26 Februar 2020, 07:27:08

Autor Thema: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches  (Gelesen 11019 mal)

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felis

  • Gast
VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« am: 05 Februar 2014, 18:57:28 »
Ich muss mal was Grundsätzliches zum Glasperlenspiel loswerden:

Als Utopist ist Hesse keinen Pfifferling wert. Ich fide das Werk soggar extrem "retro".
Das Buch ist zwischen 1930 und 1942 entstanden. Da hast das Radio als "Volksempfänger" längst seinen Siegeszug angetreten und das Fernsehen war auch erfunden.

Nichts davon taucht im Glasperlenspiel auf: Nein, das Feindbild ist "das Feuilleton" also die Zeitung, damals zwar noch bedeutender als heute aber schon ein bischen altmodisch.

Aber das ist nicht das Schlimmste. Am grauenhaftesten finde ich das Frauenbild das Hesse hier transportiert.
Dass Frauen studieren, war in den 30er Jahren nix Besonders mehr.
Auch extrem erfolgreiche Forschrinnen gabs bereits: ich sach nur Lise Meitner, Marie Curie....

Aber Hesses zukünftige Bildungselite - ein reines Männerclübchen. Hallo????
Wie peinlich ist das eigentlich!


Viskey

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #1 am: 05 Februar 2014, 19:07:35 »
 :devgrin:

Ich sage mir diesbezüglich schon immer wieder: Hesse wollte ja keine tolle Welt zeichnen, sondern eine problematische ...

Und wenn's Mädchen/Frauen in Kastalien gibt, wird ja das mit dem Zölibat gleich sooooo viel schwieriger ... :wech:
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Fabian

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #2 am: 05 Februar 2014, 19:39:39 »
Dass Frauen studieren, war in den 30er Jahren nix Besonders mehr.
Auch extrem erfolgreiche Forschrinnen gabs bereits: ich sach nur Lise Meitner, Marie Curie....

Bis 1949 betrug der Anteil der Studentinnen nie über 1-2%, erst danach stieg er bis 2009 langsam, aber stetig auf ca. 50%.

Im Bezug auf wissenschaftliche Karrieren sind Frauen bis heute unterrepräsentiert.

Die genannten Beispiele würde ich als Leuchtfeuer in der Nacht des männerdominierten Wissenschaftsbetriebs verstehen.


"Weil niemand mehr Leonardo ist, können alle Leonardo werden ...
das Phantasma der Auserwähltheit Einzelner macht dem Phantasma der Selbstwahl aller Platz"

 (Jörg Scheller in der ZEIT, Nr 2/2019, S. 43)

Viskey

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #3 am: 05 Februar 2014, 19:53:06 »
Frauen sind in der Geschichte (zumindest bisher) sowieso überhaupt nur in einer Form vertreten: Die Kastalianer dürfen keine haben.

Davon abgesehen: Es gab sie, die studierenden Frauen. Aber es kommen ja auch Radio und Film nicht vor ... Also hat Hesse sich bei seiner Weltenbastelei deutlich an der Vergangenheit orientiert. Ich spekuliere mal, dass er da seine eigene Schul- und Jugendzeit zu Rate gezogen hat.
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Parzifal

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #4 am: 05 Februar 2014, 21:55:52 »
Ich vermute eher, dass er mit Feuileton-Zeitalter das "Zeitalter der medialen Geschwätzigkeit ohne Tiefgang" gemeint hat - das schließt Radio und alles andere bis heute mit ein. Hesse hat das satte, selbstzufriedene und kriegshetzerische Bürgertum verachtet. Und ganz besonders hat ihn gewurmt, dass es den Medien gegenüber so hörig war - und den nächsten Krieg hat er ja im Steppenwolf schon voraus gesagt. (20 iger Jahre) Zitat: Diese schneidigen und fehlgeleiteten Menschen werden sich im nächsten Krieg trefflich bewähren (aus dem Kopf zitiert)
Utopist wollte er vermutlich auch nicht sein. In all seinen Romanen geht es thematisch um Selbstsuche und Selbstfindung - das ist auch im Glasperlenspiel nicht anders. Zitat: Das Wichtigste im Leben ist die eigene Person zu erforschen und zu verstehen.
Dass er ein schlechtes Verhältnis zu Frauen hatte, glaube ich kaum, wenn man seinen Briefwechsel studiert (Materialien zum Steppenwolf als Buchempfehlung) Bin schon ein bisschen verwundert darüber, was man in diesen Autor so alles hinein projeziert, kaum dass zwei Kapitel gelesen sind. Old fashion ist dieser Autor ganz und gar nicht. Die Mechanismen, die er beschreibt, und das Verhalten von Menschen ist immer noch das Gleiche - nur unter anderen Bedingungen. ;)
« Letzte Änderung: 05 Februar 2014, 21:59:56 von Parzifal »

felis

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #5 am: 05 Februar 2014, 22:05:55 »
@Parzifal,
1. hab ich das Buch inzwischen durch.
2. ist es ja wohl kaum eine Projektion, sondern eine Feststellung, dass Hesses Elite komplett die weibliche Hälfte der Menschheit ausschließt.
Außerdem ist festzustellen, dass (Achtung Spoiler, für die die noch nicht weiter sind) die einzige Frau, die überhaupt im Roman vorkommt, bei der Erziehung ihres Kindes so versagt, dass man es ihr weg nehmen muss.
Klingt nicht gerade nach einwem wohlwollenden Frauenbild...

Und da das Glasperlenspiel ca. 400 Jahr in der Zukunft angesiedelt ist und einen alternativen Kultur-Entwurf einer (vermeintlich) besseren Zukunft präsentiert, ist es ganz klar in die Gattung der Utopien einzuorden.

Parzifal

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #6 am: 05 Februar 2014, 22:21:01 »
Zitat
@Parzifal,
1. hab ich das Buch inzwischen durch.

Oh - fleißig!

Zitat
2. ist es ja wohl kaum eine Projektion, sondern eine Feststellung, dass Hesses Elite komplett die weibliche Hälfte der Menschheit ausschließt.

Vielleicht war es zu der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, nicht so üblich wie heute, über Frauen und Männer gleichermaßen viel zu schreiben - also 50:50. Das wäre dann eher ein Fehler dieser Zeit, den man Hesse nicht unbedingt anlasten kann.

Zitat
Außerdem ist festzustellen, dass (Achtung Spoiler, für die die noch nicht weiter sind) die einzige Frau, die überhaupt im Roman vorkommt, bei der Erziehung ihres Kindes so versagt, dass man es ihr weg nehmen muss.
Klingt nicht gerade nach einwem wohlwollenden Frauenbild...

Ähm. vielleicht gibt es Gründe und man nimmt ihr das Kind berechtigterweise weg. Frauen sind keine Engel, nur weil sie Frauen sind.  ;)

Zitat
Und da das Glasperlenspiel ca. 400 Jahr in der Zukunft angesiedelt ist und einen alternativen Kultur-Entwurf einer (vermeintlich) besseren Zukunft präsentiert, ist es ganz klar in die Gattung der Utopien einzuorden.

Sehe ich nicht so: Das Glasperlenspiel wurde erschaffen (und hat sich entwickelt), um alles Wissen und alle Phänomene (mit denen Menschen sich auseinander setzen) in ein einheitliches Verständnissystem zu bringen. Und das geschieht innerhalb einer geistigen Elite, die auf Ehe, Familie und das Leben in der Welt draußen verzichtet, um ganz für den Geist zur Verfügung zu stehen.
« Letzte Änderung: 05 Februar 2014, 22:54:08 von Parzifal »

felis

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #7 am: 06 Februar 2014, 14:57:10 »
@Parzifal,

Ähm. vielleicht gibt es Gründe und man nimmt ihr das Kind berechtigterweise weg. Frauen sind keine Engel, nur weil sie Frauen sind.  ;)
Das hat niemand behauptet.
Aber wenn die einzige überhaupt vorkommende Frau negativ gezeichnet wird, gibt mir das als Frau jedenfalls schon zu denken.

Zitat
Sehe ich nicht so: Das Glasperlenspiel wurde erschaffen (und hat sich entwickelt), um alles Wissen und alle Phänomene (mit denen Menschen sich auseinander setzen) in ein einheitliches Verständnissystem zu bringen. Und das geschieht innerhalb einer geistigen Elite, die auf Ehe, Familie und das Leben in der Welt draußen verzichtet, um ganz für den Geist zur Verfügung zu stehen.
Jepp. ein typisches utopische Konstrukt also. Du solltest an dieser Stelle vielleicht mal den Schritt auf die Meta-Ebene mitvollziehen.  ;)

Morwen

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #8 am: 11 Februar 2014, 22:25:26 »
ACHTUNG SPOILER
Und da das Glasperlenspiel ca. 400 Jahr in der Zukunft angesiedelt ist und einen alternativen Kultur-Entwurf einer (vermeintlich) besseren Zukunft präsentiert, ist es ganz klar in die Gattung der Utopien einzuorden.
Im Klappentext steht merkwürigerweiser bereits, dass es keine sei: ".. Kastalien im Jahr 2400 ... Er schreibt jedoch keine Science Fiction, keine Utopie" Als ich das las, dachte ich erst: "Ne, klar ist Literatur - kann also keine SF sein" (vermutete also Genre-Dünkel beim Verfasser des Klappentextes) Aber nachdem ich jetzt auch durch bin, sehe ich das anders.
Die Geschichte könnte genauso gut auf dem Mond spielen, oder auf Alterra 5 oder im Hades oder in einer Irrenanstalt. Das "2400" steht da anscheinend nur für "das ist nicht hier und heute". Als Science Fiction oder Utopie betrachtet, fällt das Werk für mich auch klar durch. Nach dem Vorwort hatte ich auf merkliche dystopische Züge gehofft.  Knechts Ausbruch hätte ja auf der Erkenntnis beruhen können, dass da was oberfaul ist im Staate Kastalien. Aber, ne.  Er übergießt den Sohn seines Freundes mit kastalischer Weisheit um sich dann ähnlich dämlich selbst umzubringen wie der Prota von "Unterm Rad".

Vielleicht war es zu der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, nicht so üblich wie heute, über Frauen und Männer gleichermaßen viel zu schreiben - also 50:50. Das wäre dann eher ein Fehler dieser Zeit, den man Hesse nicht unbedingt anlasten kann.
Als Plato seine Politeia schrieb, war Gleichberechtigung auch nicht an der Tagesordnung. Aber seine Phantasie reichte aus, sich Frauen auch in anderen Berufen vorzustellen. Marie Curie hat 1903 den ersten und 1911 den zweiten Nobelpreis bekommen. Ein futuristische Elite-Bildung ohne Frauen wirkt vor dem Hintergrund auch auf mich wie eine sehr rückwärts gerichtete Idee. Einer der vielen Gründe, warum ich das Buch über weite Strecken als Dystopie empfunden habe.

Und Knecht und sein Musiker-Meister sind so heilig, dass sie im Dunkeln leuchten. Bis auf die "Lebensläufe" bin ich mit dem Buch jetzt durch, aber schlau bin ich noch nicht draus geworden. Vielleicht hilft ja die Diskussion hier...

merin

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #9 am: 01 März 2014, 20:42:22 »
Ich bin erst auf Seite 89, aber mir geht es wie felis. Mich hat es geärgert, dass Frauen nicht nur nicht existieren (zumindest nicht als handelnde Personen), sondern dass dies nicht mal benannt wird. Es ist normal. Ich finde den Text daher über weite Strecken bedrückend. Dieses ungute Gefühl wird noch verstärkt dadurch, dass die Meister so unkritisch gelobt werden und der Orden so vergöttert wird. Mich erinnert das an Hitler und die Nazizeit mit dem damaligen Personenkult. In mir löst dies leichten Würgereiz hervor.
Ich finde den Text außerdem anstrengend zu lesen und nach der Einleitung ist es für mich auch so, dass ich die Sprache nicht schön finde, jedenfalls nicht so schön, dass sie mich für die Lesemühe ausreichend belohnt. Hätte ich nicht mit Euch diese Lesegruppe gestartet - ich würde das Buch beiseite tun.
Ich röste zunächst immer, ohne andere Röstungen zur Kenntnis zu nehmen. Dabei ist mein Ansatz der, eine qualifizierte Lesermeinung abzugeben, Euch also zu verraten, wie der Text auf mich wirkt und wie es mir beim Lesen geht.

Haramis

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #10 am: 02 März 2014, 14:26:30 »
Kastalien ist unendlich weltfremd. Soll es ja auch sein, nur ich könnte mir nicht vorstellen, so zu leben. Ich kann nicht einmal nachvollziehen, wie es für die Charaktere des Buches erstebenswert sein kann.  :dontknow:
Immerhin zweifelt Knecht ab und an mal am System, was ihn mir menschlicher und sympathischer erscheinen lässt.
Wie kann man keine Sehnsucht nach der Welt da draußen haben?  :dontknow:

Ryek Darkener

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #11 am: 02 März 2014, 16:44:49 »
Kastalien ist unendlich weltfremd. Soll es ja auch sein, nur ich könnte mir nicht vorstellen, so zu leben. Ich kann nicht einmal nachvollziehen, wie es für die Charaktere des Buches erstebenswert sein kann.  :dontknow:
Immerhin zweifelt Knecht ab und an mal am System, was ihn mir menschlicher und sympathischer erscheinen lässt.
Wie kann man keine Sehnsucht nach der Welt da draußen haben?  :dontknow:

Ganz einfach. Wenn ich nicht weiß, was sie mir bietet, kann ich sie nicht vermissen. So funktionieren viele Diktaturen.
Im Glasperlenspiel wird "die Welt da draußen" allerdings durchaus erwähnt, und zwar als konkreter Gegenentwurf Kastaliens. Als eine Welt, die erstrebenswert sein kann, wenn man im Gegenzug auf die Vorteile eines kastalischen Gelehrten verzichtet. Beispielsweise auf Forschung um der Forschung willen. Ich denke, der Autor stellt, zumindest soweit ich bisher gelesen habe, die These auf, dass es unmöglich ist, in beiden Welten gleichzeitig zu leben, da ihre Konzepte sich teilweise ausschließen.
DSvU-4 "Wurzeln und Flügel (AT)": Plotten/Schreiben
DSvU-5 "StarTramp (AT)": Überarbeiten

Haramis

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Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #12 am: 02 März 2014, 16:48:12 »
Doch, sobald man von etwas gehört hat, kann man Sehnsucht danach entwickeln. Und Knecht hat die Welt da draußen als Kind kennengelernt und auch von einem seiner Freunde, dem Gastschüler, davon gehört. Theoretisch könnte er sie also schon vermissen.

Parzifal

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #13 am: 02 März 2014, 16:55:10 »
Zitat
Ganz einfach. Wenn ich nicht weiß, was sie mir bietet, kann ich sie nicht vermissen. So funktionieren viele Diktaturen.

Nur dass die Ordensbrüder das selbst wählen - und nicht von einem Diktator dazu gezwungen werden.  ;)

Zitat
Im Glasperlenspiel wird "die Welt da draußen" allerdings durchaus erwähnt, und zwar als konkreter Gegenentwurf Kastaliens. Als eine Welt, die erstrebenswert sein kann, wenn man im Gegenzug auf die Vorteile eines kastalischen Gelehrten verzichtet.

Als Schüler haben die angehenden Ordensbrüder ja auch genügend Zeit, ihren Entschluss nochmal zu überdenken - und können "in die Welt da draußen" zurück gehen. Was aus kastalischer Sicht jedoch einer Kapitulation gleich käme.  :diablo:

Zitat
Beispielsweise auf Forschung um der Forschung willen.

Ist immerhin ein unstillbarer Drang des Menschen, zu forschen. Und in Kastalien muss man nicht auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Dinge Rücksicht nehmen - man kann es ungehindert tun.

Zitat
Ich denke, der Autor stellt, zumindest soweit ich bisher gelesen habe, die These auf, dass es unmöglich ist, in beiden Welten gleichzeitig zu leben, da ihre Konzepte sich teilweise ausschließen.

Nicht nur teilweise - sie schließen sich generell aus. Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen, heißt ein Sprichwort. ;)

Fazit: Ich denke mal, man sollte das Normalmenschen-Denken über Bord werfen und sich voll auf die Sache einlassen - sonst kriegt man den Zugang nicht.  :klug:
« Letzte Änderung: 02 März 2014, 16:57:39 von Parzifal »

Parzifal

  • Gast
Re: VL1: Das Glasperlenspiel - Grundsätzliches
« Antwort #14 am: 02 März 2014, 17:01:59 »
Zitat
Doch, sobald man von etwas gehört hat, kann man Sehnsucht danach entwickeln. Und Knecht hat die Welt da draußen als Kind kennengelernt und auch von einem seiner Freunde, dem Gastschüler, davon gehört. Theoretisch könnte er sie also schon vermissen.

Er unterliegt ja der Versuchung, als sein reicher Freund für eine Zeit in den Orden kommt und ihn mit seinen Reden auf die Probe stellt. Aber Knecht wäre ja nicht Knecht, wenn er dieser Versuchung nachgegeben hätte. Im Endeffekt bestärkt es ihn darin, in Kastalien zu bleiben und auf die Welt da draußen zu verzichten. Angehörige hat er da sowieso keine, wenn ich´s richtig gelesen habe - das ist mit ein Grund. ;)