24 July 2026, 01:11:06

Autor Thema: Arcadia - Anfang  (Gelesen 298 mal)

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jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #15 am: 07 November 2023, 10:38:11 »
Ich werde das Manuskript auf jeden Fall testlesen lassen und auch selbst nochmal drübergehen, bevor ich es rausschicke. Zuerst wollen Agenturen ja nur eine Leseprobe und das Exposé. Dann dauert es sicher Monate, bis ich eine Manuskriptanforderung bekomme, wenn überhaupt. Da ist für die Überarbeitung noch Zeit.

merin

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #16 am: 07 November 2023, 11:10:26 »
Die Rückmeldung von einigen gut ausgesuchten Menschen finde auch ich sinnvoll und habe damit interessante Erfahrungen gemacht. Der Umgang mit diesen Rückmeldungen sollte allerdings auch wohlüberlegt sein, denn es ist nicht möglich, es allen recht zu machen. Es stellt sich immer die Frage nach der Zielgruppe. Außerdem besteht auch die Gefahr der Verschlimmbesserung.

Das stimmt auf jeden Fall. Dazu könnten wir glatt mal einen eigenen Thread öffnen.

jcl ist das hier deine Erstfassung? Wann ein Text angeboten wird ist auch eine interessante Frage. Wir haben hier ja auch an anderer Stelle die Diskussion, ob man sogar Ideen pitcht und anbietet. Ich selbst gebe Texte erst nach mehreren Überarbeitungszyklen raus, aber Leute arbeiten ja sehr verschieden.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Leser*innenmeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht und was ich gern anders hätte.

trillian

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #17 am: 07 November 2023, 15:44:32 »
Hallo jcl,

hier noch meine Röstung. Ich muss zugeben, ich habe mich ein wenig drumrum gedrückt, weil ich nicht sicher bin, ob es dir wirklich weiterhilft oder dich eher verunsichert. Der Text ist ja bereits fertig, vom Stil her angelegt etc.. Aber schauen wir mal  :cheer: Ich schreibe jetzt hier einfach, was mir auffiel und du kannst es gerne verwerfen :devgrin:

Also dann: Mir gefällt deine Schreibe. Ich mag dieses lässig Humorvolle, aber ich frage mich, ob das zu einer Story dieses Genres passt? Allerdings fehlt mir hierzu komplett die Expertise.

Mir stellt sich sofort die Frage, was dein Zielpublikum ist und wie dessen Erwartungshaltung aussieht?

Evtl. ist Humor in Geschichten dieser Art aber gerade ein Alleinstellungsmerkmal, das mal erfrischend anders ist und mit dem du bei einer Agentur punkten kannst.

Du beginnst mit dem "Ende", kurz vor der Hinrichtung. Das ist ein Cliffhanger, der mich in die Geschichte zieht (und den Leser evtl. auch bis zum Schluss zum Weiterlesen animiert - mensch will ja schließlich wissen, ob der Prota vielleicht doch noch davonkommt ...), dazu kommt der mitfühlende Henker und der Dichter. Beides ist eher überraschend. Auch das gefällt mir gut.

Dass der Prota so locker damit umgeht, dass er nun bald hingerichtet wird, finde ich erstmal nicht glaubwürdig, allerdings bekommst du dann noch die Kurve und lässt ihn darüber sinnieren, was er alles noch vorhatte im Leben etc. Das würde ich vielleicht etwas früher einbauen.

Die Erwähnung von Daniel Defoe haut mich kurzzeitig aus dem Text, weil ich darüber nachdenke, ob das Buch von ihm handelt. Meine Aufmerksamkeit wandert dadurch erstmal weg vom Prota hin zum Schriftsteller.

Zitat
Ich könnte ihm die Wahrheit erzählen, doch wozu? Es gibt eine Schatzinsel, aber nicht in der Art, die sich Defoe vorstellt. Und der Captain ist ein Mörder, aber nicht an Moore. Jetzt ist all dies ohnehin gleichgültig.

Auch das macht mich neugierig auf den Rest der Geschichte. Ich würde hier aber den letzten Satz eher weglassen.

Insgesamt gefällt mir der Text. Er ist gut geschrieben, detailreich, aber nicht zu viel davon. Die Dialoge sind gut. Trotzdem bräuchte ich noch einen weiteren Hook, damit ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen. Ansonsten einfach ignorieren  :biggrin:

LG trillian








trillian

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #18 am: 07 November 2023, 15:50:14 »
Zitat
Das stimmt auf jeden Fall. Dazu könnten wir glatt mal einen eigenen Thread öffnen.

Stimmt  :hehe:  :biggrin:

jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #19 am: 08 November 2023, 09:25:04 »
Danke für deine Röstung, trillian! Du hast einige interessante Fragen aufgeworfen.

Ich hatte mir ein internationales Zielpublikum vorgestellt und daher die Geschichte in angelsächsischem Stil erzählt, mit einer gewissen Distanz und einer Prise Humor. Die deutschen historischen Romane sind oft bierernst, voller 'großer Gefühle' und auf eine weibliche Leserschaft ausgelegt. Aber es geht auch anders, siehe Kehlmann, Süskind, oder Boetius. Der 'Goldstandard' für Seefahrtsromane ist Patrick O'Brian. Seine Texte sind voller feinem Humor und kleiner 'running gags'. Daran habe ich mich orientiert.

Defoe wollte ich einführen, weil an einigen Stellen in der Geschichte Anspielungen auf Defoes spätere Romane vorkommen.

Ich glaube nicht, dass Verunsicherung durch Manuskriptkritik ein Problem ist. Normalerweise pickt man sich aus der Kritik das heraus, das man nachvollziehen kann. Aber sogar wenn man mit der Kritik überhaupt nicht übereinstimmt, ist sie dennoch nützlich, denn sie lässt einen über den Text nachdenken und gibt einen Einblick, wie andere ihn lesen.
« Letzte Änderung: 08 November 2023, 09:29:00 von jcl »

Musawind

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #20 am: 11 September 2024, 15:56:31 »
Hallo Jcl,
Auch wenn ich wohl hoffnungslos zu spät bin (,Zitat: „Arcadia ist jetzt übrigens fertig.“),
möchte ich einige Gedanken zum Text mitteilen.

Grundsätzlich mag ich historische Romane. Auch bei deinem Text ging es mir so, dass ich mich gerne hineinziehen ließ. Durch die konkreten Beschreibungen (Beispiel: „Es nieselt. In der Luft hängt der Schwelgeruch von tausend Feuerstellen  und Kaminen. Vor mir ragt London auf wie eine Festung. Ich sehe Wälle  von Pfeilern, Säulen, Uhren und Glockentürmen, und darüber, weit  entfernt und halb vom Dunst verschluckt, eine hohe kupferne Kuppel.“) bekommen ich ein Puzzlestück ums andere und ein Bild entsteht, mit dem ich etwas anfangen kann.

Kritik:
Auch mir gefiel der Anfangssatz nicht (s. Merin).
Dieser Satz führt mich ins Kerkerleben des Prota und das bekommt aber dann im weiteren Text nicht das Gewicht, das Satz 1 mir suggeriert.
In deinem Rahmenbild wird, meiner Auffassung nach, der Gang zum Schaffot verhandelt, gespickt mit Seitenästen von Vor-und-Rückgriffen auf das Leben des Prota. Das hat alles wenig mit „Einsamkeit“ zu tun. Ich hätte gerne einen ersten Satz der mehr mit ihm zu tun hat. (Oder ist in seinem Leben Einsamkeit ein großes Thema und wir wissen es nur in der Einleitung noch nicht?)

Letzter Abschnitt / Zitat:
„Ein alter Mann mit Holzbein - ein ehemaliger Pirat? - reicht mir von der  Seite einen Becher hoch. Ich stürze den Inhalt hinunter: Rum, zwar  nicht der beste, doch immerhin mein letzter Rum. Und mit dem Rum  schlucke und würge ich auch all diese Gedanken an die Vergangenheit  hinunter,. . „
Hier ist für es mich nicht vorstellbar, dass ein Mensch,
   
Zitat: „Mir werden von einem Schmied zwei Ketten angemessen. Diese sind gerade  drei Fuß lang und verbinden Fußknöchel und Handgelenke über Kreuz, so  dass ich meine Arme nur heben kann, wenn ich mich zugleich bücke.“

der sich in so einer Bewegungsseinschränkung befindet überhaupt einen Becher von außerhalb des Gefährts annehmen und ihn dann so zum Mund kann, dass nicht alles wieder herausläuft.
Soweit nur zwei kleine Unstimmigkeiten, die mir beim ersten Lesen auffielen.

Obwohl ich den Text, wie oben schon erwähnt, gerne lesen mochte, fehlt mir in seiner Gesamtheit etwas, was ich nicht leicht benennen kann. Am besten umschreibe ich es mit:
Der Prota kommt für mich nicht so rüber, dass ich ihm sein abenteuerliches Draufgängerleben wirklich abnehmen will. Ich kann diesen Eindruck allerdings noch nicht erklären.

Soviel von mir
Und viel Glück bei der Suche nach einer Veröffentlichung!

Musawind


jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #21 am: 11 September 2024, 18:32:32 »
Wow, nach langer Zeit wieder eine Email vom Teufelforum! Ich habe meine Kritikarbeit hier sträflich vernachlässigt. Danke für deine Röstung. Es ist interessant, dass nach 100 Testlesern und Lektoren immer wieder was Neues im Text entdeckt wird.

In der Druckfassung lautet der erste Satz etwas anders, aber dein Einwand bleibt dennoch korrekt. Mir ist nur kein besserer erster Satz eingefallen. Bei der Szene mit dem Rum hatte ich mir bildlich vorgestellt, wie er am Rand des Wagens kauert und mit der gefesselten Hand den Becher zum Mund führt. Aber Texte enthalten ja immer nur einen Bruchteil der Bilder, die man im Kopf hat. Ein Draufgänger ist Richard sicher nicht, den Eindruck wollte ich auch nicht erwecken.

Mit den Verlagen hatte ich Glück, vielleicht unverdient.

merin

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #22 am: 11 September 2024, 20:08:31 »
Wo ist das Buch denn erschienen? Vielleicht magst du es im Teufelswerke-Thread verlinken? (Oder hast du es schon verlinkt und ich hab es nur vergessen?)
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jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #23 am: 12 September 2024, 11:10:00 »
So viel Glück war es nun auch wieder nicht. 'Die Insel Arcadia' kommt erst 2025 heraus. Dieses Jahr war nichts mehr zu machen. Wenn es so weit ist, poste ich hier den Link. Dann kann ich auch den Verlag verraten. Ich hatte mehrere Angebote und habe mich erst kürzlich festgelegt.

Jetzt arbeite ich am Folgeband 'Utopia', den ich im Januar abliefern muss. Da könnte ich auch noch Hilfe gebrauchen. Ich will hier noch Abschnitte zur Röstung einstellen, bei denen ich mir unsicher bin. 

merin

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #24 am: 12 September 2024, 12:45:50 »
Oh. Mehrere Angebote? Das klingt für mich so, als seist du an DKZV geraten. Wenn du dich darüber austauschen magst, eröffne gern einen neuen Thread dazu. Ich habe damit (leider) einige Erfahrung, möchte dir aber auch nicht reinreden, wenn du dein Ding machen magst.
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jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #25 am: 12 September 2024, 12:48:42 »
Keine Sorge. Ich habe keine Erfahrungen mit DKZV und auch nicht vor, welche zu machen.
« Letzte Änderung: 12 September 2024, 12:55:58 von jcl »

Haru

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #26 am: 16 February 2025, 19:01:32 »
Die erste Zeile ist ein Volltreffer – trocken, schwarzhumorig, macht sofort neugierig. Auch die Szene mit dem Henker ist großartig, dieser groteske Pragmatismus à la „Zwei Pennies für ein schnelles Ende“ ist makaber, aber auf eine coole Art. Man merkt sofort, dass der Erzähler sich einen gewissen Zynismus bewahrt hat. Bis hierhin also Daumen hoch.

Dann kommt der Dichter, und der ist… na ja. Klar, er hat eine Funktion: Er bringt diese gesellschaftskritische Ebene rein und gibt dem Protagonisten Gelegenheit, sich selbst einzuordnen. Aber sein Auftreten ist irgendwie weniger spannend als das des Henkers. Der Henker ist ein Original, der Dichter wirkt mehr wie eine Plotmaschine. Besonders die Stelle, wo er fast schon beiläufig sagt, dass die Öffentlichkeit aus diesem Fall lernen soll – das ist mir zu platt. Ein bisschen mehr Subtilität würde ihm guttun.

Die Beschreibung Londons finde ich super. Das Bild von der Stadt als düstere, neblige Festung voller Pfeiler und Türme – stark.

„Vor mir ragt London auf wie eine Festung. Ich sehe Wälle von Pfeilern, Säulen, Uhren und Glockentürmen, und darüber, weit entfernt und halb vom Dunst verschluckt, eine hohe kupferne Kuppel.“

Das gibt der Stadt etwas Monumentales, etwas Unausweichliches, fast wie ein Gefängnis, in dem alles und jeder gefangen ist.

Auch die Börse als Ort der wahren Piraterie – bissig, treffend. „Die neue Börse“, sagt der Dichter, der meinem Blick gefolgt ist.

„Verglichen mit den Piraten dort seid Ihr, Sir, mit Verlaub, nur ein kleiner Fisch.“

Das sitzt. Da wird die eigentliche Kriminalität nicht auf die Schiffe, sondern in die Handelszentren verlegt – ein cleverer Seitenhieb.

Dann die Stadtbevölkerung: eine Menge, die beobachtet, aber nichts sagt.

„Trotz der frühen Morgenstunde sind viele Menschen auf den Straßen. Von meiner erhöhten Position aus blicke ich auf weiße Hauben, schwarze Samthüte, Dreispitze, Topfmützen, Kapuzen, regennasse Perücken, grindige Haarschöpfe und Glatzen.“

Eine großartige Aufzählung, die die Masse als gesichtslose Kulisse zeigt – sie starren, dann gehen sie wieder. Keine Empörung, keine Rufe, nur eine schweigende Menge, die ihr Schauspiel sieht und dann zum Alltag zurückkehrt.

Zum Schluss noch eine Szene, die ich als besonders gelungen empfinde:

„Wir überqueren die Themse auf einer langen Brücke und rollen durch die Innenhöfe der Brückenhäuser, unter Wäscheleinen hindurch. Gassenjungen springen auf die Wagen. Sie lassen sich ein Stück mittragen, bis sie von den Soldaten verscheucht werden.“

Erst dieses winzige Aufblitzen von Leben, dann wieder die Ordnung, die es unterdrückt. London lässt einen kurz glauben, dass es noch Spielraum gibt – nur um einen dann sofort wieder daran zu erinnern, dass es in dieser Stadt keinen Platz für Freiheit gibt.

Der Schreibstil ist ohnehin durchgehend stark, mit tollen Formulierungen und einem guten Gespür für Atmosphäre. Die Stadt wird nicht einfach beschrieben, sondern spürbar gemacht – man riecht den Rauch, spürt das Kopfsteinpflaster, hört das Klappern der Karren. Sehr gut.

Was mir aber irgendwann fehlt, ist ein bisschen mehr Emotionalität von Kreutzner. Er ist sehr kontrolliert, sehr gefasst, beinahe unberührt davon, dass er gleich stirbt. Ein bisschen mehr Risse in dieser Fassade würden ihn glaubwürdiger machen.
Nicht, dass er plötzlich panisch werden soll, aber vielleicht eine Szene, in der ihm das Schicksal doch kurz zusetzt. Der Moment, in dem er Rum trinkt, geht in diese Richtung, aber das ist mehr eine symbolische Geste als ein wirklicher Gefühlsausbruch.

Dann kommt die große Enthüllung: Der Dichter ist Daniel Defoe. Netter Twist, funktioniert gut, weil es sich organisch in die Szene einfügt und nicht wie ein billiger „Aha“-Moment wirkt. Aber die Diskussion über Kidds Schatzinsel zieht sich ein bisschen. Ich verstehe, dass du hier mit dem Mythos spielst, aber es ist ein Tick zu viel Dialog. Die Pointe – dass Kreutzner selbst die Wahrheit kennt, sie aber niemandem mehr sagen wird – hätte ich mir kompakter gewünscht.

Unterm Strich: Richtig gelungener Einstieg mit toller Atmosphäre, bissigen Beobachtungen und einer Stadt, die man fast riechen kann. Der Erzähler hat Witz und Haltung, nur könnte er sich zwischendurch mal ein bisschen mehr anmerken lassen, dass er gleich stirbt. Der Dichter ist okay, aber halt kein Henker. Und die Schatzinsel-Debatte? Könnte knackiger sein. Aber insgesamt – bravo!!!

jcl

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #27 am: 18 February 2025, 16:54:27 »
Danke für die professionelle Einschätzung! Man merkt, dass du mit Texten Erfahrung hast. Es freut mich natürlich, wenn dir das Kapitel gefallen hat, zumindest in großen Teilen. Du hast auch einen wunden Punkt angesprochen, der sich leider auch durch den Rest des Romans zieht. Richard erscheint ziemlich distanziert und zeigt wenig Emotionen. Mir fällt es schwer, Emotionen zu beschreiben. Ich habe im zweiten Roman der Serie versucht, das besser zu machen. Der erste Teil erscheint am 21. September.
« Letzte Änderung: 18 February 2025, 16:59:19 von jcl »

Haru

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Re: Arcadia - Anfang
« Antwort #28 am: 21 February 2025, 18:15:29 »
Danke für deine Antwort.

Das mit der emotionalen Distanz deines Protagonisten hat mich an die Serie Die Brücke erinnert, in der die Hauptfigur, eine autistische Kommissarin, auch extrem emotionslos wirkt – fast wie ein Roboter.

Trotzdem ist sie eine total faszinierende Figur, weil man im Verlauf der Serie merkt, dass da unter der Oberfläche viel mehr los ist.

Vielleicht ist es bei Kreutzner ja ähnlich? Falls seine Distanz bewusst als Charakterzug gewählt ist, wäre es spannend, das auf subtile Weise spürbar zu machen – also kleine Momente, in denen sich doch mal etwas rührt, selbst wenn er es sofort wieder unterdrückt. Das würde ihn greifbarer machen.

Ich finde es auf jeden Fall interessant, dass du im zweiten Band bewusst an diesem Punkt gearbeitet hast. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt!