintern? Die Idee finde ich ok, zum Auflockern der eigentlichen Kriegsszene, aber dann hätte ich gerne 1-2 flankierende Sätze dazu.
Vielleicht in innerer Gedanke des Goblins.

Zitat
» Jeder war in Panik, selbst die Militärangehörigen, die sich sonst um militärische Disziplin bemühten.
Hier die zweite Information dass möglicherweise super viele Leute hier im Bunker stehen?? Aber wieso spielen die bislang sonst keine Rolle? Hat der Prof wirklich mit dem Hintern gewackelt vor zig Leuten? Wer sind diese Leute? Sind sie überhaupt da?




Zitat
»Sie sind ein guter Kampfkünstler, Professor», sagte Squig und legte den Schalter um.
Kampfkünstler: komiosches Wort. Hier völlig unpassend meiner Meinung nach.

Zitat
keinen Penis mehr zu haben,
Penis? Ich dachte hier: oha, es wird doch eine schlüpfrige Fanfiction. Es passt ja zu einem Prof, dass er so denkt, aber irgendwie habe ich es wirklich nicht erwartet, hier von einem Penis zu lesen.
Edit nach dem LGBTQ "Aha" Moment bei mir: dann macht es Sinn, das hier so explizit zu schreiben. Schätze ich.. keine Ahnung. Vielleicht hätte ich mir dennoch gewünscht, das ganze nicht reduziert auf den Penis zu lesen, sondern irgendwie.. auch den Fokus auf andere Dinge lenken? Es ändert sich ja nicht nur das.


Zitat
Nun konnte er seinen Feinden in den Arsch treten!
Endlich! Hier hatte ich das erste mal so ein richtiges "das ist ein kleiner fieser Goblin" Gefühl. Also auf eine lustige Art und Weise. Es fühlt sich an, als ob bislang die Kamera eher im Bunker war und von aussen draufschaute.. und jetzt: jetzt fährt die Kamera IN den Gobbo hinein. Endlich :-) Oder war das Absicht?


Zitat
Dann hörte Gonzo seine eigene Stimme hinter sich rufen. »Eledoan, mein geiler Retter!«
Ich liebe den Humor, dass die Elfe direkt danach umgeschossen wird. Aber "geiler" finde ich hier wie vorher auch den Penis irgendwie unpassend. Es wirkt auf mich parodistisch und/oder "schlüpfrig". Ist das wo gewollt? Vielleicht "Eledoan! Endlich! Mein Retter!" ?

Zitat
Der Elf zuckte zusammen. Diese Frage schien er so mal gar nicht erwartet zu haben. »Äh? …«, er knibbelte mit dem Zeigefinger vor dem Mund herum. »Wir ... Wir haben sie kalt gemacht.«
Musste schmunzeln :-)


So.. sorry, aber ich muss jetzt aufhören. Ich stelle gerade schockiert fest, wie verdammt viel Zeit so eine Röstung benötigt. Wow, da habe ich mich krass verschätzt  :deveek:

Also vielen Dank für den Text, ich fand ihn in Summe toll zu lesen, tolle Geschichte und fände da ein ganzes Buch von durchaus interessant  :devgrin: (mit weniger schlüpfrigen Anspielungen, und mehr "Wir haben sie kalt gemacht" Humor - aber das ist ja Geschmackksache).

« Letzte Änderung: 03 June 2025, 21:26:18 von Briefzauberer »

merin

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #2 am: 06 June 2025, 16:13:04 »
Hi Reptilian,

sprachlich finde ich den Text ziemlich gelungen, da hast du sehr große Fortschritte gemacht, auf die du stolz sein kannst. Du hast einige umständliche Formulierungen wie "mit Genauigkeit" wo es "genau" auch tun würde, aber das ist vielleicht auch einfach Geschmack.

Inhaltlich empfinde ich als queere Person den Text als ein Sich-Lustig-Machen über Queerness und das stößt mir unangenehm auf. Da der Text insgesamt etwas Parodistisches hat, passt das in den allgemeinen Duktus, allerdings finde ich es besser, wenn Parodien nicht gerade ohnehin diskriminierte Bevölkerungsgruppen aufs Korn nehmen.

VG
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Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

Paul

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #3 am: 06 June 2025, 20:14:42 »
Hi Reptilian

Glückwünsch zu deiner Geschichte. Sie stellt im Vergleich zu allem, was ich bisher von dir gelesen habe, einen riesigen Schritt nach vorne dar. Von daher - vor aller Einzelkritik - erst einmal ein "Wow" und meine herzlichen Glückwünsche.

Was mir gefällt:

Du beschreibst viel mehr als früher, z.B.:

Zitat
Professor Gonzo Spejbl, der Goblin, wischte sich einen Krümel von seinem weißen Kittel, als er sich über die vielen Notizen auf seinem Schreibtisch beugte, die im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage gerade noch entzifferbar waren. Er hatte Schwierigkeiten, sich auf das Geschriebene zu konzentrieren und lenkte sich ab, indem er das schöne Reflektions-Lichtspiel der Schreibtischlampe betrachtete. Seine Haut war noch blasser als sonst .  . . es war kaum noch zu sehen, dass sie mal grün war. Das zog ihn innerlich runter.

Das ist viel detailreicher als deine früheren Beschreibungen. So hat Gonzo jetzt z.B. einen Nachnahmen, der eine gewisse Spannung zu seinem Vornamen aufbaut, es kommen Krümel vor, ein weißer Kittel,... das ist alles bildhaft und so entsteht auch in meinem Kopf ein Bild.

Trotzdem hake ich an der einen oder anderen Stelle

Zitat
Professor Gonzo Spejbl, der Goblin, wischte sich einen Krümel von seinem weißen Kittel, als er sich über die vielen Notizen auf seinem Schreibtisch beugte, die im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage gerade noch entzifferbar waren. Er hatte Schwierigkeiten, sich auf das Geschriebene zu konzentrieren und lenkte sich ab, indem er das schöne Reflektions-Lichtspiel der Schreibtischlampe betrachtete. Seine Haut war noch blasser als sonst .  . . es war kaum noch zu sehen, dass sie mal grün war. Das zog ihn innerlich runter.

die vielen Notizen ... da kommen mir auf Dauer zu viele Adjektive in die Quere.
bei dem Satz: er lenkte sich ab ... behauptest du etwas, aber du zeigst es mir nicht. Dazu kommt das Adjektiv "schön". Was ist an dem Lichtspiel schön? Und was faszinziert ihn an dem Lichtspiel? Wenn du mir das beschreibst, gewinnt die Szene an Kraft. So geht an dieser Stelle Kraft verloren.
Das "runter" finde ich sprachlich eher im Jugendslang verankert. An dieser Stelle kommt es mir nicht passend vor, um seinen inneren Gemütszustand zu beschreiben. Da spüre ich einen Bruch.

Aber trotzdem: Du beschreibst und es entstehen Bilder. Das ist gut. Der Rest ist wie immer Arbeit am Detail.

Nun zu deinen Fragen:

Zitat
Ich hoffe, ich habe die Röstung auch richtig verstanden und mein Text ist ohne Brüche flüssig lesbar geworden. Ich habe mich für den erzählerischen Stil entscheiden und bemüht, die auktoriale Erzählperspektive auszumerzen.

Ja, dein Text ist zu weiten Teilen flüssig zu lesen und du hast viele Fehler bei der Erzählperspektive vermieden.

Zitat
Wirkt die Hauptfigur nun sympathisch und authentisch?  :flirty:

Sympathisch? Nun. Eher nicht. Das muss sie aber auch nicht.
Authentisch? Ja, vor allem im ersten Teil. Im zweiten Teil verliert die Geschichte an Kraft, auch weil die inneren Konflikte der Hauptfigur zu schnell und nicht überzeugend erzählt werden.

Zitat
Ist der Text flüssig zu lesen und wird man in die Geschichte rein gesogen?  :wech:

Ja, er ist um Lagen besser als jeder Text, den ich bisher von dir gelesen habe.

Zitat
Werden Gonzos Gefühle gut geschildert?  :unschuld:

Am Anfang ja, im zweiten Teil (vgl. oben) leider nicht mehr.
 Ich glaube, das liegt daran, dass du insgesamt sehr viel in die Geschichte hineinpacken willst.
 Da ist zum einen der Konflikt zwischen den Elfen und den Goblins. Er würde für eine Kurzgeschichte völlig ausreichen. Es hätte den Vorteil, dass es dann eine klare innere Motivation deines Protas gäbe - und es bräuchte dazu ein klares Ende, das mir im Moment noch fehlt. (z.B. dass am Ende die Elfin verurteilt wird, weil sie mit der Niederschlagung des Aufstands gegen Elfenrecht verstoßen hat). Darauf würde ich mich konzentieren.
 Aber dann kommt noch die Geschichte mit dem Körpertausch dazu, der bei dem Goblin sexuelle Gefühle auslöst. Diese Gefühle sind im Moment nur sehr exemplarisch und auch m.E. nicht sehr gelungen geschildert. Hier bräuchte es viel mehr Beschreibungen als bisher, auch mehr innerer Klarheit als bisher, damit du mich auch mit diesem Teil der Geschichte überzeugen könntest.
 Was mich irritiert, ist, dass der Goblin in seiner sexuellen Verirrung seine Mission immer mehr vergisst. Da geht mir viel zu viel durcheinander. Auch überzeugt es mich inhaltlich nicht. Meine Frage an dich wäre deshalb: was will er am Ende? Was ist ihm wichtig? Und was rückt in die zweite Reihe?
 Insgesamt habe ich den Eindruck, dass wenn du die Geschichte in der jetzigen Form weitererzählen willst, du im zweiten Teil noch mindestens die doppelte Menge an Text bräuchtest, um sie überzeugend zu "erzählen". Und du bräuchtest ein klareres Ende - zumindest wenn es eine Kurzgeschichte sein soll, und nicht ein Teil eines Romans ist.

Wenn ich Zeit habe, sehe ich mir den einen oder anderen Teil deiner Geschichte noch einmal genauer an.

Paul  8)
"Es ist besser, einige der Fragen zu kennen, als alle Antworten." (James Thurber)

The_Reptilian

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #4 am: 10 June 2025, 22:21:22 »
Liebe Leute,

es hat so viel Text in den Antworten auf meine Geschichte gegeben, dass ich nicht sofort reagieren konnte. Ich musste erst überlegen, was ich sagen sollte. Aber die vielen Lobe erfreuen mich und geben mir Hoffnung, dass es voran geht.


Ist der Text flüssig zu lesen und wird man in die Geschichte rein gesogen?  :wech:

Zunächst mal: es hat mich extrem an WH40K erinnert. Ist das Fanfiction oder stark inspiriert von dem Universum? Adeptus Mechanicus beispielsweise, die Weltenschiffe ... das hat mich sehr daran erinnert. Durchaus positiv. Vielleicht auch an früher, als ich Discworld gelesen habe: es liest sich wie eine High-Fantasy-Komödie. Was mich hier und da etwas irritiert hat beim Lesen waren die sexuellen Anspielungen. Anfangs dachte ich sogar: Hoppla, das ist ja Goblin-Romantacy!  :deveek: Später dachte ich dann eher an WH40K-Satire  :devgrin:
Es spielt im Warhammer 40K - Universum. Asche über mein Haupt! Der Weltenbau ist aus diesem Franchise übernommen worden, also leider keiner phantasievolle Eigenkreation, was gute Schriftstellerei ausmacht. Aber ich finde dieses Universum so spannend. Es gibt Antworten auf viele wichtige Fragen im Leben, wie: Gibt es Spiritualität? Antwort: Ja, das Immaterium/Warp, ein Raum, der die Realität überlagert, ist Spiritualität. Und dann leben darin auch noch "Geistwesen", die gut, aber meistens böse sind. Fantasy, Sci-Fi, Cosmic Horror, Warhammer ist ein großartiger Fundus an Elementen mehrerer Genres, die ich wie aus einem Legobaukasten zu etwas neuem zusammenfügen kann.
Satire? Warum Satire? Etwa durch den Namen "Rasha Vect"? Das ist ein humoristisches Augenzwinkern, was ich aber nicht als Satire bezeichnen würde. Oder geht es darum, dass Warhammer generell Satire ist? Ich habe mal recherchiert: "To call it all "satire" undersells how diverse, tangled, and contradictory it is." Also es ist sehr vielfältig und widersprüchlich und gar nicht so wirklich Satire. 


Ich wollte umbedingt wissen, wie dieser Professor tickt: ist er böse? Was treibt ihn an? Ist er eher aus sexueller Neugierde beim Körperwechseln, oder hat er große Pläne zur Verteidigung seines Volkes? (nach dem Lesen des Textes würde ich sagen, es ist eine Mischung aus beidem).

&&
Zitat
Seine Gefühle gingen ganz durcheinander.
Hier war das erste mal so ein krasser "Ich will Frau sein" Vibe. Das ist ja Absicht, soweit verstanden. Aber dann hätte ich hier evtl. 1-2 Sätze in den Gedanken des Gobbos gut gefunden. Die das etwas ergänzen. Wieso will er denn den Körper wechseln? Ist sein Körper so baufällig? Vielleicht kann er das denken, z.b. indem er seine zittrige alte fleckige Hand anschaut oder so?
Für mich etwas viel "Mixtur" in dem kleinen grünen Kerl.
Irgendwo muss er doch seinen "wahren Kern" haben, oder nicht?
Gonzo denkt ziemlich strategisch und ordnet dem sein ganzes Leben unter. Er hatte schon vor Ausbruch des Krieges mit einer Seelentauschmaschine experimentiert, um einer abweisend gesinnten und technologisch überlegenen Spezies hinter die Abschottungen schauen zu können, die Goblins sonst verwehrt sind, z.B. Weltenschiffe, um diese besser kennen zu lernen, um ja, sie dann dort treffen zu können, falls ein Krieg ausbrechen sollte.
This damn goblin kicked our backdoor in and destroys us seriously now!
Sein Körper ist für das Alter noch gut in Schuss, es ist eher so, dass Goblins nicht nur von den Elfen, auch anderen Außerirdischen herablassend, wie Wegwerfware behandelt werden und es für ihn ein positiver Nebeneffekt wäre, wenn er seinem Goblin-Körper entfliehen könnte. Dass ein Mann sexuell neugierig ist, wenn er Gelegenheit bekommt, in einen Frauenkörper transferiert zu werden, ist, denke ich, auch ein Nebeneffekt und ganz normal. Der strategische Gedanke soll der dominante Part sein, also die Fantasy-Heldenreise, nicht das Sexuelle.
Dass jeder vereint ist, um diesem Krieg mit der neuen Wunderwaffe zu gewinnen, habe ich umgeschrieben. Überarbeitung folgt. An der anderen Stelle hätte ich sonst schreiben sollen: "Jeder im Raum war in Panik", und die Pfeife werden ich vielleicht auch raus nehmen, weil sie im Stollen eher nicht so toll ist. Du hast recht.
Das mit dem Penis lässt sich vielleicht auch anders um schreiben, z.B.: "Er fasste sich zwischen die Beine und spürte dann die Wölbung auf der Brust. Alles war anders." Gute Ideen?

Ich habe auch viel mehr mit inneren Gedanken überarbeitet.

Inhaltlich empfinde ich als queere Person den Text als ein Sich-Lustig-Machen über Queerness und das stößt mir unangenehm auf. Da der Text insgesamt etwas Parodistisches hat, passt das in den allgemeinen Duktus, allerdings finde ich es besser, wenn Parodien nicht gerade ohnehin diskriminierte Bevölkerungsgruppen aufs Korn nehmen.

VG
merin
Oje. Der Text hat etwas parodistisches? Wo denn?

Aber dann kommt noch die Geschichte mit dem Körpertausch dazu, der bei dem Goblin sexuelle Gefühle auslöst. Diese Gefühle sind im Moment nur sehr exemplarisch und auch m.E. nicht sehr gelungen geschildert. Hier bräuchte es viel mehr Beschreibungen als bisher, auch mehr innerer Klarheit als bisher, damit du mich auch mit diesem Teil der Geschichte überzeugen könntest. Was mich irritiert, ist, dass der Goblin in seiner sexuellen Verirrung seine Mission immer mehr vergisst. Da geht mir viel zu viel durcheinander. Auch überzeugt es mich inhaltlich nicht.  Meine Frage an dich wäre deshalb: was will er am Ende? Was ist ihm wichtig? Und was rückt in die zweite Reihe?
Er will in erster Linie die Schwachstellen der Elfen auskundschaften, um diesen Krieg zu gewinnen, und dann, wenn alles gut läuft, sich weiterhin für die Goblins einzusetzen. Sie hatten durch die herablassende Art anderer Besucher aus dem All gelitten und Gonzo will das beenden. Für ihn ist das alles in erster Linie eine strategische Sache, der er alles unterordnet. Nur dann wird er mit den Folgen nach dem Körperwechsel konfrontiert, z.B., dass er als Frau ein anderes Hormonsystem hat, oder er doch nicht so wahrgenommen wird, wie er es gerne hätte.
« Letzte Änderung: 11 June 2025, 11:44:13 von The_Reptilian »

merin

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #5 am: 14 June 2025, 17:14:33 »
Parodistisch oder satirisch wird der Text durch seine Überzeichnungen vor allem in den Gefühlen deines Prota. Da finden sich wenig Zwischentöne und das macht es für mich satirisch.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

The_Reptilian

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #6 am: 20 June 2025, 13:06:03 »
Meinst du die Stellen, wo sich Gonzo die Hände über sein Herz legt? Oder die schlüpfrigen Anspielungen?

merin

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #7 am: 04 July 2025, 16:14:55 »
Ich habe versucht nochmal die Stellen zu finden, die für mich satirisch wirken und muss gestehen, dass es mir schwerfällt welche zu finden, die auf mich nicht satirisch wirken.

Zitat
Gonzos Elfenohren stellten sich auf. Der hatte ihn aber erschrocken! Moment ... eine Konferenz … über die Zukunft von Gobol … ?? Er schaute zu Eledoan ... der schlummerte. Gonzo rieb sich die Hände ... nun wollte er ihn vertreten und auf der Konferenz etwas zu Gunsten der Goblins sagen!

Als erstes stolpere ich über den sprachlich Fehler. Es muss erschreckt heißen, ich denke, du solltest den unterschied zwischen erschreckt und erschrocken nochmal nachlesen. Aber hier ist eine Konferenz und die Person, die reden soll, schläft. Das wirkt unglaubwürdig und daher satirisch. Die Reaktion darauf ebenso: er reibt sich die Hände. Und dann noch die Satzzeichen: zwei ?? und ein !, das wirkt deutlich zu dick aufgetragen. Und zu dick aufgetragen empfinde ich schnell als satirisch.

Zitat
Er schlüpfte in einen Bademantel und lugte aus dem Schlafzimmer. Dort stand ein Adeptus Mechanicus. Diese spirituellen Menschen-Cyborgs waren in der ganzen Galaxie als neutrale Beobachter gut vernetzt. Gonzo betrachtete voller Faszination das rechte Auge seines Gegenübers, das, wie so üblich, technisch modifiziert war.
»Äääh ... Ave Spiriti Mechanicus«, sagte Gonzo auf Latein, mit geschwollener Brust. Latein konnte der Professor gut. »Werden auf der Konferenz auch Goblins anwesend sein?«

Auch hier: die "geschwollene Brust" (du meinst vermutlich das altmodische stolzgeschwellt) wird zu dick aufgetragen, ergo satirisch. Ebenso der Gruß, der auf mich satirisch wirkt.

Zitat
Trotz der wallenden, dunkelroten Robe war die verneinende Kopfbewegung deutlich zu erkennen.
Gonzo ballte wütend die Faust. »Ohne Goblins ist es ein Skandal!«
Der Adeptus legte einen metallenen Finger seiner rechten Hand an sein Kinn. »Ähm, ich habe gerade eben auf Gobol Teilnehmende gesucht, aber als ich kam, flüchteten sie.«

Der ganze Dialog wirkt auf mich satirisch. Sowohl inhaltlich als auch in der Emotionalität. Und auch die übergenauen Beschreibungen, die aber gleichzeitig wenig bildhaft sind, wirken auf mich satirisch.

Mit Warhammer kenne ich mich nicht aus. Wenn du Fanfiction schreiben möchtest, ist das hier auch das falsche Forum (zu diesem Thema verweise ich explizit auf unsere Regeln).

Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

The_Reptilian

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #8 am: 04 September 2025, 16:56:50 »
Mit Warhammer kenne ich mich nicht aus. Wenn du Fanfiction schreiben möchtest, ist das hier auch das falsche Forum (zu diesem Thema verweise ich explizit auf unsere Regeln).

Ok, ich setze hier nur noch eine letzte Überarbeitung rein. Dann werdet ihr keine Fanfiction mehr sehen. Ist das OK? Sonst löscht sie doch einfach.

Hier habe ich den Elf Hannibal eingefügt, dafür den Mechanicus entfernt, einfach mal, um einen sympathischen Elfen in der Geschichte zu haben, damit Elfen nicht pauschal als "böse Wesen" wirken. Dementsprechend ist die Handlung auch etwas anders.
Ich hoffe, das ist jetzt keine Verschlimmbesserung.

Professor Gonzo Spejbl schnippste einen Krümel von seinem weißen Kittel - ein kleines Erfolgserlebnis in dieser endlosen Recherche. Im fahlen Glühbirnenlicht der Stollenanlage waren seine Notizen nur schwer entzifferbar und er bekam Kopfschmerzen. Er blickte in das Reflektions-Lichtspiel der Schreibtischlampe, das ihn an den Kristall erinnerte, in dem seine Hoffnungen lagen. Darin spiegelte er auch sich selbst, ein Goblin mit weißen Haarsträhnen und eingefallenen Wangen, bei dem seine Hautfarbe kaum noch zu erkennen war. Das schöne Grün! Alles weg! Alles in der Blässe verkommen. Die Augen hatten dunkle Lider, er war kraftlos. Er verglich sich mit den zwei Militärangehörigen, die auf beiden Seiten der Tür Position bezogen hatten, um die Gefangene zu bewachen. Sie mussten nach drei Monaten ohne Sonnenlicht ebenfalls Vitalität einbüßen. Auch sein krummbuckliger Assistent Squig. Vitamin D! Wo war es? Er sah auf seinen überfüllten Tisch. Die Schachtel! Leer! Dieser verdammte Krieg! Sie könnten sterben, ohne das ein Schuss gefallen war. Er schlug mit seiner Pranke die leeren Konservendosen vom Tisch. Anschließend wurde der Raum von der feindlichen Artillerie zum Beben gebracht, doch er zuckte kaum mit der Wimper. Man gewöhnte sich an so etwas. Irgendwann.
»Sind die Elektroden bereit?«, nuschelte der Professor Squig an.
Der Angesprochene nickte und machte eine Handbewegung in den Raum. Gonzo drehte sich mit dem Bürostuhl auf die andere Seite und blickte der gefesselten Botschafterin, auf deren Kopf die Elektroden befestigt waren, geradewegs in ihr blasses Gesicht. Ein Schauer lief über seinen Rücken. Es war so gruselig anzusehen und ihm eigentlich alles zuwider, aber die militärisch und technologisch überlegenen Elfen ließen ihm keine andere Wahl. Der Professor der Neurologie kramte gedanklich in seinem Elfisch-Wortschatz. »Frau Baeramaela Sect. Sie haben diesen Krieg vom Zaum gebrochen, nachdem Sie auf die Demonstration in der Stadt Lenschingen feuerten. Sie haben fünfzehn Goblins umgebracht! Warum?«
Die junge Elfe sah Gonzo an, als sei er ein Insekt. »Na, warum wohl? Wir dürfen das! Gobol ist unser geweihter Planet - Asuryan hat es uns befohlen!«
»Geweiht?«, wetterte der Professor. »Unsere Vorfahren krochen hier schon als Einzeller herum! Wir demonstrierten zu recht gegen die Umsiedlung in eine andere Welt. Wir lassen uns nicht umher schubsen! Ihr könnt euch allesamt auf euer Weltenschiff zurückziehen!«
»Du hast keine Macht, Goblin!« Sie kicherte. »Mein Freund wird mich mit Leichtigkeit hier raus holen.«
»Sehr unwahrscheinlich! Soll er mal versuchen, die dreitausend Königsellen dicke Granitschicht zu durchdringen!«
»Ihr habt keine Ahnung, zu was wir imstande sind!«
»Ja, wie würde denn Ihr Freund Sie hier befreien?«
»Ha! Das wüsstest du wohl gerne, du dummer Goblin!«
Gonzo stieß die Luft aus. Das war zwecklos. Jetzt hätte er Hannibal gebraucht. Der Elfkorsar versorgte Gonzo heimlich mit Infos und Material zu den Elfen. "Morgen werde ich wiederkommen", schrieb er in seinem letzten Brief. Das war vor vier Monaten. Vermutlich war ihm aber etwas zugestoßen, weil er ja gerne unverhohlen die Weltenschiffer kritisierte. Nicht gerade vorteilhaft für jemanden, der im Verborgenen operierte. Gonzo grübelte. Squig räusperte sich: »Herr Professor, sind Sie sich wirklich sicher, dass es funktioniert?«

Gonzos Blick folgte den Kabeln an ihren Elektroden, die an der Decke aufgehängt waren und hinter ihrem Stuhlblech weiter in einen schrankgroßen Kasten führten. Durch das Fenster im Kasten schimmerte ein faustgroßer Kristall in Regenbogenfarben. Daran angeschlossen war eine andere Elektrodenhaube, die auf einem weiteren Stuhl ausgebreitet lag.
Er blickte auf seine Notizen zurück. »Gehen wir das alles noch einmal durch. Also, dank Hannibal wissen wir, dass die Elfen mit diesem Kristall bei langen Weltraumreisen Abkürzungen durchs Immaterium vollführen ... Das Immaterium ist aber auch das spirituelle Reich, wo Himmel und Hölle existieren, wo sich die Seelen aufhalten. Jedes Wesen, das eine Seele hat, soll auch zu Lebzeiten damit verbunden sein.«
»Hm«, meinte Squig, »Da sind Sie ja Spezialist auf diesem Gebiet!«
»Genau!« Der Professor setzte sich die andere Elektrodenhaube auf und drehte am Kristallkasten an einem Knopf. Er betrachtete die Ausschläge von Graphen mit Genauigkeit. »Wenn ich also mit einem leichten Strom die Schwingungsfrequenz ihres Gehirns und meines ermitteln kann und danach einen gesteuerten Impuls von vierhundert Volt los schicke, könnte meine Seele, und somit auch mein Bewusstsein, über das Immaterium in ihren Kopf wandern.«
Squig hob die Augenbrauen. »Herr Professor, mit Verlaub, aber mit vierhundert Volt werden Sie und Ihre Probandin geradewegs ins Totenreich wandern! Sie sagten erst hundert Volt und das ist schon viel.«
Gonzo musste tief ein-und ausatmen, weil er innerlich so aufgewühlt war. »Es muss funktionieren! Diese Elfen .... ich muss sie infiltrieren! Ich muss sie zwingen, Gobol zu verlassen und diesen Krieg zu beenden. Sie sind unberechenbar!«
»Und ... Was wird aus mir?«
»Aus Ihnen?« Er kicherte und wackelte mit dem Hintern. »Ich werde diese ganzen Elf-Subjekte von diesem Raum weg locken!«
»Herr Professor, was machen Sie da?«
Gonzo deutete auf die Elfe. »Schau sie dir doch an! Sie ist für meine Mission perfekt geeignet.« Ihr Haar war zu roten Zöpfen verflochten und die Wespentaille wurde von ihrer weißen Rüstung betont. Dazu ihre Hände. So zart. Das Gegenteil eines Goblins!
»Verstehe, Sie machen die Elfen heiß - als sie.«
Gonzo kicherte. »Genau.« Er schritt durch den Raum. »Bewege ich mich eigentlich weiblich?«
»Hm, naja, nicht mein Ressort«, antwortete Squig. »Was passiert eigentlich mit der Seele der Frau?«
»Die Seele … «, grübelte Gonzo. »Die Seele wird entweder terminiert, oder sie geht eine Inklusion mit mir ein … «

Weiter kam er nicht, weil es eine erschütternde Explosion gab. Sogar die Schreibtischlampe fiel auf den Boden. Das Licht flackerte. Jeder im Raum war in Panik, selbst die zwei Militärangehörigen, die sich sonst um militärische Disziplin bemühten. Gonzo schwante es: Die feindlichen Truppen kamen immer näher – für Tests war keine Zeit mehr. Er setzte sich in den Stuhl und deutete auf Squig.
»Da! Der Schalter an der Wand! Leg´ ihn um!«
Obwohl noch nichts passiert war, fing die Frau an zu schreien.
Der Professor schrie dagegen an: »Squig! Jetzt mach´ schon!«
»Viel Glück«, sagte der Assistent und legte den Schalter um.
Ein heller Lichtbogen erschien vor seinen Augen, das wusste Gonzo noch, danach aber war alles dunkel. War er tot? Es war, als würde er durch die Dunkelheit fliegen. Wie war das möglich? Einzelne Blitze schossen auf. Dann erleuchtete die Glühbirne wieder. Grot sei Dank, er hatte überlebt. Moment mal! War sein Blick klarer geworden? Er brauchte keine Brille mehr. Das war schon mal klar. Was war passiert? Er saß in einer anderen Ecke des Raumes und wollte aufstehen, doch es ging nicht. Squig kam und sah ihm ins Gesicht. »Jetzt müssen Sie noch beweisen, dass Sie der Professor sind!«
Oh, diese Frage. Das bedeutet…. das Experiment hat funktioniert!
Der Professor war freudig erregt. Er konnte sich dennoch gut konzentrieren und einen Trick anwenden, um die Fessel zu lösen.
»Dieser Trick ist nur dem Professor bekannt«, kommentierte es Gonzo mit einer ungewohnt weiblichen Stimme. Er stand auf und fasste sich zwischen die Beine, dann auf die Brust und anschließend auf den Hintern. Dieses andere Körpergefühl, es übermannte ihn fast. Sein Herz raste und er musste tief ein- und ausatmen, um sich zu beruhigen. Er hatte die Schlacht von Golgoth überlebt und er würde auch das überleben.
Anschließend krachte es derart laut, dass es in Gonzos Ohren wehtat. Etwas warf ihn zu Boden. Er bekam Staub in die Augen, musste husten und hielt sich ein Stück Stoff vor den Mund. Was war denn jetzt schon wieder passiert? Eine Explosion?
Da! Aus der Finsternis flackerte Licht auf. Es musste aus der Türöffnung kommen. Jemand betrat den Raum und leuchtete ihm mit der Taschenlampe ins Gesicht. Er blinzelte. Die Person beugte sich über ihn. Dadurch geriet ihr Antlitz in den Schein der Lichtquelle. Nein! Das konnte doch nicht wahr sein! Die weichen Gesichtszüge eines Elfen! Er hatte lange, dunkle Haare und eine hellgraue Rüstung an.
Gonzo hörte seine eigene Stimme hinter sich rufen. »Eledoan! Mein Retter! Endlich!«
Was? Wer?
Der Elf schoss auf den Rufer und es war zu hören, wie etwas Großes auf den Boden fiel. Moment ... hatte dieser Eledoan gerade Gonzos alten Körper erschossen? Puh! Da war die Seele dem Tod gerade noch so von der Schippe gesprungen. Dann nahm der Elf Gonzo über die Schulter. Der Professor schlug mit dem Kopf gegen die Seelentauschmaschine, es schwirrte ihm vor Augen und es wurde um ihn dunkel.

Zwischen seinen schweren Lidern nahm er grünes Licht wahr, bevor die Augen wieder zu fielen. Er fühlte ein warmes Bett. Nach den schlaflosen Nächten im Labor war es genau das, was er gebraucht hatte. Er könnte ewig drin schlummern. Dazu kam dieser undefinierbare, aber angenehme Duft. Wo war er? Er schaute auf eine kreisrunde Zimmerdecke, die grünes Licht emittierte … der ganze Raum war rund und in diesem angenehmen Grün gehalten. Die Mauern hatten einen leichten Silberschimmer und wirkten irgendwie ... organisch, geschwungen, lebhaft. So eine schöne Architektur hatte er noch nie gesehen. Er richtete seinen Oberkörper auf und fasste sich an seine Brust. Ooo … oha, er hatte nicht geträumt. Wahnsinn! Er fand sich in einem Spitzen-Nachthemd wieder. Die Hände waren so zart. Seine Gefühle gingen ganz durcheinander. Er atmete tief ein- und aus, um sich zu beruhigen.
»Ich muss mich jetzt zusammenreißen«, dachte er sich. Er hatte eine Mission zu erfüllen, aber es war auch was Besonderes, nun eine Frau zu sein. Er wollte sich genauer betrachten, aber es war so dunkel im Raum. Der Professor nahm den Vorhang zur Seite und sah aus dem Fenster. Nein! Ihm wurde schwindelig, weil er in einem Apartment hoch über einer Stadt war. Eine gigantische Kuppel überspannte alles. Er war in einem Weltenschiff! Draußen im Weltall schwebte ein schwerer Raumkreuzer im Stil einer gotischen Kathedrale, wie es beim Imperium der Menschheit üblich war. Der Professor kannte solche Schiffe bislang immer nur aus Erzählungen. Wie würden sie sich gegenüber den Goblins verhalten? Wie war überhaupt die Lage auf Gobol? War noch Krieg? Lag hier irgendwo eine Zeitung? Er entdeckte ein Tablet … Technologie von Elf-Subjekten. Es zeigte Informationen eines sogenannten »Weltenschiff-Kuriers« an. Er las: »Gobol: Nach der Befreiung der Stadt Lenschingen nähert sich unsere Spezialoperation der letzten Etappe. Der Erstürmung des Muttertempels. Danach kann dieses zentrale Bauwerk Gobols wieder Asuryan geweiht werden.«
Das machte doch keinen Sinn! Warum hieß es Spezialoperation? Nennt es doch, was es ist - Krieg!
Da wurde nur ein Wort anders genannt, ohne den Sinn zu verfälschen. Wie dämlich! In Propaganda schienen diese Elfen richtig schlecht zu sein. Leider nicht in der übrigen Kriegsführung. Deswegen wollte der Professor seine Mission zu Ende ausführen: Eine Knarre zucken, das Kommandozentrum infiltrieren und einen Abzug der Elfen aus Gobol erzwingen! Aber, gab es in dieser Wohnung überhaupt Waffen? Schnell räumte er die Schränke aus und er fand eine Rüstung, die ihm passte. Auch gut. Er hatte sie sich gerade angezogen, da ertönte eine stammelnde Stimme. Sie kam durch den Lautsprecher über der Wohnungstür. »Herr Eledoan Sect ... äh .... die Konferenz über die Zukunft von Gobol beginnt jetzt.«
Gonzos Elfenohren stellten sich auf. Das klang doch wie Hannibal! Wieso gerade hier und jetzt? Wo war eigentlich dieser Eledoan hin? Nicht zu sehen. Sollte Gonzo dem Hannibal vom Körperwechsel erzählen? Sein Bauchgefühl sagte nein. In dieser Umgebung war es schlichtweg zu gefährlich. Er mühte sich daher, weiblich zu bewegen und die Botschafterin zu mimen. Er lugte einen Spalt breit aus der Wohnung.
»Asuryan sei mit Ihnen«, nuschelte der jung aussehende Elfenkorsar mit leiser Stimme. »Wo ... wo ist Herrn Sect?« Über seine moderne Rüstung hatte er einen Ledermantel geschwungen. Vorne aus der Kapuze hing der Schweif seines roten Haars. Seine Schwerthiebnarbe war nicht zu übersehen, als Gonzo in die blauen Augen schaute.
»Der ist nicht da«, antwortete der Professor. Der Elf zitterte und er hielt sich die Hände auf seine Brust. Vor was hatte er Angst? Gonzo hatte Mitleid und nahm seine zitternde Hände. »Was ist passiert?«
»Frau Sect, ich habe diesen Professor nicht unterstützt ...«
Oh! Hannibal befürchtete, in Verdacht geraten zu sein. Aber, der Professor war ja nun in ihrem Körper, weshalb der Korsar eigentlich nichts mehr zu befürchten hatte. Er streichelte dem Korsaren über die Hände. »Es interessiert mich nicht, wen Sie wo unterstützt haben. Hauptsache, Sie werden glücklich.«
Der Elf zuckte zusammen. Diese Antwort schien er so mal gar nicht erwartet zu haben. »Ist das Ihr Ernst?«
»Ja.«
»Und warum?«
Der war ganz schön neugierig! Gonzo konnte Hannibal aber auch nicht anlügen, der würde es merken. »Der Körper des Professors ist tot aufgefunden worden.«
Hannibal hielt sich die Hand vor dem Mund und ihm kamen Tränen. Gonzo streichelte ihn. »Tja, der liegt jetzt irgendwo auf Gobol!«
Es tat ihm leid, Hannibal so traurig zu sehen. Dann zuckte der Elf zusammen. Er sah Gonzo tief in die Augen. »Moment! Sie sagten, dass sein Körper tot aufgefunden wurde. Warum hatten Sie seinen Körper so betont?«
Gonzo wollte antworten, doch der Elf inspizierte den Professor von oben bis unten. »Bist du ... «
»Pssst!«
Hannibal hielt sich die Hand auf seine Brust. »Wahnsinn! Was du alles so kannst!«
»Ruhe jetzt!«
Der Korsar sah sich aus den Augenwinkeln um, nickte und sah seinem Gegenüber mit einem entspannten Lächeln ins Gesicht. Er deutete auf den Fahrstuhl. »Möchten Sie ihren Mann auf der Konferenz vertreten?«
Auf der Konferenz könnte Gonzo den Abzug der Elfen fordern. Der Professor machte eine Geste und sie traten aus der Wohnung heraus. Nachdem sie das Gebäude verlassen hatten, gelangten sie in eine runde Halle, worin sie in den Kreis von mehreren hundert Versammelten verschiedener Coleur gelangten. Der Professor lief zum Pult. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, es ging ein Raunen durch die Menge. Gonzo hielt sich die rechte Hand auf den Bauch. Hannibal flüstert: »Tief ein- und ausatmen - das wird schon!«
Das tat gut. Dann setzte sich der Korsar in den Zuschauerrang. Moment ... wer war das rechts neben Gonzo auf der Bühne?
Eine jung aussehende Elfin mit einer Art Krone auf dem Kopf. Sie schlug mit dem Fußstück ihres Stabes auf, auf dessen oberer Spitze ein Kristall thronte. Alles sah sie an. Ihre blauen Augen ... so eiskalt, dass Gonzo ein Schauer über den Rücken lief. Sie sprach Gonzo auf Latein an: »Frau Baeramaela Sect ist da - noch besser! Asuryan sei mit Ihnen!«
Latein! Großartig! Das konnte der Professor gut.
»Ich bin Runenprophetin Rasha Vect.« Dann machte sie eine Geste auf eine dunkelhäutige Frau in einer seltsamen und altertümlichen Uniform, die sich in die Ränge um das Podium setzte, flankiert von zwei Wachen.
»Dies ist Freihändlerin Dela Sankara vom Imperium der Menschheit, welche Sie für Ihr Verhalten auf der Goblin-Demonstration vor unserer Botschaft in Lenschingen anklagt! Was haben Sie ihr zu entgegnen?«
Gonzo holte tief Luft: »Ave, personae participantes. Asuryan sei mit euch. Ich weiß zu berichten, dass ...«
Die Prophetin fiel ihm ins Wort. »Was machen Sie da mit dem Zeigefinger Ihrer rechten Hand?«
»Äh, ich deute auf Sie . . . «
Sie schlug ihm die Hand weg. »Ihre Körpersprache ist nicht die von Baeramaela Sect.«
Gonzo bekam einen Schreck. Was sollte er tun? Die Prophetin lief um ihn herum. »Die Haltung der Arme. Der Rücken...« Ihr lagen Tränen in den Augen. »... so bewegt sich keine Frau, ein Elf aber auch nicht!«
Gonzo konnte kaum noch atmen, so viel Angst hatte er. Sie ging ganz dicht an sein Gesicht heran. »Sagen Sie mir: Wie heißen Sie? Welcher Spezies gehören Sie an?« Rasha hob ihre rechte Hand und spreizte Daumen, Zeige- und Mittelfinger in die Höhe. »Ich werde Sie sonst in die Hölle schicken!«
»Ich bin ein Goblin, heiße Gonzo Spejbl, bin 77 Jahre alt und Neurowissenschaftler ...«
Die Prophetin zog überrascht ihre Augenbrauen hoch. »Oh! Ein Goblin in einem Elfenkörper! Sehr interessant! Wir haben die Goblins nicht mal im Ansatz für so fähig gehalten!«
Dela wischte mit ihrer rechten Hand schnell auf ihrem Tablet herum. »Baeramaela ist ein 77 Jahre alter Goblin, der sich als junge Elfe verkleidet hat? Wollt ihr mich komplett auf den Arm nehmen?«
Die Prophetin stieß die Luft aus. »Ihr Menschen versteht so vieles nicht!« Sie deutete auf Gonzo. »Das da ist genetisch eine Elfe.  Da drin ist aber die Seele eines Goblins, die vermutlich durch ein Experiment übertragen wurde. Die Seele der Elfe aber, also der Angeklagten, ist dadurch gestorben.« Sie sah Gonzo an. »Oder?«
Gonzo nickte. Dela hielt sich die Hand ans Kinn. »Hm ... Ihr könnt´ mir jetzt alles Mögliche vom Pferd erzählen. Es gibt keinen Beweis, dass ein Goblin in Frau Sects Körper eingestiegen ist.«
Der Korsar lief auf Dela zu und ging der Terranerin ans Ohr. Er flüsterte ihr etwas zu. Dela schaute zur Prophetin auf und nickte. Delas Augen fuhren rasch über ein Tablet. »Gut, die Angeklagte für die 15 ermordeten Goblins ist tot. Somit gibt es kein Streitpunkt mehr. Ich empfehle mich.« Dela stand auf.
Das war alles? Dem Professor ging das gehörig auf die Eier ... stöcke. Gonzo schrie: »Halt!«
Die Frau aus dem Imperium blickte zu Gonzo auf.
»Als Vertreter der Goblins fordere ich, dass die Kampfhandlungen sofort eingestellt werden und alle Elfen aus Gobol verschwinden. Sie hatten schon mehrfach versucht, uns auf einen andern Planeten zu bringen, zuletzt mit Gewalt. Das ist übergriffig, weil Gobol unser Planet ist!«
Dela wirkte gelassen. »Das ist für mich nichts Neues! Meine Vorfahren hatten ähnliche Erfahrungen auf Terra machen müssen und es war furchtbar!« Sie sah die Prophetin an. »Ziehen Sie ihre Leute aus Gobol ab.«
Die Prophetin sah aus dem Fenster. Erblickte sie gerade diesen Schlachtkreuzer im Weltall? Zornig fauchte sie: »So sei es! Wir ziehen von Gobol ab. Wir brauchen aber etwas Zeit für den Abzug.«
»24 Stunden.«
»Nein, mindestens eine Woche.«
Dela schüttelte mit den Kopf. »24 Stunden.«
»Grr, na gut.«
Gonzo atmete auf. Er hatte es geschafft.
»Muss ich auch gehen?« , fragte Hannibal.
Gonzo setzte sich neben ihn und kicherte. »Du doch nicht - und ich natürlich auch nicht.«
Beide lachten. Der Korsar nahm ihn in den Arm. »Liebe Goblinseele, du bist in deiner Intelligenz nicht zu unterschätzen ... insbesondere jetzt, wo du einen jungen Körper hast!«
»Warum warst du so lange weg?«
Er flüsterte: »Ich war auf geheimer Mission unterwegs.«
»Warum hast du mir nicht Bescheid gesagt?«
»Na, weil es geheim war.«
Gonzo verdrehte die Augen. So konnte es auch gesehen werden. Andere Elfen betrachteten die Szenerie mit Argwohn, aber sie konnten nichts dagegen machen. Gobol war gerettet - vorerst.
« Letzte Änderung: 04 September 2025, 17:00:38 von The_Reptilian »

merin

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Re: Gonzos Seelenreise - erneut überarbeitet
« Antwort #9 am: 08 September 2025, 16:40:01 »
*seufz* Reptilian, wie lange bist du in diesem Forum? Schon einige Jahre, oder? Und ich (oder eine andere Mod) erklärt dir immer und immer und immer wieder dieselben Regeln. Ich weiß nicht, was du bräuchtest, um an diesen Stellen nicht immer wieder anzuecken. Hier nochmal: keine überarbeiteten Texte in laufenden Threads. Ich mach darum hier zu.

Da nun klar geworden ist, dass der gesamte Text den Forenregeln nicht entsprach, hätte ich eh zu gemacht.

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Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.